[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern der Orientierung einer
Kranlast, wobei ein Manipulator zum Handhaben der Last durch eine Rotatoreinrichtung
mit einem an Seilen hängenden Haken verbunden ist und der Drehwinkel ϕ
L der Last durch eine Steuereinrichtung unter Verwendung des Trägheitsmoments
JL der Last als wichtigster Parameter gesteuert wird.
[0002] In
DE 100 64 182 und
DE 103 24 692, deren gesamter Inhalt durch Erwähnung in die vorliegende Anmeldung aufgenommen wird,
werden Steuer- und Automatisierungskonzepte für Hafenmobilkräne offenbart. Bei diesen
Drehauslegerkranen hängt der Manipulator zum Aufnehmen der Last an Seilen, und ein
Positionieren des Manipulators zum Aufnehmen von Containern verursacht Kugelpendelbewegungen.
Die Steuerkonzepte verwenden eine Bahnnachverfolgungssteuerung zum Steuern der Bewegung
der Last und zum automatischen Vermeiden von Pendeln, wodurch die Effektivität des
Frachtgutumschlagprozesses verbessert wird.
[0003] Für solche Steuersysteme ist ein Verfahren zum Steuern der Orientierung der Kranlast
aus
DE 100 29 579 bekannt, deren gesamter Inhalt durch Erwähnung in die vorliegende Erfindung aufgenommen
wird. Dort weist der an Seilen hängende Haken eine einen Hydraulikantrieb enthaltende
Rotatoreinrichtung auf, so dass der Manipulator zum Aufnehmen von Containern um eine
vertikale Achse gedreht werden kann. Dadurch ist es möglich, die Orientierung der
Kranlasten zu verändern. Wenn der Kranführer bzw. die automatische Steuerung ein Signal
zum Drehen des Manipulators und dadurch der Last um die vertikale Achse gibt, werden
die Hydraulikmotoren der Rotatoreinrichtung betätigt, und ein resultierender Durchfluss
verursacht ein Drehmoment. Wenn der Haken an Seilen hängt, würde das Drehmoment zu
einer Torsionsschwingung des Manipulator und der Last führen. Zum Positionieren der
Last bei einem spezifischen Winkel ϕ
L muss diese Torsionsschwingung kompensiert werden.
[0004] Das bekannte Steuerverfahren nutzt ein dynamisches Modell des Systems basierend auf
den Bewegungsgleichungen eines physikalischen Modells des Krans, wobei die bekannte
Antitorsionsschwingungssteuerung aus einem Bahnplanungsmodul und einem Bahnnachverfolgungsmodul
besteht. Das Bahnplanungsmodul berechnet die Bahn der Variablen, die den Zustand des
Systems beschreiben, und erzeugt eine Referenzfunktion. Die Bahnnachverfolgungssteuerung
kann in Störunterdrückung, Regelung mit Hilfsstellgröße (so genannte Feed Forward
Control) und Regelung mit Zustandsrückführung (so genannte State Feed back Control)
unterteilt werden. Die von der Regeleinrichtung verwendeten Parameter sind die Masse
der Last und vor allem das Trägheitsmoment der Last.
[0005] Die Massenverteilung in der Last, z.B. einem Container, ist aber nicht bekannt, und
daher ist das Trägheitsmoment der Last ebenfalls nicht bekannt. Daher muss das Trägheitsmoment
JL der Last geschätzt werden. Bei dem bekannten Steuersystem erfolgt dies durch Annehmen
einer homogenen Massenverteilung in der Last und Berechnen eines geschätzten Trägheitsmoments
JL der Last allein aus der Masse des Containers und den bekannten Maßen des Containers.
[0006] Die Lastverteilung in einem Container ist aber meist alles andere als homogen, so
dass der geschätzte Wert der Last
JL nur eine sehr ungenaue Annäherung ist. Da die Steuereinrichtung das Trägheitsmoment
JL der Last als Parameter zum Steuern der Orientierung der Kranlast verwendet, führt
die Differenz zwischen dem wahren Wert des Trägheitsmoments
JL und der groben Schätzung zu einer Ungenauigkeit bei der Steuerung der Orientierung
der Last.
[0007] Aus der
DE 199 07 989 A1 ist ein Verfahren zur Bahnregelung von Kranen sowie eine Vorrichtung zum bahngenauen
Verfahren einer Last bekannt. Für die Bahnregelung wird ebenfalls das Trägheitsmoment
der Last herangezogen.
[0008] Das Ziel der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, ein Verfahren zum Steuern
der Orientierung der Kranlast an die Hand zu geben, das eine bessere Genauigkeit aufweist.
[0009] Dieses Ziel wird durch ein Verfahren zum Steuerung der Orientierung einer Kranlast
nach Anspruch 1 verwirklicht, wobei die Steuereinrichtung zum Steuern des Drehwinkels
ϕ
L der Last eine adaptive Steuereinrichtung ist, wobei das Trägheitsmoment
JL der Last während des Kranbetriebs anhand von Daten ermittelt wird, die durch Messen
des Systemzustands erhalten werden.
[0010] Dadurch kann das Trägheitsmoment
JL der Last ermittelt werden, was zu einer besseren Genauigkeit bei diesem wichtigen
Parameter führt, der von der Steuereinrichtung zum Steuern der Orientierung der Kranlast
genutzt wird. Die Steuereinrichtung wird während des Kranbetriebs durch Verwenden
eines korrigierten Werts des Trägheitsmoments
JL, der während des Kranbetriebs anhand der durch Messen des Systemzustands erhaltenen
Daten bestimmt wird, als Parameter angepasst. Daher verwendet die Steuereinrichtung
keinen einmalig geschätzten Festwert, sondern einen Wert, der mit Hilfe weiterer während
des Kranbetriebs gewonnener Informationen angepasst wird.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Steuern der Drehung des Krans wird der Drehwinkel
ϕ
L der Last vorteilhafterweise mit Hilfe einer adaptiven Bahnnachverfolgungssteuerung
gesteuert. Dies erlaubt eine wirksame Steuerung der Bewegungen der Kranlast. Zum Beispiel
kann eine Regelung mit Hilfsstellgröße zum Berechnen der Bahnen der Systemvariablen
anhand von Vorwärtsintegration der Bewegungsgleichungen des Systems verwendet werden,
und eine Regelung mit Zustandsrückführung kann durch Messen des Systemzustands erhaltene
Daten verwenden.
[0012] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Steuern der Drehung einer Kranlast wird vorteilhafterweise
ein dynamisches Modell des Systems zum Berechnen von Daten verwendet, die den Systemzustand
beschreiben, d.h. der Bahnen der Systemvariablen. Diese Daten können dann die Grundlage
zum Steuern der Drehung der Kranlast bilden, wobei das dynamische Modell des Systems
eine genaue Beschreibung des Systems und daher eine präzise Steuerung der Orientierung
der Kranlast erlaubt.
[0013] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast kann die Differenz ϕ
C zwischen dem Drehwinkel ϕ
L der Last und dem Drehwinkel ϕ
H des Hakens durch die Rotatoreinrichtung verändert werden. Dies erfolgt vorteilhafterweise
durch Verwenden eines Hydraulikmotors für die Rotatoreinrichtung, so dass durch die
Rotatoreinrichtung Drehmoment angelegt werden kann. Das ermöglicht ein Drehen des
Manipulators und dadurch der Last um eine vertikale Achse, wodurch eine Orientierung
