[0001] Die vorliegende Anmeldung betrifft Mittel zur Reinigung von Geschirr. Insbesondere
betrifft diese Anmeldung flüssige Mittel für die maschinelle Geschirreinigung sowie
deren Verwendung zur Reinigung bleichbarer Anschmutzungen.
[0002] Geschirrspülmittel stehen dem Verbraucher in einer Vielzahl von Angebotsformen zur
Verfügung. Neben den traditionellen flüssigen Handgeschirrspülmitteln haben mit der
Verbreitung von Haushaltsgeschirrspülmaschinen insbesondere die maschinellen Geschirrspülmittel
eine große Bedeutung. Diese maschinellen Geschirrspülmittel werden dem Verbraucher
typischerweise in fester Form, beispielsweise als Pulver oder als Tabletten, angeboten.
[0003] Eines der Hauptziele der Hersteller maschineller Reinigungsmittel ist die Verbesserung
der Reinigungsleistung dieser Mittel, wobei in jüngster Zeit ein verstärktes Augenmerk
auf die Reinigungsleistung bei Niedrigtemperatur-Reinigungsgängen bzw. in Reinigungsgängen
mit verringertem Wasserverbrauch gelegt wird.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgaben wurden den Reinigungsmitteln vorzugsweise neue Inhaltsstoffe,
beispielsweise wirksamere Tenside, Polymere oder Bleichmittel zugesetzt.
[0005] Da neue Inhaltsstoffe jedoch nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehen und die
pro Reinigungsgang eingesetzte Menge der Inhaltsstoffe aus ökologischen und wirtschaftlichen
Gründen nicht in beliebigem Maße erhöht werden kann, sind diesem Lösungsansatz natürliche
Grenzen gesetzt.
[0006] Weiterhin weisen einige der bekannten Inhaltsstoffe neben der erwünschten wasch-
oder reinigungsaktiven Wirkung weiterhin unerwünschte Wirkungen auf. So verursachen
stark alkalische Reiniger beispielsweise Schäden in der Silikatstruktur von Gläsern,
der Zusatz von Bleichmittel erhöht andererseits die reizende Wirkung dieser Mittel
bei Kontakt durch den Verbraucher. Eine Begrenzung dieser Inhaltsstoffe ist also aus
Sicht des Anwenders wünschenswert.
[0007] Dieser Anmeldung lag daher die Aufgabe zugrunde, ein Reinigungsmittel für die Geschirreinigung
bereitzustellen, das sich gegenüber herkömmlichen Geschirreinigungsmitteln auch bei
Niedrigtemperatur-Reinigungsgängen bzw. bei Reinigungsgängen mit geringem Wasserverbrauch
durch eine verbesserte Reinigungsleistung auszeichnet. Insbesondere sollte das Geschirreinigungsmittel
trotz eines geringen Gehaltes an Bleichmitteln durch eine verbesserte Reinigungsleistung
gegenüber bleichbaren Anschmutzungen auszeichnen. Zu den bleichbaren Anschmutzungen
zählen dabei beispielsweise Anschmutzungen durch Tee oder pflanzliche Farbstoffe beispielsweise
aus Gemüse oder Obst. Diese Aufgabe wurde durch ein maschinelles Geschirrspülmittel
gemäβ Anspruch 1 gelöst.
[0008] Die in den erfindungsgemäßen Geschirrspülmitteln getrennt voneinander vorliegenden
flüssigen Reinigungsmittel A und B enthalten neben weiteren wasch- oder reinigungsaktiven
Inhaltsstoffen Gerüststoffe. Zu den Gerüststoffe zählen dabei insbesondere die Zeolithe,
Silikate, Carbonate, organische Cobuilder und -wo keine ökologischen Vorurteile gegen
ihren Einsatz bestehen- auch die Phosphate.
[0009] Mit besonderem Vorzug werden kristalline schichtförmige Silikate der allgemeinen
Formel NaMSi
xO
2x+1 yH
2O eingesetzt, worin M Natrium oder Wasserstoff darstellt, x eine Zahl von 1,9 bis
22, vorzugsweise von 1,9 bis 4, wobei besonders bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4
sind, und y für eine Zahl von 0 bis 33, vorzugsweise von 0 bis 20 steht. Die kristallinen
schichtförmigen Silikate der Formel NaMSi
xO
2x+1 y H
2O werden beispielsweise von der Firma Clariant GmbH (Deutschland) unter dem Handelsnamen
Na-SKS vertrieben. Beispiele für diese Silikate sind Na-SKS-1 (Na
2Si
22O
45 x H
2O, Kenyait), Na-SKS-2 (Na
2Si
14O
29 · x H
2O, Magadiit), Na-SKS-3 (Na
2Si
8O
17 · x H
2O) oder Na-SKS-4 (Na
2Si
4O
9 · x H
2O, Makatit).
[0010] Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung besonders geeignet sind kristalline Schichtsilikate
der Formel NaMSi
xO
2x+1 ·
yH
2O, in denen x für 2 steht. Insbesondere sind sowohl β-als auch δ-Natriumdisilikate
Na
2Si
2O
5 ·
yH
2O sowie weiterhin vor allem Na-SKS-5 (α-Na
2Si
2O
5), Na-SKS-7 (β-Na
2Si
2O
5, Natrosilit), Na-SKS-9 (NaHSi
2O
s · H
2O), Na-SKS-10 (NaHSi
2O
5 · 3 H
2O, Kanemit), Na-SKS-11 (t-Na
2Si
2O
5) und Na-SKS-13 (NaHSi
2O
5), insbesondere aber Na-SKS-6 (δ-Na
2Si
2O
5) bevorzugt.
[0011] Die flüssigen Reinigungsmittel A und/oder B enthalten vorzugsweise einen Gewichtsanteil
des kristallinen schichtförmigen Silikats der Formel NaMSi
xO
2x+1 · y H
2O von 0,1 bis 20 Gew.-% von 0,2 bis 15 Gew.-% und insbesondere von 0,4 bis 10 Gew.-%,
jeweils bezogen auf das Gewicht des jeweiligen Reinigungsmittels A oder B, enthalten
sind.
[0012] Einsetzbar sind auch amorphe Natriumsilikate mit einem Modul Na
2O : SiO
2 von 1:2 bis 1:3,3, vorzugsweise von 1:2 bis 1:2,8 und insbesondere von 1:2 bis 1:2,6,
welche vorzugsweise löseverzögert sind und Sekundärwascheigenschaften aufweisen. Die
Löseverzögerung gegenüber herkömmlichen amorphen Natriumsilikaten kann dabei auf verschiedene
Weise, beispielsweise durch Oberflächenbehandlung, Compoundierung, KompaktierungNerdichtung
oder durch Übertrocknung hervorgerufen worden sein. Im Rahmen dieser Erfindung wird
unter dem Begriff "amorph" verstanden, dass die Silikate bei Röntgenbeugungsexperimenten
keine scharfen Röntgenreflexe liefern, wie sie für kristalline Substanzen typisch
sind, sondern allenfalls ein oder mehrere Maxima der gestreuten Röntgenstrahlung,
die eine Breite von mehreren Gradeinheiten des Beugungswinkels aufweisen.
[0013] Alternativ oder in Kombination mit den vorgenannten amorphen Natriumsilikaten röntgenamorphe
Silikate eingesetzt, deren Silikatpartikel bei Elektronenbeugungsexperimenten verwaschene
oder sogar scharfe Beugungsmaxima liefern. Dies ist so zu interpretieren, dass die
Produkte mikrokristalline Bereiche der Größe zehn bis einige Hundert nm aufweisen,
wobei Werte bis max. 50 nm und insbesondere bis max. 20 nm bevorzugt sind. Derartige
röntgenamorphe Silikate, weisen ebenfalls eine Löseverzögerung gegenüber den herkömmlichen
Wassergläsern auf. Insbesondere bevorzugt sind verdichtete/kompaktierte amorphe Silikate,
compoundierte amorphe Silikate und übertrocknete röntgenamorphe Silikate.
[0014] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, dass diese(s) Silikat(e),
vorzugsweise Alkalisilikate, besonders bevorzugt kristalline oder amorphe Alkalidisilikate,
in den flüssigen Reinigungsmittel A und/oder B in Mengen von 2 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise
von 3 bis 30 Gew.-% und insbesondere von 5 bis 25 Gew.-%, jeweils bezogen auf das
Gewicht des jeweiligen Reinigungsmittels A oder B, enthalten sind.
[0015] Selbstverständlich ist auch ein Einsatz der allgemein bekannten Phosphate als Buildersubstanzen
möglich, sofern ein derartiger Einsatz nicht aus ökologischen Gründen vermieden werden
sollte. Unter der Vielzahl der kommerziell erhältlichen Phosphate haben die Alkalimetaliphosphate
unter besonderer Bevorzugung von Pentanatrium- bzw. Pentakaliumtriphosphat (Natrium-
bzw. Kaliumtripolyphosphat) in der Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie die größte
Bedeutung.
[0016] Alkalimetallphosphate ist dabei die summarische Bezeichnung für die Alkalimetall-
(insbesondere Natrium- und Kalium-) Salze der verschiedenen Phosphorsäuren, bei denen
man Metaphosphorsäuren (HPO
3)
n und Orthophosphorsäure H
3PO
4 neben höhermolekularen Vertretern unterscheiden kann. Die Phosphate vereinen dabei
mehrere Vorteile in sich: Sie wirken als Alkaliträger, verhindern Kalkbeläge auf Maschinenteilen
bzw. Kalkinkrustationen in Geweben und tragen überdies zur Reinigungsleistung bei.
[0017] Technisch besonders wichtige Phosphate sind das Pentanatriumtriphosphat, Na
5P
3O
10 (Natriumtripolyphosphat) sowie das entsprechende Kaliumsalz Pentakaliumtriphosphat,
K
5P
3O
10 (Kaliumtripolyphosphat). Erfindungsgemäß bevorzugt eingesetzt werden weiterhin die
Natriumkaliumtripolyphosphate.
[0018] Werden im Rahmen der vorliegenden Anmeldung Phosphate als wasch- oder reinigungsaktive
Substanzen in den flüssigen Reinigungsmitteln A und/oder B eingesetzt, so enthalten
bevorzugte Kombinationsprodukte diese(s) Phosphat(e), vorzugsweise Alkalimetallphosphat(e),
besonders bevorzugt Pentanatrium- bzw. Pentakaliumtriphosphat (Natrium- bzw. Kaliumtripolyphosphat),
in Mengen von 5 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise von 15 bis 45 Gew.-% uns insbesondere
von 20 bis 40 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht des jeweiligen Reinigungsmittels
A oder B, enthalten sind.
[0019] Als organische Cobuilder sind insbesondere Polycarboxylate / Polycarbonsäuren, polymere
Polycarboxylate, Asparaginsäure, Polyacetale, Dextrine, weitere organische Cobuilder
sowie Phosphonate zu nennen. Diese Stoffklassen werden nachfolgend beschrieben.
