| (19) |
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(11) |
EP 1 893 464 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.05.2010 Patentblatt 2010/19 |
| (22) |
Anmeldetag: 25.03.2006 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2006/002750 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2006/136216 (28.12.2006 Gazette 2006/52) |
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| (54) |
VERFAHREN ZUM BILDEN BELIEBIGER LOGISCHER VERKNÜPFUNGEN IN EINER LEITTECHNISCHEN EINHEIT
UND LEITTECHNISCHE EINHEIT
METHOD FOR THE FORMATION OF RANDOM LOGIC OPERATIONS IN A CONTROL UNIT, AND CONTROL
UNIT
PROCEDE POUR ETABLIR DES CONNEXIONS LOGIQUES QUELCONQUES DANS UNE UNITE DE COMMANDE,
ET UNITE DE COMMANDE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE LI |
| (30) |
Priorität: |
21.06.2005 EP 05013290
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.03.2008 Patentblatt 2008/10 |
| (73) |
Patentinhaber: Siemens Schweiz AG |
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8047 Zürich (CH) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- GUTKNECHT, Roland
CH-8352 Elsau (CH)
- HOFER, Michael
CH-8142 Uitikon Waldegg (CH)
- SCHWARZ, Rolf
CH-8304 Wallisellen (CH)
- WINIGER, Josef
CH-5630 Muri/AG (CH)
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| (74) |
Vertreter: Fischer, Michael |
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Siemens AG,
Postfach 22 16 34 80506 München 80506 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 1 273 499 WO-A-00/10860
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EP-B- 0 920 391 DE-A1- 19 714 388
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Konfiguration einer leittechnischen
Einheit, insbesondere eines Stellwerks, wobei die leittechnische Einheit zur Überwachung
und/oder Einstellung/Auflösung von Fahrstrassen für schienengebundene Fahrzeuge verwendet
wird, indem eine Fahrstrasse auf Anforderung mit der jeweiligen Fahrstrasse zugeordneten
Elementen gestellt oder aufgelöst wird, insbesondere nachdem diese Anforderung für
die mit der gewünschten Anforderung verbundenen Elemente nicht negativ quittiert wird.
Weiter betrifft die Erfindung eine diesbezügliche leittechnische Einheit.
[0002] Zur Erläuterung der Funktionsweise einer leittechnischen Einheit im Schienenverkehr,
im Besonderen eines Stellwerks, kann beispielsweise das europäische Patent
EP 0 920 391 B1 herangezogen werden. Unter dem Begriff einer leittechnischen Einheit ist dabei eine
steuerungs- und/oder überwachungstechnische Einheit gemeint. Grundsätzlich sind das
nachfolgend offenbarte Verfahren und die nachfolgend offenbarte leittechnische Einheit
geeignet, auch im Strassenverkehr, im Luftverkehr oder für sonstige industrielle und/oder
kommerzielle Steuerungs- und/oder Überwachungszwecke eingesetzt zu werden.
[0003] Das im dem oben genannten europäischen Patent offenbarte Verfahren erlaubt die einfache
Projektierung von verkehrstechnischen Anlagen, insbesondere von elektronischen Stellwerken
in der Eisenbahntechnik. Durch die Verwendung von zwei voneinander unabhängigen Verfahren
für die Steuerung und Überwachung ergeben sich gleichzeitig ein geringerer Aufwand
für die Projektierung der Anlage sowie eine erhöhte Betriebssicherheit. Mit der Aufforderung
zum Aufbau einer Fahrstrasse werden alle dieser Fahrstrasse zugehörigen Stellelemente
von einem Steuerprozess gegenüber anderen Aufforderungen zum Aufbau von weiteren Fahrwegen
und Bedienungen gesperrt und danach gestellt, wobei jede der durch den Steuerprozess
durchzuführende Änderung der Lagen oder Zustände der Stellelemente erst nach erfolgreicher
Prüfung auf Zulässigkeit durch einen vom Steuerprozess unabhängigen Prüfprozess erfolgt.
Der Steuerprozess kann daher mit geringerem Aufwand realisiert werden, da der Sicherheitsnachweis
aufgrund einer diversitären Überprüfung der Zulässigkeit der Änderungen der Lagen
oder Zustände der Stellelemente durch einen vom Steuerprozess unabhängigen Prüfprozess
erfolgt.