der Last in jeder erwünschten Richtung ermöglicht wird.
[0014] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast werden Torsionsschwingungen durch eine Antitorsionsschwingungseinrichtung
unter Verwendung der von dem dynamischen Modell errechneten Daten vermieden. Diese
Antitorsionsschwingungseinrichtung nutzt die von dem dynamischen Modell errechneten
Daten, um die Rotatoreinrichtung so zu steuern, dass Schwingungen der Last vermieden
werden. Dadurch kann die Antitorsionsschwingungseinrichtung Steuersignale erzeugen,
die von dem dynamischen Modell vorhergesagten möglichen Schwingungen der Last entgegenwirken.
Wird ein Hydraulikmotor für den Rotator verwendet, kann die Antitorsionsschwingungseinrichtung
Signale zum Betätigen des Hydraulikmotors erzeugen, wodurch ein durch den resultierenden
Durchfluss erzeugtes Drehmoment angelegt wird.
[0015] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast wird die Differenz ϕ
C zwischen dem Drehwinkel ϕ
L der Last und dem Drehwinkel ϕ
H des Hakens durch einen mit der Rotatoreinrichtung verbundenen Messwertgeber gemessen.
Dieser Messwertgeber ermöglicht das exakte Messen der Differenz ϕ
C und trägt dadurch dazu bei, die Orientierung der Last zu steuern.
[0016] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast werden die Bewegungen eines durch das Seil geführten kardanischen Elements
gemessen, um Daten zu erhalten, durch welche der Drehwinkel ϕ
H des Hakens und/oder der Drehwinkel ϕ
L der Last ermittelt werden können. Das kardanische Element ist bevorzugt durch eine
kardanische Verbindung mit dem Auslegerkopf des Krans verbunden und folgt den Bewegungen
des Seils, an dem es durch Rollen geführt ist. Durch Messen der Bewegungen des kardanischen
Elements können die Bewegungen des Seils ermittelt werden. Da der Haken meist an mehreren
Seilen hängt, werden bevorzugt mindestens zwei kardanische Elemente vorgesehen, um
die Bewegungen von mindestens zwei dieser Seile zu ermitteln. Der Drehwinkel ϕ
H des an den Seilen hängenden Haken und/oder der Drehwinkel ϕ
L der Last können dann aus den durch Messen der Bewegungen der kardanischen Elemente
erhaltenen Daten ermittelt werden.
[0017] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast wird
ein Gyroskop verwendet, um Daten zu erhalten, durch welche der Drehwinkel ϕ
H des Hakens und/oder der Drehwinkel ϕ
L der Last ermittelt werden können. Die Verwendung eines Gyroskops ist eine besonders
effektive Möglichkeit, diese Daten mit ausreichender Präzision zu erhalten. Das Gyroskop
kann an verschiedenen Stellen am Kran angebracht werden. Wenn kardanische Elemente
verwendet werden, kann das Gyroskop an den kardanischen Elementen angebracht werden,
um deren Bewegungen zu messen, es ist aber auch möglich, das Gyroskop direkt am Haken
oder am Manipulator anzubringen.
[0018] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast wird die Änderung ϕ̇
H des Drehwinkels ϕ
H des Hakens und/oder die Änderung ϕ̇
H, des Drehwinkels ϕ
L der Last durch ein Gyroskop gemessen. Das Gyroskop kann entweder am Haken oder am
Manipulator angebracht werden, bevorzugt aber am Haken. Gyroskope können die Winkelgeschwindigkeiten
ϕ̇
H und ϕ̇
I messen, was eine Ermittelung des Drehwinkels ϕ
H des Hakens und von ϕ
L ermöglicht. Wenn ϕ̇
H von dem Gyroskop gemessen wird, kann ϕ
H durch Integration ermittelt werden. Der Drehwinkel ϕ
L der Last kann dann durch Verwenden der Differenz ϕ
C zwischen dem Drehwinkel ϕ
L der Last und dem vom Messwertgeber gemessenen Drehwinkel ϕ
H des Hakens berechnet werden. Da der von dem Gyroskop gemessene Wert von ϕ̇
H Rauschen und ein Offset enthält, würde eine direkte Integration zu einer Summierung
dieser Fehler führen, was zu schlechten Ergebnissen bei der Genauigkeit führen würde.
Daher wird vorteilhafterweise ein Störbeobachter zum Ausgleichen des Offset verwendet.
Dies erlaubt eine stabilere Schätzung des Drehwinkels ϕ
L aus der Winkelgeschwindigkeit ϕ̇
H.
[0019] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast beruht das dynamische Modell des Systems auf den Bewegungsgleichungen
eines physikalischen Modells mindestens der Seile, des Hakens und der Last. Bei einem
solchen physikalischen Modell bilden der Haken und die Last, die an den Seilen hängen,
ein Torsionspendel, dessen Bewegungsgleichungen mit Hilfe z.B. des Lagrange-Formalismus
ermittelt werden können. Dies ermöglicht eine realistische Beschreibung des Systems
und daher eine präzise Bahnplanung und -steuerung.
[0020] Vorteilhafterweise werden das Trägheitsmoment
JH des Hakens und
JSp des Manipulators als Parameter für die Steuerung des Drehwinkels ϕ
L der Last verwendet. Auch wenn das Trägheitsmoment
JH des Hakens und
JSp des Manipulators meist kleiner als das Trägheitselement
JL der Last sind, tragen sie dennoch zum Drehverhalten des Systems bei und sollten bei
den Berechnungen und dem physikalischen Modell berücksichtigt werden.
[0021] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast wird während des Betriebs des Krans an der Last und/oder dem Haken
ein Drehmoment angelegt. Die durch Messen des Systemzustands während des Anlegens
eines Drehmoments am Haken und/oder der Last erhaltenen Daten erlauben die Schätzung
des Trägheitsmoments
JL der Last, z.B. durch Verwenden eines Beobachters.
[0022] Vorteilhafterweise umfassen die durch Messen des Systemzustands erhaltenen Daten
mindestens die Änderung ϕ
H des Drehwinkels ϕ
H des Hakens und/oder die Änderung ϕ̇
I, des Drehwinkels ϕ
L der Last als Reaktion auf das an der Last und/oder dem Haken angelegten Drehmoment.
Diese Daten können dann zum Schätzen des Trägheitsmoments
JL der Last verwendet werden, z.B. durch Vergleichen der von dem dynamischen Modell
errechneten Daten mit den gemessenen Daten.
[0023] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast wird ein Wert des Trägheitsmoments
JL0, der auf der Grundlage der Masse und der Maße der Last allein geschätzt wird, als
Ausgangswert für
JL verwendet, und korrigierte Werte
JLk werden in einem iterativen Prozess ermittelt, um das Trägheitsmoment
JL zu bestimmen. Dies ergibt anhand der Daten, die schnell verfügbar sind, eine grobe
Schätzung des Ausgangswerts für
JL" während bessere Schätzungen während des Kranbetriebs anhand der weiteren Daten ermittelt
werden, die durch Messen des Systemzustands erhalten werden.
[0024] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast werden während des Kranbetriebs den Systemzustand beschreibende Daten
von dem dynamischen Modell basierend auf einem Wert
JL,k-1 des Trägheitsmoments
JL errechnet, und ein korrigierter Wert
JLk des Trägheitsmoments
