| (19) |
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(11) |
EP 1 891 265 B9 |
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KORRIGIERTE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis: Bibliographie entspricht dem neuesten Stand |
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Korrekturinformation: |
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Korrigierte Fassung Nr. 1 (W1 B1) |
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Korrekturen, siehe Beschreibung |
| (48) |
Corrigendum ausgegeben am: |
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15.06.2011 Patentblatt 2011/24 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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27.05.2009 Patentblatt 2009/22 |
| (22) |
Anmeldetag: 09.06.2006 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2006/063049 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2006/134075 (21.12.2006 Gazette 2006/51) |
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| (54) |
VERFAHREN ZUR BEHANDLUNG EINES PROZESSGUTES MIT GROSSFLÄCHIGEM PLASMA
METHOD FOR TREATING A PROCESS MATERIAL WITH LARGE SURFACE PLASMA
PROCEDE POUR TRAITER UN PRODUIT AU MOYEN D'UN PLASMA A GRANDE SURFACE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
16.06.2005 DE 102005028046 14.10.2005 DE 102005049274
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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27.02.2008 Patentblatt 2008/09 |
| (73) |
Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
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80333 München (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- HARTMANN, Werner
91085 Weisendorf (DE)
- FIGALIST, Helmut
91080 Spardorf (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A-2004/101891 FR-A- 2 711 680
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DE-A1- 19 836 669 US-A- 3 806 404
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN Bd. 1999, Nr. 14, 22. Dezember 1999 (1999-12-22) & JP 11
247098 A (TOPPAN PRINTING CO LTD), 14. September 1999 (1999-09-14)
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung eines Prozessgutes, wobei das
Prozessgut mit, vorzugsweise nichtthermischem, großflächigem Plasma, vorzugsweise
bei mindestens Atmosphärendruck, in Kontakt gebracht, das Plasma in unmittelbarer
Nähe zu dem Prozessgut erzeugt oder in dem Prozessgut oder in unmittelbarer Umgebung
eine Gasentladung, insbesondere eine Koronaentladung, vorzugsweise bei mindestens
Atmosphärendruck, erzeugt wird.
[0002] Die Behandlung von Prozessgütern zieht meist auf eine Veränderung einer molekularen
Struktur des Prozessgutes, insbesondere seiner Oberfläche, ab. Beispielsweise müssen
in der Papierindustrie oder in der Textilindustrie Prozessgüter, z.B. ganze Papierbahnen
oder ganze Textilbahnen, durch Applizieren mit bestimmten Substanzen behandelt werden.
Am Beispiel von Papier werden dadurch folgende Effekte erzielt:
- Beseitigung von, "farbigen" Molekülgruppen, dadurch wird eine Aufhellung des Papiers
zumindest im Oberflächenbereich erzielt,
- Erhöhung der Absorptionsfähigkeit für eine Druckfarbe,
- Erhöhung der Festigkeit des Papiers.
[0003] Bei Textilien und Kunststoffen wird die Behandlung von Oberflächen bereits mit nichtthermischen,
"kalten" Plasmen technisch durchgeführt, um durch eine Oberflächenfunktionalisierung
die Färbbarkeit und/oder die Bedruckbarkeit zu verbessern oder auch bestimmte andere
Eigenschaften wie beispielsweise Flammschutz, Wasserabweisung oder Wasseranziehung
gezielt zu steuern.
[0004] Aus
DE 198 36 669 A1 ist ein Verfahren zur Oberflächen-Vorbehandlung von Papier oder Karton mit Plasma
bekannt.
[0006] Behandlungsverfahren, wie sie beispielsweise in der Papierindustrie zur Beherrschung
der heute sehr hohen Prozessgeschwindigkeiten nötig sind, sind bisher nicht bekannt.
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung ein Behandlungsergebnis, welches durch die Behandlung
eines Prozessgutes mit Plasma erzielt wird, zu verbessern und/oder die Effektivität
der Plasmaerzeugung zu steigern.
[0008] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass zur Erzeugung des Plasmas bzw. der Gasentladung
zwischen Elektroden Hochspannungsimpulse mit einer Dauer von weniger als 10 µs erzeugt
werden. Die Verwendung von derartig kurzen Hochspannungs-Einzelimpulsen hat sich als
besonders vorteilhaft gezeigt, wogegen die Verwendung von Radiofrequenz-(RF) oder
Mikrowellenimpulsen oder Hochspannungs-Einzelimpulsen mit mehr als 10 µs Dauer weit
weniger effizient ist. Um eine gute Energieeffizienz der Erzeugung von Plasma und
dessen positive Effekte, sowohl in Gasen als auch in Flüssigkeiten, zu erhalten, wird
daher vorzugsweise, mit sehr kurzen Hochspannungsimpulsen gearbeitet. Die Pulsdauer
sollte deutlich kürzer sein, als es einer Aufbauzeit der vollständigen Durchschlagszeit
im jeweiligen Medium entspricht.
[0009] Gemäß der Erfindung wird im Gegensatz zur bekannten Vorgehensweise bei Textilien
und Kunststoffen nicht mit einem Niederdruckplasmareaktor gearbeitet, was wegen der
nötigen Vakuumerzeugung sehr aufwendig ist, sondern es wird Atmosphärendruck appliziert.
[0010] Vorzugsweise ist das Prozessgut ein unverwobener Faserstoff in einer Suspension,
insbesondere Fasern oder Pulpe, ein herzustellendes Papier, ein herzustellender Karton,
eine herzustellende Pappe, deren Ausgangsmaterialien zur Herstellung, und/oder deren
Zwischenprodukte während der Herstellung, insbesondere ein feuchtes oder trockenes
und/oder ungepresstes Blatt.
[0011] Vorzugsweise wird das Plasma in einem Abstand von kleiner als 20 cm, vorzugsweise
kleiner als 10 cm, vorzugsweise kleiner als 5 cm, von dem Prozessgut erzeugt. Um ein
gutes Behandlungsergebnis, beispielsweise ein Bleichen einer Papierbahn, zu erzielen
ist es von Vorteil, das Plasma in der unmittelbaren Umgebung des Prozessgutes zu erzeugen.
[0012] Zweckmäßig ist, dass das Prozessgut beidseitig mit dem Plasma in Kontakt gebracht
bzw. mittels der Gasentladung behandelt wird. Die beidseitige Behandlung des Prozessgutes
mit Plasma ermöglicht eine hohe Behandlungseffizienz und eine vorzugsweise hohe Eindringtiefe
von beispielsweise aggressiven Trägerstoffen in das Prozessgut.
[0013] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist, dass das Plasma bzw. die Gasentladung
zum Bleichen des Prozessgutes, insbesondere in einem Kocher, in einem Bleichbehältnis
oder in einer Leitung, verwendet wird. Wird das Verfahren beispielsweise innerhalb
eines Verbindungselementes oder einer Zuleitung, welche für den Transport des Prozessgutes
hergerichtet ist, angewendet, so kann das Verfahren zur Behandlung des Prozessgutes
auf vorteilhafter Weise während des Transportes des Prozessgutes bereits angewendet
werden und somit wird eine Prozesszeit weiter verkürzt.
[0014] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung wird das Prozessgut mit zumindest einer
Elektrode zur Erzeugung des Plasmas bzw. der Gasentladung in Kontakt gebracht.
[0015] Zweckmäßigerweise wird das Verfahren auf verschiedene Arten bzw. Zustände von Prozessgütern
angewendet. Bei einer bevorzugten Anwendung liegt der Gehalt an Trägerflüssigkeit,
insbesondere Wasser, in dem Prozessgut im Bereich zwischen 40 % und 99,9 %, vorzugsweise
im Bereich zwischen 80 % und 98 % und insbesondere im Bereich zwischen 85 % und 98
%. Mit der Anwendung des erfindungsgemäßen-Verfahrens innerhalb einer Trägerflüssigkeit
können auf vorteilhafte Weise chemische Reaktionen, welche das Behandlungsergebnis
hervorrufen, besonders effizient erzeugt werden.
[0016] Vorzugsweise werden im Plasma oder mittels der Gasentladung Radikale erzeugt, die
auf das Prozessgut einwirken. Diese Radikale bewirken eine chemische Reaktion, beispielsweise
mit einer bleichenden Wirkung, welche zur Erreichung des Behandlungsziels den Behandlungsprozess
effektiv unterstützen.