[0020] Brauchbare organische Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die in Form der freien
Säure und/oder ihrer Natriumsalze einsetzbaren Polycarbonsäuren, wobei unter Polycarbonsäuren
solche Carbonsäuren verstanden werden, die mehr als eine Säurefunktion tragen. Beispielsweise
sind dies Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Apfelsäure, Weinsäure,
Maleinsäure, Fumarsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA),
sofern ein derartiger Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist, sowie
Mischungen aus diesen. Die freien Säuren besitzen neben ihrer Builderwirkung typischerweise
auch die Eigenschaft einer Säuerungskomponente und dienen somit auch zur Einstellung
eines niedrigeren und milderen pH-Wertes von Wasch- oder Reinigungsmitteln. Insbesondere
sind hierbei Citronensäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Gluconsäure
und beliebige Mischungen aus diesen zu nennen.
[0021] Mit besonderem Vorzug wird als Gerüstsubstanz die Citronensäure oder Salze der Citronensäure
eingesetzt. Kombinationsprodukte, dadurch gekennzeichnet, dass das Kombinationsprodukt
Citronensäure oder ein Salz der Citronensäure enthält und das der Gewichtsanteil der
Citronensäure oder des Salzes der Citronensäure, bezogen auf das Gesamtgewicht des
Kombinationsprodukts, zwischen 0,2 und 12 Gew.-%, bevorzugt zwischen 0,2 und 8 Gew.-%
und insbesondere zwischen 0,2 und 6 Gew.-% beträgt, werden erfindungsgemäß bevorzugt.
[0022] Eine weitere besonders bevorzugte Gerüstsubstanz ist die Methylglycindiessidsäure
(MGDA). Kombinationsprodukte, dadurch gekennzeichnet, dass das Kombinationsprodukt
Methylglycindiessigsäure oder ein Salz der Methylglycindiessigsäure enthält und das
der Gewichtsanteil der Methylglycindiessigsäure oder des Salzes der Methylglycindiessigsäure,
bezogen auf das Gesamtgewicht des Kombinationsprodukts, zwischen 0,2 und 12 Gel.-%,
bevorzugt zwischen 0,2 und 8 Gew.-% und insbesondere zwischen 0,2 und 6 Gew.-% beträgt,
werden erfindungsgemäß bevorzugt.
[0023] Als Gerüststoffe sind weiter polymere Polycarboxylate geeignet, dies sind beispielsweise
die Alkalimetallsalze der Polyacrylsäure oder der Polymethacrylsäure, beispielsweise
solche mit einer relativen Molekülmasse von 500 bis 70000 g/mol.
[0024] Bei den für polymere Polycarboxylate angegebenen Molmassen handelt es sich im Sinne
dieser Schrift um gewichtsmittlere Molmassen M
w der jeweiligen Säureform, die grundsätzlich mittels Gelpermeationschromatographie
(GPC) bestimmt wurden, wobei ein UV-Detektor eingesetzt wurde. Die Messung erfolgte
dabei gegen einen externen Polyacrylsäure-Standard, der aufgrund seiner strukturellen
Verwandtschaft mit den untersuchten Polymeren realistische Molgewichtswerte liefert.
Diese Angaben weichen deutlich von den Molgewichtsangaben ab, bei denen Polystyrolsulfonsäuren
als Standard eingesetzt werden. Die gegen Polystyrolsulfonsäuren gemessenen Molmassen
sind in der Regel deutlich höher als die in dieser Schrift angegebenen Molmassen.
[0025] Geeignete Polymere sind insbesondere Polyacrylate, die bevorzugt eine Molekülmasse
von 2000 bis 20000 g/mol aufweisen. Aufgrund ihrer überlegenen Löslichkeit können
aus dieser Gruppe-wiederum die kurzkettigen Polyacrylate, die Molmassen von 2000 bis
10000 g/mol, und besonders bevorzugt von 3000 bis 5000 g/mol, aufweisen, bevorzugt
sein.
[0026] Geeignet sind weiterhin copolymere Polycarboxylate, insbesondere solche der Acrylsäure
mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Maleinsäure. Als besonders
geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure erwiesen, die 50 bis
90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten. Ihre relative Molekülmasse,
bezogen auf freie Säuren, beträgt im allgemeinen 2000 bis 70000 g/mol, vorzugsweise
20000 bis 50000 g/mol und insbesondere 30000 bis 40000 g/mol.
[0027] Der Gehalt von Wasch- oder Reinigungsmitteln an (co-)polymeren Polycarboxylaten beträgt
vorzugsweise 0,1 bis 10 Gew.-%, bevorzugt 0,2 bis 8 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,4
bis 6 Gew.-% und insbesondere zwischen 0,4 und 4 Gew.-%.
[0028] Zur Verbesserung der Wasserlöslichkeit können die Polymere auch Allylsulfonsäuren,
wie beispielsweise Allyloxybenzolsulfonsäure und Methallylsulfonsäure, als Monomer
enthalten.
[0029] Insbesondere bevorzugt sind auch biologisch abbaubare Polymere aus mehr als zwei
verschiedenen Monomereinheiten, beispielsweise solche, die als Monomere Salze der
Acrylsäure und der Maleinsäure sowie Vinylalkohol bzw. Vinylalkohol-Derivate oder
die als Monomere Salze der Acrylsäure und der 2-Alkylallylsulfonsäure sowie Zucker-Derivate
enthalten.
[0030] Weitere bevorzugte Copolymere sind solche, die als Monomere vorzugsweise Acrolein
und Acrylsäure/Acrylsäuresalze bzw. Acrolein und Vinylacetat aufweisen.
[0031] Ebenso sind als weitere bevorzugte Buildersubstanzen polymere Aminodicarbonsäuren,
deren Salze oder deren Vorläufersubstanzen zu nennen. Besonders bevorzugt sind Polyasparaginsäuren
bzw. deren Salze.
[0032] Weitere geeignete Buildersubstanzen sind Polyacetale, welche durch Umsetzung von
Dialdehyden mit Polyolcarbonsäuren, welche 5 bis 7 C-Atome und mindestens 3 Hydroxylgruppen
aufweisen, erhalten werden können. Bevorzugte Polyacetale werden aus Dialdehyden wie
Glyoxal, Glutaraldehyd, Terephthalaldehyd sowie deren Gemischen und aus Polyolcarbonsäuren
wie Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure erhalten.
[0033] Weitere geeignete organische Buildersubstanzen sind Dextrine, beispielsweise Oligomere
bzw. Polymere von Kohlenhydraten, die durch partielle Hydrolyse von Stärken erhalten
werden können. Die Hydrolyse kann nach üblichen, beispielsweise säure- oder enzymkatalysierten
Verfahren durchgeführt werden. Vorzugsweise handelt es sich um Hydrolyseprodukte mit
mittleren Molmassen im Bereich von 400 bis 500000 g/mol. Dabei ist ein Polysaccharid
mit einem Dextrose-Äquivalent (DE) im Bereich von 0,5 bis 40, insbesondere von 2 bis
30 bevorzugt, wobei DE ein gebräuchliches Maß für die reduzierende Wirkung eines Polysaccharids
im Vergleich zu Dextrose, welche ein DE von 100 besitzt, ist. Brauchbar sind sowohl
Maltodextrine mit einem DE zwischen 3 und 20 und Trockenglucosesirupe mit einem DE
zwischen 20 und 37 als auch sogenannte Gelbdextrine und Weißdextrine mit höheren Molmassen
im Bereich von 2000 bis 30000 g/mol.
[0034] Bei den oxidierten Derivaten derartiger Dextrine handelt es sich um deren Umsetzungsprodukte
mit Oxidationsmitteln, welche in der Lage sind, mindestens eine Alkoholfunktion des
Saccharidrings zur Carbonsäurefunktion zu oxidieren.
[0035] Auch Oxydisuccinate und andere Derivate von Disuccinaten, vorzugsweise Ethylendiamindisuccinat,
sind weitere geeignete Cobuilder. Dabei wird Ethylendiamin-N,N'-disuccinat (EDDS)
bevorzugt in Form seiner Natrium- oder Magnesiumsalze verwendet. Weiterhin bevorzugt
sind in diesem Zusammenhang auch Glycerindisuccinate und Glycerintrisuccinate.
[0036] Weitere brauchbare organische Cobuilder sind beispielsweise acetylierte Hydroxycarbonsäuren
bzw. deren Salze, welche gegebenenfalls auch in Lactonform vorliegen können und welche
mindestens 4 Kohlenstoffatome und mindestens eine Hydroxygruppe sowie maximal zwei
Säuregruppen enthalten.
[0037] Darüber hinaus können alle Verbindungen, die in der Lage sind, Komplexe mit Erdalkalüonen
auszubilden, als Gerüststoffe eingesetzt werden.
[0038] Als weiteren Bestandteil enthält das Reinigungsmittel A der erfindungsgemäßen Geschirrspülmittel
zur Steigerung der Reinigungsleistung eine Kombination von Protease- und Amylase-Zubereitungen.
Diese Enzyme sind im Prinzip natürlichen Ursprungs; ausgehend von den natürlichen
Molekülen stehen für den Einsatz in Reinigungsmitteln verbesserte Varianten zur Verfügung,
die entsprechend bevorzugt eingesetzt werden. Reinigungsmittel enthalten Enzyme vorzugsweise
in Gesamtmengen von 1 x 10
-6 bis 5 Gew.-% bezogen auf aktives Protein. Die Proteinkonzentration kann mit Hilfe
bekannter Methoden, zum Beispiel dem BCA-Verfahren oder dem Biuret-Verfahren bestimmt
werden.
[0039] Unter den Proteasen sind solche vom Subtilisin-Typ bevorzugt. Beispiele hierfür sind
die Subtilisine BPN' und Carlsberg sowie deren weiterentwickelte Formen, die Protease
PB92. die Subtilisine 147 und 309, die Alkalische Protease aus
Bacillus lentus, Subtilisin DY und die den Subtilasen, nicht mehr jedoch den Subtilisinen im engeren
Sinne zuzuordnenden Enzyme Thermitase, Proteinase K und die Proteasen TW3 und TW7.
[0040] Beispiele für erfindungsgemäß einsetzbare Amylasen sind die α-Amylasen aus
Bacillus licheniformis, aus
B. amyloliquefaciens, aus
B. stearothermophilus, aus
Aspergillus niger und
A.
oryzae sowie die für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln verbesserten Weiterentwicklungen
der vorgenannten Amylasen. Desweiteren sind für diesen Zweck die α-Amylase aus
Bacillus sp. A 7-7 (DSM 12368) und die Cyclodextrin-Glucanotransferase (CGTase) aus
B. agaradherens (DSM 9948) hervorzuheben.
[0041] Als besonders geeignet für den Einsatz in erfindungsgemäßen Mitteln, insbesondere
im Hinblick auf die weiter unten beschriebene zeitversetzte Dosierung der Reinigungsmittel
A und B hat sich eine α-Amylase-Variante erwiesen, die entweder aus einer mit der
α-Amylase AA560 homologisierbaren Ausgangs-α-Amylase über Aminosäureänderungen in
folgenden Positionen erhalten werden kann: 9, 149, 182, 186, 202, 257, 295, 299, 323,
339, 345 und optional weiteren (in der Zählung gemäß der α-Amylase AA560) oder die
aus der α-Amylase AA560 über folgende Aminosäureänderungen erhalten werden kann:
- (1)
- M9L / M2021,
- (2)
- M9L / M2021 / M323T,
- (3)
- M9L / M2021 / M323T / M382Y,
- (4)
- M9L / M2021 / Y295F / A339S,
- (5)
- M9L / M2021 / Y295F,
- (6)
- M9L / M2021 / A339S,
- (7)
- M9L / M2021 / Y295F / A339S,
- (8)
- M9L / M2021 / Y295F / A339S / E345R,
- (9)
- M9L / G149A / M2021 / Y295F / A339S 1 E345R,
- (10)
- M9L / M202L,
- (11)
- M9L / M202L / M323T,
- (12)
- M9L / M202L / M323T / M382Y,
- (13)
- M9L / M202L / Y295F / A339S,
- (14)
- M9L / M202L / Y295F,
- (15)
- M9L / M202L / A339S,
- (16)
- M9L / M202L / Y295F / A339S,
- (17)
- M9L / M202L / Y295F / A339S, E345R,
- (18)
- M9L / G149A / M202L / Y295F / A339S / E345R,
- (19)
- M9L / M202T,
- (20)
- M9L / M202T / M323T,
- (21)
- M9L / M202T / M323T / M382Y,
- (22)
- M9L / M202T / Y295F / A339S,
- (23)
- M9L / M202T / Y295F,
- (24)
- M9L M202T / A339S,
- (25)
- M9L / M202T / Y295F / A339S,
- (26)
- M9L / M202T / Y295F / A339S / E345R,
- (27)
- M9L / G149A / M202T / Y295F / A339S / E345R,
- (28)
- M9L / G149A / M202I / V214T / Y295F / N299Y / M323T / A339S / E345R,
- (29)
- M9L / G149A / M202L / V214I / Y295F / M323T / A339S / E345R / M382Y,
- (30)
- M9L / G149A / G182T / G186A / M202I / V214I / Y295F / N299Y / M323T / A339S,
- (31)
- M9L / G149A / G182T / G186A / M202L / T257I / Y295F / N299Y / M323T / A339S / E345R,
- (32)
- M9L / G149A / M202L / V214T / Y295F / N299Y / M323T / A339S / E345R,
- (33)
- M9L / G149A / M202I / V214I / Y295F / M323T / A339S / E345R / M382Y,
- (34)
- M9L / G149A / G182T / G186A / M202L / V214I / Y295F / N299Y / M323T / A339S,
- (35)
- M9L / G149A / G182T / G186A / M202I / T257I / Y295F / N299Y / M323T / A339S /.E345R,
- (36)
- M9L / G149A / M202I / V214T / Y295F / N299Y / M323T / A339S / E345R / N471E,
- (37)
- M9L / G149A / M202L / V214I / Y295F / M323T / A339S / E345R / M382Y / N471 E,
- (38)
- M9L / G149A / G182T / G186A / M202I / V214I / Y295F / N299Y / M323T / A339S /N471
E,
- (39)
- M9L / G149A / G182T / G186A / M202L / T257I / Y295F / N299Y / M323T / A339S / E345R
/ N471E,
- (40)
- M202L / M105F / M208F,
- (41)
- G133E / M202L / Q361E,
- (42)
- G133E / M202L / R444E,
- (43)
- M202L / Y295F,
- (44)
- M202L / A339S,
- (45)
- M202L / M323T,
- (46)
- M202L / M323T / M309L,
- (47)
- M202L / M323T / M4301,
- (48)
- M202L / V214T / R444Y,
- (49)
- M202L / N283D / Q361 E,
- (50)
- M202L / M382Y / K383R,
- (51)
- M202L / K446R / N484Q,
- (52)
- M2021 / Y295F,
- (53)
- M2021 / A339S,
- (54)
- M2021 / M105F / M208F,
- (55)
- G133E / M2021 / Q361 E,
- (56)
- G133E / M2021 / R444E,
- (57)
- M2021 / M323T,
- (58)
- M2021 / M323T / M309L,
- (59)
- M2021 / M323T / M4301,
- (60)
- M2021 / V214T / R444Y,
- (61)
- M2021 / N283D / Q361E,
- (62)
- M202I / M382Y / K383R,
- (63)
- M202I / K446R / N484Q,
- (64)
- M202V / M105F / M208F,
- (65)
- G133E / M202V / Q361E,
- (66)
- G133E / M202V / R444E,
- (67)
- M202V / M323T,
- (68)
- M202V / M323T / M309L,
- (69)
- M202V / M323T / M430I,
- (70)
- M202V / M323T / M9L,
- (71)
- M202V / V214T / R444Y,
- (72)
- M202V / N283D / Q361E,
- (73)
- M202V / M382Y / K383R,
- (74)
- M202V / K446R / N484Q,
- (75)
- M202T / M105F / M208F,
- (76)
- G133E / M202T / Q361E,
- (77)
- G133E / M202T / R444E,
- (78)
- M202T / Y295F,
- (79)
- M202T / A339S,
- (80)
- M202T / M323T,
- (81)
- M202T / M323T / M309L,
- (82)
- M202T / M323T / M430I,
- (83)
- M202T / M323T / M9L,
- (84)
- M202T / V214T / R444Y,
- (85)
- M202T / N283D / Q36IE,
- (86)
- M202T / A339S,
- (87)
- M202T / Y295F
- (88)
- M202T / N299F,Y,
- (89)
- M202T / M382Y / K383R oder
- (90)
- M202T / K446R / N484Q
[0042] Mit besonderem Vorzug ist die α-Amylase-Variante durch zusätzlich eine oder mehrere
Aminosäureänderungen in folgenden Positionen gegenüber einer mit der α-Amylase AA560
homologisierbaren Ausgangs-α-Amylase gekennzeichnet ist: 118, 183, 184, 195, 320 und
458 (in der Zählung gemäß der α-Amylase AA560), wobei die α-Amylase-Variante vorzugsweise
insbesondere folgende Aminosäurepositionsbelegungen aufweist: 118K, 183- (Deletion),
184- (Deletion), 195F, 320K und/oder 458K (in der Zählung gemäß der α-Amylase AA560).
[0043] Eine α-Amylase-Variante, welche von der α-Amylase AA560 oder einem Derivat davon
abgeleitet werden kann und vorzugsweise von dieser selbst abgeleitet worden ist, wird
besonders bevorzugt. Besonders bevorzugt werden insbesondere solche erfindungsgemäßen
Reinigungsmittel, die eine α-Amylase-Variante enthalten, welche gegenüber der α-Amylase
AA560 eine der folgenden Aminosäureänderungen aufweist:
(10) M9L / M202L,
(28) M9L / G149A / M202I / V214T / Y295F / N299Y / M323T / A339S / E345R,
(31) M9L / G149A / G182T / G186A / M202L / T257I / Y295F / N299Y / M323T / A339S /
E345R,
(35) M9L / G149A / G182T / G186A / M202I / T257I / Y295F / N299Y / M323T / A339S /
E345R,
(38) M9L / G149A / G182T / G186A / M202I / V214I / Y295F / N299Y / M323T / A339S /
N471E,
(39) M9L / G149A / G182T / G186A / M202L / T257I / Y295F / N299Y / M323T / A339S /
E345R /N471E,
(45) M202L / M323T,
(46) M202L / M323T / M309L,
(62) M202I / M382Y / K383R,
(68) M202V / M323T / M309L,
(73) M202V / M382Y / K383R
(82) M202T / M323T / M430I
(84) M202T / V214T / R444Y.
[0044] Die vorgenannten bevorzugt eingesetzten α-Amylase Varianten haben sich insbesondere
bei der Lagerund und Dosierung mittels automatischer Dosiersysteme, welche ausreichend
Reinigungsmittel für mehrere Reinigungsgänge enthalten, weshalb diese Reinigungsmittel
in diesen Dosiersystemen für eine längere Zeit gelagert werden, durch eine überdurchschnittliche
Lagerstabilität und Reinigungsleistung ausgezeichnet.
[0045] - In Ergänzung der beschriebenen α-Amylase Variante enthalten erfindungsgemäß bevorzugte
Reinigungsmittel, insbesondere Reinigungsmittel für die zeitversetzte Dosierung, eine
Protease, vorzugsweise eine Subtilisin-Protease, wobei es sich bei der Subtilisin-Protease
um eine Wildtyp-Protease oder um eine Protease-Variante handelt und es sich bei der
Protease-Variante vorzugsweise um eine mit einer Aminosäureänderung gegenüber einer
mit der Alkalischen Protease aus
Bacillus lentus homologisierbaren Ausgangs-Protease in einer oder mehreren der folgenden Positionen
handelt: 3, 4, 36, 42, 43, 47, 56, 61, 69, 87, 96, 99, 101, 102, 104, 114, 118, 120,
130, 139, 141, 142, 154, 157, 188, 193, 199, 205, 211, 224, 229, 236, 237, 242, 243,
250, 253, 255 und 268, in der Zählung der Alkalischen Protease aus
Bacillus lentus.
[0046] Erfindungsgemäß einsetzbar sind weiterhin Lipasen oder Cutinasen, insbesondere wegen
ihrer Triglycerid-spaltenden Aktivitäten, aber auch, um aus geeigneten Vorstufen
in situ Persäuren zu erzeugen. Hierzu gehören beispielsweise die ursprünglich aus
Humicola lanuginosa (
Thermomyces lanuginosus) erhältlichen, beziehungsweise weiterentwickelten Lipasen, insbesondere solche mit
dem Aminosäureaustausch D96L. Desweiteren sind beispielsweise die Cutinasen einsetzbar,
die ursprünglich aus
Fusarium solani pisi und
Humicola insolens isoliert worden sind. Einsetzbar sind weiterhin Lipasen, beziehungsweise Cutinasen,
deren Ausgangsenzyme ursprünglich aus
Pseudomonas mendocina und
Fusarium solanii isoliert worden sind.
[0047] Weiterhin können Enzyme eingesetzt werden, die unter dem Begriff Hemicellulasen zusammengefaßt
werden. Hierzu gehören beispielsweise Mannanasen, Xanthanlyasen, Pektinlyasen (=Pektinasen),
Pektinesterasen, Pektatlyasen, Xyloglucanasen (=Xylanasen), Pullulanasen und β-Glucanasen.
[0048] Zur Erhöhung der bleichenden Wirkung können erfindungsgemäß Oxidoreduktasen, beispielsweise
Oxidasen, Oxygenasen, Katalasen, Peroxidasen, wie Halo-, Chloro-, Bromo-, Lignin-,
Glucose- oder Mangan-peroxidasen, Dioxygenasen oder Laccasen (Phenoloxidasen, Polyphenoloxidasen)
eingesetzt werden. Vorteilhafterweise werden zusätzlich vorzugsweise organische, besonders
bevorzugt aromatische, mit den Enzymen wechselwirkende Verbindungen zugegeben, um
die Aktivität der betreffenden Oxidoreduktasen zu verstärken (Enhancer) oder um bei
stark unterschiedlichen Redoxpotentialen zwischen den oxidierenden Enzymen und den
Anschmutzungen den Elektronenfluss zu gewährleisten (Mediatoren).
[0049] Die Enzyme können in jeder nach dem Stand der Technik etablierten Form eingesetzt
werden. Hierzu gehören beispielsweise die durch Granulation, Extrusion oder Lyophilisierung
erhaltenen festen Präparationen oder, insbesondere bei flüssigen oder gelförmigen
Mitteln, Lösungen der Enzyme, vorteilhafterweise möglichst konzentriert, wasserarm
und/oder mit Stabilisatoren versetzt.
[0050] Alternativ können die Enzyme sowohl für die feste als auch für die flüssige Darreichungsform
verkapselt werden, beispielsweise durch Sprühtrocknung oder Extrusion der Enzymlösung
zusammen mit einem vorzugsweise natürlichen Polymer oder in Form von Kapseln, beispielsweise
solchen, bei denen die Enzyme wie in einem erstarrten Gel eingeschlossen sind oder
in solchen vom Kern-Schale-Typ, bei dem ein enzymhaltiger Kern mit einer Wasser-,
Luft- und/oder Chemikalien-undurchlässigen Schutzschicht überzogen ist. In aufgelagerten
Schichten können zusätzlich weitere Wirkstoffe, beispielsweise Stabilisatoren, Emulgatoren,
Pigmente, Bleich- oder Farbstoffe aufgebracht werden. Derartige Kapseln werden nach
an sich bekannten Methoden, beispielsweise durch Schüttel- oder Rollgranulation oder
in Fluid-bed-Prozessen aufgebracht. Vorteilhafterweise sind derartige Granulate, beispielsweise
durch Aufbringen polymerer Filmbildner, staubarm und aufgrund der Beschichtung lagerstabil.
[0051] Weiterhin ist es möglich, zwei oder mehrere Enzyme zusammen zu konfektionieren, so
dass ein einzelnes Granulat mehrere Enzymaktivitäten aufweist.
[0052] Ein Protein und/oder Enzym kann besonders während der Lagerung gegen Schädigungen
wie beispielsweise Inaktivierung, Denaturierung oder Zerfall etwa durch physikalische
Einflüsse, Oxidation oder proteolytische Spaltung geschützt werden. Bei mikrobieller
Gewinnung der Proteine und/oder Enzyme ist eine Inhibierung der Proteolyse besonders
bevorzugt, insbesondere wenn auch die Mittel Proteasen enthalten. Wasch- oder Reinigungsmittel
können zu diesem Zweck Stabilisatoren enthalten; die Bereitstellung derartiger Mittel
stellt eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dar.
[0053] Ein in einem erfindungsgemäßen Mittel enthaltenes Protein und/oder Enzym kann besonders
während der Lagerung gegen Schädigungen wie beispielsweise Inaktivierung, Denaturierung
oder Zerfall etwa durch physikalische Einflüsse, Oxidation oder proteolytische Spaltung
geschützt werden. Bei mikrobieller Gewinnung der Proteine und/oder Enzyme ist eine
Inhibierung der Proteolyse besonders bevorzugt, insbesondere wenn auch die Mittel
Proteasen enthalten. Bevorzugte erfindungsgemäße Mittel enthalten zu diesem Zweck
Stabilisatoren.
[0054] Eine Gruppe von Stabilisatoren sind reversible Proteaseinhibitoren. Häufig werden
hierfür Benzamidin-Hydrochlorid, Borax, Borsäuren, Boronsäuren oder deren Salze oder
Ester eingesetzt, darunter vor allem Derivate mit aromatischen Gruppen, etwa ortho-,
meta- oder para-substituierte Phenylboronsäuren, insbesondere 4-Formylphenyl-Boronsäure,
beziehungsweise die Salze oder Ester der genannten Verbindungen. Auch Peptidaldehyde,
das heißt Oligopeptide mit reduziertem C-Terminus, insbesondere solche aus 2 bis 50
Monomeren werden zu diesem Zweck eingesetzt. Zu den peptidischen reversiblen Proteaseinhibitoren
gehören unter anderem Ovomucoid und Leupeptin. Auch spezifische, reversible Peptid-Inhibitoren
für die Protease Subtilisin sowie Fusionsproteine aus Proteasen und spezifischen Peptid-Inhibitoren
sind hierfür geeignet.
[0055] Weitere Enzymstabilisatoren sind Aminoalkohole wie Mono-, Di-, Triethanol- und -Propanolamin
und deren Mischungen, aliphatische Carbonsäuren bis zu C
12, wie beispielsweise Bernsteinsäure, andere Dicarbonsäuren oder Salze der genannten
Säuren. Auch endgruppenverschlossene Fettsäureamidalkoxylate sind für diesen Zweck
geeignet. Bestimmte als Builder eingesetzte organische Säuren vermögen, wie in
WO 97/18287 offenbart, zusätzlich ein enthaltenes Enzym zu stabilisieren.
[0056] Niedere aliphatische Alkohole, vor allem aber Polyole, wie beispielsweise Glycerin,
Ethylenglykol, Propylenglykol oder Sorbit sind weitere häufig eingesetzte Enzymstabilisatoren.
Auch Di-Glycerinphosphat . schützt gegen Denaturierung durch physikalische Einflüsse.
Ebenso werden Calcium- und/oder Magnesiumsalze eingesetzt, wie beispielsweise Calciumacetat
oder Calcium-Formiat.
[0057] Polyamid-Oligomere oder polymere Verbindungen wie Lignin, wasserlösliche Vinyl-Copolymere
oder Cellulose-Ether, Acryl-Polymere und/oder Polyamide stabilisieren die Enzym-Präparation
unter anderem gegenüber physikalischen Einflüssen oder pH-Wert-Schwankungen. Polyamin-N-Oxidenthaltende
Polymere wirken gleichzeitig als Enzymstabilisatoren und als Farbübertragungsinhibitoren.
Andere polymere Stabilisatoren sind lineare C
8-C
18 Polyoxyalkylene. Auch Alkylpolyglycoside können die enzymatischen Komponenten des
erfindungsgemäßen Mittels stabilisieren und vermögen vorzugsweise, diese zusätzlich
in ihrer Leistung zu steigern. Vernetzte N-haltige Verbindungen erfüllen vorzugsweise
eine Doppelfunktion als Soil-release-Agentien und als Enzym-Stabilisatoren. Hydrophobes,
nichtionisches Polymer stabilisiert insbesondere eine gegebenenfalls enthaltene Cellulase.
[0058] Reduktionsmittel und Antioxidantien erhöhen die Stabilität der Enzyme gegenüber oxidativem
Zerfall; hierfür sind beispielsweise schwefelhaltige Reduktionsmittel geläufig. Andere
Beispiele sind NatriumSulfit und reduzierende Zucker.
[0059] Besonders bevorzugt werden Kombinatonen von Stabilisatoren eingesetzt, beispielsweise
aus Polyolen, Borsäure und/oder Borax, die Kombination von Borsäure oder Borat, reduzierenden
Salzen und Bernsteinsäure oder anderen Dicarbonsäuren oder die Kombination von Borsäure
oder Borat mit Polyolen oder Polyaminoverbindungen und mit reduzierenden Salzen. Die
Wirkung von Peptid-Aldehyd-Stabilisatoren wird günstigerweise durch die Kombination
mit Borsäure und/oder Borsäurederivaten und Polyolen gesteigert und noch weiter durch
die zusätzliche Wirkung von zweiwertigen Kationen, wie zum Beispiel Calcium-Ionen.
[0060] Ein weiteres mit besonderem Vorzug zur Stabilisierung der enzymatischen Zubereitungen
eingesetztes Mittel ist Kaliumsulfat (K
2SO
4).
[0061] Wie eingangs ausgeführt, beträgt der Gewichtsanteil der Enzyme am Gesamtgewicht des
flüssigen Reinigungsmittel A zwischen 0,1 und 10 Gew.-%. In besonders bevorzugten
Kombinationsprodukten beträgt der Gewichtsanteil des Enzyms am Gesamtgewicht des Reinigungsmittels
A zwischen 0,2 und 9 Gew.-% und insbesondere zwischen 0,5 und 8 Gew.-%.
[0062] Die Einstellung der pH-Werte der flüssigen Reinigungsmittel A und B ist für die Reinigungsleistung
des resultierenden Kombinationsproduktes von Bedeutung. Besonders bevorzugt werden
Geschirrspülmittel, bei denen der pH-Wert (20°C) des flüssigen Reinigungsmittels A
zwischen 6,5 und 8.5 und insbesondere zwischen 7 und 8 beträgt. Der pH-Wert (20°C)
des flüssigen Reinigungsmittels B beträgt dagegen vorzugsweise zwischen 9,5 und 13
und insbesondere zwischen 10 und 12.
[0063] Besonders bevorzugt werden Geschirrspülmittel dadurch gekennzeichnet, dass sich der
pH-Wert (20°C) des flüssigen Wasch- oder Reinigungsmittels A vom pH-Wert (20°C) des
flüssigen Wasch- oder Reinigungsmittels B um mindestens zwei Einheiten unterscheidet.
[0064] Zu Einstellung der pH-Werte und zur Verbesserung der Reinigungsleistung enthalten
in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform die flüssigen Reinigungsmittel B zusätzlich
Alkaliträger.
[0065] Als Alkaliträger gelten beispielsweise die Hydroxide, vorzugsweise Alkalimetallhydroxide,
die Carbonate, Hydrogencarbonate oder Sesquicarbonate, vorzugsweise Alkalimetallcarbonate
bzw. Alkalimetallhydrogencarbonate oder Alkalimetallsesquicarbonate, wobei im Sinne
dieser Erfindung bevorzugt die Alkalimetallhydroxide und Alkalicarbonate, insbesondere
Natriumhydroxid, Kaliumhydroxide, Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat oder Natriumsesquicarbonat
eingesetzt werden.
[0066] Die Alkalimetallhydroxide werden in den Reinigungsmitteln A und/oder B bevorzugt
nur in geringen Mengen, vorzugsweise in Mengen unterhalb 10 Gew.-%, bevorzugt unterhalb
6 Gew.-%, vorzugsweise unterhalb 5 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 0,1 und 5
Gew.-% und insbesondere zwischen 0,5 und 5 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht
des Reinigungsmittels B, eingesetzt. Besonders bevorzugt werden Kombinationsprodukte
bei denen das Reinigungsmittel A, bezogen auf sein Gesamtgewicht, weniger als 0,5
Gew.-% und insbesondere keine Hydroxide, insbesondere Alkalimetallhydroxide, enthält.
[0067] Besonders bevorzugt ist der Einsatz von Alkaliträgern aus der Gruppe der Carbonate
und/oder Hydrogencarbonate, vorzugsweise Alkalicarbonate, besonders bevorzugt Natriumcarbonat.
in Mengen von 0.1 bis 15 Gew.-%. vorzugsweise von 0.2 bis 10 Gew.-% und insbesondere
von 0,5 bis 8 Gew.-%. jeweils bezogen auf das Gewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels
B. Besonders bevorzugt werden Kombinationsprodukte bei denen das Reinigungsmittel
A, bezogen auf sein Gesamtgewicht, weniger als 0,5 Gew.-% und insbesondere keine Carbonat(e)
und Hydrogencarbonat(e) und Sesquicarbonate enthält.
[0068] Die zuvor beschriebenen Produkte zeichnen sich gegenüber herkömmlichen Mitteln gleicher
Zusammensetzung insbesondere durch eine verbesserte Reinigungsleistung an eingetrockneten
und/oder eingebrannten Anschmutzungen auf harten Oberflächen aus.
[0069] Ein weiterer Gegenstand dieser Anmeldung ist die Verwendung erfindungsgemäßer Geschirrspülmittel
zur Reinigung eingetrockneter und/oder angebrannter Anschmutzungen vorzugsweise auf
harten Oberflächen. Gegenstand dieser Anmeldung ist insbesondere die Verwendung erfindungsgemäßer
Geschirrspülmittel zur Reinigung eingetrockneter und/oder angebrannter Anschmutzungen,
insbesondere zur Reinigung eingetrockneter und/oder angebrannter Anschmutzungen beim
maschinellen Geschirrspülen.
