[0001] Die Erfindung betrifft eine Hochstrom-Trafodurchführung mit einem Befestigungsmittel
zur Befestigung an einem Kraftwerkstrafo, einem elektrischen Leiter zur Durchführung
durch ein Trafokesselgehäuse und einem um den Leiter geführten elektrischen Isolator.
[0002] Eine elektrische Zuleitung zu einem Kraftwerkstransformator ist eine Hochstrom-Zuleitung,
die zur Durchleitung sehr hoher Ströme in Verbindung mit hohen Spannungen ausgelegt
ist. Liefert beispielsweise ein Generator eines Dampfkraftwerks eine Leistung von
600 MW bis 900 MW bei einer Ausgangsspannung von 21 kV bis 27 kV, so ergibt sich eine
Stromstärke von 18 kA bis 25 kA, für die die Zuleitung zum Transformator ausgelegt
sein muss.
[0003] Erschwerend kommt hinzu, dass der Strom durch eine solche Zuleitung durch den Skin-Effekt
an den Außenbereich des Leiters drängt, so dass dort sehr hohe Querschnittsströme
auftreten, die erhebliche Stromwärmeverluste bewirken. Der Skin-Effekt beschreibt
den Umstand, dass ein durch einen Leiter fließender Wechselstrom im Inneren des Leiters
Wirbelströme erzeugt, die dem Erzeugerstrom entgegengerichtet sind. Da das vom Wechselstrom
induzierte Magnetfeld im Inneren des Leiters stärkere Wirbelströme induziert als am
Rand, ist die hierdurch im Inneren des Leiters erzeugte Gegenspannung am größten und
schwächt sich zu dessen Rand hin ab. Durch den großen Blindwiderstand im Inneren des
Leiters fließt der Strom im Wesentlichen am Rand. Bei einem Kupferleiter ist die Skin-Tiefe,
bei der die Stromdichte unter den Faktor 1/e abgesunken ist, bei 50 Hz etwa 9 mm.
Daher tragen Leitungsbereiche, die unterhalb von etwa 20 mm unter der radial äußeren
Leitungsoberfläche liegen, kaum zur Stromleitung bei.
[0004] Zur Zuleitung hoher Ströme zu einem Kraftwerkstrafo ist es bekannt, die Zuleitung
als einen rohrförmigen Leiter auszuführen, dessen Wandstärke maximal 20 mm beträgt.
Ein solcher Rohrleiter kann einen Durchmesser von bis zu 1 m aufweisen. Die Durchführung
von drei solchen Rohrleitern für die drei Phasen einer Drehstromzuführung durch das
Gehäuse des Kraftwerkstrafos ist allerdings aufwendig in der Spannungsisolierung und
ungünstig im Raumbedarf, weshalb die Durchführung durch das Trafogehäuse mit einem
schlankeren Rohrleiter gebaut wird. Die hieraus resultierende höhere Stromdichte im
Leiter und die damit verbundene höhere Wärmeentwicklung wird durch teurere Leitermaterialien
und eine Kühlung des Leiters mit Trafoöl zumindest teilweise kompensiert, um die nach
den Normen IEC und ANSI geforderte maximal zulässige Temperatur von 90°C für den Leiter,
maximal bis 115°C an heißen Einzelstellen, einzuhalten.
[0005] Die
US 4 132 853 A (Wagenaar, Loren B.) offenbart eine elektrisch isolierte Durchführung, die zur Lösung des Problems der
Erwärmung, ein aus mehreren Kanälen bestehendes Kühlsystem aufweist. Dabei wird eine
isolierende Durchführung mit einem ersten Kanal zwischen einem Leiter und einer isolierenden,
den Leiter umgebenden Schicht, und einem zweiten Kanal der durch ein konzentrisch
innerhalb des Leiters angeordnetes und vom Leiter beabstandetes röhrenförmiges Element
gebildet. Ein isolierendes Gehäuse ist von der äußeren Oberfläche der Schicht so beabstandet,
dass ein dritter längs verlaufender Kanal gebildet wird, dessen Enden mit den Enden
des ersten Kanals in Verbindung stehen. Ringsum angeordnete Öffnungen an beiden Enden
des elektrischen Leiters verbinden den zweiten mit dem dritten Kanal, so dass Kühlmittel
im ersten und zweiten Kanal in einen oberen Teil der Durchführung steigen und über
den dritten Kanal wieder nach unten abgegeben werden kann.
