Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zur Erzeugung, zur Übermittlung und
zum Austausch georeferenzierter Nachrichten (GN). Unter Georeferenzierung wird die
Zuweisung raumbezogener Referenzinformation zu einem Datensatz verstanden; im vorliegenden
Fall ist eine georeferenzierte Nachricht meist eine Textnachricht die zusätzlich einen
Punkt oder einen anderen Bezug zu Realweltkoordinaten und/oder anderen Realweltortsangaben
(z.B. Latitude und Longitude, Höhe, ggf. auch Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit,
etc.) enthält. Die Textnachricht bezieht sich auf den zugeordneten Punkt bzw. die
zugewiesenen Koordinaten. Damit ist es möglich, ein Geschehen oder eine Sachangabe
mittels eines Textes und/oder Bildern näher zu beschreiben und/oder dem Text oder
Inhalt der Nachricht durch die Koordinaten der Georeferenz einen exakten Standort
zuzuweisen.
Hintergrund und Stand der Technik
[0002] GN sind von grosser, oft entscheidender Bedeutung für die raumzeitliche Erfassung
und Koordination von Einsätzen von Feuerwehren, technischen oder medizinischen Hilfsorganisationen,
Polizei, Sicherheitspersonal, etc. insbesonders dann, wenn es sich um räumlich ausgedehnte
Einsätze handelt, bei denen kein Sichtkontakt besteht. Die bisher üblicherweise eingesetzte
Kommunikation über Sprechfunk vermag nur einen Teil der Information zu übermitteln
und ist in angespannten Situationen fehleranfällig oder sogar unmöglich. Dazu kommt,
dass Ortsangaben von der Kenntnis des Übermittlers abhängen; werden beispielsweise
bei einem Grossbrand Feuerwehrleute aus einer anderen Gemeinde aufgeboten, kann man
nicht erwarten, dass sie zwischen Rauch, Trümmern und Wasser auch noch Hausnummern
oder Strassenschilder entziffern, sofern solche überhaupt noch vorhanden und lesbar
sind.
[0003] Auch bei der Überwachung und Steuerung von öffentlichen Verkehrsmitteln, z.B. eines
Nahverkehrsnetzes in einer Grossstadt ist eine genaue, eventuell automatisch erzeugte
Ortsangabe bei der Übermittlung von vorhandenen Störungen nützlich.
[0004] In der Verkehrsfliegerei sind automatische Positionsangaben zur Flugverkehrskontrolle
heute Standard; die Position eines Verkehrsflugzeugs wird mit Radar überwacht und
angezeigt, dazu übermittelt das Flugzeug mittels eines Transponders laufend Kennzeichen
und Höhe in die Flugverkehrskontrollstelle, so dass der Controller eine genaue Kenntnis
über Position und Höhe der von ihm überwachten Flugzeuge hat. Meist ist auch ein Kollisionswarnsystem
integriert. Weitere Angaben und Anweisungen erfolgen per Sprechfunk. Ein solches System
ist allerdings für den portablen Betrieb ungeeignet.
[0005] Für den Strassenverkehr sind auch Informationssysteme bekannt, bei denen eine mobile,
teilweise automatische Ermittlung und Übermittlung von Verkehrsdichte und/oder Verkehrsstau
zusammen mit GPS- oder anderen Lokalisierungsdaten erfolgt, also eine Nutzung georeferenzierter
Nachrichten (GN). Ein solches, an oder in einem Fahrzeug angeordnetes System ist z.B.
im Yoshida
US-Patent 5 699 056 beschrieben. Dieses System ist jedoch nur in einer Richtung wirksam, indem es die
Verkehrsdaten ermittelt und überträgt, d.h. es findet keine zweiseitige Kommunikation
zwischen Sender und Empfänger statt. Ob sich dieses System für den mobilen Betrieb
am Körper oder in der Hand einer Person eignet, bleibt offen.
[0006] Ein in mancher Beziehung ähnliches, aber komplexeres Warnsystem ist im Lemelson
US-Patent 6 028 510 beschrieben. Dort werden GN von einer mobilen Überwachungsplattform, z.B. einem Flugzeug,
an eine Zentrale gesandt, die diese Nachrichten verarbeitet und klassifiziert, insbesondere
entsprechend ihrer Gefährlichkeit, und als GN an mobile Empfänger, z.B. Pager, übermittelt.
Jeder Empfänger kann dann auf der Grundlage seiner eigenen Position und der gemeldeten
Gefahr seine aktuelle Gefährdung abschätzen. Auch dieses System ist jedoch wieder
nur in einer Richtung wirksam, es ist z.B. keine Rückmeldung des mobilen Empfängers
vorgesehen.
[0007] In der Groth et al.
US-Patent 6 741 932 ist ein Broadcasting-System beschrieben, d.h. ein System, bei dem von einer Sendezentrale
Verkehrsnachrichten an eine Vielzahl von Empfängern übermittelt werden. Dabei werden
den Nachrichten "location reference codes" zugeordnet, die sich auf entlang der betreffenden
Verkehrsader liegende Lokationen beziehen. Die Sendezentrale ist der einzige Sender
im System, die Empfänger verfügen über keinerlei Sendemöglichkeit. Noch nicht einmal
eine Rückmeldung oder dgl. vom Empfänger an den Sender ist vorgesehen.
[0008] In den Hoffberg
US-Patenten 6 252 544,
6 429 812 und
6 791 472 ist schliesslich ein sehr umfangreiches und vielfältiges System beschrieben, in dem
mobile Kommunikationsgeräte, die mit einem Positionsgeber ausgerüstet sind, Nachrichten
erstellen und mit ihrer jeweiligen Position verknüpfen können, also GN erstellen können
und diese GN an eine Zentrale senden, die Wichtigkeit oder Priorität dieser Nachrichten
ermitteln kann. Allerdings ist diesen Patenten kein Hinweis zu entnehmen, wie in einem
solchen System im Detail eine Verknüpfung einer Nachricht mit einer Position erfolgen
soll, sondern es ist offenbar eine automatische Verknüpfung von Nachricht und derzeitiger
Position des betreffenden Kommunikationsgeräts vorgesehen. Auch ist offen gelassen,
ob eine Übermittlung von GN unmittelbar zwischen mobilen Kommunikationsgeräten erfolgen
kann oder ob das sendende Kommunikationsgerät einen Einfluss oder eine Wahlmöglichkeit
für die Positionsangabe hat.
Die Erfindung
[0009] Ausgehend vom genannten Stand der Technik hat es sich die Erfindung zum Ziel gesetzt,
ein mobiles System zur Erzeugung, zur Übermittlung und zum Austausch von GN zu schaffen,
das eine grössere Flexibilität als die bekannten Systeme aufweist, das eine Wahlmöglichkeit
für die Verknüpfung der Geodaten mit der zu sendenden Nachricht vorsieht, das eine
Wahlmöglichkeit für den Empfang von Sendungen vorsieht und das schliesslich portabei,
d.h. von einer Person tragbar, ist und diese bei ihrer Tätigkeit möglichst wenig behindert.