[0070] Zur Gruppe der eingetrockneten oder angebrannten Anschmutzungen zählen beispielsweise
angetrocknete Stärkeanschmutzungen, beispielsweise von Haferflocken, oder angebrannte
Rückstände von Aufläufen, die beispielsweise neben Stärkeanteilen wie Nudeln oder
Kartoffeln weiterhin auch Fleischreste umfassen.
[0071] Überraschenderweise wurde festgestellt, daß sich die Reinigungsleistung erfindungsgemäßer
Geschirrspülmittel durch den Zusatz organischer Lösungsmittel verbessern läßt. Bevorzugter
Gegenstand der vorliegenden Anmeldung sind daher weiterhin erfindungsgemäße Geschirrspülmittel
dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eines der Reinigungsmittel A oder B weiterhin
ein organisches Lösungsmittel enthält.
[0072] Diese organischen Lösungsmittel stammen beispielsweise aus den Gruppen der Mono-Alkohole,
Diole, Triole bzw. Polyole, der Ether, Ester und/oder Amide. Besonders bevorzugt sind
dabei organische Lösungsmittel, die wasserlöslich sind, wobei "wasserlösliche" Lösungsmittel
im Sinne der vorliegenden Anmeldung Lösungsmittel sind, die bei Raumtemperatur mit
Wasser vollständig, d.h. ohne Mischungslücke, mischbar sind.
[0073] Organische Lösungsmittel, die in den erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt werden
können, stammen vorzugsweise aus der Gruppe ein- oder mehrwertigen Alkohole, Alkanolamine
oder Glykolether, sofern sie im angegebenen Konzentrationsbereich mit Wasser mischbar
sind. Vorzugsweise werden die Lösungsmittel ausgewählt aus Ethanol, n- oder i-Propanol,
Butanolen, Glykol, Propan- oder Butandiol, Glycerin, Diglykol, Propyl- oder Butyldiglykol,
Hexylenglycol, Ethylenglykolmethylether, Ethylenglykolethylether, Ethylenglykolpropylether,
Etheylenglykolmono-n-butylether. Diethylenglykolmethylether, Di-ethylenglykolethylether,
Propylenglykolmethyl-, -ethyl- oder - propylether, Dipropylenglykolmethyl-, oder -ethylether,
Methoxy-, Ethoxy- oder Butoxytriglykol, 1-Butoxyethoxy-2-propanol, 3-Methyl-3-methoxybutanoi,
Propylen-glykol-t-butylether sowie Mischungen dieser Lösungsmittel.
[0074] Als organische Amine werden insbesondere die primären und die sekundären Alkylamine,
die Alkylenamine sowie Mischungen dieser organischen Amine bevorzugt. Zur Gruppe der
bevorzugten primären Alkylamine zählen Monomethylamin, Monoethylamin, Monopropylamin,
Monobutylamin, Monopentylamin und Cyclohexylamin. Zur Gruppe der bevorzugten sekundären
Alkylamine zählt insbesondere Dimethylamin.
[0075] Bevorzugte Alkanolamine sind insbesondere die primären, sekundären und tertiären
Alkanolamine sowie deren Mischungen. Besonders bevorzugte primäre Alkanolamine sind
Monoethanolamin (2-Aminoethanol, MEA), Monoisopropanolamin, Diethylethanolamin (2-(Diethylamino)-ethanol).
Besonders bevorzugte sekundäre Alkanolamine sind Diethanolamin (2,2'-Iminodiethanol,
DEA, Bis(2-hydroxyethyl)amin), N-Methyl-Diethanolamin, N-Ethyl-Diethanolamin. Diisopropanolamin
und Morpholin. Besonders bevorzugte tertiäre Alkanolamine sind Triethanolamin und
Triisopropanolamin.
[0076] Geschirrspülmittel dadurch gekennzeichnet, dass sie ein organisches Lösungsmittel
enthalten, wobei es sich bei dem organischen Lösungsmittel um ein organisches Amin
und/oder ein Alkanolamin, vorzugsweise um Monoethanolamin handelt, wobei das Gewichtsverhältnis
von Wasser zu organischem Amin und/oder Alkanolamin in dem Wasch- oder Reinigungsmittel
A oder B mehr als 1:1, vorzugsweise mehr als 2:1 und insbesondere mehr als 5:1 beträgt.
[0077] Besonders bevorzugte Geschirrspülmittel enthalten, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Geschirrspülmittels, zwischen 0,1 und 10 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,5 und
8 Gew.% und insbesondere zwischen 1,5 und 6 Gew.% eines organischen Lösungsmittel
aus der Gruppe der organischen Amins und der Alkanolamine. Besonders bevorzugt werden
Geschirrspülmittel deren flüssiges Reinigungsmittel B, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Reinigungsmittels B, einen Gewichtsanteil eines organischen Lösungsmittel aus
der Gruppe der organischen Amins und der Alkanolamine zwischen 0,1 und 10 Gew.-%,
vorzugsweise zwischen 0,5 und 8 Gew.-% und insbesondere zwischen 1,5 und 6 Gew.% aufweist,
während der Gewichtsanteil an organischem Lösungsmittel aus der Gruppe der organischen
Amine und der Alkanolamine in dem flüssigen Reinigungsmittel A, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Reinigungsmittels A, bevorzugt weniger als 5 Gew.-%, vorzugsweise weniger als
3 Gew.-%, besonders bevorzugt weniger als 1 Gew.% und ganz besonders bevorzugt weniger
als 0,1 Gew.-% beträgt und insbesondere kein organischen Lösungsmittel aus der Gruppe
der organischen Amine und der Alkanolamine in dem Reinigungsmittel A enthalten ist.
[0078] Die zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen Mittel können neben den zuvor beschriebenen
Inhaltsstoffen weitere wasch- und reinigungsaktive Substanzen enthalten, vorzugsweise
wasch- und reinigungsaktive Substanzen aus der Gruppe der Tenside, Polymere, Bleichaktivatoren,
Glaskorrosionsinhibitoren, Korrosionsinhibitoren, Desintegrationshilfsmittel, Duftstoffe
und Parfümträger. Farbstoffen und Konservierungsmittel.
[0079] Zur Gruppe der Tenside werden die nichtionischen, die anionischen, die kationischen
und die amphoteren Tenside gezählt.
[0080] Als nichtionische Tenside können alle dem Fachmann bekannten nichtionischen Tenside
eingesetzt werden. Als nichtionische Tenside eignen sich beispielsweise Alkylglykoside
der allgemeinen Formel RO(G)
x eingesetzt werden, in der R einem primären geradkettigen oder methylverzweigten,
insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 C-Atomen entspricht und G das Symbol ist, das für eine Glykoseeinheit mit
5 oder 6 C-Atomen. vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der
die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl
zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4.
[0081] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden
eingesetzt werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte
und propoxylierte Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
in der Alkylkette.
[0082] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als
die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte davon.
[0083] Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel,

in der R für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R' für Wasserstoff,
einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen und [Z] für einen
linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen und
3 bis 10 Hydroxylgruppen steht. Bei den Polyhydroxyfettsäureamiden handelt es sich
um bekannte Stoffe, die üblicherweise durch reduktive Aminierung eines reduzierenden
Zuckers mit Ammoniak, einem Alkylamin oder einem Alkanolamin und nachfolgende Acylierung
mit einer Fettsäure, einem Fettsäurealkylester oder einem Fettsäurechlorid erhalten
werden können.
[0084] Zur Gruppe der Polyhydroxyfettsäureamide gehören auch Verbindungen der Formel

in der R für einen linearen oder verzweigten Alkyl- oder Alkenylrest mit 7 bis 12
Kohlenstoffatomen, R' für einen linearen, verzweigten oder zyklischen Alkylrest oder
einen Arylrest mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen und R
2 für einen linearen, verzweigten oder zyklischen Alkylrest oder einen Arylrest oder
einen Oxy-Alkylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen steht, wobei C
1-4-Alkyl- oder Phenylreste bevorzugt sind und [Z] für einen linearen Polyhydroxyalkylrest
steht, dessen Alkylkette mit mindestens zwei Hydroxylgruppen substituiert ist, oder
alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder propxylierte Derivate dieses Restes.
[0085] [Z] wird vorzugsweise durch reduktive Aminierung eines reduzierten Zuckers erhalten,
beispielsweise Glucose, Fructose, Maltose, Lactose, Galactose, Mannose oder Xylose.
Die N-Alkoxy- oder N-Aryloxysubstituierten Verbindungen können durch Umsetzung mit
Fettsäuremethylestern in Gegenwart eines Alkoxids als Katalysator in die gewünschten
Polyhydroxyfettsäureamide überführt werden.
[0086] Als bevorzugte Tenside werden schwachschäumende nichtionische Tenside eingesetzt.
Mit besonderem Vorzug enthalten Wasch- oder Reinigungsmittel, insbesondere Reinigungsmittel
für das maschinelle Geschirrspülen, nichtionische Tenside aus der Gruppe der alkoxylierten
Alkohole. Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise
ethoxylierte, insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und
durchschnittlich 1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen
der Alkoholrest linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw.
lineare und methylverzweigte Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise
in Oxoalkoholresten vorliegen. Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen
Resten aus Alkoholen nativen Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-,
Talgfett - oder Oleylalkohol, und durchschnittlich 2 bis 8 Mol EO pro Mol Alkohol
bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-11-Alkohol-mit 7 EO, C
13-15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-16-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-12-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 5 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt einer ganzen oder einer gebrochenen Zahl entsprechen
können. Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf
(narrow range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können
auch Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO.
[0087] Mit besonderem Vorzug werden daher ethoxylierte Niotenside, die aus C
6-20-Monohydroxyalkanolen oder C
6-20-Alkylphenolen oder C
16-20-Fettalkohoten und mehr als 12 Mol, vorzugsweise mehr als 15 Mol und insbesondere
mehr als 20 Mol Ethylenoxid pro Mol Alkohol gewonnen wurden, eingesetzt. Ein besonders
bevorzugtes Niotensid wird aus einem geradkettigen Fettalkohol mit 16 bis 20 Kohlenstoffatomen
(C
16-20-Alkohol), vorzugsweise einem C
18-Alkohol und mindestens 12 Mol, vorzugsweise mindestens 15 Mol und insbesondere mindestens
20 Mol Ethylenoxid gewonnen. Hierunter sind die sogenannten "narrow range ethoxylates"
besonders bevorzugt.
[0088] Mit besonderem Vorzug werden weiterhin Tenside eingesetzt, welche ein oder mehrere
Talgfettalkohole mit 20 bis 30 EO in Kombination mit einem Silikonentschäumer enthalten.
[0089] Insbesondere bevorzugt sind nichtionische Tenside, die einen Schmelzpunkt oberhalb
Raumtemperatur aufweisen. Nichtionische(s) Tensid(e) mit einem Schmelzpunkt oberhalb
von 20°C, vorzugsweise oberhalb von 25°C, besonders bevorzugt zwischen 25 und 60°C
und insbesondere zwischen 26,6 und 43,3°C, ist/sind besonders bevorzugt.