US 4 132 853 A offenbart dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0006] Die
EP 1 411 619 A (Feuerstein Winfried; Schreiner, Franz) offenbart eine elektrisch isolierte Generatorableitung, die einen zylindrischen
Innenleiter und einen konzentrisch zu dem Innenleiter angeordnetes zylindrisches Hüllrohr-Anschlussbereich
aufweist. Der Innenleiter ist aus einem inneren Leitrohr und einem äußeren Leitrohr
aufgebaut, und so ausgebildet, dass die Strombahnen in Längsrichtung des Innenleiters
wenigstens einmal zwischen dem äußeren Leitrohr und dem inneren Leitrohr wechseln.
Durch die gleichmäßige Aufteilung des Stromflusses durch das innere Leitrohr und das
äußere Leitrohr des Innenleiters werden die Stromwärmeverluste gleichmäßig auf beide
Leitrohre aufgeteilt.
[0007] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine kleinbauende Hochstrom-Trafodurchführung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 anzugeben, mit der eine Erwärmung des durch ein
Trafokesselgehäuse geführten elektrischen Leiters gering gehalten werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Hochstrom-Trafodurchführung der Eingangs genannten
Art gelöst, bei der der elektrische Leiter zwei ineinander geführte rohrförmige Teilleiter
aufweist. Der Strom zum Trafo kann durch beide Teilleiter geführt und eine Stromdichte
in jedem Teilleiter so gehalten werden, dass eine Erwärmung der Teilleiter in einem
erwünschten Umfang bleibt. Zweckmäßigerweise sind die inneren Widerstände beider Teilleiter
durch geeignete Maßnahmen gleich, so dass eine gleichmäßige Verteilung des Gesamtstroms
auf beide Teilleiter ohne eine entsprechende Steuerung erfolgt. Die beiden Teilleiter
sind an ihren Enden vorteilhafterweise miteinander verbunden, so dass der Gesamtstrom
beiden Teilleitern gemeinsam zugeführt und von beiden Teilleitern gemeinsam abgeführt
werden kann, und dass die Durchkreuzung in Axialrichtung umeinander gedrehte Verbindungsleiterpaare
zwischen inneren und äußeren Abschnitten aufweist.
[0009] Die Erfindung kennzeichnet dabei einerseits, dass beide Teilleiter entlang einer
Strombahn mittels einer radialen Durchkreuzung sowohl einen inneren Abschnitt innerhalb
des anderen Teilleiters als auch einen äußeren Abschnitt außerhalb des anderen Teilleiters
aufweisen. Dadurch, hat der jeweils im Inneren des anderen Teilleiters angeordnete
Teilleiter einen höheren inneren Widerstand als der äußere Teilleiter. Da beide Teilleiter
sowohl innen als auch außen verlaufen, verteilt sich dieser erhöhte innere Widerstand
auf beide Teilleiter, da beide Teilleiter mit einer inneren Strecke mit erhöhtem Widerstand
versehen sind. Hierdurch kann auf einfache Weise eine gleichmäßige Stromverteilung
auf beide Teilleiter erfolgen. Eine Strombahn ist eine Bahn entlang eines Spannungsgradienten
bei Anlegen einer betriebsgemäßen Spannung an den Leiter.
