[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum elektrochemischen Beschichten
einer Werkstückoberfläche, wobei mikro- oder nanoskalige Partikel in die Beschichtung
eingebracht werden. Daneben betrifft die Erfindung eine Gegenelektrodenanordnung zum
elektrochemischen Behandeln eines Werkstückes, bei dem das Werkstück eine Arbeitselektrode
bildet.
[0002] Derartige Verfahren und Vorrichtungen, die etwa beim Neuoder Wiederbeschichten von
Turbinenschaufeln mit einer Schutzschicht gegen Korrosion und/oder Oxidation zur Anwendung
kommen können, sind bspw. aus
EP 0 748 883 A1 und
EP 1 094 134 A1 bekannt.
[0003] Die
EP 0 748 883 A1 beschreibt ein Verfahren zum Herstellen von galvanischen Schichten, bei dem das zu
beschichtende Bauteil in ein galvanisches Bad eingebracht wird. In das galvanische
Bad werden Nanopartikel eingebracht, die beim Galvanisieren in die Beschichtung eingebaut
werden. Um eine gleichmäßige Verteilung der Nanopartikel im galvanischen Bad zu erzielen,
wird das Bad ständig umgerührt. Nur so kann eine homogene Verteilung der Nanopartikel
in der Beschichtung gewährleistet werden.
[0004] In der
EP 1 094 134 A1 ist eine elektrochemische Vorrichtung zum Entfernen einer Beschichtung von einem
Werkstück beschrieben. Die Vorrichtung umfasst einen Behälter, in den ein Elektrolyt
eingeführt werden kann. Das zu bearbeitende Werkstück wird als Arbeitselektrode in
Form einer Anode in das elektrolytische Bad eingebracht. Im Elektrolyten ist außerdem
eine Anzahl von Kathoden angeordnet, welche Gegenelektroden zur Anode bilden. Beim
elektrochemischen Bearbeiten wird eine Spannung zwischen dem Werkstück als Arbeitselektrode
und den Gegenelektroden aufgebaut. Die Gegenelektroden können speziell im Hinblick
auf das zu bearbeitende Werkstück geformt sein.
[0005] Gemäß der
EP 0 709 493 A2 ist ein Verfahren zum galvanischen Herstellen von Schichten bekannt, bei dem das
Bauteil mit einer Lösung besprüht wird, in der Nanopartikel dispergiert sind. Dabei
wird das zu beschichtende Bauteil mit einem einzelnen Strahl aus einer Düse besprüht.
Die Menge an eingebrachten Partikeln kann über den Strahldruck an der Düse beeinflusst
werden.
[0006] Gemäß der
EP 1 416 068 A2 ist es weiter bekannt, dass ein Verfahren zum galvanischen Herstellen von Schichten
verwendet werden kann, bei dem das zu beschichtende Bauteil in einen Elektrolyt eingetaucht
wird. In diesem Elektrolyt können Nanopartikel dispergiert werden, so dass diese in
die Schicht auf dem zu beschichtenden Bauteil eingebaut werden.
[0007] Außerdem gibt es auch noch andere Beschichtungsverfahren. Gemäß der
EP 559 608 A2, der
US 4,027,366 und der
LU 67358 A1 sind Pulverbeschichtungsverfahren bekannt, bei denen das Beschichtungspulver durch
Düsen auf die Oberfläche des Werkstückes aufgebracht wird. Um die Abscheidung der
Pulverpartikel zu verbessern, können die Düsenanordnung sowie das Werkstück mit einer
unterschiedlichen Ladung versehen werden. Hierdurch werden auch die aus der Düsenanordnung
austretenden Beschichtungspartikel geladen, wodurch eine elektrostatische Anziehung
derselben auf der zu beschichtenden Oberfläche erreicht wird.
[0008] Gegenüber diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ein alternatives
Verfahren zum elektrochemischen Beschichten eines Werkstückes mit einer mikro- oder
nanoskalige Partikel enthaltenden Beschichtung zur Verfügung zu stellen. Eine weitere
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Anordnung zum Beschichten eines Werkstückes
mit einer Gegenelektrodenanordnung zur Verfügung zu stellen, die sich mit besonders
hoher Flexibilität einsetzen lässt und mit der das erfindungsgemäße Verfahren durchführbar
ist.
[0009] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1, und durch eine Gegenelektrodenanordnung
nach Anspruch 7 gelöst. Die abhängigen Ansprüche enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung.
[0010] Im erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt ein elektrochemisches Beschichten einer Werkstückoberfläche,
wobei mikro- oder nanoskalige Partikel in die Beschichtung eingebracht werden. Während
des Beschichtens werden mehrere Strahlen eines Strahlmediums auf die Werkstückoberfläche
gerichtet, wobei das Strahlmedium die einzubringenden mikro- oder nanoskaligen Partikel
umfasst. Mit den Strahlen lassen sich die mikrooder nanoskalige Partikel gezielt in
die Nähe der zu beschichtenden Werkstückoberfläche bringen, ohne dass dazu zuvor ein
galvanisches Bad mit den mikro- oder nanoskaligen Partikeln angesetzt werden muss.
Die Partikel werden beim Beschichten alleine durch die Strahlen in die Nähe der zu
beschichtenden Oberfläche gebracht, wobei auf Grund der Vielzahl der Strahlen auch
die homogene Beschichtung größerer Oberflächeninhalte oder komplizierter Geometrien
gelingt. Ein ständiges Rühren des galvanischen Bades ist hierbei nicht nötig.
[0011] In einer Ausführungsform des Verfahrens wird das Strahlmedium alleine von den mikro-
oder nanoskaligen Partikeln gebildet. In einer alternativen Ausführungsform sind die
mikro- oder nanoskaligen Partikel in einer elektrolytischen Behandlungslösung dispergiert.
In dieser Ausführungsform wird das Strahlmedium von der Behandlungslösung mit den
darin dispergierten Partikeln gebildet.
[0012] Die Menge an in die Beschichtung eingebrachten mikro- oder nanoskaligen Partikeln
kann im erfindungsgemäßen Verfahren über den Strahldruck, also der Druck, mit dem
das Strahlmedium der Oberfläche zugeführt wird, eingestellt werden. Hierbei kann insbesondere
ein kontinuierlicher oder ein pulsierender Druckverlauf zur Anwendung kommen. Über
eine geeignete Druckregelung kann so die Anzahl an eingebauten Partikeln erhöht oder
verringert werden.
[0013] Wenn der Strahldruck während des elektrochemischen Beschichtens variiert wird, kann
ein Gradient der Partikeldichte in der elektrochemisch hergestellten Beschichtung
oder eine Beschichtung mit mehreren Lagen, die sich durch ihre Partikeldichten voneinander
unterscheiden, erzeugt werden. Zum Herstellen des Gradienten wird hierbei die Druckamplitude
kontinuierlich variiert, während zum Herstellen einer Multilagenbeschichtung die Druckamplitude
sprunghaft variiert wird.
[0014] Eine Multilagenbeschichtung lässt sich auch durch Variieren der Zusammensetzung des
Strahlmediums während des Beschichtens erzeugen. So ist es beispielsweise möglich,
während des Beschichtens von mikro- oder nanoskaligen Partikeln einer Sorte zu mikro-
oder nanoskaligen Partikeln einer anderen Sorte überzugehen. Dieser Übergang kann
entweder fließend oder sprunghaft erfolgen. Bei einem fließenden Wechsel der Partikelsorte
liegt in der fertiggestellten Beschichtung ein fließender Übergang von der einen Partikelsorte
zur anderen Partikelsorte vor. Wenn das Umstellen der Strahlzusammensetzung dagegen
sprunghaft erfolgt, so lässt sich damit eine Beschichtung mit mehreren Lagen erzeugen,
wobei sich die einzelnen Lagen durch die Art der Mikro- oder Nanopartikel voneinander
unterscheiden. Die Variation der Strahlzusammensetzung kann auch mit einer Variation
des Strahldruckes kombiniert werden, so dass neben der Art der eingebauten Partikel
auch deren Dichte in der fertigen Beschichtung variiert.
[0015] Insgesamt erhöht das erfindungsgemäße Verfahren die Flexibilität beim Herstellen
von Beschichtungen mit eingelagerten mikro- oder nanoskaligen Partikeln. Die Beschichtungseigenschaften
können während des Herstellens der Beschichtung gezielt verändert werden. So sind
völlig neuartige Schichtsysteme möglich. Auch lässt sich die Prozessdauer verkürzen,
da nicht erst ein neues elektrochemisches Bad angesetzt werden muss, wenn beispielsweise
ein Mehrschichtsystem hergestellt werden soll, in dem sich die einzelnen Schichten
durch die Art der mikro- oder nanoskaligen Partikel voneinander unterscheiden.
[0016] Eine erfindungsgemäße Anordnung zum Beschichten eines Werkstückes mit einer Gegenelektrodenanordnung
zum elektrochemischen Behandeln eines Werkstückes, die das Durchführen des erfindungsgemäßen
Verfahrens ermöglicht, umfasst eine Anzahl von Prozesselektroden, wobei das Werkstück
eine Arbeitselektrode bildet. Die Gegenelektrodenanordnung umfasst weiterhin eine
Prozessmediumzufuhreinrichtung zum Zuführen eines Prozessmediums, welches insbesondere
mikro- oder nanoskalige Partikel umfassen kann, zu den Prozesselektroden.
[0017] Die Prozesselektroden sind als rohrartige Elemente mit sich in ihrem Inneren erstreckenden
Kanälen ausgebildet. Sie weisen jeweils ein der Prozessmediumzufuhreinrichtung zugewandtes
Ende und ein von der Prozessmediumzufuhreinrichtung abgewandtes Ende mit einer darin
angeordneten Öffnung auf. Im Bereich der der Prozessmediumzufuhreinrichtung zugewandten
Enden der rohrartigen Elemente stehen die Kanäle jeweils mit der Prozessmediumzufuhreinrichtung
in Verbindung. Am von der Prozessmediumzufuhreinrichtung abgewandten Ende der rohrartigen
Elemente münden die Kanäle in die Öffnungen der Prozesselektroden.
[0018] Die Ausgestaltung der Prozesselektroden als rohrförmige Elemente und die darin angeordneten
Kanäle ermöglichen es, ein Prozessmedium wie etwa mikro- oder nanoskalige Partikel
oder ein Gemisch aus einer chemischen Behandlungslösung und darin dispergierten mikro-
oder nanoskaligen Partikeln als ein Strahlmedium in Form eines Strahls gezielt in
den Bereich zwischen den Prozesselektroden und der Arbeitselektrode als dem Werkstück
einzubringen. Auf diese Weise kann ein effektiver Einsatz der mikro- oder nanoskaligen
Partikel beim Beschichten erfolgen.
[0019] Da über die Prozessmediumzufuhreinrichtung verschiedene Prozessmedien zugeführt werden
können, ohne dass dazu ein Unterbrechen des Beschichtungsprozesses nötig wäre, beispielsweise
um die elektrochemische Behandlungslösung zu wechseln, ist der Aufbau von Schichten
mit mehreren, sich in den verwendeten Partikeln unterscheidenden Schichten ohne Unterbrechung
der elektrochemischen Abscheidung möglich.
[0020] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Gegenelektrodenanordnung verjüngen sich
die Kanäle im Bereich vor den Öffnungen. Der sich so verjüngende Öffnungsquerschnitt
lässt eine düsenartige Öffnung entstehen, die für eine homogene Durchmischung der
mikro- oder nanoskaligen Partikel in der elektrochemischen Behandlungslösung im Bereich
der Umgebung der Öffnung sorgt. Die Qualität des Strahls, bspw. die Form des Strahls
und/oder die Energie des Strahls und/oder die Menge an austretendem Strahlmedium,
kann durch eine geeignete konstruktive Ausgestaltung der Düse gezielt beeinflusst
werden, insbesondere durch ein geeignetes Wählen der Form der Kanäle im Bereich der
Öffnungen und/oder der Form der Öffnungen selbst im Hinblick auf die zu erzielende
Strahlqualität.
[0021] Um die Dichte der in die Beschichtung eingebauten mikro- oder nanoskaligen Partikel
erhöhen oder verringern zu können, kann die Gegenelektrodenanordnung eine Einstelleinrichtung
zum Einstellen des Drucks des Prozessmediums in der Prozessmediumzufuhreinrichtung
umfassen.