[0090] Geeignete nichtionische Tenside, die Schmelz- bzw. Erweichungspunkte im genannten
Temperaturbereich aufweisen, sind beispielsweise schwachschäumende nichtionische Tenside,
die bei Raumtemperatur fest oder hochviskos sein können. Werden Niotenside eingesetzt,
die bei Raumtemperatur hochviskos sind, so ist bevorzugt, dass diese eine Viskosität
oberhalb von 20 Pa·s, vorzugsweise oberhalb von 35 Pa·s und insbesondere oberhalb
40 Pa·s aufweisen. Auch Niotenside, die bei Raumtemperatur wachsartige Konsistenz
besitzen, sind bevorzugt.
[0091] Niotenside aus der Gruppe der alkoxylierten Alkohole, besonders bevorzugt aus der
Gruppe der gemischt alkoxylierten Alkohole und insbesondere aus der Gruppe der EO-AO-EO-Niotenside,
werden ebenfalls mit besonderem Vorzug eingesetzt.
[0092] Das bei Raumtemperatur feste Niotensid besitzt vorzugsweise Propylenoxideinheiten
im Molekül. Vorzugsweise machen solche PO-Einheiten bis zu 25 Gew.%, besonders bevorzugt
bis zu 20 Gew.-% und insbesondere bis zu 15 Gew.-% der gesamten Molmasse des nichtionischen
Tensids aus. Besonders bevorzugte nichtionische Tenside sind ethoxylierte Monohydroxyalkanole
oder Alkylphenole, die zusätzlich Polyoxyethylen-Polyoxypropylen Blockcopolymereinheiten
aufweisen. Der Alkohol- bzw. Alkylphenolteil solcher Niotensidmoleküle macht dabei
vorzugsweise mehr als 30 Gew.-%, besonders bevorzugt mehr als 50 Gew.-% und insbesondere
mehr als 70 Gew.% der gesamten Molmasse solcher Niotenside aus. Bevorzugte Mittel
sind dadurch gekennzeichnet, dass sie ethoxylierte und propoxylierte Niotenside enthalten,
bei denen die Propylenoxideinheiten im Molekül bis zu 25 Gew.-%, bevorzugt bis zu
20 Gew.% und insbesondere bis zu 15 Gew.% der gesamten Molmasse des nichtionischen
Tensids ausmachen.
[0093] Bevorzugt einzusetzende Tenside stammen aus den Gruppen der alkoxylierten Niotenside,
insbesondere der ethoxylierten primären Alkohole und Mischungen dieser Tenside mit
strukturell komplizierter aufgebauten Tensiden wie Polyoxypropylen/Polyoxyethylen/Polyoxypropylen
((PO/EO/PO)-Tenside). Solche (PO/EO/PO)-Niotenside zeichnen sich darüber hinaus durch
gute Schaumkontrolle aus.
[0094] Weitere besonders bevorzugt einzusetzende Niotenside mit Schmelzpunkten oberhalb
Raumtemperatur enthalten 40 bis 70% eines Polyoxypropylen/Polyoxyethylen/Polyoxypropylen-Blockpolymerblends,
der 75 Gew.% eines umgekehrten Block-Copolymers von Polyoxyethylen und Polyoxypropylen
mit 17 Mol Ethylenoxid und 44 Mol Propylenoxid und 25 Gew.% eines Block-Copolymers
von Polyoxyethylen und Polyoxypropylen, initiiert mit Trimethylolpropan und enthaltend
24 Mol Ethylenoxid und 99 Mol Propylenoxid pro Mol Trimethylolpropan, enthält.
[0095] Als besonders bevorzugte Niotenside haben sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung
schwachschäumende Niotenside erwiesen, welche alternierende Ethylenoxid- und Alkylenoxideinheiten
aufweisen. Unter diesen sind wiederum Tenside mit EO-AO-EO-AO-Blöcken bevorzugt, wobei
jeweils eine bis zehn EO- bzw. AO-Gruppen aneinander gebunden sind, bevor ein Block
aus den jeweils anderen Gruppen folgt. Hier sind nichionisches Tenside der allgemeinen
Formel

bevorzugt, in der R
1 für einen geradkettigen oder verzweigten, gesättigten oder ein- bzw. mehrfach ungesättigten
C
6-24-Alkyl- oder -Alkenylrest steht; jede Gruppe R
2 bzw. R
3 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus -CH
3, -CH
2CH
3, -CH
2CH
2-CH
3, CH(CH
3)
2 und die Indizes w, x, y, z unabhängig voneinander für ganze Zahlen von 1 bis 6 stehen.
[0096] Die bevorzugten Niotenside der vorstehenden Formel lassen sich durch bekannte Methoden
aus den entsprechenden Alkoholen R
1-OH und Ethylen- bzw. Alkylenoxid herstellen. Der Rest R
1 in der vorstehenden Formel kann je nach Herkunft des Alkohols variieren. Werden native
Quellen genutzt, weist der Rest R
1 eine gerade Anzahl von Kohlenstoffatomen auf und ist in der Regel unverzweigt, wobei
die linearen Reste aus Alkoholen nativen Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus
Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol, bevorzugt sind. Aus synthetischen Quellen
zugängliche Alkohole sind beispielsweise die Guerbetalkohole oder in 2-Stellung methylverzweigte
bzw. lineare und methylverzweigte Reste im Gemisch, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten
vorliegen. Unabhängig von der Art des zur Herstellung der in den Mitteln enthaltenen
Niotenside eingesetzten Alkohols sind Niotenside bevorzugt, bei denen R
1 in der vorstehenden Formel für einen Alkylrest mit 6 bis 24, vorzugsweise 8 bis 20,
besonders bevorzugt 9 bis 15 und insbesondere 9 bis 11 Kohlenstoffatomen steht.
[0097] Als Alkylenoxideinheit, die alternierend zur Ethylenoxideinheit in den bevorzugten
Niotensiden enthalten ist, kommt neben Propylenoxid insbesondere Butylenoxid in Betracht.
Aber auch weitere Alkylenoxide, bei denen R
2 bzw. R
3 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -CH
2CH
2-CH
3 bzw. CH(CH
3)
2 sind geeignet. Bevorzugt werden Niotenside der vorstehenden. Formel eingesetzt, bei
denen R
2 bzw. R
3 für einen Rest -CH
3, w und x unabhängig voneinander für Werte von 3 oder 4 und y und z unabhängig voneinander
für Werte von 1 oder 2 stehen.
[0098] Zusammenfassend sind insbesondere nichtionische Tenside bevorzugt, die einen C
9-15-Alkylrest mit 1 bis 4 Ethylenoxideinheiten, gefolgt von 1 bis 4 Propylenoxideinheiten,
gefolgt von 1 bis 4 Ethylenoxideinheiten, gefolgt von 1 bis 4 Propylenoxideinheiten
aufweisen. Diese Tenside weisen in wässriger Lösung die erforderliche niedrige Viskosität
auf und sind erfindungsgemäß mit besonderem Vorzug einsetzbar.
[0099] Tenside der allgemeinen Formel
R
1-CH(OH)CH
2O-(AO)
w-(A'O)
x-(A"O)
y-(A"O)
z-R
2,
in der
R
1 und R
2 unabhängig voneinander für einen geradkettigen oder verzweigten, gesättigten oder
ein- bzw. mehrfach ungesättigten C
2-40-Alkyl- oder -Alkenylrest steht; A, A', A" und A"' unabhängig voneinander für einen
Rest aus der Gruppe -CH
2CH
2, -CH
2CH
2-CH
2, -CH
2-CH(CH
3), -CH
2-CH
2-CH
2-CH
2, -CH
2-CH(CH
3)-CH
2-, -CH
2-CH(CH
2-CH
3) steht; und w, x, y und z für Werte zwischen 0,5 und 90 stehen, wobei x, y und/oder
z auch 0 sein können sind erfindungsgemäß bevorzugt.
[0100] Bevorzugt werden insbesondere solche endgruppenverschlossene poly(oxyalkylierten)
Niotenside, die gemäß der Formel
R
1O[CH
2CH
2O]
xCH
2CH(OH)R
2
neben einem Rest R
1, welcher für lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische
oder aromatische Kohlenwasserstoffreste mit 2 bis 30 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise
mit 4 bis 22 Kohlenstoffatomen steht, weiterhin einen linearen oder verzweigten, gesättigten
oder ungesättigten, aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffrest R
2 mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen aufweisen, wobei x für Werte zwischen 1 und 90, vorzugsweise
für Werte zwischen 40 und 80 und insbesondere für Werte zwischen 40 und 60 steht.
[0101] Besonders bevorzugt sind Tenside der Formel
R
1O[CH
2CH(CH
3)O]
x[CH
2CH
2O]
yCH
2CH(OH)R
2,
in der R
1 für einen linearen oder verzweigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 4 bis
18 Kohlenstoffatomen oder Mischungen hieraus steht, R
2 einen linearen oder verzweigten Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 26 Kohlenstoffatomen
oder Mischungen hieraus bezeichnet und x für Werte zwischen 0,5 und 1,5 sowie y für
einen Wert von mindestens 15 steht.
[0102] Besonders bevorzugt werden weiterhin solche endgruppenverschlossene poly(oxyalkylierten)
Niotenside der Formel
R
1O[CH
2CH
1O]
x[CH
2CH(R
3)O]
yCH
2CH(OH)R
2,
in der R
1 und R
2 unabhängig voneinander für einen lineare oder verzweigten, gesättigten oder ein-
bzw. mehrfach ungesättigten Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 26 Kohlenstoffatomen steht,
R
3 unabhängig voneinander ausgewählt ist aus -CH
3, -CH
2CH
3, -CH
2CH
2-CH
3, CH(CH
3)
2, vorzugsweise jedoch für -CH
3 steht, und x und y unabhängig voneinander für Werte zwischen 1 und 32 stehen, wobei
Niotenside mit R
3 =-CH
3 und Werten für x von 15 bis 32 und y von 0,5 und 1,5 ganz besonders bevorzugt sind.
[0103] Weitere bevorzugt einsetzbare Niotenside sind die endgruppenverschlossenen poly(oxyalkylierten)
Niotenside der Formel
R
1O[CH
2CH(R
3)O]
x[CH
2]
kCH(OH)[CH
2]
jOR
2,
in der R
1 und R
2 für lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische oder aromatische
Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen stehen, R
3 für H oder einen Methyl-, Ethyl-, n-Propyl-, iso-Propyl, n-Butyl-, 2-Butyl- oder
2-Methyl-2-Butylrest steht, x für Werte zwischen 1 und 30, k und j für Werte zwischen
1 und 12, vorzugsweise zwischen 1 und 5 stehen. Wenn der Wert x ≥ 2 ist, kann jedes
R
3 in der obenstehenden Formel R
1O[CH
2CH(R
3)O]
x[CH
2]
kCH(OH)[CH
2]
jR
2 unterschiedlich sein. R
1 und R
2 sind vorzugsweise lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte, aliphatische
oder aromatische Kohlenwasserstoffreste mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, wobei Reste
mit 8 bis 18 C-Atomen besonders bevorzugt sind. Für den Rest R
3 sind H, -CH
3 oder -CH
2CH
3 besonders bevorzugt. Besonders bevorzugte Werte für x liegen im Bereich von 1 bis
20, insbesondere von 6 bis 15.