[0010] Die Erfindung ist in den unabhängigen Ansprüchen definiert.
[0011] Ein erfindungsgemässes System erlaubt das Senden von GN in beiden Richtungen, d.h.
von einem Mobil- oder anderem Gerät zu einer Zentrale und umgekehrt. Auch ist die
direkte Kommunikation zwischen Mobilgeräten möglich, wie auch zwischen einer ersten
Zentrale und einer zweiten, anderen Zentrale. Anders gesagt, die Kommunikation erfolgt
unabhängig vom benutzten Gerät, jeder Teilnehmer kann sowohl als Sender wie als Empfänger
fungieren.
[0012] Auch erlaubt das erfindungsgemässe System das Senden von GN jeweils an einen oder
mehrere Empfänger. Damit werden andere, vorhandene Kommunikationsmittel, z.B. Funkgeräte,
entlastet, da positionsbezogene Informationen nicht über diese Kanäle übertragen werden
müssen. Vor allem lassen GN weniger Interpretationsspielraum zu als herkömmliche Nachrichten,
Koordinaten werden von allen Teilnehmern gleich verstanden, besonders wenn sie auf
einer Karte automatisch und unmittelbar angezeigt werden. Es besteht kein Zweifel,
dass Ortsbeschreibungen missverständlich sein können, normalerweise Ortskenntnisse
voraussetzen und häufig Nachfragen notwendig machen.
[0013] Grob gesagt besteht die Erfindung aus einer neuartigen, modularen Kombination mehrer
Einzeltechnologien, die z.T. auf dem Markt zur Verfügung stehen. Zum besseren Verständnis
wird die Erfindung nachfolgend erst einmal in ihrer Wirkungsweise anhand eines Beispiels
beschrieben. Weiter unten folgt dann ein Beispiel für die Implementierung
[0014] Einzelheiten der Erfindung können der nachfolgenden Beschreibung der Funktionen und
des/der Ausführungsbeispiels/e sowie den Patentansprüchen entnommen werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0015] Nachfolgend sind Ausführungsbeispiele, insbesondere die Funktion der Erfindung, anhand
von Zeichnungen detailliert beschrieben. Auf den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- einen Ausschnitt eines Displays eines Laptops oder PCs (grosser Bildschirm) mit einer
Nachricht und einem Ortsplan für das Versenden einer GN;
- Fig. 2
- den Ausschnitt von Fig. 1 mit einer gewählten Positionsangabe;
- Fig. 3
- einen ersten Bildschirm eines Mobilgeräts, bei dem wegen der limitierten Displayfläche
Nachricht und Kartenansicht auf zwei Bildschirmseiten aufgeteilt sind. In diesem ersten
Bildschirm sieht man die Nachricht;
- Fig. 4
- den zweiten Bildschirm des Mobilgeräts mit der Kartenansicht;
- Fig. 5
- nochmals den ersten Bildschirm des Mobilgeräts mit der Anzeige, dass eine Georeferenz
hinzugefügt wurde;
- Fig. 6
- Übersicht der möglichen Wege einer GN vom Sender über den Nachrichten-Server zu einem
oder mehreren Empfängern;
- Fig. 7
- eine Darstellung der Text-Nachricht, also die erste Bildschirmseite bei Verwendung
eines Mobilgeräts auf der Empfängerseite (passend zu den Fign. 1 bis 3);
- Fig. 8
- den Kartenausschnitt zur Nachricht der Fig. 7, d.h. die Bildschirmseite bei Verwendung
eines Mobilgeräts auf der Empfängerseite mit der markierten Position;
- Fig. 9
- eine Darstellung der GN bei Verwendung eines Empfangsgeräts mit einem grossen Bildschirm
(passend zu den Fign. 1 bis 3);
- Fig. 10
- eine funktionelle Übersicht über den Weg einer GN vom Sender zu den Empfängern;
- Fig. 11
- eine bildliche Zusammenfassung der Sendefunktionen;
- Fig. 12
- eine bildliche Zusammenfassung der Funktionen des Nachrichtenservers;
- Fig. 13
- eine bildliche Zusammenfassung der Empfängerfunktionen; und
- Fig. 14
- eine Darstellung der Applikation in den verschiedenen Ebenen.
Beschreibung von Funktionsbeispielen
[0016] Fig. 1 zeigt ein typisches Bild eines gemäss der Erfindung ausgestalteten Displays
auf einem Computerbildschirm, hier als vergleichsweise grosses Display eines Laptops.
[0017] Fig. 2 ist das gleiche Bild, aber mit hinzugefügter Positionsangabe gemäss der Erfindung.
[0018] Die Display-Anordnung in Fig. 1 ist zweigeteilt mit einem Textfeld 1 im unteren Bereich
und einem Kartenfeld 2 im oberen Bereich. Diese Anordnung ist natürlich nicht zwingend;
sie kann ebenso umgekehrt werden oder eine seitlich versetzte Anordnung der Felder
gewählt werden. Wegen der üblicherweise knappen Platzverhältnisse auf dem Display
mancher mobilen Geräte können diese 2 Bereiche auch auf 2 verschiedenen Seiten untergebracht
werden. Die Fign. 3 und 4 zeigen dafür ein Beispiel.
[0019] Im Textfeld 1 finden sich einige Zeilen in üblicher Anordnung, wie sie heute bereits
genutzt werden; hier im Beispiel ein Bereich für eine Nachricht 3 vom SMS- oder e-Mail-Typ,
eine Adress-Zeile zum Eintragen der Empfänger 4 und eine Zeile mit einigen typischen
Icons 5.
[0020] Neu - und in bekannten Geräten nicht vorhanden - sind in der Icon-Zeile das Icon
6 mit der Erläuterung "Create Georeference" und die Zeile 7 mit der Angabe "Position".
Letztere ist (noch) leer.
[0021] Im Beispiel, das weiter unten genauer beschrieben wird, enthält der Nachrichtentext
"Kollision eines Personenwagens mit dem 4er Tram am Central" bereits einen Hinweis
auf die Unfallstelle, allerdings nur in grober Form. Der "Central" in Zürich ist ein
- wie der Name schon andeutet - zentral gelegener Platz mit sehr hohem Verkehrsaufkommen
von Trams (Strassenbahnen), Autos und Fussgängern, der dazu verkehrstechnisch so ungünstig
geformt ist, dass in Stosszeiten meist eine manuelle Verkehrsregelung durch mehrere
Polizisten erfolgt. Um den sich kreuzenden Tramverkehr von 5 oder 6 Tramlinien bei
einem Unfall wie hier im Beispiel einigermassen aufrecht erhalten zu können, d.h.
von der Tramleitzentrale entsprechende Ersatzfahrzeuge einzusetzen und Umleitungen
anzuordnen, reicht die Angabe "am Central" mit der Liniennummer keinesfalls aus.
[0022] Hier setzt nun die Erfindung ein. Grundsätzlich wird im Gerät ein Kartenausschnitt
der Umgebung des Gerätestandorts angezeigt; dies kann einfach mittels einer gespeicherten
Karte, hier der Stadt Zürich, und einem GPS-Orientierungssystem erfolgen. Solche Orientierungssysteme
werden in ähnlicher Form als Navigationssysteme für Autos und andere Fahrzeuge angeboten.
Die sendende Person (z.B. ein Tramführer, nachfolgend "Sender" genannt) hat nun einerseits
die Möglichkeit, den Kartenausschnitt zu wählen oder zu verändern. Im Beispiel wird
er (oder sie) den Kartenausschnitt so modifizieren, dass die Unfallstelle gut auf
der Karte erkennbar dargestellt ist.
[0023] Dann wird der Sender den Mauszeiger (Cursor) zuerst auf das "Create Georeference"
Icon (oder Button), danach auf die genaue Unfallstelle führen und dann mit einem entsprechenden
Eingabe-Befehl, z.B. per Mausklick, die Koordinaten dieses Punktes, also der Unfallstelle,
der Nachricht beifügen. Gleichzeitig wird der Punkt auf dem Display markiert, z.B.
mittels eines Rechtecks.
[0024] In Fig. 2 ist das entsprechende Display-Bild dargestellt. Im Kartenfeld sind die
Tramstation am Central, die im Kartenmaterial enthalten ist, dargestellt und der genaue
Unfallort mit einem Rechteck 8 markiert. Im Textfeld darunter ist nun die Positionszeile
mit der genauen Positionsangabe 9 als Punkt-Koordinatenpaar versehen. Dies erfolgt
vorzugsweise automatisch bei Ausführung des o.g. Eingabe-Befehls. Zusätzlich sind
im Kartenfeld noch andere Angaben, hier z.B. Koordinatenlinien (Kilometerlinien) 10,
dargestellt.
[0025] Die Beifügung des ausgewählten Punkt-Koordinatenpaares zur Textnachricht kann als
Anhang (Attachment) erfolgen, kann also beispielsweise korrigiert oder gelöscht werden
oder es können mehrere Punkt-Koordinatenpaare beigefügt werden.
[0026] In vielen Fällen erfüllt ein sog. "Handheld" oder "Palmtop", d.h. ein in der Hand
gehaltener, manuell oder per Spracheingabe bedienbarer Taschencomputer, wie er heute
als Mobilgerät in vielen Branchen und in den unterschiedlichsten Ausführungsformen
verwendet wird, die Erfordernisse besser als ein vergleichsweise grosser Laptop. Auch
ein entsprechend ausgerüstetes Mobiltelefon (Handy) kann vorteilhaft verwendet werden,
wenn es einen ausreichend grossen Bildschirm aufweist. Weiter können auch so genannte
TabletPCs eingesetzt werden.
[0027] Solche Taschencomputer oder Handys (nachfolgend Mobilgeräte genannt) haben natürlich
wesentlich kleinere Displayflächen, sodass eine Aufteilung in Textfeld und Kartenfeld
kaum in vernünftiger Grösse machbar ist. Die Lösung dieses Problems besteht dann in
zwei oder mehr nacheinander aufrufbaren Screens oder Bildschirmen, z.B. einem (ersten)
Textscreen, der nur ein oder mehrere Textfelder enthält (für z.B. Nachricht und Adressen),
und einem wahlweise aufrufbaren Kartenscreen, der nur einen Kartenausschnitt enthält.
Dazu enthalten die Screens entsprechende Befehlsfelder oder -tasten, auf Englisch
meist mit "buttons" bezeichnet.
[0028] Fig. 3 zeigt einen solchen ersten Bildschirm eines Mobilgerätes mit der zu übermittelnden
Nachricht und dem Adressaten (Recipient), hier der Zentrale. Dies entspricht prinzipiell
dem Textfeld der Fig. 1. Weiterhin sind drei Befehlstasten vorgesehen, die so gross
ausgebildet sein können, das sogar eine Bedienung mit einem Handschuh möglich ist,
was z.B. im Rettungsbereich eine Rolle spielen kann. "Back" ist für die Rückschaltung
zum vorherigen Bildschirm, "Attach" für die Beifügung der Georeferenz (zweiter Bildschirm,
siehe Fig. 4) und "Send" für das Absenden der GN.
[0029] Fig. 4 zeigt den zweiten Bildschirm des Mobilgerätes mit dem Kartenausschnitt des
Standorts. Die Knöpfe "+" und "-" erlauben die Vergrösserung oder Verkleinerung, also
das Zoomen der Karte. Mittels eines Stifts oder einfach mit dem Finger wird der betreffende
Punkt, hier z.B. der Unfallort, markiert, was durch einen kleinen Kreis angezeigt
ist. Mit der Taste "OK" werden die Koordinaten dieses Punktes bestimmt und der zu
übermittelnden Nachricht beigefügt.
[0030] Fig. 5 zeigt wieder den ersten Bildschirm des Mobilgerätes, nun mit einer Anzeige
(unten rechts über dem Pfeilsymbol), dass eine Georeferenz beigefügt wurde und damit
die Nachricht zu einer GN macht. Bei Betätigung der "Send"-Taste dieses Bildschirms
wird die GN an den Adressaten, hier an die Zentrale, abgesandt.
[0031] Fig. 6 stellt eine Übersicht der möglichen Wege einer GN vom Sender über den Nachrichten-Server
zu einem oder mehreren Empfängern dar. Hier ist der Sender wiederum als Laptop (siehe
Fign. 1 und 2) dargestellt. Die Verwendung einer (oder sogar mehrerer, räumlich verteilter)
Zentralen kann sich bei ausgedehnten Netzen als vorteilhaft erweisen. Die grosse Kartenansicht
kann z.B. in einer Zentrale angezeigt werden, was besonders sich bei Auftreten mehrerer
gleichzeitiger Brennpunkte durch Unfälle oder andere Störungen als vorteilhaft erweisen
kann.
[0032] Während die Fign. 1 bis 5 sich auf die Sendeseite bezogen, wird in den Fign. 7 bis
9 die Empfängerseite dargestellt, also die Ansichten, die sich dem Empfänger einer
GN bieten.
[0033] So ist in Fig. 7 der erste Bildschirm eines Mobilgeräts dargestellt, der den Sendezeitpunkt,
den Absender, den Adressaten und die empfangene Textnachricht zeigt, dazu wiederum
die Markierung, dass es sich um eine GN handelt.
[0034] Da, wie oben erwähnt, die Displayfläche eines Mobilgeräts beschränkt ist, sind die
Anzeigen für Nachricht und Karte wiederum auf zwei Bildschirmseiten aufgeteilt, zwischen
welchen hin und her geschaltet werden kann.