[0022] In einer ersten konstruktiven Ausgestaltung der Gegenelektrodenanordnung sind die
rohrartigen Elemente der Prozesselektroden durch einen gemeinsamen wachsgefüllten
Träger geführt. Sie weisen Sicherungselemente auf, beispielsweise sich in Umfangsrichtung
der rohrförmigen Elemente der Prozesselektroden erstreckende Rippen, welche sie gegen
ein axiales Verschieben gegenüber dem Wachs im erstarrten Zustand sichern.
[0023] Die beschriebene Ausgestaltung ermöglicht ein vorteilhaftes Verfahren zum Anpassen
der Prozesselektrodenanordnung an die Geometrie des zu bearbeitenden Werkstückes.
Das Wachs wird verflüssigt und die Prozesselektrodenanordnung bei verflüssigtem Wachs
an das Werkstück angedrückt. Dabei werden die Prozesselektroden im Wachs verschoben,
sodass sich die Positionen der freien Enden der Prozesselektroden an die Geometrie
der Werkstückoberfläche anpassen. In diesem Zustand wird das Wachs wieder verfestigt,
sodass die Prozesselektroden in ihrer Lage fixiert werden. Das Ergebnis ist eine optimal
an die Geometrie der Oberfläche des zu bearbeitenden Werkstückes angepasste Gegenelektrodenanordnung.
Diese Anpassung ist insbesondere bei nicht planaren Werkstücken und im Bereich konkaver
und konvexer Ecken von Bedeutung. Insbesondere konkave und konvexe Ecken können besonders
gut bearbeitet werden, wenn die rohrartigen Elemente der Prozesselektroden eine Nadelform
aufweisen. Daneben kann die Gegenelektrodenanordnung bei nadelförmiger Ausgestaltung
der rohrartigen Elemente auch besonders vorteilhaft beim chemischen Behandeln von
Löchern im Werkstück eingesetzt werden.
[0024] In einer zweiten konstruktiven Ausgestaltung der Gegenelektrodenanordnung sind die
rohrartigen Elemente der Prozesselektroden durch Löcher wenigstens einer gemeinsamen
Trägerplatte geführt. Zwischen den Rändern der Löcher und den jeweiligen rohrartigen
Elementen ist dabei ein geringes Spiel vorhanden, das so bemessen ist, dass es eine
ungestörte axiale Verschiebung der rohrartigen Elemente erlaubt. Weiterhin ist eine
Spannvorrichtung vorhanden, mit deren Hilfe sich die rohrartigen Elemente mit einer
Kraft derart gegen die Ränder der Löcher drücken lassen, dass sie aufgrund der dabei
auftretenden Reibung gegen ein axiales Verschieben gegenüber der Trägerplatte gesichert
sind.
[0025] Wie in der ersten konstruktiven Ausführungsform kann auch die Gegenelektrodenanordnung
in der zweiten konstruktiven Ausführungsform dadurch an die Geometrie der Oberfläche
des zu bearbeitenden Werkstückes angepasst werden, dass sie an das Werkstück angedrückt
wird. Dabei ist die Spannvorrichtung im entspannten Zustand, sodass sich die rohrartigen
Elemente der Prozesselektroden innerhalb der Löcher axial verschieben können. Nachdem
die Position der freien Elektrodenenden an die Geometrie der Werkstückoberfläche angepasst
ist, wird die Spannvorrichtung gespannt, sodass die rohrförmigen Elemente gegen die
Ränder der Löcher gedrückt werden, wodurch sie gegen ein weiteres axiales Verschieben
gesichert sind. Auch in dieser konstruktiven Ausgestaltung bieten Prozesselektroden
in Nadelform die mit Bezug auf die erste Ausgestaltung beschriebenen Vorteile.
[0026] Insgesamt lässt sich die erfindungsgemäße Gegenelektrodenanordnung besonders flexibel
beim elektrochemischen Behandeln von Werkstücken einsetzen. Insbesondere in den beiden
beschriebenen konstruktiven Ausgestaltungen ist die erfindungsgemäße Gegenelektrodenanordnung
besonders variabel für jede Werkstückform einsetzbar. Auf speziell angefertigte Formelektroden
für bestimmte Werkstückformen kann daher verzichtet werden.
[0027] Weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie
der erfindungsgemäßen Gegenelektrodenanordnung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren.
- Fig. 1
- zeigt eine Anordnung zum Durchführen eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
- Fig. 2
- zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemäße Gegenelektrodenanordnung.
- Fig. 3
- zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemäße Gegenelektrodenanordnung.
[0028] Nachfolgend wird das erfindungsgemäße Verfahren unter Bezugnahme auf die in Fig.
1 dargestellte Anordnung beschrieben. Fig. 1 zeigt ein Werkstück 1, welches insbesondere
als Turbinenschaufel ausgebildet sein kann. Eine Turbinenschaufel ist typischerweise
aus einer hochtemperaturfesten Nickel-Basislegierung oder einer Kobalt-Basislegierung
hergestellt. Häufig sind auf Turbinenschaufeln sog. MCrAlY-Beschichtungen zum Korrosions-
und/oder Oxidationsschutz aufzubringen. In der MCrAlY-Beschichtung steht M für Eisen
(Fe), Kobalt (Co) oder Nickel (Ni) und Y für Yttrium (Y) und/oder Silizium (Si) und/oder
zumindest ein Element der seltenen Erden bzw. Hafnium. MCrAlY-Zusammensetzungen sind
beispielsweise aus
EP 0 486 489 B1,
EP 0 786 017 B1,
EP 0 412 397 B1 oder
EP 1 306 454 A1 bekannt. Auf diese Dokumente wird daher bezüglich möglicher Zusammensetzungen der
Beschichtung Bezug genommen.
[0029] Beim Aufbau einer MCrAlY-Beschichtung wird Kobalt oder Nickel elektrochemisch abgeschieden,
wohingegen die übrigen Bestandteile der Beschichtung, beispielsweise Cr, A1, Y oder
Rhenium (Re) als mikro- oder nanoskalige Partikel in die elektrochemisch abgeschiedene
Nickel- oder Kobaltschicht eingebaut werden.
[0030] Die in Fig. 1 dargestellte Anordnung zum Beschichten des Werkstücks 1 umfasst neben
dem Werkstück 1 selbst eine Elektrodenanordnung 9 sowie einen mit einem Elektrolyt
3 gefüllten Behälter 5, in dem sowohl das Werkstück 1 als auch die Elektrodenanordnung
9 angeordnet sind. Zudem umfasst die Anordnung eine Spannungsquelle 7, deren negativer
Pol elektrisch leitend mit dem Werkstück 1 verbunden ist, sodass dieses eine Kathode
bildet. Die Kathode, also das Werkstück 1, bildet die Arbeitselektrode der Anordnung.
Der positive Pol der Spannungsquelle 7 ist dagegen mit der Elektrodenanordnung 9 verbunden,
sodass diese zur Anode wird und die Gegenelektrode zur Arbeitselektrode bildet. Aufgrund
der zwischen dem Werkstück 1 und der Gegenelektrodenanordnung 9 anliegenden Spannung
baut sich zwischen der Gegenelektrodenanordnung und dem Werkstück 1 ein elektrisches
Feld auf, welches positiv geladene Ionen zur negativ geladenen Werkstückoberfläche
transportiert.
[0031] Im Elektrolyten 3, der eine elektrolytische Behandlungslösung darstellt, sind Ionen
des Basismaterials des Werkstücks gelöst. Im Falle einer Turbinenschaufel aus einer
Nickel- oder Kobalt- Basislegierung sind also Nickelionen oder Kobaltionen im Elektrolyten
3 gelöst. Die positiv geladenen Metallionen wandern zur Werkstückoberfläche 2 und
lagern sich dort zu einer Beschichtung ab.
[0032] Im erfindungsgemäßen Verfahren werden mikro- oder nanoskalige Partikel in die Beschichtung
eingebaut. Dies erfolgt, indem zwischen der Gegenelektrodenanordnung 9 und der Oberfläche
2 des Werkstückes 1 eine Dispersion 4 der einzubauenden mikrooder nanoskaligen Partikel
im Elektrolyten 3 herbeigeführt wird. An die Oberfläche 2 des Werkstückes 1 angrenzende
Partikel werden dabei während der elektrochemischen Ablagerung der Metallionen in
die Beschichtung eingebaut. Die zugeführten Partikel können dabei eine einzige Partikelsorte,
beispielsweise Cr-Partikel, Y-Partikel, Al-Partikel, Re-Partikel, etc. oder einem
Gemisch aus mehreren Partikelsorten umfassen.
[0033] Das Zuführen der mikro- oder nanoskaligen Partikel in den Bereich zwischen der Gegenelektrodenanordnung
9 und dem Werkstück 1 erfolgt durch die Gegenelektrodenanondnung 9 hindurch. Zu diesem
Zweck ist die Gegenelektrodenanordnung 9 mit einer Anzahl rohrförmiger Elemente 11
ausgestattet, welche die Prozesselektroden 12 der Gegenelektrodenanordnung 9 bilden.
In Fig. 1 ist der Einfachheit halber lediglich ein rohrförmiges Element 11 dargestellt.
[0034] Die rohrförmigen Elemente 11 weisen einen in Axialrichtung verlaufenden Kanal 13
auf, welcher in einer Öffnung 14 im dem Werkstück 1 zugewandten Ende des rohrförmigen
Elementes 11 mündet. Unmittelbar vor der Öffnung 14 verjüngt sich der Querschnitt
des Kanals 13. Das andere Ende des rohrförmigen Elementes 11 steht mit einem Verteilertank
17 in Verbindung, dem über einen Zufluss 19, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel
als Zuflussrohr ausgebildet ist, mikro- und/oder nanoskalige Partikel zugeführt werden
können.
[0035] Während des Beschichtens des Werkstücks 1 werden die mikrooder nanoskaligen Partikel
unter Druck über den Zufluss 19 in den Verteilertank 17 eingeleitet. Aufgrund des
Druckes strömen die Partikel durch den Kanal 13 zur Öffnung 14 und treten durch diese
in den Elektrolyt 3 im Bereich zwischen der Gegenelektrodenanordnung 9 und dem Werkstück
1 aus. Aufgrund der düsenartigen Öffnungen 14 der mit dem Verteilertank 17 in Verbindung
stehenden rohrförmigen Elemente 11 kann eine homogene Durchmischung der Partikel im
Elektrolyten oder eine gezielte Anstrahlung der Werkstückoberfläche 2 mit den. Partikeln
während der Abscheidung der gelösten Metallionen erreicht werden. Die mikro- oder
nanoskaligen Partikel können dabei mit einem bestimmten Druck durch die düsenartigen
Öffnungen 14 zur Werkstückoberfläche 2 transportiert werden.
[0036] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel werden die Partikel dem Verteilertank im Elektrolyten
dispergiert zugeführt. Aus der düsenartigen Öffnung 14 tritt daher ein Elektrolytstrahl
mit dispergierten mikro- oder nanoskaligen Partikeln als Strahlmedium aus. Alternativ
ist es jedoch auch möglich, alleine die mikro- oder nanoskaligen Partikel in den Verteilertank
17 einzuleiten, sodass aus der düsenartigen Öffnung 14 lediglich die Partikel als
Strahlmedium austreten.
[0037] Über eine geeignete Steuerung des Druckes im Verteilertank 17 kann die Anzahl der
im Bereich zwischen der Gegenelektrodenanordnung 9 und dem Werkstück 1 befindlichen
mikro- oder nanoskaligen Partikel gezielt erhöht oder vermindert werden. Auf diese
Weise lässt sich die Einbaudichte der Partikel in die Beschichtung gezielt erhöhen
und vermindern. Die Druckverhältnisse im Verteilertank 17 können beispielsweise über
den Druck im Zufluss 19 eingestellt werden. Es sind sowohl kontinuierliche Drücke
als auch pulsierende Drücke möglich. Das Steuern des Druckes kann hierbei sowohl die
Druckamplitude als auch die Frequenz bei pulsierenden Drücken umfassen.
[0038] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich auch gradierte Beschichtungen, also
solche Beschichtungen, in denen die Dichte an eingebauten mikro- oder nanoskaligen
Partikeln mit dem Abstand von der Werkstückoberfläche variiert, erzeugen. Hierzu wird
im Verlaufe des Beschichtungsverfahrens der Druck im Verteilertank 17 kontinuierlich
verändert, sodass sich die Zahl, d.h. die Dichte, der im Elektrolyten zwischen der
Gegenelektrodenanordnung 9 und dem Werkstück 1 dispergierten Partikel verändert.
[0039] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können jedoch auch Mehrschichtsysteme hergestellt
werden, wobei sich die einzelnen Schichten des Beschichtungssystems sowohl in der
Dichte der eingebauten mikro- oder nanoskaligen Partikel als auch in der Art der mikro-
oder nanoskaligen Partikel voneinander unterscheiden können. Derartige Schichten können
insbesondere hergestellt werden, ohne dass der elektrochemische Beschichtungsprozess
unterbrochen werden muss, um das galvanische Bad auszutauschen. Zum Herstellen von
Beschichtungen mit mehreren, sich in die Art der Partikel voneinander unterscheidenden
Beschichtungen braucht lediglich der Verteilertank 17 während des Verfahrens nacheinander
mit mikro- oder nanoskaligen Partikeln unterschiedlicher Art befüllt zu werden. Jedes
Mal, wenn eine Lage fertiggestellt ist, wird die nächste Partikelart in den Verteilertank
17 eingefüllt.
[0040] Beschichtungen mit Lagen, die sich durch die Einbaudichte der Partikel voneinander
unterscheiden, lassen sich herstellen, indem die Druckverhältnisse im Verteilertank
17 kontinuierlich verändert werden. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren auch durch die Art der Partikel voneinander unterscheidenden
Multischichtsysteme hergestellt werden können, die eine gradierte oder sprunghafte
Änderung in der Dichte der eingebauten Partikel aufweisen. Dies ist möglich, da die
Art der in den Verteilertank 17 eingebrachten Partikel und der Druck im Verteilertank
17 unabhängig voneinander geregelt werden können.
[0041] Ein erstes Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemäße Gegenelektrodenanordnung
9 wird nun mit Bezug auf Fig. 2 beschrieben. Die Gegenelektrodenanordnung 9 umfasst
eine Mehrzahl von rohrförmigen Elementen 11a bis 11e, welche rohrförmig Prozesselektroden
12a bis 12e bilden. Die Prozesselektroden 12a bis 12e sind über eine in Fig. 2 nicht
dargestellte Leitung mit dem Pol einer Spannungsquelle verbindbar. Alle Prozesselektroden
12a bis 12e stehen mit einem Ende mit dem Verteilertank 17 derart in Verbindung, dass
ein Prozessmedium, also beispielsweise ein Elektrolyt mit dispergierten mikro- oder
nanoskaligen Partikeln, durch die Kanäle 13 im Inneren der Prozesselektroden 12a bis
12e (vgl. Fig. 1) zu den Austrittsöffnungen 14a bis 14e strömen kann. Die Kanäle 13,
die Austrittsöffnungen 14, der Verteilertank 17 sowie der Zufluss 19 wurden bereits
mit Bezug auf Fig. 1 beschrieben und werden daher an dieser Stelle nicht noch einmal
erläutert. Neben den Prozesselektroden 12a bis 12e umfasst die Gegenelektrodenanordnung
9 auch eine Anzahl von Messelektroden 21, die gegenüber den Prozesselektroden 12a
bis 12e elektrisch isoliert sind. Die Messelektroden 21 bilden Referenzelektroden,
deren Elektrodenspitzen 22 berührungsfrei zur Oberfläche 2 des Werkstückes 1 weisen
und die zum Überwachen der elektrischen Parameter während des elektrochemischen Abscheideprozesses
dienen. Die Messelektroden 21 können ebenso wie die Prozesselektroden 11 als rohrförmige
Elemente ausgebildet sein. Alternativ ist es jedoch auch möglich, die Messelektroden
21 als Vollelektroden, d.h. ohne inneren Kanal auszubilden.
[0042] Die Prozesselektroden 12a bis 12e erstrecken sich in Axialrichtung durch einen mit
Wachs 27 gefüllten Träger 29. Der Träger 29 weist eine erste, dem Verteilertank 17
zugewandte Trägerplatte 31 und eine zweite, dem Verteilertank 17 abgewandte Trägerplatte
33 auf. Beide Trägerplatten 31, 33 weisen Löcher auf, die ein axiales Verschieben
der Prozesselektroden 12a bis 12e gegen die Trägerplatten 31, 33 zulassen und die
gegen einen Austritt flüssigen Wachses 27 aus dem Träger 29 abgedichtet sind. Die
einzelnen Prozesselektroden 12 bis 12e sind im Bereich derjenigen Abschnitte, welche
sich im Inneren des Trägers 29 befinden, mit flanschartigen Ansätzen 35, 37 und 39
ausgestattet, die die Prozesselektroden 12a bis 12e bei erstarrtem Wachs 27 gegen
eine axiale Verschiebung relativ zum Träger 29 sichern.
[0043] Die beschriebene Prozesselektrodenanordnung 9 lässt sich in vorteilhafter Weise an
die Geometrie der Werkstückoberfläche 2 anpassen. Dazu wird das Wachs 27 im Träger
29 verflüssigt, beispielsweise über eine im Träger 29 angeordnete Heizung oder über
eine Erwärmung des Elektrolyten 3 im Behälter 5, sodass ein axiales Verschieben der
Prozesselektroden 12a bis 12e relativ zum Träger 29 möglich wird. In diesem Zustand
wird die Gegenelektrodenanordnung 9 mit leichtem Druck an das Werkstück 1 angedrückt,
sodass sich die Position der Öffnungen 14a bis 14e der einzelnen Prozesselektroden
12a bis 12e an die geometrische Form des Werkstücks 1 anpassen. Sodann wird eine Abkühlung
des Wachses 27 herbeigeführt, sodass dieses erstarrt und die Prozesselektroden 12a
bis 12e gegen ein axiales Verschieben relativ zum Träger 29 sichert. Danach wird die
Gegenelektrodenanordnung 9 wieder etwas von der dem Werkstück 1 weggeführt, wobei
darauf geachtet wird, dass die relative Orientierung der Gegenelektrodenanordnung
9 zum Werkstück 1 erhalten bleibt.
[0044] Nachdem die Gegenelektrodenanordnung 9 an die geometrische Form des Werkstückes 1
angepasst ist, kann das elektrochemische Abscheiden der Beschichtung erfolgen. Mittels
der Messelektroden 21 kann die Einhaltung konstanter elektrischer Parameter überwacht
werden.
[0045] Die erfindungsgemäße Elektrodenanordnung 9 lässt sich auf die beschriebene Weise
besonders gut an die Geometrie des Werkstückes 1 anpassen, ohne dass hierzu extra
eine speziell geformte Elektrode hergestellt werden muss. Aufgrund der gleichen Entfernung
der verschiedenen Öffnungen 14a bis 14e der Prozesselektroden 12a bis 12e vom Werkstück
1 lässt sich eine gleichförmige Verteilung der in Richtung auf die Oberfläche gestrahlten
mikro- oder nanoskaligen Partikel in der Beschichtung erzielen.
[0046] Ein zweites Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemäße Prozesselektrodenanordnung
90 ist in Fig. 3 dargestellt. Die Prozesselektrodenanordnung 90 des zweiten Ausführungsbeispiels
unterscheidet sich von der Prozesselektrodenanordnung 9 des ersten Ausführungsbeispiels
lediglich durch die Ausgestaltung des Trägers 129. Die übrigen Konstruktionsmerkmale
des zweiten Ausführungsbeispiels, wie beispielsweise die Prozesselektroden 12a bis
12e, der Verteilertank 17 oder die Messelektroden 21 sind daher mit denselben Bezugsziffern
bezeichnet wie die entsprechenden Konstruktionsmerkmale im ersten Ausführungsbeispiel
und werden an dieser Stelle nicht noch einmal erläutert.
[0047] Der Träger 129 umfasst eine erste, dem Verteilertank 17 zugewandte Trägerplatte 131
sowie eine zweite, dem Verteilertank 17 angewandte Trägerplatte 133. Beide Trägerplatten
weisen Öffnungen auf, deren Größe so gewählt ist, dass zwischen den Rändern der Öffnungen
und den durch die Trägerplatten 131, 133 hindurchgeführten Prozesselektroden 11a bis
11e ein Spiel verbleibt, das ein axiales Verschieben der Prozesselektroden 12a bis
12e relativ zum Träger 129 ermöglicht. Durch das Innere des Trägers 129 erstrecken
sich Justageplatten 134, 136, 138, welche ebenfalls Öffnungen aufweisen, die derart
dimensioniert sind, dass die Prozesselektroden 12a bis 12e mit Spiel durch sie hindurchgeführt
sind. Auch die Justageplatten 134, 136, 138 behindern daher in einem ersten Zustand
ein axiales Verschieben der Prozesselektroden 12a bis 12e nicht. Die mögliche axiale
Verschiebung der Prozesselektroden 12a bis 12e wird lediglich durch flanschartige
Ansätze 135, 137, 139 in demjenigen Bereich der Prozesselektroden 12a bis 12e, der
sich im Inneren des Trägers 129 befindet, begrenzt.
[0048] Die Justageplatten 134, 136, 138 werden an zwei Seiten von einem Rahmen 140 gehalten,
gegenüber dem die mittlere Justageplatte 136 verschoben werden kann. Die Verschiebung
der Justageplatte 136 erfolgt parallel zu den Justageplatten 134 und 138 und senkrecht
zur Richtung der axialen Verschiebung der Prozesselektroden 12a bis 12e. Zudem weist
der Rahmen 140 eine Fixiereinheit 142, beispielsweise in Form einer oder mehrerer
Fixierschrauben, auf, welche ein Fixieren der Position der mittleren Justageplatte
136 relativ zur Position der beiden äußeren Justageplatten 134, 138 ermöglicht.
[0049] Die Prozesselektrodenanordnung 90 des zweiten Ausführungsbeispiels kann an die Geometrie
des Werkstücks 1 angepasst werden, indem die mittlere Justageplatte 136 in eine Stellung
gebracht wird, in der die Löcher in den einzelnen Justageplatten 134, 136, 138 sowie
die Löcher in den beiden Trägerplatten 131, 133 derart relativ zueinander zentriert
sind, dass ihre Öffnungen fluchtend zueinander angeordnet sind. In diesem ersten Zustand
wird die Gegenelektrodenanordnung 90 mit leichtem Druck derart an das Werkstück 1
angedrückt, dass sie mit den mit den Öffnungen 14a bis 14e versehenen Enden der Prozesselektroden
12a bis 12e an dem Werkstück 1 anliegen. Die Geometrie des Werkstückes 1 sorgt dabei
für eine axiale Verschiebung der Prozesselektroden 12a bis 12e, die zu einer Anpassung
der Position der Öffnungen 14a bis 14e an die Geometrie des Werkstückes führt. Anschließend
wird die mittlere Justageplatte 136 parallel zu den beiden äußeren Justageplatten
134, 138 verschoben, sodass die Öffnungen der Justageplatten 134, 136, 138 nicht mehr
miteinander fluchten. In diesem zweiten Zustand der Justageplatten 134, 136, 138 werden
die Prozesselektroden 12a bis 12e an eine Seite der Lochränder der äußeren Justageplatten
134, 138 angedrückt. Gleichzeitig werden die Prozesselektroden 12a bis 12e an die
Lochränder der mittleren Justageplatte angedrückt. Da die Lochränder der äußeren Justageplatten
134, 138 in der entgegengesetzten Richtung wie die Lochränder der mittleren Justageplatte
136 gegen die Prozesselektroden 12a bis 12e drücken, werden die Prozesselektroden
12a bis 12e zwischen den Lochrändern der äußeren Justageplatten 134, 138 einerseits
und den Lochrändern der inneren Justageplatte 136 andererseits eingeklemmt. Die mittlere
Justageplatte 136 wird in diesem Zustand mittels der Fixiereinrichtung 142 fixiert.
Auf diese Weise sind die Prozesselektroden 12a bis 12e gegen axiale Verschiebung gesichert.
Mit der so an die Geometrie des Werkstückes 1 angepassten Gegenelektrodenanordnung
9 wird dann das elektrochemische Beschichtungsverfahren wie mit Bezug auf das erste
Ausführungsbeispiel beschrieben durchgeführt.
[0050] In einer Abwandlung des zweiten Ausführungsbeispiels ist es auch möglich, die beiden
äußeren Justageplatten 134, 138 verschiebbar auszugestalten und die mittlere Justageplatte
136 unverschiebbar auszugestalten. Eine weitere Alternative besteht darin, statt der
Justageplatten netzartige Konstruktionen zu verwenden, die beispielsweise aus Drähten
oder Seilen hergestellt sind und Maschen aufweisen, durch welche die im Inneren des
Trägers befindlichen Bereiche der Prozesselektroden hindurchgeführt sind. Durch Verspannen
der einzelnen Seile bzw. Drähte gegeneinander lässt sich der Öffnungsquerschnitt der
Maschen vermindern, sodass die Drähte bzw. Seile gegen die Außenseite der Prozesselektroden
drücken und so eine die axiale Verschiebung der Prozesselektroden verhindernde Reibung
bereitstellen.
1. Verfahren zum elektrochemischen Beschichten einer Werkstückoberfläche (2), wobei mikro-
oder nanoskalige Partikel in die Beschichtung eingebracht werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass während des Beschichtens mehrere Strahlen aus einem die einzubringenden mikro- oder
nanoskaligen Partikel umfassenden Strahlmedium auf die Werkstückoberfläche (2) gerichtet
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Strahlmedium alleine von den mikro- oder nanoskaligen Partikeln gebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mikro- oder nanoskaligen Partikel in einer elektrolytischen Behandlungslösung
dispergiert sind und das Strahlmedium von der elektrochemischen Behandlungslösung
mit den darin dispergierten mikro- oder nanoskaligen Partikeln gebildet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Menge an in die Beschichtung eingebrachten mikrooder nanoskaligen Partikeln über
den Strähldruck eingestellt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Strahldruck während des elektrochemischen Beschichtens variiert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zusammensetzung des Strahlmediums während des elektrochemischen Beschichtens
verändert wird.
7. Anordnung zum Beschichten eines Werkstücks, zur Durchführung des Verfahrens nach den
Ansprüchen 1 bis 6, aufweisend eine Gegenelektrodenanordnung (9) mit einer Anzahl
von Prozesselektroden (12) zum elektrochemischen Behandeln eines Werkstückes (1),
bei dem das Werkstück (1) eine Arbeitselektrode bildet, und einen Elektrolytbehälter,
in dem die Gegenelektrodenanordnung angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine Prozessmediumzufuhreinrichtung (17) zum Zuführen eines Prozessmediums zu den
Prozesselektroden (12) vorhanden ist,
- die Prozesselektroden (12) als rohrartige Elemente (11) mit sich in ihrem Inneren
ersteckenden Kanälen (13) ausgebildet sind, und jeweils ein der Prozessmediumzufuhreinrichtung
(17) zugewandtes Ende und ein von der Prozessmediumzufuhreinrichtung (17) abgewandtes
Ende mit einer darin angeordneten Öffnung (14) aufweisen, und
- die Kanäle (13) jeweils im Bereich der der Prozessmediumzufuhreinrichtung (17) zugewandten
Enden der rohrartigen Elemente (11) mit der Prozessmediumzufuhreinrichtung (17) in
Verbindung stehen und in die Öffnung (14) am von der Prozessmediumzufuhreinrichtung
abgewandten Ende der rohrartigen Elemente (11) münden, wobei
- die Prozesselektroden (12) und die darin angeordneten Kanäle (13) das Prozessmedium
jeweils in Form eines Strahls gezielt in den Bereich zwischen den Prozesselektroden
und der Arbeitelektrode einbringen.
8. Anordnung (9) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Kanäle (13) im Bereich vor den Öffnungen (14) verjüngen.
9. Anordnung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Form der Kanäle (13) im Bereich der Öffnungen (14) und/oder die Form der Öffnungen
(14) selbst im Hinblick auf die zu erzielende Strahlqualität gewählt ist.
10. Anordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass eine Einstelleinrichtung zum Einstellen des Drucks des Prozessmediums in der Prozessmediumzufuhreinrichtung
(17) vorhanden ist.
11. Anordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
dass die rohrartigen Elemente (11) der Prozesselektroden (12) eine Nadelform aufweisen.
12. Anordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
dass die rohrartigen Elemente (11) der Prozesselektroden (12) durch einen gemeinsamen
wachsgefüllten Träger (29) geführt sind und Sicherungselemente (35, 37, 39) aufweisen,
welche die Prozesselektroden (12) gegen ein axiales Verschieben gegenüber dem Wachs
(27) im erstarrten Zustand sichern.
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
dass die rohrartigen Elemente (11) der Prozesselektroden (12) durch Löcher wenigstens
einer gemeinsamen Trägerplatte (131, 133) geführt sind, wobei ein geringes Spiel zwischen
den Rändern der Löcher und den jeweiligen rohrartigen Elementen (11) vorhanden ist,
und dass eine Spannvorrichtung (134, 136, 138) vorhanden ist, mit deren Hilfe sich
die rohrartigen Elemente mit einer Kraft derart gegen die Ränder der Löcher drücken
lassen, dass sie aufgrund der dabei auftretenden Reibung gegen ein axiales Verschieben
gegenüber der Trägerplatte (131, 133) gesichert sind.
1. Method for electrochemical coating of a workpiece surface (2), with microscale or
nanoscale particles being introduced into the coating,
characterized
in that, during the coating process, a plurality of jets composed of a jet medium, which
comprises the microscale or nanoscale particles to be introduced, are directed at
the workpiece surface (2).
2. Method according to Claim 1,
characterized
in that the jet medium is formed solely by the microscale or nanoscale particles.
3. Method according to Claim 1,
characterized
in that the microscale or nanoscale particles are dispersed in an electrolytic treatment
solution, and the jet medium is formed by the electrochemical treatment solution with
the microscale or nanoscale particles dispersed in it.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized
in that the quantity of microscale or nanoscale particles introduced into the coating is
varied by means of the jet pressure.
5. Method according to Claim 4,
characterized
in that the jet pressure is varied during the electrochemical coating process.
6. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized
in that the composition of the jet medium is varied during the electrochemical coating process.
7. Arrangement for coating a workpiece, for carrying out the method according to Claims
1 to 6, having an opposing electrode arrangement (9) having a number of process electrodes
(12) for electrochemical treatment of a workpiece (1), in which the workpiece (1)
forms a working electrode, and an electrolyte container in which the opposing electrode
arrangement is arranged,
characterized in that
- a process medium supply device (17) is provided in order to supply a process medium
to the process electrodes (12),
- the process electrodes (12) are in the form of tubular elements (11) with channels
(13) extending in their interiors, and have in each case one end facing the process
medium supply device (17) and one end facing away from the process medium supply device
(17), with an opening (14) arranged therein, and
- in the area of these ends of the tubular elements (11) which face the process medium
supply device (17), the channels (13) are each connected to the process medium supply
device (17), and open into the opening (14) at the end of the tubular elements (11)
facing away from the process medium supply device, wherein
- the process electrodes (12) and the channels (13) arranged therein specifically
introduce the process medium in each case in the form of a jet into the area between
the process electrodes and the working electrode.
8. Arrangement (9) according to Claim 7,
characterized
in that the channels (13) taper in the area in front of the openings (14).
9. Arrangement according to Claim 8,
characterized
in that the shape of the channels (13) in the area of the openings (14) and/or the shape
of the openings (14) themselves are/is chosen with respect to the jet quality to be
achieved.
10. Arrangement according to one of Claims 7 to 9, characterized
in that an adjustment device is provided for adjusting the pressure of the process medium
in the process medium supply device (17).
11. Arrangement according to one of Claims 7 to 10, characterized
in that the tubular elements (11) of the process electrodes (12) are in the form of needles.
12. Arrangement according to one of Claims 7 to 11, characterized
in that the tubular elements (11) of the process electrodes (12) are passed through a common
wax-filled mount (29) and have securing elements (35, 37, 39) which secure the process
electrodes (12) against axial movement with respect to the wax (27) in the solidified
state.
13. Arrangement according to one of Claims 7 to 12, characterized
in that the tubular elements (11) of the process electrodes (12) are passed through holes
in at least one common mounting plate (131, 133), with a small clearance being provided
between the edges of the holes and the respective tubular elements (11), and in that
a clamping apparatus (134, 136, 138) is provided, by means of which the tubular elements
can be pressed against the edges of the holes with a force such that they are secured
against axial movement with respect to the mounting plate (131, 133) because of the
friction that occurs in this case.
1. Procédé de revêtement électrochimique de la surface ( 2 ) d'une pièce, dans lequel
on introduit des particules à l'échelle microscopique ou nanoscopique dans le revêtement,
caractérisé
en ce que, pendant le revêtement, on dirige sur la surface ( 2 ) de la pièce plusieurs faisceaux
d'un milieu comprenant les particules à l'échelle microscopique ou à l'échelle nanoscopique
à introduire.
2. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé
en ce qu'on forme le milieu seulement des particules à l'échelle microscopique ou à l'échelle
nanoscopique.
3. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé
en ce que l'on disperse les particules à l'échelle microscopique ou à l'échelle nanoscopique
dans une solution électrolytique de traitement et en ce que l'on forme le milieu de
la solution électrochimique de traitement au sein de laquelle les particules à l'échelle
microscopique ou à l'échelle nanoscopique sont dispersées.
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé
en ce que l'on règle par la pression du faisceau, la quantité de particules à l'échelle microscopique
ou à l'échelle nanoscopique introduite dans le revêtement.
5. Procédé suivant la revendication 4,
caractérisé
en ce qu'on fait varier la pression du faisceau pendant le revêtement électrochimique.
6. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé
en ce qu'on modifie la composition du milieu pendant le revêtement électrochimique.
7. Agencement de revêtement d'une pièce pour la mise en oeuvre du procédé suivant les
revendications 1 à 6, comportant un agencement ( 9 ) de contre-électrodes ayant un
certain nombre d'électrodes (12) de processus, pour le traitement électrochimique
d'une pièce ( 1 ), dans lequel la pièce ( 1 ) forme une électrode de travail, et une
cuve d'électrolyte, dans laquelle l'agencement de contre-électrodes est placé,
caractérisé en ce que
- il y a un dispositif ( 17 ) d'apport d'un milieu de processus pour l'apport d'un
milieu de processus aux électrodes ( 12 ) de processus,
- les électrodes ( 12 ) de processus sont sous la forme d'éléments ( 11 ) tubulaires
ayant des canaux ( 13 ) s'étendant en leur intérieur et ont respectivement une extrémité
tournée vers le dispositif ( 17 ) d'apport de milieu de processus et une extrémité
éloignée du dispositif ( 17 ) d'apport de milieu de processus avec une ouverture (
14 ) qui y est disposée, et
- les canaux ( 13 ) sont, dans la partie des extrémités, tournés vers le dispositif
( 17 ) d'apport du milieu de processus des éléments ( 11 ) tubulaires, en liaison
avec le dispositif ( 17 ) d'apport de milieu de processus et débouchent dans l'ouverture
(14) à l'extrémité des éléments ( 11 ) tubulaires éloignée du dispositif d'apport
de milieu de processus, dans lequel
- les électrodes ( 12 ) de processus et les canaux qui y sont disposés introduisent
le milieu de processus respectivement sous la forme d'un faisceau, de manière ciblée
dans la région comprise entre les électrodes de processus et l'électrode de travail.
8. Agencement ( 9 ) suivant la revendication 7,
caractérisé
en ce que les canaux ( 13 ) se rétrécissent dans la région avant les ouvertures ( 14 ).
9. Procédé suivant la revendication 8,
caractérisé
en ce que la forme des canaux ( 13 ) dans la région des ouvertures ( 14 ) et/ou la forme des
ouvertures ( 14 ) elle-même est choisie en tenant compte de la qualité du faisceau
à obtenir.
10. Procédé suivant l'une des revendications 7 à 9, caractérisé
en ce qu'il y a un dispositif de réglage, pour régler la pression du milieu de processus dans
le dispositif ( 17 ) d'apport du milieu de processus.
11. Procédé suivant l'une des revendications 7 à 10, caractérisé
en ce que les éléments ( 11 ) tubulaires des électrodes ( 12 ) de processus ont une forme en
aiguille.
12. Procédé suivant l'une des revendications 7 à 11, caractérisé
en ce que les éléments ( 11 ) tubulaires des électrodes ( 12 ) de processus sont guidés par
un support ( 19 ) commun empli de cire et ont des éléments ( 35, 37, 39 ) de sécurité,
qui empêchent, à l'état solidifié, les électrodes (12) de processus de se déplacer
axialement par rapport à la cire ( 27 ).
13. Procédé suivant l'une des revendications 7 à 12, caractérisé
en ce que les éléments ( 11 ) tubulaires des électrodes ( 12 ) de processus sont guidés dans
des trous d'au moins une plaque ( 131, 133 ) de support commune, un petit jeu entre
les bords des trous et les éléments ( 11 ) tubulaires respectifs étant présent, et
en ce qu'un dispositif (134, 136, 138) de serrage est présent, à l'aide duquel les
éléments tubulaires peuvent appuyer avec une force telle contre les bords des trous
qu'ils sont, en raison du frottement qui se produit, empêchés de se déplacer axialement
par rapport à la plaque ( 131, 133 ) de support.