[0104] Wie vorstehend beschrieben, kann jedes R
3 in der obenstehenden Formel unterschiedlich sein, falls x ≥ 2 ist. Hierdurch kann
die Alkylenoxideinheit in der eckigen Klammer variiert werden. Steht x beispielsweise
für 3, kann der Rest R
3 ausgewählt werden, um Ethylenoxid- (R
3 = H) oder Propylenoxid- (R
3 = CH
3) Einheiten zu bilden, die in jedweder Reihenfolge aneinandergefügt sein können, beispielsweise
(EO)(PO)(EO), (EO)(EO)(PO), (EO)(EO)(EO), (PO)(EO)(PO), (PO)(PO)(EO) und (PO)(PO)(PO).
Der Wert 3 für x ist hierbei beispielhaft gewählt worden und kann durchaus größer
sein, wobei die Variationsbreite mit steigenden x-Werten zunimmt und beispielsweise
eine große Anzahl (EO)-Gruppen, kombiniert mit einer geringen Anzahl (PO)-Gruppen
einschließt, oder umgekehrt.
[0105] Besonders bevorzugte endgruppenverschlossene poly(oxyalkylierte) Alkohole der obenstehenden
Formel weisen Werte von k = 1 und j = 1 auf, so dass sich die vorstehende Formel zu
R
1O[CH
2CH(R
3)O]
xCH
2CH(OH)CH
2OR
2
[0106] vereinfacht. In der letztgenannten Formel sind R
1, R
2 und R
3 wie oben definiert und x steht für Zahlen von 1 bis 30, vorzugsweise von 1 bis 20
und insbesondere von 6 bis 18. Besonders bevorzugt sind Tenside, bei denen die Reste
R
1 und R
2 9 bis 14 C-Atome aufweisen, R
3 für H steht und x Werte von 6 bis 15 annimmt.
[0107] Die angegebenen C-Kettenlängen sowie Ethoxylierungsgrade bzw. Alkoxylierungsgrade
der vorgenannten Niotenside stellen statistische Mittelwerte dar, die für ein spezielles
Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können. Aufgrund der Herstellverfahren
bestehen Handelsprodukte der genannten Formeln zumeist nicht aus einem individuellen
Vertreter, sondern aus Gemischen, wodurch sich sowohl für die C-Kettenlängen als auch
für die Ethoxylierungsgrade bzw. Alkoxylierungsgrade Mittelwerte und daraus folgend
gebrochene Zahlen ergeben können.
[0108] Selbstverständlich können die vorgenannten nichtionischen Tenside nicht nur als Einzelsubstanzen,
sondern auch als Tensidgemische aus zwei, drei, vier oder mehr Tensiden eingesetzt
werden. Als Tensidgemische werden dabei nicht Mischungen nichtionischer Tenside bezeichnet,
die in ihrer Gesamtheit unter eine der oben genannten allgemeinen Formeln fallen,
sondern vielmehr solche Mischungen, die zwei, drei. vier oder mehr nichtionische Tenside
enthalten, die durch unterschiedliche der vorgenannten allgemeinen Formeln beschrieben
werden können.
[0109] Besonders bevorzugt als Sulfonsäuregruppen-haltige Polymere einsetzbar sind Copolymere
aus ungesättigten Carbonsäuren, Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren und gegebenenfalls
weiteren ionogenen oder nichtionogenen Monomeren.
[0110] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind als Monomer ungesättigte Carbonsäuren der
Formel
R
1(R
2)C=C(R
3)COOH
bevorzugt, in der R
1 bis R
3 unabhängig voneinander für -H, -CH
3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein- oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH
2, -OH oder -COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste oder für -COOH oder -COOR
4 steht, wobei R
4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist.
[0111] Unter den ungesättigten Carbonsäuren, die sich durch die vorstehende Formel beschreiben
lassen, sind insbesondere Acrylsäure (R
1 = R
2 = R
3 = H), Methacrylsäure (R
1 = R
2 = H; R
3 = CH
3) und/oder Maleinsäure (R
1 = COOH; R
2 = R
3 = H) bevorzugt.
[0112] Bei den Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren sind solche der Formel
R
5(R
6)C=C(R
7)-X-SO
3H
bevorzugt, in der R
5 bis R
7 unabhängig voneinander für -H, -CH
3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein- oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH
2, -OH oder -COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste oder für -COOH oder -COOR
4 steht, wobei R
4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist. und X für eine optional vorhandene Spacergruppe
steht, die ausgewählt ist aus -(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH
2)
k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH
3)
2- und -C(O)-NH-CH(CH
2CH
3)-.
[0113] Unter diesen Monomeren bevorzugt sind solche der Formeln
H
2C=CH-X-SO
3H
H
2C=C(CH
3)-X-SO
3H
HO
3S-X-(R
6)C=C(R
7)-X-SO
3H ,
in denen R
6 und R
7 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -H, -CH
3, -CH
2CH
3, -CH
2CH
2CH
3, -CH(CH
3)
2 und X für eine optional vorhandene Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus -(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH
2)
k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH
3)
2- und -C(O)-NH-CH(CH
zCH
3)-.
[0114] Besonders bevorzugte Sulfonsäuregruppen-haltige Monomere sind dabei 1-Acrylamido-1-propansulfonsäure,
2-Acrylamido-2-propansulfonsäure, 2-Acrylamido-2-methyl-1-propansulfonsäure, 2-Methacrylamido-2-methyl-1-propansulfonsäure,
3-Methacrylamido-2-hydroxy-propansulfonsäure, Allylsulfonsäure, Methallylsulfonsäure,
Allyloxybenzolsulfonsäure, Methallyloxybenzolsulfonsäure, 2-Hydroxy-3-(2-propenyloxy)propansulfonsäure,
2-Methyl-2-propen1-sulfonsäure, Styrolsulfonsäure, Vinylsulfonsäure, 3-Sulfopropylacrylat,
3-Sulfopropylmethacrylat, Sulfomethacrylamid, Sulfomethylmethacrylamid sowie wasserlösliche
Salze der genannten Säuren.
[0115] Als weitere ionogene oder nichtionogene Monomere kommen insbesondere ethylenisch
ungesättigte Verbindungen in Betracht. Vorzugsweise beträgt der Gehalt der eingesetzten
Polymere an diesen weiteren ionogene oder nichtionogenen Monomeren weniger als 20
Gew.-%, bezogen auf das Polymer. Besonders bevorzugt zu verwendende Polymere bestehen
lediglich aus Monomeren der Formel R
1(R
2)C=C(R
3)COOH und Monomeren der Formel R
5(R
6)C=C(R
7)-X-SO
3H.
[0116] Zusammenfassend sind Copolymere aus
- i) ungesättigten Carbonsäuren der Formel
R1(R2)C=C(R3)COOH
in der R1 bis R3 unabhängig voneinander für -H, -CH3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein - oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH2, -OH oder -COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste wie vorstehend definiert oder
für -COOH oder -COOR4 steht, wobei R4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist,
- ii) Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren der Formel
R5(R6)C=C(R7)-X-SO3H
in der R5 bis R7 unabhängig voneinander für -H, -CH3, einen geradkettigen oder verzweigten gesättigten Alkylrest mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen,
einen geradkettigen oder verzweigten, ein - oder mehrfach ungesättigten Alkenylrest
mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, mit -NH2, -OH oder -COOH substituierte Alkyl- oder Alkenylreste wie vorstehend definiert oder
für -COOH oder -COOR4 steht, wobei R4 ein gesättigter oder ungesättigter, geradkettigter oder verzweigter Kohlenwasserstoffrest
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen ist, und X für eine optional vorhandene Spacergruppe
steht, die ausgewählt ist aus -(CH2)n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH2)k- mit k = 1 bis 6. -C(O)-NH-C(CH3)2- und -C(O)-NH-CH(CH2CH3)-
- iii) gegebenenfalls weiteren ionogenen oder nichtionogenen Monomeren
besonders bevorzugt.
[0117] Weitere besonders bevorzugte Copolymere bestehen aus
- i) einer oder mehreren ungesättigter Carbonsäuren aus der Gruppe Acrylsäure, Methacrylsäure
und/oder Maleinsäure
- ii) einem oder mehreren Sulfonsäuregruppenrhaltigen Monomeren der Formeln:
H2C=CH-X-SO3H
H2C=C(CH3)-X-SO3H
HO3S-X-(R6)C=C(R7)-X-SO3H ,
in der R6 und R7 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -H, -CH3, -CH2CH3, -CH2CH2CH3, -CH(CH3)2 und X für eine optional vorhandene Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus -(CH2)n- mit n = 0 bis 4, -COO-(CH2)k- mit k = 1 bis 6, -C(O)-NH-C(CH3)2 - und -C(O)-NH-CH(CH2CH3)-
- iii) gegebenenfalls weiteren ionogenen oder nichtionogenen Monomeren.
[0118] Die Copolymere können die Monomere aus den Gruppen i) und ii) sowie gegebenenfalls
iii) in variierenden Mengen enthalten, wobei sämtliche Vertreter aus der Gruppe i)
mit sämtlichen Vertretern aus der Gruppe ii) und sämtlichen Vertretern aus der Gruppe
iii) kombiniert werden können. Besonders bevorzugte Polymere weisen bestimmte Struktureinheiten
auf, die nachfolgend beschrieben werden.
[0119] So sind beispielsweise Copolymere bevorzugt, die Struktureinheiten der Formel
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p-
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder substituierten aromatischen Kohlenwasserstoffresten
mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0120] Diese Polymere werden durch Copolymerisation von Acrylsäure mit einem Sulfonsäuregruppenhaltigen
Acrylsäurederivat hergestellt. Copolymerisiert man das Sulfonsäuregruppen-haltige
Acrylsäurederivat mit Methacrylsäure, gelangt man zu einem anderen Polymer, dessen
Einsatz ebenfalls bevorzugt ist. Die entsprechenden Copolymere enthalten die Struktureinheiten
der Formel
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p-
in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000 sowie Y
für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder substituierten aromatischen Kohlenwasserstoffresten
mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für-O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
Völlig analog lassen sich Acrylsäure und/oder Methacrylsäure auch mit Sulfonsäuregruppen-haltigen
Methacrylsäurederivaten copolymerisieren, wodurch die Struktureinheiten im Molekül
verändert werden. So sind Copolymere, welche Struktureinheiten der Formel
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p-
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder substituierten aromatischen Kohlenwasserstoffresten
mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, ebenso bevorzugt wie Copolymere, die Struktureinheiten der Formel
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder substituierten aromatischen Kohlenwasserstoffresten
mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0121] Anstelle von Acrylsäure und/oder Methacrylsäure bzw. in Ergänzung hierzu kann auch
Maleinsäure als besonders bevorzugtes Monomer aus der Gruppe i) eingesetzt werden.
Man gelangt auf diese Weise zu erfindungsgemäß bevorzugten Copolymeren, die Struktureinheiten
der Formel
-[HOOCCH-CHCOOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p-
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder araliphatischen Kohlenwasserstoffresten mit 1 bis
24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind. Erfindungsgemäß bevorzugt sind weiterhin Copolymere, die
Struktureinheiten der Formel
-[HOOCCH-CHCOOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)O-Y-SO
3H]
p
enthalten, in der m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und 2000
sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder unsubstituierten
aliphatischen, aromatischen oder substituierten aromatischen Kohlenwasserstoffresten
mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht.