[0010] Die Erfindung kennzeichnet zudem das Merkmal, dass die Durchkreuzung in Axialrichtung
umeinander gedrehte Verbindungsleiterpaare zwischen inneren und äußeren Abschnitten
aufweist. Dadurch kann auf die blind endenden Abschnitte - bis auf kleine Isolierabstände
zwischen den Verbindungsleitern - verzichtet werden und ein großer durchgehender Leitungsquerschnitt
erreicht werden.
[0011] Eine gleichmäßige Aufteilung des durch beide Teilleiter fließenden Gesamtstroms kann
besonders einfach erfolgen, wenn die beiden Teilleiter konzentrisch angeordnet sind.
Eine radiale Stromverdrängung durch den Skin-Effekt kann in radialer Richtung gleichmäßig
auf beide Teilleiter verteilt werden.
[0012] Vorteilhafterweise sind die beiden Teilleiter über eine axiale Strecke ineinander
geführt, und die Durchkreuzung ist in der Mitte der axialen Strecke angeordnet. Auf
diese Weise kann der innere Widerstand der beiden Teilleiter besonders zuverlässig
und unabhängig von Betriebsbedingungen symmetrisch und somit gleichmäßig verteilt
werden. Es ist hierbei ausreichend, wenn ein Bereich der Durchkreuzung in der Mitte
der axialen Strecke angeordnet ist. Zweckmäßigerweise ist die Durchkreuzung außerhalb
des Trafogehäuses angeordnet.
[0013] Eine Durchkreuzung der Teilleiter kann mit einer Verringerung des Leitungsquerschnitts
der Teilleiter verbunden sein und damit mit einem erhöhten Widerstand und einer erhöhten
Wärmeentwicklung. Um einer an dieser Stelle auftretenden gegenüber der Umgebung erhöhten
Wärmeentwicklung entgegenzuwirken und die erzeugte Wärme effektiv in die Umgebung
zu verteilen, ist es vorteilhaft, wenn die Durchkreuzung zur Umspülung mit Kühlöl
vorgesehen ist. Das Kühlöl ist zweckmäßigerweise Trafoöl.
[0014] Eine Durchkreuzung kann durch eine Anordnung von Verbindungsleitern hergestellt werden,
die einen inneren Abschnitt mit einem äußeren Abschnitt eines Teilleiters miteinander
verbinden. Diese Verbindungsleiter können in Radialrichtung weisen oder schräg zur
Axialrichtung X-förmig geführt sein. Eine einfache Herstellung einer mechanisch stabilen
und kompakten Durchkreuzung kann erreicht werden, wenn die Durchkreuzung S-förmig
geschwungene Verbindungsleiter zwischen einem inneren und einem äußeren Abschnitt
aufweist.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist ein axialer Abstand
zwischen inneren Abschnitten der Teilleiter kleiner als ein axialer Abstand zwischen
äußeren Abschnitten der Teilleiter. Es kann eine Durchkreuzung auf engem Raum hergestellt
werden, so dass Leiterstrecken mit geringem Leitungsquerschnitt kurz und der Widerstand
klein gehalten werden kann.
[0016] Bei der Durchkreuzung wird ein Teileiter durch den anderen hindurchgeführt. Dies
kann in der Herstellung besonders einfach ausgeführt werden, wenn ein Teilleiter tangentiale
Abschnitte aufweist, die blind enden und an denen Verbindungsleiter des anderen Teilleiters
hindurchgeführt werden können. Um bei einer solchen Durchkreuzung eine möglichst geringe
Stromverdrängung in den Verbindungsleitern zu erzielen, ist es vorteilhaft, wenn in
Axialrichtung umeinander gedrehte Verbindungsleiterpaare maximal dreimal so breit
sind wie eine radiale Rohrwanddicke der Teilleiter. Zusätzlich sind solche Verbindungsleiter
leichter zu fertigen als breitere Verbindungsleiter. Zum Ausgleich einer Stromverdrängung
im Verbindungsleiter kann dieser in seinem mittleren Bereich dicker ausgeführt sein
als an seinen axialen Enden.
[0017] Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, die in den Zeichnungen
dargestellt sind.
[0018] Es zeigen:
- FIG 1
- einen Anschluss einer gekapselten Generatorableitung an einen Kraftwerkstrafo mit
einer Hochstrom-Trafodurchführung,
- FIG 2
- die Hochstrom-Trafodurchführung aus FIG 1 in einer Schnittdarstellung,
- FIG 3
- einen ersten Querschnitt durch einen Leiter der Hochstrom-Trafodurchführung,
- FIG 4
- einen weiteren Querschnitt durch den Leiter,
- FIG 5
- einen anderen Leiter mit einer Durchkreuzung von zwei Teilleitern in einer perspektivischen
Ansicht und
- FIG 6
- eine Durchkreuzung mit in Axialrichtung umeinander gedrehten Verbindungsleiterpaaren.
[0019] FIG 1 zeigt eine Generatorableitung 2, die eine von drei Phasen einer Drehstromableitung
eines Kraftwerksgenerators ist. Die Drehstromableitung dient zur Weiterleitung des
vom Kraftwerksgenerator abgegebenen Drehstroms an einen in FIG 1 nur angedeuteten
Kraftwerkstrafo 4. Der Kraftwerksgenerator hat eine Leistung von 900 MW und die Generatorableitung
2 und der Kraftwerkstrafo 4 sind dementsprechend ausgelegt. Die Generatorableitung
2 umfasst einen rohrförmigen Leiter 6 aus Reinaluminium mit einem Durchmesser von
0,92 m und einer Wandstärke von 20 mm, der zur Kapselung von einem Hüllrohr 8 umgeben
ist. Der Leiter 6 endet an einem Flansch 10, der über flexible Kupferbänder 12 elektrisch
mit einer Trafoklemme 14 verbunden ist. Die Trafoklemme 14 ist über einen Flanschkontakt
16 mit einer Hochstrom-Trafodurchführung 18 verbunden, die mit einem Flanschanschluss
20 eines Trafokesselgehäuses 22 des Kraftwerkstrafos 4 verbunden und durch diesen
und das Trafokesselgehäuse 22 hindurchgeführt ist. Das Hüllrohr 8 umfasst ein flexibles
Ausgleichsstück 24, das, wie die Kupferbänder 12, zum Ausgleich von Schwingungen zwischen
dem Kraftwerkstrafo 4 und der Generatorableitung 2 vorgesehen ist.
[0020] In FIG 2 ist die Hochstrom-Trafodurchführung 18 in einem Längsschnitt dargestellt.
Sie umfasst einen äußeren Isolator 26, der als Porzellanröhre mit Rippen 28 zum Überschlagsschutz
ausgestaltet ist, und einen elektrischen Leiter 30 von dem auf Erdpotential gelegenen
Flanschanschluss 20 der Kesseldecke trennt. Der Leiter 30 beginnt oben am Flanschkontakt
16 und endet innerhalb des Trafokesselgehäuses 22 an einem als Doppelleiterflansch
ausgeführten stromtragenden Befestigungsmittel 32 zur mittelbaren Befestigung am Kraftwerkstrafo
4. Der Doppelleiterflansch ist durch eine Schraubverbindung mit einer Stromschiene
34 einer Schaltleitung verbunden ist, die den Leiter 30 elektrisch mit einer Unterspannungswicklung
des Kraftwerkstrafos 4 verbindet. Eine untere Isolierplatte 36 dichtet einen mit Trafoöl
gefüllten Ölraum 38 gegen das Trafoinnere ab, wobei der Ölraum 38 den größten Teil
des Inneren des Isolators 26 ausfüllt und den größten Teil des Leiters 30 umgibt und
durch eine Dichtung 40 nach außen abgedichtet ist.
