(19)
(11) EP 1 898 028 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
18.02.2009  Patentblatt  2009/08

(21) Anmeldenummer: 06018780.4

(22) Anmeldetag:  07.09.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04F 15/18(2006.01)

(54)

Verwendung von Bahnen oder Streifen aus einem Gummi-Polyurethan-Verbundmaterial mit einer Beschichtung

Use of webs or strips from a coated gummi-polyurethane composite

Utilisation de feuilles ou bandes d'un composite caoutchouc/polyuréthane muni d'un revêtement


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
12.03.2008  Patentblatt  2008/11

(73) Patentinhaber: Berleburger Schaumstoffwerk GmbH
57319 Bad Berleburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Pöppel, Rainer
    57319 Bad Berleburg (DE)

(74) Vertreter: Grosse, Wolf-Dietrich Rüdiger 
Valentin, Gihske, Grosse Patentanwälte Hammerstrasse 3
57072 Siegen
57072 Siegen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-00/26485
NL-A- 9 302 245
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    Berleburger Schaumstoffwerk GmbH, Am Hilgenacker 24, 57319 Bad Berleburg



    [0001] Verwendung von Bahnen oder Streifen aus einem Gummi-Polyurethan-Verbundmaterial mit einer Beschichtung

    [0002] Die Erfindung betrifft die Verwendung von Bahnen oder Streifen aus einem Gummi-Polyurethan-Verbundmaterial zur Verlegung in Gebäuden aus Mauerwerk, Beton oder Holz bzw. jedem beliebigen Baustoff, um eine Körperschallentkopplung zu ermöglichen.

    [0003] Die Bahnen oder Streifen aus einem solchen Gummi-Polyurethan-Verbundmaterial sind seit Jahrzehnten unter der Marke "Regupol" für die verschiedensten Zwecke im Handel und bieten eine einfache und kostengünstige Verlegung. Sie können z.B. für Sportplätze und -hallen oder als Isolier- und Bautenschutz zum Einsatz kommen, wie durch die DE 195 22 484 C2 bekannt geworden, um z. B. Abdichtungen und Isolierungen zuverlässig und dauerhaft vor Beschädigung zu schützen, oder werden zur extrem dauerhaften Körperschalldämmung unter Eisenbahn-/U-Bahn-Fahrbahnen sowie unter Maschinenfundamenten und auch zur Trittschalldämmung für Bodenbeläge eingesetzt.

    [0004] Die Verlegebahnen/-Streifen aus Gummi-Polyurethan-Verbundmaterial zeichnen sich durch eine hohe Langlebigkeit, gleich bleibende Elastizität über Jahrzehnte und durch - je nach Korngrößenverteilung - steuerbare Wasserdurchlässigkeit aus, bilden also im gesamten Schichtenaufbau keine Sperrschicht.

    [0005] Trotz der seit vielen Jahren bekannten Eigenschaften von "Regupol" und den vielfältigen Anwendungen werden im Hochbau zum Schallschutz, um horizontale und vertikale Schallausbreitung so weit wie möglich zu reduzieren, unverändert elastische Wandstreifen mit entsprechender Tragfähigkeit aus Polyurethan-Kautschuk bzw. Polyurethan-Kautschuk und Korkgranulaten mit Polyurethanbindemittel verwendet. Die Bahnen/Streifen werden in den üblichen Mauerbreiten für tragende und nicht-tragende Wände eingesetzt.

    [0006] Damit lassen sich zwar Körperschallübertragungen, wie sie im Hochbau durch Trittschallgeräusche, laute Geräte, lautes Sprechen, etc. über flankierende Bauteile (Decken und Wände) auf andere Bauteile und damit Wohnungen, Büroräume oder dergleichen übertragen werden, vermeiden. Jedoch besteht dabei die Gefahr, daß bei der Verarbeitung Mörtel in die poröse Materialstruktur eintritt und Schallbrücken bildet, die die positive Dämmwirkung erheblich reduzieren. Außerdem können durch das Kriechverhalten der vorgenannten Produkte Querzugspannungen entstehen, die in die Mauerwerkselemente bis zur Beschädigung durch Rissbildung und dergleichen einwirken.

    [0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die im Hochbau mit den bekannten Materialien auftretenden, vorgenannten Nachteile zu vermeiden.

    [0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Verwendung von Bahnen oder Streifen aus einem Gummi-Polyurethan-Verbundmaterial mit einer Feuchtigkeit sperrenden Beschichtung als elastische Wandlagerung zur Verlegung zwischen Gebäudewänden und den Boden-/Deckenwänden eines Gebäudes gelöst. Als Beschichtung, die zumindest einseitig auf der Bahn/dem Streifen vorgesehen wird und kapillarbrechend sein sollte, eignet sich jedes elastische Material, z.B. PU, PE, PP oder PVC.

    [0009] Ein weiterer Vorschlag der Erfindung sieht die Verwendung von in den Gebäudewänden vertikal verlegten Bahnen oder Streifen aus Gummi-Polyurethan-Verbundmaterial vor. Es lässt sich somit nicht nur eine Entkopplung zwischen Gebäudewand und Decke und/oder Boden des Gebäudes erreichen, sondern eine quasi Rundum-Schallschutzeinkleidung. Das lässt sich erfindungsgemäß durch eine gleichzeitige Verlegung mit einer Trittschalldämmung weiter optimieren.

    [0010] Der besonderen, erfindungsgemäßen Verwendung dieser Schutzbahnen/-streifen als elastische Wandlagerung liegt die in eindrucksvoller Weise durch Nachmessungen an versuchsweise damit ausgerüsteten Mustergebäuden bestätigte Erkenntnis und Überlegung zugrunde, daß eine Trennung (oben und/oder unten) zwischen Gebäudewänden und den Decken/Böden mit solchen eine Beschichtung aufweisenden Bahnen/Steifen aus Gummi-Polyurethan-Verbundmaterial als wirksame Sperre dient. Das sowohl gegen eintretenden Mörtel als auch gegen eintretende Feuchtigkeit, weil die elastische Wandlagerung gleichzeitig auch kapillarbrechend wirkt und somit auch aufsteigende Feuchtigkeit absperrt. Dadurch erübrigen sich die ansonsten häufig als horizontale Feuchtigkeitssperre eingesetzten Bitumenbahnen/-streifen.

    [0011] Die Polyurethan-Kautschuk-Produkte können als Formkörper in jeder beliebigen Dimension hergestellt werden und lassen sich zudem durch variable Verdichtung unterschiedlichen Tragfähigkeitsklassen anpassen. Durch die Anwendung als elastisches Wandlager mit hochwirksamen Effekt zur Reduzierung von Körperschallübertragungen bei gleichzeitiger Funktion als Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit lässt sich durch den niedrigen Reibungskoeffizienten der Bahnen/Streifen mit Beschichtung weiterhin auch noch eine praxisgerechte Reduzierung der Querzugspannung erreichen. Es wird nämlich die Reibung zwischen der Gebäudewand und der Decke und/oder dem Boden verringert, da sich die Gebäudewand auf der Beschichtung noch etwas bewegen kann. Somit wird in Verbindung mit dem sehr günstigen Kriechverhalten des Produkts Rissbildung in dem Mauerwerk vermieden.

    [0012] Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung eines in der einzigen Figur sehr schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels.

    [0013] Von einem Gebäude sind in der Zeichnungsfigur lediglich eine Deckenwand 1 sowie ein von dieser getrennter oberer Raum 2 und ein unterer Raum 3 mit jeweils gegenüberliegenden Gebäudewänden 2a" 2b bzw. 3a, 3b gezeigt. Im Ausführungsbeispiel sind sowohl oberhalb als auch unterhalb der Deckenwand 1 zwischen dieser und den Gebäudewänden 2a, 2b und 3a, 3b zur Schallentkopplung verlegte, etwa der Breite der Gebäudewände entsprechende Bahnen/Streifen 4 aus beschichtetem Gummi-Polyurethan-Material angeordnet. Die Streifen/Bahnen 4 verhindern, daß sich ein von einer Schallquelle 5 z.B. des unteren Raumes 3 ausgehender Lärm in den oberen Raum 2 fortpflanzt.

    [0014] Eine weiter optimierte Schalldämmung lässt sich erreichen, wenn auch vertikal in den Gebäudewänden 2a, 2b und 3a, 3b, solche Streifen/Bahnen 4 angeordnet werden und, wie im Ausführungsbeispiel für die Wände 2 b und 3 b angedeutet, unter dem Estrich auf der Bodenfläche der Deckenwand 1 Trittschalldämm-Bahnen/Streifen 6 angeordnet sind.


    Ansprüche

    1. Verwendung von Bahnen oder Streifen (4) aus einem Gummi-Polyurethan-Verbundmaterial mit einer Feuchtigkeit sperrenden Beschichtung als elastische Wandlagerung zur Verlegung zwischen Gebäudewänden (2a, 2b; 3a, 3b) einerseits und den Boden-/Deckenwänden andererseits (1) eines Gebäudes.
     
    2. Verwendung nach Anspruch 1,
    gekennzeichnet durch
    in den Gebäudewänden (2a, 2b; 3a, 3b) vertikal verlegte Bahnen oder Streifen (4) aus Gummi-Polyurethan-Verbundmaterial.
     
    3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2 in Kombination mit zur Trittschalldämmung auf den Böden eines Gebäudes verlegten Bahnen oder Streifen (6) aus Gummi-Polyurethan-Verbundmaterial.
     


    Claims

    1. Use of webs or strips (4) of a rubber-polyurethane composite material having a moisture-blocking coating as elastic wall mounting for laying between building walls (2a, 2b; 3a, 3b) on the one hand and the floor/ceiling walls on the other hand (1) of a building.
     
    2. The use according to claim 1,
    characterised by
    webs or strips (4) of rubber-polyurethane composite material laid vertically in the building walls (2a, 2b; 3a, 3b).
     
    3. The use according to claim 1 or 2 in combination with webs or strips (6) of rubber-polyurethane composite material laid on the floors of a building for impact noise insulation.
     


    Revendications

    1. Utilisation de bandes ou feuilles (4)d'un matériau composite caoutchouc/polyuréthane comportant un revêtement bloqueur d'humidité comme garniture de paroi élastique à disposer entre des parois de bâtiment (2a,2b ;3a,3b) d'une part et des parois de sol/plafond (1) d'un bâtiment d'autre part.
     
    2. Utilisation selon la revendication 1,
    caractérisé par
    des bandes ou feuilles (4) d'un matériau composite caoutchouc/polyuréthane disposées verticalement dans les parois de bâtiment (2a,2b ;3a,3b).
     
    3. Utilisation selon la revendication 1 ou 2 en combinaison avec des bandes ou feuilles (5) d'un matériau composite caoutchouc/polyuréthane disposées dans le sol d'un bâtiment à des fins d'isolation sonore.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente