[0001] Die Erfindung betrifft ein Kunststoffrohr für Nasselektrofilter sowie einen Bausatz
für eine Abgasreinigungsanlage.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Kunststoffrohre für den Einsatz in Nasselektrofilteranlagen
für die Reinigung von abgashaltigen Abluftströmen in Kraftwerken, Chemieanlagen etc
bekannt. Insbesondere werden Nasselektrofilter vorzugsweise für die industrielle Abgasreinigung
verwendet, wenn eine trockene Abgasreinigung nur eingeschränkt möglich und eine Kühlung
sowie Kondensation der Abgase aus Umweltschutzgründen erforderlich ist. Weiterhin
werden Nasselektrofilter verwendet, wenn Feststoffpartikel im Abgasstrom mit einer
Flüssigkeit vermischt werden sollen oder wenn die Rückgewinnung von lösungsmittelhaltigen
Stoffen durch die Gesetzgebung vorgeschrieben ist.
[0003] Entscheidende technische Parameter für die Auslegung von Nasselektrofiltern in Abgasreinigungsanlagen
sind:
- die Zusammensetzung der Abgase,
- der Gehalt von Schadstoffen im Abgasstrom,
- die Abgasmenge, der Abgasdruck, die Abgastemperatur sowie die Feuchtigkeit der Abgase
und
- die im Abgasstrom enthaltene Partikelgrößen- oder Aerosolgrößenverteilung sowie der
geforderte Grad der Partikelabscheidung.
[0004] Von Bedeutung hinsichtlich der Reinigungswirkung einer Anlage ist daher auch, inwieweit
Gaswäscher der Nasselektrofilteranlage vor- oder nachgeschaltet werden. Als Gaswäscher
werden so genannte Zyklonwäscher, Dynamikwäscher oder Venturiwäscher verwendet beziehungsweise
Rotationswäscher oder Absorptionswäscher.
[0005] Aus dem Stand der Technik sind auch Nasselektrofilter in Abgasreinigungsanlagen mit
unterschiedlichen Spraytechniken bekannt, wobei die zu reinigenden Abgase vor dem
Eintritt in das elektrostatische Feld (im Folgenden E-Feld genannt) mittels einer
Flüssigkeit, insbesondere Wasser, durch Kanalspray- oder Einlasssprayverfahren vollständig
gesättigt werden.
Ein kontinuierliches Besprayen mit fein aufgeteilten Wassertröpfchen erzeugt somit
einen gleichmäßig verteilten, tröpfchenartigen Film über das gesamte besprühte Abgasvolumen.
Gleichzeitig werden die im Abgasstrom enthaltenen Festkörperpartikel durch Elektroden
elektrostatisch im E-Feld aufgeladen/polarisiert und bewegen sich entlang der elektrostatischen
Feldlinien zu der Innenoberfläche des Nasselektrofilters, wobei Partikel von dem abwärts
laufenden Spraywasserfilm mitgerissen werden. Die in der Flüssigkeit gebundenen Partikel
werden in einem Setztank oder einem so genannten Eindickungsbehälter aufgefangen und
anschließend das aufbereitete und geklärte Wasser wieder in die Nasselektrofilteranlage
zurückgeführt. Durch diesen Reinigungsvorgang können mikroskopische Partikel kleiner
2 µm Größe mit hoher Effizienz aus dem Abgasstrom entfernt werden und das kontinuierliche
Wasserbesprühen reduziert die Partikelablagerung/-ansammlung auf der Innenoberfläche
der Nasselektrofilter.
Die Abgastrennleistung einer Nasselektrofilteranlage wird im Wesentlichen durch die
physikalisch-chemischen Eigenschaften der im Abgasstrom befindlichen Abgaspartikel,
deren Zusammensetzung sowie durch die jeweilige Dielektrizitätskonstanten der Abgaspartikel,
das heißt deren elektrisches Verhalten im E-Feld, bestimmt.
Die zurzeit zum Einsatz kommenden, rohr- oder wabenförmigen Nasselektrofilter gestatten
auch die Abscheidung/Trennung von quasi-klebrigen, flüssigen oder festen Partikeln
unterschiedlicher Größe aus einem Abgasstrom.
An die Werkstoffe derartiger Nasselektrofilter werden hohe technische Anforderungen
hinsichtlich der chemischen und thermischen Beständigkeit sowie der Widerstandsfähigkeit
gegenüber einem Hochspannungsfeld und damit möglicher elektrischer Überschläge gestellt.
Bekannt sind abgekantete PVC-beschichtete Bleche, die zu sechseckigen Wabenstrukturen
zusammengefasst, mit Kunststoff innenseitig ausgekleidet und formstabil verklebt sind.
Im Falle von elektrischen Überschlägen infolge von Innenwandverunreinigungen bzw.
Abgaspartikelagglomerationen auf der Innenwand, weisen diese aus PVC bestehenden Kunststoffrohre
starke Verbrennungs- oder Hot-Spot-Gebiete auf. Demgegenüber werden im Stand der Technik
Polypropylenrohre für Nasselektrofilteranlagen diskutiert, die zwar den Nachteil haben,
dass keine preiswerte und stabile Verklebetechnik zur Herstellung einer wabenförmigen
Nasselektrofilteranordnung verfügbar ist, jedoch Polypropylen ein verbessertes elektrisches
Durchschlagsverhalten aufweist.
