[0001] Die Erfindung betrifft ein Maskierungssystem zur Maskierung einer Zylinderbohrung
einer Brennkraftmaschine während eines thermischen Beschichtungsvorgangs, sowie die
Verwendung eines erfindungsgemässen Markierungssystems gemäss dem Oberbegriff des
unabhängigen Anspruchs der jeweiligen Kategorie.
[0002] Das thermische Beschichten von Zylinderlaufflächen von Verbrennungsmotoren durch
verschiedene thermische Spritzverfahren ist heutzutage Stand der Technik und findet
insbesondere bei Motoren für Kraftfahrzeuge aller Art, aber nicht nur hier, breite
Anwendung. Dabei werden gewöhnlich die entsprechenden Zylinderlaufflächen durch verschiedene
Verfahren vor dem thermischen Beschichten aktiviert, z.B. durch Korundstrahlen, Hartgussstrahlen,
Hochdruckwasserstrahlen oder durch andere an sich bekannte Aktivierungsverfahren.
Am häufigsten werden dabei Substrate aus leichtmetallischen Legierungen auf Al oder
Mg Basis beschichtet.
[0003] Ein weit verbreiteter Typ von Motoren sind Motoren in V-Bauweise, also Motoren, die
zwei zueinander parallel verlaufende Zylinderreihen aufweisen, wobei die zwei Längsachsen
von zwei benachbarten Zylinderbuchsen, die jeweils zu einer der beiden Zylinderreihen
gehören, um einen bestimmten Winkel gegeneinander geneigt sind, wodurch die charakteristische
V-Form des Motorblocks eines Motors in V-Bauweise entsteht.
[0004] Bei solchen V-Motoren besteht beim thermischen Beschichten die Gefahr, dass, während
der Beschichtung einer Zylinderwand einer Zylinderbohrung einer ersten Zylinderreihe,
auf der Zylinderwand eines benachbarten Zylinders der zweiten Zylinderreihe Dämpfe,
z.B. Metalldämpfe des Beschichtungsmaterials, die beim thermischen Beschichten nie
ganz zu vermeiden sind, abgeschieden werden. Durch die Abscheidung der Metalldämpfe
an den relativ kalten Wänden auf der Zylinderwand des Zylinders der zweiten Zylinderreihe,
wird diese Zylinderwand in der zweiten Zylinderreihe durch die Metalldämpfe kontaminiert,
was unter anderem eine negative Wirkung auf die Haftung einer später auf diesen Zylinder
ebenfalls noch aufzubringenden Beschichtung hat. Zudem ist eine Kontamination durch
ungeschmolzene Partikel und Overspray zu befürchten.
[0005] Ein weiteres Problem ist die Erwärmung des Motorblocks durch den thermischen Beschichtungsvorgang.
Da der Unterschied im Wärmeausdehnungskoeffizient zwischen thermischer Spritzschicht
und Substrat relativ hoch sein kann, hat eine Temperatur des Substrats oberhalb von
120°C, worunter im wesentlichen eine Art mittlere Temperatur des Motorblocks zu verstehen
ist, eine negative Wirkung auf das Eigenspannungsniveau der Schichten und oberhalb
von 150°C besteht gar die Gefahr, dass das aus einer Leichtmetalllegierung gefertigte
Bauteil, also der Motorblock, einen Verzug des Materials erleidet und damit unbrauchbar
wird.
[0006] Diese Problematik wird besonders deutlich, wenn man die thermischen Ausdehnungskoeffizienten
typischer verwendeter Materialien betrachtet: typische Ausdehnungskoeffizienten thermischer
Spritzschichten aus Eisenbasis-Legierungen liegen z.B. bei ca. 11×10
-6/°C, während typische thermische Ausdehnungskoeffizienten von Aluminium basierten
Substraten bei ca. 23×10
-6/°C und bei Magnesium basierten Substraten typischerweise bei 27x10
-6/°C liegen können. Das heisst, typische thermische Ausdehnungskoeffizienten der Substrate,
also des Materials aus dem die Motorblöcke gefertigt sind, sind grössenordnungsmässig
mehr als doppelt so gross wie die thermischen Ausdehnungskoeffizienten der aufgespritzten
thermischen Spritzschichten.
[0007] Im Stand der Technik sind verschiedene Vorrichtungen bekannt, die insbesondere das
Problem der Kontamination von Zylinderlaufflächen mit den zuvor erwähnten Metalldämpfen
zu lösen versuchen.
[0008] So sind Vorrichtungen bekannt, bei welchen Zylinderbohrungen, die nicht beschichtet
werden, mit einer Art aufblasbarem Ballon versiegelt werden, wie z.B. in der
US 2001/0029886 A beschrieben, was jedoch zu Wärmestaus führen kann und die oben erwähnten Probleme
mit den thermischen Ausdehnungskoeffizienten noch verschärft. Es sind andere Systeme,
z.B. gemäss
EP 1 136 583 A1 in Gebrauch, bei welchen durch das Kurbelwellengehäuse Abdeckungen zum Schutz der
nicht zu beschichtenden Zylinderbohrungen eingeführt werden. Auch hier sind letztlich
die thermischen Probleme nicht vollständig gelöst und, was mindestens ebenso wichtig
ist, die Verwendung aller bekannten Systeme ist nur sehr schwer oder gar nicht zu
automatisieren, insbesondere im Fall von Motoren der V-Bauweise, so dass der Beschichtungsprozess
letztlich sehr teuer wird, weil viel Handarbeit bei der Beschichtung einer grossen
Zahl von Motorblöcken notwendig ist.
[0009] Die
EP 1 685 910 A1 offenbart eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Beschichtung auf einen Motorblock,
mit welcher während der Beschichtung einer ersten Zylinderbank zum Schutz einer zweiten
Zylinderbank eine Düse zum Absaugen von Gas aus der zweiten Zylinderbank vorgesehen
ist. Allerdings ist auch hier vor allem die Kühlung des Zylinderblocks nicht ausreichend
gewährleistet.
[0010] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung zur Verfügung zu stellen,
mit welcher die aus dem Stand der Technik bekannten Probleme, insbesondere die thermischen
Probleme und die Probleme mit der Kontamination durch Metalldämpfe, beim thermischen
Beschichten von Zylinderbohrungen von Brennkraftmaschinen vermieden werden, wobei
gleichzeitig einfach und kostengünstig ein hoher Automatisierungsgrad erreichbar ist.
[0011] Die diese Aufgaben lösenden Gegenstände der Erfindung sind durch die Merkmale des
unabhängigen Anspruchs der jeweiligen Kategorie gekennzeichnet.
[0012] Die jeweiligen abhängigen Ansprüche beziehen sich auf besonders vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0013] Die Erfindung betrifft somit ein Maskierungssystem zur Maskierung einer Zylinderbohrung
einer Brennkraftmaschine während eines thermischen Beschichtungsvorgangs, umfassend
einen Maskierungskörper, der während des thermischen Beschichtungsvorgangs eines ersten
Zylinders der Brennkraftmaschine zur Abdeckung einer Zylinderwand eines zweiten Zylinders
in der Zylinderbohrung des zweiten Zylinders platzierbar ist. Dabei ist der Maskierungskörper
derart ausgestaltet, dass zur Erzeugung einer Strömung eines Fluids zwischen dem Maskierungskörper
und der Zylinderwand des zweiten Zylinders ein Strömungsspalt von vorgebbarer Breite
einstellbar ist.
[0014] Wesentlich für die Erfindung ist, dass das erfindungsgemässe Maskierungssystem einen
Maskierungskörper umfasst, der einerseits eine nicht zu beschichtende Zylinderwand
einer Zylinderbohrung während des Beschichtens einer anderen Zylinderwand im wesentlichen
vollständig abdeckt und diese damit vor dem direkten Aufbringen von Metalldämpfen,
die aus einem Beschichtungsstrahl stammen, mit dem der andere Zylinder beschichtet
wird, schützt. Also verhindert, dass die nicht zu beschichtende Zylinderwand mittelbar
oder unmittelbar dem Beschichtungsstrahl ausgesetzt wird.
[0015] Anderseits ist der Maskierungskörper derart ausgestaltet, dass zwischen dem Maskierungskörper
und der aktuell nicht zu beschichtenden Zylinderwand ein Strömungsspalt frei bleibt,
so dass darin eine Luftströmung erzeugbar ist, die einerseits eine Kühlung des Motorblocks
in der abgedeckten Zylinderbohrung bewirkt und anderseits verhindert, dass indirekt
Metallstäube, die sich im Inneren des Motorblocks verteilen, sich auf der aktuell
nicht zu beschichtenden Zylinderwand niederschlagen.
[0016] Betrachtet man ein spezielles Ausführungsbeispiel der Erfindung, so wird z.B. auf
einem gegenüberliegenden Zylinder während der Beschichtung ein geschlossenes Rohr
mit einem kontrollierten Strömungsspalt zwischen Rohr und Zylinderlauffläche eingeführt.
