[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Inertisierungsvorrichtung zum Einstellen
und Halten vorgebbarer Inertisierungsniveaus in einem zu überwachenden Schutzraum,
wobei die Inertisierungsvorrichtung eine ansteuerbare Inertgasanlage zum Bereitstellen
von Inertgas, ein mit der Inertgasanlage verbundenes erstes Zufuhrrohrsystem, welches
mit dem Schutzraum verbindbar ist, um das von der Inertgasanlage bereitgestellte Inertgas
dem Schutzraum zuzuführen, und eine Steuereinheit aufweist, welche ausgelegt ist,
die Inertgasanlage derart anzusteuern, dass ein bestimmtes vorgebbares Inertisierungsniveau
in dem Schutzraum eingestellt und dort gehalten wird, wobei die Inertgasanlage einen
mit einer Druckluftquelle verbundenen Stickstoffgenerator aufweist, um Sauerstoff
aus der mit der Druckluftquelle zugeführten Druckluft abzuscheiden und mit Stickstoff
angereicherte Luft an einem ersten Ausgang des Stickstoffgenerators bereitzustellen,
und wobei die vom Stickstoffgenerator bereitgestellte mit Stickstoff angereicherte
Luft über den ersten Ausgang des Stickstoffgenerators als Inertgas dem ersten Zufuhrrohrsystem
zuführbar ist.
[0002] Eine solche Inertisierungsvorrichtung ist dem Grunde nach aus dem Stand der Technik
bekannt z.B.
EP 1 683 548 A1. Beispielsweise ist in der
deutschen Patentschrift DE 198 11 851 C2 eine Inertisierungsvorrichtung zur Minderung des Risikos und zum Löschen von Bränden
in geschlossenen Räumen beschrieben. Das bekannte System ist dabei ausgelegt, den
Sauerstoffgehalt in einem umschlossenen Raum (nachfolgend "Schutzraum" genannt) auf
ein vorab festlegbares Grundinertisierungsniveau abzusenken, und im Falle eines Brandes
den Sauerstoffgehalt rasch auf ein bestimmtes Vollinertisierungsniveau weiter abzusenken,
um somit eine effektive Löschung eines Brandes bei möglichst geringer Lagerkapazität
für Inertgasflaschen zu ermöglichen. Hierzu weist die bekannte Vorrichtung eine mittels
einer Steuereinheit ansteuerbare Inertgasanlage sowie ein mit der Inertgasanlage und
dem Schutzraum verbundenes Zufuhrrohrsystem auf, über welches das von der Inertgasanlage
bereitgestellte Inertgas dem Schutzraum zugeführt wird. Als Inertgasanlage kommt entweder
eine Stahlflaschenbatterie, in welcher das Inertgas komprimiert gelagert ist, eine
Anlage zum Erzeugen von Inertgasen oder eine Kombination beider Lösungen in Frage.
[0003] Bei der Inertisierungsvorrichtung der eingangs genannten Art handelt es sich um eine
Anlage zur Minderung des Risikos und zum Löschen von Bränden in dem zu überwachenden
Schutzraum, wobei eine Dauerinertisierung des Schutzraumes zur Brandverhütung bzw.
Brandbekämpfung eingesetzt wird. Die Wirkungsweise der Inertisierungsvorrichtung beruht
auf der Kenntnis, dass in geschlossenen Räumen der Brandgefahr dadurch begegnet werden
kann, dass die Sauerstoffkonzentration in dem betroffenen Bereich im Normalfall auf
einen Wert von beispielsweise etwa 12 Vol.-% dauerhaft abgesenkt wird. Bei dieser
Sauerstoffkonzentration können die meisten brennbaren Materialien nicht mehr brennen.
Haupteinsatzgebiet sind insbesondere EDV-Bereiche, elektrische Schalt- und Verteilerräume,
umschlossene Einrichtungen sowie Lagerbereiche mit hochwertigen Wirtschaftsgütern.
[0004] Die bei dem Inertisierungsverfahren resultierende Präventions- bzw. Löschwirkung
beruht dabei auf dem Prinzip der Sauerstoffverdrängung. Die normale Umgebungsluft
besteht bekanntlich zu 21 Vol.-% aus Sauerstoff, zu 78 Vol.-% aus Stickstoff und zu
1 Vol.-% aus sonstigen Gasen. Um in einem Schutzraum das Risiko der Entstehung eines
Brandes wirksam zu verringern, wird die Sauerstoffkonzentration in dem betreffenden
Raum durch Einleiten von Inertgas, wie beispielsweise Stickstoff verringert. Im Hinblick
auf die Brandlöschung von den meisten Feststoffen ist es beispielsweise bekannt, dass
eine Löschwirkung einsetzt, wenn der Sauerstoffanteil unter 15 Vol.-% absinkt. Abhängig
von den in dem Schutzraum vorhandenen brennbaren Materialien kann ein weiteres Absenken
des Sauerstoffanteils auf beispielsweise 12 Vol.-% erforderlich sein. Anders ausgedrückt
bedeutet dies, dass durch eine Dauerinertisierung des Schutzraumes auf einem so genannten
"Grundinertisierungsniveau", bei welchem der Sauerstoffanteil in der Raumluft unter
beispielsweise 15 Vol.-% abgesenkt ist, auch das Risiko der Entstehung eines Brandes
in dem Schutzraum in effektiver Weise vermindert werden kann.
[0005] Unter dem hierin verwendeten Begriff "Grundinertisierungsniveau" ist allgemein ein
im Vergleich zum Sauerstoffgehalt der normalen Umgebungsluft reduzierter Sauerstoffgehalt
in der Raumluft des Schutzraumes zu verstehen, wobei allerdings dieser reduzierte
Sauerstoffgehalt im Prinzip aus medizinischer Sicht noch keinerlei Gefährdung von
Personen oder Tieren bedeutet, so dass diese noch den Schutzraum - unter Umständen
mit gewissen Vorsichtsmaßnahmen - betreten können. Wie bereits angedeutet, dient das
Einstellen eines Grundinertisierungsniveaus, welches im Unterschied zu dem so genannten
"Vollinertisierungsniveau" nicht einem derart reduzierten Sauerstoffanteil entsprechen
muss, bei welchem bereits eine wirksame Brandlöschung eintritt, in erster Linie dazu,
das Risiko der Entstehung eines Brandes in dem Schutzraum zu reduzieren. Das Grundinertisierungsniveau
entspricht - abhängig von den Umständen des Einzelfalls - einem Sauerstoffgehalt von
beispielsweise 13 Vol.-% bis 15 Vol.-%.
[0006] Hingegen ist unter dem Begriff "Vollinertisierungsniveau" ein im Vergleich zum Sauerstoffgehalt
des Grundinertisierungsniveaus weiter reduzierter Sauerstoffgehalt zu verstehen, bei
welchem die Entflammbarkeit der meisten Materialien bereits soweit herabgesetzt ist,
dass sich diese nicht mehr entzünden können. Abhängig von der in dem betroffenen Schutzraum
vorhandenen Brandlast liegt das Vollinertisierungsniveau in der Regel bei 11 Vol.-%
bis 12 Vol.-% Sauerstoffkonzentration.
[0007] Obwohl der dem Grundinertisierungsniveau entsprechende reduzierte Sauerstoffgehalt
in der Raumluft des Schutzraumes im Prinzip noch keinerlei Gefährdung von Personen
und Tieren bedeutet, so dass diese den Schutzraum zumindest kurzzeitig ohne größere
Beschwernisse, beispielsweise ohne Atemschutz, betreten können, sind bei der Begehung
eines auf einem Grundinertisierungsniveau dauerinertisierten Raumes gewisse national
vorgeschriebene Sicherheitsmaßnahmen zu beachten, da grundsätzlich der Aufenthalt
in einer reduzierten Sauerstoffatmosphäre zu einem Sauerstoffmangel führen kann, was
unter Umständen physiologische Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hat. Diese
Sicherheitsmaßnahmen sind in den jeweiligen nationalen Vorschriften festgelegt und
hängen insbesondere von dem Betrag des reduzierten Sauerstoffgehaltes ab, der dem
Grundinertisierungsniveau entspricht.
[0008] In der nachfolgend angegebenen Tabelle 1 sind diese Auswirkungen auf den menschlichen
Organismus und auf die Brennbarkeit von Materialien angegeben.
[0009] Um die hinsichtlich der Begehbarkeit des Schutzraums durch die nationalen Vorschriften
auferlegten Sicherheitsmaßnahmen, die mit Abnahme des Sauerstoffanteils in der Raumluft
des Schutzraumes zunehmend strenger werden, auf einfache und insbesondere leicht zu
realisierende Weise zu erfüllen, wäre es denkbar, zum Zwecke und für den Zeitraum
der Begehung die Dauerinertisierung des Schutzraumes von dem Grundinertisierungsniveau
auf ein so genanntes Begehbarkeitsniveau anzuheben, bei welchem die vorgeschriebenen
Sicherheitsanforderungen geringer sind und ohne größere Umstände eingehalten werden
können.