JL wird anhand der errechneten Daten und der durch Messen des Systemzustands erhaltenen
Daten ermittelt, um das Trägheitsmoment
JL zu bestimmen. Dies erlaubt eine weitaus bessere Schätzung des Trägheitsmoments
JL als die Verwendung der Masse und der Maße der Last allein.
[0025] Das Trägheitsmoment
JL wird erfindungsgemäß mit Hilfe eines Beobachters bestimmt. Dieses Verfahren zur Schätzung
des Trägheitsmoments
JL nutzt durch das dynamische Modell errechnete Daten und kombiniert diese mit Daten,
die durch Messen des Systemzustands erhalten wurden, um den Parameter
JL des dynamischen Modells zu schätzen. Das Verwenden eines Beobachters zum Ermitteln
von Variablen des Systems wie zum Beispiel des Drehwinkels ϕ
H des Hakens aus der von dem Gyroskop gemessenen Winkelgeschwindigkeit ϕ̇
H war bereits bekannt. Hier wird aber ein Parameter des Modells mit Hilfe eines Beobachters
ermittelt, was zu einer adaptiven Steuerung führt.
[0026] Wenn ein Parameter des Modells von dem Beobachter geschätzt wird, wird das Problem
nichtlinear, so dass das Trägheitsmoment
JL vorteilhafterweise mit Hilfe eines nichtlinearen Beobachters bestimmt wird. Es gibt
verschiedene Möglichkeiten zum Implementieren eines nichtlinearen Beobachters, insbesondere
bei zeitvarianten Modellen, zum Beispiel einen High-Gain-Ansatz oder das erweiterte
Kalman-Filter.
[0027] Die letzte Möglichkeit bietet ein sehr stabiles System zum schnellen Schätzen von
Parametern des Systems, so dass das Trägheitsmoment
JL vorteilhafterweise mit Hilfe eines erweiterten Kalman-Filters bestimmt werden kann.
[0028] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast wird für die Schätzung eines Ausgangswerts
JL0 des Trägheitsmoments
JL der Last eine homogene Verteilung von Masse in der Last angenommen. Dies erlaubt
eine schnelle Berechnung, die nur die Masse und die Maße der Last als Eingabe benötigt.
[0029] Bei einer Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast wird Rauschen in den durch Messungen erhaltenen Daten bei der Bestimmung
des Trägheitsmoments
JL berücksichtigt. Dies führt zu mehr Präzision bei der Schätzung des Trägheitsmoments
JL, die auf den gemessenen Daten beruht und daher durch Rauschen in den Messungen beeinflusst
wird.
[0030] Vorteilhafterweise wird das Rauschen in den durch Messungen erhaltenen Daten durch
Kovarianzmatrizen modelliert. Dies erlaubt eine quantitative Beschreibung des Einflusses
des Rauschens und kann die sich aus dem Rauschen ergebenden Fehler minimieren.
[0031] Diese Kovarianzmatrizen werden vorteilhafterweise experimentell ermittelt. Durch
Testen des Steuersystems mit verschiedenen Werten für die Kovarianzmatrizen können
die besten Werte für eine schnelle und stabile Schätzung des Trägheitsmoments
JL ermittelt und für den Beobachter verwendet werden.
[0032] Die vorliegende Erfindung umfasst weiterhin ein System zum Steuern der Orientierung
einer Kranlast mit Hilfe eines der oben beschriebenen Verfahren. Ein solches Steuersystem
umfasst eine Steuereinrichtung zum Steuern des Drehwinkels ϕ
L der Last. Die Steuereinrichtung enthält eine Bahnplanungseinrichtung und eine Bahnsteuerungseinrichtung
sowie einen Beobachter zum Schätzen des Trägheitsmoments
JL.
[0033] Die vorliegende Erfindung umfasst weiterhin einen Kran, insbesondere einen Auslegerkran,
der ein System zum Steuern der Drehung einer Kranlast mit Hilfe eines der vorstehend
beschriebenen Verfahren umfasst. Ein solcher Kran umfasst einen an Seilen hängenden
Haken, eine Rotatoreinrichtung und einen Manipulator. Vorteilhafterweise umfasst der
Kran auch ein Anti-Pendel-Steuersystem, das mit dem System zum Steuern der Drehung
eines Krans zusammenwirkt. Wenn der Kran ein Auslegerkran ist, umfasst er einen Ausleger,
der um eine horizontale Achse auf und ab geschwenkt und durch einen Turm um eine vertikale
Achse gedreht werden kann. Ferner kann die Länge des Seils verändert werden.
[0034] Nun wird die vorliegende Erfindung anhand der folgenden Zeichnungen näher beschrieben.
Darin zeigen
- Fig. 1a
- eine Seitenansicht und eine Draufsicht eines Hafenmobilkrans,
- Fig. 1b
- eine Seitenansicht eines Auslegerkopfes des Hafenmobilkrans mit einem kardanischen
Element,
- Fig. 2
- den Steueraufbau des Hafenmobilkrans,
- Fig. 3
- den Aufbau der Antitorsionsschwingungssteuerung,
- Fig. 4
- eine an einem Seil hängende Rotatoreinrichtung mit Manipulator und Last,
- Fig. 5
- den Aufbau eines Simulationsumfelds,
- Fig. 6
- die Ermittlungsleistung des erweiterten Kalman-Filters abhängig von der Wahrscheinlichkeitsmatrix
P0,
- Fig. 7
- die Bestimmung von JL mit falschem Ausgangswert,
- Fig. 8
- die Bestimmung von JL mit richtigem Ausgangswert.
[0035] Auslegerkrane werden häufig zum Abwickeln von Frachtumschlagvorgängen in Häfen eingesetzt.
Ein solcher Hafenmobilkran wird in Fig. 1 a gezeigt. Der Kran weist eine Lastkapazität
von bis zu 140 t und eine Seillänge von bis zu 80 m auf. Er umfasst einen Ausleger
1, der um eine horizontale Achse auf und ab geschwenkt werden kann, die durch die
Gelenkachse 2 gebildet wird, mit der er an einem Turm 3 angebracht ist. Der Turm 3
kann um eine vertikale Achse gedreht werden, wodurch auch der Ausleger 3 mit diesem
gedreht wird. Der Turm 3 ist an einem an Rädern 7 angebrachten Unterwagen 6 befestigt.
Die Länge des Seils 8 kann durch Winden verändert werden. Die Last 10 kann von einem
Manipulator oder Spreader 20 aufgenommen werden, der durch eine Rotatoreinrichtung
15 gedreht werden kann, die in einem an dem Seil 8 hängenden Haken angebracht ist.
Die Last 10 wird entweder durch Drehen des Turms und dadurch des ganzen Krans oder
durch Verwenden der Rotatoreinrichtung 15 gedreht. In der Praxis müssen beide Drehungen
gleichzeitig genutzt werden, um die Last in einer erwünschten Position auszurichten.
[0036] Der Einfachheit halber wird hier nur die Drehung einer Last, die an einem ansonsten
unbeweglichen Kran hängt, erläutert. Das erfindungsgemäße Steuerkonzept kann aber
problemlos in ein Steuerkonzept für den gesamten Kran integriert werden.
[0037] Insbesondere für Containerumschlag wurde die aus
DE 100 64 182 und
DE 103 24 692 bereits bekannte Antipendelsteuerung um ein Steuer- und Automatisierungskonzept für
die Containerorientierung basierend auf dem dynamischen Modell des Systems erweitert,
um eine unerwünschte Schwingung der Last zu verhindern. Dieses Steuerkonzept für die
Containerorientierung wird in
DE 100 29 579 offenbart, wo das Trägheitsmoment der Kranlast basierend auf der Annahme geschätzt
wird, dass die Massenverteilung im Container homogen ist.
[0038] Da das Spreader/Rotator-System als Roboter mit flexiblem Arm mit einem langsamen
dynamischen Verhalten betrachtet werden kann, wird ein adaptives und modellbasiertes
Verfahren zur Steuerung des Manipulators eingesetzt. Um die Leistung dieses Steuerkonzepts
zu verbessern, müssen die Parameter des dynamischen Modells des Systems und insbesondere
das Trägheitsmoment der Last so genau wie möglich bekannt sein. Die vorliegende Erfindung
offenbart ein Bestimmungsverfahren zum Verbessern dieser Steuer- und Automatisierungskonzepte
eines Hafenmobilkrans, die in
DE 10064182,
DE 10324692 und
DE 10029579 sowie in
O. Sawodny, H. Aschemann, J. Kümpel, C. Tarin, K. Schneider, Anti-Sway Control for
Boom Cares, American Control Conference, Anchorage USA, Proc. Seiten 244-249, 2002;
O. Sawodny, A. Hildebrandt, K. Schneider, Control Design for the Rotation of Crane
Loads for Boom Cranes, International Conference on Robotics & Automation, Taipei Taiwan,
Proc. Seiten 2182-2187, 2003 und
J. Neupert, A. Hildebrandt, O. Sawodny, K. Schneider, A Trajectory Planning Strategy
for Large Serving Robots, SICE Annual Conference, Okayama Japan, Proc. Seiten 2180-2185,
2005, beschrieben werden.
[0039] Aufgrund der ungewöhnlich inhomogenen Verteilung der Last in dem Container ist das
anhand der Annahme, dass die Verteilung von Last homogen ist, geschätzte Trägheitsmoment
nur eine sehr grobe Annäherung an diesen Parameter, was zu einer ungenauen Steuerung
der Orientierung des Containers führt. Daher offenbart die vorliegende Erfindung ein
Verfahren zum Bestimmen des Trägheitsmoments der Last während des Kranbetriebs beruhend
auf durch Messen des Systems erhaltenen Daten. Diese Art des Schätzens des Trägheitsmoments
der Last mit Hilfe eines Beobachteransatzes führt zu einer besseren Genauigkeit des
Steuerverfahrens.
[0040] Die Daten, auf denen die Ermittlung des Trägheitsmoments der Last beruht, können
durch verschiedene Verfahren erhalten werden. Fig. 1b zeigt ein kardanisches Element
35, das an dem Auslegerkopf 30 eines Auslegers 1 durch kardanische Verbindungen 32
und 33 unter der Hauptrolle 31 angebracht ist. Das kardanische Element 35 weist Rollen
36 auf, durch die es an dem Seil 8 geführt wird, so dass es den Bewegungen des Seils
8 folgt. Die kardanischen Verbindungen 32 und 33 erlauben dem kardanischen Element
35, sich frei um eine horizontale und eine vertikale Achse zu bewegen, unterbinden
aber Drehbewegungen. Die Bewegungen des kardanischen Elements und somit die Bewegungen
des Seils können gemessen werden. In dieser Ausführung werden zwei kardanische Elemente
35 vorgesehen, die an den zwei Seilen geführt sind, an denen der Haken hängt. Diese
Daten können dann zum Berechnen der Torsion der Seile und des Winkels ϕ
H der Torsion des Hakens verwendet werden. Für diesen Zweck kann ein Gyroskop an den
kardanischen Elementen angebracht werden. Werden keine kardanischen Elemente verwendet,
kann ein Gyroskop auch direkt an dem Haken oder dem Manipulator angebracht werden,
um deren Drehwinkel zu ermitteln.
[0041] In der vorliegenden Erfindung können verschiedene Beobachterverfahren zum Bestimmen
des Trägheitsmoments der Last während des Kranbetriebs anhand von durch Messen des
Systems erhaltenen Daten verwendet werden.
[0042] Durch Anwenden der Methode der kleinsten Quadrate bei den gemessenen Eingabe-/Ausgabedaten
können Systemparameter geschätzt werden. Die Standardmethode der kleinsten Quadrate
ist aber beim Schätzen von sich zeitlich ändernden Parametern unbefriedigend. Zur
Lösung dieses Problems kann ein exponentielles Vergessen der älteren Daten verwendet
werden. Der so genannte Forgetting Faktor kann so gewählt werden, dass die resultierende
Gain-Matrix eine konstante Spur hält. Dieser Ansatz kann weiter zu dem Gain-angepassen
Verfahren des Vergessens entwickelt werden, bei dem der Forgetting-Faktor entsprechend
der Norm der Gain-Matrix ständig verändert wird.
[0043] Ein anderes Verfahren zur Bestimmung der Parameter von dynamischen Systemen ist das
erweiterte Kalman-Filter, das in der erfindungsgemäßen Ausführung verwendet wird.
Bei der Verwendung dieses Verfahrens gibt es mehrere Vorteile, auf die später eingegangen
wird.
[0044] Fig. 2 zeigt ein bekanntes adaptives Steuerkonzept zum Handhaben der Orientierung
der Last (des Containers). Dieses in (
O. Sawodny, A. Hildebrandt, K. Schneider, Control Design for the Rotation of Crane
Loads for Boom Cranes, International Conference on Robotics & Automation, Taipei Taiwan,
Proc. Seiten 2182-2187, 2003) vorgestellte und auch in
DE 10029579 offenbarte Steuerkonzept, deren Inhalt durch Erwähnung in diese Anmeldung aufgenommen
wird, besteht aus einer Bahnnachverfolgungssteuerung, einem Störbeobachter und einer
Regelung mit Zustandsrückführung, um Torsionsschwingungen zu unterbinden. Zur Steuerung
der Lastorientierung wird der Torsionswinkel aus der Winkelgeschwindigkeit rekonstruiert,
die durch ein Gyroskop im Haken gemessen wird. Der Winkel zwischen dem Haken und dem
Container wird durch einen Messwertgeber gemessen. Die Lastorientierung wird durch
Summieren beider Winkel erhalten. Aufgrund der Tatsache, dass alle Teile des Steuerkonzepts
modellbasierte Algorithmen sind, müssen sie an Parameteränderungen angepasst werden.
Die meisten Parameter können direkt gemessen werden, doch ist die Verteilung der Lastmasse
im Container und somit das Trägheitsmoment des Containers unbekannt.
[0045] Da dieser Parameter einen großen Einfluss auf das dynamische Verhalten des Torsionsoszillators
und somit auf die Leistung der Antischwingungssteuerung hat, muss er on-line bestimmt
werden.
Dynamisches Modell für den am Seil hängenden Manipulator
[0046] Zum Umschlagen der Container ist der Auslegerkran mit einem speziellen Manipulator,
dem so genannten Spreader, ausgerüstet. Der Manipulator kann durch eine einen Hydraulikantrieb
enthaltende Rotatoreinrichtung um die vertikale Achse gedreht werden. Wie in Figur
4 gezeigt wird, ist diese Einrichtung im Haken installiert.
[0047] Der Haken ist an zwei Seilen befestigt, wobei r und
Is den effektive Abstand der beiden parallelen Seile bzw. die Seillänge angeben. Das
System besteht aus drei erweiterten Körpern. Der Last (Container), gekennzeichnet
durch das Trägheitsmoment
JL, und der Masse
mL, dem Manipulator (Container-Spreader) und dem Haken.
JSp und
JH geben das Trägheitsmoment des Spreader und des Hakens an,
mSp und
mH geben jeweils die Masse der beiden Körper an. Der Drehwinkel des Spreader mit Last
wird als ϕ
L bezeichnet. Der zweite Winkel ϕ
H gibt den Torsionswinkel an.
[0049] Die Lagrange-Funktion L ist als Differenz zwischen der kinetischen Energie
T und der potentiellen Energie
U des Systems definiert.

[0050] Unter der Annahme, dass Haken, Spreader und Last (Container) zu einem erweiterten
Körper mit dem Gesamtträgheitsmoment
Jtotal = JH +
JSp +
JL zusammengefasst werden, werden die kinetische und potentielle Energie wie folgt erhalten:

[0051] cT beschreibt die linearisierte Torsionssteifheit der beiden parallelen Seile als Funktion
der Parameter
Mtotal =
mH +
mSp +
mL und
Is, (- ist die Gravitationskonstante):

[0052] Das Lösen der Gleichung (1) mit der resultierenden Lagrange-Funktion und der generalisierten
Koordinate
q = ϕ
H führt zu dem dynamischen Modell der Rotatoreinrichtung mit Last.

[0053] Die generalisierte Kraft ist das Moment des Hydraulikmotors und kann definiert werden
als

wobei ϕ̇
C die relative Winkelbeschleunigung zwischen dem Haken und dem Spreader ist

[0054] Für das Bestimmungsverfahren wird das stetige Modell (Gleichungen (5) und (6)) in
ein Raummodell diskreten Zustands mit folgender Form umgewandelt:

[0055] Die Systemmatrizen, der Zustandsvektor und der Eingabevektor werden erhalten:

wobei

und die Abtastzeit
T.
Bestimmung des unsicheren Parameters
[0056] Für den vorgegebenen Anwendungsfall muss das Trägheitsmoment des Containers während
des Kranbetriebs ermittelt werden, um das modellbasierte Steuerkonzept anzupassen.
Aufgrund dieser Tatsache muss der Bestimmungsalgorithmus für das Trägheitsmoment iterativ
sein, so dass jedes Mal, da eine exakte Messung von Eingabe-/Ausgabedaten erhalten
wird, eine neue Parameterschätzung erzeugt wird. In der Vergangenheit wurden etliche
Systembestimmungsverfahren diskutiert. Eines der Verfahren für die Online-Parameterbestimmung
ist das erweiterte Kalman-Filter.
[0058] Mit dieser Erweiterung ergibt sich ein nichtlineares diskretes Modell folgender Form:

wobei
vk eine Sequenz weißen Gaußschen Rauschens mit null Mittelwert ist, um das reale System
präziser zu beschreiben. Das Systemrauschen wird durch die folgende Kovarianzmatrix
charakterisiert

[0059] Die vektorbewerteten Funktionen
f und
g werden erhalten durch:

[0060] Wie in Abschnitt 1 erläutert kann der Drehwinkel des Haken ϕ
H nicht direkt gemessen werden. Er muss aus der Winkelgeschwindigkeit ϕ̇
Hgyro rekonstruiert werden, die durch ein Gyroskop im Haken gemessen wird. Da das Gyroskopsignal
gestört ist, muss das Messrauschen berücksichtigt werden, was zu einer Systemausgabe
führt, die modelliert werden kann als:

wobei

und
wk ein weißes Gaußsches Rauschen mit null Mittelwert mit der folgenden Kovarianzmatrix
ist

[0061] Um das Kalman-Filter an dem erhaltenen nichtlinearen System anzulegen, muss es mit
Hilfe einer linearen Taylor-Annäherung an die Schätzung des vorherigen Zustands
xk: linearisiert werden:

wobei
F die Jacobische Matrix von
f mit den folgenden Koeffizienten ist:

[0062] Durch Berechnen der Koeffizienten für
i, j =
1,...,3 wird die Jacobische Matrix erhalten als:

[0063] Mit dem linearisierten Modell und den Kovarianzmatrizen
Q und
R kann der optimale Kalman-Filter-Algorithmus in folgender Form abgeleitet werden (
T. Iwasaki, T. Kataoka, Application Of An Extended Kalman Filter To Parameter Identification
Of An Induction Motor, Industry Applications Society Annual Meeting, Bd. 1, Seiten
248-253, 1989):
- 1. Schritt: Die Vorhersage der Zustände [ϕHk ϕ̇Hk] und des Parameters JLk wird aus der Eingabe uk und den geschätzten nicht gestörten Zuständen xk berechnet.

- 2. Schritt: Die Kovarianzmatrizen des Vorhersagefehlers Mk+1 und der Schätzungsfehler Pk+1 sowie die Kalman-Gain-Matrix Kk+1 werden mit Hilfe von Folgendem berechnet (I ist die Identitätsmatrix):



- 3. Schritt: Die Schätzung des Zustandsvektors und des Trägheitsmoments des Containers werden
durch Korrigieren der vorhergesagten Werte mit der gewichteten Differenz zwischen
der gemessenen und der vorhergesagten Winkelgeschwindigkeit des Hakens erhalten.

[0064] Der beschriebene Algorithmus wird jedes Mal, wenn eine neue Messung von Eingabe-/Ausgabedaten
verfügbar ist (
k =
1,2,...), ausgeführt. Zum Initialisieren des erweiterten Kalman-Filters wird in dem Moment,
da ein Container aufgenommen wird, ein Startimpuls erzeugt. Die von dem Störbeobachter
beobachteten Zustände [ϕ
H ϕ̇
H] sind in diesem Moment die Anfangsschätzung
x̂0 für den Filteralgorithmus. Der Ausgangswert für das Trägheitsmoment des Containers
ĴL0 kann durch Annehmen, dass der Container eine gleichmäßig verteilte Masse hat, erhalten
werden. Da die Länge
Icontainer und die Masse
mL des Containers gemessen werden können und die Breite konstant ist (
bcontainer =
2,4m), kann das Trägheitsmoment wie folgt berechnet werden:

[0065] Die Ausgangskovarianzmatrix für den Schätzungsfehler
P0 wird zum Abstimmen des Bestimmungsalgorithmus verwendet (siehe Abschnitt 4).
Ergebnisse
Simulation
[0066] Um gute Elemente der Kovarianzmatrix für den Schätzungsfehler
P0 zu finden, wird der Bestimmungsalgorithmus in einem simulierten Umfeld implementiert.
Wie in Figur 5 gezeigt wird, wird das Simulationsmodell durch das Messsignal ϕ̈
c_measured aus dem realen System beendet. Ferner wird eine Sequenz weißen Rauschens zum Ausgangssignal
des Simulationsmodells addiert.
[0067] Die Parameter und die Ausgangsbedingungen der Simulation sind wie folgt:

[0068] Die in Figur 6 gezeigten Simulationsergebnisse werden durch Verwenden dieser Konfiguration
erhalten. Die drei Kurven stellten die durch Verwenden von drei verschiedenen Ausgangswerten
für die Kovarianzmatrix des Schätzungsfehlers erhaltenen Ergebnisse dar. Je höher
die Werte dieser Matrix sind, desto schneller erreicht das geschätzte Trägheitsmoment
des Containers den Bezugswert
JLmodel.
[0069] Die Ergebnisse zeigen, dass selbst bei Simulation ein oberer Grenzwert für den Ausgangswert
der Kovarianzmatrix des Schätzungsfehlers vorliegt, wenn das Simulationsmodell durch
das Messsignal ϕ̈
c_measured beendet wird. Dies bedeutet, dass der Bestimmungsalgorithmus stark auf nicht berücksichtigte
Störungen der Systemeingabe anspricht, wenn die Ausgangskovarianzmatrix
P0ij =2·10
10δ
ij;
i,j =1,2,3 (δ
ij ist das Kronecker-Delta) oder größer ist.
Experimentelle Untersuchungen
[0070] Um die Leistung des erweiterten Kalman-Filters zu beurteilen, wird der Algorithmus
in dem Steuer- und Automatisierungskonzept des Auslegerkrans, insbesondere in dem
adaptiven Antitorsionsschwingungssteuerteil, implementiert, wie in Figur 3 dargelegt
wird. Die erhaltenen experimentellen Ergebnisse werden online durch den Algorithmus
für das erweiterte Kalman-Filter während des Kranbetriebs berechnet. Die Experimente
zeigen, dass der beste Ausgangswert der Kovarianzmatrix
P0ij =7·10
2δ
ij;
i,j =1,2,3 ist. Dieser ist aufgrund von Modellunsicherheiten und nicht berücksichtigte
Störungen der Eingabe-/Ausgabesignale viel kleiner als in der Simulation. Figur 7
zeigt aber, dass sich die Schätzung des Trägheitsmoments der Last dem Bezugswert von
36.000kgm2 nähert.
[0071] Der Ausgangswert für das Trägheitsmoment
ĴL0 wurde mit
47.
000kgm2 gewählt, und die verbleibenden Parameter und Ausgangsbedingungen waren gleich der
Simulationskonfiguration. Da die Erregung der Torsionsbewegung bei 150 Sekunden angehalten
wurde, besteht zwischen dem geschätzten
JL und dem Bezugswert eine Restabweichung. Unter Berücksichtigung des langsamen dynamischen
Verhaltens des flexiblen Systems nähert sich das geschätzte Trägheitsmoment schnell
den Werten in dem Toleranzbereich um den Bezugswert. Eine Abweichung von ±5% zwischen
ĴI und dem Bezugswert des Trägheitsmoments hat keine große Wirkung auf die Leistung
der Antitorsionsschwingungssteuerung. Figur 8 zeigt das geschätzte Trägheitsmoment
der Last, wenn der Ausgangswert
ĴL0 gleich dem Bezugswert ist. In diesem Fall ist die Masse des Containers gleichmäßig
verteilt (siehe Gleichung (24)).
[0072] Das erhaltene Bestimmungsergebnis des Parameters
JL zeigt die Robustheit des Algorithmus des erweiterten Kalman-Filters, da außerhalb
des Toleranzbereichs von ±5% keine Schätzungen berechnet werden. Die kleinen Abweichungen
zwischen dem geschätzten Parameter und dem Bezugswert sind durch Modellunsicherheiten
verursacht.
Schlussfolgerung
[0073] Die vorliegende Erfindung offenbart eine Ausweitung eines Steuer- und Automatisierungskonzepts
für die Orientierung einer Kranlast. Da dieses Konzept ein adaptiver modellbasierender
Algorithmus ist, müssen die Parameter des dynamischen Modells so präzis wie möglich
bekannt sein. Die meisten Parameter können direkt gemessen werden, aber das Trägheitsmoment
der Kranlast (Container) muss aufgrund der unbekannten Verteilung der Masse während
des Kranbetriebs bestimmt werden. Das verwendete Bestimmungsverfahren, der erweiterte
Kalman-Filter-Algorithmus, wird anhand des dynamischen Modells des an dem Seil hängenden
Manipulators abgeleitet. Dieses Parameterbestimmungsverfahren wird in die Antitorsionsschwingungssteuerung
integriert und wurde an einem LIEBHERR LHM 402 Hafenmobilkran gestestet. Die erhaltenen
Messergebnisse zeigen die schnelle Annäherung und die Robustheit der Schätzung des
unbekannten Trägheitsmoments der Kranlast.
1. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast, wobei ein Manipulator zum Handhaben
der Last durch eine Rotatoreinrichtung mit einem an Seilen hängenden Haken verbunden
ist und der Drehwinkel ϕL der Last durch eine Steuereinrichtung mit Hilfe des Trägheitsmoments JL der Last als wichtigster Parameter gesteuert wird, wobei die Steuereinrichtung eine
adaptive Steuereinrichtung ist, wobei das Trägheitsmoment JL der Last während des Kranbetriebs basierend auf durch Messen des Systemzustands mindestens
einer der folgenden Größen: Drehwinkel ϕH des Hakens, Drehwinkel ϕL der Last, Änderung ϕH des Drehwinkels ϕH des Hakens und/oder Änderung ϕ̇I des Drehwinkels ϕL der Last bestimmt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Gyroskop zum Erhalten von Daten verwendet wird, durch die der Drehwinkel ϕH des Hakens und/oder der Drehwinkel ϕL der Last ermittelt werden können, wobei das Trägheitsmoment JL mit Hilfe eines Beobachters bestimmt wird.
2. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Drehwinkel ϕL der Last mit Hilfe einer adaptiven Bahnnachverfolgungssteuerung gesteuert wird.
3. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass ein dynamisches Modell des Systems zum Berechnen von den Systemzustand beschreibenden
Daten verwendet wird.
4. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Torsionsschwingungen durch eine Antitorsionsschwingungseinrichtung mit Hilfe
der durch das dynamische Modell errechneten Daten vermieden werden.
5. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Differenz ϕC zwischen dem Drehwinkel ϕL der Last und dem Drehwinkel ϕH des Hakens durch die Rotatoreinrichtung verändert werden kann.
6. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Differenz ϕC zwischen dem Drehwinkel ϕL der Last und dem Drehwinkel ϕH des Hakens durch einen mit der Rotatoreinrichtung verbundenen Messwertgeber gemessen
wird.
7. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungen eines von dem Seil geführten kardanischen Elements gemessen werden,
um Daten zu erhalten, durch welche der Drehwinkel ϕH des Hakens und/oder der Drehwinkel ϕL der Last ermittelt werden können.
8. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Änderung ϕ̇H des Drehwinkels ϕH des Hakens und/oder die Änderung ϕ̇I des Drehwinkels ϕL der Last durch ein Gyroskop gemessen werden
9. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das dynamische Modell des Systems auf den Bewegungsgleichungen eines physikalischen
Modells mindestens der Seile, des Hakens und der Last beruht.
10. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägheitsmoment JH des Hakens und JSp des Manipulators als Parameter verwendet werden.
11. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass während des Kranbetriebs ein Drehmoment an der Last und/oder dem Haken angelegt wird.
12. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die durch Messen des Systemzustands erhaltenen Daten mindestens die Änderung ϕH des Drehwinkels ϕH des Hakens und/oder die Änderung ϕ̇I des Drehwinkels ϕL der Last als Reaktion auf das an der Last und/oder dem Haken angelegten Drehmoments
umfassen.
13. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass ein nur auf der Grundlage der Masse und der Maße der Last geschätzter Wert des Trägheitsmoments
JL0 als Ausgangswert für JL verwendet wird und korrigierte Werte JLk in einem iterativen Prozess ermittelt werden, um das Trägheitsmoment JL zu bestimmen.
14. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass während des Kranbetriebs den Systemzustand beschreibende Daten von dem dynamischen
Modell basierend auf einem Wert JL,k-1 des Trägheitsmoments JL errechnet und ein korrigierter Wert JLk des Trägheitsmoments JL anhand der errechneten Daten und der durch Messen des Systemzustands erhaltenen Daten
ermittelt wird, um das Trägheitsmoment JL zu bestimmen.
15. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Trägheitsmoment JL mit Hilfe eines nichtlinearen Beobachters bestimmt wird.
16. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Trägheitsmoment JL mit Hilfe eines erweiterten Kalman-Filters bestimmt wird.
17. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine homogene Verteilung der Masse in der Last für eine Schätzung eines Ausgangswerts
JL0 des Trägheitsmoments JL der Last angenommen wird.
18. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass Rauschen in den durch Messungen erhaltenen Daten bei der Bestimmung des Trägheitsmoments
JL berücksichtigt wird.
19. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet, dass das Rauschen in den durch Messungen erhaltenen Daten durch Kovarianzmatrizen modelliert
wird.
20. Verfahren zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kovarianzmatrizen experimentell ermittelt werden.
21. System zum Steuern der Orientierung einer Kranlast nach dem Verfahren eines der vorstehenden
Ansprüche, umfassend eine Steuereinrichtung zum Steuern des Drehwinkels ϕL der Last und ein Gyroskop zum Erhalten von Daten, durch die der Drehwinkel des Hakens
ϕH und/oder der Drehwinkel ϕL der Last ermittelt wird, wobei die Steuereinrichtung eine Bahnplanungseinrichtung
und eine Bahnsteuerungseinrichtung sowie einen Beobachter zum Schätzen des Trägheitsmoments
JL enthält.
22. Kran, insbesondere ein Auslegerkran, der das System zum Steuern der Drehung einer
Kranlast nach Anspruch 21 umfasst.
1. A method for controlling the orientation of a crane load, wherein a manipulator for
manipulating the load is connected by a rotator unit to a hook suspended on ropes
and the rotational angle ϕL of the load is controlled by a control unit using the moment of inertia JL of the load as most important parameter, wherein the control unit is an adaptive
control unit, wherein the moment of inertia JL of the load is identified during operation of the crane based on at least one of
the following variables obtained by measuring the state of the system: rotational
angle ϕH of the hook, rotational angle ϕL of the load, change ϕ̇H in the rotational angle ϕH of the hook and/or change ϕ̇I in the rotational angle ϕL of the load,
characterized in that,
a gyroscope is used to obtain data by which the rotational angle ϕH of the hook and/or the rotational angle ϕL of the load can be determined, wherein the moment of inertia JL is identified using an observer.
2. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
the rotational angle ϕL of the load is controlled using an adaptive trajectory tracking control.
3. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
a dynamic model of the system is used to calculate data describing the state of the
system.
4. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 3, wherein
torsional oscillations are avoided by a anti-torsional oscillation unit using the
data calculated by the dynamical model.
5. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
the difference ϕC between the rotational angle ϕL of the load and the rotational angle ϕH of the hook can be varied by the rotator unit.
6. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
the difference ϕC between the rotational angle ϕL of the load and the rotational angle ϕH of the hook is measured by an encoder connected to the rotator unit.
7. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
the movements of a cardanic element guided by the rope are measured to obtain data
by which the rotational angle ϕH of the hook and/or the rotational angle ϕL of the load can be determined.
8. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
the change ϕ̇H in the rotational angle ϕH of the hook and/or the change ϕ̇I in the rotational angle ϕL of the load are measured by a gyroscope.
9. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 3, wherein
the dynamical model of the system is based on the equations of motion of a physical
model of at least the ropes, the hook and the load.
10. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1 or
3, wherein the moment of inertia JH of the hook and JSp of the manipulator are used as parameters.
11. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
during the operation of the crane a torque is applied to the load and/or the hook.
12. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 11,
wherein the data obtained by measuring the state of the system at least comprise the
change ϕ̇H in the rotational angle ϕH of the hook and/or the change ϕ̇I in the rotational angle ϕL of the load in reaction to the torque applied to the load and/or the hook.
13. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
a value of the moment of inertia JL0 estimated only on the basis of the mass and the dimensions of the load is used as
an initial value for JL and corrected values JLk are determined in an iterative process in order to identify the moment of inertia
JL.
14. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 3, wherein
during operation of the crane data describing the state of the system are calculated
by the dynamical model based on a value JL,K-1 of the moment of inertia JL and a corrected value JLk of the moment of inertia JL is determined based on the calculated data and the data obtained by measuring the
state of the system in order to identify the moment of inertia JL.
15. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
the moment of inertia JL is identified using a non-linear observer.
16. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
the moment of inertia JL is identified using an extended Kalman filter.
17. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
a homogeneous distribution of mass inside the load is assumed for an estimation of
an initial value JL0 of the moment of inertia JL of the load.
18. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 1, wherein
noise in the data obtained by measurements is taken into account in the identification
of the moment of inertia JL.
19. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 18,
wherein the noise in the data obtained by measurements is modelled by covariance matrices.
20. The method for controlling the orientation of a crane load according to claim 19,
wherein the covariance matrices are determined experimentally.
21. System for controlling the orientation of a crane load according to the method of
any one of the preceding claims, comprising a control unit for controlling the rotational
angle ϕL of the load and a gyroscope for receiving data by which the rotational angle ϕH of the hook and/or the rotational angle ϕL of the load are determined, wherein the control unit includes a trajectory planning
unit and a trajectory control unit as well as an observer for estimating the moment
of inertia JL.
22. A crane, especially a boom crane, comprising the system for controlling the rotation
of a crane load according to claim 21.
1. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue, dans lequel un manipulateur
destiné à manipuler la charge est relié à un crochet suspendu à des câbles par un
dispositif rotateur et l'angle de rotation ϕL de la charge est commandé comme paramètre le plus important par un dispositif de
commande à l'aide du moment d'inertie JL de la charge, le dispositif de commande étant un dispositif de commande adaptatif,
le moment d'inertie JL de la charge étant déterminé pendant le fonctionnement de la grue sur la base d'au
moins une des grandeurs suivantes obtenues par la mesure de l'état du système : angle
de rotation ϕH du crochet, angle de rotation ϕL de la charge, modification ϕ̇H de l'angle de rotation ϕH du crochet et/ou modification ϕ̇I de l'angle de rotation ϕL de la charge,
caractérisé en ce que
un gyroscope est utilisé pour obtenir des données, permettant de déterminer l'angle
de rotation ϕH du crochet et/ou l'angle de rotation ϕL de la charge, le moment d'inertie JL étant déterminé à l'aide d'un observateur.
2. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'angle de rotation ϕL de la charge est commandé à l'aide d'une commande de suivi de trajectoire adaptative.
3. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'un modèle dynamique du système est utilisé pour calculer des données décrivant l'état
du système.
4. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 3,
caractérisé en ce que les oscillations de torsion sont évitées par un dispositif anti-oscillations de torsion
à l'aide des données calculées par le modèle dynamique.
5. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la différence ϕC entre l'angle de rotation ϕL de la charge et l'angle de rotation ϕH du crochet peut être modifiée par le dispositif rotateur.
6. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la différence ϕC entre l'angle de rotation ϕL de la charge et l'angle de rotation ϕH du crochet est mesurée par un capteur de mesure relié au dispositif rotateur.
7. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce que les mouvements d'un élément à Cardan guidé par le câble sont mesurés afin d'obtenir
des données permettant de déterminer l'angle de rotation ϕH du crochet et/ou l'angle de rotation ϕL de la charge.
8. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la modification ϕ̇H de l'angle de rotation ϕH du crochet et/ou la modification ϕ̇I de l'angle de rotation ϕL de la charge sont mesurées par un gyroscope.
9. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 3,
caractérisé en ce que le modèle dynamique du système repose sur les équations de mouvement d'un modèle
physique au moins des câbles, du crochet et de la charge.
10. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1
ou 3, caractérisé en ce que les moments d'inertie JH du crochet et JSp du manipulateur sont utilisés comme paramètres.
11. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'un couple de rotation est appliqué sur la charge et/ou le crochet pendant le fonctionnement
de la grue.
12. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 11,
caractérisé en ce que les données obtenues par la mesure de l'état du système comprennent au moins la modification
ϕ̇H de l'angle de rotation ϕH du crochet et/ou la modification ϕ̇I de l'angle de rotation ϕL de la charge comme réaction au couple de rotation appliqué sur la charge et/ou le
crochet.
13. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'une valeur du moment d'inertie JL0 estimée uniquement sur la base de la masse et des dimensions de la charge est utilisée
comme valeur initiale pour JL et des valeurs corrigées JLk sont déterminées dans un processus itératif pour déterminer le moment d'inertie JL.
14. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 3,
caractérisé en ce que, pendant le fonctionnement de la grue, des données décrivant l'état du système sont
calculées par le modèle dynamique sur la base d'une valeur JL,k-1 du moment d'inertie JL et une valeur corrigée JLk du moment d'inertie JL est déterminée au moyen des données calculées et des données obtenues par la mesure
de l'état du système pour déterminer le moment d'inertie JL.
15. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce que le moment d'inertie JL est déterminé à l'aide d'un observateur non linéaire.
16. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce que le moment d'inertie JL est déterminé à l'aide d'un filtre de Kalman étendu.
17. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'une répartition homogène de la masse dans la charge est supposée pour une estimation
d'une valeur initiale JL0 du moment d'inertie JL de la charge.
18. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 1,
caractérisé en ce que du bruit dans les données obtenues par des mesures est pris en compte pour la détermination
du moment d'inertie JL.
19. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 18,
caractérisé en ce que le bruit dans les données obtenues par des mesures est modélisé par des matrices
de covariance.
20. Procédé de commande de l'orientation d'une charge de grue selon la revendication 19,
caractérisé en ce que les matrices de covariance sont déterminées de manière expérimentale.
21. Système de commande de l'orientation d'une charge de grue selon le procédé de l'une
des revendications précédentes, comprenant un dispositif de commande destiné à commander
l'angle de rotation ϕL de la charge et un gyroscope destiné à obtenir des données, permettant de déterminer
l'angle de rotation du crochet ϕH et/ou l'angle de rotation ϕL de la charge, le dispositif de commande comportant un dispositif de suivi de trajectoire
et un dispositif de commande de trajectoire ainsi qu'un observateur destiné à estimer
le moment d'inertie JL.
22. Grue, en particulier grue à flèche, qui comprend le système de commande de la rotation
d'une charge de grue selon la revendication 21.