[0021] Der Leiter 30 umfasst zwei ineinander geführte rohrförmige Teilleiter 42, 44 aus
Kupfer, von denen der Teilleiter 42 einen äußeren Abschnitt 46 und einen inneren Abschnitt
48 und der Teilleiter 44 einen inneren Abschnitt 50 und einen äußeren Abschnitt 52
aufweist. Die Abschnitte 46 und 50 und die Abschnitte 48 und 52 sind rohrförmig und
jeweils konzentrisch um eine Mittelachse 54 ineinander angeordnet. Die äußeren Abschnitte
46, 52 weisen einen Durchmesser von 340 mm und die inneren Abschnitte 48, 50 einen
Durchmesser von 280 mm auf, wobei die Abschnitte 46, 48, 50, 52 mit einer Wandstärke
von 16 mm und einem radialen Abstand zwischen sich von 14 mm ausgeführt sind. In ihrem
Inneren sind die Abschnitte 46, 48, 50, 52 vollständig von dem als Kühlöl dienenden
Trafoöl im Ölraum 38 umgeben und von ihrer radialen Außenseite sind die Abschnitte
48, 50 vollständig und die Abschnitte 46, 52 weitgehend vollständig vom Trafoöl umgeben.
Um eine Zirkulation des Trafoöls zu erlauben, sind in die Abschnitte 46, 48, 50, 52
jeweils mehrere Öffnungen 56 eingebracht.
[0022] Das Trafoöl umspült auch eine radiale Durchkreuzung 58 der Teilleiter 42, 44, die
den äußeren Abschnitt 46 mit dem inneren Abschnitt 48 des Teilleiters 42 und den inneren
Abschnitt 50 mit dem äußeren Abschnitt 52 des Teilleiters 44 elektrisch verbindet.
Die Durchkreuzung 58 ist in der Mitte einer axialen Strecke 60 zwischen dem Flanschkontakt
16 und dem Flansch des Befestigungsmittels 32 angeordnet, so dass die inneren Abschnitte
48, 50 und die äußeren Abschnitte 46, 52 in ihren Abmessungen zumindest im Wesentlichen
gleich ausgeführt sind.
[0023] Die Durchkreuzung 58 ist in den FIGen 3 und 4 in verschiedenen Querschnitten gezeigt.
Vier Verbindungsleiter 62 verbinden den äußeren Abschnitt 46 mit dem inneren Abschnitt
48 und vier Verbindungsleiter 64 verbinden den inneren Abschnitt 50 mit dem äußeren
Abschnitt 52, so dass eine Strombahn entlang des Leiters 30 stets durch einen äußeren
Abschnitt 46, 52, einen Verbindungsleiter 62, 64 und einen inneren Abschnitt 48, 50
verläuft. Zwischen den Verbindungsleitern 62, 64 ist stets ein kleiner tangentialer
Abstand 66, der einen Kurzschluss der Teilleiter 42, 44 verhindert. Die Verbindungsleiter
62, 64 sind mit einem oberen und unteren in Axialrichtung geführten Segment 68, 70
versehen zur Verbindung mit jeweils einem der Abschnitte 46, 48, 50, 52 und mit einem
in Radialrichtung ausgerichteten Zwischensegment 72 zur Verbindung der Segmente 68,
70. Die Verbindungsleiter 62, 64 sind an die Abschnitte 46, 48, 50, 52 jeweils angeschweißt.
[0024] Durch die in den FIGen 2 bis 4 dargestellte Anordnung des Leiters 30 sind die durch
den Skin-Effekt hervorgerufenen inneren Widerstände bzw. Wechselstromwiderstände der
äußeren Abschnitte 46, 52 gleich und der inneren Abschnitte 48, 50 gleich. Durch das
gleiche Material und die gleichen geometrischen Abmessungen jeweils der äußeren Abschnitte
46, 52 und der inneren Abschnitte 48, 50 sind auch die ohmschen Widerstände der jeweils
gleichen Abschnitte 46, 48, 50, 52 sowie der Verbindungsleiter 62, 64 gleich. Da jeder
der Teilleiter 42, 44 einen äußeren Abschnitt 46, 52 und einen inneren Abschnitt 48,
50 und vier Verbindungsleiter 62, 64 aufweist, sind auch die Gesamtwiderstände der
Teilleiter 42, 44 gleich und sie werden im Betrieb der Hochstrom-Trafodurchführung
18 von Strom mit gleicher Stromstärke durchflossen.
[0025] Ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Leiters 74 für eine Hochstrom-Trafodurchführung
ist in FIG 5 in einer perspektivischen Ansicht dargestellt. Die nachfolgende Beschreibung
beschränkt sich im Wesentlichen auf die Unterschiede zum Ausführungsbeispiel in den
FIGen 1 bis 4, auf das bezüglich gleichbleibender Merkmale und Funktionen verwiesen
wird. Im Wesentlichen gleichbleibende Bauteile sind grundsätzlich mit den gleichen
Bezugszeichen beziffert. Der Leiter 74 ist analog zum Leiter 30 aufgebaut. Die Abschnitte
46 und 48 sowie die Abschnitte 50 und 52, von denen in FIG 5 jedoch nur die äußeren
Abschnitte 46, 52 sichtbar sind, sind durch Verbindungsleiter 76, 78 miteinander verbunden,
die jeweils diagonal geführt sind und zusammen eine X-förmige Durchkreuzung 80 bilden.
Diese Ausführungsform ist besonders einfach in der Herstellung. Alternativ sind jedoch
auch andersförmige Durchkreuzungen denkbar, etwa durch S-förmige oder allgemeiner:
geschwungene Verbindungsleiter.
[0026] Während das in FIG 5 gezeigte Ausführungsbeispiel einfach in der Herstellung ist,
erlaubt das Ausführungsbeispiel aus den FIGen 2-4 einen in Axialrichtung kompakten
Aufbau der Durchkreuzung 58, der es erlaubt, dass ein axialer Abstand 82 zwischen
inneren Abschnitten 48, 50 der Teilleiter 42, 44 kleiner ist als ein axialer Abstand
84 zwischen äußeren Abschnitten 46, 52 der Teilleiter 42, 44. Der Abstand 82 zwischen
den inneren Abschnitten 48, 50 beträgt nur 70 mm und der Abstand 84 zwischen den äußeren
Abschnitten 46, 52 beträgt 100 mm.
[0027] Bei den in den FIG 1 bis 5 gezeigten Leitern 30, 74 enden die äußeren Abschnitte
46, 52 zur Durchkreuzung 58, 80 hin über mehr als die Hälfte ihres Leitungsquerschnitts
blind. Der Leitungsquerschnitt der jeweils vier Verbindungsleiter 62, 64, 76, 78 beträgt
nur etwa 40% des Leitungsquerschnitts der Abschnitte 46, 48, 50, 52. Hierdurch tritt
in den Verbindungsleitern 62, 64, 76, 78 eine etwas höhere Stromdichte verbunden mit
einer etwas höheren Wärmeentwicklung auf als in den Abschnitten 46, 48, 50, 52. Durch
die geringen Leitungsstrecken der Verbindungsleiter 62, 64, 76, 78 kann diese Mehrwärme
jedoch durch das Ölbad mit Trafoöl abgeführt werden, das die Verbindungsleiter 62,
64, 76, 78 umgibt. Hierzu ist die durch die Öffnungen 56 begünstigte Konvektion des
Trafoöls vorteilhaft.
[0028] Ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Erzeugung von Mehrwärme durch einen geringen
Leitungsquerschnitt der Verbindungsleiter 62, 64, 76, 78 gering gehalten ist, ist
in FIG 6 in einer schematischen Seitenansicht gezeigt. Ein Leiter 86 mit Abschnitten
46, 48, 50, 52, von denen in FIG 6 nur die äußeren Abschnitte 46, 52 sichtbar sind,
umfasst eine Durchkreuzung 88 mit Verbindungsleitern 90, 92, die in Axialrichtung
des Leiters 86 umeinander gedreht sind. Der Übersichtlichkeit halber sind nur zwei
jeweils paarweise umeinander gedrehte Paare von Verbindungsleitern 90, 92 dargestellt.
Zwischen den Verbindungsleitern 90, 92 verbleibt auch in der Verdrehung stets der
gleiche Abstand wie zwischen den Abschnitten 46 und 50 sowie 48 und 52. Um die Herstellung
der Verbindungsleiter 90, 92 nicht zu schwierig zu gestalten und um eine Stromverdrängung
in den Verbindungsleitern 90, 92 möglichst gering zu halten, sind die Verbindungsleiter
90, 92 maximal dreimal so breit sind wie eine radiale Rohrwanddicke von 16 mm der
Abschnitte 46, 48, 50, 52.
1. Hochstrom-Trafodurchführung (18) mit einem Befestigungsmittel (32) zur Befestigung
an einem Kraftwerkstrafo (4), einem elektrischen Leiter (30, 74, 86) zur Durchführung
durch ein Trafokesselgehäuse (22) und einem um den Leiter (30, 74, 86) geführten elektrischen
Isolator (26), wobei der elektrische Leiter (30, 74, 86) zwei ineinander geführte
rohrförmige Teilleiter (42, 44) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
beide Teilleiter (42, 44) entlang einer Strombahn mittels einer radialen Durchkreuzung
(58, 80, 88) sowohl einen inneren Abschnitt (48, 50) innerhalb des anderen Teilleiters
(42, 44) als auch einen äußeren Abschnitt (46, 52) außerhalb des anderen Teilleiters
(42, 44) aufweisen, und dass die Durchkreuzung (58, 80, 88) in Axialrichtung umeinander
gedrehte Verbindungsleiterpaare (90, 92) zwischen inneren und äußeren Abschnitten
(46, 48, 50, 52) aufweist.
2. Hochstrom-Trafodurchführung (18) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Teilleiter (42, 44) konzentrisch angeordnet sind.
3. Hochstrom-Trafodurchführung (18) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Teilleiter (42, 44) über eine axiale Strecke (60) ineinander geführt sind
und die Durchkreuzung (58, 80, 88) in der Mitte der axialen Strecke (60) angeordnet
ist.
4. Hochstrom-Trafodurchführung (18) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchkreuzung (58, 80, 88) zur Umspülung von Kühlöl vorgesehen ist.
5. Hochstrom-Trafodurchführung (18) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein axialer Abstand (82) zwischen inneren Abschnitten (48, 50) der Teilleiter (42,
44) kleiner ist als ein axialer Abstand (84) zwischen äußeren Abschnitten (46, 52)
der Teilleiter (42, 44).
6. Hochstrom-Trafodurchführung (18) nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsleiterpaare (90, 92) maximal dreimal so breit sind wie eine radiale
Rohrwanddicke der
Teilleiter (42, 44).
1. Heavy-duty transformer bushing (18) comprising a fastening means (32) for fastening
on a power station transformer (4), an electrical conductor (30, 74, 86) for passing
through a transformer tank housing (22) and an electrical insulator (26) passed around
the conductor (30, 74, 86), wherein the electrical conductor (30, 74, 86) has two
tubular conductor elements (42, 44) guided inside the other, characterized in that both conductor elements (42, 44) have, along a current path by means of a radial
interpenetration (58, 80, 88), both an inner section (48, 50) within the other conductor
element (42, 44) and an outer section (46, 52) outside the other conductor element
(42, 44), and in that the interpenetration (58, 80, 88) has connecting conductor pairs (90, 92), which
are turned one around the other in the axial direction, between inner and outer sections
(46, 48, 50, 52).
2. Heavy-duty transformer bushing (18) according to Claim 1, characterized in that the two conductor elements (42, 44) are arranged concentrically.
3. Heavy-duty transformer bushing (18) according to Claim 1 or 2, characterized in that the two conductor elements (42, 44) are guided one inside the other over an axial
extent (60), and the interpenetration (58, 80, 88) is arranged in the centre of the
axial extent (60).
4. Heavy-duty transformer bushing (18) according to one of the preceding claims, characterized in that the interpenetration (58, 80, 88) is provided for circulatory flushing with cooling
oil.
5. Heavy-duty transformer bushing (18) according to one of the preceding claims, characterized in that an axial distance (82) between inner sections (48, 50) of the conductor elements
(42, 44) is smaller than an axial distance (84) between outer sections (46, 52) of
the conductor elements (42, 44).
6. Heavy-duty transformer bushing (18) according to one of the preceding claims, characterized in that the connecting conductor pairs (90, 92) are at most three times as wide as a radial
tube wall thickness of the conductor elements (42, 44).
1. Traversée ( 18 ) à courant intense pour transformateur, comprenant un moyen ( 32 )
de fixation à un transformateur ( 4 ) de centrale électrique, un conducteur ( 30,
74, 86 ) électrique pour traverser une enveloppe ( 22 ) de cuve de transformateur
et un isolateur ( 26 ) électrique guidé autour du conducteur ( 30, 74, 86 ), le conducteur
( 30, 74, 86 ) électrique ayant deux sous-conducteurs ( 42, 44 ) tubulaires guidés
l'un dans l'autre,
caractérisée en ce que
les deux sous-conducteurs ( 42, 44 ) ont, le long d'un trajet de courant, au moyen
d'une interpénétration ( 58, 80, 88 ) radiale, tant un tronçon ( 48, 50 ) intérieur
à l'intérieur de l'autre sous-conducteur ( 42, 44 ) qu'également un tronçon ( 46,
52 ) extérieur à l'extérieur de l'autre sous-conducteur ( 42, 44 ) et en ce que l'interpénétration ( 58, 80, 88 ) a des paires ( 90, 92 ) de conducteurs de liaison
retordus les uns autour des autres dans la direction axiale entre des tronçons ( 45,
48, 50, 52 ) intérieurs et extérieurs.
2. Traversée ( 18 ) à courant intense pour transformateur suivant la revendication 1,
caractérisée en ce que les deux sous-conducteurs ( 42, 44 ) sont disposés concentriquement.
3. Traversée ( 18 ) à courant intense pour transformateur suivant la revendication 1
ou 2,
caractérisée en ce que les deux sous-conducteurs ( 42, 44 ) sont guidés l'un dans l'autre sur une étendue
( 60 ) axiale et l'interpénétration ( 58, 80, 88 ) est disposée au milieu de l'étendue
( 60 ) axiale.
4. Traversée ( 18 ) à courant intense pour transformateur suivant l'une des revendications
précédentes,
caractérisée en ce que l'interpénétration ( 58, 80, 88 ) est prévue pour être léchée par de l'huile de refroidissement.
5. Traversée ( 18 ) à courant intense pour transformateur suivant l'une des revendications
précédentes,
caractérisée en ce qu'une distance ( 82 ) axiale entre les tronçons ( 48, 58 ) intérieurs des sous-conducteurs
( 42, 44 ) est plus petite qu'une distance axiale ( 84 ) entre des tronçons ( 46,
50 ) extérieurs des sous-conducteurs ( 42, 44 ).
6. Traversée ( 18 ) à courant intense pour transformateur suivant l'une des revendications
précédentes,
caractérisée en ce que les paires ( 90, 92 ) de conducteurs de liaison sont au maximum trois fois aussi
larges qu'une épaisseur radiale de paroi tubulaire des sous-conducteurs ( 42, 44 )
.