[0035] In Fig. 8 ist nun die zweite Bildschirmseite eines Mobilgeräts mit dem Kartenausschnitt,
der Georeferenz und der eingeblendeten übermittelten Nachricht gezeigt. Dabei wird
die Karte nicht übertragen, sondern ist typischerweise im Mobilgerät gespeichert,
was eine wesentlich bessere Nutzung des zur Verfügung stehenden Übertragungsbandes
erlaubt. Es ist offensichtlich, dass die eingeblendete, unmittelbar lesbare Nachricht
eine Fehlinterpretation über den Ort des Geschehens praktisch ausschliesst. Dabei
kann mit einer entsprechenden Farbmarkierung die Lesbarkeit verbessert oder Interpretation
noch verdeutlicht werden, z.B. rot für Unfälle und blau für weniger kritische Situationen,
z.B. eine klemmende Tramweiche.
[0036] Fig. 9 zeigt eine Darstellung, wie sie für die empfangene GN auf einem grösseren
Bildschirm, z.B. einem Laptop oder auch in der Zentrale, möglich wird. Eine Umschaltung
ist dann nicht mehr erforderlich. Natürlich kann auch hier, was nicht dargestellt
ist, die Nachricht unmittelbar in den Kartenausschnitt eingetragen sein. Dies würde
sich bei Grossdarstellungen auf einer Wandkarte in einer Zentrale als sinnvoll erweisen,
da eine solche automatische, stets auf dem Laufenden gehaltene Kartendarstellung eine
generalstabsmässige Planung von Einsätzen erheblich erleichtert.
[0037] Fig. 10 stellt eine Übersicht über den Weg einer GN vom Sender zu den Empfängern
dar. Wie oben erläutert, legt der Sender den (oder die) Empfänger fest, erfasst den
Nachrichtentext, fügt die Georeferenz hinzu und sendet die so erstellte GN an den
Nachrichtenserver. Dieser empfängt die Nachricht und leitet sie in der Weise an die
Empfänger weiter, dass diese sie in einer Mailbox oder auf andere Weise abrufen können.
Beim Empfänger wird dann die GN in der oben beschriebenen Weise geräteabhängig dargestellt.
[0038] In Fig. 11 ist das Verfahren für die Erstellung einer GN aus der Sicht des Senders
dargestellt; etwas modifiziert, da es die Angabe mehrerer Georeferenzen erlaubt. Um
eine GN zu verfassen, öffnet der Benutzer den Bildschirm zur Erstellung von GNs, wie
in den Fign. 1 bis 5 gezeigt. Der Benutzer legt den oder die Empfänger 1 der GN fest.
Danach erfasst er den zu versendenden Text 2 (normalerweise eine Beschreibung der
Situation, welche den Kontext des angehängten Punkt (oder Punkte) definiert). Weiter
fügt der Benutzer der GN noch einen georeferenzierten Punkt hinzu, um die Nachricht
als GN auszuzeichnen. Dies geschieht mit dem Auswählen eines Punktes auf der eingeblendeten
Karte. Der letztgenannte Vorgang kann vom Benutzer mehrere Male wiederholt werden,
um (ähnlich einem Anhang in einer e-Mail) verschiedene georeferenzierte Punkte hinzuzufügen.
Mittels eines Klicks auf die Send-Taste wird die ggf. verschlüsselte Übermittlung
der Nachricht an den Nachrichtenserver initiiert.
[0039] In Fig. 12 sind die Funktionen des Nachrichtenservers dargestellt. Dieser nimmt die
GN vom Sender entgegen und legt sie in das Nachrichtenausgangsfach des Senders. Typischerweise
werden die GN auf dem Server persistent gehalten, bis der Sender (oder die Zentrale)
die Nachricht ausdrücklich löscht. Als nächsten Schritt geht der Nachrichtenserver
durch die in der GN definierte Empfängerliste und legt jedem Empfänger eine Kopie
der Nachricht in dessen Nachrichteneingangsfach, d.h. die Mailbox. Das Ausliefern
der Nachricht kann auf zwei verschiedene Arten geschehen: Entweder fragt der Empfänger
den Nachrichtenserver in einem gewissen Zeitintervall ab, um neu eingetroffene Nachrichten
abzurufen (analog e-Mail), oder der Nachrichtenserver versucht von sich aus, die GN
an den Empfänger auszuliefern (analog SMS). Je nach Sachlage wird das eine oder andere
Verfahren vorzuziehen sein.
[0040] Die Empfängerseite ist in Fig. 13 dargestellt. Wie oben erwähnt, empfängt die Applikation
die GN vom Nachrichtenserver oder fragt diesen in einem festgelegten Zeitintervall
nach neuen GN ab. Sobald die GN komplett empfangen wurde, wird der Benutzer über den
Empfang informiert und die GN kann in einem Fenster dargestellt werden.
[0041] Das Nachrichtenfenster der empfangen Nachricht stellt den Text der GN und die verschiedenen
angehängten georeferenzierten Punkte anhand eines Symbols dar. Falls es sich um ein
Gerät mit kleiner Bildschirmgrösse handelt, also z.B. um ein Mobilgerät, wird die
Karte in einem separaten Bildschirm dargestellt, zu welchem mit Druck auf das Symbol
(siehe Fign. 7 und 8) gewechselt werden kann. Geräte mit ausreichend grossem Bildschirm
zeigen die Karte im selben Bildschirm zusammen mit dem Text (zweigeteilter Bildschirm,
siehe Fig. 9). Die Karte wird beim Anwählen eines Symbols für einen angehängten Punkt
auf diesen zentriert und der Punkt wird auf der Karte sichtbar gemacht (z.B. Rechteck
in Fig. 9).
[0042] Nachfolgend werden die wichtigsten Funktionsabläufe nochmals in Kurzform beschrieben.
Ihre Implementierung, soweit sie sich nicht für die Fachperson von selbst ergibt,
ist weiter unten näher erläutert.
[0043] Ein typischer Ablauf in allgemeiner Form:
- (1) Der Benutzer/Sender erfasst den Text, also die (Text-)Nachricht. Dann markierter
auf seinem Gerät den Bezugspunkt, welcher der Nachricht hinzugefügt werden soll und
auf die sich der Text bezieht, mittels Mauszeiger und Klick unmittelbar in der Karte.
Weiterhin gibt er den oder die Empfänger an. All dies kann natürlich auch in anderer
Reihenfolge durchgeführt werden.
- (2) Die Software im Gerät des Senders wandelt die durch den eingegebenen Bezugspunkt
definierten "Bildschirmkoordinaten" in Realweltkoordinaten (z.B. WGS84) um.
- (3) Der georeferenzierte Bezugspunkt wird in einem speziell dafür vorgesehenen Feld
gespeichert, womit die resultierende GN erstellt ist. Diese wird nun für die Sendung
kodiert.