[0017] Mit besonderem Vorteil werden für verschiedene Zustände des Prozessgutes in einem
Papier-, Karton- oder Pappe-Herstellungsprozess, insbesondere an unterschiedlichen
Prozessstufen, Radikale unterschiedlicher Art oder Zusammensetzung verwendet.
[0018] Besonders bevorzugt und zweckmäßig ist es, dass das Prozessgut innerhalb einer Prozessstufe
in einem Papier- oder Karton-Herstellungsprozess, Radikalen unterschiedlicher Art
oder Zusammensetzung ausgesetzt wird, vorzugsweise zeitlich nacheinander folgend.
Mit Vorteil wird so ein optimales Behandlungsergebnis Schritt für Schritt erzielt.
[0019] Zweckmäßig ist es, dass als Radikale Ozon, Wasserstoffperoxid, Hydroxyl, HO
2 und/oder HO
2- erzeugt werden.
[0020] Auf vorteilhafte Weise wird beim Bleichen des Prozessgutes das Plasma oder die Gasentladung
derart appliziert, dass als Radikale vermehrt Ozon und/oder Wasserstoffperoxyd gebildet
werden.
[0021] Ausgehend von der Verwendung unterschiedlicher Art oder Zusammensetzung von Radikalen
an unterschiedlichen Prozessstufen, ist es vorteilhaft, dass beim Sieben und/oder
am flächig verteilten Prozessgut das Plasma oder die Gasentladung derart appliziert
wird, dass als Radikale vermehrt Hydroxyl, HO
2 und/oder HO
2- gebildet wird.
[0022] Auf vorteilhafte Weise wird eine Erzeugungsrate der Radikale und/oder die Zusammensetzung
der erzeugten Radikale durch Beeinflussung einer Amplitude, einer Impulsdauer und/oder
einer Impulswiederholrate der Hochspannungsimpulse gesteuert. Da neben der Art und
Zusammensetzung der Radikale auch die Konzentration der Radikale durch einen elektrischen
Prozess erzeugt wird und damit in Echtzeit sehr gut steuerbar ist, ist ein solches
Verfahren sehr wirtschaftlich und kann innerhalb kürzester Zeit für unterschiedliche
Behandlungsergebnisse nachgeregelt werden, z.B. im Kontext mit selbst lernfähigen
Algorithmen.
[0023] Zweckmäßig ist, dass zur Steuerung und Regelung der Erzeugungsrate und/oder der Art
der erzeugten Radikale eine Konzentration der erzeugten Radikale gemessen wird. In
einem vorzugsweise für die Plasmaerzeugung verwendeten Regelverfahren oder Regelkreis
wird die Konzentration der Radikale als Istwert genutzt.
[0024] Eine weitere Steigerung der gezielten Einflussnahme wird dadurch erreicht, dass zur
Steuerung und Regelung der Erzeugungsrate oder der Zusammensetzung der erzeugten Radikale
eine Eigenschaft der Suspension, vorzugsweise eine Qualitätseigenschaft, insbesondere
dessen Opazität, Glanz, Weiße, Fluoreszenz oder Farbpunkt, gemessen wird. Anhand der
Ergebnisse der Messung der Qualitätseigenschaften erhält man eine Rückmeldung, welche
es gestattet den Behandlungsprozess optimal zu steuern.
[0025] Zweckmäßiger Weise wird bevorzugt die Konzentration bzw. die Eigenschaft "online"
zu gemessen. Dies ist im Hinblick auf ein automatisiertes Verfahren, vorzugsweise
mit Automatisierungskomponenten und Sensoren, besonders vorteilhaft, da die Reaktion
auf eine sich verändernde Qualitätseigenschaft quasi zeitgleich erfolgt.
[0026] Zweckmäßiger Weise wird zur Regelung die Amplitude der Hochspannungsimpulse bei konstanter
Wiederholrate verändert.
[0027] In einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung wird zur Regelung die Wiederholrate
der Hochspannungsimpulse bei konstanter Amplitude verändert.
[0028] Eine weitere Steigerung des Behandlungsergebnisses wird dadurch erreicht, dass das
Prozessgut, vorzugsweise zum Bleichen, im plasmabeaufschlagten Bereich mit Sauerstoff
angereichert wird.
[0029] Liegt das Prozessgut als Suspension oder Pulpe oder als Faserbrei vor, so ist es
besonders vorteilhaft im Hinblick auf das Behandlungsergebnis, dass, vorzugsweise
zum Bleichen, eine Hochspannungs-Impulsdauer von weniger als 100 ns verwendet wird.
Sind beispielsweise die Elektroden einer Bleichvorrichtung komplett im Inneren der
Suspension angeordnet, ist es aufgrund der hohen Leitfähigkeit der Suspension sehr
vorteilhaft mit kleinen Hochspannungs-Impulsdauern zu arbeiten. Je höher die Leitfähigkeit,
beispielsweise der Suspension, desto mehr können "ohmsche Verluste" bei zu langen
Impulsdauern auftreten.
[0030] Weiterhin ist es im Sinne eines optimalen Behandlungsergebnisses zweckmäßig, dass
flächig verteiltes Prozessgut, insbesondere beim Sieben, im plasmabeaufschlagten Bereich
von einer mit Wasserdampf angereicherten Atmosphäre umgeben wird.
[0031] Vorzugsweise wird für flächig verteiltes Prozessgut, insbesondere Pulpe oder Faserbrei
oder sich bildendes oder gebildetes, noch ungepresstes Blatt, insbesondere beim Sieben,
eine Hochspannungsimpulsdauer von 100 ns bis 1 µs verwendet.
Wie bereits erwähnt kommt es bei Suspensionen mit hoher Leitfähigkeit zu "ohmschen"-Verlusten;
es ist daher von Vorteil Impulse mit einen geringen Impulsdauer und einer hohen Flankensteilheit
zu verwenden.
[0032] Vorzugsweise für Suspensionen mit extrem hoher Leitfähigkeit ist es zweckmäßig, dass
Hochspannungsimpulse mit einer Dauer von weniger als 3 µs, vorzugsweise von weniger
als 1 µs, vorzugsweise von weniger als 500 ns, angewendet werden. Die Verwendung kurzer
Impulse hat zum einen den Vorteil, dass der größte Anteil der Impulsenergie nicht
als ohmscher Anteil in Wärme umgewandelt wird und zum anderen eine Streamerentladung
mit effizienter Radikalenerzeugung generiert wird.
[0033] Weiterhin ist es besonders vorteilhaft, dass für flächig verteiltes Prozessgut, insbesondere
für Pulpe oder Faserbrei oder sich bildendes oder gebildetes, noch ungepresstes Blatt,
insbesondere beim Sieben, die Amplitude entsprechend mindestens dem zweifachen Wert,
vorzugsweise mindestens dem dreifachen Wert, einer Korona-Einsatzspannung an die Elektroden
angelegt wird.
[0034] Zweckmäßig ist außerdem, dass zur Erzeugung des Plasmas bzw. der Korona-Entladung
eine Gleichspannungs-Korona-Entladung erzeugt wird und der Gleichspannungs-Korona-Entladung
die Hochspannungsimpulse überlagert werden. Die Überlagerung der Hochspannungsimpulse
mit einer Gleichspannung hat den besonderen Vorteil, dass die energiereichen Hochspannungsimpulse
bereits von einem sehr hohen Energieniveau starten können.
[0035] Bevorzugt ist ferner, dass eine Impulswiederholrate zwischen 10 Hz und 5 kHz, insbesondere
aus dem Bereich von 10Hz bis 10kHz, verwendet wird.
[0036] Für die bereits erwähnte Automatisierung des Verfahrens ist es vorteilhaft, dass
die Leistungseinkopplung elektrischer Energie in das Plasma vorwiegend über die Regelung
von Amplitude, Impulsdauer, und Impulswiederholrate der überlagerten Hochspannungsimpulse
gesteuert wird.
[0037] In einer bevorzugten Anwendung des Verfahrens wird ein homogenes, großvolumiges Plasma
mit hoher Leistungsdichte erzeugt, ohne dass es zu Plasmaeinschnürungen oder Durchschlägen
kommt. Durch die Erzeugung eines "stabilen" Plasmas kann die Erzeugungsrate hoch und
konstant gehalten werden, kommt es hingegen zu Plasmaeinschnürungen oder Durchschlägen
so sinkt die Erzeugungsrate wieder.
[0038] Zweckmäßig ist es auch, falls eine DC-Spannung von solcher Höhe eingesetzt wird,
dass im Plasma in Verbindung mit überlagerten Hochspannungsimpulsen eine stabile DC-Korona-Entladung
gebildet wird.
[0039] Dabei ist es besonders vorteilhaft, dass die eingesetzte Gesamtamplitude (DC-Spannung
+ Impulsamplitude) über der statischen Durchbruchspannung der Elektrodenanordnung
liegt.
[0040] Weiterhin entspricht vorzugsweise die eingesetzte Gesamtamplitude dem zwei- bis fünffachen
der statischen Durchbruchspannung der Elektrodenanordnung.
[0041] Besonders zweckmäßig ist, falls die Amplitude der Hochspannungsimpulse zwischen 10
% und 1000 % der eingesetzten DC-Spannung beträgt.
[0042] Für eine gleichmäßige Verteilung des Plasmas auf dem Prozessgut ist es zweckmäßig,
dass eine Gasströmung senkrecht zu der Elektrodenanordnung erzeugt wird.
[0043] Alternativ ist es möglich, dass eine Gasströmung parallel zu der Elektrodenanordnung
erzeugt wird.
[0044] Bevorzugte, jedoch keinesfalls einschränkende Ausführungsbeispiele der Erfindung
werden nunmehr anhand der Zeichnung näher erläutert. Zur Verdeutlichung ist die Zeichnung
nicht maßstäblich ausgeführt, und gewisse Merkmale sind nur schematisiert dargestellt.
Einander entsprechende Teile sind in den Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
Im Einzelnen zeigt die
- FIG 1
- eine schematische Darstellung einer Papierherstellungsanlage mit einer Siebvorrichtung,
einer Pressenvorrichtung und einer Veredelungs- und/oder Trockenanlage,
- FIG 2
- eine Bleichvorrichtung,
- FIG 3
- eine Darstellung (Schnitt) einer Anordnung zur Erzeugung von Radikalen in Koronaplasmen
in Pulpe oder Luft: Parallelplatten- oder Rohranordnung mit Draht, dem eine gepulste
Hochspannung überlagert wird,
- FIG 4
- eine Prinzipdarstellung von Impulsen zur Erzeugung von Radikalen in Koronaentladungen
in Luft oder wässrigen Medien bei Einsatz kurzer (typisch < 1 µs) Hochspannungsimpulse
mit hoher Impulswiederholrate,
- FIG 5
- bis FIG 10 Elektrodenanordnungen und Elektrodensysteme zur Erzeugung von Koronaentladungen:
Platte-Platte-, Platte-Draht-Platte-, koaxiale Draht-Rohr-, SpitzePlatte-, Mehrfachspitzen-Platte-,
Gitter-Platte (Rohr)-, Gitter-Gitter-Anordnungen,
- FIG 11
- eine hybride Entladung, wobei sich eine Elektrode vollständig oberhalb des Mediums
auf dem Sieb befindet, wogegen die zweite Elektrode durch das Sieb selbst gebildet
wird,
- FIG 12
- eine Platten- oder Gitteranordnung mit gekrümmten Oberflächen zur Anpassung an Gefäßwände
bzw. Nutzung derselben als Elektrode, konzentrische Elektroden in Rohrform zur Nutzung
der vorhandenen Verrohrung oder Türme für die Pulpe als Reaktorgefäß,
- FIG 13
- eine gepulste Entladung im oberflächennahen Gasraum über Stoffauflauf auf dem Sieb
mit Vielfachdraht Platte-Anordnung, und
- FIG 14
- ein gepulstes Koronaentladungssystem mit koaxialem Draht-Rohr, mit eingeperlten, feinstverteilten
Gasblasen, so dass im Entladungsbereich feinste Gasperlen vorhanden sind und eine
Streamerbildung vorwiegend in den Gasblasen abläuft.
[0045] FIG 1 zeigt eine schematische Darstellung einer komplexen Papierherstellungsanlage
1, wie sie in heutigen Papierfabriken eingesetzt wird. Deren Konstruktion und die
Kombination unterschiedlicher Aggregate werden von der Art der zu erzeugenden Papier-,
Karton- und Pappesorten sowie der eingesetzten Rohstoffe bestimmt. Die Papierherstellungsanlage
1 hat eine räumliche Ausdehnung von ungefähr 10 m in der Breite und ungefähr 120 m
in der Länge. Pro Minute produziert die Papierherstellungsanlage bis zu 1400 m Papier
27. Es dauert nur wenige Sekunden vom ersten Auftreffen der Suspension oder der Pulpe
39 auf die Siebvorrichtung 9 bis zum fertigen Papier 27, welches letztendlich in einer
Aufrollung 15 aufgerollt wird. Im Verhältnis 1:100 mit Wasser verdünnt, werden die
Faserstoffe 30 (siehe FIG 2) zusammen mit Hilfsstoffen auf die Siebvorrichtung 9 mit
dem Sieb 10 aufgebracht. Die Fasern lagern sich auf dem Sieb 10 neben- und aufeinander
ab. Das Siebwasser 23 kann mittels mehrerer Saugkammerbereiche 24 abfließen oder abgesaugt
werden. Auf diese Weise entsteht ein gleichmäßiger Faserverbund, der durch mechanischen
Druck in einer Pressenvorrichtung 11 und mit Hilfe von Dampfwärme weiter entwässert
wird. Der gesamte Papierherstellungsprozess unterteilt sich dabei im Wesentlichen
in die Bereiche Stoffaufbereitung, Papiermaschine, Veredelung und Ausrüstung.
[0046] Altpapier und in der Regel auch Zellstoff erreichen eine Papierfabrik in trockener
Form, während Holzstoff normalerweise im gleichen Werk erzeugt und als Faser-/Wasser-Mischung,
also einer+ Suspension aus unverwobenen Faserstoffen, in die Stoffzentrale 3 gepumpt
werden. Altpapier und Zellstoff 30 (siehe FIG 2) werden ebenfalls unter Zugabe von
Wasser in einem Fasertrog 35 (FIG 2) aufgelöst. Papierfremde Bestandteile werden über
verschiedene Sortieraggregate ausgeschleust (hier nicht dargestellt). In der Stoffzentrale
3 erfolgt je nach gewünschter Papiersorte die Mischung der verschiedenen Rohstoffe.
Hier werden auch Füll- und Hilfsstoffe zugegeben, die der Verbesserung der Papierqualität
und der Erhöhung der Produktivität dienen.
[0047] Der Stoffauflauf 7 der Papierherstellungsanlage 1. verteilt die Faserstoff-Suspension
gleichmäßig über die gesamte Siebbreite. Am Ende der Siebvorrichtung 9 enthält die
Papierbahn 27 noch immer ca. 80 % Wasser.
[0048] Ein weiterer Entwässerungsprozess erfolgt durch mechanischen Druck in der Pressenvorrichtung
11. Dabei wird die Papierbahn 27 mittels eines saugfähigen endlosen Filztuches zwischen
Walzen aus Stahl, Granit oder Hartgummi hindurchgeführt und dadurch entwässert. Das
durch den Saugkammerbereich 24 aufgenommene Siebwasser 23 wird zu einem Teil zu einem
Sortierer 5 zugeführt und zu einem anderen Teil zu einem Stofffänger 17 zurückgeführt.
An die Pressenvorrichtung 11 schließt sich eine Trocknungsanlage 13 an. Das verbleibende
Restwasser wird in der Trocknungsanlage 13 verdampft. Slalomartig durchläuft die Papierbahn
27 mehrere dampfbeheizte Trockenzylinder. Am Ende hat das Papier 27 eine Restfeuchte
von wenigen Prozent. Der in der Trocknungsanlage 13 entstandene Wasserdampf wird abgesaugt
und in eine nicht dargestellte Wärmerückgewinnungsanlage geführt.
[0049] Für eine Behandlung der Fasersuspension 39 als Prozessgut nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren sind bei einem ersten Ausführungsbeispiel zwischen dem Stoffauflauf 7 und
dem Anfangsbereich der Siebvorrichtung 9 eine erste Elektrode 43 unter der Siebvorrichtung
9 und eine zweite Elektrode 44 über der Siebvorrichtung 9 angeordnet. Die Elektroden
43 und 44 sind derart angeordnet, dass die flächig verteilte Faser-Suspension 39 zwischen
ihnen verläuft. Damit zur Behandlung der Faser-Suspension 39 ein großflächiges Plasma
unter Atmosphärendruck in unmittelbarer Nähe zu der Faser-Suspension 39 erzeugt werden
kann, sind die Elektroden 43 und 44 mit einem Hochspannungsimpulsgenerator 46 verbunden.
Mit Hilfe dieses Hochspannungsimpulsgenerators 46 wird zwischen den Elektroden 43
und 44 ein großvolumiges Plasma mit einem großen Querschnitt und mit hoher Leistungsdichte
hergestellt. Hierbei ist eine Plasmadichte homogen über den Behandlungsbereich, welcher
durch die Elektroden 43 und 44 abgedeckt wird, verteilt. Erfindungsgemäß wird dieses
großvolumige Plasma mit hoher Leistungsdichte dadurch erzeugt, dass einer DC-Korona-Entladung
intensive, kurz andauernde Hochspannungsimpulse mit einer hohen Impulswiederholrate
von 1 kHz überlagert werden. Bei dieser Betriebsweise wird ein äußerst homogenes,
großvolumiges Plasma mit einer hohen Leistungsdichte erzeugt, ohne dass es zu den
bei DC-Korona-Entladungen bekannten Plasmaeinschnürungen kommt.
[0050] Um die Behandlungswirkung, welche das kalte großflächige Plasma auf die Faser-Suspension
ausübt, zu unterstützen, wird gegebenenfalls mittels eines Gasverteilers 81 über eine
Gasleitung 80 Sauerstoff mit Argon als Trägergas in den Behandlungsraum zwischen die
Elektroden 43 und 44 eingeleitet. Mit Hilfe des Sauerstoff-Argon-Gemisches werden
besonders vorteilhaft Hydroxyl-Radikale erzeugt. Hydroxyl-Radikale sind besonders
aggressiv und oxidierend, dadurch wird an dem nur wenige Sekunden im Behandlungsbereich
zwischen den Elektroden 43 und 44 verweilenden Prozessgut eine bleichende Wirkung
erzielt.
[0051] In FIG 1 ist auch noch ein zweites Ausführungsbeispiel der Anwendung des Verfahrens
nach der Erfindung dargestellt:
[0052] Analog zu dem zuvor beschriebenen wird mit einem Elektrodensystem 47, 48 in der Pressenvorrichtung
11 ein großflächiges Plasma zur Behandlung der Papierbahn 27 erzeugt, die hier das
Prozessgut darstellt. Die erste Elektrode 47 in der Pressenvorrichtung 11 ist als
eine halbrunde Gitterelektrode ausgeführt. Durch die halbrunde Ausgestaltung der Elektrode
47 kann sie dem Papierbahnverlauf über einer Transportrolle 12 folgen. Die zweite
Elektrode 48 in der Pressenvorrichtung 11 ist als eine Plattenelektrode ausgestaltet
und derart angeordnet, dass die Transportrolle 12 zwischen den Elektroden 47 und 48
geführt werden kann. Um auch hier die Radikalbildung im Plasma anzuregen, wird gegebenenfalls
auch hier der Plasmabehandlungsbereich über den Gasverteiler 81 mit der Gasleitung
80 mit einem Sauerstoff-Argon-Gemisch angeströmt.
[0053] Der Pressvorgang verdichtet das Papiergefüge, eine Festigkeit erhöht sich und eine
Oberflächengüte wird entscheidend beeinflusst. Durch die Behandlung des gepressten
Papiers mit kaltem Plasma, insbesondere mit den erzeugten Radikalen, wird die molekulare
Struktur der Papieroberfläche weiter verändert. Die Festigkeit des Papiers 27 wird
erhöht und eine Bedruckbarkeit verbessert.
[0054] Mit den vorbenannten Elektrodenanordnungen 43 und 44 sowie 47 und 48 ist es nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich die Papierbahn 27 zwischen Streamer-Entladungen
zu führen. Ein Streamer ist eine spezielle Form einer sich linear fortbewegenden Plasmawolke
oder ein in der Entwicklung befindlicher Entladungskanal, der sich aufgrund der angeregten
hohen externen Feldstärke ausbildet. Ein Aufbau solcher Streamer findet innerhalb
weniger 10 ns statt und geht sehr schnell in einen thermischen Durchschlagskanal über.
Vorbenannte Anordnungen der Elektrodensysteme, wobei sich die Papierbahn 27 zwischen
den zur Streamer-Entladung benutzten Elektroden befindet, ist besonders vorteilhaft,
da das Papier 27 dadurch teilweise als eine dielektrische Barriere fungiert, wodurch
sich der Übergang vom Streamerdurchschlag unterdrücken lässt.
[0055] FIG 2 zeigt eine als drittes Anwendungsbeispiel eine Bleichvorrichtung 38. Ein Rohstoff
30, insbesondere Zellstoff, - hier das Prozessgut - wird über ein Transportband 33
in einen Fasertrog 35 befördert. Im Fasertrog 35 wird der Rohstoff 30 mit Wasser versetzt
und über eine Rohrleitung 36 in einen Bleichtrog 37 gepumpt. Eine erste Elektrode
43' und eine zweite Elektrode 44' sind jeweils als eine kreisflächige Gitterelektrode
ausgeführt. Die erste Elektrode 43' ist im Gasraum der in den Bleichtrog 37 eingefüllten
Zellstofffaser-Suspension 39 angeordnet. Die zweite Elektrode 44' ist im Inneren des
Bleichtroges 37 angeordnet und wird damit vollständig von der Zellstofffaser-Suspension
39 bedeckt. Zwischen den beiden Elektroden 43' und 44' wird mittels des Hochspannungsimpulsgenerators
46 ein großflächiges kaltes Plasma erzeugt.
[0056] Durch eine direkte Behandlung der Zellstofffaser-Suspension 39 mit dem kalten Plasma
werden in der Suspension 39 vorzugsweise die Radikale OH
-, HOO
-, O, O
3 erzeugt. Diese Radikale lösen eine bleichende chemische Reaktion aus. Der Hochspannungsimpulsgenerator
46 wird derart betrieben, dass er Hochspahnungsimpulse mit einer Dauer von 1 µs zwischen
den Elektroden 43' und 44' erzeugt. Eine für die Erzeugung von Radikalen und Ozon
in der Zellstofffaser-Suspension notwendige DC-Spannung liegt bei ca. bei einigen
10 kV bis 100 kV. Die Hochspannungsimpulse werden der DC-Spannung überlagert und bilden
so eine Gesamtamplitude von einigen 10 kV bis 500 kV. Durch die Behandlung der Zellstofffaser-Suspension
39 mit einer kalten elektrischen Entladung, also dem Plasma, werden die Radikale in-situ
erzeugt. So können große Gesamtmengen von Radikalen in die Suspension 39 eingebracht
werden. Die Radikale werden zudem feinst verteilt in der Suspension erzeugt, so dass
auch der bisher nötige Aufwand zur Mischung von Chemikalien mit der Suspension reduziert
werden kann.
[0057] Für eine weitere Steigerung des Bleichprozesses wird in den Bleichtrog 37 über eine
Gasleitung 80 ein Sauerstoff-Argon-Gemisch, welches in einem Gasverteiler 81 aufbereitet
wurde, eingeleitet.
[0058] FIG 3 zeigt als viertes Anwendungsbeispiel eine Schnittdarstellung eines Bleichgefäßes.
In der Mitte des Bleichgefäßes ist eine Hochspannungselektrode 50 angeordnet. Der
Außenmantel des Bleichgefäßes ist als eine Gegenelektrode 51 hergerichtet. In dem
Bleichgefäß befindet sich eine Zellstofffaser-Suspension 39. Zwischen den Elektroden
50 und 51 ist ein Streamer 53 dargestellt. Radikale werden in Streamern dadurch erzeugt,
dass energiereiche Elektronen mit Molekülen zusammenstoßen und diese dadurch dissoziieren
oder anregen. Bei der Dissoziation werden unmittelbar Radikale 59 freigesetzt, während
bei der Anregung durch einen anschließenden strahlenden Übergang UV-Licht erzeugt
wird. Dieses erzeugte UV-Licht reagiert wiederum mit Wassermolekülen und dissoziiert
diese.
[0059] In FIG 4 ist der gemäß der Erfindung verwendete Spannungsverlauf der Hochspannungsimpulse
dargestellt. Ein erster Impuls 66 und ein zweiter Impuls 67, mit je einer Impulsbreite
62 von weniger als 10µs weisen einen Abstand von einer Pulswiederholzeit 63 auf. Auf
der Abszisse ist die Zeit in ms und auf der Ordinate die Spannung in kV angegeben.
Die Einheiten sind willkürlich gewählt. Ein Niveau von ca. 100 kV der DC-Spannung
fällt mit der dargestellten Abszisse zusammen. Die dargestellte Impulsspannung ist
also der DC-Spannung überlagert. Die Impulse 66 und 67 haben eine stark ansteigende
Flanke mit einer Anstiegszeit 64 und einer weniger steil abfallende Flanke. Die Impulswiederholzeit
63 liegt typischer Weise zwischen 10 µs und 100 ms.
[0060] Dabei haben die einzelnen Impulse 66,67 eine solche Gesamtamplitude, dass über die
vorgegebene Gleichspannung hinaus eine vorgegebene Energiedichte erreicht wird. Wie
erwähnt, ist die Pulsanstiegszeit 64 dabei kurz im Vergleich zur Pulsabfallzeit. Durch
eine solche Art der Impulse wird erreicht, dass elektrische Durchschläge, die zu räumlichen
und zeitlichen Störungen in der homogenen Plasmadichteverteilung führen würden, vermieden
werden.
[0061] FIG 5 bis FIG 10 zeigen weitere Beispiele für Elektrodensysteme zur Erzeugung von
Korona-Entladungen in vorzugsweise wässrigen Medien, die bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren zum Einsatz kommen können. In FIG 5 ist eine Platte-Platte-Anordnung von
einer ersten Platte 70a als Elektrode und einer zweiten Platte 70b als Elektrode dargestellt.
Die erste Platte 70a und die zweite Platte 70b sind parallel zu einander angeordnet.
Die erste Platte 70a bildet die Hochspannungselektrode und ist über ein Hochspannungskabel
mit dem Hochspannungsimpulsgenerator 46 verbunden. Die zweite Platte 70b bildet die
Gegenelektrode und steht als geerdete Elektrode mit dem Hochspannungsimpulsgenerator
46 in Verbindung.
[0062] Eine entsprechende Anordnung mit speziell ebenen Plattenelektroden ist in FIG 6 dargestellt.
Es sind wiederum zwei massive Plattenelektroden 70a und 70c im festen Abstand vorhanden,
wobei mittig eine Hochspannungselektrode 71 verläuft. Bei dieser Platte-Draht-Platte-Anordnung
ist die Hochspannungselektrode 71 als massiver Draht ausgeführt und mit dem Hochspannungsausgang
des Hochspannungsimpulsgenerators 46 verbunden. Die geerdeten Platten 70a, 70c stehen
ebenfalls mit dem Hochspannungsimpulsgenerator in Verbindung.
[0063] FIG 7 zeigt eine Draht-Rohr-Anordnung als Elektrodensystem. In eine zylinderförmige
Elektrode 72 ragt mittig eine Hochspannungselektrode 71 hinein. Wie in FIG 6 ist die
Hochspannungselektrode 71 als massiver Draht ausgeführt und mit dem Hochspannungsimpulsgenerator
46 verbunden. Die zylinderförmige Elektrode 72, welche vorzugsweise als ein Drahtgeflecht
ausgestaltet ist, ist geerdet und steht mit dem Hochspannungsimpulsgenerator 46 in
Verbindung.
[0064] FIG 8 zeigt eine Spitze-Platte-Anordnung als Elektrodensystem. Drei Spitzen 73 sind
über eine Hochspannungsleitung mit dem Hochspannungsimpulsgenerator 46 verbunden.
Die Spitzen 73 sind rechtwinklig zu einer geerdeten Plattenelektrode 74 angeordnet.
Der Abstand der Spitzenelektroden 73 zu der Plattenelektrode 74 ist einstellbar und
kann somit für unterschiedliche Prozessbedingungen angepasst werden.
[0065] FIG 9 zeigt eine Elektrodensystemanordnung, welche 3 Platten 70a, 70d und 70e umfasst.
Die erste Platte 70a, welche als Hochspannungselektrode mit dem Hochspannungsimpulsgenerator
46 verbunden ist, ist mittig zwischen zwei massiven Platten 70d und 70e angeordnet.
Die Platten 70d und 70e sind über einen Plattenverbinder 70f verbunden. Da die Platte
70d als geerdete Gegenelektrode mit dem Hochspannungsimpulsgenerator 46 in Verbindung
steht, hat die Platte 70e über dem Plattenverbinder 70f ebenfalls die Funktion einer
geerdeten Gegenelektrode.
[0066] FIG 10 zeigt ein Elektrodensystem als Gitter-Gitter-Anordnung. Analog zur FIG 5 stehen
sich hier ein erstes Gitter 75a und ein zweites Gitter 75b parallel gegenüber. Das
erste Gitter 75a bildet hierbei die Hochspannungselektrode und ist mit dem Hochspannungsimpulsgenerator
46 verbunden. Das zweite Gitter 75b bildet die geerdete Gegenelektrode und steht mit
dem Hochspannungsimpulsgenerator 46 in Verbindung.
[0067] Eine hybride Entladung, wobei sich eine Elektrode 76a vollständig außerhalb einer
zu bleichenden Pulpe 39 befindet und eine zweite Elektrode 76b ganz oder teilweise
in der Pulpe 39 eingetaucht ist, wird mit der Anordnung in FIG 11 erzeugt. Die Elektrode
76a ist bei diesem weiteren Anwendungsbeispiel als eine Gitterelektrode ausgeführt
und steht mit dem Hochspannungsimpulsgenerator 46 in Verbindung. Auch die geerdete
Gegenelektrode 76b ist als eine Gitterelektrode ausgeführt.
[0068] In FIG 12 ist als weiteres Anwendungsbeispiel ein Bleichbottich mit einer Gefäßwand
77 in einer Draufsicht dargestellt. Für den Bleichbottich wird eine Platten- oder
Gitteranordnung mit gekrümmten Oberflächen zur Anpassung an die Gefäßwände bzw. Nutzung
der Gefäßwände als Elektrode verwendet. Eine Vielfachdrahtelektrode 79 ist als eine
konzentrische Elektrode, dem Verlauf der Gefäßwand 77 folgend angeordnet und steht
mit dem Hochspannungsimpulsgenerator 46 in Verbindung. Ihr stehen zwei Gegenelektroden
gegenüber: Zum einen die Gefäßwand 77 und zum anderen eine Plattenelektrode 78. Die
Hochspannungselektrode 79 ist zwischen der Gefäßwand 77 und der Plattenelektrode 78
berührungsfrei angeordnet. Die Gefäßwand 77 und die Plattenelektrode 78 sind elektrisch
leitend miteinander verbunden und bilden somit die geerdeten Gegenelektroden, welche
mit dem Hochspannungsimpulsgenerator 46 in Verbindung stehen.
[0069] Um gepulste Entladungen im oberflächennahen Gasraum über der Pulpe 39 zu erzeugen
ist in FIG 13 als weiteres Anwendungsbeispiel eine spezielle Elektrodenanordnung dargestellt.
Eine Hochspannungselektrode 50 umfasst mehrere elektrisch miteinander verbundene Stabelektroden
und ist im oberflächennahen Gasraum der Pulpe 39 derart angeordnet, dass ihre Stäbe
parallel zur Oberfläche verlaufen. Eine geerdete Gegenelektrode 51 ist als massive
Platte ausgeführt und in über die ganze Fläche verteilten äquidistanten Abständen
zur Hochspannungselektrode 50 angeordnet.
[0070] FIG 14 zeigt mit einem letzten Ausführungsbeispiel ein gepulstes Korona-Entladungssystem
in einer wässrigen Lösung oder Pulpe 39. Das Elektrodensystem ist analog zur FIG 3
als ein Koaxialdraht-Rohrelektrodensystem ausgebildet. Die Hochspannungselektrode
50 ist koaxial zu der Gegenelektrode 51, welche die Gefäßwand bildet, angeordnet.
Zur Unterstützung der bleichenden Wirkung werden über eine Gasleitung 80 mittels eines
Gasverteilers 81 feinste Gasperlen in den Entladungsbereich eingeleitet. In den Gasblasen
82 und 83 bilden sich vorzugsweise die zu FIG 3 erwähnten Streamer aus. Aufgrund der
Streamerentladungen entstehen Oxidanzien 57. Es werden also in der Suspension bestimmte
Radikale erzeugt.
1. Verfahren zur Behandlung eines Prozessgutes, wobei
- das Prozessgut mit, vorzugsweise nichtthermischem, großflächigem Plasma, vorzugsweise
bei mindestens Atmosphärendruck, in Kontakt gebracht,
- das Plasma in unmittelbarer Nähe zu dem Prozessgut erzeugt oder in dem Prozessgut
oder in unmittelbarer Umgebung eine Gasentladung, insbesondere eine Koronaentladung,
vorzugsweise bei mindestens Atmosphärendruck, erzeugt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung des Plasmas bzw. der Gasentladung zwischen Elektroden (43, 44) Hochspannungsimpulse
(66, 67) mit einer Dauer (62) von weniger als 10 µs erzeugt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Prozessgut einen unverwobenen Faserstoff in einer Suspension, insbesondere Fasern
oder Pulpe (39), ein herzustellendes Papier (27), ein herzustellender Karton, eine
herzustellende Pappe, deren Ausgangsmaterialien (30) zur Herstellung, und/oder deren
Zwischenprodukte während der Herstellung, insbesondere ein feuchtes oder trockenes
und/oder ungepresstes Blatt, umfasst.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Plasmas in einen Abstand von kleiner als 20 cm, vorzugsweise kleiner als 10 cm,
vorzugsweise kleiner als 5 cm, von dem Prozessgut erzeugt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Prozessgut beidseitig mit dem Plasma in Kontakt gebracht bzw. mittels der Gasentladung
behandelt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Plasma bzw. die Gasentladung zum Bleichen des Prozessgutes, insbesondere in einem
Kocher, in einem Bleichbehältnis (37) oder in einer Leitung, verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Prozessgut, mit zumindest einer Elektrode (44) zur Erzeugung des Plasmas bzw.
der Gasentladung in Kontakt gebracht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt an Trägerflüssigkeit, insbesondere Wasser, in dem Prozessgut im Bereich
zwischen 40% und 99,9 %, vorzugsweise im Bereich zwischen 80% und 98% und insbesondere
im Bereich zwischen 85% und 98%, liegt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass im Plasma oder mittels der Gasentladung Radikale (59) erzeugt werden, die auf das
Prozessgut einwirken.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass für verschiedene Zustände des Prozessgutes in einem Papier-, Karton- oder Pappe-Herstellungsprozess,
insbesondere an unterschiedlichen Prozessstufen, Radikale (59) unterschiedlicher Art.
oder Zusammensetzung verwendet werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass das Prozessgut innerhalb einer Prozessstufe in einem Papier- oder Karton-Herstellungsprozess,
Radikalen (59) unterschiedlicher Art oder Zusammensetzung ausgesetzt wird, vorzugsweise
zeitlich nacheinander folgend.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass als Radikale (59) Ozon (O3), Wasserstoffperoxid (H2O2), Hydroxyl (OH), HO2 und/oder HO2- erzeugt werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass beim Bleichen des Prozessgutes das Plasma oder die Gasentladung derart appliziert
wird, dass als Radikale (59) vermehrt. Ozon (O3) und/oder Wasserstoffperoxid (H2O2) gebildet wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass beim Sieben und/oder am flächig verteilten Prozessgut das Plasma oder die Gasentladung
derart appliziert wird, dass als Radikale (59) vermehrt Hydroxyl (OH), HO2 und/oder HO2- gebildet wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Erzeugungsrate der Radikale (59) und/oder die Zusammensetzung der erzeugten
Radikale (59) durch Beeinflussung einer Amplitude (U), einer Impulsdauer (62) und/oder
einer Impulswiederholrate (63) der Hochspannungsimpulse (66,67) gesteuert wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Steuerung und Regelung der Erzeugungsrate und/oder der Art der erzeugten Radikale
(59) eine Konzentration der erzeugten Radikale (59) gemessen wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Steuerung und Regelung der Erzeugungsrate oder der Zusammensetzung der erzeugten
Radikale (59) eine Eigenschaft der Suspension, vorzugsweise eine Qualitätseigenschaft,
insbesondere dessen Opazität, Glanz, Weisse, Fluoreszenz oder Farbpunkt, gemessen
wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration bzw. die Eigenschaft "online" gemessen wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Regelung die Amplitude (U) der Hochspannungsimpulse (66,67) bei konstanter Wiederholrate
(63) verändert wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Regelung die Wiederholrate (63) der Hochspannungsimpulse (66,67) bei konstanter
Amplitude (U) verändert wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass das Prozessgut, vorzugsweise zum Bleichen, im plasmabeaufschlagten Bereich mit Sauerstoff
angereichert wird.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 20,
dadurch gekennzeichnet, dass vorzugsweise zum Bleichen, eine Hochspannungs-Impulsdauer (62) von weniger als 100
ns verwendet wird.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, dass flächig verteiltes Prozessgut, insbesondere beim Sieben, im plasmabeaufschlagten
Bereich von einer mit Wasserdampf angereicherten Atmosphäre umgeben wird.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 22,
dadurch gekennzeichnet, dass für flächig verteiltes Prozessgut, insbesondere Pulpe (39) oder Faserbrei oder sich
bildendes oder gebildetes, noch ungepresstes Blatt, insbesondere beim Sieben, eine
Hochspannungs-Impulsdauer (62) von 100ns bis 1µs verwendet wird.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 23,
dadurch gekennzeichnet, dass Hochspannungsimpulse (66,67) mit einer Dauer (62) von weniger als 3 µs, vorzugsweise
von weniger als 1 µs, vorzugsweise von weniger als 500 ns, angewendet werden.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 24,
dadurch gekennzeichnet, dass für flächig verteiltes Prozessgut, insbesondere Pulpe (39) oder Faserbrei oder sich
bildendes oder gebildetes, noch ungepresstes Blatt, insbesondere beim Sieben, die
Amplitude (U) entsprechend mindestens dem zweifachen Wert, vorzugsweise mindestens
dem dreifachen Wert, einer Korona-Einsatzspannung an die Elektroden angelegt wird.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 25,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung des Plasmas bzw. der Korona-Entladung eine Gleichspannungs-Korona-Entladung
erzeugt wird und der Gleichspannungs-Korona-Entladung die Hochspannungsimpulse (66,67)
überlagert werden.
27. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 26,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Impulswiederholrate (63) zwischen 10Hz und 5kHz, insbesondere aus dem Bereich
von 10Hz bis 10kHz, verwendet wird.
28. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 27,
dadurch gekennzeichnet, dass die Leistungseinkopplung elektrischer Energie in das Plasma vorwiegend über die Regelung
von Amplitude (U), Impulsdauer (62), und Impulswiederholrate (63) der überlagerten
Hochspannungsimpulse gesteuert wird.
29. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 28,
dadurch gekennzeichnet, dass ein homogenes, großvolumiges Plasma mit hoher Leistungsdichte erzeugt wird, ohne
dass es zu Plasmaeinschnürungen oder Durchschlägen kommt.
30. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 29,
dadurch gekennzeichnet, dass eine DC-Spannung von solcher Höhe eingesetzt wird, dass im Plasma in Verbindung mit
überlagerten Hochspannungsimpulsen eine stabile DC-Koronaentladung gebildet wird.
31. Verfahren nach Anspruch 29,
dadurch gekennzeichnet, dass die eingesetzte DC-Spannung unter der für einen stabilen Betrieb ohne Hochspannungs-Impulsüberlagerung
liegt.
32. Verfahren nach Anspruch 30 oder 31,
dadurch gekennzeichnet, dass die eingesetzte Gesamtamplitude (DC-Spannung + Impulsamplitude) über der statischen
Durchbruchspannung der Elektrodenanordnung liegt.
33. Verfahren nach einem der Ansprüche 30 bis 32,
dadurch gekennzeichnet, dass die eingesetzte Gesamtamplitude dem zwei- bis fünffachen der statischen Durchbruchspannung
der Elektrodenanordnung entspricht.
34. Verfahren nach einem der Ansprüche 30 bis 33,
dadurch gekennzeichnet, dass die Amplitude (U) der Hochspannungsimpulse zwischen 10% und 1000% der eingesetzten
DC-Spannung beträgt.
35. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 34,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Gasströmung senkrecht zu der Elektrodenanordnung (43,44) erzeugt wird.
36. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 35,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Gasströmung parallel zu der Elektrodenanordnung (43,44) erzeugt wird.
1. Method for treating a process material, in which
- the process material is brought into contact with, preferably non-thermal, large-area
plasma, preferably at atmospheric pressure at least,
- the plasma is produced in direct proximity to the process material or a gas discharge,
in particular a corona discharge, is produced within the process material or in the
immediate vicinity thereof, preferably at atmospheric pressure at least,
characterised in that to produce the plasma or gas discharge, high-voltage pulses (66, 67) with a duration
(62) of less than 10 µs are generated between electrodes (43, 44).
2. Method according to claim 1,
characterised in that the process material comprises a nonwoven fibrous material in a suspension, in particular
fibres or pulp (39), a paper to be manufactured (27), a cardboard to be manufactured,
a paperboard to be manufactured, their raw materials (30) for manufacture and/or their
intermediate products during manufacture, in particular a wet or dry and/or unpressed
sheet.
3. Method according to claim 1 or 2,
characterised in that the plasma is produced at a distance of less than 20 cm, preferably less than 10
cm, preferably less than 5 cm from the process material.
4. Method according to one of claims 1 to 3,
characterised in that the process material is brought into contact with the plasma or treated by means
of the gas discharge on both sides.
5. Method according to one of claims 1 to 4,
characterised in that the plasma or gas discharge is used to bleach the process material, in particular
in a digester, in a bleach container (37) or in a feed line.
6. Method according to one of claims 1 to 5,
characterised in that the process material is brought into contact with at least one electrode (44) for
producing the plasma or gas discharge.
7. Method according to one of claims 1 to 6,
characterised in that the content of carrier liquid, in particular water, in the process material is in
the range between 40% and 99.9%, preferably in the range between 80% and 98% and in
particular in the range between 85% and 98%.
8. Method according to one of claims 1 to 7,
characterised in that radicals (59) are produced in the plasma or by means of the gas discharge and these
act on the process material.
9. Method according to claim 8,
characterised in that radicals (59) of a different type or composition are used for different states of
the process material in a paper, cardboard or paperboard manufacturing process, in
particular at different process stages.
10. Method according to claim 8 or 9,
characterised in that the process material is exposed within a process stage in a paper or cardboard manufacturing
process to radicals (59) of a different type or composition, preferably in temporal
succession.
11. Method according to one of claims 8 to 10,
characterised in that the radicals (59) produced are ozone (O3) , hydrogen peroxide (H2O2) , hydroxyl (OH), HO2 and/or HO2- .
12. Method according to one of claims 8 to 11,
characterised in that during bleaching of the process material the plasma or gas discharge is applied in
such a manner that the radicals (59) predominantly formed are ozone (O3) and/or hydrogen peroxide (H2O2) .
13. Method according to one of claims 8 to 12,
characterised in that during sieving and/or in the two-dimensionally distributed process material the plasma
or gas discharge is applied in such a manner that the radicals (59) predominantly
formed are hydroxyl (OH), HO2 and/or HO2-.
14. Method according to one of claims 8 to 13,
characterised in that the rate of production of the radicals (59) and/or the composition of the radicals
(59) produced is/are controlled by influencing an amplitude (U), a pulse duration
(62) and/or a pulse repetition rate (63) of the high-voltage pulses (66, 67).
15. Method according to one of claims 8 to 14,
characterised in that a concentration of the radicals (59) produced is measured to control and regulate
the production rate and/or type of radicals (59) produced.
16. Method according to one of claims 8 to 15,
characterised in that a property of the suspension, preferably a quality property, in particular its opacity,
gloss, whiteness, fluorescence or colour locus, is measured to control and regulate
the production rate or composition of the radicals (59) produced.
17. Method according to one of claims 15 to 16,
characterised in that the concentration or property is measured online.
18. Method according to one of claims 14 to 17,
characterised in that the amplitude (U) of the high-voltage pulses (66, 67) is changed at a constant repetition
rate (63) for regulation purposes.
19. Method according to one of claims 14 to 18,
characterised in that the repetition rate (63) of the high-voltage pulses (66, 67) is changed at a constant
amplitude (U) for regulation purposes.
20. Method according to one of claims 1 to 19,
characterised in that the process material is enriched with oxygen in the region to which plasma is applied,
preferably for bleaching purposes.
21. Method according to one of claims 1 to 20,
characterised in that a high-voltage pulse duration (62) of less than 100 ns is used, preferably for bleaching
purposes.
22. Method according to one of claims 1 to 21,
characterised in that two-dimensionally distributed process material, in particular during sieving, is
surrounded by an atmosphere enriched with water vapour in the region to which plasma
is applied.
23. Method according to one of claims 1 to 22,
characterised in that a high-voltage pulse duration (62) of 100 ns to 1 µs is used for two-dimensionally
distributed process material, in particular pulp (39) or fibrous stock or forming
or formed, as yet unpressed sheet, in particular during sieving.
24. Method according to one of claims 1 to 23,
characterised in that high-voltage pulses (66, 67) with a duration (62) of less than 3 µs, preferably of
less than 1 µs, preferably of less than 500 ns, are applied.
25. Method according to one of claims 14 to 24,
characterised in that the amplitude (U) corresponding to at least twice the value, preferably at least
three times the value, of a corona threshold voltage is applied to the electrodes
for two-dimensionally distributed process material, in particular pulp (39) or fibrous
stock or forming or formed, as yet unpressed sheet, in particular during sieving.
26. Method according to one of claims 1 to 25,
characterised in that to produce the plasma or the corona discharge a DC voltage corona discharge is produced
and the high-voltage pulses (66, 67) are superimposed on the DC voltage corona discharge.
27. Method according to one of claims 14 to 26,
characterised in that a pulse repetition rate (63) between 10 Hz and 5 kHz, in particular from the range
from 10 Hz to 10 kHz, is used.
28. Method according to one of claims 14 to 27,
characterised in that the power injection of electrical energy into the plasma is predominantly controlled
by way of the regulation of amplitude (U), pulse duration (62) and pulse repetition
rate (63) of the superimposed high-voltage pulses.
29. Method according to one of claims 1 to 28,
characterised in that a homogeneous, large-volume plasma with a high power density is produced without
plasma constrictions or breakdowns occurring.
30. Method according to one of claims 1 to 29,
characterised in that use is made of a DC voltage of such a height that in the plasma a stable DC corona
discharge is formed in conjunction with superimposed high-voltage pulses.
31. Method according to claim 29,
characterised in that the DC voltage used lies below that for stable operation without high-voltage pulse
superimposition.
32. Method according to claim 30 or 31,
characterised in that the total amplitude (DC voltage + pulse amplitude) used lies above the static breakdown
voltage of the electrode arrangement.
33. Method according to one of claims 30 to 32,
characterised in that the total amplitude used corresponds to two to five times the static breakdown voltage
of the electrode arrangement.
34. Method according to one of claims 30 to 33,
characterised in that the amplitude (U) of the high-voltage pulses is between 10% and 1000% of the DC voltage
used.
35. Method according to one of claims 1 to 34,
characterised in that a gas flow is produced perpendicular to the electrode arrangement (43, 44).
36. Method according to one of claims 1 to 35,
characterised in that a gas flow is produced parallel to the electrode arrangement (43, 44).
1. Procédé de traitement d'un produit du processus industriel, dans lequel
- on met le produit du processus industriel en contact avec un plasma de grande surface,
de préférence non thermique, de préférence sous au moins la pression atmosphérique,
- on produit le plasma à proximité immédiate du produit du processus industriel ou
on produit dans le produit du processus industriel, ou dans l'environnement immédiat,
une décharge dans un gaz, notamment une décharge par effet couronne, de préférence
sous au moins la pression atmosphérique,
caractérisé en ce que, pour la production du plasma ou de la décharge dans un gaz, on produit, entre les
électrodes (43, 44), des impulsions (66, 67) de haute tension ayant une durée (62)
de moins de 10 µs.
2. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé en ce que le produit du processus industriel comprend une matière fibreuse non-tissée en suspension,
notamment des fibres ou de la pâte à papier (39), un papier (27) à fabriquer, un carton
à fabriquer, un carton épais à fabriquer, leurs matières (30) de départ pour la fabrication
et/ou leurs produits intermédiaires pendant la fabrication, notamment une feuille
humide ou sèche et/ou non pressée.
3. Procédé suivant la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que l'on produit le plasma à une distance du produit du processus industriel plus petite
que 20 cm, de préférence plus petite que 10 cm, de préférence plus petite que 5 cm.
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que l'on met le produit du processus industriel en contact des deux côtés avec le plasma
ou on le traite au moyen de la décharge dans un gaz.
5. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que l'on utilise le plasma ou la décharge dans un gaz pour blanchir le produit du processus
industriel, notamment dans un lessiveur, dans une cuve (37) de blanchiment ou dans
un conduit.
6. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que l'on met le produit du processus industriel en contact avec au moins une électrode
(44) pour la production du plasma ou de la décharge dans un gaz.
7. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que la teneur en liquide porteur, notamment en eau, du produit du processus industriel
est comprise entre 40 % et 99,9 %, de préférence entre 80 % et 98 % et notamment entre
85 % et 98 %.
8. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que l'on produit, dans le plasma ou au moyen de la décharge dans un gaz, des radicaux
(59) qui agissent sur le produit du processus industriel.
9. Procédé suivant la revendication 8,
caractérisé en ce que l'on utilise, pour divers états du produit du processus industriel dans un processus
de fabrication de papier, de carton ou de carton épais, notamment à des stades différents
du processus, des radicaux (55) de types différents ou de compositions différentes.
10. Procédé suivant la revendication 8 ou 9,
caractérisé en ce que l'on soumet, de préférence successivement dans le temps, le produit du processus
industriel au sein d'un stade de processus dans un procédé de fabrication de papier
ou de carton, à des radicaux (59) de types différents ou de compositions différentes.
11. Procédé suivant l'une des revendications 8 à 10,
caractérisé en ce que l'on produit comme radicaux (59) de l'ozone (O3), du peroxyde d'hydrogène (H2O2), de l'hydroxyle (OH), HO2 et/ou HO2-.
12. Procédé suivant l'une des revendications 8 à 11,
caractérisé en ce que l'on applique, lors du blanchiment du produit du processus industriel, le plasma
ou la décharge dans un gaz, de manière à former de manière augmentée comme radicaux
(59), de l'ozone (O3) et/ou du peroxyde d'hydrogène (H2O2).
13. Procédé suivant l'une des revendications 8 à 12,
caractérisé en ce que, lors du tamisage et/ou alors que le produit du processus industriel est réparti
à plat, on applique le plasma ou la décharge dans un gaz, de manière à former de manière
augmentée, comme radicaux (59), de l'hydroxyle (OH), HO2 et/ou HO2-.
14. Procédé suivant l'une des revendications 8 à 13,
caractérisé en ce que l'on règle un taux de production des radicaux (59) et/ou la composition des radicaux
(59) produits en influant sur une amplitude (U), une durée (32) et/ou un taux (63)
de répétition des impulsions (66, 67) de haute tension.
15. Procédé suivant l'une des revendications 8 à 14,
caractérisé en ce que, pour régler et réguler le taux de production et/ou le type des radicaux (59) produits,
on mesure une concentration des radicaux (59) produits.
16. Procédé suivant l'une des revendications 8 à 15,
caractérisé en ce que, pour régler et réguler le taux de production et la composition des radicaux (59)
produits, on mesure une propriété de la suspension, de préférence une propriété de
qualité, notamment son opacité, sa brillance, sa blancheur, sa fluorescence ou son
point de couleur.
17. Procédé suivant l'une des revendications 15 à 16,
caractérisé en ce que l'on mesure la concentration ou la propriété "online".
18. Procédé suivant l'une des revendications 14 à 17,
caractérisé en ce que, pour la régulation, on modifie l'amplitude (U) des impulsions (66, 67) de haute
tension, à taux (63) de répétition constant.
19. Procédé suivant l'une des revendications 14 à 18,
caractérisé en ce que, pour la régulation, on modifie le taux (63) de répétition des impulsions (66, 67)
de haute tension, à amplitude U constante.
20. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 19,
caractérisé en ce que l'on enrichit en oxygène le produit du processus industriel, de préférence pour le
blanchiment, dans la partie soumise au plasma.
21. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 20,
caractérisé en ce que l'on utilise, de préférence pour le blanchiment, une durée (62) des impulsions de
haute tension de moins de 100 ns.
22. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 21,
caractérisé en ce que l'on entoure le produit du processus industriel réparti à plat, notamment lors du
tamisage, dans la partie soumise au plasma, d'une atmosphère enrichie en vapeur d'eau.
23. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 22,
caractérisé en ce que l'on utilise, pour du produit du processus industriel réparti à plat, notamment de
la pâte à papier (39) ou de la bouillie de fibres, ou une feuille en formation ou
formel, mais pas encore pressée, notamment lors du tamisage, une durée (62) des impulsions
de haute tension de 100 ns à 1 µs.
24. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 23,
caractérisé en ce que l'on applique des impulsions (66, 67) de haute tension, ayant une durée (62) de moins
de 3 µs, de préférence de moins de 1 µs, de préférence de moins de 500 ns.
25. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 24,
caractérisé en ce que pour du produit du processus industriel réparti à plat, notamment de la pâte à papier
(39) ou de la bouillie de fibres, ou une feuille en formation ou formée, mais pas
encore pressée, notamment lors du tamisage, on applique aux électrodes, l'amplitude
(U) correspondant au moins à deux fois, de préférence au moins à trois fois, une tension
de coupure d'effet couronne.
26. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 25,
caractérisé en ce que, pour la production du plasma ou de la décharge par effet couronne, on produit une
décharge à effet couronne en tension continue et on superpose les impulsions (66,
67) de haute tension à la décharge à effet couronne en tension continue.
27. Procédé suivant l'une des revendications 14 à 26,
caractérisé en ce que l'on utilise un taux (63) de répétition des impulsions compris entre 10 Hz et 5 kHz,
notamment dans la plage allant de 10 Hz à 10 kHz.
28. Procédé suivant l'une des revendications 14 à 27,
caractérisé en ce que l'on règle l'injection de puissance d'énergie électrique dans le plasma, principalement
par la régulation de l'amplitude (U), de la durée (62) et du taux (63) de répétition
des impulsions de haute tension superposées.
29. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 28,
caractérisé en ce que l'on produit un plasma homogène de grand volume et de grande densité de puissance,
sans aller jusqu'à des pincements du plasma ou à des claquages.
30. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 29,
caractérisé en ce que l'on utilise une tension en courant continu d'un niveau tel qu'il se forme, dans
le plasma en liaison avec des impulsions de haute tension superposées, une décharge
à effet couronne en courant continu, qui est stable.
31. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 29,
caractérisé en ce que la tension en courant continu utilisée est plus basse que celle pour un fonctionnement
stable sans superposition d'impulsions de haute tension.
32. Procédé suivant la revendication 30 ou 31,
caractérisé en ce que l'amplitude globale utilisée (tension en courant continu + amplitude des impulsions)
est supérieure à la tension statique de claquage de l'agencement d'électrodes.
33. Procédé suivant l'une des revendications 30 à 32,
caractérisé en ce que l'amplitude globale utilisée correspond à deux à cinq fois la tension statique de
claquage de l'agencement des électrodes.
34. Procédé suivant l'une des revendications 30 à 33,
caractérisé en ce que l'amplitude (U) des impulsions de haute tension représente entre 10 % et 1 000 %
de la tension en courant continu utilisée.
35. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 34,
caractérisé en ce que l'on produit un courant gazeux perpendiculairement à l'agencement (43, 44) des électrodes.
36. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 35,
caractérisé en ce que l'on produit un courant gazeux parallèlement à l'agencement (43, 44) des électrodes.
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