Tabelle 1
| Sauerstoffanteil im Schutzraum |
Auswirkung auf den menschlichen Organismus |
Auswirkung auf die Brennbarkeit von Materialien |
| 8 Vol.-% |
Lebensgefahr |
Nicht brennbar |
| 10 Vol.-% |
Urteilskraft und Schmerzempfinden lassen nach |
Nicht brennbar |
| 12 Vol.-% |
Ermüdung, Erhöhung von Atemvolumen und Puls |
Schwer entflammbar |
| 15 Vol.-% |
Keine |
Schwer entflammbar |
| 21 Vol.-% |
Keine |
Keine |
[0010] Beispielsweise wäre es sinnvoll, einen Schutzraum, der im Normalfall auf einem Grundinertisierungsniveau
von z.B. 13,8 bis 14,5 Vol.-% Sauerstoffanteil dauerinertisiert ist, bei welchem gemäß
Tabelle 1 bereits eine wirksame Brandunterdrückung erzielt werden kann, im Falle der
Begehung, beispielsweise zu Wartungszwecken, auf ein Begehbarkeitsniveau von z.B.
15 bis 17 Vol.-% Sauerstoffanteil anzuheben.
[0011] Aus medizinischer Sicht ist ein zeitlich begrenzter Aufenthalt in einer auf dieses
Begehbarkeitsniveau reduzierten Sauerstoffatmosphäre für alle Personen unbedenklich,
bei denen keine Herz-, Kreislauf-, Gefäß- oder Atemwegserkrankungen vorliegen, so
dass die jeweiligen nationalen Vorschriften hierfür keine oder wenn überhaupt nur
geringe zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen fordern.
[0012] Üblicherweise erfolgt das Anheben des im Schutzraum eingestellten Inertisierungsniveaus
von dem Grundinertisierungsniveau auf das Begehbarkeitsniveau durch eine entsprechende
Ansteuerung der Inertgasanlage. Hierbei ist es insbesondere aus wirtschaftlichen Gründen
sinnvoll, während der Begehung des Schutzraumes das in dem Schutzraum eingestellte
Inertisierungsniveau (ggf. mit einem entsprechenden Regelbereich) dauerhaft auf dem
Begehbarkeitsniveau zu halten, um die nach der Begehung des Schutzraumes zum erneuten
Einstellen des Grundinertisierungsniveaus in den Schutzraum einzuleitende Inertgasmenge
möglichst gering zu halten. Aus diesem Grund sollte die Inertgasanlage auch während
des Zeitraumes der Begehung des Schutzraumes Inertgas erzeugen bzw. bereitstellen,
so dass dem Schutzraum das Inertgas entsprechend zugeführt wird, um dort das Inertisierungsniveau
(ggf. mit einem gewissen Regelbereich) auf dem Begehbarkeitsniveau zu halten.
[0013] Hierbei sei darauf hingewiesen, dass unter dem hierin verwendeten Begriff "Begehbarkeitsniveau"
ein im Vergleich zum Sauerstoffgehalt der normalen Umgebungsluft reduzierter Sauerstoffgehalt
in der Raumluft des Schutzraumes zu verstehen ist, bei welchem die jeweiligen nationalen
Vorschriften für eine Begehung des Schutzraumes keine oder wenn überhaupt nur geringe
zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen fordern. Das Begehbarkeitsniveau entspricht in der
Regel einem Sauerstoffanteil in der Raumluft, der höher ist als bei einem Grundinertisierungsniveau.
[0014] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Inertisierungsvorrichtung
der eingangs genannten Art derart weiterzuentwickeln, dass in zuverlässiger Weise
sichergestellt werden kann, dass das Inertisierungsniveau in einem dauerinertisierten
Schutzraum schnell auf ein Begehbarkeitsniveau angehoben werden kann, ohne dass hierzu
zusätzliche größere bauliche Maßnahmen erforderlich sind.
[0015] Allgemein ausgedrückt liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
Inertisierungsvorrichtung der genannten Art anzugeben, mit welcher in zuverlässiger
Weise ein in einem zu überwachenden Schutzraum vorgebbares Inertisierungsniveau eingestellt
und/oder gehalten werden kann, wobei das Umschalten der in dem Schutzraum eingestellten
Inertisierungsniveaus, beispielsweise zwischen einem Grund- oder einem Vollinertisierungsniveau
und einem Begehbarkeitsniveau, möglichst rasch ausgeführt werden kann, wobei hierzu
keine größeren baulichen Maßnahmen erforderlich sind.
[0016] Diese Aufgaben werden mit einer Inertisierungsvorrichtung der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, dass die Inertisierungsvorrichtung ferner ein mit der Inertgasanlage
verbundenes zweites Zufuhrrohrsystem aufweist, welches mit dem Schutzraum verbindbar
ist, wobei der vom Stickstoffgenerator aus der Druckluft abgeschiedene Sauerstoff
als mit Sauerstoff angereicherte Luft über einen zweiten Ausgang des Stickstoffgenerators
dem zweiten Zufuhrrohrsystem zuführbar ist, um somit im Schutzraum ein bestimmtes
Inertisierungsniveau einzustellen und/oder zu halten.
[0017] Der Einsatz von Stickstoffgeneratoren in Inertisierungsvorrichtungen ist an sich
bekannt. Der Stickstoffgenerator ist ein System, mit dem aus beispielsweise der normalen
Umgebungsluft mit Stickstoff angereicherte Luft erzeugt werden kann. Es handelt sich
hierbei um ein Gasseparationssystem, dessen Funktion beispielsweise auf Gasseparationsmembranen
basiert. Der Stickstoffgenerator ist dabei zur Abscheidung von Sauerstoff aus der
Umgebungsluft konzipiert. Zum Aufbau eines betriebsfähigen Gasseparationssystems,
welches auf einem Stickstoffgenerator basiert, ist ein Druckluftnetz oder zumindest
ein Kompressor erforderlich, der die vorgegebene Kapazität für den Stickstoffgenerator
produziert. Das Wirkungsprinzip des Stickstoffgenerators basiert darauf, dass in dem
im Stickstoffgenerator vorgesehenen Membransystem die verschiedenen in der dem Stickstoffgenerator
zugeführten Druckluft enthaltenen Komponenten (Sauerstoff, Stickstoff, Edelgase, etc.)
entsprechend ihrer molekularen Struktur unterschiedlich schnell durch Hohlfasermembranen
diffundieren. Stickstoff mit einem niedrigen Diffusionsgrad durchdringt die Hohlfasermembranen
sehr langsam und reichert sich auf diese Weise beim Durchströmen der Hohlfaser an.
[0018] Wenn beispielsweise im Stickstoffgenerator eine Membrantechnik zum Einsatz kommt,
wird die allgemeine Erkenntnis ausgenutzt, dass verschiedene Gase unterschiedlich
schnell durch Materialien diffundieren. Beim Stickstoffgenerator werden in diesem
Fall die unterschiedlichen Diffusionsgeschwindigkeiten der Hauptbestandteile der Luft,
nämlich Stickstoff, Sauerstoff und Wasserdampf, technisch zur Erzeugung eines Stickstoffstromes
bzw. einer mit Stickstoff angereicherten Luft genutzt. Im einzelnen wird zur technischen
Realisierung eines auf der Membrantechnik basierenden Stickstoffgenerators auf die
Außenflächen von Hohlfasermembranen ein Separationsmaterial aufgebracht, durch welches
Wasserdampf und Sauerstoff sehr gut diffundieren. Der Stickstoff hingegen besitzt
für dieses Separationsmaterial nur eine geringe Diffusionsgeschwindigkeit. Wird die
derart präparierte Hohlfaser innen von Luft durchströmt, diffundieren Wasserdampf
und Sauerstoff schnell durch die Hohlfaserwandung nach außen, während der Stickstoff
weitgehend im Faserinneren gehalten wird, so dass während des Durchganges durch die
Hohlfaser eine starke Aufkonzentration des Stickstoffes stattfindet. Die Effektivität
dieses Trennungsvorganges ist im wesentlichen von der Strömungsgeschwindigkeit in
der Faser und der Druckdifferenz über die Hohlfaserwandung hinweg abhängig. Mit sinkender
Strömungsgeschwindigkeit und/oder höherer Druckdifferenz zwischen Innen- und Außenseite
der Hohlfasermembran steigt die Reinheit des resultierenden Stickstoffstromes an.
[0019] Wenn andererseits beispielsweise im Stickstoffgenerator die PSA-Technik zum Einsatz
kommt, werden unterschiedliche Bindungsgeschwindigkeiten des Luftsauerstoffes und
Luftstickstoffes an speziell behandelter Aktivkohle ausgenutzt. Dabei ist die Struktur
der verwendeten Aktivkohle so verändert, dass eine extrem große Oberfläche mit einer
großen Anzahl von Mikro- und Submikroporen (d < 1 nm) vorhanden ist. Bei dieser Porengröße
diffundieren die Sauerstoffmoleküle der Luft wesentlich schneller in die Poren hinein,
als die Stickstoffmoleküle, so dass sich die Luft in der Umgebung der Aktivkohle mit
Stickstoff anreichert.
[0020] Erfindungsgemäß wird die üblicherweise in die Umgebungsluft abgeblasene Abluft des
Stickstoffgenerators, die im wesentlichen aus mit Sauerstoff angereicherter Luft bestehen,
verwendet, um mit dieser Abluft die Sauerstoffkonzentration im Schutzraum einzustellen.
[0021] Die mit der erfindungsgemäßen Lösung erzielbaren Vorteile liegen auf der Hand. Demnach
kann bei der Inertisierungsvorrichtung gemäß der Erfindung beispielsweise das Anheben
eines im Schutzraum eingestellten Voll- oder Grundinertisierungsniveaus auf ein Begehbarkeitsniveau
innerhalb kürzester Zeit umgesetzt werden. Da ferner das Anheben des im Schutzraum
eingestellten Voll- oder Grundinertisierungsniveaus auf das Begehbarkeitsniveau durch
das Einbringen der mit Sauerstoff angereicherten Luft erfolgt, ist es gleichzeitig
möglich, durch Einleitung einer relativ geringen Gasmenge den Sauerstoffgehalt im
Schutzraum anzuheben. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Luftwechselrate
im Schutzraum auf einem niedrigen Wert gehalten werden soll. Wenn nämlich nicht die
mit Sauerstoff angereicherte Luft, sondern beispielsweise "normale" Umgebungsluft,
d.h. Luft mit einem Sauerstoffgehalt von 21 Vol.-%, zur Anhebung des Sauerstoffgehaltes
im Schutzraum verwendet wird, ist im Vergleich zu der mit Sauerstoff angereicherten
Luft eine deutlich höhere Gasmenge erforderlich.
[0022] Insbesondere ist bei der vorliegenden Erfindung vorzugsweise ferner vorgesehen, dass
das zweite Zufuhrrohrsystem in dem ersten Zufuhrrohrsystem mündet und somit über das
erste Zufuhrrohrsystem mit dem Schutzraum verbindbar ist, so dass dieses erste Zufuhrrohrsystem
einzig und allein verwendet wird, um ein bestimmtes Inertisierungsniveau im Schutzraum
einzustellen bzw. zu halten.
[0023] Um bei der Inertisierungsvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung das vorgegebene
Dauerinertisierungsniveau im Schutzraum möglichst schnell einstellen und genau halten
zu können, ist bevorzugt vorgesehen, dass die Inertisierungsvorrichtung ferner ein
dem zweiten Zufuhrrohrsystem zugeordnetes und über die Steuereinheit ansteuerbares
Absperrventil zum Unterbrechen der mittels des zweiten Zufuhrrohrsystems zwischen
dem zweiten Ausgang des Stickstoffgenerators und dem Schutzraum herstellbaren Verbindung
aufweist. Als ansteuerbares Absperrventil kommt beispielsweise ein entsprechendes
ansteuerbares Regelventil oder dergleichen in Frage.
[0024] Bei einer bevorzugten Weiterentwicklung der Inertisierungsvorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung weist die Inertisierungsanlage ferner einen Druckspeicherbehälter zum Speichern
der von dem Stickstoffgenerator bereitgestellten und mit Sauerstoff angereicherten
Luft auf, wobei die Steuereinheit ausgelegt ist, einen diesem so genannten "Sauerstoff-Druckspeicherbehälter"
zugeordneten und mit dem zweiten Zufuhrrohrsystem verbundenen ansteuerbaren Druckminderer
derart anzusteuern, um ein bestimmtes Inertisierungsniveau im Schutzraum einzustellen
bzw. zu halten.
[0025] In einer bevorzugten Realisierung der zuletzt genannten Ausführungsform der Inertisierungsvorrichtung
ist ferner eine druckabhängige Ventileinrichtung vorgesehen, die in einem ersten vorgebbaren
Druckbereich geöffnet ist und eine Befüllung des Sauerstoff-Druckspeicherbehälters
mit der von dem Stickstoffgenerator bereitgestellten und mit Sauerstoff angereicherten
Luft erlaubt.
[0026] Nachfolgend werden bevorzugte Weiterentwicklungen angegeben, die bei den zuvor genannten
Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Inertisierungsvorrichtung anwendbar sind.
[0027] So wäre es beispielsweise denkbar, dass die Inertisierungsvorrichtung ferner zumindest
ein dem ersten Zufuhrrohrsystem zugeordnetes und über die Steuereinheit ansteuerbares
Absperrventil zum Unterbrechen der mittels des ersten Zufuhrrohrsystems zwischen dem
ersten Ausgang des Stickstoffgenerators und dem Schutzraum herstellbaren Verbindung
aufweist. Mit diesem dem ersten Zuführrohrsystem zugeordneten ansteuerbaren Absperrventil
kann somit die Stickstoffzufuhr geregelt werden. Dies ist insbesondere im Hinblick
auf das Halten eines vorgebbaren Inertisierungsniveaus im Schutzraum von Vorteil,
da in diesem Fall die Menge des dem Schutzraum zuzuführenden Inertgases und/oder die
Sauerstoffkonzentration des Inertgases in erster Linie nur von der Luftwechselrate
des Schutzraumes abhängt und je nach Auslegung des Schutzraumes einen entsprechend
geringen Wert annehmen kann.
[0028] In einer, wenn auch teilweise aus dem Stand der Technik bekannten vorteilhaften Weiterentwicklung
der erfindungsgemäßen Inertisierungsvorrichtung ist ferner zumindest eine Sauerstoff-Erfassungseinrichtung
zum Erfassen des Sauerstoffanteiles in der Raumluft des Schutzraumes vorgesehen, wobei
die Steuereinheit ausgelegt ist, die Menge des dem Schutzraum zuzuführenden Inertgases
und/oder die Sauerstoffkonzentration des Inertgases in Abhängigkeit von dem in der
Raumluft des Schutzraumes gemessenen Sauerstoffanteil einzustellen, um somit grundsätzlich
nur die tatsächlich zum Einstellen bzw. Halten eines bestimmten Inertisierungsniveaus
im Schutzraum erforderliche Inertgasmenge dem Schutzraum zuzuführen. Insbesondere
wird mit dem Vorsehen einer derartigen Sauerstoff-Erfassungseinrichtung erreicht,
dass die in dem Schutzraum einzustellenden Inertisierungsniveaus möglichst genau durch
Zufuhr einer geeigneten Inertgasmenge und/oder einer geeigneten Frischluft- bzw. Sauerstoffmenge
eingestellt und gehalten werden können. Denkbar hierbei wäre es, dass die Sauerstofferfassungseinrichtung
kontinuierlich oder zu vorgebbaren Zeitpunkten ein entsprechendes Signal an die entsprechende
Steuereinheit abgibt, infolgedessen die Inertgasanlage entsprechend angesteuert wird,
um dem Schutzraum stets die zur Aufrechterhaltung des im Schutzraum eingestellten
Inertisierungsniveaus notwendige Menge an Inertgas zuzuführen.
[0029] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass der Fachmann erkennt, dass unter dem
hierin verwendeten Begriff "Halten des Sauerstoffgehalts auf einem bestimmten Inertisierungsniveau"
das Halten des Sauerstoffgehaltes auf dem Inertisierungsniveau mit einem gewissen
Regelbereich zu verstehen ist, wobei der Regelbereich vorzugsweise in Abhängigkeit
von der Art des Schutzraumes (beispielsweise in Abhängigkeit von einer für den Schutzraum
geltenden Luftwechselrate oder in Abhängigkeit von den in dem Schutzraum gelagerten
Materialien) und/oder in Abhängigkeit von dem Typ der zum Einsatz kommenden Inertisierungsanlage
gewählt sein kann. In typischer Weise liegt ein derartiger Regelbereich bei ± 0,2
Vol.-%. Selbstverständlich sind aber auch andere Regelbereichsgrößen denkbar.
[0030] Zusätzlich zu der oben genannten kontinuierlichen bzw. regelmäßigen Messung des Sauerstoffgehaltes
kann allerdings auch das Halten des Sauerstoffgehaltes auf dem vorgebbaren bestimmten
Inertisierungsniveau in Abhängigkeit einer zuvor durchgeführten Berechnung erfolgen,
wobei in dieser Berechnung bestimmte Auslegungsparameter des Schutzraumes einfliesen
sollten, wie beispielsweise die für den Schutzraum geltende Luftwechselrate, insbesondere
der n50-Wert des Schutzraumes, und/oder die Druckdifferenz zwischen dem Schutzraum
und der Umgebung.
[0031] Als Sauerstoff-Erfassungseinrichtung bietet sich hier insbesondere eine aspirativ
arbeitende Einrichtung an. Bei einer derartigen Einrichtung werden der Raumluft in
dem zu überwachenden Schutzraum ständig repräsentative Luftproben entnommen und einem
Sauerstoffdetektor zugeführt, der ein entsprechendes Detektionssignal an die entsprechende
Steuereinheit abgibt.
[0032] Grundsätzlich ist denkbar, als Inertgasanlage einen Umgebungsluft-Kompressor und
einen hiermit verbundenen Inertgasgenerator vorzusehen, wobei die Steuereinheit ausgelegt
ist, beispielsweise die Luftfördererrate des Umgebungsluft-Kompressors derart zu steuern,
dass die von der Inertgasanlage bereitgestellte Menge des dem Schutzraum zuzuführenden
Inertgases und/oder die Sauerstoffkonzentration in dem Inertgas auf den zum Einstellen
und/oder Halten des ersten vorgebbaren Inertisierungsniveaus geeigneten Wert gesetzt
werden. Diese im Hinblick auf die Inertgasanlage bevorzugte Lösung zeichnet sich insbesondere
dadurch aus, dass die Inertgasanlage das Inertgas vor Ort erzeugen kann, wodurch die
Notwendigkeit entfällt, beispielsweise eine Druckflaschenbatterie vorzusehen, in welcher
das Inertgas in einer komprimierten Form gelagert wird.
[0033] Zusätzlich hierzu ist es selbstverständlich auch denkbar, dass die Inertgasanlage
ferner einen Inertgas-Druckspeicherbehälter aufweist, wobei die Steuereinheit dahingehend
ausgelegt sein sollte, einen den Inertgas-Druckspeicherbehälter zugeordneten und mit
dem ersten Zufuhrrohrsystem verbundenen, ansteuerbaren Druckminderer derart anzusteuern,
um die von der Inertgasanlage bereitgestellte Menge des dem Schutzraum zuzuführenden
Inertgases und/oder die Sauerstoffkonzentration in dem Inertgas auf den zum Einstellen
und/oder Halten des vorgebbaren Inertisierungsniveaus geeigneten Wert zu setzen. Der
Inertgas-Druckspeicherbehälter kann dabei in Kombination mit dem zuvor genannten Umgebungsluft-Kompressor
und /oder Inertgasgenerator oder aber auch alleine vorgesehen sein.
[0034] Bei einer bevorzugten Weiterentwicklung der zuletzt genannten Ausführungsform, bei
welcher die Inertgasanlage einen so genannten "Inertgas-Druckspeicherbehälter" aufweist,
ist vorgesehen, dass die Inertisierungsvorrichtung ferner eine druckabhängige Ventileinrichtung
aufweist, die in einem ersten vorgebbaren Druckbereich, beispielsweise zwischen 1
bis 4 bar, geöffnet ist und eine Befüllung des Inertgas-Druckspeicherbehälters mit
der Inertgasanlage erlaubt.
[0035] Wie bereits angedeutet, ist die erfindungsgemäße Lösung nicht nur auf das Einstellen
bzw. Halten des Begehbarkeitsniveaus im Schutzraum beschränkt. Vielmehr ist die beanspruchte
Inertisierungsvorrichtung so ausgelegt, dass das vorgebbare Inertisierungsniveau ein
Vollinertisierungsniveau, ein Grundinertisierungsniveau oder ein Begehbarkeitsniveau
sein kann.
[0036] Schließlich ist in einer bevorzugten Realisierung der erfindungsgemäßen Inertisierungsvorrichtung
noch vorgesehen, dass die Inertgasanlage ferner ein vorzugsweise mit der Steuereinheit
über ein Absperrventil durchschaltbares Bypass-Rohrsystem aufweist, welches einerseits
mit einer Druckluftquelle und andererseits mit dem ersten Zufuhrrohrsystem verbunden
ist, um bei Bedarf die von der Druckluftquelle bereitgestellte Druckluft dem Schutzraum
als Frischluft zuzuleiten, und um somit die Sauerstoffkonzentration in dem Schutzraum
auf einem Niveau einzustellen, welches dem im Schutzraum einzustellenden und/oder
zu haltenden bestimmten Inertisierungsniveau entspricht. Bei dieser Weiterbildung
kann also zusätzlich zu der von dem Stickstoffgenerator erzeugten mit Sauerstoff angereicherten
Luft auch die von der Druckluftquelle bereitgestellte Druckluft zur Anhebung des Sauerstoffgehalts
in dem Schutzraum verwendet werden.
[0037] Die mit dieser Weiterbildung erzielbaren Vorteile liegen auf der Hand: Demnach kann
die dem Schutzraum zugeführte Inertgasmenge und die Sauerstoffkonzentration in dem
Inertgas bereits in dem Inertgasanlagensystem auf den zum Einstellen bzw. Halten des
vorgebbaren Inertisierungsniveaus in dem Schutzraum notwendigen Wert geregelt werden,
wobei das Inertgasanlagensystem aus der ansteuerbaren Inertgasanlage, dem mit der
Steuereinheit über ein Absperrventil durchschaltbaren Bypass-Rohrsystem, welches einerseits
mit einer Druckluftquelle und andererseits mit dem ersten Zufuhrrohrsystem verbunden
ist, und dem Zufuhrrohrsystem besteht. Demnach kommt bei dieser Weiterbildung der
Inertgasanlage die Funktion des Bereitstellens von sowohl (im Idealfall reinem) Inertgas
als auch von Frischluft zu, so dass das Zufuhrrohrsystem, welches die Inertgasanlage
mit dem Schutzraum verbindet, für die Zufuhr von reinem Inertgas, reiner Frischluft
oder einem Gemisch hiervon verwendet wird.
[0038] Hierbei sei darauf hingewiesen, dass unter dem Begriff "Druckluft" komprimierte Luft
im weitesten Sinne zu verstehen ist. Insbesondere soll unter dem Begriff "Druckluft"
aber auch komprimierte und mit Sauerstoff angereicherte Luft zu verstehen sein. Die
Druckluft kann entweder in entsprechenden Druckbehältern gelagert sein oder vor Ort
mit geeigneten Kompressoranlagen erzeugt werden. Hierbei sei ergänzend darauf hingewiesen,
dass unter dem Begriff "Druckluft" auch beispielsweise Frischluft zu verstehen ist,
mit Hilfe eines geeigneten Gebläses in das Bypass-Rohrsystem eingebracht wird. Da
die mit einem Gebläse in das Bypass-Rohrsystem eingebrachte Luft ebenfalls im Vergleich
zur normalen Umgebungsluft einen höheren Druck aufweist, liegt somit komprimierte
Luft bzw. Druckluft vor.
[0039] Im einzelnen kann mit der zuletzt genannten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lösung
die Menge des von der Inertgasanlage bereitgestellten und dem Schutzraum zuzuführenden
Inertgases und/oder die Sauerstoffkonzentration in dem Inertgas einerseits durch eine
entsprechende Ansteuerung der Inertgasanlage, mit welcher die absolute Menge des pro
Zeiteinheit bereitgestellten Inertgases geregelt wird, und andererseits durch eine
entsprechende Ansteuerung des dem Bypass-Rohrsystem zugeordneten Absperrventils geregelt
werden, wodurch die absolute, dem Schutzraum pro Zeiteinheit zugeführte Frischluftmenge
eingestellt wird.
[0040] In einer bevorzugten Realisierung der zuletzt genannten Weiterbildung ist vorgesehen,
dass die Druckluftquelle einen Druckspeicherbehälter zum Speichern von Sauerstoff,
mit Sauerstoff angereicherter Luft oder Druckluft aufweist, wobei die Steuereinheit
ausgelegt ist, einen dem Druckspeicherbehälter zugeordneten und mit dem ersten Zufuhrrohrsystem
verbundenen ansteuerbaren Druckminderer derart anzusteuern, um im Schutzraum ein bestimmtes
Inertisierungsniveau einzustellen bzw. zu halten. Dabei sei darauf hingewiesen, dass
bei dieser bevorzugten Realisierung der Druckspeicherbehälter entweder als Druckluftquelle
selber oder als separate Einheit zusätzlich zur Druckluftquelle in der Inertisierungsvorrichtung
vorgesehen sein kann. Der Druckspeicherbehälter steht dabei in vorteilhafter Weise
in Fluidkommunikation mit dem über das Absperrventil durchschaltbaren Bypass-Rohrsystem.
[0041] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Inertisierungsvorrichtung
anhand der Zeichnungen näher beschrieben.
[0042] Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Ansicht einer ersten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Inertisierungsvorrichtung;
- Fig. 2:
- eine schematische Ansicht einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Inertisierungsvorrichtung; und
- Fig. 3:
- eine schematische Ansicht einer dritten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Inertisierungsvorrichtung.
[0043] In Fig. 1 ist schematisch eine erste bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Inertisierungsvorrichtung 1 zum Einstellen und Halten vorgebbarer Inertisierungsniveaus
in einem zu überwachenden Schutzraum 2 gezeigt. Im wesentlichen besteht die Inertisierungsvorrichtung
1 aus einer Inertgasanlage, welche in der dargestellten Ausführungsform einen Umgebungsluft-Kompressor
10 und einen hiermit verbundenen Inertgas- bzw. Stickstoffgenerator 11 aufweist. Des
weiteren ist eine Steuereinheit 12 vorgesehen, die ausgelegt ist, über entsprechende
Steuersignale den Umgebungsluft-Kompressors 10 und/oder den Stickstoffgenerator 11
ein-/auszuschalten. Auf diese Weise kann mittels der Steuereinheit 12 im Schutzraum
2 ein vorgegebenes Inertisierungsniveau eingestellt und gehalten werden.
[0044] Das von der Inertgasanlage 10, 11 erzeugte Inertgas wird über ein Zufuhrrohrsystem
20 ("erstes Zufuhrrohrsystem") dem zu überwachenden Schutzraum 2 zugeführt; selbstverständlich
können aber auch mehrere Schutzräume mit dem Zufuhrrohrsystem 20 verbunden sein. Im
einzelnen erfolgt die Zufuhr des mit der Inertgasanlage 10, 11 bereitgestellten Inertgases
über entsprechende Auslassdüsen 51, die an geeigneter Stelle im Schutzraum 2 angeordnet
sind.
[0045] Bei der in Fig. 1 dargestellten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Lösung wird das Inertgas, in vorteilhafter Weise Stickstoff, vor Ort aus der Umgebungsluft
gewonnen. Der Inertgasgenerator bzw. Stickstoffgenerator 11 funktioniert beispielsweise
nach der aus dem Stand der Technik bekannten Membran- oder PSA-Technik, um mit Stickstoff
angereicherte Luft mit beispielsweise 90 Vol.-% bis 95 Vol.-% Stickstoffanteil zu
erzeugen. Diese mit Stickstoff angereicherte Luft dient bei der in Fig. 1 dargestellten
bevorzugten Ausführungsform als Inertgas, welches dem Schutzraum 2 über das Zufuhrrohrsystem
20 zugeführt wird.
[0046] Im einzelnen ist vorgesehen, dass der Stickstoffgenerator 11 ein (nicht explizit
dargestelltes) Luftseparationssystem aufweist, um Sauerstoff aus der mit der Druckluftquelle
10 zugeführten Druckluft abzuscheiden und mit Stickstoff angereicherte Luft an einem
ersten Ausgang 11a des Stickstoffgenerators 11 bereitzustellen. Im einzelnen ist vorgesehen,
dass die vom Stickstoffgenerator 11 bereitgestellte und mit Stickstoff angereicherte
Luft über den ersten Ausgang 11a des Stickstoffgenerators 11 als Inertgas dem ersten
Zufuhrrohrsystem 20 zuführbar ist.
[0047] Die Inertisierungsvorrichtung 11 weist ferner ein mit der Inertgasanlage 10, 11 verbundenes
zweites Zufuhrrohrsystem 30 auf, welches mit dem Schutzraum 2 über ein mit der Steuereinheit
12 ansteuerbares Absperrventil 31 verbindbar ist, wobei der vom Stickstoffgenerator
11 aus der Druckluft abgeschiedene Sauerstoff als mit Sauerstoff angereicherte Luft
über einen zweiten Ausgang 11b des Stickstoffgenerators 11 dem zweiten Zufuhrrohrsystem
30 zuführbar ist. Das zweite Zufuhrrohrsystem 30 mündet dabei in dem ersten Zufuhrrohrsystem
20 und ist demnach mit dem Schutzraum 2 über das erste Zufuhrrohrsystem 20 verbindbar.
Durch eine geeignete Ansteuerung der Inertgasanlage 10, 11, des dem ersten Zufuhrrohrsystem
20 zugeordneten Absperrventil 21 und/oder des dem zweiten Zufuhrrohrsystem 30 zugeordneten
Absperrventil 31 ist es somit möglich, im Schutzraum 2 ein bestimmtes Inertisierungsniveau
schnell einzustellen und genau zu halten.
[0048] Im einzelnen ist vorgesehen, dass die Steuereinheit 12 abhängig von einem beispielsweise
von dem Benutzer in die Steuereinheit 12 eingegebenen Inertisierungssignal die Inertgasanlage
10, 11 so ansteuert, dass das vorgegebene Inertisierungsniveau in dem Schutzraum 2
eingestellt und gehalten wird. Die Auswahl der gewünschten Inertisierungsniveaus an
der Steuereinheit 12 kann beispielsweise mit einem Schlüsselschalter oder passwortgeschützt
an einem (nicht explizit dargestellten) Bedienteil erfolgen. Selbstverständlich ist
hier aber auch denkbar, dass die Auswahl des Inertisierungsniveaus gemäß einem vorgegebenen
Ereignisablauf erfolgt.
[0049] Wenn an der Steuereinheit 12 beispielsweise das Grundinertisierungsniveau ausgewählt
ist, welches vorab insbesondere unter Berücksichtigung der charakteristischen Werte
des Schutzraumes 2 festgelegt wurde, und wenn bei der Auswahl des Grundinertisierungsniveaus
im Schutzraum 2 noch kein Inertisierungsniveau eingestellt wurde, d.h. wenn in dem
Schutzraum eine Gasatmosphäre vorliegt, die im wesentlichen identisch mit der chemischen
Zusammensetzung der Umgebungsluft ist, wird ein dem Zufuhrrohrsystem 20 zugeordnetes
Absperrventil 21 mit der Steuereinheit 12 auf direkte Weiterleitung des von der Inertgasanlage
10, 11 bereitgestellten Inertgases in den Schutzraum 2 geschaltet. Gleichzeitig wird
mit Hilfe einer Sauerstoff-Erfassungseinrichtung 50 vorzugsweise kontinuierlich der
Sauerstoffgehalt im Schutzraum 2 gemessen. Wie dargestellt, steht die Sauerstoff-Erfassungseinrichtung
50 mit der Steuereinheit 12 in Verbindung, so dass die Steuereinheit 12 grundsätzlich
Kenntnis von dem im Schutzraum 2 eingestellten Sauerstoffgehalt hat.
[0050] Wenn durch Messung des Sauerstoffgehaltes im Schutzraum 2 festgestellt wird, dass
im Schutzraum 2 das Grundinertisierungsniveau erreicht wurde, gibt die Steuereinheit
12 ein entsprechendes Signal an die Inertgasanlage 10, 11 und/oder an das Absperrventil
21 ab, um die weitere Zufuhr von Inertgas abzuschalten. Im Laufe der Zeit entweicht
Inertgas durch gewisse Leckagen, so dass die Sauerstoffkonzentration in der Raumluftatmosphäre
ansteigt. Wenn sich das Inertisierungsniveau um mehr als einen vorgegebenen Betrag
vom Sollwert entfernt hat, gibt die Steuereinheit 12 ein entsprechendes Signal an
die Inertgasanlage 10, 11 und/oder an das Absperrventil 21 ab, um die Zufuhr von Inertgas
wieder einzuschalten.
[0051] Fig. 2 zeigt eine schematische Ansicht einer zweiten bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Inertisierungsvorrichtung 1. Das in Fig. 2 gezeigte System unterscheidet
sich von der Ausführungsform gemäß Fig. 1 dadurch, dass zusätzlich ein Druckspeicherbehälter
32 zum Speichern der von dem Stickstoffgenerator 11 bereitgestellten und mit Sauerstoff
angereicherten Luft vorgesehen ist, wobei die Steuereinheit 12 ausgelegt ist, einen
dem Sauerstoff-Druckspeicherbehälter 32 zugeordneten und mit dem zweiten Zufuhrrohrsystem
30 verbundenen ansteuerbaren Druckminderer 33 derart anzusteuern, um die von der Inertgasanlage
10, 11 bereitgestellte Menge des dem Schutzraum 2 zuzuführenden Inertgases und/oder
die Sauerstoffkonzentration in dem Inertgas auf den zum Einstellen und/oder Halten
des bestimmten Inertisierungsniveaus geeigneten Wert zu setzen.
[0052] Des weiteren ist eine druckabhängige Ventileinrichtung 34 vorgesehen, die in einem
ersten vorgebbaren Druckbereich geöffnet ist und eine Befüllung des Sauerstoff-Druckspeicherbehälters
32 mit der von dem Stickstoffgenerator 11 bereitgestellten und mit Sauerstoff angereicherten
Luft erlaubt.
[0053] Ferner weist die Inertisierungsvorrichtung 1 gemäß Fig. 2 einen Druckspeicherbehälter
22 auf, der dazu dient, bei Bedarf die von dem Stickstoffgenerator 11 bereitgestellte
und mit Stickstoff angereicherte Luft zu speichern. Dabei ist die Steuereinheit 12
ausgelegt, ein dem Druckspeicherbehälter 22 zugeordnetes und mit dem ersten Zufuhrrohrsystem
20 über das ansteuerbare Drei-Wegeventil 21 verbundenes Ventilsystem 23, 24 entsprechend
anzusteuern, um bei Bedarf den Druckspeicherbehälter 22 mit dem ersten Zufuhrrohrsystem
20 zu verbinden, so dass die in dem Druckspeicherbehälter 22 bereitgestellte und mit
Stickstoff angereicherte Luft dem Schutzraum 2 zugeführt werden kann. Wenn die in
dem Druckspeicherbehälter 22 bereitgestellte und mit Stickstoff angereicherte Luft
dem Schutzraum 2 zugeführt wird, ist es möglich, den Stickstoffgenerator 11 zumindest
zwischenzeitlich abzuschalten oder zu drosseln, was die Betriebskosten der Anlage
senkt. Vorzugsweise sollten dabei die Steuerung 12 und das Ventilsystem 23, 24 so
ausgeführt sein, dass von dem Druckspeicherbehälter 22 eine hinreichende Menge mit
Stickstoff angereicherte Luft dem Schutzraum zugeführt werden kann, um in dem Schutzraum
2 das bestimmte Inertisierungsniveaus zu halten oder einzustellen.
[0054] Das dem Druckspeicherbehälter 22 zugeordnete Ventilsystem 23, 24 umfasst eine druckabhängige
Ventileinrichtung 24, die in einem ersten vorgebbaren Druckbereich geöffnet ist und
eine Befüllung des Druckspeicherbehälters 22 mit der vom Stickstoffgenerator 11 bereitgestellten
und mit Stickstoff angereicherten Luft erlaubt. Ferner weist das Ventilsystem ein
von der Steuerung entsprechend ansteuerbares Drei-Wegeventil 24 auf. Dieses Drei-Wegeventil
24 gestatten es zusammen mit dem Drei-Wegeventil 21, dass ein mit der Außenatmosphäre
verbundenes Auslassrohrsystem, der Druckspeicherbehälter 22 und das erste Zufuhrrohrsystem
20 bei Bedarf miteinander verbunden werden können
[0055] Fig. 3 zeigt eine schematische Ansicht einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Inertisierungsvorrichtung 1. Bei dieser Ausführungsform ist einerseits ein Bypass-Rohrsystem
40 und andererseits ein zweites Zufuhrrohrsystem 30 zwischen dem zweiten Ausgang 11b
des Stickstoffgenerators 11 und dem ersten Zufuhrrohrsystem 20 vorgesehen. Das Bypass-Rohrsystem
40 verbindet den Ausgang der Druckluftquelle 10 mit dem Zufuhrrohrsystem 20. Über
dieses Bypass-Rohrsystem 40 kann bei Bedarf dem Zufuhrrohrsystem 20 und somit dem
Schutzraum 2 direkt die von der Druckluftquelle 10 bereitgestellte Druckluft als Frischluft
zugeleitet werden. Eine direkte Frischluftzuleitung in dem Schutzraum 2 kann erforderlich
sein, wenn das im Schutzraum 2 eingestellte Inertisierungsniveau einer Sauerstoffkonzentration
entspricht, die niedriger als die Sauerstoffkonzentration eines im Schutzraum 2 einzustellenden
Inertisierungsniveaus ist. Dies wäre beispielsweise dann der Fall, wenn beim Einstellen
des Grundinertisierungsniveaus im Schutzraum 2 versehentlich oder aus anderen Gründen
zuviel Inertgas eingeleitet wurde. Andererseits ist eine Frischluftzufuhr auch dann
von Nöten, wenn möglichst rasch im Schutzraum 2 eine bereits dort eingestellte Dauerinertisierung
zumindest teilweise wieder aufgehoben werden muss, wie es beispielsweise im Falle
der Begehung des Schutzraumes 2 erforderlich ist.
[0056] Allgemein ausgedrückt kann mit der Inertgasanlage gemäß dieser in Fig. 3 dargestellten
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Inertisierungsvorrichtung 1 die zum Einstellen
und/oder Halten eines bestimmten Inertisierungsniveaus notwendige Menge des dem Schutzraum
zuzuführenden Inertgases und/oder die Sauerstoffkonzentration in dem Inertgas bereitgestellt
werden, wobei dem Schutzraum 2 über ein und das selbe Zufuhrrohrsystem 20 dieses von
der Inertgasanlage bereitgestellte Inertgas zugeführt wird.
[0057] Selbstverständlich ist aber auch denkbar, in dem System gemäß Fig. 3 des weiteren
einen Druckspeicherbehälter für die mit Sauerstoff angereicherte Luft und/oder einen
Druckspeicherbehälter für die mit Stickstoff angereicherte Luft vorzusehen, wie es
in den Ausführungsformen gemäß Fig. 2 der Fall ist.
[0058] Hinsichtlich der Ansteuerung des Stickstoffgenerators 11 über die Steuereinheit 12
sei abschließend angemerkt, dass der Stickstoffgenerator 11 beispielsweise eine Kaskade
von Einzelmembraneinheiten aufweisen kann, wobei über die Steuereinheit 12 die Anzahl
der Einzelmembraneinheiten auswählbar ist, welche zum Abscheiden von Sauerstoff aus
der mit der Druckluftquelle 10 zugeführten Druckluft und zum Bereitstellen der mit
Stickstoff angereicherten Luft an dem ersten Ausgang 11a des Stickstoffgenerators
11 verwendet werden, wobei der Grad der Stickstoffanreicherung in der vom Stickstoffgenerator
11 bereitgestellten und mit Stickstoff angereicherten Luft in Abhängigkeit von der
über die Steuereinheit 12 ausgewählten Anzahl der Einzelmembraneinheiten gesteuert
werden kann.
[0059] Es sei darauf hingewiesen, dass die Ausführung der Erfindung nicht auf die in den
Figuren 1 bis 3 beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt ist, sondern auch in
einer Vielzahl von Varianten möglich ist.
Bezugszeichenliste
[0060]
- 1
- Inertisierungsvorrichtung
- 2
- Schutzraum
- 10
- Druckluftquelle; Umgebungsluft-Kompressor
- 11
- Inertgasgenerator
- 11a
- erster Ausgang des Stickstoffgenerators zur Abgabe von mit Stickstoff angereicherter
Luft
- 11b
- zweiter Ausgang des Stickstoffgenerators zur Abgabe von mit Sauerstoff angereicherter
Luft
- 12
- Steuereinheit
- 20
- erstes Zufuhrrohrsystem
- 21
- ansteuerbares Absperrventil
- 22
- Inertgas-Druckspeicherbehälter
- 23
- druckabhängige Ventileinrichtung
- 24
- ansteuerbares Drei-Wegeventil
- 30
- zweites Zufuhrrohrsystem
- 31
- ansteuerbares Absperrventil
- 32
- Sauerstoff-Druckspeicherbehälter
- 33
- Druckminderer
- 34
- druckabhängige Ventileinrichtung
- 40
- Bypass-Rohrsystem
- 41
- ansteuerbares Absperrventil
- 50
- Sauerstoff-Erfassungseinrichtung
- 51
- Ausblasdüsen
1. Inertisierungsvorrichtung (1) zum Einstellen und Halten vorgebbarer Inertisierungsniveaus
in einem zu überwachenden Schutzraum (2), mit:
- einer ansteuerbaren Inertgasanlage (10, 11) zum Bereitstellen von Inertgas;
- einem mit der Inertgasanlage (10, 11) verbundenen ersten Zufuhrrohrsystem (20),
welches mit dem Schutzraum (2) verbindbar ist, um das von der Inertgasanlage (10,
11) bereitgestellte Inertgas dem Schutzraum (2) zuzuführen; und
- einer Steuereinheit (12), welche ausgelegt ist, die Inertgasanlage (10, 11) derart
anzusteuern, dass ein bestimmtes vorgebbares Inertisierungsniveau in dem Schutzraum
(2) eingestellt und dort gehalten wird,
wobei die Inertgasanlage (10, 11) einen mit einer Druckluftquelle (10) verbundenen
Stickstoffgenerator (11) aufweist, um Sauerstoff aus der mit der Druckluftquelle (10)
zugeführten Druckluft abzuscheiden und mit Stickstoff angereicherte Luft an einem
ersten Ausgang (11a) des Stickstoffgenerators (11) bereitzustellen, und wobei die
vom Stickstoffgenerator (11) bereitgestellte mit Stickstoff angereicherte Luft über
den ersten Ausgang (11a) des Stickstoffgenerators (11) als Inertgas dem ersten Zufuhrrohrsystem
(20) zuführbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Inertisierungsvorrichtung (1) ferner ein mit der Inertgasanlage (10, 11) verbundenes
zweites Zufuhrrohrsystem (30) aufweist, welches mit dem Schutzraum (2) verbindbar
ist, wobei der vom Stickstoffgenerator (11) aus der Druckluft abgeschiedene Sauerstoff
als mit Sauerstoff angereicherte Luft über einen zweiten Ausgang (11b) des Stickstoffgenerators
(11) dem zweiten Zufuhrrohrsystem (30) zuführbar ist, um somit im Schutzraum (2) ein
bestimmtes Inertisierungsniveau einzustellen und/oder zu halten.
2. Inertisierungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1, wobei
das zweite Zufuhrrohrsystem (30) in dem ersten Zufuhrrohrsystem (20) mündet und somit
über das erste Zufuhrrohrsystem (20) mit dem Schutzraum (2) verbindbar ist.
3. Inertisierungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, welche ferner ein dem zweiten
Zufuhrrohrsystem (30) zugeordnetes und über die Steuereinheit (12) ansteuerbares Absperrventil
(31) zum Unterbrechen der mittels des zweiten Zufuhrrohrsystems (30) zwischen dem
zweiten Ausgang (11b) des Stickstoffgenerators (11) und dem Schutzraum (2) herstellbaren
Verbindung aufweist.
4. Inertisierungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei
die Inertgasanlage (10, 11) ferner einen Druckspeicherbehälter (32) zum Speichern
der von dem Stickstoffgenerator (11) bereitgestellten mit Sauerstoff angereicherten
Luft aufweist, wobei die Steuereinheit (12) ausgelegt ist, einen dem Sauerstoff-Druckspeicherbehälter
(32) zugeordneten und mit dem zweiten Zufuhrrohrsystem (30) verbundenen ansteuerbaren
Druckminderer (33) derart anzusteuern, um die Menge des von der Inertgasanlage (10,
11) bereitgestellten und dem Schutzraum (2) zuzuführenden Inertgases und/oder die
Sauerstoffkonzentration in dem Inertgas auf die zum Einstellen und/oder Halten des
bestimmten Inertisierungsniveaus geeigneten Werte zu setzen.
5. Inertisierungsvorrichtung (1) nach Anspruch 4, welche ferner eine druckabhängige Ventileinrichtung
(34) aufweist, die in einem ersten vorgebbaren Druckbereich geöffnet ist und eine
Befüllung des Sauerstoff-Druckspeicherbehälters (32) mit der von dem Stickstoffgenerator
(11) bereitgestellten mit Sauerstoff angereicherten Luft erlaubt.
6. Inertisierungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, welche ferner
zumindest ein dem ersten Zufuhrrohrsystem (20) zugeordnetes und über die Steuereinheit
(12) ansteuerbares Absperrventil (21) zum Unterbrechen der mittels des ersten Zufuhrrohrsystems
(20) zwischen dem ersten Ausgang (11a) des Stickstoffgenerators (11) und dem Schutzraum
(2) herstellbaren Verbindung aufweist.
7. Inertisierungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, welche ferner
zumindest eine Sauerstoff-Erfassungseinrichtung (50) zum Erfassen des Sauerstoffanteils
in der Raumluft des Schutzraumes (2) aufweist, wobei die Steuereinheit (12) ausgelegt
ist, die Menge des von der Inertgasanlage (10, 11) bereitgestellten und dem Schutzraum
(2) zuzuführenden Inertgases und/oder die Sauerstoffkonzentration in dem Inertgas
in Abhängigkeit von dem in der Raumluft des Schutzraumes (2) gemessenen Sauerstoffanteil
einzustellen.
8. Inertisierungsvorrichtung (1) nach Anspruch 7, wobei die Sauerstoff-Erfassungseinrichtung
(50) eine aspirative Sauerstoff-Erfassungseinrichtung ist.
9. Inertisierungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Inertgasanlage
(10, 11) ferner einen Druckspeicherbehälter (22) zum Speichern der vorzugsweise von
dem Stickstoffgenerator (11) bereitgestellten mit Stickstoff angereicherten Luft aufweist,
wobei die Steuereinheit (12) ausgelegt ist, einen dem Stickstoff-Druckspeicherbehälter
(22) zugeordneten und mit dem ersten Zufuhrrohrsystem (20) verbundenen ansteuerbaren
Druckminderer (23) derart anzusteuern, um die Menge des von der Inertgasanlage (10,
11) bereitgestellten und dem Schutzraum (2) zuzuführenden Inertgases und/oder die
Sauerstoffkonzentration in dem Inertgas auf den zum Einstellen und/oder Halten des
bestimmten Inertisierungsniveaus geeigneten Wert zu setzen.
10. Inertisierungsvorrichtung (1) nach Anspruch 9, welche ferner eine druckabhängige Ventileinrichtung
(24) aufweist, die in einem ersten vorgebbaren Druckbereich geöffnet ist und eine
Befüllung des Stickstoff-Druckspeicherbehälters (22) mit der vom Stickstoffgenerator
(11) bereitgestellten mit Stickstoff angereicherten Luft erlaubt.
11. Inertisierungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das vorgebbare
Inertisierungsniveau ein Vollinertisierungsniveau, ein Grundinertisierungsniveau oder
ein Begehbarkeitsniveau ist.
12. Inertisierungsvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Inertgasanlage
(10, 11) ferner ein vorzugsweise mit der Steuereinheit (12) über ein Absperrventil
(41) durchschaltbares Bypass-Rohrsystem (40) aufweist, welches einerseits mit einer
Druckluftquelle (10) und andererseits mit dem ersten Zufuhrrohrsystem (20) verbunden
ist, um bei Bedarf die von der Druckluftquelle (10) bereitgestellte Druckluft dem
Schutzraum (2) als Frischluft zuzuleiten, und um somit im Schutzraum (2) ein bestimmtes
Inertisierungsniveau einzustellen und/oder zu halten.
1. An inerting device (1) for setting and maintaining a predefinable inerting level in
a protected space (2) subject to monitoring, comprising:
- a controllable inert gas unit (10, 11) for the providing of inert gas;
- a first feed pipe system (20) connected to the inert gas unit (10, 11) which is
connectable to the protected space (2) in order to feed the inert gas provided by
the inert gas unit (10, 11) into said protected space (2); and
- a control unit (12) designed to control the inert gas unit (10, 11) such that a
specific predefinable inerting level is set and maintained in the protected space
(2),
wherein the inert gas unit (10, 11) comprises a nitrogen generator (11) connected
to a compressed air source (10) to separate oxygen from the compressed air supplied
by the compressed air source (10) and provide nitrogen-enriched air to a first outlet
(11a) of the nitrogen generator (11), and wherein the nitrogen-enriched air provided
by the nitrogen generator (11) can be fed as inert gas to the first feed pipe system
(20) via a first outlet (11a) of said nitrogen generator (11),
characterized in that
the inerting device (1) further comprises a second feed pipe system (30) connected
to the inert gas unit (10, 11) which can be connected to the protected space (2),
wherein the oxygen separated from the compressed air by the nitrogen generator (11)
can be fed as oxygen-enriched air to the second feed pipe system (30) via a second
outlet (11b) of the nitrogen generator (11) in order to set and/or maintain a defined
inerting level in the protected space (2).
2. The inerting device (1) according to claim 1, wherein
the second feed pipe system (30) opens into the first feed pipe system (20) and is
thus connectable to the protected space (2) by means of the first feed pipe system
(20).
3. The inerting device (1) according to claim 1 or 2, further comprising a cut-off valve
(31) disposed in the second feed pipe system (30) and controllable by the control
unit (12) to break the connection between the second outlet (11b) of the nitrogen
generator (11) and the protected space (2) establishable via the second feed pipe
system (30).
4. The inerting device (1) according to any one of claims 1 to 3, wherein
the inert gas unit (10, 11) further comprises a pressure storage tank (32) to store
the oxygen-enriched air provided by the nitrogen generator (11), wherein the control
unit (12) is designed to control a pressure reducer (33) disposed in the oxygen pressure
storage tank (32) connectable to the second feed pipe system (30) so as to set the
amount of inert gas supplied by the inert gas unit (10, 11) and to be fed to the protected
space (2) and/or the oxygen concentration within the inert gas to the applicable value
for setting and/or maintaining the defined inerting level.
5. The inerting device (1) according to claim 4, further comprising a pressure-controlled
valve mechanism (34) which is open in a first predefinable range of pressure and allows
the filling of the oxygen pressure storage tank (32) with the oxygen-enriched air
provided by the nitrogen generator (11).
6. The inerting device (1) according to any one of the preceding claims, further comprising
at least one cut-off valve (21) disposed in the first feed pipe system (20) and controllable
by the control unit (12) to break the connection between the first outlet (11a) of
the nitrogen generator (11) and the protected space (2) establishable via the first
feed pipe system (20).
7. The inerting device (1) according to any one of the preceding claims, further comprising
at least one oxygen detection mechanism (50) for detecting the oxygen content in the
ambient air within the protected space (2), wherein the control unit (12) is designed
to set the amount of inert gas supplied by the inert gas unit (10, 11) and to be fed
to the protected space (2) and/or the oxygen concentration within the inert gas as
a function of the oxygen content measured in the ambient air of the protected space
(2).
8. The inerting device (1) according to claim 7, wherein the oxygen detection mechanism
(50) is an aspirative oxygen detection mechanism.
9. The inerting device (1) according to any one of the preceding claims, wherein the
inert gas unit (10, 11) further comprises a pressure storage tank (22) to store the
nitrogen-enriched air preferably provided by the nitrogen generator (11), wherein
the control unit (12) is designed to control a controllable pressure reducer (23)
disposed in the nitrogen pressure storage tank (22) and connectable to the first feed
pipe system (20) so as to set the amount of inert gas supplied by the inert gas unit
(10, 11) and to be fed to the protected space (2) and/or the oxygen concentration
within the inert gas to the applicable value for setting and/or maintaining the defined
inerting level.
10. The inerting device (1) according to claim 9, further comprising a pressure-controlled
valve mechanism (24) which is open in a first predefinable range of pressure and allows
the filling of the nitrogen pressure storage tank (22) with the nitrogen-enriched
air provided by the nitrogen generator (11).
11. The inerting device (1) according to any one of the preceding claims, wherein the
predefinable inerting level is a full inertization level, a base inertization level
or an accessibility level.
12. The inerting device (1) according to any one of the preceding claims, wherein the
inert gas unit (10, 11) further comprises a bypass pipe system (40), preferably connectable
through to the control unit (12) via a cut-off valve (41), which is connected on one
side to a compressed air source (10) and on the other to the first feed pipe system
(20) so as to feed the compressed air provided by the compressed air source (10) to
the protected space (2) as fresh air when needed and thus set and/or maintain a defined
inerting level in said protected space (2).
1. Dispositif d'inertisation (1) pour établir et maintenir un niveau d'inertisation prédéterminable
dans un espace protégé à surveiller (2), comprenant :
- une installation de gaz inerte (10, 11) susceptible d'être pilotée pour préparer
un gaz inerte ;
- un premier système de tubes d'alimentation (20) relié à l'installation de gaz inerte
(10, 11) et susceptible d'être relié à l'espace protégé (2) pour alimenter le gaz
inerte préparé par l'installation de gaz inerte (10, 11) à l'espace protégé (2) ;
et
- une unité de commande (12) qui est conçue pour piloter l'installation de gaz inerte
(10, 11) de manière à établir dans l'espace protégé (2) un certain niveau d'inertisation
prédéterminé et l'y maintenir,
dans lequel l'installation de gaz inerte (10, 11) comprend un générateur d'azote (11)
relié à une source d'air comprimé (10) afin de séparer l'oxygène hors de l'air comprimé
alimenté avec la source d'air comprimé (10) et de préparer de l'air enrichi en azote
au niveau d'une première sortie (11a) du générateur d'azote (11), et dans lequel l'air
enrichi en azote et préparé par le générateur d'azote (11) est susceptible d'être
alimenté via la première sortie (11a) du générateur d'azote (11) à titre de gaz inerte
vers le premier système de tubes d'alimentation (20),
caractérisé en ce que
le dispositif d'inertisation (1) comprend en outre un second système de tubes d'alimentation
(30) relié à l'installation de gaz inerte (10, 11) et susceptible d'être relié à l'espace
protégé (2), dans lequel l'oxygène séparé hors de l'air comprimé par le générateur
d'azote (11) est susceptible d'être alimenté vers le second système de tubes d'alimentation
(30) sous forme d'air enrichi en oxygène via une seconde sortie (11b) du générateur
d'azote (11), afin d'établir et/ou de maintenir ainsi dans l'espace protégé (2) un
niveau d'inertisation déterminé.
2. Dispositif d'inertisation (1) selon la revendication 1, dans lequel
le second système de tubes d'alimentation (30) débouche dans le premier système de
tubes d'alimentation (20) et est ainsi susceptible d'être relié à l'espace protégé
(2) via le premier système de tubes d'alimentation (20).
3. Dispositif d'inertisation (1) selon la revendication 1 ou 2,
qui comprend en outre une vanne d'isolement (31) associée au second système de tubes
d'alimentation (30) et susceptible d'être pilotée par l'unité de commande (12), pour
interrompre de la liaison susceptible d'être établie au moyen du second système de
tubes d'alimentation (30) entre la seconde sortie (11b) du générateur d'azote (11)
et l'espace protégé (2).
4. Dispositif d'inertisation (1) selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel
l'installation de gaz inerte (10, 11) comprend en outre un réservoir accumulateur
sous pression (32) pour accumuler l'air enrichi en oxygène préparé par le générateur
d'azote (11), et dans lequel l'unité de commande (12) est conçue pour piloter un réducteur
de pression (33) pilotable associé au réservoir accumulateur d'oxygène sous pression
(32) et relié au second système de tubes d'alimentation (30) de manière à établir
la quantité du gaz inerte préparé par l'installation de gaz inerte (10, 11) et à alimenter
à l'espace protégé (2) et/ou la concentration en oxygène dans le gaz inerte aux valeurs
appropriées pour établir et/ou maintenir le niveau d'inertisation déterminé.
5. Dispositif d'inertisation (1) selon la revendication 4, qui comprend en outre un système
de vannes (34) dépendant de la pression, lequel est ouvert dans une première plage
de pression prédéterminée et permet un remplissage du réservoir accumulateur d'oxygène
sous pression (32) avec l'air enrichi en oxygène préparé par le générateur d'azote
(11).
6. Dispositif d'inertisation (1) selon l'une des revendications précédentes, qui comprend
en outre au moins une vanne d'isolement (21) associée au premier système de tubes
d'alimentation (20) et pilotable par l'unité de commande (12), pour interrompre la
liaison susceptible d'être établie au moyen du premier système de tubes d'alimentation
(20) entre la première sortie (11a) du générateur d'azote (11) et l'espace protégé
(2).
7. Dispositif d'inertisation (1) selon l'une des revendications précédentes, comprenant
en outre au moins un système de détection d'oxygène (50) pour détecter la part d'oxygène
dans l'air ambiant de l'espace protégé (2), et l'unité de commande (12) étant conçue
pour établir la quantité de gaz inerte préparé par l'installation de gaz inerte (10,
11) et à alimenter dans l'espace protégé (2) et/ou la concentration en oxygène dans
le gaz inerte, en fonction de la part d'oxygène mesurée dans l'air ambiant de l'espace
protégé (2).
8. Dispositif d'inertisation (1) selon la revendication 7, dans lequel le système de
détection d'oxygène (50) est un système de détection d'oxygène à aspiration.
9. Dispositif d'inertisation (1) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
l'installation de gaz inerte (10, 11) comprend en outre un réservoir accumulateur
sous pression (22) pour accumuler l'air préparé de préférence par le générateur d'azote
(11) et enrichi en azote, et dans lequel l'unité de commande (12) est conçue pour
piloter un réducteur de pression pilotable (23) associé au réservoir accumulateur
d'azote sous pression (22) et relié au premier système de tubes d'alimentation (20)
de manière à établir la quantité du gaz inerte préparé par l'installation de gaz inerte
(10, 11) et à admettre dans l'espace protégé (2) et/ou la concentration en oxygène
dans le gaz inerte, à la valeur appropriée pour établir et/ou maintenir le niveau
d'inertisation déterminé.
10. Dispositif d'inertisation (1) selon la revendication 9, comprenant en outre un système
de vannes (24) dépendant de la pression, ouvert dans une première plage de pression
prédéterminable et permettant un remplissage du réservoir accumulateur d'azote sous
pression (22) avec l'air enrichi en azote préparé par le générateur d'azote (11).
11. Dispositif inertisation (1) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
le niveau d'inertisation prédéterminable est un niveau d'inertisation complet, un
niveau d'inertisation de base, ou un niveau d'inertisation accessible.
12. Dispositif d'inertisation (1) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
l'installation de gaz inerte (10, 11) comprend en outre un système de tubes de by-pass
(40) susceptible d'être de préférence mis en service avec l'unité de commande (12)
via une vanne d'isolement (40), ledit système étant relié d'une part à une source
d'air comprimé (10) et d'autre part au premier système de tubes d'alimentation (20),
pour amener en cas de besoin l'air comprimé préparé par la source d'air comprimé (10)
vers l'espace protégé (2) à titre d'air frais, et maintenir et/ou établir ainsi un
niveau d'inertisation déterminé dans l'espace protégé (2).