[0001] Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer bedruckten, geprägten
und mit einem Siegellack versehenen Deckelplatine.
[0002] Es ist bekannt, beispielsweise Deckelmaterialien zu bedrucken und zu prägen. Typische
Beispiele sind Kunststoff-, Metall- oder mit Kunststoff verbundene Metallfolien, die
beispielsweise bedruckt werden. Aus den Folien werden Deckelplatinen ausgeschnitten
und im Stapel einer Abfüll- und Verschliessmaschinen zugeführt. Die Deckelplatinen
neigen zur gegenseitigen Haftung durch den "Glasplatteneffekt" und eine Vereinzelung
der Deckelplatinen ist nicht zuverlässig möglich. Dies führt zu Betriebsstörungen
während der Bedeckelung von Behältern in der Verschliessmaschine. Deshalb werden die
Deckelmaterialien in einer Prägevorrichtung, mittels Prägewalzen, mit einer Damast-
oder Würmchenprägung etc. versehen
[0003] Bevorzugt erfolgt das Prägen von Folien, insbesondere für industrielle Mengen, kontinuierlich
zwischen Prägewalzen. Die zu prägenden Folien können bereits repetitiv mit Werbeaufdrucken,
Texten, Logos usw. bedruckt sind. Es stellt sich die Schwierigkeit dar, die Prägung
auf die vorerst bedruckten Folien in einem weiteren separaten Durchgang durch die
Prägevorrichtung im Register, d.h. fortlaufend deckungsgleich mit dem Aufdruck, zu
prägen. Im weiteren wird durch den Prägevorgang das Druckbild verzerrt und ein allfälliger
Glanz verschwindet. Darüber hinaus ist die Beschaffung und Bereitstellung der Prägewalzen
ein ausgesprochen teures Vorhaben.
[0004] DE 198 40 981 A1 offenbart ein Verfahren zur Herstellung einer bedruckten und geprägten Deckelplatine,
wobei einem Bedruckstoff In einem Druckwerk die gefärbten Druckmotive einer Deckelplatine
mittels einer Druckform aufgedruckt und in einem weiteren Druckwerk die geprägten
Druckelemente der Deckelplatine mittels einer Druckform eingeprägt werden und die
Deckelplatine aus dem Bedruckstoff ausgestanzt wird. Der Bedruckstoff Ist mit einem
Grundlack und/oder einer oder mehreren Siegelschichten versehen.
[0005] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, die genannten Nachteile zu überwinden und
ein verbessertes Herstellungsverfahren für leicht vereinzelbare Deckelplatinen und
Deckelplatinen mit neuen optischen Vorzügen vorzuschlagen.
[0006] Erfindungsgemäss wird dies mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1
erreicht.
[0007] Beim Tiefdruck oder Kupfertiefdruck mittels Tiefdruckmaschinen wird das Druckmotiv
auf einen Formzylinder graviert. Die Vertiefungen der Gravur nehmen aus einer Farbwanne
die Farbe auf. Die überschüssige Farbe wird mit einem Rakel abgestreift. Ein Druckzylinder
oder Presseur drückt den Bedruckstoff gegen den Formzylinder, der die Farbe dann an
das zu bedruckende Material abgibt.
[0008] Beim Flexodruck mittels Flexodruckmaschinen handelt es sich um ein Hochdruckverfahren.
Die Farbe wird über eine Rasterwalze auf die erhabenen Elemente der Druckform und
von dort direkt auf den Bedruckstoff übertragen. Beim Flexodruck ist die Druckform
eine vorgefertigte Fotopolymerplatte, die auf einen Formzylinder aufgespannt wird,
angewendet.
[0009] Die Druckformen für das Verfahren nach vorliegender Erfindung sind Formzylinder mit
den daran angebrachten Druckelementen oder Druckmotiven. Dem jeweiligen Formzylinder
gegenüber angeordnet, rollt ein Druckzylinder oder Presseur ab. Der Bedruckstoff wird
zwischen den beiden Zylindern durchgeführt. Zwischen dem Formzylinder und dem Druckzylinder
entsteht eine Flächenpressung. Beim Drucken mit Farben werden dabei die Farben auf
den Bedruckstoff übertragen. Je nach Farbanzahl beim Druck, ob schwarz-weiss Druck,
Dreifarbendruck oder Vierfarbendruck etc., kann ein farbführendes Druckwerk oder können
mehrere farbführende Druckwerke, insbesondere mit den Farben schwarz, cyan, magenta
und gelb, in der Druckmaschine angeordnet sein. Zur Ausführung des erfinderischen
Verfahrens sind zusätzlich zu den farbführenden Druckwerken ein oder fallweise mehrere
Druckwerke, in der gleichen Druckmaschine, vorhanden, welche die Prägung am Bedruckstoff
anbringen. Das Druckwerk oder die Druckwerke zur Ausführung der Prägung sind vor und
vorteilhaft nach dem oder den farbführenden Druckwerken angeordnet. Beim ertindungsgemässen
Verfahren, ist die Druckform für die Prägung insbesondere ein Formzylinder mit eingravierten
Druckelementen. In der Druckmaschine können die Formzylinder des oder der Druckwerke,
welche die Prägung am Bedruckstoff anbringen und fallweise das Druckwerk, welches
den Siegelrand aufdruckt, den gleichen Umfang oder Durchmesser, wie die Druckformen
in den farbführenden Druckwerken aufweisen und die Druckwerke können durch den gleichen
Antrieb oder einzeln durch separate Antriebe angetrieben werden. In anderer Form können
in der Druckmaschine die Formzylinder des oder der Druckwerke, welche die Prägung
am Bedruckstoff anbringen und den Siegelrand aufdrucken, einen gegenüber der Druckformen
in den farbführenden Druckwerken unterschiedlichen Umfang oder Durchmesser aufweisen
und die Druckwerke werden in diesem Fall durch separate Antriebe angetrieben, wobei
die Antriebe bezüglich der Umfangsgeschwindigkeit der Druckformen synchronisiert gesteuert
werden.
[0010] Der farbgebende Druck, der Aufdruck des Siegelrandes und die Prägung erfolgen in
der gleichen Druckmaschine, durch unmittelbar nacheinander angeordnete Druckwerke.
Damit gelingt es, die Druckfarben, den Siegellack sowie die Prägung im Register, insbesondere
verschiebungs- und verzerrungsfrei gegeneinander, am Bedruckstoff anzubringen.
[0011] Gemäss vorliegender Erfindung wird das innerhalb des Druckverfahrens angeordnete
Prägeverfahren, gleich wie ein Druckverfahren, ebenfalls mit einem gravierten Formzylinder,
fallweise mit mehreren, gravierten Formzylindern, jedoch ohne Farbauftrag, als Blinddruck,
ausgeführt. In vorliegendem Verfahren wird insbesondere in dem oder den Druckwerken
zur Prägung keine Farbe auf den Formzylinder, resp. die Druckform gegeben. Der Formzylinder,
resp. die Druckform, bringt allein die Prägung am Bedruckstoff an.
[0012] Die genannten Druckwerke werden vorteilhaft bei Raumtemperatur betrieben. Die Prägung
des Bedruckstoffes erfolgt in der Regel bei Umgebungs- oder Raumtemperatur. Eine Energiezufuhr
an die Zylinderoberflächen oder den Bedruckstoff, wie eine Beheizung, während des
Prägens ist in der Regel nicht vorgesehen. Eine Beheizung des Druckwerkes oder Teilen
davon, wie die Beheizung des Formzylinders und/oder des Druckzylinders und/oder des
Bedruckstoffes kann zweckmässig sein für das Prägen von Bedruckstoffen aus oder enthaltend
Kunststoffschichten. Durch die Erwärmung kann die Viskosität der Kunststoffschicht
sinken und den Prägeprozess dadurch beeinflussen. Der Bedruckstoff kann auch reaktive
Schichten enthalten, die durch physikalische oder chemische Reaktion ihr Verhalten
oder Zustand ändern, z.B. aushärten, polymerisieren, quellen, aufschäumen, sich in
der Löslichkeit verändern etc., und die Verhaltensänderung kann sich während des Prägens,
fallweise durch Energiezufuhr von aussen, einstellen.
[0013] Formzylinder mit eingravierten Druckelementen sind herstellbar, durch elektromechanische
Gravur von Zylindern mit einer Metalloberfläche. Beispielsweise wird ein Text oder
ein Bild durch eine Lesevorrichtung gelesen und digital gespeichert. Die gespeicherten
Daten werden auf die Positionierung und den Antrieb eines Stichels übertragen. Die
Bewegungen des Stichels bewirken, dass unter Materialabtrag von der Oberfläche des
Formzylinders der Text oder das zu druckende Bildmotiv an sich oder als Raster in
die Oberfläche des Formzylinders als Druckelemente eingraviert werden.
[0014] Die Formzylinder für die Druckfarben, den Siegelrand und für die Prägung, können
nach vorliegender Erfindung beispielsweise im selben Layout-Programm oder Druckbild-Programm
und dabei bevorzugt durch den gleichen bildverarbeitenden Prozessor sowie die daran
angeschlossene mechanische Raster- oder Gravurerzeugung, insbesondere im gleichen
Maschinenbett, bearbeitet werden. Durch die Steuerung der Gravurtiefe, des Gravursiebes,
der Rasterweite der Gravur oder des Gravurrasters durch Erzeugung von Zellen und Trennwänden,
d.h. der Druckelemente und Stützraster, und durch die Stichelform können sowohl für
den Druck als auch für die Prägung optimierte Formzylinder erzeugt werden. Es ist
auch möglich, an den Formzylinder für die Prägung nicht nur in die Tiefe gehende Gravuren
als Druckelemente anzubringen, sondern wechselweise auch erhabene Druckelemente.
[0015] Die Prägung an sich kann u.a. durch das Material oder die Oberfläche des Druckzylinders
oder Presseurs sowie die Härte oder Verformbarkeit der Ober flächenschicht des Druckzylinders
oder Presseurs und auch durch die Gleitfaktoren zwischen den Zylindern und dem Bedruckstoff
beeinflusst werden.
[0016] Die im Formzylinder, beispielsweise für den Tiefdruck oder Kupfertiefdruck, angebrachten,
die Prägung erzeugenden, Druckelemente können gegenüber der Oberfläche des Formzylinders
in eine Tiefe von 60 bis 500 µm, zweckmässig von 60 bis 250 µm, vorteilhaft von 80
bis 200 µm und insbesondere von 100 bis 200 µm eingraviert sein.
[0017] Die im Formzylinder für die Prägung eingravierten Druckelemente weisen ein reduziertes
Stützraster auf oder sind stützrasterfrei. Beim Gravieren von Formzylindern für die
Farbübertragung wird auf ein drucktypisches Stützraster abgezielt, um eine optimale
Farbaufnahme, Farbübertragung und Farbabgabe zu erreichen. Gemäss vorliegender Erfindung
werden mit dem Druckzylinder für die Prägung keine Farben übertragen. Deshalb kann
das Stützraster, bezogen auf die Fläche des eingravierten Druckelementes, ganz - zu
100% --, wegfallen oder das Stützraster kann lediglich bis zu 80% und insbesondere
bis zu 50% der stützenden Fläche eines drucktypischen Stützrasters aufweisen. Das
Stützraster entfällt ganz oder die stützende Fläche ist reduziert, da das Stützraster
dem prägenden Einfluss des Formzylinders sich störend erweisen kann.
[0018] Bezogen auf die wirksame, d.h. auf dem Bedruckstoff abrollende, Oberfläche eines
Formzylinders können die eingravierten Druckelemente für die Prägung bis zu 80% und
vorzugsweise bis zu 50% betragen. Zweckmässig trifft dies auch auf stützrasterfreie
Druckelemente zu. Die eingravierten Druckelemente für die Prägung sind vorteilhaft
derart auszulegen, dass an der fertigen Deckelplatine die Prägungen derart verteilt
sind, dass die Deckelplatinen nicht durchhängen, plan aufliegen.
[0019] Beispielsweise beim Flexodruck oder einem anderen Hochdruckverfahren weist die Druckform
erhabene oder abragende Druckelemente auf. Die Druckelemente, welche die Prägung erzeugen,
sind gegenüber der Oberfläche der Druckform erhaben und ragen 60 bis 500 µm, zweckmässig
60 bis 250 µm, vorteilhaft 80 bis 200 µm und insbesondere 100 bis 200 µm von der Oberfläche
der Druckform ab.
[0020] Um im Druckwerk die Druckelemente der Druckform dem Bedruckstoff als Prägung einzuprägen,
wird der Bedruckstoff zwischen dem Formzylinder und einem Druckzylinder hindurchgeführt.
Die beiden Zylinder rollen auf dem Bedruckstoff, üblicherweise unter voreingestellter
Druckbeaufschlagung ab.
[0021] Der Druckzylinder kann eine unverformbare, verformbare oder elastische Oberflächenschicht
aufweisen. Die Oberfläche des Druckzylinders ist in der Regel glatt und weist keine
Druckelemente auf. Beispielsweise kann der Druckzylinder eine Stahlwalze mit einer
Oberfläche aus Stahl sein. Beim Druckzylinder kann es sich fallweise auch um eine
Stahlwalze mit einer Oberflächenschicht aus elastischem Material, wie Gummi, oder
aus Papier oder um eine Gummiwalze handeln. Der Anpressdruck des Druckzylinders an
den Formzylinder kann eingestellt werden. Für den vorliegenden Prägeprozess können
beispielsweise Drücke von bis zu 3 t pro Meter wirksamer Zylinderbreite, zweckmässig
bis zu 2 t pro m, vorteilhaft bis zu 1,5 t pro m, besonders vorteilhaft bis zu 1 t
pro m und insbesondere bis zu 0,5 t pro m angewendet werden. Die Minimaldrücke können
bei 0,2 t pro m wirksamer Zylinderbreite und vorzugsweise bei 0,4 t pro m liegen.
Typische Zylinderbreiten reichen von 200 mm bis 5600 mm und bevorzugt von 500 bis
1200 mm. Fallweise kann im Druckwerk eine Unterlage, ein sog. Underlay, eingesetzt
werden. Der Anpressdruck der Druckzylinder wird, wie bei Druckverfahren üblich, derart
eingestellt, dass keine Dimensionsänderung, z.B. keine Dickenreduktion, Stichabnahme
oder dergl., des Bedruckstoffes erfolgt.
[0022] Zwischen dem Walzenpaar aus Formzylinder und Druckzylinder wird dem Bedruckstoff
entsprechend den Druckelementen am Formzylinder das Druckbild eingeprägt. Die Prägetiefe
am Bedruckstoff kann durch die Tiefe der Gravur im Formzylinder, durch die Steuerung
des Anpressdruckes des Druckzylinders an den Formzylinder und die Materialbeschaffenheit
der Oberflächenschicht des Druckzylinders verändert werden.
[0023] In einer wahlweisen Ausführungsform kann auch der Druckzylinder ein Formzylinder
darstellen und Druckelemente aufweisen. Ein solcher als Formzylinder eingesetzter
Druckzylinder kann insbesondere das Negativbild, resp. die Druckelemente in Negativform,
aufweisen und die Druckelemente des Formzylinders und die negativen Druckelemente
des Druckzylinders wirken simultan auf den Bedruckstoff ein. Das bedeutet, dass der
Druckzylinder ebenfalls ein Formzylinder mit dem eingeprägten Negativ der Druckelemente
des anderen Formzylinders ist. Der beschriebene Druckzylinder, resp. andere Formzylinder,
stellt demnach die Gegenform oder Patrize dar. Insbesondere können erhabene Teile
des geprägten Motivs auf der einen Formzylinderoberfläche in die eingravierten, resp.
getieften, Motivteile in der Oberfläche des anderen Formzylinders eingreifen. Entsprechend
stark wird der zwischen den beiden Zylindern durchlaufende Bedruckstoff verformt und
mit der Prägung versehen.
[0024] In einer anderen wahlweisen Ausführungsform kann auch der Druckzylinder oder Presseur
eine Oberflächenschicht aus Papier oder Pappe aufweisen. Die Oberflächenschicht aus
Papier oder Pappe wird angefeuchtet und ohne zwischenliegenden Bedruckstoff wird der
Formzylinder auf dem Druckzylinder abgerollt. Die Druckelemente des Formzylinders
werden auf die feuchte Oberflächenschicht übertragen und es prägt sich in der Oberflächenschicht
das Negativbild, resp. die Druckelemente in Negativform, des Formzylinders ein. Beim
anschüessenden Prägeprozess am Bedruckstoff wirken die Druckelemente des Formzylinders
und die negativen Druckelemente des Druckzylinders simultan auf den Bedruckstoff ein.
Entsprechend verstärkt wird der zwischen den beiden Zylindern durchlaufende Bedruckstoff
verformt und mit der Prägung versehen.
[0025] Es ist weiters auch möglich, zwei verschiedene Formzylinder in separaten Druckwerken
auf den Bedruckstoff derart einwirken zu lassen, dass der eine Formzylinder die Prägung
in einer Richtung, der andere Formzylinder eine weitere Prägung in der anderen Richtung
dem Bedruckstoff verleiht. Eine Prägung von beiden Seiten her auf den Bedruckstoff
kann auch durch Umlenkung des Bedruckstoffes mittels eines Wendekreuzes in der Druckmaschine
erfolgen.
[0026] Es ist auch möglich, den Bedruckstoff zwischen verschiedenen Formzylindern gegen
die gleiche Druckwalze oder gegen jeweils separate Druckwalzen gepresst durchzuführen
und dem Bedruckstoff nacheinander verschiedene, sich überlagernde oder gestuft getiefte
Druckbilder oder Druckmotive einzuprägen.
[0027] Schliesslich sei auch die Möglichkeit erwähnt, im erfindungsgemässen Verfahren das
Druckwerk nur zur Prägung oder zur Prägung und zum Druck des Siegelrandes, zu benutzen
und keine farbführenden Druckwerke einzusetzen. Diese Anwendung ist von hohem Interesse
für die Erzeugung von Bedruckstoffen und für Bedruckstoffe an sich, an denen nur Prägung,
resp. Prägung und Siegelrand angebracht werden soll.
[0028] Gemäss vorliegender Erfindung kann im Druckwerk beispielsweise die Druckelemente
oder das Druckmotiv der Druckform dem Bedruckstoff als Prägung, als hervorstehendes
Muster, als reliefartige Erhebungen, als hologrammtaugliches Muster oder als Punkt-
oder Brailleschrift oder als Schwächung, als Lochung oder als Perforation oder Falzlinien
eingeprägt werden. Selbstredend können die unterschiedlichen Prägungen in einem Druckwerk
durch denselben Formzylinder am selben Bedruckstoff in beliebiger Kombination vorgenommen
werden.
[0029] Die in einem oder mehreren Druckwerken zwischen durch den Formzylinder und dem Druckzylinder
am Bedruckstoff angebrachten Prägungen als Erhebungen oder Vertiefungen können fallweise
in einem weiteren Druckwerk mit Form- und Druckzylinder mit glatter Oberfläche zur
Begrenzung oder Prägetiefe, resp. zur Glättung oder Dämpfung der Prägestruktur, durchgeführt
werden. Durch eine Steuerung des Anpressdruckes kann dabei die Prägetiefe angepasst
werden.
[0030] Entsprechend der späteren Verwendung als Deckel an einem Behälter kann am Bedruckstoff
eine Bedruckung mit einem Siegellack angebracht werden- Der Siegellack kann vollflächig
auf den Bedruckstoff aufgedruckt werden. Bevorzugt ist ein Druckmotiv aus dem Siegellack,
wobei dieses Druckmotiv im Wesentlichen eine ringförmige oder endlose Naht darstellt.
Die Form der Naht entspricht insbesondere der Kontur des Schulterbereiches des Behälters,
an den später der Deckel angesiegelt werden soll. Selbstredend kann das Druckmotiv
aus dem Siegellack an beliebiger Stelle in beliebiger Ausdehnung nach Massgabe notwendiger
Siegelflächen aufgedruckt werden. Statt einer Farbe wird ein Siegellack mittels einer
separaten Druckform im Druckwerk oder in einem der Druckwerke, aufgedruckt. Der Siegellack
kann Lösemittel und/oder Füllstoffe enthalten. Die Füllstoffe können beispielsweise
Silicate, Talkum, Glas, Polymere, etc. in kömiger oder feinkörniger Form sein. Es
ist auch möglich, aufschäumende oder blähbare Füllstoffe einzusetzen. Beispielsweise
durch chemische Initiatoren oder durch Energieeintrag vergrössem solche Füllstoffe
ihr Volumen und eine dünn aufgedruckte Siegelnaht schäumt auf oder bläht sich zu der
gewünschten grösseren Dicke auf. Die Siegelnaht sollte eine Dicke von 2 bis 100 µm,
zweckmässig von 2 bis 50 µm und vorteilhaft von 2 bis 20 µm aufweisen. Da der Siegellack
in einem Lösemittel aufgenommen ist, liegt ein Nachteil darin, dass, um die genannten
Schichtdicken zu erreichen, sehr viel Siegellack aufgedruckt und entsprechend sehr
viel Lösungsmittel verdampft werden müsste. In einem schnell laufenden Druckprozess
kann möglicherweise die dazu benötigte Verdampfungsrate nicht erreicht werden. Deshalb
ist es vorteilhaft, Siegellacke mit Füllstoffen einzusetzen.
[0031] Der Siegelrand kann an seiner Aussenseite und/oder an seiner Innenseite von einer
im Druckwerk angebrachten Prägung begrenzt sein. Die den Siegelrand bildende Naht
kann vollflächig aus dem Siegellack bestehen. Es kann vorteilhaft sein, die Naht durch
Unterbrechungen, insbesondere labyrinthartige, Unterbrechungen vorzusehen. Solche
Unterbrechungen in der Naht aus Siegellack bilden Luftkanäle. Im Stapel von Deckeln
kann zwischen zwei Deckeln eingeschlossene Luft entweichen oder umgekehrt, Luft kann
durch die Luftkanäle zwischen zwei Deckel eindringen und das Vereinzeln der Deckel
damit erleichtern oder ermöglichen. Wird ein derart ausgerüsteter Deckel auf einen
Behälter aufgesiegelt, schliessen sich die Unterbrechungen oder Durchbrüche in der
Siegelnaht durch das Aufschmelzen des Siegellackes unter dem Druck und der Hitze des
Siegelwerkzeuges und es wird eine dichte Siegelung zwischen Behälter und Deckel erreicht.
[0032] Der Bedruckstoff kann als Bogenware, bevorzugt jedoch als Rollenware, d.h. aufgewickelt
als Vorratsrolle, Wickel oder Coil vorliegen. Der Bedruckstoff wird kontinuierlich
abgewickelt und der Druckmaschine oder der Serie von Druckmaschinen zugeführt. Beispielsweise
kann der Bedruckstoff in einem oder mehreren Druckwerken mit den Farben und fallweise
dem Siegellack bedruckt werden. Danach können am Bedruckstoff - als Blinddruck - die
Druckmotive oder Druckelemente geprägt werden. Nach dem Druck- und dem Prägevorgang
in der oder den Druckmaschinen können aus dem Bedruckstoff die Deckelplatinen ausgenommen
werden. Dies kann durch Ausschneiden, Ausstanzen oder durch andere Austrennverfahren
erfolgen. Es ist möglich, das Ausstanzen durch eine Stanzwalze in die Druckmaschine
zu integrieren oder das Prägen und Ausstanzen durch eine Prägewalze mit Stanzmessern
zu kombinieren. Es ist auch möglich, eine separate Stanzvorrichtung unmittelbar anschliessend
an die Druckmaschine oder die Druckmaschinen anzuordnen. Es kann eine Druckmaschine
für die Farbe und fallweise den Siegellack und eine Druckmaschine für das Anbringen
der Prägung und eine Stanzmaschine nacheinander angeordnet werden. Auch kann eine
Druckmaschine für die Farbe und fallweise den Siegellack und eine, vorteilhaft registergesteuerte,
Druckmaschine für das Anbringen der Prägung und Stanzung nacheinander angeordnet werden.
Bevorzugt ist ein Ablauf, beginnend mit der Bedruckung mittels der oder den farbführenden
Druckformen die Farbe, danach mit einer separaten Druckform den Siegellack, vollflächig
oder als Naht, aufzutragen, danach mit der oder den prägenden Druckformen die Prägung
als Blinddruck am Bedruckstoff anzubringen und danach die Deckelplatinen aus dem Bedruckstoff
auszunehmen. Demnach können die Deckelplatinen aus dem Bedruckstoff beispielsweise
mittels einer in der Druckmaschine angeordneten Stanzwalze oder einer der oder den
Druckmaschinen nachgeordneten, vorteilhaft registergesteuerten, Stanzvorrichtung ausgestanzt
werden.
[0033] Bei der Bearbeitung des Bedruckstoffes und Insbesondere im Falle, dass der Bedruckstoff
durch mehr als eine Druckmaschine geführt wird, ist eine gesteuerte Zugspannung des
Bedruckstoffes vorteilhaft. Es soll vermieden werden, dass sich der Bedruckstoff dehnt
oder die Prägungen gestreckt werden. Die Zugspannung kann beispielsweise über Sensoren,
welche die Geschwindigkeit der Druckmaschine oder Druckmaschinen, der Stanzvorrichtung
und/oder der Aufwlckelmaschine, resp. die auf den Bedruckstoff wirkende Zugkraft,
steuern, beeinflusst werden.
[0034] Beispiele von Bedruckstoffen für die Deckelplatinen sind solche, deren Druckmotiv
oder Druckelement als Prägung von der Oberfläche des Bedruckstoffes 20nm (Nanometer)
bis 500 µm, zweckmässig von 20 µm, resp. 50 µm, bis 250 µm, vorteilhaft von 70 µm
bis 200 µm und insbesondere von 80 µm bis 200 µm, abragt. An Metallfolien, wie Aluminiumfolien,
können Prägungen von beispielsweise 20 nm (Nanometer) bis 200 nm, mit einer Dicke
von 10 bis 100 µm, vorzugsweise 12 bis 30 µm, beispielsweise zur Gestaltung von Hologrammen,
angebracht werden. In der Regel ragt das Druckmotivbild einseitig vom Bedruckstoff
ab. Wurde die Prägung zwischen zwei Formzylindern oder von beiden Richtungen geprägt,
durchgeführt, kann die Prägung wechselseitig entsprechend auf jede Seite des Bedruckstoffes
in der angegebenen Höhe abragen.
[0035] Als Bedruckstoff können insbesondere bahnförmige Materialien verwendet werden. Beispiele
sind Metallfolien, wie Stahl- oder Kupferfolien und Insbesondere Aluminiumfolien,
Kunststofffolien, Papiere oder Pappe. Weitere Beispiele sind Verbundfolien, Schichtstoffe
und Laminate aus Kunststoffen, aus Kunststoffen und Metallfolien, aus Kunststoffen
und Papier, aus Kunststoffen und Pappe, aus Metallfolien und Papier, aus Metallfolien
und Pappe oder aus Kunststoffen, Metallfolien und Papier oder aus Metallfolien, Kunststoffen
und Pappe.
[0036] Werden als Bedruckstoffe oder als Teil von Bedruckstoffen Kunststofffolien eingesetzt,
so sind z.B. geeignete Kunststofffolien aus Polyvinylchlorid, Polyamiden, Polyestern,
wie Polyethylenterephtalat (PET), Polycarbonaten, Polyolefinen, insbesondere Polyethylen
oder Polypropylen, orientiertes Polypropylen (oPP), Polystyrolen usw. Die Kunststofffolien
können auch Copolymere darstellen. Die Kunststofffolien können auch aus zwei oder
mehreren Lagen durch Kaschieren, Coextrusion usw. gebildete Laminate sein. Die Dicke
der einzelnen Kunststofffolien oder Kunststoffschichten kann von 10 bis 250 µm, zweckmässig
von 12 bis 100 µm und vorteilhaft von 20 bis 50 µm betragen. Die Folien können durchsichtig,
durchscheinend, opak oder gefärbt sein. Die Kunststofffolien können siegelbar sein
oder auf einer oder auf beiden Seiten mit einer Siegelschicht oder einem Siegellack
ausgerüstet sein. Fallweise werden Kunststofffolien bei erhöhten Temperaturen im Druckwerk
verarbeitet.
[0037] Werden als Bedruckstoffe oder in Bedruckstoffen Folien aus Metall, wie Aluminium,
Stahl oder Kupfer, angewendet, so kann deren Dicke von 12 bis 200 µm, zweckmässig
15 bis 100 µm und vorteilhaft von 20 bis 50 µm betragen. Die bevorzugten Aluminiumfolien
können z.B. aus Reinaluminium mit einer Reinheit von 99% bis 99,9% oder aus einer
Aluminiumlegierung, beispielsweise aus der Reihe 8xxx, z.B. 8021 oder 8014, hergestellt
sein. Der Werkstoffzustand des Aluminiums kann weich bis hart oder walzhart sein.
Die Aluminiumfolien können ein- oder beidseitig gebürstet, geätzt, gefärbt, anodisiert,
neutralisiert, schutzlackiert und/oder lackiert sein.
[0038] Weitere Bedruckstoffe sind Laminate aus Metallfolien unter sich, aus Kunststofffolien
unter sich oder aus Kunststoff- und Metallfolien. Als Beispiel können Laminate aus
einer Aluminiumfolie, die ein- oder beidseitig mit Polyesterfolien oder mit Polyolefinfolien
beschichtet oder kaschiert ist, genannt werden. Geeignete Bedruckstoffe sind auch
Laminate oder Schichtstoffe aus Pappe oder Papier und wenigstens einer Kunststoffschicht.
Der Fachwelt sind solche Materialien z.B. als Mixpap bekannt. Zwischen den einzelnen
Schichten der Laminate oder Schichtstoffe können fallweise, Klebstoffe, Primer und
Sperrschichten usw., auf den nach aussen weisenden Seiten Sperrschichten und Siegelschichten
usw., angeordnet sein.
[0039] Andere Bedruckstoffe sind Papiere mit Flächengewichten von 80 bis 300 g/m
2 und zweckmässig von 100 bis 270 g/m
2. Die Papiere können ein- oder beidseitig kaschiert oder glanzkaschiert sein.
[0040] Typische Beispiele von Bedruckstoffen weisen eine Schichtfolge auf:
Al 7 - 50 µm / PET 12 - 70 µm / Al 7 - 50 µm oder
Al 7 - 50 µm / PET 12 - 70 µm / Al 7 - 50 µm / oPP 12 - 70 µm.
Die Bedruckstoffe und die Deckelplatinen daraus, sollen insbesondere eine hohe Planlage
und keine Rollneigung, sowohl vor, als auch nach der Druckprägung, aufweisen. Symmetrische
Verbunde sind in dieser Hinsicht besonders geeignet.
[0041] An vorliegenden Bedruckstoffen kann das eingeprägte Druckmotiv eine Prägung oder
hervorstehendes Muster sein. Die Prägung kann ein optisch hervorstehendes Muster,
beliebige Zahlen- oder Buchstabenfolge, graphische Elemente, Motive, Bilder, beliebige
repetitive Muster, z.B. Ornamente, Damast- oder Paisleymuster, usw. sein. Es können
auch hologrammtaugliche Muster erzeugt werden. An Bedruckstoffen für Deckelplatinen
nach vorliegender Erfindung kann eine Punkt- oder Brailleschrift angebracht werden.
Es ist möglich, am Bedruckstoff kleinste Prägungen, wie Bildmotive oder Schriften,
in einer Bild- oder Schrifthöhe von 0,5 mm und kleiner, anzubringen. Vorliegende Erfindung
umfasst auch Deckelplatinen mit Prägungen, wie Bildmotiven oder Schriften, mit einer
Bild- oder Schrifthöhe von 0,5 mm und kleiner.
[0042] Das im Bedruckstoff eingeprägte Druckmotiv kann eine Schwächung, eine Lochung und/oder
eine Perforation sein. Selbstverständlich können alle genannten Prägungen einzeln
oder in beliebiger Kombination an einem Bedruckstoff angebracht sein.
[0043] An einer Deckelplatine sind die farbtragenden Druckmotive und insbesondere die geprägten
Druckmotive im wesentlichen innerhalb des Siegelrandes angeordnet. Es ist auch möglich,
den Siegelrand aussen und/oder innen mit Prägungen zu begrenzen.
[0044] Nach dem Verfahren vorliegender Erfindung werden die durch Farbe erzeugten Druckmotive,
Siegelränder und Prägungen in wenigstens einer und insbesondere in der gleichen Druckmaschine
auf den Bedruckstoff für die Deckelplatinen aufgebracht. Die Druckformen, wie die
Formzylinder mit den eingravierten Druckelementen können, sowohl für die farbführenden
als auch die prägenden Druckformen sowie den Siegelrand, auf die gleiche einfache
und kostengünstige Weise hergestellt und in der gleichen Einfachheit und Schnelligkeit
in der Druckmaschine montiert oder ausgetauscht werden. Dies ermöglicht einen schnellen
und kostengünstigen Wechsel, sowohl der farbigen Druckmotive, der Kontur des Siegelrandes,
als auch der Prägungen, am Bedruckstoff.
[0045] Die erfindungsgemäss hergestellten Deckelplatinen aus den Bedruckstoffen finden z.B.
Anwendung als Verpackungsmaterialien für Gegenstände aller Art, einschliesslich Nahrungsmittelverpackungen,
wie Deckelplatinen für Becher für Yoghurt, Sahne, Frischkäse und weitere Milcherzeugnisse,
Becher und Behälter mit Speisenzubereitungen und Fertiggerichten, Tiemahrungsbehälter,
Verpackungen in der Medizin und Pharmazie, Medikamentenverpackungen, wie Blister-
oder Durchdrückverpackungen, oder Verpackungen für Raucherwaren. Werden die Bedruckstoffe
zu Deckelplatinen verarbeitet, so können die Einprägungen unverfälschbare Sicherheits-,
Ursprungs- und Originalitätsnachweise an einer bedeckelten Verpackung darstellen.
Die Einprägungen können das mit Druckfarbe erzeugte Druckbild oder Druckmotiv durch
die optisch erhabenen Elemente ergänzen oder verstärken. Während dem Prozess des Bedruckens
können am Bedruckstoff -- zusätzlich oder als Prägung - Schwächungen, z.B. als spätere
Aufreisshilfen oder Reisslinien, wie Perforationen, oder Punkt- oder Brailleschriften,
insbesondere im Register, d.h. lagegenau, angebracht werden. Druckmotive und optisch
erhabene Elemente und/oder Schwächungen können einander überlagern. Da die einzelnen
Elemente im gleichen Druckwerk auf den Bedruckstoff im Register auf-, resp. angebracht
werden, kann die jeweilige Lage der Elemente zu- oder übereinander vorbestimmt werden
und nach dem Verlassen des Druckwerkes liegen die Elemente an vorbestimmter Stelle
nebeneinander oder übereinander auf dem Bedruckstoff. Beispielsweise Bedruckstoffe,
die als Verpackungsmaterialien eingesetzt werden sollen, können Schwächungen, wie
Perforationen als Aufreisshilfen oder Reisslinien, und zugehörige Bild motive, wie
Hinweise auf die Aufreisshilfe, enthalten und es können daraus auf einfachste Weise,
durch lagegenaues Ausnehmen der Deckelplatinen aus dem Bedruckstoff, Deckelplatinen
in hoher Qualität bezüglich der Überlagerung von Druckmotiv, optisch erkennbaren Erhebungen,
Siegelrand und Aufreisshilfen gefertigt werden.
[0046] Es ist nicht auszuschliessen, dass beim Stapeln von erfindungsgemäss gefertigten
Deckelplatinen sich die geprägten Motive der einzelnen Deckelplatinen ineinander fallen.
Dies kann das maschinelle Entstapeln in einer Vorrichtung zum Bedeckeln verschlechtern,
der gegenseitige Hafteffekt könnte eintreten. Je nach gewähltem Druckmotiv kann es
deshalb vorteilhaft sein, über den Umfang der ersten - die Prägung erzeugenden - Druckform
verteilt, dasselbe Druckmotiv mehrfach zu gravieren. Die Druckmotive sind dann zweckmässig
leicht gegeneinander verschoben oder die Druckmotive unterscheiden sich in für das
Auge kaum wahrnehmbaren Details. Nach dem Ausstanzen und Stapeln der Deckelplatinen
können die geprägten Motive nicht ineinander fallen und die angestrebte vorteilhafte
Wirkung des leichten Entstapelns bleibt voll wirksam.
1. Verfahren zur Herstellung einer bedruckten, geprägten und mit einem Siegellack versehenen
Deckelplatine, bei welchem Verfahren an einem Bedruckstoff ein Siegellack angebracht
wird, dem Bedruckstoff in einem Druckwerk die gefärbten Druckmotive einer Deckelplatine
mittels einer oder mehreren Druckformen aufgedruckt und in einem weiteren Druckwerk
die geprägten Druckelemente oder Druckmotive der Deckelplatine mittels einer oder
mehrerer Druckformen eingeprägt werden, wobei die prägende Druckform ein Formzylinder
mit als Vertiefungen eingravierten Druckelementen ist und die im prägenden Formzylinder
angebrachten Druckelemente mit reduziertem Stützraster oder ohne Stützraster eingraviert
sind, oder wobei die prägende Druckform ein Formzylinder mit einer Druckform mit abragenden
Druckelementen ist und die Druckelemente gegenüber der Oberfläche des Formzylinders
von 60 bis 500 µm abragen, und mittels einer weiteren Druckform ein Siegelrand aus
einem Siegellack, im wesentlichen die Deckelplatine abgrenzend, auf den Bedruckstoff
aufgedruckt wird, und die Deckelplatine aus dem Bedruckstoff ausgestanzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelplatinen aus dem Bedruckstoff mittels einer in einer Druckmaschine angeordneten
Stanzwalze oder einer der Druckmaschine nachgeordneten Stanzvorrichtung ausgestanzt
werden.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützraster, bezogen auf die Fläche des eingravierten Druckelementes, ganz, zu
100%, wegfällt oder dass das Stützraster bis zu 80% und insbesondere bis zu 50% der
stützenden Fläche eines drucktypischen Stützrasters aufweist.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die im prägenden Formzylinder angebrachten Druckelemente gegenüber der Oberfläche
des Formzylinders in einer Tiefe von 60 bis 500 µm, zweckmässig von 60 bis 250 µm,
vorteilhaft von 80 bis 200 µm und insbesondere von 100 bis 200 µm eingraviert sind.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem prägenden Formzylinder angebrachte Druckform Druckelemente enthält, die
gegenüber der Oberfläche des Formzylinders von 60 bis 250 µm, vorteilhaft von 80 bis
200 µm und insbesondere von 100 bis 200 µm abragen.
6. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Druckwerk am Bedruckstoff, die Prägungen für die Deckelplatine ausbildend, die
Druckelemente der prägenden Druckform als Prägung eingeprägt werden, wobei der Bedruckstoff
zwischen dem Formzylinder und einem Druckzylinder geprägt wird und der Druckzylinder
die negativen Druckelemente der Druckform aufweist und die Druckelemente des Formzylinders
und die negativen Druckelemente des Druckzylinders simultan auf den Bedruckstoff übertragen
werden.
7. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass im Druckwerk die Druckelemente oder das Druckmotiv der prägenden Druckform, die Prägungen
für die Deckelplatine ausbildend, dem Bedruckstoff, als hervorstehendes Muster, als
hologrammtaugliches Muster oder als Punkt- oder Brailleschrift eingeprägt wird.
8. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass im Druckwerk das Druckbild der prägenden Druckform, die Prägungen für die Deckelplatine
ausbildend, dem Bedruckstoff als Schwächung, als Lochung oder als Perforation eingeprägt
wird.
9. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckmotiv von der Oberfläche des Bedruckstoffes 20 nm (Nanometer) bis 500 µm,
zweckmässig von 50 µm bis 250 µm, vorteilhaft von 70 µm bis 200 µm und insbesondere
von 80 µm bis 200 µm abragt.
10. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Bedruckstoff eine Metallfolie, insbesondere eine Stahlfolie oder eine Aluminiumfolie,
eine Kunststofffolie, ein Papier, eine Pappe oder Verbundfolien aus Kunststoffen,
aus Kunststoffen und Metallfolien, aus Kunststoffen und Papier, aus Kunststoffen und
Pappe, aus Metallfolien und Papier, aus Metallfolien und Pappe, aus Kunststoffen,
Metallfolien und Papier oder aus Kunststoffen, Metallfolien und Pappe, enthält oder
daraus besteht.
1. Method of producing a printed, imprinted cover plate which is provided with a sealing
wax, in which method a sealing wax is applied to a substrate, the coloured print design
of a cover plate is printed on the substrate in a printing unit by one or more printing
plates and the imprinted print elements or print designs of the cover plate are imprinted
in a further printing unit by one or more printing plates, wherein the imprinting
printing plate is a plate cylinder with print elements engraved as indentations and
the print elements formed in the imprinting plate cylinder are engraved with a reduced
support grid or without a support grid, or wherein the imprinting printing plate is
a plate cylinder with a printing plate with projecting print elements and the print
elements project from the surface of the plate cylinder by 60 to 500 µm, and a sealing
edge which is formed from a sealing wax and basically delimits the cover plate is
printed on the substrate by a further printing plate, and the cover plate is punched
out of the substrate.
2. Method according to claim 1, characterised in that the cover plates are punched out of the substrate by a punch roller arranged in a
printing press or a punching device arranged after the printing press.
3. Method according to either claim 1 or claim 2, characterised in that the support grid is completely, up to 100 %, omitted in relation to the surface of
the engraved print element, or in that the support grid comprises up to 80 % and in
particular up to 50 % of the supporting surface of a typical printing support grid.
4. Method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the print elements formed on the imprinting plate cylinder are engraved at a depth
of between 60 and 500 µm, expediently between 60 and 250 µm, advantageously between
80 and 200 µm and in particular between 100 and 200 µm, from the surface of the plate
cylinder.
5. Method according to claim 1, characterised in that the printing plate provided on the imprinting plate cylinder contains print elements
which project from the surface of the plate cylinder by 60 to 250 µm, advantageously
by 80 to 200 µm and in particular by 100 to 200 µm.
6. Method according to any one of claims 1 to 5, characterised in that, in the printing unit, the print elements of the imprinting printing plate, which
forms the imprinted portions of the cover plate, are imprinted on the substrate as
imprinted portions, the substrate being imprinted between the plate cylinder and an
impression cylinder, and the impression cylinder comprising the negative print elements
of the printing plate, and the print elements of the plate cylinder and the negative
print elements of the impression cylinder being transferred to the substrate simultaneously.
7. Method according to any one of claims 1 to 6, characterised in that, in the printing unit, the print elements or the print design of the imprinting printing
plate, which forms the imprinted portions of the cover plate, are imprinted on the
substrate as a projecting pattern, as a pattern suitable for a hologram or as Braille.
8. Method according any one of claims 1 to 7, characterised in that, in the printing unit, the print image of the imprinting printing plate, which forms
the imprinted portions of the cover plate, is imprinted in the substrate as weak points,
holes or perforations
9. Method according to claim 4, characterised in that the print design projects from the surface of the substrate by between 20 nm (nanometres)
and 500 µm, expediently between 50 µm and 250 µm, advantageously between 70 µm and
200 µm and in particular between 80 µm and 200 µm.
10. Method according to any one of claims 1 to 9, characterised in that the substrate contains or is formed from a metal foil, in particular a steel foil
or an aluminium foil, a plastics materials film, paper, cardboard or composite films
formed from plastics materials, plastics materials and metal foils, plastics material
and paper, plastics materials and cardboard, metal foils and paper, metal foils and
cardboard, plastics materials, metal foils and paper, or plastics materials, metal
foils and cardboard.
1. Procédé de fabrication d'un flan de couvercle imprimé, gaufré et muni d'un vernis
de scellage, procédé selon lequel on applique un vernis de scellage sur un matériau
à imprimer, on imprime sur le matériau à imprimer, dans un groupe d'impression, les
motifs d'impression colorés d'un flan de couvercle au moyen d'une ou de plusieurs
formes d'impression, et, dans un autre groupe d'impression, on réalise sur le matériau
à imprimer, par estampage au moyen d'une ou de plusieurs formes d'impression, les
éléments imprimés ou motifs d'impression de gaufrage du flan de couvercle, la forme
d'impression assurant le gaufrage étant un cylindre porte-forme dans lequel sont gravés
des éléments d'impression sous forme de creux et les éléments d'impression agencés
sur le cylindre porte-forme de gaufrage étant gravés avec une trame d'appui réduite
ou sans trame d'appui ou, la forme d'impression de gaufrage étant un cylindre porte-forme
avec une forme d'impression comprenant des éléments d'impression en saillie et les
éléments d'impression faisant saillie de la surface du cylindre porte-forme d'une
valeur de 60 à 500 µm, et on imprime sur le matériau à imprimer, au moyen d'une autre
forme d'impression, une bordure de scellage en un vernis de scellage, qui délimite
sensiblement le flan de couvercle, et on découpe le flan de couvercle du matériau
à imprimer.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les flans de couvercle sont découpés dans le matériau à imprimer au moyen d'un cylindre
ou rouleau à découper agencé dans la machine à imprimer, ou d'un dispositif de découpage
placé en aval de la machine à imprimer.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la trame d'appui, rapportée à la surface de l'élément d'impression gravé, disparait
totalement, jusqu'à 100 % ou en ce que la trame d'appui présente jusqu'à 80 % et en particulier jusqu'à 50 % de la surface
d'appui d'une trame d'appui typique pour l'impression.
4. Procédé selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les éléments d'impressions réalisés dans le cylindre porte-forme de gaufrage sont
gravés, par rapport à la surface du cylindre porte-forme, selon une profondeur de
60 à 250 µm, avantageusement de 80 à 200 µm, et notamment de 100 à 200 µm.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la forme d'impression placée sur le cylindre porte-forme de gaufrage, comporte des
éléments d'impression qui font saillie de la surface du cylindre porte-forme d'une
valeur de 60 à 250 µm, avantageusement de 80 à 200 µm et notamment de 100 à 200 µm.
6. Procédé selon les revendications 1 à 5, caractérisé en ce que dans le groupe d'impression, les éléments d'impression de la forme d'impression de
gaufrage sont transférés par estampage sur le matériau à imprimer en tant que gaufrage,
en formant le gaufrage pour le flan de couvercle, le matériau à imprimer étant estampé
entre le cylindre porte-forme et un cylindre d'impression et le cylindre d'impression
présentant les éléments d'impression négatifs de la forme d'impression, et en ce que les éléments d'impression du cylindre porte-forme et les éléments d'impression négatifs
du cylindre d'impression sont transférés simultanément sur le matériau à imprimer.
7. Procédé selon les revendications 1 à 6, caractérisé en ce que dans le groupe d'impression, les éléments d'impression ou le motif d'impression de
la forme d'impression de gaufrage sont transférés par estampage sur le matériau à
imprimer, en formant le gaufrage pour le flan de couvercle, en tant que dessin en
relief, en tant que dessin apte à former un hologramme, ou en tant qu'écriture à points
ou écriture Braille.
8. Procédé selon les revendications 1 à 7, caractérisé en ce que dans le groupe d'impression, l'image d'impression de la forme d'impression de gaufrage
est transférée par estampage sur le matériau à imprimer, en formant le gaufrage pour
le flan de couvercle, en tant que zone d'affaiblissement, en tant que poinçonnage
ou en tant que performation.
9. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que le motif d'impression fait saillie de la surface du matériau à imprimer de 20 nm
(nanomètre) à 500 µm, utilement de 50 µm à 250 µm, avantageusement de 70 µm à 200
µm et notamment de 80 µm à 200 µm.
10. Procédé selon les revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le matériau à imprimer comprend ou est constitué par une feuille de métal, notamment
une feuille d'acier ou une feuille d'aluminium, une feuille de matière plastique,
un papier, un carton ou des feuilles composites en matières plastiques, en matières
plastiques et feuilles de métal, en matières plastiques et papier, en matières plastiques
et carton, en feuilles de métal et papier, en feuilles de métal et carton, en matières
plastiques, feuilles de métal et papier ou en matières plastiques, feuilles de métal
et carton.