(19)
(11) EP 1 891 271 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
26.05.2010  Patentblatt  2010/21

(21) Anmeldenummer: 06742981.1

(22) Anmeldetag:  18.05.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E01B 1/00(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2006/004724
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2006/133785 (21.12.2006 Gazette  2006/51)

(54)

Heberichtschwelle

Lifting and directing tie

Traverse de levage et d'orientation


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 15.06.2005 DE 102005027758

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
27.02.2008  Patentblatt  2008/09

(73) Patentinhaber: RTE Technologie GmbH
6900 Bregenz (AT)

(72) Erfinder:
  • KNITTEL, Stefan
    A-5020 Salzburg (AT)

(74) Vertreter: Hennicke, Ernst Rüdiger et al
Patentanwälte Buschhoff Hennicke Althaus Postfach 19 04 08
50501 Köln
50501 Köln (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-95/17552
US-A- 3 442 222
DE-A1- 19 605 515
   
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN Bd. 1997, Nr. 10, 31. Oktober 1997 (1997-10-31) & JP 09 151408 A (MITSUBISHI HEAVY IND LTD), 10. Juni 1997 (1997-06-10)
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Heberichtschwelle für die Erneuerung eines mittels Schwellen in fester Fahrbahn verlegten Gleises für Schienenfahrzeuge.

[0002] Aus WO 95/17552 A1 ist eine höhenveistellbare Schwelle bekannt, die bei der Herstellung einer festen Fahrbahn geeignet ist.

[0003] Nicht nur im Schotterbett verlegte Gleise für Schienenfahrzeuge bedürfen nach einigen Betriebsjahren der Erneuerung, sondern auch Gleise, die in fester Fahrbahn verlegt sind, haben nur eine begrenzte Lebensdauer und müssen nach deren Ablauf erneuert werden. Die Erneuerung eines solchen Gleises bereitet insbesondere dann Probleme, wenn es gilt, den über das Gleis abgewickelten Schienenverkehr zumindest eingeschränkt aufrechtzuerhalten, denn in solchen Fällen kann am Gleis meist nur während weniger Stunden in der Nacht und/oder am Wochenende gearbeitet werden, wenn keine Züge über das Gleis rollen oder zumindest vorübergehend umgeleitet werden können. Derartige Bedingungen treten beispielsweise bei der Sanierung von U-Bahn-Gleisen auf, wobei durch die beengten Platzverhältnisse hierbei besondere Schwierigkeiten zu meistern sind. Die bisher bei der Sanierung von in fester Fahrbahn verlegten U-Bahn-Gleisen zum Einsatz kommenden Verfahren sind sehr aufwendig, teuer und langwierig, da in den kurzen Nachtpausen, in denen kein Gleisverkehr herrscht, immer nur ein kurzes Gleisstück erneuert werden kann und hierzu eine Vielzahl von Arbeitsschritten erforderlich ist, die die bekannten Verfahren so aufwendig machen.

[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Heberichtschwelle zu schaffen, die sich in besonders vorteilhafter Weise bei einem Verfahren zur Erneuerung eines in fester Fahrbahn verlegten Gleises für Schienenfahrzeuge einsetzen lässt und es dabei vorzugsweise auch erlaubt, das Gleis in Baupausen jedenfalls behelfsmäßig zu benutzen, so daß ganze Strecken nicht dauerhaft stillgelegt werden müssen.

[0005] Diese Aufgabe wird mit der Erfindung durch eine Heberichtschwelle gelöst, die mindestens einen in eine Ausnehmung im festen Fahrbahnunterbau einsetzbaren Schwellenblock und eine an den Fahrschienen arretierbare Einstellplatte aufweist , die zumindest in ihrer Höhenlage relativ zum Schwellenblock einstellbar ist. Hierzu kann die Heberichtschwelle mit einer mindestens eine Einstellspindel aufweisenden Höhenverstelleinrichtung versehen sein.

[0006] Mittels solcher Heberichtschwellen ist es in besonders einfacher Weise möglich, eines in fester Fahrbahn verlegten Gleises für Schienenfahrzeuge zu erneuern, wobei zumindest die Altschwellen eines im Wesentlichen aus Fahrschiene und den Altschwellen bestehenden Altgleises gegen Neuschwellen getauscht werden und wobei die Schwellen in Ausnehmungen eines festen Fahrbahnunterbaus angeordnet sind, so durchzuführen, dass ein Teil der Altschwellen aus ihren Ausnehmungen entfernt und durch in die Ausnehmungen eingesetzte Heberichtschwellen ersetzt wird, während ein anderer Teil der Altschwellen zunächst noch in ihren Ausnehmungen verbleibt und die Fahrschienen stützt, und wobei der zunächst verbliebene Teil der Altschwellen durch Neuschwellen ersetzt wird, nachdem das Gleis mittels der Heberichtschwellen in die gewünschte Höhen- und Seitenlage eingerichtet wurde, und anschließend die Heberichtschwellen durch Neuschwellen ersetzt werden, nachdem die zuvor eingebauten Neuschwellen in ihrer nach der Höhen- und Seiteneinrichtung erhaltenen Lage in ihren Ausnehmungen arretiert wurden.

[0007] Grundlegendes Merkmal dieser Vorgehensweise ist es also, nicht alle Schwellen eines Gleises oder Gleisabschnitte auf einmal auszutauschen, sondern zunächst nur einen bestimmten Teil von Altschwellen durch die temporär eingebauten Heberichtschwellen zu ersetzen, während der restliche Teil der Altschwellen seine Funktion als Stützkörper für die Schienen zunächst beibehält. Dabei kann hier so gearbeitet werden, dass zunächst jede zweite (oder dritte, vierte) Altschwelle durch eine temporäre Heberichtschwelle ersetzt wird. Die verbleibenden (Sekundär-) Altschwellen verbleiben in ihren Ausnehmungen und stützen die Schienen sicher genug, dass ein Schienenfahrzeug jedenfalls mit reduzierter Geschwindigkeit über das Gleis sicher fahren kann. Mit Hilfe der Heberichtschwellen kann dann in einer weiteren Betriebspause, in der am Gleis gearbeitet werden kann, dieses in die neue gewünschte Höhen- und Seitenlage ausgerichtet werden, wobei die Heberichtschwellen nicht nur die genaue Ausrichtung des Gleises ermöglichen, sondern auch die aus dem Fahrbetrieb resultierenden Kräfte sicher in den Fahrbahnunterbau abtragen können. Die verbliebenen (Sekundär-) Altschwellen können dann gegen neue Schwellen ausgetauscht werden, die nach ihrer Montage an den Schienen zunächst mit gewissem Spiel in ihren jeweiligen Ausnehmungen liegen und infolge der von den Heberichtschwellen definierten, korrekten Höhen- und Seitenlage der Schienen, an denen sie befestigt sind, ebenfalls dann schon sich in ihrer korrekten Ausrichtung befinden. In dieser können sie in den Ausnehmungen arretiert werden und sobald diese Arretierung dauerhaft erfolgt ist, können die Heberichtschwellen entfernt und gegen neue Schwellen ausgetauscht werden.

[0008] Insbesondere aus Gewichtsgründen hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Heberichtschwelle zwei Schwellenblöcke mit zugehörigen Einstellplatten aufweist, wobei die Schwellenblöcke mittels vorzugsweise demontierbaren Spurstangen miteinander verbunden bzw. verbindbar sind. Die erfindungsgemäße Heberichtschwelle ist dann also nach Art einer Zweiblockschwelle ausgestaltet, wobei die beiden Schwellenblöcke sich im wesentlichen nur unterhalb der beiden Schienen befinden und der geforderte Spurabstand zwischen den Schienen durch die Spurstangen vorgegeben wird.

[0009] Zweckmäßig ist es, wenn an der Unterseite des Schwellenblockes eine elastische Auflagersohle angeordnet ist, die ein Einsinken der Heberichtschwelle in der diese aufnehmenden Ausnehmung in Grenzen gestattet, wenn ein Schienenfahrzeug über das Gleis fährt. Die Auflagersohle kann vorzugsweise aus Polyurethan od.dgl. bestehen. Zur Arretierung der Heberichtschwelle in der sie aufnehmenden Ausnehmung in den Richtungen, die in der Ebene liegen, die von den beiden Schienen aufgespannt wird, werden vorzugsweise zwischen dem Schwellenblock und der Ausnehmung an der äußeren Stirnseite und an der Vorder- und Hinterseite des Schwellenblockes wirksame Spannelemente vorgesehen, die insbesondere aus Keilelementen, Exzenterelementen und/oder Stellschrauben bestehen können.

[0010] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnung, worin eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung anhand eines Beispiels näher erläutert wird. Es zeigt:
Fig. 1-8
vereinfachte Darstellungen eines zu erneuernden Gleises in verschiedenen Stadien mit erfindungsgemäßen Heberichtschwellen, jeweils im Längsschnitt;
Fig. 9
eine nach Fig. 1 bis 8 zum Einsatz kommende, erfindungsgemäße Heberichtschwelle im in einer Ausnehmung eingebauten Zustand in Vorderansicht und Querschnitt durch die Ausnehmung;
Fig. 10
eine Einzelheit X der Heberichtschwelle nach Fig. 9 in einer Ansicht und teilweise im Schnitt; und
Fig. 11
den Gegenstand der Fig. 10 in einer Draufsicht.


[0011] In den Fig. 1 bis 8 sind die wesentlichen Schritte eines nicht zur Erfindung gehörenden Verfahrens für die Erneuerung eines Gleises 10 dargestellt, das mittels Schwellen 11 in fester Fahrbahn verlegt ist. Fig. 1 zeigt dabei das zu erneuernde Altgleis 10a, bei dem die Altschwellen 11a, beispielsweise alte Holzschwellen, in Ausnehmungen 12 eines festen Fahrbahnunterbaus 13 angeordnet sind und die Schienen 14 tragen. Bei dem Gleis kann es sich insbesondere um das Gleis einer Untergrundbahn oder eines sonstigen Nahverkehrsmittels handeln, wobei die für den Austausch erforderlichen Arbeiten nur während der vergleichsweise kurzen Betriebsunterbrechungen während der Nacht stattfinden können, in denen das Gleis nicht befahren wird. Bei diesen Bedingungen muß nach wenigen Stunden, während der am Gleis gearbeitet werden kann, zumindest dessen behelfsmäßige Befahrbarkeit für den nächsten Tag sichergestellt sein.

[0012] Bei der Erneuerung der festen Fahrbahn wird zunächst ein Teil 11a' der Altschwellen 11a aus ihren jeweiligen Ausnehmungen 12' entnommen. Für das Entfernen dieser Alt-Primärschwellen 11a' werden in einem zu erneuernden Gleisabschnitt, der eine Länge von beispielsweise 25-100m haben kann, die Schienen 14 von jeder zweiten Altschwelle 11a gelöst und die Schienen dann mit den von ihnen nicht gelösten Alt-Primärschwellen 11a' ein Stück weit aus dem Gleisbett angehoben (Fig. 2), wodurch die Alt-Primärschwellen 11a' aus ihren jeweiligen Primärausnehmungen 12' ausgehoben werden, während die zuvor von den Schienen gelösten Alt-Sekundärschwellen 11a' in ihrer ursprünglichen Lage in den Sekundärausnehmungen 12" verbleiben.

[0013] Die Alt-Primärschwellen 11a' können im angehobenen Zustand des Gleisabschnittes von den Schienen 14 abgebaut werden. Die freigewordenen Primärausnehmungen werden gereinigt, von etwa vorhandenen losen Betonteilen befreit und ggf. an ihren Seitenflächen und ihrem Boden angerauht. Anschließen werden in die Primärausriehmungen 12' Heberichtschwellen 15 eingesetzt, deren Aufbau in den Fig. 9-11 näher dargestellt ist und die zur Neuausrichtung des Gleises und zu einer temporären Abstützung der Schienen dienen, die ausreichend ist, einen Fahrbetrieb über das Gleis auch ohne Unterstützung durch weitere (Sekundär-) Schwellen zu ermöglichen.

[0014] Nach dem Einlegen der Heberichtschwellen 15 in die Primärausnehmungen 12' (Fig. 3) werden die Schienen abgesenkt und zunächst an den in den Sekundärausnehmungen 12" verbliebenen Alt-Sekundärschwellen 11a" wieder befestigt (Fig. 4). Die Schienen erhalten damit ihre ursprüngliche Ausrichtung wieder und das Gleis kann nach der erneuten Befestigung der Schienen an den Alt-Sekundärschwellen 11a" - ggf. mit verringerter Fahrgeschwindigkeit - wieder befahren werden.

[0015] Im nächsten Verfahrensschritt werden die Heberichtschwellen 15 mit geeigneten Adapterplatten 16 am Fuß der Schienen 14 angeschraubt. Sie können dann in die gewünschte Höhen- und Seitenlage in den Primärausnehmungen 12' eingerichtet werden. Die Heberichtschwellen bestehen hierzu im wesentlichen aus zwei separaten Schwellenblöcken 17a, b, die mittels demontierbarer spurstangen 18 miteinander verbunden sind und die an ihrer Oberseite jeweils eine Einstellplatte 19 haben, die die Adapterplatte 16 zum Anschluß an der jeweiligen Schiene 14 trägt und die mittels Einstellspindeln in ihrer Höhenlage über dem Schwellenblock 17 verstellt werden kann. An der Stirnseite 20 jedes Schwellenblockes 17 und an dessen Vorder- und Hinterseite 21 bzw. 22 kann die Heberichtschwelle mit Spannelementen 23 in der sie aufnehmenden Ausnehmung 12' quer zu den Schienen und in deren Längsrichtung eingestellt und arretiert werden. Dabei wird eine Arretierung mit einer definierten Kraft angestrebt, was beispielsweise durch Keilelemente, Exzenterelemente und/oder Stellschrauben erfolgen kann, die in den Zeichnungen nicht im Detail dargestellt sind.

[0016] Bei Einrichtung der Heberichtschwellen wird so gearbeitet, daß zunächst die Einstellplatte und die darüberliegende Schiene mit Hilfe der Adapterplatte 16 verbunden werden und anschließend mit Hilfe der Einstellspindeln 24 für die Höhenverstellung der darunter befindliche Schwellenblock 17 soweit abgesenkt wird, daß er fest auf dem Boden 25 der Ausnehmung 12' aufliegt. Der Schwellenblock ist an seiner Unterseite mit einer elastischen Auflagersohle 26 aus Polyurethan versehen, die Unebenheiten in der Bodenfläche 25 der Ausnehmung 12' auszugleichen vermag und die bei der Befahrung des provisorisch von den Heberichtschwellen unterstützten Gleises eine gewisse Nachgiebigkeit desselben gewährleistet.

[0017] Nachdem die Heberichtschwellen somit in ihre korrekte Höhenlage gebracht wurden, werden sie in ihren Ausnehmungen mit Hilfe der Spannelemente 23 seitlich und in Schienenlängsrichtung verspannt, womit die Heberichtschwellen die tragende Funktion für das Gleis übernehmen können. Es ist nun möglich, die zunächst noch in den Sekundärausnehmungen 12" verbliebenen Alt-Sekundärschwellen 11a" gegen Neu-Sekundärschwellen auszutauschen.

[0018] Der Ausbau der Alt-Sekundärschwellen kann in der Lage des Gleises erfolgen, in der es in der beschriebenen weise von den Heberichtschwellen unterstützt und ausgerichtet ist. In dieser Lage befinden sich also die Schienen 14 im abgesenkten Zustand und es ist erforderlich, die Alt-Sekundärschwellen seitlich unter den Schienen herauszuziehen, wozu zunächst ihre an den Schienen angeschlossenen Adapterplatten vollständig gelöst und abgebaut werden. Alternativ ist es aber auch möglich, die Schienen nach dem Einrichten der Heberichtschwellen von diesen wieder zu demontieren und sie dann gemeinsam mit den daran noch angeschlossenen Alt-Sekundärschwellen 11a" anzuheben und die Alt-Sekundärschwellen dann von den Schienen zu demontieren. Die dann freiwerdenden Sekundärausnehmungen 12" werden anschließend in ähnlicher Weise wie zuvor die Primärausnehmungen 12' gereinigt und ggf. an ihrem Boden und ihren Seitenflächen angerauht oder ausgefräst und hierdurch für die Aufnahme von neuen Schwellen vorbereitet.

[0019] Die Neu-Sekundärschwellen 11b" werden in die freigewordenen Sekundärausnehmungen 12" eingelegt (Fig. 6) und an den Schienen des abgesenkten Gleises angeschlossen. Dabei werden die Neu-Sekundärschwellen 11b" so in den Sekundärausnehmungen 12" ausgerichtet, daß sie von den Seitenflächen 27 der Ausnehmungen sowohl vorder- als auch hinterseitig einen etwa gleichgroßen Abstand einhalten. Die Neu-Sekundärschwellen werden an den Schienen unter Zwischenlage einer Unterfütterung befestigt, die im einfachsten Fall von einer Adapterplatte gebildet werden kann, wie sie auch bei den Heberichtschwellen zum Einsatz kommt.

[0020] Nachdem sichergestellt ist, daß das Gleis nach dem Anordnen der Neu-Sekundärschwellen in den Sekundärausnehmungen und ihrer Befestigung an den Schienen korrekt ausgerichtet ist, können die Neu-Sekundärschwellen 11b" in den sie aufnehmenden Sekundärausnehmungen 12" vergossen werden, was mit schwundarmen Vergußbeton erfolgt, wie er bei der Herstellung von Gleisen in fester Fahrbahn standardmäßig zum Einsatz kommt. Der Vergußbeton 28 umschließt die Neu-Sekundärschwellen an ihren Stirnseiten und ihren Seitenflächen und fließt ggf. auch in den Zwischenraum zwischen dem Boden der Ausnehmungen und der Unterseite der Schwellen, so daß der zuvor vorhandene Freiraum zwischen den Neu-Sekundärschwellen und den Sekundärausnehmungen vollständig ausgefüllt wird.

[0021] Sobald der Vergußbeton abgebunden hat und die Schwelle sich allein aufgrund ihres Eigengewichtes in der Vergußmasse nicht mehr setzen oder verschieben kann, wird die Befestigung der Neu-Sekundärschwellen an den Schienen wieder gelöst und die Unterfütterung bzw. Adapterplatte zwischen Schiene und Neu-Sekundärschwellen wird entfernt, so daß die neu eingebauten Schwellen während des Aushärtvorgangs des Vergußbetons einen ausreichend großen Abstand von den Schienen einhalten, so daß ein Schienenfahrzeug oder Zug unbedenklich über das Gleis fahren kann, ohne daß hierbei die neuen Sekundärschwellen bereits durch das Schienenfahrzeug belastet werden.

[0022] Nachdem die Vergußmasse, mit der die Neu-Sekundärschwellen 11b" in ihren Sekundärausnehmungen 12" arretiert wurden, vollständig ausgehärtet ist und von den auf das Gleis wirkenden Kräften belastet werden kann, können auch die Heberichtschwellen ausgebaut und gegen Neu-Primärschwellen 11b' ausgetauscht werden. Dieser Ausbau und Austausch erfolgt analog zu den Vorgängen, wie sie zuvor im Zusammenhang mit den Sekundärschwellen beschrieben wurden. Die Schienen werden also nach dem Lösen der die Heberichtschwellen arretierenden Spannelemente zusammen mit den Heberichtschwellen angehoben, die Heberichtschwellen von den Schienen abgebaut und Neu-Primärschwellen 11b' werden in die Primärausnehmungen 12' eingelegt und anschließend werden die Schienen wieder abgesenkt und dann an den schon eingebauten und mit der ausgehärteten Vergußmasse fixierten Neu-Sekundärschwellen 11b" befestigt, wobei die Befestigung wiederum unter Zwischenlage von Unterfütterungsstücken bzw. Verwendung von Adapterplatten erfolgt, die Schienen also nicht unmittelbar auf den eigentlichen Schwellen aufliegen. Die Neu-Primärschwellen 11b' werden ebenfalls unter Verwendung von Unterfütterungsstücken an den Schienen befestigt und in ihre gewünschte Lage gebracht und werden dann in den Primärausnehmungen mit Vergußbeton 28 vergossen. Auch hier wird nach dem Abbinden des Betons das Unterfütterungsstück zwischen jeder neuen Primärschwelle und der Schiene entfernt und hierdurch für einen ausreichend großen Abstand zwischen Schiene und Schwelle gesorgt, so daß die bei der Überfahrt eines Schienenfahrzeugs auftretenden Durchbiegungen der Schienen auf die gerade eingebauten neuen Primärschwellen nicht durchschlagen können und den Abbindeprozeß behindern.

[0023] Man erkennt, daß mit dem Verfahren die Schwellen auch langer Gleisabschnitte gleichzeitig ausgetauscht werden können, wobei die einzelnen Verfahrensschritte im wesentlichen voneinander losgelöst durchgeführt werden können, d.h. es können Unterbrechungen bei den einzelnen Arbeitsgängen eintreten, wobei während dieser Unterbrechungen die Befahrbarkeit des Gleises weiterhin gewährleistet ist-Das Verfahren eignet sich somit besonders gut zum Austausch eines Gleises, das für den Verkehr während der meisten Zeit des Tages freigegeben bleiben muß und an dem nur während einiger Stunden am Tag bzw. in der Nacht gearbeitet werden kann. Bei Durchführung des beschriebenen Verfahrens ist das Gleis nur immer während verhältnismäßig kurzer Zeitabschnitte nicht befahrbar; der viel Zeit in Anspruch nehmende Aushärtprozeß des Vergußbetons erfordert in besonders vorteilhafter Weise keine Unterbrechung des Fahrbetriebes, da die neu eingebauten Schwellen sich in ausreichend großem Abstand unterhalb der Schienen befinden, so daß sie während des Aushärtens des Vergußbetons nicht durch über das Gleis fahrende Schienenfahrzeuge belastet werden.

[0024] Um eine Beschädigung der neu eingebauten Schwellen bzw. eine vorzeitige Belastung der Neuschwellen zu verhindern, kann anstelle der während des Abbindvorgangs auszubauenden Unterfütterungsstücke auch vorgesehen werden, das Gleis mit Hilfe der Heberichtschwellen um einen bestimmten, vorher festgelegten Betrag anzuheben, was beispielsweise mit Hilfe der Einstellspindeln 24 erfolgen kann, die dann um einen festgelegten Betrag gedreht werden und so die Einstellplatten 19 gegenüber den Schwellenblöcken 17 um den gewünschten Betrag anheben, beispielsweise um ca. 2mm.


Ansprüche

1. Heberichtschwelle für die Erneuerung eines mittels Schwellen in fester Fahrbahn verlegten Gleises für Schienenfahrzeuge, mit mindestens einem in eine Ausnehmung (12) im festen Fahrbahnunterbau (13) einsetzbaren Schwellenblock (17) und mit einer an den Fahrschienen (14) arretierbaren Einstellplatte (19), die zumindest in ihrer Höhenlage relativ zum Schwellenblock (17) einstellbar ist.
 
2. Heberichtschwelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellplatte (19) quer zur Längsrichtung der Schienen (14) und/oder in ihrer Winkellage relativ zum Schwellenblock (17) einstellbar ist.
 
3. Heberichtschwelle nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine mindestens eine Einstellspindel (24) aufweisende Höhenverstelleinrichtung.
 
4. Heberichtschwelle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie zwei Schwellenblöcke (17a, b) mit zugehörigen Einstellplatten (19) aufweist, wobei die Schwellenblöcke (17a, b) mittels vorzugsweise demontierbaren Spurstangen (18) miteinander verbunden bzw. verbindbar sind.
 
5. Heberichtschwelle nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine an der Unterseite des Schwellenblocks (17) angeordnete, elastische Auflagersohle (26).
 
6. Heberichtschwelle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflagersohle (26) aus Polyurethan od.dg1. besteht.
 
7. Heberichtschwelle nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch zwischen dem Schwellenblock (17) und der Ausnehmung (12) an der äußeren Stirnseite (20) und der Vorder- und Hinterseite (21, 22) des Schwellenblocks (17) wirksame Spannelemente (23), insbesondere Keilelemente, Exzenterelemente und/oder Stellschrauben.
 


Claims

1. Lifting and directing sleeper for renewing a track for rail vehicles which is laid in a solid trackway by means of sleepers, having at least one sleeper block (17) which can be inserted into a recess (12) in the fixed trackway substructure (13), and having an adjustment plate (19) which can be locked to the rails (14) and which can be adjusted, at least in its vertical position, in relation to the sleeper block (17).
 
2. Lifting and directing sleeper according to Claim 1, characterized in that the adjustment plate (19) can be adjusted transversely with respect to the longitudinal direction of the rails (14) and/or in its angular position relative to the sleeper block (17).
 
3. Lifting and directing sleeper according to Claim 1 or 2, characterized by a vertical adjustment device having at least one adjustment spindle (24).
 
4. Lifting and directing sleeper according to one of Claims 1 to 3, characterized in that said device has two sleeper blocks (17a, b) with associated adjustment plates (19), wherein the sleeper blocks (17a, b) are/can be connected to one another by means of preferably removable track rods (18).
 
5. Lifting and directing sleeper according to one of Claims 1 to 4, characterized by an elastic support base (26) which is arranged on the underside of the sleeper block (17).
 
6. Lifting and directing sleeper according to Claim 5, characterized in that the support base (26) is composed of polyurethane or the like.
 
7. Lifting and directing sleeper according to one of Claims 1 to 6, characterized by clamping elements (23), in particular wedge elements, eccentric elements and/or adjustment screws, which act on the outer end side (20) and the front and rear sides (21, 22) of the sleeper block (17).
 


Revendications

1. Traverse de levage et d'orientation pour renouveler une voie ferrée pour véhicules ferroviaires posée dans une voie fixe au moyen de traverses, comprenant au moins un bloc de traverse (17) pouvant être inséré dans un évidement (12) dans le châssis inférieur de la voie fixe (13), et comprenant une plaque de réglage (19) pouvant être bloquée sur les rails (14), qui peut être ajustée au moins dans sa position en hauteur par rapport au bloc de traverse (17).
 
2. Traverse de levage et d'orientation selon la revendication 1, caractérisée en ce que la plaque de réglage (19) peut être ajustée transversalement à la direction longitudinale des rails (14) et/ou dans sa position angulaire par rapport au bloc de traverse (17).
 
3. Traverse de levage et d'orientation selon la revendication 1 ou 2, caractérisée par un dispositif de réglage en hauteur présentant au moins une broche d'ajustement (24).
 
4. Traverse de levage et d'orientation selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en ce qu'elle présente deux blocs de traverse (17a,b) avec des plaques de réglage associées (19), les blocs de traverse (17a, b) étant connectés ou pouvant être connectés les uns aux autres au moyen de barres d'accouplement de préférence démontables (18).
 
5. Traverse de levage et d'orientation selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisée par une semelle d'appui élastique (26) disposée sur le côté inférieur du bloc de traverse (17).
 
6. Traverse de levage et d'orientation selon la revendication 5, caractérisée en ce que la semelle d'appui (26) se compose de polyuréthanne ou similaire.
 
7. Traverse de levage et d'orientation selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisée par des éléments de serrage (23), notamment des éléments de cale, des éléments excentriques et/ou des vis de réglage, agissant entre le bloc de traverse (17) et l'évidement (12) sur le côté frontal extérieur (20) et le côté avant et arrière (21, 22) du bloc de traverse (17).
 




Zeichnung




















Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente