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(11) |
EP 1 880 845 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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09.01.2013 Patentblatt 2013/02 |
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Anmeldetag: 21.06.2007 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Bogenoffsetdruckmaschine
Sheet-fed offset printing press
Presse offset à feuilles
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO
SE SI SK TR |
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Priorität: |
18.07.2006 DE 102006033104
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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23.01.2008 Patentblatt 2008/04 |
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Patentinhaber: Heidelberger Druckmaschinen
Aktiengesellschaft |
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69115 Heidelberg (DE) |
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Erfinder: |
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- Gieser, Michael
68723, Oftersheim (DE)
- Rodi, Norbert
76669, Bad Schönborn (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 1 075 947 WO-A1-01/05593 DE-A1- 4 213 024 DE-U1- 29 623 064
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EP-A2- 0 819 521 WO-A1-02/04212 DE-A1- 19 933 304
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Bogenoffsetdruckmaschine für den beidseitigen Mehrfarbendruck
vorzugsweise auf Papierbögen, mit einer ersten Reihe direkt hintereinander angeordneter
Druckwerke für das Bedrucken der ersten Seite des Bogens, einer darauf folgenden Wendeeinrichtung,
darauf folgend einer zweiten Reihe von hintereinander angeordneten Druckwerken für
das Bedrucken der anderen Bogenseite sowie einem oder mehreren darauf folgenden Lackwerken.
Derartige Bogendruckmaschinen in Reihenbauweise mit einem oder mehreren am Ende der
Maschine angeordneten Lackwerken für das Lackieren der zuletzt bedruckten Bogenseite
sind bekannt und werden von mehreren Herstellern angeboten.
[0002] Es ist auch schon in der
DE 42 13 024 A1 vorgeschlagen worden, bei Maschinen der eingangs genannten Art die bedruckten Bögen
in einem Maschinendurchgang, d. h. inline, beidseitig zu lackieren. Dazu besitzt die
Druckmaschine vor der Wendeineinrichtung ein Lackwerk und eine Trocknereinrichtung.
Somit wird dort die Schöndruckseite des Bogens lackiert und getrocknet, bevor sie
zum Zwecke des Widerdrucks gewendet wird.
[0003] Da die Schöndruckseite des Bogens hier schon lackiert wird, bevor der Bogen anschließend
die Druckspalte der Widerdruckwerke durchläuft, nimmt der durch das Lackieren erzeugte
Glanz der Bogenoberfläche wieder ab, und zwar je mehr, desto mehr Widerdruckwerke
bzw. Druckspalte er durchläuft. Darüber hinaus treten Probleme insbesondere dann auf,
wenn der auf die Schöndruckseite aufgetragene Lack durch die Trocknereinrichtung nicht
vollständig getrocknet ist. Denn die für den Kontakt mit den ölbasierten Offsetdruckfarben
optimierten Oberflächen der Gegendruckzylinder im Widerdruckwerk können durch Lackreste,
damit verklebten Papierstaub etc., verschmutzen und müssten dann aufwändig gereinigt
werden.
[0004] Wendeeinrichtungen sind, wie beispielsweise auch in der
DE 199 33 304 erwähnt, meistens umstellbar, so dass Schön- und Wiederdruckbetrieb realisiert werden
kann, und können auch alternativ an unterschiedlichen Stellen zwischen den Druckwerken
eingefügt sein, um beispielsweise im Wiederdruck unterschiedliche Varianten wie z.
B. vier über vier, zwei über sechs etc. Farben auf der Vorder- und Rückseite des Bogens
zu drucken.
[0005] Es sind auch Druckmaschinen bekannt, beispielsweise aus der
EP 0 976 555, bei denen der Bogen abwechselnd nacheinander jeweils von einem oberhalb und unterhalb
des Papiertransportpfads angeordneten Druckwerk mit Offsetdruckfarben bedruckt und
anschließend beidseitig durch ein oberhalb und unterhalb des Papierpfads angeordnetes
Lackwerk lackiert wird. Abgesehen davon, dass sich dieser Druckmaschinentyp wegen
der schlechten Zugänglichkeit der unten liegenden Druckwerke nicht durchgesetzt hat,
tritt hier folgendes Problem auf: Wenn die letzte Farbe der Widerdruckseite gedruckt
wird, hat der Bogen bereits sämtliche Druckspalte durchlaufen. Gegenüber einer Maschine,
bei der erst die Schöndruckseite und dann die Widerdruckseite komplett bedruckt wird,
wird das Druckbild aufgrund der doppelten Anzahl der durchlaufenden Druckspalte stärker
verbreitert ("breiter drucken"), wobei es nicht möglich ist, diesen Effekt durch eine
Registerregelung zu kompensieren.
[0006] Daneben sind separate Lackiermaschinen bekannt, in denen fertig bedruckte Bögen beidseitig
lackiert werden. Solche Lackiermaschinen können, wie die
EP 1 117 487 zeigt, auch eine Wendeeinrichtung besitzen. Nachteilig bei separaten Lackiermaschinen
ist jedoch der Umstand, dass erst einmal ein Stapel gebildet wird, der dann anschließend
wieder angelegt werden muss. Zu dem Zeitpunkt sind die vom Auslagestapel der Druckmaschine
kommenden Bögen bereits gepudert, was beim anschließenden Lackieren den Glanz herabsetzen
und auch sonst zu Problemen führen kann. Darüber hinaus ist der maschinenbauliche
Aufwand höher, denn es werden im Vergleich zu einer Inline-Lösung zwei Anleger und
zwei Ausleger benötigt.
[0007] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Bogenoffsetdruckmaschine der
eingangs genannten Art zu schaffen, bei der in hoher Qualität inline bedruckte und
doppelseitig lackierte Bögen erhalten werden.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Bogendruckmaschine mit den im Kennzeichen des Anspruchs
1 angegebenen Merkmalen gelöst bzw. durch ein Verfahren gemäß Anspruch 8. Gemäß der
Erfindung werden also die Bögen erst beidseitig bedruckt bevor sie lackiert werden,
wobei zwischen dem Lackieren von Vorder- und Rückseite eine weitere Wendung des Bogens
erfolgt. Auf diese Weise erhält man eine Bogendruckmaschine, auf der die Inline-Fertigung
von beidseitig lackierten Bögen möglich ist, und zwar ohne die eingangs geschilderten
Probleme. Es lässt sich auf beiden Seiten des Bogens ein höherer Glanzgrad erzielen
und Reinigungsvorgänge für die Zylinderoberflächen bzw. Zylinderaufzüge im Widerdruckwerk,
die nun auf den Kontakt mit ölbasierter Farbe optimiert werden können, sind entbehrlich.
[0009] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgend anhand der Figuren
1 bis 3 der beigefügten Zeichnungen.
- Figur 1a
- ist eine schematische Darstellung des Schöndruckteils einer Bogenoffsetdruckmaschine
in Reihenbauweise,
- Figur 1b
- ist eine schematische Darstellung des Widerdruckteils einer Bogenoffsetdruckmaschine
in Reihenbauweise,
- Figur 2
- zeigt den Widerdruckteil der Druckmaschine nach Figur 1b gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
und
- Figur 3
- zeigt den Widerdruckteil der Druckmaschine nach Figur 1b gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel.
- Figur 4
- zeigt den auf das letzte Druckwerk des Widerdruckteils der Druckmaschine nach Figur
1b folgende Ende der Maschine gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel.
[0010] Figur 1a zeigt eine Offsetdruckmaschine 1 in Reihenbauweise mit einem Anleger 2,
in dem sich der unbedruckte Papierstapel 3 befindet, sowie vier Druckwerken 7a-d für
die vier Grundfarben, die den Schöndruckteil der Maschine 1 bilden. Auf das vierte
Druckwerk 7d folgt eine Wendeeinrichtung 4, die nach dem Prinzip der Drei-Trommel-Wendung
arbeitet. Sie besteht aus einer Zuführtrommel 4a, einer Speichertrommel 4b und einer
Wendetrommel 4c. Die Trommel 4c ist in den Seitenwänden 18a des auf die Wendeeinrichtung
4 folgenden ersten Widerdruckwerks 8a gelagert. An dessen Gegendruckzylinder 108a
wird der gewendete Bogen übergeben. Der zweite Teil der Maschine ist in der Figur
1b dargestellt. Auf die vier Widerdruckwerke 8a-d folgt ein Lackwerk 9a vom Typ "Kammerrakel",
d .h. es besitzt eine Rasternäpfchenwalze 19a und ein Kammerrakel 20a, in dem sich
wässriger Dispersionslack befindet. Mit 22a ist ein so genannter "Rasterwalzenstern"
bezeichnet, der drei weitere Rasterwalzen mit unterschiedlicher Näpfchengröße enthält,
gegen die die Rasterwalze 19a ausgetauscht werden kann, um auf dem Weg die aufzutragende
Lackmenge zu bestimmen. Im Lackwerk 9a wird die Widerdruckseite des Bogens vollflächig
mit einem wässrigen Dispersionslack überzogen.
[0011] Auf das Lackwerk 9a folgt ein Trockenturm 10a. In diesem Trockenturm wird der hindurchtransportierte
Bogen im Bereich des Zylinders 110 auf der Widerdruckseite durch Heißluft und Infrarotstrahlung
getrocknet.
[0012] In Bogenlaufrichtung hinter dem Trockenturm 10a ist eine zweite Wendeeinrichtung
14 angeordnet, die im Wesentlichen baugleich mit der ersten Wendeeinrichtung 4 ist.
Auch sie besitzt drei Trommeln 14a, b und c, wobei die Wendetrommel 14c in diesem
Falle in den Seitenwänden des sich an die Wendeeinrichtung 14 anschließenden zweiten
Lackwerks 9b gelagert ist und den Bogen an den Gegendruckzylinder 109b des Lackwerks
9b übergibt. Das Lackwerk 9b ist vom gleichen Typ wie das Lackwerk 9a und dient dazu,
die Schöndruckseite des Bogens ebenfalls mit einem wässrigen Dispersionslack vollflächig
zu überziehen.
[0013] Auf das Lackwerk 9b folgt der Ausleger 5 der Druckmaschine. Darin laufen Greiferbrücken
mittels einer Kettenführung 15 um. Diese Greiferbrücken 16 übernehmen die im Werk
9b lackierten Bogen und führen sie unter Trocknereinschüben 11a, b, c und d hindurch,
wo die Schöndruckseite des Bogens ebenfalls mit Infrarotstrahlung und Heißluft getrocknet
und dabei der Dispersionslack verfestigt wird. Der so beidseitig lackierte Bogen wird
anschließend im Ausleger 5 auf dem Bogenstapel 6 abgelegt.
[0014] Während seines Transports durch die Druckwerke 7a-d und 8a-d kommt der bedruckte
Bogen nicht mit Lack in Berührung. Die Oberflächen der bogenführenden Gegendruckzylinder
108a-d in den Druckwerken 8a-d und die Führungsbleche der dazwischen angeordneten
Transferter können deshalb mit farbabweisenden Schichten belegt werden, die auf die
Eigenschaften der ölbasierten Offsetfarben abgestimmt bzw. optimiert sind. Der klebrige
und für Verschmutzungseffekte ursächliche Dispersionslack wird erst am Ende der Maschine
eingebracht, wenn der Prozess des Druckens mit Offsetdruckfarben beendet ist. Auf
diese Weise lassen sich die Standzeit der Zylinderaufzüge und die Reinigungsintervalle
gegenüber Konfigurationen, bei denen sich das Lackwerk vor der ersten Wendeeinrichtung
4 befindet, wesentlich erhöhen.
[0015] Die Wendeeinrichtung 4 ist umstellbar, d. h. sie lässt sich wie z. B. in der
DE 41 31 273 beschrieben, von Schön- auf Widerdruckbetrieb umstellen. Gleiches gilt für die Wendeeinrichtung
14. Diese Variabilität ermöglicht es, mit der Druckmaschine 1 eine ganze Reihe weiterer
Auftragsvarianten zu drucken: Werden beide Wendeeinrichtungen 4 und 14 auf Schöndruckbetrieb
umgestellt, dann lässt sich beispielsweise mit den Druckwerken 8 des Widerdruckmoduls
auf der Schöndruckseite zusätzlich eine Reihe von Sonderfarben verdrucken. Im Druckwerk
8d kann zusätzlich ein transparenter ölbasierter Mattlack auf bestimmte Stellen im
Druckbild aufgebracht werden, das dann anschließend in zwei Schichten übereinander
in den Lackwerken 9a und 9b jeweils mit einem hochglänzenden Dispersionslack überzogen
wird. Auf diese Weise lassen sich sehr hochwertige einseitig bedruckte Kartonagen,
z. B. für Verpackungen, herstellen.
[0016] Insbesondere das umstellbare Wendewerk 14 zwischen den beiden Lackwerken 9a und 9b
bietet auch die Möglichkeit, nach Umstellung der Wendeeinrichtung 14 auf Geradeausbetrieb
im ersten Lackwerk 9a einen Dispersionslack als Primer- bzw. Haftvermittler aufzutragen,
um die darunter liegenden Offsetfarben abzudecken bzw. "abzuschließen", damit die
dann im zweiten Lackwerk 9b verdruckten hochglänzenden UV-Lacke nicht in direktem
Kontakt mit den Offsetfarben kommen und mit ihnen reagieren können.
[0017] Eine andere Möglichkeit ist das Aufbringen von z. B. Goldlack im ersten Lackwerk
9a und das anschließende vollflächige Überziehen des Druckbogens mit einem Schutzlack
im zweiten Lackwerk 9b.
[0018] Weiterhin besteht die Möglichkeit, nach der Umstellung auf Geradeausbetrieb im ersten
Lackwerk 9a einen Klarlack auf dem bedruckten Bogen aufzubringen und anschließend
zu trocknen, bevor im zweiten Lackwerk 9b Metallic-Lacke aufgebracht werden, um zu
verhindern, dass die auf den Bogen gedruckten Offsetfarben die Lackplatte im Lackwerk
mit Farbe zusetzen.
[0019] Bei dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Widerdruckteil der anhand
von Figur 1a und 1b vorstehend beschriebenen Druckmaschine modifiziert. Hier ist jetzt
der Trockenturm 10a aus Figur 1b weggefallen, d. h. der aus dem Lackwerk 9a kommende
Bogen wird in der Wendeeinrichtung 14 feucht gewendet. Nach dem Durchlauf durch das
zweite Lackwerk 9b, in dem die Schöndruckseite lackiert wird, durchläuft der beidseitig
lackierte Bogen im Kettenausleger 5 vier Trocknermodule 21a-h, in denen der Bogen
beidseitig, d. h. von oben und von unten, mit Hilfe von Infrarotstrahlung und Heißluft
getrocknet wird. Hier können beispielsweise in die Bogenführung des Auslegers 5 integrierte
Trockner 21e-h eingesetzt werden, wie sie in der
DE 10 2005 042 956 A1 beschrieben sind.
[0020] In Folge des Wegfalls des separaten Trockenturms baut die Maschine entsprechend kürzer
und benötigt weniger Stellfläche als die nach dem Ausführungsbeispiel der Figur 1.
[0021] Im Ausführungsbeispiel nach Figur 3 folgen auf das letzte Druckwerk 8d des Widerdruckteils
vier Lackwerke. Das erste Lackwerk 9a ist vom Rasterwalzentyp und trägt auf die zu
lackierende Widerdruckseite einen Effektlack auf. Dieser wird im darauf folgenden
Trockenturm 10a getrocknet. Darauf folgt ein Lackwerk 29a für z. B. UV-Lacke, in dem
die Widerdruckseite des Bogens mit einem hochglänzenden transparenten Schutzlack flächig
überzogen wird. Auf die Wendeeinrichtung 14 folgt dann noch einmal die gleiche Konfiguration
von einem Lackwerk 9b für Effektlack, einem Trockenturm 10b und einem Lackwerk 29b,
das den hochglänzenden Schutzlack auf die Schöndruckseite aufträgt. Zwischendecktrockner
31a und 31b direkt über den Druckzylindern 129a und b der Lackwerke 29a und 29b verfestigen
den UV-Lack mit Ultraviolettstrahlung entsprechend angepasster Wellenlänge. Bei diesem
Ausführungsbeispiel sind die Trocknereinschübe im Ausleger 25 entbehrlich.
[0022] Wenn die Wendeeinrichtung 14 dieser Maschine von Wendebetrieb auf Geradeausbetrieb
umgestellt wird, dann lässt sich je nach Einstellung der ersten Wendeeinrichtung 4
entweder die Vorder- oder Rückseite mit vier verschiedenen Lackschichten übereinander
versehen. Damit lassen sich sehr spezielle hochwertige Drucksachen herstellen, indem
beispielsweise im ersten Lackwerk ein Dispersionslack verdruckt wird, der die Offsetfarben
vollflächig abdeckt und damit abschließt, darauf dann Goldlack gedruckt wird und anschließend
im dritten Lackwerk zum Erzeugen von Matt-Glanz-Effekten ein Mattlack ebenso wie der
Goldlack nur auf bestimmte Stellen des Bildes appliziert wird (Spotlackierung). Anschließend
wird im vierten Lackwerk dann der gesamte Bogen mit einem hochglänzenden UV-Lack überzogen.
[0023] Beim Ausführungsbeispiel nach Figur 4 folgt auf das letzte Druckwerk 8d des Widerdruckteils
ein erstes Lackwerk 39a vom Schöpfwalzentyp. Seine Auftragswalze 49a trägt auf die
Widerdruckseite des Bogens vollflächig einen wässrigen Dispersionslack auf. Auf den
Gegendruckzylinder 59a des Lackwerks 39a folgt eine Transporttrommel 124a, die gleichzeitig
als Zuführtrommel der Wendeeinrichtung 24 fungiert. Im Inneren dieser Transporttrommel
124a ist ein Infrarottrockner 125a eingebaut, der den auf der Trommel 124a aufliegenden
Bogen bzw. dessen konkave Innenseite mit Infrarotstrahlung und Heißluft beaufschlagt.
Die Trommel 124a ist nach Art eines Skeletts aufgebaut, so dass die Strahlung und
gegebenenfalls für das Trocknen benutzte Luft auf die Oberfläche des Bogens gelangen
kann.
[0024] Auf die Trommel 124a folgen dann die Speichertrommel 24b und die Wendetrommel 24c
der Wendeeinrichtung 24, an die sich ein zweites Lackwerk 39b vom Schöpfwalzentyp
anschließt. Mit dessen Lackauftragszylinder 49b wird nunmehr die Schöndruckseite der
Bögen lackiert. An dieses Lackwerk 39b schließt sich der Ausleger 5 an, an dessen
Greiferbrücken die beidseitig lackierten Bögen übergeben werden. Mit den beidseitig
wirkenden Trocknermodulen 21 a-h im Ausleger 5 wird die Schöndruckseite getrocknet
und verbleibende Restfeuchte in der Lackschicht der Widerdruckseite des Bogens ausgetrieben.
[0025] Die Maschine nach diesem Ausführungsbeispiel benötigt weniger Stellfläche, da in
Folge der Trocknung aus dem Inneren des Zylinders 124a heraus die Zahl der bogenführenden
Zylinder verringert werden kann.
[0026] Neben den beschriebenen Ausführungsbeispielen sind weitere Modifikationen und Abwandlungen
möglich. So kann je nach verwendetem Lack anstelle eines Lackwerks mit Kammerrakel
auch ein Lackwerk mit Schöpfwalze eingesetzt werden. Des Weiteren ist es natürlich
möglich von vornherein statt der vier Druckwerke für die vier Grundfarben im Schön-
und Widerdruckteil der Druckmaschine zusätzliche Druckwerke für das beidseitige Drucken
mit z. B. 2 x 2 Sonderfarben vorzusehen.
Bezugszeichen
[0027]
- 1
- Offsetdruckmaschine
- 2
- Anleger
- 3
- Papierstapel
- 4
- Wendeeinrichtung
- 4a, 14a,24a
- Zuführtrommel
- 4b, 14b,24b
- Speichertrommel
- 4c, 14c, 24c
- Wendetrommel
- 5
- Ausleger
- 6
- Bogenstapel
- 7a-d
- Druckwerke
- 8a-d
- Druckwerke
- 9a,b
- Lackwerke
- 10a,b
- Trocknereinheiten
- 11a-h
- Trocknereinschübe
- 14
- Wendeeinrichtung
- 15
- Greiferbrücken
- 18a
- Seitenwand
- 19a,b
- Rasternäpfchenwalzen
- 20a,b
- Kammerrakel
- 21a-h
- Trocknermodule
- 22a,b
- Rasterwalzenstern
- 24
- Wendeeinrichtung
- 29a,b
- Lackwerk
- 31 a,b
- Zwischendecktrockner
- 39a,b
- Lackwerk
- 49a
- Auftragswalze
- 59a,b
- Gegendruckzylinder
- 108a-d
- Gegendruckzylinder
- 109a,b
- Gegendruckzylinder
- 119b
- Seitenwand
- 124a
- Transportzylinder
- 125a
- Trockner
- 129a,b
- Gegendruckzylinder
- 139b
- Seitenwand
1. Bogenoffsetdruckmaschine für den beidseitigen Mehrfarbendruck vorzugsweise auf Papierbögen,
mit einer ersten Reihe hintereinander angeordneter Druckwerke (7a-d) für das Bedrucken
der ersten Seite des Bogens, einer darauf folgenden Wendeeinrichtung (4), darauf folgend
einer zweiten Reihe von hintereinander angeordneten Druckwerken (8a-d) für das Bedrucken
der anderen Bogenseite sowie einem oder mehreren darauf folgenden Lackwerken (9a,b,
29a,b, 39a,b),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Lackwerke (9;29;39) bzw. deren Lacktuchzylinder so angeordnet sind, dass die
Vorderseiten und die Rückseiten der durchlaufenden Bögen lackiert werden, wobei eine
weitere Wendeeinrichtung (14; 24) zwischen zwei Lackwerken (9a,b, 29a,b, 39a,b) eingefügt
ist.
2. Druckmaschine nach Anspruch 1,
wobei in Bogenlaufrichtung vor der weiteren Wendeeinrichtung (14) eine Trocknereinheit
(10a,39a) angeordnet ist.
3. Druckmaschine nach Anspruch 1,
wobei in Bogenlaufrichtung hinter dem letzten Lackwerk (9b, 39b) Trocknereinrichtungen
(21a-h) für das beidseitige Trocknen der beidseitig lackierten Bögen angeordnet sind.
4. Druckmaschine nach Anspruch 1,
wobei mindestens einem der Lackwerke (39a) eine Trocknereinheit (125a) zugeordnet
ist, die im Inneren einer die Bögen transportierenden Trommel (124a) angeordnet ist.
5. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei die erste (4) und/oder die weitere Wendeeinrichtung (14) von Wendebetrieb auf
Geradeausbetrieb umstellbar ausgeführt ist.
6. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei der die gewendeten Bögen empfangende Zylinder der Gegendruckzylinder (109b)
des auf die weitere Wendeeinrichtung (14) folgenden Lackwerks (9b) ist.
7. Druckmaschine nach Anspruch 6,
wobei die Wendetrommel (14c, 24c) der weiteren Wendeeinrichtung (14, 24) in den Seitenwänden
(119b, 139b) des Lackwerks (9b, 39b) gelagert ist.
8. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei eines oder mehrere der Lackwerke (9a,b, 29a,b, 39a,b) zum Auftragen von wasserbasierenden
Lacken bzw. Dispersionslacken ausgebildet ist.
9. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei eines oder mehrere der Lackwerke (9a,b, 29a,b) eine Rasterwalze (19a,19b) mit
einem Rakel (20a, 20b) besitzt.
10. Verfahren für den beidseitigen Mehrfarbendruck auf Bögen, bevorzugt Papierbögen, mit
folgenden in der beschriebenen Reihenfolge ausgeführten Verfahrensschritten:
a) die gestapelten Bögen werden vereinzelt mehreren hintereinander angeordneten Druckwerken
(7a-d) zugeführt und auf der Vorderseite des Bogens bedruckt,
b) b) die so bedruckten Bögen werden gewendet und in einer Reihe weiterer hintereinander
angeordneter Druckwerke (8a-d) mehrfarbig auf ihrer Rückseite bedruckt,
c) die bedruckte Rückseite der Bögen wird mit einer oder mehreren Lackschichten versehen,
d) die Bögen werden gewendet und anschließend wird die zuerst bedruckte Vorderseite
der Bögen lackiert,
e) die beidseitig bedruckten und lackierten Bögen werden auf einen Stapel (6) ausgelegt
oder weiterverarbeitet.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
wobei die Bögen nach dem Lackieren getrocknet werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
wobei die lackierten Widerdruckseiten der Bögen getrocknet werden, bevor die Bögen
zum zweiten Mal gewendet werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12,
wobei beim Schritt des Trocknens die konkav einem Transportzylinder (124a) zugewandte
Seite der Bögen mit Strahlung und/oder Heißluft beaufschlagt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
wobei die Bögen, nachdem sie zum zweiten Mal gewendet wurden, beidseitig getrocknet
werden.
1. Sheet-fed offset printing press for printing multiple colours on both sides preferably
of sheets of paper, including a first row of successive printing units (7a-d) for
printing the first side of the sheet, followed by a turning device (4), followed by
a second row of successive printing units (8a-d) for printing the other side of the
sheet as well as by one or more subsequent varnishing units (9a, b, 29a, b, 39a, b)
characterized in
that the varnishing units (9; 29; 39) and their varnishing blanket cylinders, respectively,
are arranged in such a way that the front sides and the rear sides of the passing
sheets are varnished, a further turning device (14; 24) being inserted between two
varnishing units (9a, b, 29a, b, 39a, b).
2. Printing press according to Claim 1,
wherein a drier unit (10a, 39a) is arranged upstream of the further turning device
(14) as viewed in the direction of sheet travel.
3. Printing press according to Claim 1,
wherein drier devices (21a-h) for drying both sides of the sheets that have been varnished
on both sides are provided downstream of the last varnishing unit (9b, 39b) as viewed
in the direction of sheet travel.
4. Printing press according to Claim 1,
wherein a drier unit (125a) that is arranged in the interior of a drum (124a) transporting
the sheets is assigned to at least one of the varnishing units (39a).
5. Printing press according to one of Claims 1 to 4,
wherein the first (4) and/or the further turning device (14) is designed to be switchable
from a turning mode to a straight mode.
6. Printing press according to one of Claims 1 to 5,
wherein the cylinder that receives the turned sheets is the impression cylinder (109b)
of the varnishing unit (9b) that follows the further turning device (14).
7. Printing press according to Claim 6,
wherein the turning drum (14c, 24c) of the further turning device (14, 24) is supported
in the side walls (119b, 139b) of the varnishing unit (9b, 39b).
8. Printing press according to one of Claims 1 to 7,
wherein one or more of the varnishing units (9a, b, 29a, b, 39a, b) is designed for
the application of water-based varnishes and dispersion varnishes, respectively.
9. Printing press according to one of Claims 1 to 7,
wherein one or more of the varnishing units (9a, b, 29a, b) includes a screen roller
(19a, 19b) with a doctor blade (20a, 20b).
10. Method for printing multiple colours on both sides of sheets, preferably sheets of
paper, comprising the following steps carried out in the order as described:
a) the stacked sheets are individually fed to multiple successive printing units (7a-d)
to be printed on the front side of the sheet,
b) the sheets that have been printed in this way are turned and multiple colours are
printed on their rear sides in a number of further successive printing units (8a-d),
c) the printed rear sides of the sheets are provided with one or more layers of varnish,
d) the sheets are turned and subsequently the front side of the sheets, which was
the first to be printed, is varnished,
e) the sheets that have been printed and varnished on both sides are delivered onto
a stack (6) or are further processed.
11. Method according to Claim 10,
wherein the sheets are dried after being varnished.
12. Method according to Claim 11,
wherein the varnished perfecting sides of the sheets are dried before the sheets are
turned over a second time.
13. Method according to one of Claims 11 or 12,
wherein in the drying step, radiation and/or hot air are applied to that side of the
sheets that concavely faces a transport cylinder (124a).
14. Method according to one of Claims 11 to 13,
wherein the sheets are dried on both sides after being turned over for the second
time.
1. Machine d'impression offset de feuilles pour une impression recto-verso de feuilles
de papier, comprenant une première série de groupes d'impression disposés les uns
derrière les autres (7a-d) pour l'impression de la première face de la feuille, suivi
d'un dispositif d'inversion (4) et d'une seconde série de groupes d'impression disposés
les uns derrière les autres (8a-d) pour l'impression de la face verso de la feuille
et ainsi que d'un ou de plusieurs groupes de vernissage (9a, b, 29a, b, 39a, b) successifs,
caractérisée en ce que les groupes de vernissage (9 ; 29 ; 39) respectivement leurs cylindres de blanchet
de vernissage sont disposés de sorte que les faces recto et les faces verso des feuilles
en défilement sont vernies, un autre dispositif d'inversion (14 ; 24) est intégré
entre deux groupes de vernissage (9a, b, 29a, b, 39a, b).
2. Machine d'impression selon la revendication 1, une unité de séchage (10a, 39a) étant
disposée en amont de l'autre dispositif d'inversion (14) dans le sens de défilement
de feuille.
3. Machine d'impression selon la revendication 1, des unités de séchage (21a-h) étant
disposées dans le sens de défilement de feuilles derrière le dernier groupe d'impression
(9b, 39b) pour le séchage recto-verso des feuilles vernies recto-verso.
4. Machine d'impression selon la revendication 1, au moins un des groupes de vernissage
(39a) étant associé à une unité de séchage (125a), qui est disposée à l'intérieur
d'un tambour (124a) transportant les feuilles.
5. Machine d'impression selon l'une des revendications 1 à 4, le premier (4) et/ou le
second dispositif d'inversion (14) est réalisé de manière à permuter du mode d'inversion
au mode rectiligne.
6. Machine d'impression selon l'une des revendications 1 à 5, le cylindre recevant les
feuilles inversées étant le cylindre de contre-pression (109b) du groupe de vernissage
(9b) succédant à l'autre dispositif d'inversion (14).
7. Machine d'impression selon la revendication 6, le tambour d'inversion (14c, 24c) de
l'autre dispositif d'inversion (14, 24) étant logé dans les parois latérales (119b,
139b) du groupe de vernissage (9b, 39b).
8. Machine d'impression selon l'une des revendications 1 à 7, un ou plusieurs des groupes
de vernissage (9a, b, 29a, b, 39a, b) étant conçus pour l'application de vernis à
eau resp. de dispersion.
9. Machine d'impression selon l'une des revendications 1 à 7, un ou plusieurs des groupes
de vernissage (9a, b, 29a, b, 39a, b) possèdent un rouleau racleur (19a, 19b) muni
d'une racle (20a, 20b).
10. pour l'impression multicouleur recto-verso de feuilles de préférence des feuilles
de papier, comprenant les étapes suivantes :
a) les feuilles empilées sont amenées séparément à plusieurs groupes d'impression
(7a-d) disposés les uns derrière les autres et sont imprimées au recto,
b) b) les feuilles ainsi imprimées sont retournées et sont imprimées en plusieurs
couleurs au verso dans une série d'autres groupes d'impression (8a-d) disposés les
uns derrière les autres,
c) le verso imprimé des feuilles est muni d'une ou de plusieurs couches de vernis,
d) les feuilles sont retournés et ensuite la face recto des feuilles imprimée en premier
est vernie,
e) les feuilles imprimées et vernies recto-verso sont déposées sur une pile (6) ou
transformées.
11. Procédé selon la revendication 10, les feuilles étant séchées après le vernissage.
12. Procédé selon la revendication 11, les faces verso vernies étant séchées avant que
les feuilles ne soient retournées une seconde fois.
13. Procédé selon l'une des revendications 11 ou 12, pendant l'étape du séchage, la face
des feuilles, tournée de manière concave vers un cylindre de transport (124a) étant
exposée à un rayonnement et/ou de l'air chaud.
14. Procédé selon l'une des revendications 11 à 13, les feuilles étant séchées recto-verso
après avoir été retournées une seconde fois.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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