(19)
(11) EP 1 892 020 B2

(12) NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT
Nach dem Einspruchsverfahren

(45) Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den Einspruch:
18.04.2018  Patentblatt  2018/16

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
04.03.2015  Patentblatt  2015/10

(21) Anmeldenummer: 07113589.1

(22) Anmeldetag:  01.08.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A63C 9/085(2012.01)
A63C 9/081(2012.01)
A63C 9/08(2012.01)

(54)

Schuhhalteaggregat einer Skibindung mit Doppelarmhebel und einer gemeinsamen Feder

Shoe holding arrangement of a binding with two lever arms and a common spring

dispositif appartenant à une fixation d'une chaussure avec deux bras de levier et un ressort commun


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR IT LI

(30) Priorität: 25.08.2006 DE 102006039989

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
27.02.2008  Patentblatt  2008/09

(60) Teilanmeldung:
12183960.9 / 2540356

(73) Patentinhaber: MARKER Deutschland GmbH
82377 Penzberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Klubitschko, Gerd
    82487 Oberammergau (DE)

(74) Vertreter: Schwabe - Sandmair - Marx 
Patentanwälte Rechtsanwalt Partnerschaft mbB Joseph-Wild-Straße 20
81829 München
81829 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 0 564 769
EP-A2- 0 432 407
EP-B1- 0 785 003
AT-B- 352 598
DE-A1- 1 960 489
DE-A1- 1 963 149
DE-A1- 2 359 352
DE-A1- 2 513 456
DE-A1- 3 122 653
DE-A1- 10200 405 025
FR-A- 1 519 663
EP-A2- 0 119 518
EP-B- 0 754 079
EP-B1- 1 131 139
AT-B- 352 598
DE-A1- 1 963 149
DE-A1- 2 209 055
DE-A1- 2 456 326
DE-A1- 2 949 866
DE-A1- 3 825 004
DE-U1- 20 208 913
   
  • Prospekte Iser-Bindung 1971, 1973 und 1978/1979
  • Prospekte Zermatt 1979/80, 1978, 1986
   


Beschreibung

Beschreibung



[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Schuhhalteraggregat einer Skibindung zur Halterung eines, insbesondere des zehenseitigen Endes eines Skischuhs mit zwei um vertikale Hochachsen schwenkbaren Schuh- bzw. Sohlenhaltern, welche einen Endbereich des Sohlenrandes bzw. des Skischuhs von seitwärts, vorn und/oder oben umgreifen und mit einer Federanordnung zusammenwirken, die die Schuh- bzw. Sohlenhalter gegen den Schuh- oder Sohlenrand spannt und eine Auslösung des Skischuhs gegen Auslösewiderstand ermöglicht.

[0002] Derartige Schuhhalteraggregate sind allgemein bekannt. Bei einem aus der DE 25 13 456 A1 bekannten derartigen Schuhhalteraggregat sind die Sohlenhalter mit an ihnen angeordneten und miteinander kämmenden Zahnsegmenten zwangsgekoppelt, so dass sie immer gleichartige Lagen einnehmen. Einer der Sohlenhalter ist als Doppelarmhebel mit einem zur Halterung der Sohle dienenden sohlenseitigen Hebelarm und einem sohlenfernen Hebelarm ausgebildet, welcher mit dem als Druckfeder ausgebildeten Federaggregat zusammenwirkt.

[0003] Bei dem aus der DE 20 34 355 A1 bekannten Schuhhalteraggregat sind die Sohlenhalter als einarmige Hebel ausgebildet, die von einer zwischen ihnen angeordneten Zugfeder in ihre die Skischuhsohle einspannende Normallage gespannt werden.

[0004] Auch die EP 0 626 875 B1 zeigt ein Schuhhalteraggregat mit einarmigen Sohlenhaltern. Jeder Sohlenhalter ist mittels einer Rolle auf einer zugeordneten Führungsfläche abgestützt, wobei die Führungsfläche jeweils an einem Doppelarmhebel angeordnet ist, dessen führungsflächenferner Arm mit dem Federaggregat zusammenwirkt. Damit kann die Führungsfläche bei hinreichend großer Belastung durch die Rolle gegen Federkraft nachgeben, so dass die Sohlenhalter den Skischuh freigeben.

[0005] Die DE-OS 1 578 702 zeigt ein Schuhhalteraggregat mit einem einzigen, die Schuhspitze C-förmig umgreifenden Sohlenhalter. Dieser Sohlenhalter ist in Querrichtung gegen Federkraft verschiebbar geführt, wobei der Skischuh bei hinreichender Seitwärtsverschiebung des Sohlenhalters freikommt.

[0006] Ein ähnliches Schuhhalteraggregat wird in der CH 686 707 A5 beschrieben. Hier ist jedoch der die Schuhspitze C-förmig umgreifende Sohlenhalter um eine vertikale Hochachse schwenkbar angeordnet und mit einem unter einer Schuhaufstandsfläche angeordneten Federaggregat gekoppelt, welche den Sohlenhalter in seine die Schuhspitze halternde Normallage spannt.

[0007] Auch die EP 0 754 079 A1 zeigt ein Schuhhalteraggregat mit einem einzigen, die Schuhspitze C-förmig umgreifenden und um eine Vertikalachse schwenkbaren Sohlenhalter, der mit einer unter der Schuhaufstandsfläche angeordneten Federanordnung zusammenwirkt.

[0008] Aus DE 2359352 ist ein Schuhhalteraggregat nach Preämbel von Anspruch 1 bekannt.

[0009] Im Allgemeinen sind die Schuhhalteraggregate von Skibindungen vergleichsweise voluminös. Dies ist regelmäßig dann unkritisch, wenn die Gehäuse der Schuhhalteraggregate stationär auf der Oberseite des Skis angeordnet sind, wie es typischerweise bei Ski für den Abfahrtslauf vorgesehen ist. Bei Tourenski ist jedoch regelmäßig vorgesehen, den Skischuh auf einer Standplatte zu haltern, die um eine Querachse am Zehenbereich des Skischuhs relativ zur Skioberseite hochschwenkbar ist, so dass die Ferse beim Tourengehen vom Ski abgehoben werden kann. In diesem Falle steht für Schuhhalteraggregate zur Halterung der Schuhspitze nur vergleichsweise wenig Raum zur Verfügung. Dementsprechend werden auf dem Markt Tourenbindungen angeboten, bei denen die Schuhspitze in zur Standplatte stationären Sohlenhaltern festgehalten wird und nur eine Auslösung der Ferse des Schuhs möglich ist. Dies ist gleichbedeutend damit, dass das an der Ferse angeordnete Schuhhalteraggregat die Möglichkeit für eine Seitwärtsauslösung des Schuhs bei einem Sturz bieten muss. Andernfalls könnte sich der Schuh bei einem Drehsturz nicht vom Ski ablösen. Gleichwohl bietet eine solche Bindung eine verminderte, wenn auch in der Regel ausreichende Sicherheit bei einem Sturz des Skiläufers.

[0010] Aufgabe der Erfindung ist es nun, ein zur Halterung der Schuhspitze geeignetes Schuhhalteraggregat zu schaffen, welches sich durch geringes Bauvolumen und sicheres Auslöseverhalten auszeichnet.

[0011] Diese Aufgabe wird bei einem Schuhhalteraggregat nach Anspruch 1 gelöst. Die Erfindung bietet den Vorteil, dass eine einzige Federanordnung für beide Schuh- bzw. Sohlenhalter genutzt werden kann, gleichwohl bleibt jeder Schuh- bzw. Sohlenhalter einzeln zur Freigabe bzw. Auslösung des Skischuhs beweglich.

[0012] Gemäß einer konstruktiv bevorzugten Ausführungsform können die beiden Kolben in einem für beide Kolben gemeinsamen Zylinder mit zur Querachse des Schuhhalteraggregates paralleler Zylinderachse verschiebbar geführt sein. Dabei kann der Zylinder zusammen mit den beiden Kolben einen pneumatischen Stoßdämpfer bilden, der bei Stößen auf den Skischuh einer vorzeitigen Auslösung entgegenwirkt. Wenn einer der Sohlenhalter zur Auslösung des Skischuhs geschwenkt wird, wird der zugeordnete Kolben zwangsläufig in den Zylinder eingeschoben, so dass die im Zylinder von den Kolben eingeschlossene Luft unter Erhöhung des Auslösewiderstandes des Sohlenhalters komprimiert wird. Durch eine konstruktiv vorgegebene Undichtigkeit zwischen den Kolben und der diese führenden Zylinderwandung bzw. durch ein Drosselventil kann dabei Luft aus dem Zylinder zur Atmosphäre verdrängt werden, wobei der der verdrängten Luft entgegenwirkende Drosselwiderstand im Sinne einer Dämpfung der Verschiebebewegung des Kolbens und damit der Auslösebewegung des Schuh- bzw. Sohlenhalters wirkt. Dieser Dämpfungswiderstand wirkt umso ausgeprägter, je schneller der eine oder andere Kolben verschoben bzw. je schneller einer der Schuh- bzw. Sohlenhalter in Auslöserichtung bewegt wird. Bei sehr langsamer (quasi statischer) Bewegung von Kolben oder Sohlenhalter wird die Luft aus dem Zylinder nach außen zur Atmosphäre abgeführt, ohne dass ein nennenswerter Strömungswiderstand auftreten kann. Bei "langsamen" Stürzen, etwa aus dem Stand des Skiläufers, wird somit der Auslösewiderstand praktisch ausschließlich durch die Stärke des Federaggregates vorgegeben, während der Auslösewiderstand bei schneller Fahrt und dynamischen Stößen zusätzlich durch den Drosselwiderstand bestimmt wird, der der aus dem Zylinder entweichenden Luft entgegenwirkt.

[0013] Der Zylinder kann ohne weiteres am zehenseitigen Querrand einer Standplatte für den Skischuh angeordnet sein, so dass das erfindungsgemäße Schuhhalteraggregat auch ohne weiteres bei Tourenbindungen mit fersenseitig hochschwenkbarer Standplatte einsetzbar ist.

[0014] Auf der dem Sohlenhalter zugewandten Stirnseite jedes Kolbens ist eine mit dem schuhfernen Ende des Schuh- bzw. Sohlenhalters zusammenwirkende Kulissenbahn angeordnet, so dass das Auslöseverhalten des Sohlenhalters praktisch beliebig vorgebbar ist.

[0015] Im Übrigen wird hinsichtlich bevorzugter Merkmale der Erfindung auf die Ansprüche und die nachfolgende Erläuterung der Zeichnung verwiesen, anhand der eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung näher beschrieben wird.

[0016] Schutz wird nicht nur für ausdrücklich dargestellte Merkmalskombinationen, sondern auch für prinzipiell beliebige Unterkombinationen der dargestellten Merkmale beansprucht.

[0017] In der Zeichnung zeigt
Fig. 1
einen vertikalen Längsschnitt des erfindungsgemäßen Schuhhalteraggregates entsprechend der Schnittlinie I-I in Fig. 2 sowie einer damit zusammenwirkenden Skischuhsohle,
Fig. 2
einen Horizontalschnitt entsprechend der Schnittlinie II-II in Fig. 1 und
Fig. 3
ein der Fig. 2 entsprechendes Schnittbild, welches eine Seitwärtsauslösung der Skischuhsohle zeigt.


[0018] Im Beispiel der Fig. 1 ist auf einem Ski 1 zur Aufnahme eines Skischuhs, von dem in der Fig. 1 lediglich die Sohle 2 dargestellt ist, eine Standplatte 3 vorgesehen, die relativ zum Ski um eine vordere Querachse 4 hochschwenkbar ist. An der Standplatte 3 sind ein vorderes Schuhhalteraggregat 5 und ein nicht dargestelltes hinteres Schuhhalteraggregat angeordnet, womit die Sohle 2 des Skischuhs auslösbar an der Standplatte 3 festgehalten wird.

[0019] Abweichend von der zeichnerisch dargestellten Ausführungsform könnten das vordere Schuhhalteraggregat 5 sowie das nicht dargestellte hintere Schuhhalteraggregat auch direkt auf der Skioberseite angeordnet sein, um den Skischuh bzw. seine Sohle 2 unmittelbar am Ski 1 auslösbar zu fixieren.

[0020] Die Standplatte 3 kann mit nicht dargestellten Arretiermitteln auf der Skioberseite unbeweglich festgehalten werden, wenn der Ski für eine Abfahrt benutzt wird. Die Schwenkbeweglichkeit der Standplatte 3 bezüglich der Querachse 4 wird in erster Linie nur beim Tourengehen benutzt.

[0021] Das Schuhhalteraggregat 5 besitzt ein in Querrichtung, parallel zur Querachse 4, erstrecktes zylindrisches Gehäuse 6 mit unrundem, im wesentlichen quadratischem Querschnitt. An den offenen Enden des zylindrischen Gehäuses 6 sind Sohlenhalter 7 und 8 um Vertikalachsen 9 schwenkbar angeordnet. Die Sohlenhalter 7 und 8 sind so geformt, dass sie in der in Fig. 2 dargestellten Gebrauchslage vordere Eckbereiche der Sohle 2 von vorn und seitwärts sowie von oben um- bzw. übergreifen.

[0022] Die Sohlenhalter 7 und 8 sind jeweils als Doppelarmhebel ausgebildet, wobei der jeweilige sohlenferne Hebelarm mit einer kulissenartig ausgebildeten Stirnseite eines Kolbens 10 bzw. 11 zusammenwirkt, welcher einen dem quadratischen Querschnitt des zylinderförmigen Gehäuses 6 angepassten Querschnitt aufweist und im Gehäuse 6 verschiebbar geführt ist. Innerhalb des Gehäuses 6 ist zwischen den Kolben 10 und 11 eine nur schematisiert dargestellte Schraubendruckfeder 12 eingespannt, die die Kolben 10 und 11 gegen die Sohlenhalter 7 und 8 spannt, so dass diese die Gebrauchslage der Fig. 2 einzunehmen suchen. Da die Vertikalachse 9 in Achsansicht der Kolben 10 und 11 innerhalb des Kolbenquerschnittes liegen, und die Sohlenhalter 7 und 8 mit Gehäuserändern 6' und 6" anschlagartig zusammenwirken, wirken die Sohlenhalter 7 und 8 für die Kolben 10 und 11 auch dann als Endanschläge, wenn kein Schuh bzw. keine Schuhsohle 2 in das Schuhhalteraggregat 5 eingesetzt ist. Auch im letzteren Fall stellen die in Fig. 2 dargestellten Lagen der Sohlenhalter 7 und 8 Endlagen dar.

[0023] Innerhalb des in Fig. 2 unteren Kolbens 11 ist eine Stellschraube 13 angeordnet, die mit einer an ihr angeformten Kreisscheibe 13' an der zugewandten Seite des Bodens des Kolbens 11 axial gelagert ist. Auf dem Gewindeteil der Stellschraube 13 ist eine Mutter 14, die eine dem quadratischen Querschnitt des Kolbens 11 angepasste Form aufweist, und damit innerhalb des Kolbens 11 undrehbar festgehalten wird, schraubverstellbar angeordnet. Durch Drehverstellung der Stellschraube 13, die mit einem Kopf, der eine zum formschlüssigen Eingriff eines Schraubwerkzeuges vorgesehene Ausnehmung aufweist, eine Bohrung im Boden des Kolbens 11 durchsetzt, kann die Mutter 14 axial innerhalb des Kolbens 11 verstellt werden. Damit wird die Spannung der Schraubendruckfeder 12, deren eines Widerlager durch den Boden des Kolbens 10 und deren anderes Widerlager durch die Mutter 14 gebildet wird, entsprechend verändert, mit der Folge, dass sich auch der Auslösewiderstand verändert, gegen den die Sohlenhalter 7 und 8 aus ihrer Gebrauchslage gemäß Fig. 2 in eine Freigabelage gemäß Fig. 3 schwenken können, wenn auf die Sohle 2 entsprechende Seitwärtskräfte wirken. Die Lage der Mutter 14 innerhalb des Kolbens 11 und damit die eingestellte Spannung der Schraubendruckfeder 12 ist durch schlitzförmige Fenster 15 und 16 sichtbar, die sich parallel zur Querachse 4 erstrecken und einander überdeckend innerhalb der Wandung des Gehäuses 6 sowie des Kolbens 11 angeordnet sind. Ggf. kann an dem Fenster 15 des Gehäuses 6 eine Skala angeordnet sein, an der an der Position der Mutter 14 bzw. der eingestellte Auslösewiderstand (sogenannter Z-Wert) ablesbar ist, wenn sich die Sohlenhalter 7 und 8 und damit die Kolben 10 und 11 in den Endlagen der Fig. 2 befinden.

[0024] Wenn einer der Sohlenhalter 7 oder 8 bei einer Auslösung der Bindung und damit einhergehender Freigabe der Skischuhsohle in die Lage der Fig. 3 geschwenkt wird, wird jeweils einer der Kolben 10 oder 11 entsprechend in das zylindrische Gehäuse 6 eingeschoben, wobei die im Gehäuse 6 zwischen den Kolben 10 und 11 befindliche Luft komprimiert und über die Fenster 15 und 16 zur Atmosphäre teilweise ausgeschoben wird. In diesem Zusammenhang haben die Fenster 15 und 16 eine weitere Funktion, d.h. sie geben den Drosselwiderstand vor, der beim Ausstoß der Luft zur Atmosphäre hin überwunden werden muss. Ggf. kann der Drosselquerschnitt durch in den Fenstern 15 und 16 angeordnete transparente "Fensterscheiben" begrenzt werden, so dass die zur Atmosphäre hin verdrängte Luft einen entsprechend vergrößerten Drosselwiderstand überwinden muss. Dieser Drosselwiderstand wirkt gegenüber schnellen Bewegungen der Kolben 10 und 11 im Sinne einer Dämpfung, die bei plötzlich auf den Skischuh wirkenden Stoßkräften einer vorzeitigen Auslösung des Skischuhs aus der Bindung entgegenwirkt. Wenn dagegen der Skischuh, etwa bei einem Sturz aus dem Stand langsam um eine Vertikalachse gedreht bzw. in Seitwärtsrichtung relativ zum Ski 1 bewegt wird, tritt die vorgenannte Dämpfung der Kolbenbewegung praktisch nicht ein, weil in diesem Falle die im Gehäuse 6 eingeschlossene Luft die Fenster 15 und 16 mit geringer Strömungsgeschwindigkeit durchsetzt und damit weitestgehend widerstandsfrei entweichen kann.

[0025] Wie insbesondere aus Fig. 3 ersichtlich ist, ist die mit dem kolbenseitigen Arm des Sohlenhalters 7 bzw. 8 zusammenwirkende Seite des Bodens des Kolbens 10 bzw. 11 als Kulisse 17 ausgebildet. Die Form der Kulisse bestimmt das Übersetzungsverhältnis zwischen der Drehwinkeländerung des Sohlenhalters 7 bzw. 8 und der Verstellung des zugeordneten Kolbens 10 oder 11. Im übrigen besitzt die Kulisse 17 eine nockenartige Erhebung 17', so dass der jeweilige Sohlenhalter 7 bzw. 8 bei Auslösung des Skischuhs bzw. der Sohle 2 aus der Bindung in der in Fig. 3 erreichten Lage verbleibt und manuell in Richtung der Gebrauchslage der Fig. 2 zurückgeschwenkt werden muss. Sobald dabei der kolbenseitige Hebelarm des Sohlenhalters 7 bzw. 8 den zugeordneten Kolben 10 oder 11 auf der gegenüber der Lage in Fig. 3 anderen Seite der Erhebung 17' berührt, wird der Sohlenhalter 7 bzw. 8 durch die Kraft der Schraubendruckfeder 12, die nunmehr den Kolben 7 oder 8 innerhalb des Gehäuses 6 wieder nach auswärts schieben kann, in die Gebrauchslage der Fig. 2 gespannt.


Ansprüche

1. Schuhhalteraggregat einer Skibindung zur Halterung eines, insbesondere des zehenseitigen Endes eines Skischuhs

(a) mit zwei um vertikale Hochachsen (9) schwenkbaren Schuh- bzw. Sohlenhaltern (7, 8), welche einen Endbereich des Sohlenrandes bzw. Skischuhs von seitwärts, vorn und/oder oben umgreifen und mit einer Federanordnung (12) zusammenwirken, die die Schuh- bzw. Sohlenhalter (7, 8) gegen den Schuh oder Sohlenrand spannt und eine Auslösung des Skischuhs gegen Auslösewiderstand ermöglicht,

(b) wobei die Sohlenhalter (7, 8) als Doppelarmhebel ausgebildet sind, wobei die sohlenfernen Hebelarme der Sohlenhalter (7, 8) mit Kolben (10, 11) zusammenwirken, die in Richtung der Querachse der Skibindung verschiebbar geführt und von einer für beide Kolben gemeinsamen, zwischen den Kolben eingespannten Feder (12) gegen die sohlenfernen Hebelarme gedrängt werden,

(c) wobei auf der den Sohlenhalter (7, 8) zugewandten Seite des Kolbenbodens eine mit dem sohlenfernen Arm des jeweiligen Sohlenhalters zusammenwirkende Kulissenbahn (17) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass

(d) die Kulissenbahn durch eine Erhebung (17') in zwei Abschnitte unterteilt ist, wobei der zugeordnete Sohlenhalter (7, 8) in Auslöseposition am einen Abschnitt der Kulissenbahn (17') festgehalten wird.


 
2. Schuhhalteraggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbens (10, 11) in einem zylinderartigen Gehäuse (6) mit zur Querachse (4) paralleler Zylinderachse verschiebbar geführt sind.
 
3. Schuhhalteraggregat nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zylinderförmige Gehäuse (6) am zehenseitigen Querrand einer Skischuh-Standplatte (3) angeordnet ist, welche um eine Querachse (4) an diesem Querrand relativ zum Ski (1) aufschwenkbar angeordnet ist.
 
4. Schuhhalteraggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am einen Kolben (11) für die zwischen den Kolben (10, 11) eingespannte Feder (12) ein verstellbares Federwiderlager (14) angeordnet ist.
 
5. Schuhhalteraggregat nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass als verstellbares Federwiderlager eine Mutter (14) vorgesehen ist, die innerhalb des Kolbens (10) axial verschiebbar, jedoch undrehbar geführt bzw. festgehalten ist und mittels einer Stellschraube, die am Boden des Kolbens (11) mittels einer an ihr angeformten Kreisscheibe (13') axial gelagert ist, schraubverstellbar ist.
 
6. Schuhhalteraggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im zylinderförmigen Gehäuse (6) zwischen den Kolben (10, 11) eingeschlossene Luft bei Einwärtsverschiebung eines der Kolben (10, 11) über einen vorgegebenen Drosselweg zur Atmosphäre ausschiebbar ist.
 


Claims

1. A boot retainer unit of a ski binding for retaining an end, in particular the toe end, of a ski boot

a) comprising two boot and/or sole retainers (7, 8) which: can be pivoted about vertical axes (9); encompass an end region of the sole periphery and/or ski boot from the side, front and/or top; and co-operate with a spring arrangement (12) which tenses the boot and/or sole retainers (7, 8) against the boot or the sole periphery and enables the ski boot to be released against a release resistance,

b) wherein the sole retainers (7, 8) are formed as two-armed levers, wherein the lever arms of the sole retainers (7, 8) which are distant from the sole co-operate with pistons (10, 11) which are guided such that they can be shifted in the direction of the transverse axis of the ski binding and are pushed against the lever arms which are distant from the sole by a spring (12) which is common to both pistons and is clamped between the pistons,

c) wherein a linkage rail (17) which co-operates with the arm of the respective sole retainer which is distant from the sole is arranged on the side of the base of the piston which faces the sole retainer (7, 8),
characterised in that

d) the linkage rail is sub-divided into two portions by an elevation (17'), wherein the assigned sole retainer (7, 8) is fixedly held in a release position on one portion of the linkage rail (17).


 
2. The boot retainer unit according to Claim 1, characterised in that the pistons (10, 11) are guided such that they can be shifted in a cylindrical housing (6) exhibiting a cylinder axis which is parallel to the transverse axis (4).
 
3. The boot retainer unit according to Claim 2, characterised in that the cylindrical housing (6) is arranged on the toe-end transverse periphery of a ski boot stand plate (3) which is arranged such that it can be pivoted up relative to the ski (1) about a transverse axis (4) at said transverse periphery.
 
4. The boot retainer unit according to Claim 1, characterised in that an adjustable spring abutment (14) for the spring (12) which is clamped between the pistons (10, 11) is arranged on one piston (11).
 
5. The boot retainer unit according to Claim 4, characterised in that the adjustable spring abutment is provided as a nut (14) which: is guided and/or fixedly held within the piston (10) such that it can be axially shifted but not rotated; and can be screw-adjusted by means of a setting screw which is axially mounted on the base of the piston (11) by means of a circular disc (13') moulded onto it.
 
6. The boot retainer unit according to any one of Claims 1 to 5, characterised in that air trapped between the pistons (10, 11) in the cylindrical housing (6) when one of the pistons (10, 11) is shifted inwards can be expelled via a predefined throttle path to the atmosphere.
 


Revendications

1. Ensemble de maintien de chaussure d'une fixation de ski destiné à maintenir une extrémité, en particulier une extrémité côté orteil, d'une chaussure de ski,

(a) comportant deux éléments de maintien de chaussure ou de semelle (7, 8) pouvant pivoter autour d'axes verticaux (9), lesquels éléments de maintien de chaussure ou de semelle s'engagent autour d'une zone d'extrémité du bord de semelle ou de la chaussure de ski à partir du côté, de l'avant et/ou du haut et coopèrent avec un agencement à ressort (12) qui serre les éléments de maintien de chaussure ou de semelle (7, 8) contre la chaussure ou le bord de semelle et permet une libération de la chaussure de ski à l'encontre d'une résistance à la libération,

(b) dans lequel les éléments de maintien de chaussure ou de semelle (7, 8) sont conçus sous la forme d'un double bras de levier, dans lequel les bras de levier des éléments de maintien de semelle (7, 8) éloignés de la semelle coopèrent avec des pistons (10, 11) qui sont guidés de manière mobile en direction de l'axe transversal de la fixation de ski et qui sont forcés par un ressort (12) commun aux deux pistons et serré entre les pistons contre les bras de levier éloignés de la semelle,

(c) dans lequel sur le côté du corps de piston dirigé vers l'élément de maintien de semelle (7, 8) est agencée une glissière (17) qui coopère avec le bras de l'élément de maintien de semelle respectif éloigné de la semelle,
caractérisé en ce que

(d) la glissière est subdivisée en deux parties par une élévation (17'), dans lequel l'élément de maintien de semelle conjugué (7, 8) est maintenu en position de libération sur une partie de la glissière (17).


 
2. Ensemble de maintien de chaussure selon la revendication 1, caractérisé en ce que les pistons (10, 11) sont guidés de manière mobile dans un boîtier cylindrique (6) ayant un axe de cylindre parallèle à l'axe transversal (4).
 
3. Ensemble de maintien de chaussure selon la revendication 2, caractérisé en ce que le boîtier cylindrique (6) est agencé sur le bord transversal côté orteil d'une plaque de base de chaussure de ski (3) qui est agencée de manière à pouvoir pivoter par rapport au ski (1) autour d'un axe transversal (4) sur ce bord transversal.
 
4. Ensemble de maintien de chaussure selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une butée de ressort réglable (14) est agencée sur un piston (11), pour le ressort (12) serré entre les pistons (10, 11).
 
5. Ensemble de maintien de chaussure selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'un écrou (14) est prévu en tant que butée de ressort réglable, lequel écrou peut être déplacé axialement à l'intérieur du piston (10) mais ne peut pas être tourné ou est maintenu, et peut être réglé par vissage au moyen d'une vis de réglage qui est montée axialement sur le corps du piston (11) au moyen d'un disque circulaire (13') formé sur celui-ci.
 
6. Ensemble de maintien de chaussure selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que de l'air contenu dans le boîtier cylindrique (6) entre les pistons (10, 11) peut être évacué vers l'atmosphère via un trajet d'étranglement prédéfini, lors d'un déplacement vers l'avant de l'un des pistons (10, 11).
 




Zeichnung











Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente