[0001] Die Erfindung betrifft eine Bahnschwelle, wie sie für die Verlegung von Schienen
und Gleisen Verwendung findet.
[0002] Im Eisenbahnbau sind Schwellen aus Holz, Beton, Stahl und Kunststoffmaterial bekannt.
Ebenso sind unterschiedlichste Formen wie z.B. Monoblockschwellen, Zweiblockschwellen
und Y-Schwellen bekannt. Des weiteren sind verschiedenartige Befestigungssysteme bekannt,
bei denen es sich beispielsweise um Rippenplattenbefestigungen, Pandrolbefestigungen
oder Befestigungen mit Winkelführungsplatten handelt.
[0003] Bahnschwellen weisen im Regelfall an ihren Enden angeordnete Schienenauflagebereiche
auf, innerhalb derer die Schienen an ihren Schienenfüßen durch Niederhalteelemente
fixiert sind. Um in Horizontalrichtung längs der Erstreckung der Bahnschwellen (d.h.
quer zur Erstreckung der Schienen) in vergrößertem Maße Horizontalkräfte aufnehmen
zu können, ist es bekannt, die Schienenauflagebereiche zu verbreitern. Beispiele derartiger
Bahnschwellen finden sich in
DE-A-100 23 389,
DE-A-27 35 757, worin eine Bahnschwelle gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 beschreibt wird,
DE-A-22 00 181,
DE-A-21 55 479,
US-A-1 555 662 und
US-A-1 406 454.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die Auflage und Fixierung von Schienen auf Bahnschwellen
mit verbreiterten Schienenauflagebereichen zu verbessern.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung eine Bahnschwelle vorgeschlagen,
die versehen ist mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0006] Erfindungsgemäß weist also jeder verbreiterte Schienenauflagebereich drei Schienenauflageflächen
auf, die in Erstreckung der Schiene nebeneinander liegend angeordnet sind. Diese drei
Schienenauflageflächen sind beispielsweise als plane, in einer Ebene liegende Flächen
ausgebildet, die gegenüber ihrer Umgebung erhaben sind, Die auf den Schienenauflageflächen
aufliegende Schiene überspannt die Zwischenräume zwischen benachbarten Schienenauflageflächen.
Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, dass die Niederhalteelemente derart angeordnet
sind, dass sie sich oberhalb des Bereichs zwischen jeweils zwei benachbarten Schienenauflageflächen
befinden und über diese benachbarten Schlenenauflageflächen ragen. Dadurch kommt es
zu einer zuverlässigen Niederhaltung der Schienenfüße auf die jeweils drei Schienenauflageflächen
an jeweils einem Ende des Schwellenkörpers, wobei der Schienenfuß plan und flächig
auf sämtlichen Schienenauflageflächen aufliegt. Dies wiederum ist vorteilhaft für
die Aufnahme von quer zur Schiene wirkenden Horizontalkräften.
[0007] Alternativ können pro Gruppe von Schienenauflageflächen zwei oder vier Niederhalteelemente
vorgesehen sein. Werden als Niederhalteelemente die an sich bekannten Federklammern
eingesetzt, so können sich ihre Befestigungsschrauben seitlich des Zwischenraums zwischen
jeweils zwei benachbarten Schienenauflageflächen befinden. Aber auch andere Niederhalteelemente,
die mit Schrauben befestigt werden, lassen sich an diesen Stellen über die Schrauben
mit dem Schwellenkörper verbinden. Werden vier Niederhalteelemente pro Dreiergruppe
von Schienenauflageflächen verwendet, so liegen sich jeweils zwei Niederhalteelemente
paarweise gegenüber. Werden lediglich zwei Niederhalteelemente verwendet, so sind
diese diagonal gegenüberliegend angeordnet,
[0008] Innerhalb seiner verbreiterten Schienenauflagebereiche weist der Schwellenkörper
eine größere Erstreckung quer zu seiner Längserstreckung auf. Um die damit seitlich
überstehenden Bereiche des Schwellenkörpers stabilisieren zu können, ist es zweckmäßig,
wenn unterhalb der Schienenauflagebereiche innerhalb des Schwellenkörpers jeweils
mindestens ein Verstärkungsprofil verläuft. Dieses Verstärkungsprofil ist zweckmäßigerweise
zentrisch zur Schienenachse angeordnet; werden mehrere Verstärkungsprofile, die dann
vorzugsweise parallel zueinander verlaufen, pro Schienenauflagebereich verwendet,
so sind diese mehreren Verstärkungsprofile symmetrisch und zentrisch zur Schienenachse
angeordnet.
[0009] Eine recht gute Versteifung der verbreiterten Schienenauflagebereiche lässt sich
dadurch realisieren, dass als Verstärkungsprofil ein Profil verwendet wird, das einen
im wesentlichen rechtwinklig zu den Schienenauflageflächen verlaufenden Schenkel aufweist.
Beispielsweise wird also als Verstärkungsprofil ein Winkelprofil, T-Profil oder U-Profil
verwendet. Diese Arten von Profilen verleihen den Schienenauflagebereiche bzw. dem
Schwellenkörper innerhalb seiner Schienenauflagebereiche eine große Stabilität und
Versteifung.
[0010] Besonders zweckmäßig ist es, den Schwellenkörper als Zweiblock-Schwellenkörper auszuführen.
Hierdurch nimmt die gesamte Bahnschwelle verstärkt Horizontalkräfte auf und leitet
diese in das Schotterbett ab. Bei einem Zweiblack-Schwellenkörper sind erfindungsgemäß
bzw. gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung die zwei Blöcke untereinander
durch ein Längsprofil verbunden. Dieses Längsprofil ist wiederum seinerseits mit den
Verstärkungsprofilen verbunden. Die Zweiblock-Schwelle weist also ein Versteifungsgerippe
aus einem Längsprofil und zwei quer dazu verlaufenden Verstärkungsprofilen an den
Enden des Längsprofils auf.
[0011] Als Material für den Schwellenkörper kommt beispielsweise Beton oder Polymerbeton
in Frage. Auf Grund der Verwendung von Verstärkungsprofilen unterhalb der verbreiterten
Schienenauflagebereiche und des Längsprofils zwischen den beiden Blöcken einer als
Zweiblock-Schwellenkörper ausgebildeten Bahnschwelle bietet es sich auch an, die beiden
Blöcke aus Kunststoff zu fertigen. Hier eignet sich grundsätzlich jede Art von Kunststoff
und insbesondere auch Recyclingkunststoff. Die Kunststoffblöcke sollten sich relativ
zum Versteifungsgerippe aus Längsprofil und Verstärkungsprofilen bewegen können, da
Kunststoff einen größeren Temperaturkoeffizienten aufweist als Metall, das für die
Versteifungsprofile verwendet wird. Insoweit ist es von Vorteil, wenn die Versteifungsprofile
(Längs- und/oder Verstärkungsprofile) glatte Oberflächen aufweisen, über die sich
der Kunststoff bei seiner Ausdehnung bzw, bei seinem Zusammenziehen nach einer Ausdehnung
"schieben" kann. Die Verstärkungsprofile sorgen, da sie zentrisch zu den Schienen
angeordnet sind, für eine Zentrierung der Schienenauflagebereiche, so dass sich diese
gegenüber den Schienen quer zu diesen nicht verschieben können. Die Verstärkungsprofile
mit vorzugsweise rechtwinklig zu den Schienenauflageflächen verlaufenden Schenkeln
sorgen für eine Fixierung der Schienenauflagebereiche, die bei einer Kunststoffschwelle
aus Kunststoff bestehen, unterhalb der Schienenfüße.
[0012] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist ferner vorgesehen, bei einer Zweiblock-Schwelle
das Längsprofil zwischen den beiden Blöcken vor Korrosion zu schützten. Hier ist nach
einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, den Bereich des Längsprofils zwischen
den beiden Blöcken mit einem Kunststoffschaum, vorzugsweise einem PU-Schaum, um- bzw.
auszuschäumen. Der Schaum hat den Vorteil, dass er bei einer Ausdehnung der Blöcke,
wenn diese aus Kunststoff bestehen, nachgibt bzw. der temperaturbedingten Bewegung
dieser Blöcke folgt. Überdies kann in den Schaum oberseitig der Bahnschwelle eine
Aufnahmenut oder -vertiefung zur Aufnahme eines Linienleiters eingeformt werden, der
aus Sicherheitsgründen für die Zugsteuerung bei für höhere Geschwindigkeiten zugelassenen
Strecken vorgeschrieben ist.
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele und unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert. Im einzelnen zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bahnschwelle in
Zweiblock-Ausführung,
- Fign, 2 und 3
- alternative Möglichkeiten der Schienenbefestigung mit entweder zwei Paar von Niederhalteelementen
oder lediglich zwei Niederhalteelementen pro Schienen,
- Fign.4 bis 7
- perspektivische Teildarstellungen des Versteifungsgerippes der Bahnschwelle,
- Fig. 8
- eine Draufsicht auf die Bahnschwelle mit zwischen den Blöcken angeordneten, die Versteifung
umschließenden Kunststoffschaum und
- Fig. 9
- eine Querschnittsansicht entlang der Linie IX-IX der Fig. 8.
[0014] Die erfindungsgemäße Bahnschwelle wird nachfolgend anhand ihrer Ausführung als Zweiblock-Schwelle
aus Kunststoff beschrieben. Als Material wird insbesondere Recyclingkunststoff verwendet.
Dieser ist in sehr großen Mengen vorhanden und für diesen Einsatz bestens geeignet.
Außerdem lässt sich mit diesem Material ein hervorragender Kreislauf entwickeln, was
besonders umweltfreundlich ist.
[0015] Dieser entwickelt sich wie folgt:
Kunststoffabfall → Schwellenproduktion aus der Entsorgung → am Ende der Lebensdauer
der Schwelle stofftrennung → neue Schwellenproduktion mit den gleichen Materialien
→ Kunststoffabfall → Schwellenproduktion aus der Entsorgung → am Ende der Lebensdauer
der Schwelle stofftrennung → neue Schwellenproduktion mit den gleichen Materialien
→ usw. Natürlich kann der aus der Altschwelle gewonnene Recyclingkunststoff auch für
andere Einsätze verwendet werden.
[0016] Die Zweibiockverbindung wird z.B. durch ein Winkeleisen, ein T-Profil, ein Rohrprofil
oder ein Doppel-I-Profil hergestellt. Als Material hierfür sind aber auch andere Werkstoffe
denkbar, wie z.B. Carbon, GFK, Keflar usw. Die Gesamtlänge der Bahnschwelle kann beliebig
individuell wie z.B. 2,25 m, 2,40 m, 2,60 m oder in anderen gewünschten Längen für
die unterschiedlichsten Gleisspuren produziert werden.
[0017] Für einen sicheren und langlebigen Betrieb der Gleisstrecke ist die Form der Schwelle,
die Lastabtragungsfläche zum Schotter, die Kopffläche für die Horizontalkräfte und
das Material für die Reduzierung der dynamischen Schwingungen von großer Bedeutung.
[0018] Als weiterer wichtiger Punkt ist die Form der Schienenauflagerung auf der Schwelle
zu beachten. Für die Wirtschaftlichkeit eines Oberbausystems ist weiter die Zahl der
Schwellen pro Kilometer Gleis und die Zahl der Befestigungsteile pro Gleiskilometer
von Bedeutung. Alle vorgenannten Beurteilungskriterien sollen bei der Neukonstruktion
Beachtung finden.
[0019] Die Zweiblockform wurde gewählt, um im Mittelbereich des Gleises eine auflagerfreie
Zone zu erreichen, damit in Gleismitte kein "Reiten" der Schwellen entsteht. Das Verbindungselement
der beiden Blöcke aus Stahl in der unterschiedlichsten Form oder anderen Materialien
wird jeweils bis hinter den Auflagerbereich der Schienen und der Befestigungsmittel
durchgeführt. Aus dieser Konstruktion ergibt sich, dass keine mittige Befestigung
auf den Schwellen entsteht. Dies ist gewollt, Die Schwellenbreite wird aus dem Öffnungsmaß
der Stopfmaschine abgeleitet. Hier ergibt sich vorzugsweise ein Maß von ca. 350 mm
Breite. Die Schwellendicke soll vorzugsweise 160 mm betragen. Dies ist eine Anpassung
an die vielzählig vorhandenen Gleise aus Holzschwellen. Hierdurch wird erreicht, dass
bei einem Umbau des vorhandenen Gleises aus Holzschwellen keine Planumsabsenkug durchgeführt
werden muss, wie es z.B. bei einer Umrüstung von Holz- auf Betonschwellen der Fall
ist.
Holz = 160 mm
Beton ≈ 210 mm.
[0020] Hierdurch werden erhebliche Kosten eingespart.
[0021] Zur Optimierung der Auflagerflächen für die Schienen und der Flächen für die horizontale
Lastabtragung auf dem Schotter ist erfindungsgemäß eine Verbreiterung der Schwelle
unter der Schiene vorgesehen. Hieraus ergibt sich die Grundform der Schwelle 10, wie
sie in Fig. 1 in der Ausführungsform mit einem Zweiblack-Schwelienkörper 12 gezeigt
ist. Jeder der beiden Blöcke 14 weist einen Schienenauflagebereich 16 mit drei aufeinanderfolgend
angeordneten Schienenauflageflächen 18 auf, die durch Zwischenräume 20 voneinander
getrennt sind. Die verbreiterten Schienenauflagebereiche 16 stehen seitlich über die
Blöcke 14 über und sind durch Verstärkungsprofile 22 versteift. Diese Verstärkungsprofile
22 verlaufen zentriert zu den Schienen 24 (siehe auch die Fign. 2 bis 7) und sind
mit den Enden eines Längsprofils 26 starr verbunden. Das Längsprofil 26 verbindet
die beiden Blöcke 14 des Zweiblock-Schwellenkörpers 12 miteinander.
[0022] Durch die Verbreiterung der Schwelle unter den Schienen ergibt sich eine größtmögliche
Widerstandsfläche gegen die Horizontalkräfte. Ferner kann durch die Verbreiterung
der Schwelle eine fast durchgehende Auflagerung der Schienen erreicht werden. Als
weiterer Vorteil kann durch diese Konstruktion eine sehr günstige Doppellagerung der
Schiene auf der Schwelle konzipiert werden, wie es z.B. bei der Y-Stahlschwelle bekannt
ist. Eine Dreifachlagerung der Schiene ist aus dieser Anordnung ebenfalls zu konstruieren.
[0023] Die Anordnung der Verstärkungsprofile 22 unter den Schienen 24 ergibt eine vielseitige
Schienenbefestigungsmöglichkeit, wie es in den Fign. 2 und 3 gezeigt ist. Fig. 2 zeigt
die Situation, bei der pro Schiene 24 und Schwellenblock 14 jeweils zwei Paare von
(in diesem Ausführungsbeispiel als Federbügel ausgebildeten) Niederhalteelementen
28 angeordnet sind. Die Niederhalteelemente 28 übergreifen die Schienen 24 an ihren
Füßen oberhalb der Zwischenräume 20 zwischen den Schienenauflageflächen 18. Bei der
Ausgestaltung gemäß Fig. 3 sind pro Schiene 24 zwei Niederhalteelemente 28 vorgesehen,
die beidseitig einer Schiene 24 angeordnet sind und unterschiedliche Schienenauflageflächen
18 miteinander verbinden bzw. sich über den Zwischenräumen 20 zwischen jeweils unterschiedlichen
benachbarten Schienenauflageflächen 18 befinden. In den beiden in den Fign. 2 und
3 dargestellten Varianten der Schienenbefestigung durch jeweils benachbarte Schienenauflageflächen
18 übergreifende Niederhalteelemente 28 ist im Zusammenspiel mit dem verbreiterten
Schienenauflagebereich 16, der drei in Schienenerstreckung aufeinanderfolgend angeordnete
Schienenauflageflächen 18 aufweist, einer der wesentlichen Aspekte der Erfindung zu
sehen.
[0024] Der Durchschubwiderstand der Schienen wird wesentlich von der Größe der Klemmkräfte
in den Schienenbefestigungen bestimmt, da diese die Reibungskräfte zwischen Schiene
und Schwelle ergeben. Dieser Durchschubwiderstand ist
- für Bergstrecken mit engen Radien,
- für die Aufnahme von Bremskräften (wie z.B. Wirbelstrombremse),
- für die durchgehende Verschweißung von Radien und
- für die Sicherung von Bruchlücken bei Schienenbrüchen
von besonderer Bedeutung.
[0025] Durch die Art der Schweilenkonstruktion entsteht ein sehr großer Auflagerbereich.
Hieraus ist es möglich
- eine 2-fach Befestigung in versetzter Ausführung pro Schwellenkopf (Fig. 3) oder
- eine 4-fach Befestigung pro Schwellenkopf (Fig. 2)
anzuordnen.
[0026] Diese unterschiedlichen Befestigungsarten lassen sich
- mit einer durchgehenden Auflagerung auf dem Schwellenkopf,
- mit einer 2-fach Auflagerung auf de Schwellenkopf,
- mit einer 3-fach Auflagerung auf dem Schwellenkopf
kombinieren.
[0027] Die erfindungsgemäße Ausführungsform weist einen bevorzugten Abstand zwischen den
Querschwellenachsen von 60 cm bis 90 cm auf. Damit ergeben sich Schwellenmaße, die
es ermöglichen, die Schwelle auch in engen Kurven einzusetzen und dabei die Belastung
aus dem Fahrzeuglauf optimal auf den Unterbau und in der Horizontalen abzutragen.
[0028] Die Art der Schwellenkonstruktion erlaubt ein Auseinanderrücken des Schwellenabstandes
wie z.B.
- klassischer Schwellenabstand 600 mm auf
- neuer Befestigungsabstand 600 mm + 200 mm zwischen den Befestigungsteilen.
[0029] Hieraus ergibt sich z.B.
- bei 600 mm Schwellenabstand = 1.000,00 m : 0,600 m= 1.667 Stck. Schwellen/km
- bei 600 mm + 200 mm = 1.000,00 : 0,80 m = 1.250 Stck. Schwellen/km.
[0030] Durch die Verbreiterung der Schwelle unter der Schiene ergibt sich keine Reduzierung
der Auflagerfläche gegenüber der heute angewendeten Gleiskonstruktion.
[0031] Die Verbreiterung der Schwelle unter der Schiene ist bezüglich ihrer Stabilität konstruktiv
optimiert. Hier wird zum Beispiel das vorhandene Verbindungs-Längsprofil 26 des Zweiblock-Schwellenkörpers
12 durch ein um 90° gedrehtes und mit diesem verschweißtes zusätzliches Stahlprofil
aus T-Profil oder L-Profil als Verstärkungsprofil 22 verstärkt. Beispiele sind in
den Fign. 4 bis 7 gezeigt. Als Längsprofil 26 wird bei den Ausführungsbeispielen nach
den Fign. 4, 5 und 7 ein "auf dem Kopf stehendes" Winkelprofil verwendet, während
nach Fig. 6 ein Rohr benutzt wird. Für die Verstärkungsprofile werden insbesondere
T-, U- oder L-Profile verwendet, wie es in den Fign. 4 bis 7 gezeigt ist. Entscheidend
hierbei ist, dass diese Profile derart angeordnet sind, dass sie rechtwinklig zu den
Schienenauflageflächen 18 sich erstreckende Schenkel 30 aufweisen. Diese Schenkel
30 verlaufen entweder mittenzentriert zu den Schienen 24 oder aber sie sind (im Falle
der U-Profile der Ausführungsbeispiele nach den Fign. 5 und 6) symmetrisch zur Mittelachse
der Schiene 24 angeordnet.
[0032] Durch die Einlage von Eisenprofilen in freie Bereiche in unterschiedlichen Konfigurationen
im Auflagerbereich ergibt sich eine optimale, statisch errechenbare Konstruktion.
Diese verspricht eine lange Lebensdauer. Aber auch andere Materialien wie beispielsweise
Kunststoff (GFK, Carbon, Keflar) sind hier denkbar (Korrosion). Als Korrosionsschutz
für den freiliegenden mittleren Bereich des (Verbindungs-)Längsprofils 26 ist ein
PU-Schaum 32 denkbar, was in den Fign. 8 und 9 gezeigt ist. Der Kunststoffschaum 32
macht mögliche Wärmeausdehnungsbewegungen der beiden Blöcke 14 mit, die auftreten
können, wenn diese Blöcke aus Kunststoffmaterial bestehen. Die Blöcke 14 aus beispielsweise
Kunststoffmaterial sind jedoch durch die speziellen Verstärkungsprofile 22 unterhalb
der Schienen 24 zentriert gehalten, so dass sich die Schienenauflagebereiche 16 bei
einer möglichen Wärmeausdehnung der Blöcke 14 relativ zur Schiene 24 nicht verschieben
bzw. diese Schienen nicht verschieben.
[0033] Ein weiterer Vorteil des Kunststoffschaums 32 ist darin zu sehen, dass in ihm eine
Aufnahmevertiefung 34 eingebracht sein kann, wie es in den Fign. 8 und 9 gezeigt ist.
Diese Aufnahmevertiefung 34 dient beispielsweise der Aufnahme eines Linienleiters
(nicht dargestellt).
[0034] Das Material für die Blöcke 14 besteht auf beiden Seiten aus recyceltem Kunststoff.
Dieses Material ist umfangreich erhältlich und für den weiteren Stoffkreislauf von
Bedeutung. Mit diesem Material wird die gewünschte Festigkeit erreicht. Es hat folgende
Materialeigenschaften, die durch gesteuerte Prozesse einsetzbar sind:
| - bruchfest |
- frostsicher |
| - temperaturbeständig |
- UV-stabil |
| - verrottungsfest |
- alterungsbeständig |
| - umweltverträglich |
- formstabil |
| - Körperschall dämpfend |
- kann mit Stahlprofilen armiert werden |
| - kann mit Glasfasern/Textilfasern |
- elektrisch isolierend |
| oder Kohlefasern verstärkt werden |
- alle eingesetzten Materialien sind wieder verwendbar. |
[0035] Mit der Entscheidung recycelten Kunststoff zu verwenden, ergibt sich ein breites
Spektrum zur Materialoptimierung.
[0036] Durch die Beimischung von Altgummireifengranulat wird die Schwingungsdämpfung zusätzlich
reduziert.
[0037] Durch die Beimischung von Stahlsintermaterial lässt sich das Schwellengewicht zur
Reduzierung der Abhebekräfte optimieren.
[0038] Die Farbgebung der Schwelle kann leicht beeinflusst werden. → für beispielsweise
Temperaturbeeinflussung, Markierungszwecke.
[0039] Der Brandschutz kann optimiert werden.
[0040] Bei Tunneleinbauten gibt es keine Geruchsbelästigung wie bei den getränkten Holzschwellen.
[0041] Das Material ist absolut feuchtigkeitsunempfindlich.
[0042] Eine lange Lebensdauer.
[0043] Schienenlagerkonstruktionen können eingeformt werden.
[0044] Das Material kann gesägt, gebohrt oder gefräst werden ohne besondere Werkzeuge.
[0045] Zur Erstverschraubung müssen keine zusätzlichen Dübel eingesetzt werden.
[0046] In den eingearbeiteten Schraubenlöchern kann während der Liegedauer der Schwellen
kein Verrottungsprozess entstehen.
[0047] Die Besonderheiten des neuen Schwellentyps sind:
- Die Materialwahl für die Schwelienkörper aus Recyclingkunststoffen,
- Die Optimierung des Hauptmaterials Kunststoff durch Beimischungen
- gegen Brand/Chemie,
- von Altgummireifengranulat zur Schwingungsdämpfung,
- von Stahisintermaterial zur Gewichtsoptimierung,
- GFK zur Stabilisierung usw.
- Die konstruktive Ausbildung des Auflagerbereichs durch unterschiedliche, verschweißte
Stahlprofileinlagen und/oder Kunststoffeinlagen.
- Die Verbreiterung der Schwelle unter dem Schienenbereich zur Ausbildung von unterschiedlichen
Schienenauflagerungen und unterschiedlichen Schlenenbefestigungskonstruktionen.
- Die konstruktive Ausbildung
- von Doppelauflager der Schiene,
- von Dreifachauflager der Schiene,
- von versetzter Verspannung der Schiene,
- von doppelter Verspannung in einem Schwellenkopf,
[0048] Durch die Materialwahl lassen sich an den unterschiedlichsten Stellen der Schwelle
sehr einfach Bohrungen für Befestigungen von Zusatzteilen vorsehen, ohne die Statik
und Festigkeit der Schwelle zu beeinflussen. So kann vorzugsweise auf der jeweiligen
Innenseite der Schienen jeweils ein Entgleisungsschutzwinkel 36 in entsprechender
Dimensionierung angebracht werden (siehe Fig. 8). Diese Entgleisungsschutzwinkel 36
sind vorzusehen, wenn die Schwelle in entgleisungsempfindlichen Bereichen wie z.B.
Ablaufbergen oder Rangiergruppen zum Einsatz kommt.
[0049] Da das eingesetzte Material-Recyclingkunststoff ähnliche Eigenschaften wie eine Holzschwelle
hat, diese Holzschwelle heute noch als Ausnahme in Ablaufbergen eingesetzt wird und
da bis zu einem bestimmten Maß entgleisungsempfindlich ist, wird der Einsatz der neuen
Schwelle in diesen Bereichen besonders interessant.
[0050] Durch die einfachen Formgebungsmöglichkeiten der Schwelle lassen sich Sonderkonstruktionen
für die Auflagerung von
- Bahnübergangssysternen,
- Stromschienen,
- Rasengleissystemen,
- Rail-Cleansysteme
und andere Gleisbausysteme darstellen.
[0051] Die vorstehend beschriebenen Merkmale des neuen Schwellentyps können auch mit dem
Werkstoff Beton erzielt werden. Dabei sollte der Beton - zusätzlich zu den Stahlprofilteilen
- mit Fasern (Glasfasern, Stahlfasern oder Kunststofffasern) verstärkt werden. Eine
weitere Verstärkung soll hierbei durch die Einlage einer schlaffen Bewehrung erreicht
werden. Die Schienenbefestigungsschrauben sind bei dieser Konstruktion in einzubetonierende,
bekannte Kunststoffdübel vorzusehen.
[0052] Die neue Schwellenkonstruktion ermöglicht bei einer erforderlichen Lastabtragungsfläche
- die Anzahl der Schwellen pro Kilometer Gleis zu reduzieren,
- die Dynamik aus dem Fahrzeuglauf durch die Ausbildung der Schienenauflagerkonstruktion
zu reduzieren,
- die horizontale Steifigkeit des Gleises erheblich zu vergrößern,
- durch die gleiche Bauhöhe zur Holzschwelle, Kosten für die Absenkung des Unterbaues
einzusparen,
- durch die reduzierte Baubreite in Verbindung mit der horizontalen Steifigkeit des
Gleises Schottervolumen einzusparen. - Vorkopfeinschotterung nur ca. 30 cm. -
- die K.örperschall- und Luftschallemissionen zu reduzieren,
- enge Radien durchgehend verschweißen,
- hohe Bremskräfte aufzunehmen.
1. Bahnschwelle mit
- einem Schwellenkörper (12), der an seinen gegenüberliegenden Enden jeweils einen
Schienenauflagebereich (16) aufweist, innerhalb derer der Schwellenkörper (12) verbreitert
ist,
- wobei in jedem Schlenenauflagebereich (16) mittels eines an einen Schienenfuß angreifbaren
Niederhalteelements (28) eine Schiene (24) fixierbar ist, und wobei
jeder Schienenauflagebereich (16) drei in Erstreckung der Schiene (24) nebeneinanderliegende
Schienenauflageflächen (18) aufweist
dadurch gekennzeichnet,
- dass zwischen und oberhalb zumindest eines Teilbereichs jeweils benachbarter Schienenauflageflächen
(18) jedes Schienenauflagebereichs (16) mindestens ein Niederhalteelement (28) angeordnet
ist.
2. Bahnschwelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb der Schienenauflagebereiche (16) innerhalb des Schwellenkörpers (12) jeweils
mindestens ein Verstärkungsprofil (22) verläuft.
3. Bahnschwelle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsprofil (22) zentriert zum Schlenenauflagebereich (16) angeordnet
ist oder dass bei zwei oder mehr Verstärkungsprofilen (22) diese symmetrisch und/oder
zentrisch zum Schienenauflagebereich (16) angeordnet sind.
4. Bahnschwelle nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsprofil (22) oder jedes Verstärkungsprofil (22) mindestens einen zum
Schienenauflagebereich (16) im wesentlichen rechtwinklig verlaufenden Schenkel (30)
aufweist und dass bei einem Verstärkungsprofil (22) mit mehreren derartigen Schenkeln
(30) diese Schenkel (30) symmetrisch zum Schienenauflagebereich (16) angeordnet sind.
5. Bahnschwelle nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwellenkörper (12) als Zweiblock-Schwellenkörper (12) mit zwei Blöcken (14)
ausgebildet ist, die jeweils einen Schienenauflagebereich (16) aufweisen, und dass
die Verstärkungsprofile (22) durch ein die beiden Blöcke (14) verbindendes Längsprofil
(26) miteinander verbunden sind.
6. Bahnschwelle nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Längsprofil (26) in seinem Bereich zwischen den beiden Blöcken (14) durch eine
Kunststoffmaterialumhüllung (32) korrosionsgeschützt ist.
7. Bahnschwelle nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der Kunststoffmaterialumhüllung (32) eine Aufnahmevertiefung (34) zur Aufnahme
eines Linienleiters ausgebildet ist.
8. Bahnschwelle nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwellenkörper (12) Beton oder Polymerbeton aufweist.
9. Bahnschwelle nach Anspruch 5 und 2 oder einem der vorhergehenden Ansprüche, soweit
auf Anspruch 5 und 2 rückbezogen, dadurch gekennzeichnet, dass die Blöcke (14) Kunststoff aufweisen und dass das Längsprofil (26) und gegebenenfalls
auch die Verstärkungsprofile (22) eine im wesentlichen ebene Oberfläche aufweist/aufweisen.
1. A rail sleeper comprising
- a sleeper body (12) comprising respectively a rail contact area (16) on each of
its opposing ends, within which said sleeper body (12) has an enlarged width,
- each rail contact area (16) being adapted for fixation of a rail (24) therein by
means of a hold-down element (28) able to engage a rail foot, and wherein
- each rail contact area (16) comprises three rail contact surfaces (18) arranged
adjacent to one another in the extension of the rail (24),
characterized in
- that at least one hold-down element (28) is arranged between and above at least one partial
region of respective adjacent rail contact surfaces (18) of each rail contact area
(16).
2. The rail sleeper according to claim 1, characterized in that a respective reinforcement profile (22) extends within the sleeper body (12) and
below the rail contact areas (16).
3. The rail sleeper according to claim 2, characterized in that said reinforcement profile (22) is arranged centrally relative to the rail contact
area (16) or that, in case of two or more reinforcement profiles (22), these are arranged
symmetrically and/or centrically relative to the rail contact area (16).
4. The rail sleeper according to claim 2 or 3, characterized in that said reinforcement profile (22) or each reinforcement profile (22) comprises at least
one leg (30) extending substantially at a right angle relative to the rail contact
area (16) and that, in case of a reinforcement profile (22) comprising a plurality
of such legs (30), these legs (30) are arranged symmetrically to the rail contact
area (16).
5. The rail sleeper according to any one of claims 2 to 4, characterized in that the sleeper body (12) is configured as a bi-block sleeper body (12) comprising two
blocks (14) each including one rail contact area (16), and that said reinforcement
profiles (22) are connected to each other by a longitudinal profile (26) interconnecting
said two blocks (14).
6. The rail sleeper according to any one of claims 1 to 5, characterized in that the region of said longitudinal profile (26) that is located between said two blocks
(14) is protected against corrosion by an enclosure (32) of plastic material.
7. The rail sleeper according to claim 6, characterized in that said enclosure (32) of plastic material is formed with a receiving recess (34) for
receiving a conductor line.
8. The rail sleeper according to any one of claims 1 to 7, characterized in that the sleeper body (12) comprises concrete or polymer concrete.
9. The rail sleeper according to claims 5 and 2 or any one of the previous claims as
appended to claims 5 and 2, characterized in that said blocks (14) comprise plastic and that said longitudinal profile (26) and optionally
also said reinforcement profiles (22) comprise a substantially plane surface.
1. Traverse de chemin de fer comprenant
- un corps de traverse (12) comprenant une région d'appui de rail (16) respective,
située à ses extrémités opposées, dans lesquelles régions ledit corps de traverse
(12) est élargi,
- une rail (24) étant fixable dans chaque région d'appui de rail (16) au moyen d'un
élément de tenu en bas (28) propre à engager un patin de rail, et
- chaque région d'appui de rail (16) comprenant trois faces d'appui de rail (18) adjacentes
selon la direction de l'extension du rail (24),
caractérisée en ce qu'
- au moins un élément de tenu en bas (28) est arrangé entre et au-dessus d'au moins
une région partielle de faces d'appui de rail (18) adjacentes respectives de chaque
région d'appui de rail (16).
2. Traverse de chemin de fer selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'au moins un profilé de renforcement (22) s'étend respectivement au-dessous des régions
d'appui de rail (16) dans ledit corps de traverse (12).
3. Traverse de chemin de fer selon la revendication 2, ledit profilé de renforcement
(22) est arrangé de manière centrée par rapport à la région d'appui de rail (16),
ou en ce qu'en cas de deux ou plusieurs profilés de renforcement (22), ceux-ci sont
arrangés symétriquement et/ou centrique par rapport à la région d'appui de rail (16).
4. Traverse de chemin de fer selon la revendication 2 ou 3, caractérisée en ce que ledit profilé de renforcement (22) ou chaque profilé de renforcement (22) comprend
au moins une branche (30) s'étendant sensiblement à angle droit par rapport à la région
d'appui de rail (16), et en ce qu'en cas d'un profilé de renforcement (22) à plusieurs branches (30) de ce type, ces
branches (30) sont arrangées symétriquement par rapport à la région d'appui de rail
(16).
5. Traverse de chemin de fer selon l'une quelconque des revendications 2 à 4, caractérisée en ce que le corps de traverse (12) est réalisé comme un corps de traverse à deux blocs (12)
comprenant deux blocs (14) respectivement ayant une région d'appui de rail (16), et
en ce que lesdits profilés de renforcement (22) sont reliés entre eux par un profilé longitudinal
(26) reliant les deux blocs (14).
6. Traverse de chemin de fer selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que le profilé longitudinal (26) est protégé contre la corrosion par un enveloppe en
matière plastique (32) dans sa partie située entre les deux blocs (14).
7. Traverse de chemin de fer selon la revendication 6, caractérisée en ce que l'enveloppe en matière plastique (32) est muni d'un creux de logement (34) pour recevoir
une ligne pilote.
8. Traverse de chemin de fer selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que ledit corps de traverse (12) comprend de béton ou de béton polymérique.
9. Traverse de chemin de fer selon les revendications 5 et 2 ou une des revendications
précédentes comme rapportée aux revendications 5 et 2, caractérisée en ce que les blocs (14) comprend de matière plastique, et en ce que le profilé longitudinal (26) et, le cas échéant, aussi les profilés de renforcement
(22) comprennent une surface sensiblement plane.