- (4) GN wird an den Nachrichten-Server geschickt, wo sie allen in der GN angegebenen
Empfängern in ihr "Postfach" gelegt wird, d.h. jedem bezeichneten Empfänger steht
nun die GN zur Verfügung und er kann sie auf seinem Gerät empfangen.
- (5) Die GN ist (z.B. mit einem Symbol) für die angehängte georeferenzierte Information
als solche gekennzeichnet. Der Empfänger kann mit einem Klick auf das Symbol die Karte
auf den Punkt zentrieren oder in andere Kartenansichten wechseln. Der in der GN enthaltene
Punkt wird auf der Karte z.B. mit einem Rechteck markiert angezeigt.
[0044] In den folgenden zwei Beispielen sollen diese Funktionen nun etwas detaillierter
beschrieben werden um die Vorteile der Erfindung, insbesondere des erfindungsgemässen
Verfahrens, aufzuzeigen.
Beispiel 1: Kollision Tram/Personenwagen am Central in Zürich
[0045] Dieser Fall wurde oben bereits in angesprochen. Ausgangslage ist eine Kollision eines
Personenwagens mit dem 4er Tram am Central. Der Tramführer, nachfolgend und in den
Zeichnungen Peter Muster genannt, macht Meldung an die Zentrale. Er führt ein Mobilgerät
mit sich, z.B. einen PDA, auf welchem er die Textnachricht eingibt (Fig. 3) und anschliessend
die genaue Unfallstelle auf der Karte markiert (Fig. 4). Letztere wird, wie oben beschrieben,
mit dem Drücken der "Attach"-Taste als georeferenzierter Punkt der Nachricht hinzugefügt
und macht diese zu einer GN (Fig. 5). Mit einem Klick auf die "Send"-Taste wird die
GN an den Nachrichten-Server geschickt und steht nun der Zentrale zur Verfügung.
[0046] Die Zentrale sieht die neue Meldung (Fig. 9) und die Karte wird beim Öffnen dieser
Meldung, typischerweise mit einem Klick auf die Meldung analog zu einem Mailprogramm,
auf den Punkt zentriert und der Punkt mit einem Marker z.B. einem Rechteck versehen.
Dadurch kennt die Zentrale den genauen Unfallort und weiss, dass nur die Linien 4
und 15 von der Kollision betroffen sind und umgeleitet, bzw. durch Busse ersetzt werden
müssen.
[0047] Der Empfänger, hier also die Tramleitzentrale "sieht" den Kartenausschnitt um die
empfangenen Koordinaten zusammen mit der Meldung im Textfeld. Die Grösse des Kartenausschnitts,
der Zoomfaktor, kann vom Empfänger gewählt werden.
[0048] Üblicherweise wird der Kartenausschnitt und/oder das Kartenmaterial nicht übertragen,
sondern steht dem Empfänger unmittelbar, d.h. aus einer eigenen Speicherquelle, zur
Verfügung. Nicht vorhandenes Kartenmaterial kann bei Bedarf anderweitig beschafft
werden, beispielsweise von einem Map-Server geliefert.
[0049] Als nächstes wird die Zentrale mittels GN ein Service-Fahrzeug, den "VBZ Troubleshooter"
(VBZ steht für "Zürcher Verkehrsbetriebe"), aufbieten, der zur Unfallstelle fährt
und die Instandstellung möglicher Schäden einleitet, um den Trambetrieb schnellstmöglich
wieder zu gewährleisten.
[0050] Gleichzeitig werden die Chauffeure der betroffenen Linien 4 und 15 mittels GN über
den Unfall informiert und angewiesen über die Umleitungs-Tramstationen "Kunsthaus"
und "ETH/Universitätsspital" zu verkehren.
[0051] Der VBZ Troubleshooter meldet der Zentrale, vorteilhafterweise wieder mit einer GN,
dass die Unfallstelle geräumt ist und die Gleise am Central wieder befahren werden
können. Worauf diese mittels GN die Linien 4 und 15 informiert, dass die Unfallstelle
am Central geräumt ist und die Trams anstelle der Umleitung wieder die normale Route
fahren können.
[0052] Durch die unmittelbare Verbindung von geografischer Anzeige und Textnachricht wird
eine schnelle und eindeutige Behebung von kritischen Situationen mit einem Minimum
an Fehlermöglichkeiten ermöglicht. Insbesondere kann damit eine fehlerhafte Lokalisierung,
die bei einem Verkehrsbetrieb zu massiven, kaum reparablen Verzögerungen führt, nahezu
ausgeschlossen werden. Wenn z.B. Textnachrichten in der Zentrale
automatisch auf einem Grossbildschirm an derjenigen Stelle der Karte eingeblendet werden, auf
die sich die Textnachrichten beziehen, kann man eine Fehlinterpretation mit grosser
Wahrscheinlichkeit ausschliessen.
Beispiel 2: Flugzeugabsturz in unwegsamen Gelände (Wald)
[0053] Ausgangslage ist der Absturz eines Flugzeugs in unwegsamen Gelände, z.B. in einem
Waldstück an einem Hügel. Die genaue Absturzstelle ist nicht bekannt und Strassen,
welche allenfalls als Zufahrtswege von Rettungskräften benützt werden könnten, gibt
es nur wenige. Welche davon die richtige ist, kann nicht eruiert werden, da die Absturzstelle
unbekannt ist.
[0054] Ein Helikopter der Rega, das ist die schweizerische Rettungsflugwacht, und ein Polizeihelikopter
sind auf dem Weg, um die Unfallstelle auszumachen. Der Rega-Helikopter findet die
Unfallstelle und informiert die Zentrale mittels GN über die genauen Koordinaten und,
per Text oder sogar mit Fotos, über die Lage, wie sie sich aus der Luft präsentiert.
Gleichzeitig werden Rega-Retter, unter ihnen ein Arzt, mit der Winde am Unfallort
abgesetzt.
[0055] Die Zentrale fordert den Polizeihelikopter auf, zusätzlich benötigtes Material aufzuladen
und an die durch eine GN exakt markierte Unfallstelle zu fliegen. Dort soll z.B. eine
Lichtung geschlagen werden, um die Bergung der Verletzten zu vereinfachen. Weiter
sucht die Zentrale die nächstgelegene, ggf. mit schweren Fahrzeugen befahrbare Strasse
und dirigiert die Rettungskräfte, die vom Boden aus (und nicht aus der Luft) operieren,
mittels GN an die richtige Stelle.
[0056] Die mit der Winde abgesetzten Rega-Retter haben nun schon Verletzte für den Transport
bereit gemacht, diese werden nun an die nächste Strasse geflogen, wo sie von den eintreffenden
Rettungskräften in Empfang genommen werden können.
[0057] Auch hier ist es wieder offensichtlich, dass die unmittelbare Verbindung von geografischer
Anzeige und Textnachricht eine schnelle und eindeutige Lokalisierung einer Unfallstelle
mit einem Minimum an Fehlermöglichkeiten ermöglicht. Dass dies Menschenleben retten
kann, liegt auf der Hand. Aber auch der Einsatz von Rettungskräften und Rettungsgerät,
sei es fliegendes oder fahrbares, kann damit optimiert werden. Bei einem Grossunfall,
z.B. dem Absturz eines Verkehrsflugzeugs, kann sich dies als ausschlaggebende Verbesserung
von Rettungsmassnahmen erweisen, da eine Koordination in bisher unbekannter Weise
möglich wird.
Beschreibung eines Implementierungsbeispiels
[0058] Die nachfolgende Applikationsbeschreibung ist in der für Software-Beschreibungen
üblichen Terminologie abgefasst. Die benutzten Begriffe bedürfen daher keiner weiteren
Erläuterung.
[0059] Fig. 14 zeigt den Aufbau der Applikation in den verschiedenen Ebenen. Ebene 1 betrifft
das Erfassen einer GN auf einem Client. Der MessageStub wird gebraucht, um auf der
entsprechenden Komponente auf dem Server, dem MessageProvider, die Liste der Benutzer
anzufordern. Diese wird für das Festlegen der Empfänger der Nachricht verwendet. Weiter
bietet der MessageStub einen Container für die Nachricht, also für den Text und die
eingebetteten georeferenzierten Punkte. Der MapStub übernimmt die Kartendarstellung
und bietet auch die Funktionalität, einen auf der Karte geklickten Punkt von Bildschirmkoordinaten
in die entsprechenden Realweltkoordinaten (WGS84) umzuwandeln. Die Information kann
dann vom MessageStub der Nachricht hinzugefügt werden, damit die Koordinaten der Punkte
in der GN nicht von Hand eingetragen werden müssen.
[0060] Ebene 2 ist die Service-Ebene. Sie ist für die Verwaltung der verschiedenen Module,
hier Map- und MessageStub, verantwortlich. Sie bietet auch gleich eine Abstraktion
zur Kommunikationsebene, damit diese, abhängig von der darunter liegenden Hardware,
ausgetauscht werden kann. Die fertige GN wird somit für das Versenden an die Service-Ebene
weitergereicht, die sie ihrerseits an die Kommunikations-Ebene 3 weitergibt.
[0061] In der Kommunikations-Ebene 3 wird die GN für den Versand entsprechend kodiert und
nach Bedarf unter Verwendung von gängigen Verschlüsselungsverfahren (z.B. RSA) verschlüsselt.
[0062] Die Kommunikations-Ebene 3 verwendet schlussendlich die Client Hardware 4 zum Versenden
der GN über das Internet. Dabei wird die jeweilig am besten passende Übertragungs-Technologie
aus einer Palette von zur Verfügung stehenden Technologien ausgewählt und für die
Übertragung verwendet. Eine solche Palette kann beispielsweise GRPS, UMTS, EDGE und
WLAN umfassen, sodass eine sichere Kommunikation mit einer Vielzahl unterschiedlicher
Hardware möglich ist. Damit wird sichergestellt, dass sowohl Mobilgeräte wie PDAs,
Smartphones, Handhelds, TabletPCs und Laptops, als auch normale PCs erreichbar sind
und zur Verfügung stehen. Vorteilhafterweise wird die Applikation in einer betriebssystemunabhängigen
Programmiersprache geschrieben, sodass unterschiedliche Betriebssysteme unterstützt
werden können.
[0063] Dargestellt in Fig. 14 ist die Übertragung über das Internet.
[0064] Auf der Serverseite nimmt die Server-Hardware 5 die Daten vom Internet entgegen und
leitet diese an die Kommunikations-Ebene 6 des Servers weiter. Auf dieser Ebene werden
die empfangenen Daten ggf. entschlüsselt und dekodiert und damit die ursprüngliche
Nachricht wieder hergestellt.
[0065] Die Service-Ebene 7 im Server agiert auch hier als Schnittstelle zwischen den verschiedenen
Provider-Modulen (hier Map- und Message-Provider) und der Kommunikations-Ebene 6.
[0066] Der MessageProvider in Ebene 8 ist für die Verwaltung der einzelnen Nachrichtenein-
und -ausgangsfächer zuständig und legt die Nachricht dem Sender in das Nachrichtenausgangsfach
und den in der GN angegebenen Empfängern in die Nachrichteneingangsfächer. Somit steht
die GN für den Empfang bereit. Ein MapProvider (Kartenserver) kann in der Ebene 8
des Servers vorhanden sein, um einem Empfänger bei Bedarf dasjenige Kartenmaterial
zu liefern, welches für die Anzeige der in der GN eingebetteten Punkte notwendig ist.
[0067] Die Nachricht kann nun von einem Empfänger abgeholt (e-Mail-Verfahren) oder kann
vom Server an den Empfänger geschickt werden (SMS-Verfahren). Dazu leitet der MessageProvider
die Nachricht über die Service-Ebene 7 wiederum an die Kommunikations-Ebene 6, die
nun wieder das Kodieren und Verschlüsseln übernimmt.
[0068] Clientseitig, also beim Empfänger, werden die übertragenen Daten wieder entschlüsselt
und zu einem Nachrichtenobjekt zusammengesetzt. Über die Service-Ebene 2 werden sie
dem MessageStub in Ebene 1 weitergereicht, wo die Nachricht dann schlussendlich in
Text und Bild dargestellt werden kann. Um die an der GN "angehängten" Koordinatenpunkte
auf einer Kartenansicht darzustellen, wird der MapStub verwendet. Der MapStub in Ebene
1 zentriert die Kartenansicht auf den jeweilig ausgewählten Punkt in der Nachricht.
[0069] Falls das notwendige Kartenmaterial nicht im Client/Empfänger vorhanden sein sollte,
kann es über eine eigene Nachricht vom MapProvider angefordert werden.
[0070] Es gibt offensichtlich eine Vielzahl von weiteren Modifikationen, die für die Fachperson
ohne erfinderisches Zutun ermittelt und implementiert werden können; die nachfolgenden
Patentansprüche sollen auch diese nichterfinderischen Modifikationen mit umfassen.
1. Verfahren zur drahtlosen Übermittlung oder zum Austausch von georeferenzierten Nachrichten
zwischen einer Vielzahl von mit einem Lokalisierungssystem versehenen Mobilgeräten
und mindestens einer Zentrale,
wobei
- Mobilgeräte und Zentrale als Sende-Empfänger ausgebildet sind,
- in einem ersten Sende-Empfänger eine georeferenzierte Nachricht erstellt wird,
- mindestens ein zweiter Sende-Empfänger als Empfänger dieser georeferenzierten Nachricht
bestimmt wird,
- die georeferenzierte Nachricht an die Zentrale übermittelt wird und von dort an
den bestimmten Empfänger gesandt wird oder, zum Abruf bereit gehalten wird,
- der oder die zweiten Sende-Empfänger die empfangene Nachricht georeferenziert darstellt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei
vom ersten Sende-Empfänger die Karte der Umgebung des durch das Lokalisierungssystem
ermittelten jeweiligen Standortes angezeigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
wobei
die georeferenzierte Nachricht aus mindestens zwei Teilnachrichten besteht, wovon
- die erste Teilnachricht eine Textnachricht oder eine Bilddarstellung ist, die vorzugsweise
einen Tatbestand oder ein Ereignis betrifft, und
- die zweite Teilnachricht eine Koordinatenangabe in einem dem Sende-Empfänger bekannten
Koordinatensystem darstellt.
4. Verfahren nach Anspruch 2, wobei
neben der Georeferenz auch das Koordinatensystem oder eine Identifikation des zu benutzenden
Koordinatensystems vom Sender übermittelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, wobei
die erste Nachricht mit mehreren Georeferenzen verknüpft wird.
6. Verfahren nach Anspruch 3. bei dem
die Darstellung auf dem Sende-Empfänger auf zwei oder mehr Bildschirmseiten erfolgt,
wobei eine erste Bildschirmseite die erste Nachricht als Text und eine zweite Bildschirmseite
eine Karte zeigt.
7. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem
eine simultane Darstellung auf dem Sende-Empfänger auf einer einzigen Bildschirmseite
erfolgt, wobei die Bildschirmseite in ein Textfeld für die Darstellung der ersten
Nachricht und ein Kartenfeld für die Darstellung der Georeferenz aufgeteilt ist.
8. Verfahren nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Erstellung bzw. Eintragung der Georeferenz durch Auswahl, insbesondere Anklicken
eines Bezugspunktes auf einer Kartendarstellung in einer Bildschirmseite, erfolgt.
9. Verfahren nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem in der Zentrale eine automatisierte, d.h. unmittelbar nach Empfang angezeigte, gleichzeitige
Darstellung sämtlicher empfangener georeferenzierter Nachrichten auf einer das betreffende
Gebiet umfassenden Karte erfolgt.
10. System zur Durchführung des Verfahrens nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9
zur drahtlosen Übermittlung oder zum Austausch von georeferenzierten Nachrichten zwischen
Mobilgeräten in einem Netzwerk,
wobei
- eine Vielzahl von als Sende-Empfänger ausgebildeten Mobilgeräten und mindestens
eine als Sende-Empfänger ausgebildete Zentrale vorgesehen sind,
- wobei jedes Mobilgerät mit einem Lokalisierungssystem versehen ist und Adressierungsmittel
für andere Mobilgeräte und die Zentrale aufweist und
- die Zentrale Speichermittel zur Zwischenspeicherung empfangener georeferenzierter
Nachrichten, Adressierungsmittel für alle adressierbaren Mobilgeräte und Sendemittel
zur Übertragung der zwischengspeicherten georeferenzierten Nachrichten aufweist.
11. System nach Anspruch 10, wobei
die Sende-Empfänger prinzipiell gleichartig aufgebaut sind und Mittel sowohl zum Senden
als auch zum Empfang und zur Darstellung übermittelter georeferenzierter Nachrichten
aufweisen.
12. System nach Anspruch 10, worin
die Zentrale ein Nachrichtenserver zur Steuerung und abrufbaren Speicherung des Übermittlungsverkehrs
und zur Speicherung des für die Georeferenzierung erforderlichen Kartenmaterials ist.
13. System nach Anspruch 10, worin
das Lokalisierungssystem als GPS mit einer gespeicherten Karte ausgebildet ist.
14. System nach Anspruch 11, worin
die übermittelte georeferenzierte Nachricht eine Kartendarstellung umfasst, die den
mittels des Lokalisierungssystems ermittelten Standort des sendenden Mobilgeräts und
die Umgebung dieses Standorts angibt.
15. System nach Anspruch 11, worin
das empfangende Mobilgerät eine Kartendarstellung enthält, die den mittels des Lokalisierungssystems
ermittelten Standort des sendenden Mobilgeräts und die Umgebung dieses Standorts anzeigt.
16. System nach mindestens einem der Ansprüche 10 bis 15, worin
die Mobilgeräte manuelle Tasten umfassen, die auch unter erschwerten Bedingungen,
insbesondere mit Handschuhen, bedienbar sind.
17. System nach mindestens einem der Ansprüche 10 bis 15,
worin
- die Zentrale weiterhin enthält:
- Speichermittel zur Aufnahme von Kartenmaterial,
- Mittel zum Abrufen und Übermitteln des von einem Mobilgerät benötigten Kartenmaterials.
18. System nach mindestens einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass
in der Zentrale Mittel vorgesehen sind zur automatisierten, gleichzeitigen, unmittelbar
nach Empfang angezeigten Darstellung empfangener georeferenzierter Nachrichten in
einer Grossdarstellung auf einer das betreffende Gebiet umfassenden Karte.
19. System nach Anspruch 10, worin
das Netzwerk zur drahtlosen Übermittlung der georeferenzierten Nachrichten das Internet
ist.
1. Method for wireless transmission or exchange of georeferenced messages between a plurality
of mobile devices equipped with a localising system and at least one control centre
wherein
- the mobile devices and control centre are in the form of transceivers.
- a georeferenced message is generated in a first transceiver,
- at least one second transceiver is defined as receiver of this georeferenced message,
- the georeferenced message is transmitted to the control centre and from there is
sent to the defined receiver or is kept ready for retrieval,
- the second transceiver(s) display(s) the message in georeferenced form.
2. Method according to claim 1. wherein
the first transceiver shows the map of the surrounding area of the location detected
by the localising system.
3. Method according to claim 1,
wherein
the georeferenced message consists of at least two partial messages, of which
- the first partial message is a text message or an image representation which preferably
concerns a statement of facts or an event, and
- the second partial message represents co-ordinate details in a co-ordinate system
known to the transceiver.
4. Method according to claim 2, wherein
in addition to the georeference, the co-ordinate system or an identification of the
co-ordinate system to be used is transmitted by the transmitter.
5. Method according to claim 3, wherein
the first message is linked with several georeferences.
6. Method according to claim 3, in which
the display on the transceiver is provided on two or more screen pages, a first screen
page showing the first message as text and a second screen page showing a map.
7. Method according to claim 3, in which
a simultaneous display on the transceiver is provided on a single screen page, while
the screen page is divided into a text field for displaying the first message and
a map field for displaying the georeference.
8. Method according to at least one of the preceding claims, in which the production and/or entry of the georeference occurs by means of selection, in
particular by clicking on a reference point on a map display on a screen page.
9. Method according to at least one of the preceding claims, in which all georeferenced messages received are simultaneously and automatically shown, i.e.
displayed immediately following receipt, in the control centre on a map covering the
area concerned.
10. System for implementing the method according to at least one of claims 1 to 9 for
the wireless transmission or for the exchange of georeferenced messages between mobile
devices in a network,
wherein
- a plurality of mobile devices in the form of transceivers and at least one control
centre in the form of a transceiver are provided,
- wherein each mobile device is provided with a localising system and has addressing
means for other mobile devices and the control centre and
- the control centre has means of storage for buffer storage of received georeferenced
messages, addressing means for all addressable mobile devices and transmission means
for transmitting the buffered georeferenced messages.
11. System according to claim 10, wherein
the transceivers are in principle of identical construction and have means for both
transmitting and receiving and for displaying transmitted georeferenced messages.
12. System according to claim 10, in which
the control centre is a message server for controlling and retrievably storing the
transmission traffic and for storing the map material necessary for the georeferencing.
13. System according to claim 10, in which
the localising system is in the form of a GPS with a stored map.
14. System according to claim 11, in which
the transmitted georeferenced message includes a map display which shows the location
of the transmitting mobile device detected by means of the localising system and the
surrounding area of this location.
15. System according to claim 11, in which
the receiving mobile device contains a map display which shows the location of the
transmitting mobile device detected by means of the localising system and the surrounding
area of this location.
16. System according to at least one of claims 10 to 15, in which
the mobile devices include manual keys which can be used even in difficult conditions.
in particular when wearing gloves.
17. System according to at least one of claims iso to 15,
in which
- the control centre further contains:
- storage means for recording map material,
- means of retrieval and transmission of the map material required by a mobile device.
18. System according to at least one of claims 10 to 15, characterised in that
means are provided in the control centre for the automatic, simultaneous display,
immediately following receipt, of received georeferenced messages in a large display
on a map covering the area concerned.
19. System according to claim 10, in which
the network for wireless transmission of the georeferenced messages is the Internet.
1. Procédé de transmission sans fil ou d'échange de messages géoréférencés entre une
pluralité d'appareils mobiles pourvus d'un système de localisation et au moins une
centrale, dans lequel
- appareils mobiles et centrale sont réalisés sous la forme d'émetteurs-récepteurs,
- un message géoréférencé est généré dans un premier émetteur-récepteur,
- au moins un deuxième émetteur-récepteur est défini comme destinataire de ce message
géoréférencé,
- le message géoréférencé est transmis à la centrale et de là envoyé au destinataire
défini ou tenu prêt au rappel,
- le ou les deuxième(s) émetteur(s)-récepteur(s) présente(nt) le message reçu de manière
géoréférencée.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel
le premier émetteur-récepteur affiche la carte de l'environnement du lieu respectif
déterminé par le système de localisation.
3. Procédé selon la revendication 1, dans lequel
le message géoréférencé se compose d'au moins deux messages partiels, dont
- le premier message partiel est un message textuel ou une représentation visuelle
qui concerne de préférence un état de fait ou un événement, et
- le deuxième message partiel représente une indication de coordonnées dans un système
de coordonnées connu de l'émetteur-récepteur.
4. Procédé selon la revendication 2, dans lequel
en plus de la géoréférence, l'émetteur transmet aussi le système de coordonnées ou
une identification du système de coordonnées à utiliser.
5. Procédé selon la revendication 3, dans lequel
le premier message est associé à plusieurs géoréférences.
6. Procédé selon la revendication 3, dans lequel
la représentation sur l'émetteur-récepteur a lieu sur deux pages écran ou plus, une
première page écran montrant le premier message sous forme de texte et une deuxième
page écran montrant une carte.
7. Procédé selon la revendication 3, dans lequel
une représentation simultanée a lieu sur une seule page écran sur l'émetteur-récepteur,
la page écran étant divisée en un champ de texte pour la représentation du premier
message et un champ de carte pour la représentation de la géoréférence.
8. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes, dans lequel
la génération ou l'entrée de la géoréférence s'effectue par sélection, en particulier
en cliquant sur un point de référence d'une représentation cartographique sur une
page écran:
9. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes, dans lequel
dans la centrale a lieu une représentation automatisée, c'est-à-dire affichée immédiatement
après réception et simultanée de tous les messages géoréférencés reçus sur une carte
comprenant la région concernée.
10. Système pour réaliser le procédé selon au moins l'une des revendications 1 à 9 pour
la transmission sans fil ou l'échange de messages géoréférencés entre des appareils
mobiles sur un réseau, dans lequel
- une pluralité d'appareils mobiles réalisés sous la forme d'émetteurs-récepteurs
et au moins une centrale réalisée sous la forme d'un émetteur-récepteur sont prévues,
- chaque appareil mobile étant pourvu d'un système de localisation et présentant des
moyens d'adressage pour d'autres appareils mobiles et la centrale et
- la centrale présente des moyens de mémorisation pour le stockage temporaire de messages
géoréférencés reçus, des moyens d'adressage pour tous les appareils mobiles adressables
et des moyens d'émission pour transmettre les messages géoréférencés stockés temporairement.
11. Système selon la revendication 10, dans lequel
les émetteurs-récepteurs possèdent la même structure de principe et présentent des
moyens aussi bien pour émettre que pour recevoir et pour représenter des messages
géoréférencés transmis.
12. Système selon la revendication 10, dans lequel
la centrale est un serveur de messages pour la commande et le stockage avec possibilité
de rappel du trafic de transmission et pour le stockage du matériel cartographique
nécessaire pour le géoréférencement.
13. Système selon la revendication 10, dans lequel
le système de localisation est réalisé sous la forme d'un GPS avec une carte mémorisée.
14. Système selon la revendication 11, dans lequel
le message géoréférencé transmis comprend une représentation cartographique qui indique
le lieu de l'appareil mobile émetteur déterminé au moyen du système de localisation
et l'environnement de ce lieu.
15. Système selon la revendication 11, dans lequel
l'appareil mobile récepteur contient une représentation cartographique qui affiche
le lieu de l'appareil mobile émetteur déterminé au moyen du système de localisation
et l'environnement de ce lieu.
16. Système selon au moins l'une des revendications 10 à 15, dans lequel
les appareils mobiles comprennent des touches manuelles qui peuvent être actionnées
même dans des conditions difficiles, en particulier avec des gants.
17. Système selon au moins l'une des revendications 10 à 15, dans lequel
la centrale contient en outre :
- des moyens de mémorisation pour l'enregistrement de matériel cartographique,
- des moyens pour appeler et transmettre le matériel cartographique dont un appareil
mobile a besoin.
18. Système selon au moins l'une des revendications 10 à 15, caractérisé en ce que
dans la centrale, il est prévu des moyens pour la représentation automatisée, simultanée,
affichée immédiatement après réception de messages géoréférencés reçus, en représentation
agrandie sur une carte comprenant la région concernée.
19. Système selon la revendication 10, dans lequel
le réseau de transmission sans fil des messages géoréférencés est l'internet.