[0006] Grundsätzlich ist die Aufenthaltszeit des Abgasstroms im elektrischen Feld der Nasselektrofilteranlage
eine wichtige Bezugsgröße, da dadurch die Polarisations- und lonisationswahrscheinlichkeit
des Abgasstroms durch im E-Feld ausgerichtete Wasser-/Flüssigkeitsmoleküle der Sprayflüssigkeit
- auch in einer Stoßkaskade - beeinflusst wird. Damit wird die Ausströmungsgeschwindigkeit
und die Auslegung der Abgasreinigungsstrecke zu einem die Effizienz der Reinigungsanlage
mitbestimmenden Faktor.
[0007] Prinzipiell unterscheidet man im Stand der Technik drei Arten der Abgasreinigung
mittels Elektroden und dem dadurch aufgebauten E-Feld:
- 1. die Zerstäubung einer Flüssigkeit an oder in der Umgebung einer Hochspannungselektrode,
die auf einem mehrere Kiloelektronenvolt liegendem Potential liegt, so dass die Flüssigkeitströpfchen
durch das E-Feld in der Umgebung der Elektrode ionisiert und polarisiert werden;
- 2. die Zerstäubung einer Flüssigkeit an einer Elektrode, die auf Erdpotential liegt,
wobei die Flüssigkeit durch ein Kanalsystem zur Elektrodenspitze geleitet wird und
sich die Nasselektrofilterwand auf einem negativen Potential befindet und
- 3. die Zerstäubung einer Flüssigkeit in einer Zwei-Elektroden-Anordnung - mit einer
Hochspannungselektrode und einer Erdungselektrode - und dessen aufgebautem E-Feld
in einem abgestuften Potential.
[0008] Die
DE 533 849 A1 beschreibt eine Nasselektrofilteranlage mit einer Berieselungsstrecke, wobei der
Abstand zwischen nicht berieselten zu berieselten Elektroden so gewählt ist, dass
durch das E-Feld bedingte Überschläge vermieden werden sollen. Dies wird durch entsprechende
Beabstandung der so genannten Trag-/Haltestangen der Elektroden gewährleistet. Aus
der
DE 574 079 A1 entnimmt man einen mehrstufigen Nasselektrofilter, bestehend aus einer Kammer, wobei
innerhalb dieser Kammer Reinigungsstufen eingebracht sind, die beispielsweise Kokereiabgase
zu reinigen vermögen. Die Nasselektrofilter sind gemäß der Offenlegungsschriften metallisch
ausgeführt.
[0009] Die
EP 0600011 A1 beschreibt eine Nasselektrofilteranordnung, die aus einer Gasbehandlungslinie, einem
Sprühnebelfeld, einem Trichterfeld, einem Sammelbehältnis für die Flüssigkeit und
einem Extraktionsbehälter besteht. Dabei wird dem Flüssigkeitssprühnebelfeld und dessen
räumliche sowie zeitliche Verteilung innerhalb der Abgasreinigungsstrecke ein wesentlicher
Reinigungsbeitrag zugesprochen. Die
EP 0600011 A1 schlägt hierzu vor, ein trichterförmiges Sprühnebelfeld zu erzeugen, wobei das zu
reinigende industrielle Abgas in aufeinander folgenden und in Reihe liegenden Reinigungsstufen/-abschnitten
einer Behandlung mit unterschiedlichen Flüssigkeiten unterzogen wird.
[0010] Das heißt, dass gesamte Sprühnebelfeld besteht aus unterschiedlichen Flüssigkeiten
oder Flüssigkeitsgemischen, so dass eine fraktionierte Reinigung des Abgasstroms -
angepasst an die Abgaszusammensetzung - erreicht wird. Damit wird die physikalisch-chemische
Reaktionskinetik der unterschiedlichsten Abgasmolekülzusammensetzungen im Abgasstrom
durch die jeweilige Flüssigkeit berücksichtigt, wobei die zeitliche Aufenthaltswahrscheinlichkeit
der Abgase im Sprühfeld - in Verbindung mit den unterschiedlichen Sprühflüssigkeiten
- für den Wirkungs- und Trennungsgrad der Abgasreinigungsstufe entscheidend ist. Das
E-Feld ist dabei so ausgebildet, dass eine Gruppe von Elektroden - auch mit unterschiedlichen
Potentialen - eine elektrische Feldverteilung entlang der Abgasreinigungsstrecke aufbaut,
wodurch Überschläge durch räumliche Potentialunterschiede möglichst vermieden werden.
Allerdings ist bekannt, dass zum Beispiel ein im Abgasstrom befindlicher hoher Schwefeloxidgehalt
die Durchschlagsspannung eines Nasselektrofilters bzw. einer Nasselektrofiltervorrichtung
wesentlich herabsetzen kann und so letztendlich die Durchschlagswahrscheinlichkeit
im aufgebauten E-Feld von den Konzentrationen der Abgaszusammensetzung abhängig wird.
Befindet sich beispielsweise eine hohe Konzentrationen von elektrisch stark polarisierbaren
Abgasanteilen - gemeint sind Abgasanteile, deren Moleküle ein hohes Dipol- oder Quadrupolmoment
besitzen - im Abgasstrom, so wird die Überschlagswahrscheinlichkeit mit größer werdender
elektrischer Feldstärke höher und der Wirkungsgrad der Abgasreinigungsstrecke reduziert
sich hinsichtlich der erzielbaren Abgasreinigungsqualität.
[0011] Die
DE 299 20 576 U1 beschreibt einen Nasselektrofilter zum Abscheiden von Schwefeloxiden und schwefelhaltiger
Stäube, wobei eine Vielzahl von lang gestreckten und parallel verlaufenden Filterzellen
- aus Kunststoffrohren bestehend - verwendet wird, die bündelweise zu einer Wabenstruktur
zusammengefasst bzw. angeordnet sind.
[0012] Aus der
DE 202 09 172 U1 entnimmt man eine Rohrbündelaufnahmevorrichtung für Nasselektrofilter, wobei die
Niederschlagsrohre in Kunststoff ausgeführt und im oberen Bereich mit einer das Rohrbündel
halternden Trageplatte verbunden sind. Damit wird ein verbesserter Einbau der Nasselektrofilteranordnung
in ein Einpassgehäuse einer Abgasreinigungsanlage erreicht.
[0013] Die
DE 299 24 343 U1 beschreibt Tragmanschetten für die Bündelhalterung von Nasselektrofilterrohren in
ausgewählten und bevorzugten Lageabschnitten, die entlang der Abgasreinigungsstrecke
anbringbar sind.
[0014] Aus der
DE 94 21 801 U1 entnimmt man wabenförmige Hohlkörper aus Kunststoff, vorzugsweise Polyolefinen, die
sich zur Bildung der Wabenstruktur für eine Nasselektrofilteranordnung sehr gut zusammenschweißen
lassen.
[0015] Nasselektrofilteranordnungen sind üblicherweise mit einer Reihe von vertikalen Rohren
ausgestattet, durch die der zu reinigende Abgasstrom einer Industrieanlage strömt.
In der jeweiligen Rohrmitte sind Elektroden so aufgehängt beziehungsweise angebracht,
dass Partikel im Abgasstrom elektrostatisch aufgeladen werden. Die polarisierten und
aufgeladenen Abgaspartikel werden von der Innenwand des Rohrs - im Sinne eines elektrostatischen
Zylinderkondensators - angezogen, wobei die Innenoberflächen ständig mit Wasser bespült
werden und das abgaspartikelhaltige Wasser anschließend in einen Sammeltank abläuft,
der als Setztank bezeichnet wird, wodurch Partikel bis zu einer Größe von ca. 1 µm
aus dem Abgasstrom entfernt werden. Anschließend wird nach einer Wasserreinigungsstufe
das aufgereinigte Wasser in den Kreislauf zurückgeführt, wodurch eine kontinuierliche
Innenwandbenetzung oder Innenwandberieselung der Nasselektrofilter mit dem gereinigten
Wasser erfolgt.
Dies vermindert die Ansammlung von auf der Innenwand haftenden Partikeln im Nasselektrofilter,
die bekanntermaßen Einfluss auf den gewünschten Abgasreinigungsgrad haben und die
Lebensdauer der Filteranlage nachhaltig beeinflussen.
Die Qualität einer Abgasreinigungsanlage zeichnet sich auch durch die Reinigung von
Partikeln im Abgasstrom mit einer Größe von kleiner als einem Mikrometer Partikelgröße
aus. Der niedrige Energieverbrauch , die geringen Betriebskosten bei hohem Abgasdurchsatz
pro Stunde sowie eine hohe Anlagenverfügbarkeit sind weitere entscheidende Wirtschaftlichkeitsgrößen
für den Betrieb einer solchen Anlage.
[0016] Durch Zugabe von zusätzlichen flüssigen, chemischen Zusätzen zum Spraywasser, können
auch schwer aus dem Abgasstrom zu trennende Partikelabgasschadstoffe oder Aerosole
mittels der Spraytechnik entlang der Innenoberfläche des Nasselektrofilters gereinigt
werden. Dabei verändern die eingebrachten chemischen Flüssigkeitszusätze in der Sprayflüssigkeit
gesamthaft das dielektrische Verhalten der Elektrofilter. Mittels dieser Abgasreinigungstechnik
lassen sich so eine Reihe von zusätzlichen Abgasinhattsstoffen abscheiden und der
Abgasstrom kann beispielsweise von Geruchsemissionen befreit werden. Das heißt, es
lassen sich auch teer- oder harzhaltige Substanzen, Aerosole und nur teilweise wasserlösliche
Verbindungen aus dem Abgasstrom entfernen.
[0017] Die Betreiber solcher Elektrofilteranlagen sind grundsätzlich an einer hohen zeitlichen
Verfügbarkeit - auch bei schwankenden Prozessbedingungen - interessiert. Ein hoher
Abscheide- oder Trennungsgrad von im Abgasstrom enthaltenen Schadstoffpartikeln bestimmt
vorteilhaft und nachhaltig den Umwelteinfluss der jeweiligen Abgasreinigungsanlage
und ist im Zusammenhang mit der globalen Abgasreduktionsstrategie zu sehen.
In einigen Nasselektrofilteranlagen wird daher das vom Trockner aus geführte Abgas
in einem Rohrleitungssystem durch Eindüsen von Wasser bis zum Sättigungspunkt abgekühlt
und gelangt anschließend in eine Filtereinrichtung, wobei das zu reinigende Abgas
über den gesamten Querschnitt entspannt wird. Im sich anschließenden Gaswäscherprozess
werden staub- und gasförmige organische Verbindungen abgeschieden.
Das dazu vorgetrocknete Abgas - so genanntes "Trocknerabgas" - strömt danach in den
Nasselektrofilter, der beispielsweise aus unterschiedlichen Hochspannungsfeldanordnungen
besteht und zentrisch mit im Nasselektrofilter angeordneten Elektroden bestückt ist.
Die bei diesem Verfahren noch im Abgasstrom enthaltenen Partikel und Aerosole werden
ebenfalls durch das E-Feld negativ aufgeladen beziehungsweise polarisiert und bewegen
sich entlang der Feldlinien hin zu der waben- oder rohrförmigen Innenoberfläche des
Nasselektrofilters, der durch eine periodische oder kontinuierliche Wasserbespülung
oder Wasserbesprayung eine Oberflächenreinigung und damit Partikelabtrag erfährt.
Durch die Aufteilung des Hochspannungssystems in beispielsweise zwei elektrische Feldbereiche
mit jeweiligen elektrischen Feldzonen, ist die Wasserbespülung von nur einer Hälfte
der Innenoberfläche eines Nasselektrofilters möglich. Der Abgasstrom wird dazu durch
eine Klappenvorrichtung über die jeweils in Betrieb befindliche Nasselektrofilterhälfte
geführt. Damit lassen sich gezielte Abschnitte der Innenoberflächen von Nasselektrofiltern
von adsorbierten Partikeln während des Betriebs der Abgasreinigungsanlage reinigen.
[0018] Aus dem Stand der Technik sind auch mehrstufige Ausführungen der Nasselektrofilter
in Abgasreinigungsanlagen bekannt, die als Abgasreinigungstrennstufen oder Abgasreinigungskaskaden
hintereinander angeordnet, zu einem hohen Reinigungsgrad, bei gleichzeitig hohem Abgasdurchsatz
führen.
[0019] Weiterhin wird in der
DE 10341980 A1 eine Vorrichtung zum Abtrennen von Lack-Overspray aus einem Overspray-Partikel enthaltenden
Luftstrom mittels mindestens einer Abtrennstufe offenbart. Diese Vorrichtung soll
es ermöglichen, nacheinander Overspray-Partikel unterschiedlicher Overspray-Sorten,
insbesondere unterschiedlicher Farben, sortenrein abscheiden und erfassen zu können.
Realisiert werden soll dies dadurch, dass mindestens eine Abtrennstufe mindestens
zwei Partikelsammelbereiche aufweist, die abwechselnd in dem Strömungsweg desselben
Teilbereiches des die Overspray-Partikel enthaltenden Luftstroms angeordnet werden
können. Es wird weiterhin offenbart, dass die Vorrichtung mindestens ein Abtrennelement
mit mindestens einem Partikelsammelbereich und mindestens einer Abreinigungsvorrichtung
zum Abreinigen von Partikeln von dem mindestens einem Abtrennelement umfasst. Diese
Abreinigungsvorrichtung kann dabei bspw. als eine nasse Abreinigungsvorrichtung ausgebildet
sein.
[0020] Die Abreinigungsvorrichtung umfasst einen Reinigungsbehälter, der mit einem Reinigungsbad
aus Wasser und / oder aus einem Lösungsmittel gefüllt ist. Das Sieb verläuft durch
das Reinigungsbad hindurch, so dass durch Hindurchbewegen des Siebes durch das Reinigungsbad
die an dem Sieb anhaftenden Overspray-Partikel durch das flüssige Reinigungsmittel
des Reinigungsbades von dem Sieb abgelöst werden. Die Reinigungswirkung des Reinigungsbades
wird durch rotierende Bürsten und durch in dem Reinigungsbad angeordnete Reinigungsdüsen,
welche einen quer zu den Hauptflächen des Siebes gerichteten Strom des flüssigen Reinigungsmittels
durch das Sieb hindurch erzeugen und auf der jeweils einer der rotierenden Bürsten
gegenüberliegenden Seite des Siebes angeordnet sind, mechanisch unterstützt.
[0021] Nachteilig ist, dass bei den beschriebenen Verfahren im Betrieb zusätzliche Wartungs-
und Reinigungsarbeiten anfallen, die durch großflächige Partikelagglomerationen an
der Innenoberfläche der Nasselektrofilter einer Abgasreinigungsanlage bedingt sind
und teilweise manuell entfernt werden müssen.
[0022] Aufgabe der Erfindung ist es, einen rohr- oder wabenförmigen Nasselektrofilter anzugeben,
bei dem eine Partikelagglomeration und -ablagerung im Langzeitbetrieb der Abgasreinigungsanlage
reduziert wird, das E-Feld stabilisiert und elektrische Überschläge verhindert werden.
[0023] Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht aus den Merkmalen gemäß Anspruch
1. Weiterhin wird ein Bausatz zur Lösung der Aufgabe nach Anspruch 2 angegeben sowie
eine Abgasreinigungsanlage nach Anspruch 4. Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargelegt.
[0024] Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, eine elektrisch leitfähige Antihaftungsbeschichtung
oder Antihaftungsschicht auf der Nasselektrofilterinnenseite vorzusehen. Dazu wird
der rohr- oder wabenförmige Nasselektrofilter auf seiner Innenseite beschichtet. Diese
Schicht kann auch aus einer mehrlagigen/mehrschichtigen Schichtfolge - im Sinne einer
Sandwichschicht - aus unterschiedlichen Beschichtungen und mit einer darauf aufgebrachten
Antihaftungsbeschichtung und mit aufeinander abgestimmten Dielektrizitätswerten oder
Durchgangswiderstandswerten bestehen.
Die Abstimmung der Dielektrizitätswerte der aufgebrachten Beschichtungsmaterialien
auf der Innenoberfläche des Nasselektrofilters ergeben vorteilhaft eine elektrische
Feldstabilisierung bei hohem Abgasvolumendurchsatz und bei unterschiedlich polaren
Abgaspartikeln, wodurch die Trennleistung der aus dem Abgasstrom herauszufilternden
Partikel verbessert wird. Die elektrisch leitfähige Antihaftungsbeschichtung oder
Antihaftungsschicht kann dazu auch als eine sandwichartige Schicht auf der Innenoberfläche
des Nasselektrofilters aufgebracht sein. Dazu ist es erforderlich, eine Anpassung
der Materialien und Füllstoffe sowie der dadurch sich ergebenden Dielektrizitätszahl
vorzunehmen. Es wurde weiterhin erkannt, dass das elektrische Feldverhalten durch
einen Gradienten in der Füllstoffzusammensetzung, ausgehend von der innenliegenden
und dem Abgasstrom direkt zugewandten elektrisch leitfähigen Antihaftungsschichtl-beschichtung,
hin zum Basiskörper des rohr- oder wabenförmigen Nasselektrofilters verbessert wird.
Durch diese Maßnahme werden elektrische Durchschläge beziehungsweise Überschläge im
Betrieb der Nasselektrofilteranlage bei hohen elektrischen Feldstärken vorteilhaft
vermieden.
[0025] Als Kunststoffmaterial für die elektrisch leitfähige Antihaftungsbeschichtung oder
-schicht werden Polyethylen (PE) und/oder Polypropylen (PP) und/oder Polystyrol (PS)
mit einem Füllstoffgehalt von 5 bis 35% Gewichtsanteilen Ruß erfindungsgemäß eingesetzt,
sowie Polyvinylchlorid (PVC) mit einem Füllstoffgehalt von 5 bis 35% Gewichtsanteilen
Ruß und/oder Polyoxymethylen (POM) mit einem Füllstoffgehalt von 5 bis zu 35% Gewichtsanteilen
Ruß.
[0026] Nicht zur Erfindung gehörige Polyamidverbindungen (PA) wie PA 66 mit einem Füllstoffgehalt
von 5 bis 20% Gewichtsanteilen mit Metallfasern und einer Metallfaserlänge von 0,01
mm bis 5 mm ebenfalls geeignet. Gleiches gilt für Polycarbonate (PC) mit Metallfaseranteilen
von 5 bis 20% Gewichtsanteilen. Es können Metallfasern bestehend aus Stahl und/oder
Kupfer und/oder Blei und/oder Messing sowie aus Buntmetallverbindungen mit den genannten
Metallfaserlängen als faserhaltige Füllstoffe verwendet werden.
[0027] Hinsichtlich der elektrisch leitfähigen Antihaftungsbeschichtung oder -schicht aus
Polycarbonaten (PC) und/oder Polyamidverbindungen (PA) sind auch Füllstoffe bestehend
aus kohlenstoffhaltigen Fasern mit einem Füllstoffgehalt von 10 bis 40% Gewichtsanteilen
verwendbar.
[0028] Weiterhin wurde erkannt, dass Polyethylenterephthalat (PET) und/oder Polybutylenterephthalat
(PBT) und/oder Polyphenylensulfid (PPS) und/oder Polyetherimid (PEI) dotiert mit kohlenstoffhaltigen
Faserbestandteilen und einem Gewichtsanteil von 30 bis 40 % , die Partikelhaftung
auf der Innenoberfläche der Nasselektrofilter ebenfalls reduziert und die elektrische
Durchschlagsfeldstärke vorteilhaft erhöht.
[0029] Versuche mit dem polymeren Werkstoff Polyvinylchlorid (PVC) und Polyamid 66 (PA66)
als elektrisch leitfähige Antihaftungsbeschichtung oder Antihaftungsschicht, gefüllt
mit einem Polyanilin-haltigen Füllstoff und Gewichtsanteilen im Bereich von 20 bis
40%, zeigten ebenfalls eine Reduktion der Partikelhaftung entlang der Innenoberfläche
der Nasselektrofilter.
[0030] Die vorgenannten polymeren Beschichtungswerkstoffe mit den Füllstoffen und Füllstoffgehalten
führten gesamthaft zu einer stark reduzierten Partikelhaftung der damit innenbeschichteten
Nasselektrofilter bei anliegenden unterschiedlichen elektrischen Feldstärken in einer
Erprobungsstrecke der Nasselektrofilteranlage.
Vorteilhaft wird eine erhöhte elektrische Durch-/Überschlagsfestigkeit der Nasselektrofilter
in einer Abgasreinigungsanlage im Betriebszustand somit erreicht und die Anlagenverfügbarkeit
der Abgasreinigungsanlage für den Betreiber erhöht.
[0031] Der Füllstoffgehalt der elektrisch leitfähigen polymeren Innenschichten der Nasselektrofilter
wird auf spezifische Durchgangswiderstandswerte im Bereich von 7 bis 10-2 Ω cm eingestellt.
Die so innenbeschichteten und füllstoffhaltigen rohr- oder wabenförmigen Nasselektrofilter
zeigten in Versuchen, dass Abgaspartikel in der Größe von 0,3 µm bis 1 µm aus dem
Abgasstrom gut trennbar bzw. reinigbar sind.
[0032] Im Falle eines mehrschichtigen Aufbaus der Innenoberfläche eines Nasselektrofilters,
d. h. einem im Co-Extrusionsverfahren hergestellten rohr- oder wabenförmigen Nasselektrofilters,
wurde weiterhin erkannt, dass ein Gradient im Füllstoffgehalt in den angegebenen prozentualen
Gewichtsanteilen der jeweiligen Füllstoffe und der jeweils verwendeten Kunststoffmaterialien
vorteilhaft ist. Hierzu wird ein höherer Füllstoffgehalt an der dem Abgasstrom zugewandten
Innenseite eingestellt und hin zur rohr-/wabenförmigen Wandungsmitte ein abnehmender
Füllstoffgehalt. Dadurch wird die Haftungsfähigkeit von Abgaspartikeln auf der Innenoberfläche
eines rohr- oder wabenförmigen Nasselektrofilters ebenfalls reduziert. Das heißt,
dass der Partikelabscheidegrad unterschiedlicher, industrieller Abgaszusammensetzungen
innerhalb einer Abgasreinigungsanlage somit wesentlich gesteigert wird und Partikel
mit einer Größe von kleiner 1 µm aus dem Abgasstrom gefiltert werden.
Die geometrische Anordnung/Auslegung der elektrischen Leiter zur Bildung des E-Feldes
innerhalb der Nasselektrofilter beeinflusst bekanntermaßen nur geringfügig den Partikelabscheidegrad.
Durch den eingestellten Füllstoffgradienten in der jeweiligen elektrisch leitfähigen
Antihaftungsschicht - auch in einer mehrschichtigen (Sandwich-) Schichtstruktur -
wird vorteilhaft erreicht, dass eine Anpassung der Dielektrikumsverhältnisse (d.h.
Dielektrikum: Abgaszusammensetzung, Flüssigkeit und Nasselektrofilter) mit der beschichteten,
waben- oder rohrförmigen Innenoberfläche eines Nasselektrofilters geschaffen wird.
Durch den erfindungsgemäßen Füllstoffanteil in der jeweiligen polymeren Materialkombination
wird somit das Dielektrikum einstellbar und führt zu einer homogenen elektrischen
Feldlinienstabilität der Nasselektrofilter im Betrieb.
[0033] Gerade das zeitliche Abgasströmungsverhalten - bedingt durch beispielsweise pulsierende
Abgasströme im quasi-stationären Strömungsbereich - erfordert die Verbesserung der
Stabilität und Dichte des E-Feldes für eine effektive Partikelreinigung im Abgasstrom.
[0034] Die Erfindung lehrt weiter, ein rohr- oder wabenförmiges Nasselektrofilterbündel
- im Folgenden Bausatz genannt - bestehend aus mehreren rohr- oder wabenförmigen Nasselektrofiltern
gemäß Anspruch 2 zu verwenden. Denkbar sind rohr- oder wabenförmige Nasselektrofilterbausätze,
die aus beispielsweise alternierenden, elektrisch leitfähigen Antihaftungsbeschichtungsmaterialien
und Füllstoffgehalten zusammengesetzt sind. Damit lässt sich, angepasst an das zu
reinigende Abgas im Abgasstrom, eine optimierte Reinigungsanordnung mittels der Nasselektrofilter
erreichen.
[0035] Für spezifische Anwendungen, wie beispielsweise der zusätzlichen Geruchsreinigung
von Abgasen, wurde vorteilhaft erkannt, dass die Nasselektrofilter innerhalb eines
rohr- oder wabenförmigen Nasselektrofilterbausatzes entlang der Abgasströmungsrichtung
abschnittsweise aus Bereichen unterschiedlicher Füllstoffgehalte und polymerer Materialien
bestehen können, so dass die Abgasreinigung von im Rauchgas befindlichen unterschiedlichen
Rauchgaspartikeln - im Sinne eines selektiven Filterabschnittes - entlang der Innenoberfläche
des Nasselektrofilters erfolgt.
[0036] Eine Abgasreinigungsanlage zur Verbesserung der Abgaspartikelreinigung von Industrieabgasen
besteht daher aus mindestens zwei Nasselektrofilterbausätzen, wobei mehrere Nasselektrofilterbausätze
innerhalb der Abgasreinigungsanlage hintereinander - im Sinne einer Abgasreinigungsstrecke
- angeordnet sein können oder bei vorgeschalteter Richtungsteilung des Abgasstroms,
auch parallel zueinander angeordnet werden können.
[0037] Die Erfindung wird anhand der nachstehend aufgeführten Zeichnungen näher erläutert.
[0038] Es zeigt:
- Figur 1 a
- in schematischer Darstellung einen rohrförmigen Nasselektrofilter mit einer elektrisch
leitfähigen Antihaftungsbeschichtung oder Antihaftungsschicht auf der Nasselektrofilterinnenseite
aufgebracht;
- Figur 1 b
- in schematischer Darstellung einen wabenförmigen Nasselektrofilter mit einer elektrisch
leitfähigen Antihaftungsbeschichtung oder Antihaftungsschicht auf der Nasselektrofilterinnenseite
aufgebracht;
- Figur 1c,d
- in schematischer Darstellung einen rohrförmigen (Figur 1c) und wabenförmigen (Figur
1 d) Nasselektrofilter mit mehreren elektrisch leitfähigen Antihaftungsbeschichtungen
oder Antihaftungsschichten auf der Nasselektrofilterinnenseite aufgebracht;
- Figur 2a
- eine Bündelanordnung von mehreren rohrförmigen Nasselektrofiltern gemäß Figur 1a oder
Figur 1 c eingebracht in einen Abgasstrom (G);
- Figur 2b
- eine Bündelanordnung von mehreren wabenförmigen Nasselektrofiltern gemäß Figur 1 b
oder Figur 1 c eingebracht in einen Abgasstrom (G);
[0039] Figur 1a und 1b zeigen in schematischer Darstellung einen rohrförmigen beziehungsweise
wabenförmigen Nasselektrofilter (1 a,1 b) mit nur einer elektrisch leitfähigen Antihaftungsbeschichtung
oder Antihaftungsschicht (2a,2b) beschichtet, die auf der Nasselektrofilterinnenseite
(3a,3b) mittels Co-Extrusionsverfahren aufgebracht ist und sich jeweils in einem Abgasstrom
(G) einer nicht weiter dargestellten Abgasreinigungsanlage (A) befindet. Der Nasselektrofilter
(1a, 1b) liegt in diesem Fall auf einem negativen Potential gegenüber einer ebenfalls
nicht weiter dargestellten, aber im Innenraum der Nasselektrofilters angeordneten
Elektrode, die beispielsweise eine Sprüh- oder stabförmige Elektrode sein kann und
ein E-Feld (E) ausbildet.
Durch mindestens eine elektrisch leitfähige Antihaftungsschicht oder Antihaftungsbeschichtung
(2a,2b) wird eine Anpassung der Material und Füllstoff bedingten Dielektrizitätszahl
(ε) der Nasselektrofilterinnenoberfläche (3a,3b) an das Dielektrikum: Abgas und Berieselungsflüssigkeit
erreicht, so dass vorteilhaft Überschläge infolge von Partikelanlagerungen an der
Innenoberfläche des Nasselektrofilters vermieden werden und gleichzeitig eine verbesserte
Reinigung der industriellen Abgase (G) im Partikelgrößenbereich von 1 µm bis 0,3 µm
erfolgt.
[0040] Zur Erzeugung der elektrisch leitfähigen Antihaftungsbeschichtung oder Antihaftungsschicht
(2a,2b) wird ein Kunststoffmaterial wie Polyethylen (PE) und/oder Polypropylen (PP)
und/oder Polystyrol (PS) mit einem Ruß enthaltenden Füllstoffgehalt (5) von 5 bis
35% Gewichtsanteilen verwendet sowie ein PVC und/oder Polyoxymethylen (POM) mit einem
Füllstoffgehalt von 5 bis zu 35% Gewichtsanteilen Ruß.
Auch sind Kunststoffmaterialien wie Polyamidverbindungen (PA,PA66) mit einem Füllstoffgehalt
(5) von 5 bis 20% aus Metallfasern bestehend, zur Ausbildung der elektrisch leitfähigen
Antihaftungsbeschichtung oder Antifhaftungsschicht (2a,2b) verwendbar.
Die in keiner der Figuren näher dargestellten Metallfaserlängen liegen im Bereich
von 0,05 mm bis 5 mm.
Es wurde erkannt, dass auch Polycarbonate (PC) mit Metallfaseranteilen von 5 bis 20%
Gewichtsanteilen als Füllstoff (5) zur Bildung der elektrisch leitfähigen Antihaftungsschicht/-beschichtung
(2a, 2b) verwendet werden können.
Die Metallfasern bestehen aus Stahl und/oder Kupfer und/oder Blei und/oder Messing
sowie aus Buntmetallverbindungen. Auch sind geschäumte Metallverbindungen in der Antihaftungsschicht/-beschichtung
(2a, 2b) eines nicht erfindungsgemäßen Nasselektrofilters (1a, 1b), gefertigt im Co-Extrusionsverfahren
denkbar.
[0041] Weiterhin wurden auch kohlenstoffhaltige Fasern, mit einem Füllstoffgehalt (5) von
10 bis 40% Gewichtsanteilen in eine aus Polycarbonat (PC) und/oder aus Polyamidverbindung
(PA) bestehende Antihaftungsschicht/-beschichtung (2a,2b) zur Verbesserung der Dielektrizitätsverhältnisse
im Nasselektrofilter (1 a,1 b) eingebracht und untersucht. Kunststoffmaterialien wie
Polyethylenterephthalat (PET) und/oder Polybutylenterephthalat (PBT) und/oder Polyphenylensulfid
(PPS) und/oder Polyetherimid (PEI) wurden ebenfalls mit kohlenstoffhaltigen Faserbestandteilen
für die Schaffung der elektrisch leitfähigen Antihaftungsschicht/-beschichtung (2a,2b)
verwendet, wobei ein Füllstoffanteil (5) von 30 bis 40% als vorteilhaft erkannt wurde.
[0042] Figur 1c und 1d zeigen in schematischer Darstellung einen rohrförmigen (1 a) beziehungsweise
einen wabenförmigen (1 b) Nasselektrofilter mit einem mehrschichtigen Aufbau und in
diesem Ausführungsbeispiel mit beispielsweise drei elektrisch leitfähigen Antihaftungsschichten
(2a,2b) beschichtet, die auf der Nasselektrofilterinnenseite (3a,3b) im Co-Extrusionsverfahren
aufgebracht sind.
[0043] Diese Anordnung befindet sich in der dargestellten Weise in einem Abgasstrom (G),
einer nicht weiter abgebildeten Abgasreinigungsanlage (A). Von daher tragen Komponenten,
die denjenigen entsprechen, die vorstehend schon erläutert wurden, die gleichen Bezugszeichen
und werden nicht nochmals im Einzelnen beschrieben.
Die elektrisch leitfähigen Antihaftungsschichten/-beschichtungen (2a, 2b) können sandwich-artig
- im Sinne einer Schichtfolge unterschiedlichen Kunststoffmaterials - mit den jeweils
angegebenen Füllstoffgehalten (5) gefüllt sein.
Als vorteilhaft hat sich eine so genannte Gradientenschicht (GS) erwiesen. Hierzu
wird ein höherer Füllstoffgehalt (5) an der dem Abgasstrom (G) zugewandten Seite des
Nasselektrofilters (1a, 1b) verwendet , wobei zur rohr- oder wabenförmigen Wandungsmitte
(M) des Nasselektrofilters (1 a,1 b) ein abnehmender Gewichtsanteil des Füllstoffmaterials
(5) verwendet und im Coextrusionsverfahren hergestellt eingestellt wird.
Dadurch wurde ebenfalls eine Reduktion der Haftung der im Abgasstrom (G) befindlichen
Abgaspartikel auf der Innenwand (3a, 3b) des Nasselektrofilters (1 a,1 b) in Experimenten
erreicht. Der gradientenartige Schichtaufbau schafft eine gute Anpassung an die dielektrischen
Verhältnisse (ε) im Abgasstrom (G) und führt so zu einer homogenen elektrischen Feldlinienstabilität
im Dauerbetrieb der Abgasreinigungsanlage.
Im Falle einer mehrschichtigen, aus unterschiedlichen Kunststoffmaterialien bestehenden
Antihaftungsschicht (2a,2b) und mit den jeweiligen Füllstoffen (5) und Füllstoffgehalten,
können die Durchgangswiderstände, die im Bereich von 7 bis 10-2 Ω cm liegen, angepasst
an die im Abgasstrom (G) befindlichen Abgaspartikel bei der Herstellung der Nasselektrofilter
(1a,1b) voreingestellt werden, das heißt zum Beispiel ein gezielter Einsatz für spezifische
Industrieabgase aus Kokereien, chemischen Anlagen etc erreicht werden.
[0044] Gesamthaft sind in Experimenten mit den vorgenannten Kunststoffmaterialien und den
jeweils angegebenen Füllstoffen (5) und Füllstoffgehalten sowie Zusammensetzungen
(Faser, Metallschäume) für die Antihaftungsbeschichtung/-schicht (2a,2b) Verminderungen
der Partikelhaftung auf der Innenoberfläche (3a,3b) eines Nasselektrofilters (2a,2b)
erzielt worden, wobei gleichzeitig die elektrische Durch-/Überschlagsfestigkeit einer
in Betrieb befindlichen Abgasreinigungsanlage (A) vorteilhaft erhöht wird und damit
zu Kosteneinsparungen für den Betreiber führt.
[0045] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird in den Figuren 2a und 2b eine
Bündelanordnung - im Sinne eines Bausatzes (6a,6b) - bestehend aus mehreren, mindestens
zwei rohr- oder wabenförmigen Nasselektrofiltern (1 a,1 b) in einem Abgasstrom (G)
einer nicht weiter abgebildeten Abgasreinigungsanlage (A) nach einem der Ansprüche
1 bis 12 dargestellt.
Von daher tragen Komponenten, die denjenigen entsprechen, die vorstehend schon erläutert
wurden, die gleichen Bezugszeichen und werden nicht nochmals im Einzelnen beschrieben.
Die Nasselektrofilter (1a, 1 b) bestehen aus alternierenden Materialien und Füllstoffen
(5) mit den jeweiligen Füllstoffgehalten nach Anspruch 1 und sind in einer Abgasreinigungsanlage
(A) angeordnet. Hierzu sind auch Abschnitte (6a, 6b) mit unterschiedlichen Füllstoffen
(5) und Füllstoffanteilen untersucht worden. Experimentell ergaben sich ebenfalls
gute Antihaftungseigenschaften der Innenoberfläche (3a, 3b) der Nasselektrofilter
(1a, 1b). Weiterhin konnten auch selektiv wirkende Abgasreinigungsstufen für Industrieabgase
(G) unterschiedlichster Zusammensetzung geschaffen werden. Vorteilhaft wurde eine
Abgasreinigungsanlage (A) mit mehreren Nasselektrofilterbausätzen (6a, 6b) kaskadenförmig
hintereinander angeordnet, wodurch ein hohes Trennvermögen der im Abgasstrom (G) befindlichen
Abgaspartikel mit einer Größenordnung im Bereich von 0,3 bis 1 µm erreicht wurde.
Auch sind parallel zueinander angeordnete Nasselektrofilterbausätze (6a, 6b) in einer
Abgasreinigungsanlage (A) denkbar, insbesondere wenn der Abgasstrom in einem vorgeschalteten
Abgasteiler geführt wird.