[0004] Die Überwachung des durch den Steuerprozess nach dem Verschlusstafelprinzip veranlassten
Auf- und gegebenenfalls auch des Abbaus des Fahrweges erfolgt durch den Prüfprozess
in diesem Fall nach dem Spurplanprinzip, indem fallweise geprüft wird, ob die zu sperrenden
und zu stellenden Stell- und/oder Überwachungselemente für einen bereits erstellten
Fahrweg verwendet werden und somit bereits gesperrt sind. Grundsätzlich ist beispielsweise
auch die genau umgekehrte Vorgehensweise möglich.
[0005] Eine optimale Nutzung der Gleisanlage bei einer immer weiter zunehmenden Anzahl von
unterschiedlichen Fahrzeugtypen und komplexen Gleistopologien mit speziellen zu berücksichtigenden
Bedingungen macht es auch unter dem Gesichtpunkt der optimierten Betriebsordnung sowie
generell unter Beachtung der Interoperabilität erforderlich, dass die Möglichkeit
einer differenzierten Fahrstrassenbildung, Fahrstrassenüberwachung und Auflösung situativ
abhängig von weiteren Zustandsgrössen bestehen soll. Diese Differenzierung geht über
die Möglichkeiten der heute eingesetzten Spurplan- und Verschlusstafelverfahren -
wie beispielsweise in der
EP 0 920 391 B1 offenbart - hinaus.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Regelung
des schienenverbundenen Verkehrs sowie ein diesbezügliche leittechnische Einheit anzugeben,
mit dem es situativ möglich ist, komplexere Vorgänge zur sicheren Bildung, permanenten
Überwachung und/oder Auflösung von Fahrstrassen in der Logik der leittechnischen Einheit
implementieren und anwenden zu können.
[0007] Diese Aufgabe wird bezüglich des Verfahrens erfindungsgemäss durch ein Verfahren
der eingangs genannten Art gelöst, bei dem zusätzlich zu den ohnehin direkt an der
Fahrstrasse beteiligten Elemente Attribute für nicht direkt an der Fahrstrasse beteiligte,
aber die Fahrstrasse flankierende Elemente, insbesondere Gleisbelegung, Fahrtrichtung,
Blockverschluss, Streckensperre, reduzierter Signalbegriff, mit Erwartungswerten definiert
werden und eine angeforderte Fahrstrasse erst nachdem diese Anforderung für die mit
der gewünschten Anforderung verbundenen Elemente nicht negativ quittiert wird und
erst nach Vorliegen der Erwartungswerte für die definierten Attribute eingestellt
oder aufgelöst wird.
[0008] Weiter wird diese Aufgabe bezüglich der leittechnischen Einheit gemäss der eingangs
genannten Art erfindungsgemäss gelöst, indem zusätzlich zu den ohnehin direkt an der
Fahrstrasse beteiligten Elemente Attribute für nicht direkt an der Fahrstrasse beteiligte,
aber die Fahrstrasse flankierende Elemente, insbesondere Gleisbelegung, Fahrtrichtung,
Blockverschluss, Streckensperre, reduzierter Signalbegriff, mit Erwartungswerten definierbar
sind und eine angeforderte Fahrstrasse erst nachdem diese Anforderung für die mit
der gewünschten Anforderung verbundenen Elemente nicht negativ quittiert wird und
erst nach Vorliegen der Erwartungswerte für die definierten Attribute einstellbar
oder auflösbar sind.
[0009] Auf diese Weise können zusätzlich zu den ohnehin direkt an der Fahrstrasse beteiligten
Elementen, z.B. Stellelementen, wie Weichen und Signalen, und Überwachungselementen,
wie Achszähler, Gleisfreimelder, auch weitere flankierende Abfragen in die Logik zum
Aufbau und/oder zur Auflösung einer Fahrstrasse im Besonderen sehr flexibel sogar
erst bei der Projektierung eines Stellwerks eingebracht werden. Derartige flankierende
Abfragen tragen vor allen Dinge zur weiteren Erhöhung der ohnehin vorliegenden hohen
Sicherheitsstufe bei.
[0010] Mit diesen Abfragen können daher beispielsweise die folgenden Funktionen umgesetzt
werden:
- a) die Zulassungsprüfung einer Fahrstrasse mit zusätzlichen einschränkenden Bedingungen;
- b) die Überwachung einer Fahrstrasse mit zusätzlichen Überwachungsbedingungen;
- c) der Signalfahrtbegriff für eine Fahrstrasse mit einer Einschränkung des Signalbegriffs;
- d) die Aufwertung eines Durchrutschweges mit einer Einschränkung für die Aufwertung
auf höherwertige Durchrutschwegvarianten;
- e) die Zulassungsprüfung des Durchrutschweges mit zusätzlichen einschränkenden Bedingungen;
- f) die Überwachung des Durchrutschweges mit zusätzlichen Bedingungen zu dessen Überwachung;
sowie
- g) ein digitales Universalelement, welches das Ergebnis eines Attributes oder einer
Verknüpfung von mehreren Attributen über digitale Ausgänge ausgibt und dieses Ergebnis
auch zum Bedien- und Anzeigesystem des Stellwerks ausgibt.
- h) Für beliebige Bedienungen (Elemente und Fahrstrassen) kann die Zulässigkeit weiter
eingeschränkt werden.
[0011] In besonders zweckmässiger Weiterbildung der Erfindung kann es vorgesehen sein, die
Attribute mit ihren Erwartungswerten in Boole'scher Logik zu definieren. Auf diese
Weise können dann auch mehrere Attribute anhand Boole'scher Logik zu einer Verknüpfung
zusammengeführt werden. Diese Verknüpfung von mehreren Attributen kann dann im Sinne
dieser Beschreibung selbst wieder ein Attribut sein, das eben individuell definiert
werden kann. Damit sind beliebige UND- und/oder ODER Verknüpfungen von beliebigen
auch klammerbaren Attributen zu einem neuen Attribut verknüpfbar.
[0012] Um im besonderen bei der Konfiguration und/oder Projektierung von Fahrstrassen die
zusätzliche Bewertung des Fahrstrassenzustandes mit den Attributen leicht zugänglich
machen zu können, können die möglichen Attribute aus einer Liste auswählbar sein,
in der die zu überwachenden Zustände dieser Attribute sowie die diesen Zuständen entsprechenden
Erwartungswerte aufgeführt sind. Es ist zudem auch möglich, je nach Art der Konfiguration
und/oder Projektierung auch die Liste auf selektive Untermengen zu beschränken um
so die Menge der zur Verfügung stehenden auswählbaren Attribute auf sinnvolle Untermengen
zu begrenzen.
[0013] Aus sicherheitstechnischen Überlegeungen ist auch bei dieser Art der Fahrstrassenbildung
und/oder -auflösung vorteilhaft, wenn die Einstellung und/die Auflösung der der jeweiligen
Fahrstrasse zugeordneten Einheiten nach dem Verschlusstafel- und/oder dem Spurplanprinzip
vorgenommen wird bzw. wenn der Einstell- und/oder Auflösungsprozess nach einem der
beiden Prinzipien arbeitet und der Prüfprozess entsprechend nach dem jeweils anderen
Prinzip.
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Dabei zeigen die Abbildungen 1 und 2 je ein Beispiel für eine Verknüpfungsregel,
die sich aus mehreren Attributen zusammensetzt. Diese Verknüpfungen sind selbstverständlich
beispielhaft, weitere Fälle sind individuell realisierbar.
[0015] Um Überfüllungen zu vermeiden, darf die Zugfahrstrasse 1 nur zugelassen werden, wenn
die Streckensperre im Zustand "aus" ist und wenn beim Block die Fahrtrichtung im Zustand
vorhanden oder der Blockverschluss frei ist. Zusätzlich muss überprüft werden, dass
der Kran in der Parkposition ist um eine mögliche Gefährdung aufgrund seines Ausschwenkens
in den Bereich der Zugfahrstrasse 1 zu vermeiden.
[0016] Die daraus abgeleitete Verknüpfungsregel R1 in der Zulassungsprüfung der Zugfahrstrasse
würde in diesem Fall wie folgt formuliert:

[0017] Die obige Verknüpfung setzt sich daher aus den vier Attributen
Kran(Parkposition(ein))KKrK und
Block(Not(Streckensperre(ein)), Block(Fahrtrichtung(vorhanden)) und
Block(Blockverschluss(frei)) zusammen, wobei die beiden letzteren OR-verknüpft sind und dieses Ergebnis mit den
ersten Attribut UND-verknüpft ist.
[0018] Um Personengefährdungen bei Bahnhöfen ohne schienenfreie Zugänge zum Bahnsteig zu
vermeiden, müssen je nach Gleistopologie zusätzliche Abhängigkeiten berücksichtigt
werden.
[0019] Sind ins Gleis 2 Fahrstrassen eingestellt, oder befindet sich dort ein Zug, dann
muss damit gerechnet werden, dass Personen vom Bahnhofgebäude den Bahnsteig über das
Gleis 1 betreten. In den Fällen müssen Zugsdurchfahrten durch das Gleis 1 verhindert
werden.
[0020] Eine Verknüpfungsregel R2 in der Zulassungsprüfung der Fahrstrassen ins Gleis 1 würde
in diesem Fall wie folgt formuliert:

[0021] Es ist leicht nachvollziehbar, dass die Verknüpfungsregeln eine beinahe unbegrenzte
Grösse annehmen können und beliebig tiefe Verschachtelungen der Klammerausdrücke interpretiert
werden können. Dies ist darin begründet, dass hier keine (endlichen) Listeneinträge,
sonderen Assoziationen, welche (unendlich) weiterverkettet werden können, eingesetzt
werden. Dies basiert auf objektorientierten Prinzipien und ermöglicht so erst die
unbegrenzte Grösse und damit das Mass an problemlos definierbarer Individualisierung.
[0022] Über die Verknüpfungsregel können von Fahrstrassen, Fahrwegen und Durchrutschwegen
sowie den digitalen Universalelementen elementübergreifend Elementzustände überwacht
und nach einer projektierbaren Formel in Form der Verknüpfungsregeln zu einem Ergebnis
verknüpft werden. Ist das Ergebnis der projektierbaren Verknüpfung wahr, so kann beispielsweise
als Ergebnis "RgTrue" an den Prozess ausgegeben werden, der die Auswertung dieser
Verknüpfungsregel verlangt hat. In allen anderen Fällen wäre das Ergebnis "RgFalse".
[0023] Die Verknüpfungsregel kann somit angewendet werden, wenn Zustände von Elementen,
die nicht durch die aktuell gewünschte Fahrstrasse beansprucht werden, durch die Fahrstrasse
jedoch geprüft und/oder überwacht werden müssen, und/oder wenn Prüfungen, Überwachungen
oder Ausschlüsse, die in der Fahrstrassenlogik nicht implementiert sind, in speziellen
Anwendungen realisiert werden müssen, und/oder wenn elementübergreifende Zustände
miteinander verknüpft werden müssen und das Ergebnis der Verknüpfung entweder angezeigt
oder über digitale Ausgänge ausgegeben werden soll.
[0024] Eine beispielhafte Übersicht über derartige überwachbare Zustände von für die Fahrstrassen
relevanten Elementen findet sich nachfolgend:
[0025] Diese tabellarische Darstellung zeigt auf der linken Seite die speziellen für eine
Fahrstrasse wichtigen Elemente mit ihren dazugehörigen Attributen (Automaten) in der
Tabellenmitte sowie die überwachten Zustände auf der rechten Seite, die als Erwartungswert
charakterisiert werden können. Beispielhaft zeigt die erste Zeile, dass für eine Weiche
WE das Attribut "Fahrwegbeanspruchung" definiert ist und der Zustand "ein" überwacht
wird. Liegt dieser Zustand vor, ist das Ergebnis TRUE oder RgTrue. Liegt er nicht
vor, ist das Ergebnis entsprechend FALSE oder RgFalse.
[0026] Bei der stellwerkseitigen Projektierung einer Fahrstrasse können nun die in der nachstehenden
Tabelle enthaltenen Attribute der verschiedenen Elemente in der gewünschte Weise kombiniert
werden, wie dies für die Regeln R1 und R2 vorstehend gezeigt wurde.
Tab. 1: Überwachte Zustände der Elemente für die Verknüpfungsregel
| Element |
Automat |
überwachter Zustand |
| Weichen WE |
Fahrwegbeanspruchung |
ein |
| Zugfahrwegbeanspruchung |
ein |
| Rangierfahrwegbeanspruchung |
ein |
| Durchrutschwegbeanspruchung |
ein(rechts ∨ links ∨ AktualLage), beliebig |
| Flankenschutzbeanspruchung |
ein |
| Raumschutzbeanspruchung |
ein |
| Nahbedienungsbeanspruchung |
ein |
| Weichenbelegung Herzstück |
frei, belegt |
| FwIsUmgehung WE |
IsUmgangen |
| DwIsUmgehungWE |
IsUmgangen |
| FlIsUmgehung WE |
IsUmgangen |
| Istlage WE |
rechts überwacht, links überwacht |
| Auffahrmelder WE |
nicht_aufgefahren |
| Umstellsperre WE |
ein |
| Befahrbarkeitssperre |
ein, gespeichert |
| Weichenverschluss |
ein |
| Schlüsselweichen SL |
Fahrwegbeanspruchung |
ein |
| Durchrutschwegbeanspruchung |
ein |
| Flankenschutzbeanspruchung |
ein |
| Nahbedienungsbeanspruchung |
ein |
| Endlage SL |
rechts_überwacht, links_überwacht |
| Freigabekommando SL |
festhalten, freigeben |
| Freigabemeldung SL |
freigegeben, festgehalten |
| Schlüsselanforderung SL |
angefordert |
| Rangier- und Hauptsignale HS |
Startbeanspruchung |
ein |
| Zielbeanspruchung |
ein |
| Gegenrichtungsbeanspruchung |
ein |
| Lichtschutzbeanspruchung |
ein |
| Istbegriff RS/HS |
Halt, Dunkel, Fahrt, Fahrtbegriff(Wertigkeit0l), ..., Fahrtbegriff(Wertigkeit30) |
| Ersatzsignal RS/HS |
ein |
| Zusatzbegriff RS/HS |
ein, Begriff01_ein, Begriff02_ein |
| Fahrtbegrifftiefhaltung |
ein |
| Signalsperre |
ein, gespeichert |
| Vorsignale VS |
- |
- |
| Externes Signal ES |
Zielbeanspruchung |
ein |
| Istbegriff ES |
Halt, Dunkel, Fahrt, Fahrtbegriff(Wertigkeit01), ..., Fahrtbegriff(Wertigkeit30) |
| Ersatzsignal ES |
ein |
| Nebensignale NS |
Startbeanspruchung |
ein |
| Signalbegriff NS |
Halt, Dunkel, Fahrt |
| Gleisabschnitte GA |
Fahrwegbeanspruchung |
ein |
| Zugfahrwegbeanspruchung |
ein |
| Rangierfahrwegbeanspruchung |
ein |
| Durchrutschwegbeanspruchung |
ein |
| Richtungsbeanspruchung |
ein, ein∧Richtung 1, ein∧Richtung 2 |
| Raumschutzbeanspruchung |
ein |
| Belegung Gleisabschnitt |
frei, belegt |
| FwIsUmgehung GA |
IsUmgangen |
| DwIsUmgehung GA |
IsUmgangen |
| FlIsUmgehung GA |
IsUmgangen |
| Befahrbarkeitssperre |
ein, gespeichert |
| Fahrtrichtung |
Neutral, Richtungl, Richtung2 |
| Fahrtrichtungssperre |
ein |
| Fahrtrichtungssp FrRiSpAutomatik |
ein |
| Bahnübergangsschnittstellen BU |
BUeEinschaltung |
ein |
| Bahnübergangssteuerung |
offen, geschlossen |
| Raumüberwachung |
frei |
| BUeAusschaltsperre |
ein |
| BUeSchliessZeit |
gestartet, abgelaufen |
| BUeEinschaltZeit |
gestartet, abgelaufen |
| Bahnübergangsgleise BG |
Fahrwegbeanspruchung |
ein, ein∧Richtung 1, ein∧Richtung 2 |
| Durchrutschwegbeanspruchung |
ein, einrichtung 1, ein∧Richtung 2 |
| Rückwegbeanspruchung |
ein, ein∧Richtung 1, ein∧Richtung 2 |
| Nahbedienungsbeanspruchung |
ein |
| BGEinschaltung |
ein |
| BGVerschluss |
ein |
| OeffnenMod |
nächsterZugNicht |
| AutomOeffnen |
erlauben |
| RwAusSpeicher |
AusschaltOk |
| BGAusschaltelemente |
frei, belegt |
| BefahrPruefung |
nicht_befahren, belegt, befahren |
| Blockschnittstellen BS |
Ausfahrtrichtungsbeanspruchung |
ein |
| Ausfahrtbeanspruchung |
ein |
| Einfahrtrichtungsbeanspruchung |
ein |
| Einfahrtbeanspruchung |
ein |
| Fahrtrichtung |
neutral, nicht_vorhanden, vorhanden |
| Fahrtrichtungssperre |
ein |
| Fahrtrichtungssp. FrRiSpAutomatik |
ein |
| Streckensperre |
ein |
| Blockverschluss |
frei, vorgeblockt, geblockt |
| Digitales Universalelemente FR |
Fahrwegbeanspruchung |
ein, ein∧Richtung 1, ein∧Richtung 2 |
| Durchrutschwegbeanspruchung |
ein, ein∧Richtung 1, ein∧Richtung 2 |
| Raumschutzbeanspruchung |
ein |
| Sammelbeanspruchung |
ein |
| sicherer 2Bit-Eingang |
melde_ruhe, melde_aktiv |
| Ausgabe Verknüpfungsregel FR |
RgTrue, RgFalse |
| DigZustand |
aktiv |
| Bahnhofelement SA |
Automatikbetrieb SA |
ein |
| Selbststellbetrieb SA |
ein |
| Ausschlusselemente AU |
Fahrwegbeanspruchung |
ein |
| Durchrutschwegbeanspruchung |
ein |
| Zug- oder Rangierfahrstrassen ZF/RF |
Fahrstrassenbeanspruchung |
ein |
| Anrückverschluss ZF/RF |
ein |
| FS-Auflösezeit |
Gestartet |
| Selbststellbetrieb ZF |
ein |
| Fahrstrassenrest FsRe |
Fahrstrassenbeanspruchung |
ein |
| Anrückverschluss FsRe |
ein |
| FsRe-Auflösezeit |
Gestartet |
1. Verfahren zur Konfiguration einer leittechnischen Einheit, insbesondere eines Stellwerks,
wobei die leittechnische Einheit zur Überwachung und/oder Einstellung/Auflösung von
Fahrstrassen für schienengebundene Fahrzeuge verwendet wird, indem eine Fahrstrasse
auf Anforderung mit der jeweiligen Fahrstrasse zugeordneten Elementen gestellt oder
aufgelöst wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
zusätzlich zu den ohnehin direkt an der Fahrstrasse beteiligten Elementen Attribute
für nicht direkt an der Fahrstrasse beteiligte, aber die Fahrstrasse flankierende
Elemente, insbesondere Gleisbelegung, Fahrtrichtung, Blockverschluss, Streckensperre,
reduzierter Signalbegriff, mit Erwartungswerten definiert werden und eine angeforderte
Fahrstrasse erst nachdem diese Anforderung für die mit der gewünschten Anforderung
verbundenen Elemente nicht negativ quittiert wird und erst nach Vorliegen der Erwartungswerte
für die definierten Attribute eingestellt oder aufgelöst wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Attribute mit ihren Erwartungswerten in Boole'scher Logik definiert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
mehrere Attribute anhand von Boole'scher Logik zu einer Verknüpfung zusammengeführt
werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Attribute aus einer Liste auswählbar sind, in der die zu überwachenden Zustände
dieser Attribute sowie die diesen Zuständen entsprechenden Erwartungswerte aufgeführt
sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einstellung der der jeweiligen Fahrstrasse zugeordneten Elemente nach dem Verschlusstafel-
und/oder dem Spurplanprinzip vorgenommen wird.
6. Leittechnische Einheit, insbesondere Stellwerk, zur Überwachung und/oder Einstellung/Auflösung
einer Fahrstrasse für ein schienengebundenes Fahrzeug, wobei die leittechnische Einheit
eine Fahrstrasse auf Anforderung mit der jeweiligen Fahrstrasse zugeordneten Elementen
stellt oder auflöst,
dadurch gekennzeichnet, dass
zusätzlich zu den ohnehin direkt an der Fahrstrasse beteiligten Elementen Attribute
für nicht direkt an der Fahrstrasse beteiligte, aber die Fahrstrasse flankierende
Elemente, insbesondere Gleisbelegung, Fahrtrichtung, Blockverschluss, Streckensperre,
reduzierter Signalbegriff, mit Erwartungswerten definierbar sind und eine angeforderte
Fahrstrasse erst nachdem diese Anforderung für die mit der gewünschten Anforderung
verbundenen Elemente nicht negativ quittiert wird und erst nach Vorliegen der Erwartungswerte
für die definierten Attribute einstellbar oder auflösbar ist.
7. Leittechnische Einheit nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Attribute mit ihren Erwartungswerten in Boole'scher Logik definierbar sind.
8. Leittechnische Einheit nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
mehrere Attribute anhand Boole'scher Logik zu einer Verknüpfung zusammenführbar sind.
9. Leittechnische Einheit nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Attribute aus einer Liste auswählbar sind, in der die zu überwachenden Zustände
dieser Attribute sowie die diesen Zuständen entsprechenden Erwartungswerte aufgeführt
sind.
10. Leittechnische Einheit nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einstellung, Überwachung und Auflösung der der jeweiligen Fahrstrasse zugeordneten
Elemente nach dem Verschlusstafel- und/oder dem Spurplanprinzip vornehmbar ist.
11. Leittechnische Einheit nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
für beliebige Bedienungen von Einheiten und/oder Fahrstrassen Änderungen in der diesbezüglichen
Zulässigkeit in Form von Attributen konfigurierbar sind.
12. Leittechnische Einheit nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Definieren und/oder das Auswählen und/oder das Verknüpfen der Attribute, vorzugsweise
in Boole'scher Logik, erst bei der Projektierung vornehmbar ist.
1. Method for configuring a control unit, in particular a signal box, with the control
unit being used to monitor and/or set/cancel routes for rail-bound vehicles, by a
route being set or cancelled upon request by means of elements assigned to the respective
route,
characterised in that
in addition to the elements directly involved in the route, attributes are defined
for elements not directly involved in the route but associated with the route, in
particular the track occupation, direction of travel, block interlocking, track closures,
reduced signal aspect by means of expected values and a requested route is set or
cancelled only once this request for the elements associated with this desired request
is not negatively acknowledged and only once the expected values have been provided
for the defined attributes.
2. Method according to claim 1,
characterised in that
the attributes are defined with their expected values using Boolean logic.
3. Method according to claim 1 or 2,
characterised in that
several attributes are combined to a form a logical link on the basis of Boolean logic.
4. Method according to one of claims 1 to 3,
characterised in that
the attributes can be selected from a list, in which the statuses of these attributes
to be monitored and the expected values corresponding to these statuses are detailed.
5. Method according to one of claims 1 to 4,
characterised in that
the setting of the elements assigned to the respective route is performed according
to the locking table and/or the track plan principle.
6. Control unit, in particular signal box, for monitoring and/or setting/cancelling a
route for a rail-bound vehicle, with the control unit setting or cancelling a route
upon request by means of the elements assigned to the respective route,
characterised in that
in addition to the elements directly involved in the route, attributes are defined
for elements not directly involved in the route but associated with the route, in
particular the track occupation, direction of travel, block interlocking, track closures,
reduced signal aspect by means of expected values and a requested route can be set
or cancelled only once this request for the elements associated with this desired
request is not negatively acknowledged and only once the expected values have been
provided for the defined attributes.
7. Control unit according to claim 6,
characterised in that
the attributes are defined with their expected values using Boolean logic.
8. Control unit according to claim 6 or 7,
characterised in that
several attributes can be combined to form a logical link on the basis of Boolean
logic.
9. Control unit according to one of claims 6 to 8,
characterised in that
the attributes can be selected from a list, in which the statuses of these attributes
to be monitored and the expected values corresponding to theses statuses are detailed.
10. Control unit according to one of claims 6 to 9,
characterised in that
the setting, monitoring and cancellation of the elements assigned to the respective
route can be performed according to the locking table and/or track plan principle.
11. Control unit according to one of claims 6 to 10,
characterised in that
for any control of units and/or routes, changes in the reliability in this regard
can be configured in the form of attributes.
12. Control unit according to one of claims 6 to 11,
characterised in that
the definition and/or selection and/or linking of the attributes, preferably using
Boolean logic, can only be performed during development.
1. Procédé de configuration d'une unité de commande, notamment d'un aiguillage, l'unité
de commande étant utilisée pour le contrôle et/ou pour la fermeture/débranchement
d'itinéraires de véhicules ferroviaires, en fermant ou en débranchant un itinéraire
sur demande par des éléments affectés à l'itinéraire respectif,
caractérisé en ce que
en plus des éléments participant de toute façon directement à l'itinéraire, on définit
des attributs pour des éléments ne participant pas directement à l'itinéraire, mais
annexés à l'itinéraire, notamment une occupation de voie, un sens de la marche, un
enclenchement de bloc, une barrière, une indication réduite de signal, par des valeurs
escomptées et on ne ferme ou on débranche l'itinéraire demandé seulement après qu'il
a été accusé réception non négativement de cette demande pour les éléments en liaison
avec la demande souhaitée et seulement après être en présence des valeurs escomptées
pour les attributs définis.
2. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé en ce que l'on définit les attributs par leur valeur escomptées dans une logique de Boole.
3. Produit suivant la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'on réunit plusieurs attributs en une combinaison logique au moyen d'une logique de
Boole.
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que l'on peut choisir les attributs dans une liste, dans laquelle les états contrôlés
de ces attributs ainsi que les valeurs escomptées correspondants à ces états sont
mentionnés.
5. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que l'on effectue le réglage des éléments affectés à l'itinéraire respectif selon le
principe de la table de fermeture et/ou le principe à commande géographique.
6. Unité de commande, notamment aiguillage, pour le contrôle et/ou pour la fermeture/débranchement
d'un itinéraire d'un véhicule ferroviaire, l'unité de commande fermant ou débranchant
un itinéraire sur demande par les éléments affectés à l'itinéraire respectif,
caractérisée en ce que en plus des éléments faisant partie de toute façon directement de l'itinéraire peuvent
être définis des attributs pour des éléments ne faisant pas partie directement de
l'itinéraire mais annexés à l'itinéraire, notamment une occupation de voie, un sens
de la marche, un enclenchement de bloc, une barrière, une indication réduite de signal
par des valeurs escomptées et un itinéraire demandé peut être fermé ou débranché seulement
après qu'il a été accusé réception non négativement de cette demande pour les éléments
en liaison avec la demande souhaitée et seulement après être en présence des valeurs
escomptées pour les attributs définis.
7. Unité de commande suivant la revendication 6,
caractérisée en ce que les attributs peuvent être définis par leurs valeurs escomptées en logique de Boole.
8. Unité de commande suivant la revendication 6 ou 7,
caractérisée en ce que plusieurs attributs peuvent être réunis en une combinaison logique au moyen d'une
logique de Boole.
9. Unité de commande suivant l'une des revendications 6 à 8, caractérisée en ce qu'on peut choisir les attributs dans une liste dans laquelle les états contrôlés de
ces attributs ainsi que les valeurs escomptées correspondants à ces états sont mentionnés.
10. Unité de commande suivant l'une des revendications 6 à 9, caractérisée en ce la fermeture, le contrôle et le débranchement des éléments affectés à l'itinéraire
respectif peut être effectué suivant le principe du tableau de fermeture et/ou suivant
le principe à commande géographique.
11. Unité de commande suivant l'une des revendications 6 à 10, caractérisée en ce que, pour desservir à volonté des unités et/ou des itinéraires, des modifications dans
l'admissibilité y afférente peuvent être configurées sous la forme d'attributs.
12. Unité de commande suivant l'une des revendications 6 à 11, caractérisée en ce que la définition et/ou la sélection et/ou la combinaison logique des attributs peut
être effectuée de préférence en logique de Boole, seulement lors de la planification.

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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