Durch entsprechende Öffnungen und einer angemessenen Absaugung wird eine Strömung
von Luft bzw. anderer Fluide erreicht, die die Zylinderlauffläche kühlt und gleichzeitig
die Abscheidung von Metalldämpfen auf dieser Zylinderlauffläche verhindert, da die
Strömungen bzw. Turbulenzen der Metalldämpfe wirksam zurückgedrängt werden können.
[0017] Bei der Beschichtung von Zylinderkurbelgehäusen in V-Bauweise wird jeweils bevorzugt
eine Zylinderreihe beschichtet. Die ihr gegenüberliegende Zylinderreihe wird dabei
durch ein erfindungsgemässes Maskierungssystem derart geschützt, dass z.B. ein Plasmastrahl
einer rotierenden Plasmaspritzvorrichtung, die in axialer Richtung beim Beschichten
durch die Zylinderbohrung geführt wird, welcher Plasmastrahl in einem unteren Umkehrpunkt
im Bereich des Kurbelwellengehäuses des Motorblocks bis in die gegenüberliegende Bohrung
reichen kann, die Zylinderwände der nicht zu beschichtenden Zylinderreihe nicht erreicht.
Das heisst es kommt nicht zu dem gefürchteten "Overspraying", also der Kontamination
einer nicht zu beschichtenden Zylinderwand durch Übersprühen aus einer Zylinderbohrung,
die aktuell beschichtet wird. Dadurch wird verhindert, dass es zu Schichtablösungen
kommt, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt sind, was auftritt, wenn eine zuvor
mit Metalldämpfen kontaminierte Zylinderwand später beschichtet wird.
[0018] Ausserdem wird, wie bereits erwähnt, eine während des Beschichtungsvorgangs zwangsläufig
stattfindende Erwärmung des Zylinderblocks durch den Wärmeübergang von geschmolzenem
Pulver zum Substrat deutlich reduziert. Eine Überhitzung ist insbesondere bei dünnwandigen
Bauteilen unbedingt zu vermeiden, weil dies zur Überhitzung des Zylinderblocks führen
kann, was ebenfalls schädliche Schichtablösungen zur Folge haben kann. Auch diese
schädlichen Wirkungen werden durch den Einsatz eines erfindungsgemässen Maskierungssystems
vermieden, weil durch die Regulierung der Strömung des Fluids durch den Strömungsspalt
das Maskierungssystem der vorliegenden Erfindung ein intelligentes Temperaturmanagement
während des Beschichtungsprozesses gewährleistet.
[0019] In einem speziellen Ausführungsbeispiel ist der Maskierungskörper ein hohler Maskierungskörper
oder ein massiver Maskierungskörper, bevorzugt ein hohler Maskierungszylinder oder
ein massiver Maskierungszylinder.
[0020] Dabei ist der Maskierungskörper bevorzugt so ausgestaltet, dass der Strömungsspalt
eine Breite von 0.1 mm bis 10 mm, bevorzugt eine Breite zwischen 0.2 mm und 5 mm,
im speziellen eine Breite zwischen 0.4 mm und 3 mm hat. Dadurch ist gleichzeitig gewährleistet,
dass der Strömungsspalt schmal genug ist, so dass eine direkte Kontamination der Zylinderwand
des durch den Maskierungskörper geschützten Zylinders verhinderbar ist und gleichzeitig
eine ausreichend starke Strömung im Strömungsspalt aufrecht erhalten werden kann,
so dass eine ausreichende Kühlung erreichbar ist.
[0021] In einem speziellen Ausführungsbeispiel umfasst ein erfindungsgemässes Maskierungssystem
mindestens zwei Maskierungskörper, so dass mindestens zwei Zylinder, bevorzugt zwei
benachbarte Zylinder gleichzeitig maskierbar sind, wobei in einem für die Praxis besonders
wichtigen Ausführungsbeispiel das Maskierungssystem eine vorgebbare Anzahl von Maskierungskörpern
umfasst und derart ausgestaltet ist, dass eine komplette Zylinderreihe einer Brennkraftmaschine
in V-Bauweise gleichzeitig maskierbar ist.
[0022] Bevorzugt umfasst der Maskierungskörper eine Maskierungsabdeckung und die Maskierungsabdeckung
umfasst insbesondere einen mit dem Strömungsspalt verbindbaren Kanal, insbesondere
einen Auslasskanal und / oder einen Einlasskanal zur Förderung des Fluids. Der Kanal
kann dabei Öffnungen haben, von denen eine oder mehrere in der Maskierungsabdeckung
vorgesehen sein können, über die das Fluid, z.B. Luft oder ein anderes Gas, beispielsweise
durch eine Absaugvorrichtung, die am Kurbelgehäuse vorgesehen sein kann, absaugbar
ist, so dass dadurch die Strömung im Strömungsspalt zwischen Maskierungskörper und
Zylinderwand herstellbar ist.
[0023] Es versteht sich, dass in einem anderen Ausführungsbeispiel auch Luft oder ein anderes
Gas über die Öffnungen, von denen zum Beispiel mehrere in der Maskierungsabdeckung
vorgesehen sein können und z.B. kreisförmig in der Nähe eines Rands der Maskierungsabdeckung
angeordnet sein können, unter einem vorgebbaren Druck in den Strömungsspalt einbringbar
ist oder über die Öffnungen absaugbar ist, wobei die Strömungsrichtung des Fluids,
je nach dem ob das Fluid unter Druck in die Öffnungen eingeblasen oder aus diesen
abgesaugt wird, entweder in das Kurbelgehäuse hinein oder aus diesem heraus gerichtet
ist. Der Fachmann versteht, dass je nach Anforderung die Form der Öffnungen verschieden
sein kann, z.B. kreisförmige Öffnungen, schlitzförmige Öffnungen oder Öffnungen von
anderer geeigneter Form vorgesehen sein können.
[0024] Als Fluid ist insbesondere ein Gas oder ein Gasgemisch, im speziellen Luft und /
oder Stickstoff und / oder ein Edelgas, insbesondere Argon und / oder Helium zur Erzeugung
der Strömung im Strömungsspalt besonders gut geeignet.
[0025] Wie bereits erwähnt, kann am Kurbelwellenraum des zu beschichtenden Motorgehäuses
ein Absaugmittel vorgesehen sein, so dass die Strömung des Fluids durch den Strömungsspalt
durch den Kurbelwellenraum der Brennkraftmaschine absaugbar ist.
[0026] Oder es kann auch, wie ebenfalls für ein spezielles Beispiel zuvor bereits erläutert,
ein Einspeisemittel zur Einspeisung des Fluids in den Strömungsspalt vorgesehen sein,
so dass die Strömung des Fluids durch den Strömungsspalt unter einem vorgebbaren Einspeisedruck
erzeugbar ist.
[0027] Eine Strömungsgeschwindigkeit des Fluids im Strömungsspalt ist bevorzugt grösser
als 1 m/s, insbesondere grösser als 10 m/s, und liegt im Speziellen zwischen 1 m/s
und 150 m/s, bevorzugt zwischen 10 m/s und 80 m/s. Dadurch wird einerseits eine ausreichende
Kühlung des Motorblocks erreicht und andererseits eine genügend Starke Strömung im
Strömungsspalt erzeugt, so dass sich kein Metalldampf auf einer nicht zu beschichtenden
Zylinderlauffläche, die durch ein erfindungsgemässes Maskierungssystem geschützt ist,
absetzten kann.
[0028] Insbesondere um den Beschichtungsvorgang von Zylinderlaufflächen von Motorblöcken
für die industrielle Massenproduktion vorteilhaft zu automatisieren, kann zur Positionierung
des Maskierungskörpers ein Manipulator, insbesondere ein programmgesteuertes Robotersystem
vorgesehen sein, so dass der Maskierungskörper automatisch nach einem vorgebbaren
Programmanlaufschema in der Zylinderbohrung platzierbar ist.
[0029] Vorteilhaft kann darüber hinaus eine Versorgungseinheit zur Bereitstellung des Fluids
vorgesehen sein, die bevorzugt programmgesteuert steuer- und / oder regelbar ist,
so dass z.B. die Durchflussmenge und / oder der Druck und / oder die Durchflussgeschwindigkeit
des Fluidstromes im Strömungsspalt steuer- und / oder regelbar ist und z.B. in Abhängigkeit
von der Zeit, der Art des zu beschichtenden Motorblocks oder in Abhängigkeit von bestimmten
Beschichtungsparametern, wie Temperatur, Art der verwendeten Beschichtungsvorrichtung,
Art des Beschichtungsmaterials, Art des Beschichtungsverfahrens usw. steuer- und /
oder regelbar ist.
[0030] Die Erfindung betrifft weiter die Verwendung eines erfindungsgemässen Maskierungssystems,
wie in dieser Anmeldung ausführlich beschrieben, wobei der thermische Beschichtungsvorgang
ein Plasmaspritzverfahren, bevorzugt ein Plasma APS Verfahren, ein Flammspritzverfahren,
insbesondere ein Hochgeschwindigkeits Flammspritzverfahren und / oder ein anderes
thermisches Spritzverfahren wie zum Beispiel ein Lichtbogen Drahtspritzverfahren umfasst.
[0031] Dabei wird ein erfindungsgemässes Maskierungssystem insbesondere als Schutz gegen
Kontamination einer Zylinderbohrung und / oder zur Kühlung während des thermischen
Beschichtungsvorgangs verwendet.
[0032] Es versteht sich, dass sich die Verwendung dabei sowohl auf die Verhinderung von
Overspray eine bereits beschichtete Zylinderbohrung eines ersten Zylinders, aber selbstverständlich
auch auf die Verhinderung von Overspray einer noch unbeschichteten Zylinderbohrung
beziehen kann.
[0033] Im Folgenden wird die Erfindung an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
in schematischer Darstellung:
Fig. 1 einen Schnitt durch einen Zylinderblock eines Motors in V-Bauweise mit einem
erfindungsgemässen Maskierungssystem;
Fig. 2 einen acht Zylinder V-Motor mit einem Roboter unterstützten Maskierungssystem.
[0034] Fig. 1 zeigt in einer Darstellung im Schnitt eine einfache Ausführungsvariante eines
erfindungsgemässen Maskierungssystems während des Beschichtens einer Zylinderbohrung
eines Motors in V-Bauweise, an welcher die Funktionsweise eines erfindungsgemässen
Maskierungssystems, das im folgenden gesamthaft mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet
ist, schematisch erläutert wird.
[0035] In Fig. 1 ist ein Schnitt durch einen Motorblock eines Motors in V-Bauweise dargestellt,
dessen zwei Zylinderreihen in an sich bekannter Weise parallel zueinander, unter einem
Neigungswinkel α angeordnet sind.
[0036] Ein erster Zylinder 5, der darstellungsgemäss rechte Zylinder, wird gerade mit einer
an sich bekannten rotierenden Plasmaspritzpistole 1000 beschichtet. Die Plasmaspritzpistole
rotiert während des Beschichtungsvorgans im Zylinder 5 um eine Längsachse, wie der
Pfeil 1002 andeutet und wird unter Rotation in axialer Richtung durch die Zylinderbohrung
während des Beschichtungsvorgangs geführt. An einem unteren Ende der Plasmaspritzpistole
1000 tritt aus einer Spritzöffnung 1001 ein Plasmastrahl 1003 mit Beschichtungsmaterial
1004 aus, mit welchem Beschichtungsmaterial 1004 die Zylinderwand des Zylinders 5
beschichtet wird.
[0037] Wie Fig. 1 zeigt, befindet sich die Plasmaspritzpistole 1000 gerade in der Nähe ihres
unteren Umkehrpunktes, dass heisst der Plasmastrahl 1003 mit Beschichtungsmaterial
1004 trifft nicht nur auf die zu beschichtende Zylinderwand des Zylinders 5, sondern
reicht in das Kurbelgehäuse des V-Motors 3 und sogar bis in den nicht zu beschichtenden
zweiten Zylinders 7 hinein.
[0038] Das heisst, ohne die Verwendung eines erfindungsgemässen Maskierungssystems 1 würde
die Zylinderwand 6 des zweiten Zylinders 7 mit Beschichtungsmaterial 1004 kontaminiert
und darüber hinaus durch den Plasmastrahl 1003 über Gebühr erwärmt.
[0039] Um dies zu verhindern, ist in der Zylinderbohrung 2 des zweiten Zylinders 7 ein Maskierungskörper
4 gemäss der vorliegenden Erfindung vorgesehen, der im vorliegenden Beispiel der Fig.
1 als Hohlzylinder 4 ausgestaltet ist und zusätzlich eine Maskierungsabdeckung 41
umfasst. Die Maskierungsabdeckung 41, die einen Deckel auf dem zweiten Zylinder 7
bzw. auf dem Markierungskörper 4 bildet, umfasst einen mit dem Strömungsspalt 10,
der zwischen dem Maskierungszylinder 4 und der Zylinderwand 6 ausgebildet ist, verbundenen
Kanal 42 mit Öffnungen 421, der im Beispiel der Fig. 1 als Einlasskanal 42 zur Förderung
des Fluids 9 in den Strömungsspalt 10 ausgebildet ist.
[0040] Die Strömung 8 des Fluids 9 im Strömungsspalt 10 wird dabei durch ein in Fig. 1 nicht
explizit dargestelltes Absaugmittel erzeugt, das in einer dem Fachmann an sich bekannten
Weise im Kurbelgehäuse einen vorgebbaren Unterdruck erzeugt, so dass durch die Öffnungen
421 in der Maskierungsabdeckung 41 Luft angesaugt wird, die dann durch den mit der
Öffnung 421 verbundenen Strömungsspalt 10 strömt, so dass der Zylinder 7 und damit
der komplette Motorblock der Brennkraftmaschine 3 einerseits gekühlt wird und andererseits
eine Abscheidung von Metalldämpfen auf der Zylinderwand 6 des zweiten Zylinders 7
verhindert wird.
[0041] In Fig 2 ist schematisch ein acht Zylinder V-Motor mit einem Roboter unterstützten
Maskierungssystem dargestellt.
[0042] Fig. 2 zeigt einen acht Zylinder V-Motor 3 mit einer darstellungsgemäss unteren Zylinderreihe,
in der gerade der Zylinder 5 mittels einer Plasmaspritzpistole 1000 durch einen Plasmastrahl
mit Beschichtungsmaterial 1004 beschichtet wird.
[0043] Die darstellungsgemäss obere Zylinderreihe 11 der Brennkraftmaschine 3 ist dabei
gleichzeitig komplett durch ein erfindungsgemässes Maskierungssystem 1 maskiert und
damit vor dem gefährlichen Overspray aus dem Beschichtungsstrahl 1003, mit dem gerade
der Zylinder 5 der unteren Reihe beschichtet wird, geschützt und wird gleichzeitig
durch das Fluid 9 gekühlt.
[0044] Das für die Praxis besonders wichtige spezielle Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen
Maskierungssystems 1 der Fig. 2 umfasst vier Maskierungszylinder 4 mit jeweils einer
Maskierungsabdeckung 41, welche Maskierungszylinder 4 in den Zylinderbohrungen 2 der
zweiten Zylinder 7 platziert sind.
[0045] Wenn mehr als ein Maskierungszylinder 4 in ein und demselben Maskierungssystem gleichzeitig
vorgesehen ist, ist es selbst verständlich, dass zum Beispiel einer oder mehrere der
Maskierungszylinder hohl ist, und einer oder mehrer der anderen Maskierungszylinder
massiv sind.
[0046] Die vier Maskierungszylinder 4 sind über die 4 Maskierungsabdeckungen 41 an einem
Trägerarm 141 eines Robotersystems 14 gehaltert, so dass durch das Robotersystem 14
alle zweiten Zylinderbohrungen 7 gleichzeitig maskiert bzw. demaskiert werden können,
indem durch einen in Fig. 2 nicht explizit dargestellten Antrieb der Trägerarm 141
so bewegt wird, dass die Maskierungszylinder in die zweiten Zylinder 7 versenkt bzw.
herausgezogen werden können.
[0047] Im bzw. am Trägerarm 141 ist ein Einspeisemittel 13 in Form einer Zuleitung 13 vorgesehen,
durch die das Fluid 9 über die Maskierungsabdeckungen 41 den Strömungsspalten zuführbar
ist.
[0048] Wenn nach dem Beschichten der darstellunggemäss unteren Zylinderreihe anschliessend
die obere Zylinderreihe beschichtet werden soll, können alle Maskierungszylinder 4
gleichzeitig mittels des Robotersystems 14 aus der oberen Zylinderreihe herausgezogen
werden und anschliessend in der unteren Zylinderreihe zum Schutz der Zylinderwände
der unteren Zylinderreihe platziert werden. Dabei kann der Motorblock des Motors 3
z.B. auf einer Bandstrasse angeordnet sein, so dass automatisch nacheinander die Zylinderbohrungen
von mehreren Motorblöcken beschichtet werden können. Es dabei möglich, dass auch die
Motorblöcke zusätzlich auf einem Manipulator bzw. an einem bewegbaren Roboter montiert
sind, so dass z.B. zum Platzieren des erfindunsggemässen Maskierungssystems 1 der
Motor 3 geschwenkt, gedreht oder in anderer geeigneter Weise ausgerichtet werden kann.
1. Maskierungssystem zur Maskierung einer Zylinderbohrung (2) einer Brennkraftmaschine
(3) während eines thermischen Beschichtungsvorgangs, umfassend einen Maskierungskörper
(4), der während des thermischen Beschichtungsvorgangs eines ersten Zylinders (5)
der Brennkraftmaschine (3) zur Abdeckung einer Zylinderwand (6) eines zweiten Zylinders
(7) in der Zylinderbohrung (2) des zweiten Zylinders (7) platzierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Maskierungskörper (4) derart ausgestaltet ist, dass zur Erzeugung einer Strömung
(8) eines Fluids (9) zwischen dem Maskierungskörper (4) und der Zylinderwand (6) des
zweiten Zylinders (7) ein Strömungsspalt (10) von vorgebbarer Breite einstellbar ist.
2. Maskierungssystem nach Anspruch 1, wobei der Strömungsspalt (10) eine Breite von 0.1
mm bis 10 mm hat.
3. Maskierungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Maskierungssystem
mindestens zwei Maskierungskörper (4) umfasst, so dass mindestens zwei Zylinder (7)
gleichzeitig maskierbar sind.
4. Maskierungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Maskierungssystem
eine vorgebbare Anzahl von Maskierungskörpern (4) umfasst und derart ausgestaltet
ist, dass eine komplette Zylinderreihe (11) einer Brennkraftmaschine (3) in V-Bauweise
gleichzeitig maskierbar ist.
5. Maskierungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Maskierungskörper
(4) eine Maskierungsabdeckung (41) umfasst.
6. Maskierungssystem nach Anspruch 5, wobei die Maskierungsabdeckung (41) einen mit dem
Strömungsspalt (10) verbundenen Kanal (42) zur Förderung des Fluids (9) umfasst.
7. Maskierungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Fluid (9) ein
Gas oder ein Gasgemisch ist.
8. Maskierungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei ein Absaugmittel vorgesehen
ist, so dass die Strömung des Fluids (9) durch den Strömungsspalt (10) durch einen
Kurbelwellenraum (12) der Brennkraftmaschine (3) absaugbar ist.
9. Maskierungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei ein Einspeisemittel
(13) zur Einspeisung des Fluids (9) in den Strömungsspalt (10) vorgesehen ist, so
dass die Strömung (8) des Fluids (9) durch den Strömungsspalt (10) unter einem vorgebbaren
Einspeisedruck erzeugbar ist.
10. Maskierungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine Strömungsgeschwindigkeit
des Fluids (9) im Strömungsspalt (10) grösser als 1 m/s ist.
11. Maskierungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei ein Manipulator (14)
vorgesehen ist, so dass der Maskierungskörper automatisch nach einem vorgebbaren Programmanlaufschema
in der Zylinderbohrung (2) platzierbar ist.
12. Maskierungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine programmgesteuerte
Versorgungseinheit zur Bereitstellung des Fluids (9) vorgesehen ist.
13. Verwendung eines Maskierungssystems (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der
thermische Beschichtungsvorgang ein Plasmaspritzverfahren, ein Plasma APS Verfahren,
ein Flammspritzverfahren, ein Hochgeschwindigkeits Flammspritzverfahren oder ein anderes
thermisches Spritzverfahren, wie zum Beispiel ein Lichtbogen Drahtspritzverfahren
umfasst.
14. Verwendung nach Anspruch 13, wobei das Maskierungssystem (1) als Schutz gegen Kontamination
einer Zylinderbohrung (2) oder zur Kühlung während des thermischen Beschichtungsvorgangs
verwendet wird.
1. A masking system for masking a cylinder bore (2) of a combustion engine (3) during
a thermal coating procedure, including a masking body (4) which can be placed during
the thermal coating process of a first cylinder (5) of the combustion engine (3) in
the cylinder bore (2) of a second cylinder (7) to cover a cylinder wall (6) of the
second cylinder (7), characterised in that the masking body (4) is designed in such a way that a flow gap (10) of predeterminable
breadth can be set between the masking body (4) and the cylinder wall (6) of the second
cylinder (7) for the generation of a flow (8) of a fluid (9).
2. A masking system in accordance with claim 1, wherein the flow gap (10) has a width
of 0.1 mm to 10 mm.
3. A masking system in accordance with one of the previous claims, wherein the masking
system includes at least two masking bodies (4) so that at least two cylinders (7)
can be masked simultaneously.
4. A masking system in accordance with one of the previous claims, wherein the masking
system includes a predeterminable number of masking bodies (4) and is designed in
such a way that a complete row of cylinders (11) of a V-type combustion engine (3)
can be masked simultaneously.
5. A masking system in accordance with any one of the previous claims, wherein the masking
body (4) includes a masking cover (41).
6. A masking system in accordance with any one of the previous claims, wherein the masking
cover (41) includes a passage (42) connected to the flow gap (10 for conveying the
fluid (9).
7. A masking system in accordance with any one of the previous claims, wherein the fluid
(9) is a gas or a gas mixture.
8. A masking system in accordance with any one of the previous claims wherein a suction
means is provided so that the flow of the fluid (9) can be sucked away through the
flow gap (10) through a crank space (12) of the combustion engine (3).
9. A masking system in accordance with any one of the previous claims, wherein a feed
means (13) is provided for feeding the fluid (9) into the flow gap (10) so that the
flow (8) of the fluid (9) through the flow gap (10) can be produced at a predeterminable
feed pressure.
10. A masking system in accordance with any one of the previous claims, wherein a flow
speed of the fluid (9) in the flow gap (10) is higher than lm/s.
11. A masking system in accordance with any one of the previous claims, wherein a manipulator
(14) is provided so that the masking body can be placed automatically in the cylinder
bore (2) in accordance with a predetermined programme starting scheme.
12. A masking system in accordance with any one of the previous claims, wherein a programme
controlled supply unit is provided for the provision of the fluid (9).
13. Use of a masking system (1) in accordance with any one of the claims 1 to 12, wherein
the thermal coating procedure includes a plasma spraying method, a plasma APS method,
a flame spraying method, a high speed flame spraying method or another thermal spraying
method such as an arc wire spraying method for example.
14. Use in accordance with claim 13, wherein the masking system (1) is used as protection
against contamination of a cylinder bore (2) and/or for cooling during the thermal
coating procedure.
1. Système de masquage destiné au masquage d'un alésage de cylindre (2) d'un moteur à
combustion interne (3) durant une opération de revêtement thermique, comprenant un
corps de masquage (4) qui, pendant l'opération de revêtement thermique d'un premier
cylindre (5) du moteur à combustion interne (3) pour couvrir une paroi de cylindre
(6) d'un deuxième cylindre (7) peut être placé dans l'alésage de cylindre (2) du deuxième
cylindre (7), caractérisé en ce que le corps de masquage (4) est conçu de telle sorte que pour produire un écoulement
(8) d'un fluide (9) entre le corps de masquage (4) et la paroi de cylindre (6) du
deuxième cylindre (7), une fente d'écoulement (10) d'une largeur prédéfinissable est
réglable.
2. Système de masquage selon la revendication 1, dans lequel la fente d'écoulement (10)
a une largeur de 0,1mm à 10 mm.
3. Système de masquage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le système
de masquage comprend au moins deux corps de masquage (4) de sorte qu'au moins deux
cylindres (7) peuvent être masqués simultanément.
4. Système de masquage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le système
de masquage comprend un nombre prédéfinissable de corps de masquage (4) et est conçu
de façon qu'une rangée de cylindres complète (11) d'un moteur à combustion interne
(3) en mode de construction-V peut être masqué simultanément.
5. Système de masquage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le corps
de masquage (4) comprend un recouvrement de masquage (41).
6. Système de masquage selon la revendication 5, dans lequel le recouvrement de masquage
(41) comprend un canal (42) relié à la fente d'écoulement (10) pour le convoyage du
fluide (9).
7. Système de masquage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le fluide
(9) est un gaz ou un mélange de gaz.
8. Système de masquage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel un moyen
d'aspiration est prévu de sorte que l'écoulement du fluide (9) à travers la fente
d'écoulement (10) peut être aspiré par une enceinte de vilebrequin (12) du moteur
à combustion interne.
9. Système de masquage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel est prévu
un moyen d'alimentation (13) pour introduire le fluide (9) dans la fente d'écoulement
(10) de sorte que l'écoulement (8) du fluide (9) à travers la fente d'écoulement (10)
peut être produit sous une pression d'alimentation prédéfinissable.
10. Système de masquage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel une vitesse
d'écoulement du fluide (9) dans la fente d'écoulement (10) est supérieure à 1 m/s.
11. Système de masquage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel un manipulateur
(14) est prévu de sorte que le corps de masquage peut être placé automatiquement selon
un schéma de déroulement de programme prédéfinissable dans l'alésage de cylindre (2).
12. Système de masquage selon l'une des revendications précédentes, dans lequel est prévue
une unité d'alimentation commandée par programme pour la mise à disposition du fluide
(9).
13. Utilisation d'un système de masquage (1) selon l'une des revendications 1 à 12, dans
lequel l'opération de revêtement thermique comprend un procédé de projection de plasma,
un procédé APS de plasma, un procédé de projection aux flammes, un procédé de projection
aux flammes haute vitesse ou un autre procédé de projection thermique, comme par exemple
un procédé de projection à l'arc.
14. Utilisation selon la revendication 13, où le système de masquage (1) est utilisé comme
protection contre la contamination d'un alésage de cylindre (2) ou pour le refroidissement
pendant l'opération de revêtement thermique.