[0122] Zusammenfassend sind erfindungsgemäß solche Copolymere bevorzugt, die Struktureinheiten
der Formeln
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p-
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p-
-[CH
2-CHCOOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p-
-[CH
2-C(CH
3)COOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)-Y-SO
3H]
p-
-[HOOCCH-CHCOOH]
m-[CH
2-CHC(O)-Y-SO
3H]
p
-[HOOCCH-CHCOOH]
m-[CH
2-C(CH
3)C(O)O-Y-SO
3H]
p
enthalten, in denen m und p jeweils für eine ganze natürliche Zahl zwischen 1 und
2000 sowie Y für eine Spacergruppe steht, die ausgewählt ist aus substituierten oder
unsubstituierten aliphatischen, aromatischen oder substituierten aromatischen Kohlenwasserstoffresten
mit 1 bis 24 Kohlenstoffatomen, wobei Spacergruppen, in denen Y für -O-(CH
2)
n- mit n = 0 bis 4, für -O-(C
6H
4)-, für -NH-C(CH
3)
2- oder -NH-CH(CH
2CH
3)- steht, bevorzugt sind.
[0123] In den Polymeren können die Sulfonsäuregruppen ganz oder teilweise in neutralisierter
Form vorliegen, d.h. dass das acide Wasserstoffatom der Sulfonsäuregruppe in einigen
oder allen Sulfonsäuregruppen gegen Metallionen, vorzugsweise Alkalimetallionen und
insbesondere gegen Natriumionen, ausgetauscht sein kann. Der Einsatz von teil- oder
vollneutralisierten sulfonsäuregruppenhaltigen Copolymeren ist erfindungsgemäß bevorzugt.
[0124] Die Monomerenverteilung der erfindungsgemäß bevorzugt eingesetzten Copolymeren beträgt
bei Copolymeren, die nur Monomere aus den Gruppen i) und ii) enthalten, vorzugsweise
jeweils 5 bis 95 Gew.-% i) bzw. ii), besonders bevorzugt 50 bis 90 Gew.-% Monomer
aus der Gruppe i) und 10 bis 50 Gew.% Monomer aus der Gruppe ii), jeweils bezogen
auf das Polymer.
[0125] Bei Terpolymeren sind solche besonders bevorzugt, die 20 bis 85 Gew.-% Monomer aus
der Gruppe i), 10 bis 60 Gew.-% Monomer aus der Gruppe ii) sowie 5 bis 30 Gew.-% Monomer
aus der Gruppe iii) enthalten.
[0126] Die Molmasse der erfindungsgemäß bevorzugt eingesetzten Sulfo-Copolymere kann variiert
werden, um die Eigenschaften der Polymere dem gewünschten Verwendungszweck anzupassen.
Bevorzugte Wasch- oder Reinigungsmittel sind dadurch gekennzeichnet, dass die Copolymere
Molmassen von 2000 bis 200.000 gmol
-1, vorzugsweise von 4000 bis 25.000 gmol
-1 und insbesondere von 5000 bis 15.000 gmol
-1 aufweisen.
[0127] Geschirrspülmittel, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsmittel B bezogen aus
das Gesamtgewicht des Reinigungsmittels B 0,02 bis 12 Gew.% und insbesondere 0,1 bis
8 Gew.% eines oder mehrerer wasch- oder reinigungsaktiver Polymere enthält, werden
erfindungsgemäß bevorzugt.
[0128] Hinsichtlich ihrer Abfüllbarkeit und Dosierbarkeit haben sich solche Geschirrspülmittel
als vorteilhaft erwiesen, bei denen mindestens eines der Reinigungsmittel A oder B
eine Viskosität von mehr als 10000 mPas, vorzugsweise mehr als 50000 mPas und insbesondere
mehr als 100000 mPas aufweist. Geschirrspülmittel dadurch gekennzeichnet, dass die
Viskosität (Brookfield-Viskosimeter LVT-II bei 20 U/min und 20°C, Spindel 3) mindestens
einer der Reinigungsmittel A oder B zwischen 200 und 10000 mPas, vorzugsweise zwischen
500 und 7000 mPas und insbesondere zwischen 1000 und 4000 mPas beträgt, werden erfindungsgemäß
bevorzugt. Die Viskosität (Brookfield-Viskosimeter LVT-II bei 20 U/min und 20°C, Spindel
3) besonders bevorzugter Wasch- oder Reinigungsmittel liegt oberhalb 500 mPas, vorzugsweise
oberhalb 1000 mPas und insbesondere oberhalb 2000 mPas.
[0129] Um die gewünschte Viskosität der erfindungsgemäßen Reinigungsmittelform (Löslichkeit,
Reinigungsleistung, Stabilität des Gels) zu erreichen, werden diesen Mitteln vorzugsweise
Verdickungsmittel, insbesondere .Verdickungsmittel aus der Gruppe Agar-Agar, Carrageen,
Tragant. Gummi arabicum. Alginate, Pektine, Polyosen, Guar-Mehl, Johannisbrotbaumkernmehl,
Stärke, Dextrine, Gelatine. Casein, Carboxymethylcellulose, Kernmehlether, Polyacryl-
uund Polymethacryl-Verbindungen, Vinylpolymere, Polycarbonsäuren, Polyether, Polyimine,
Polyamide, Polykieselsäuren, Tonmineralien wie Montmorillonite, Zeolithe und Kieselsäuren
zugesetzt, wobei es sich als besonders vorteilhaft erwiesen hat, wenn die Wasch- oder
Reinigungsmittel das Verdickungsmittel in Mengen zwischen 0,1 und 8 Gew.-%, bevorzugt
zwischen 0,2 und 6 Gew.% und besonders bevorzugt zwischen 0,4 und 4 Gew.-% bezogen
auf das Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels, enthalten.
[0130] Aus der Natur stammende Polymere, die als Verdickungsmittel im Rahmen der vorliegenden
Erfindung Verwendung finden, sind wie zuvor beschrieben beispielsweise Agar-Agar,
Carrageen, Tragant, Gummi arabicum, Alginate, Pektine, Polyosen, Guar-Mehl, Johannisbrotbaumkernmehl,
Stärke, Dextrine, Gelatine und Casein.
Abgewandelte Naturstoffe stammen vor allem aus der Gruppe der modifizierten Stärken
und Cellulosen, beispielhaft seien hier Carboxymethylcellulose und andere Celluloseether,
Hydroxyethyl - und -propylcellulose sowie Kernmehlether genannt.
[0131] Eine große Gruppe von Verdickungsmitteln, die breite Verwendung in den unterschiedlichsten
Anwendungsgebieten finden, sind die vollsynthetischen Polymere wie Polyacryl- und
Polymethacryl-Verbindungen, Vinylpolymere, Polycarbonsäuren, Polyether, Polyimine,
Polyamide und Polyurethane. Verdickungsmittel aus diesen Substanzklassen sind kommerziell
breit erhältlich und werden beispielsweise unter den Handelsnamen Acusol
®-820 (Methacrylsäure(stearylalkohol-20-EO)ester-Acrylsäure-Copolymer, 30%ig in Wasser,
Rohm & Haas), Dapral
®-GT-282-S (Alkylpolyglykolether, Akzo), Deuterol
®-Polymer-11 (Dicarbonsäure-Copolymer, Schöner GmbH), Deuteron
®-XG (anionisches Heteropolysaccharid auf Basis von β-D-Glucose, D-Manose, D-Glucuronsäure,
Schöner GmbH), Deuteron
®-XN (nichtionogenes Polysaccharid, Schöner GmbH), Dicrylan
®-Verdicker-O (Ethylenoxid-Addukt, 50%ig in Wasser/Isopropanol, Pfersse Chemie), EMA
®-81 und EMA
®-91 (Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymer, Monsanto), Verdicker-QR-1001 (Polyurethan
Emulsion, 19-21%ig in Wasser/Diglykolether, Rohm & Haas), Mirox
®-AM (anionische Acrylsäure-Acrylsäureester-Copolymer-Dispersion, 25%ig in Wasser,
Stockhausen), SER-AD-FX-1100 (hydrophobes Urethanpolymer, Servo Delden), Shellflo
®-S (hochmolekulares Polysaccharid, mit Formaldehyd stabilisiert, Shell) sowie Shellflo
®-XA (Xanthan-Biopolymer, mit Formaldehyd stabilisiert, Shell) angeboten.
[0132] Die erfindungsgemäßen Kombinationsprodukte umfassen neben den beiden flüssigen Reinigungsmitteln
A und B weiterhin ein Verpackungsmittel. In diesem Verpackungsmittel liegen die beiden
Reinigungsmittel A und B voneinander getrennt vor, das heißt, sie bilden keine gemeinsame
Phasengrenze aus, sondern befinden sich vielmehr in voneinander getrennten Bereichen
des Verpackungsmittels.
[0133] Als ein solches Verpackungsmittel ist beispielsweise wasserunlösliche ein Zwei- oder
Mehrkammerbehälter geeignet. Ein solcher Zwei- oder Mehrkammerbehälter weist typischerweise
ein Gesamtvolumen zwischen 100 und 5000 ml, vorzugsweise zwischen 200 und 2000 ml
aufweisen. Das Volumen der einzelnen Kammern beträgt vorzugsweise zwischen 50 und
2000 ml, bevorzugt zwischen 100 und 1000 ml. Bevorzugte Zwei- oder Mehrkammerbehälter
weisen eine Flaschenform auf.
[0134] Zur Dosierung der flüssigen Reinigungsmittel verfügt der Zwei- oder Mehrkammerbehälter
vorzugsweise über mindestens einen Ausguß, der beispielsweise in Form eines gemeinsamen
Ausgusses für alle in der Flasche enthaltenen Mittel ausgestaltet sein kann. Bevorzugt
werden jedoch solche Zwei- oder Mehrkammerbehälter, bei denen jede der Aufnahmekammern
des Behälters über einen eigenen Ausguß verfügt. Durch eine solche Ausgestaltung wird
beispielsweise eine Kontamination einzelner Kammern durch Inhaltsstoffe aus einer
anderen Kammer vermieden.
[0135] Erfindungsgemäße Geschirrspülmittel dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei des Verpackungsmittel
um einen Zwei- oder Mehrkammerbehälter handelt, wobei vorzugsweise jede der Aufnahmekammern
des Verpackungsmittels mit einem Ausguß versehen ist, werden bevorzugt.
[0136] In einer alternativen Ausführungsform handelt es sich bei dem Verpackungsmittel um
einen wasserlöslichen Zwei- oder Mehrkammerbehälter, beispielsweise einen wasserlöslichen
Beutel mit zwei oder mehr voneinander getrennten Aufnahmekammern.
[0137] Die Tiefziehkörper können zwei, drei oder mehr Aufnahmekammern aufweisen. Diese Aufnahmekammern
können in dem Tiefziehteil nebeneinander und/oder übereinander und/oder ineinander
angeordnet sein.
[0138] Als Verpackungsmaterialien für die wasserlöslichen Behälter eignen sich insbesondere
wasserlösliche Polymere wie beispielsweise Celluloseether, Pektine, Polyethylenglycole,
Polyvinylalkohole, Polyvinylpyrrolidone, Alginate, Gelatine oder Stärke.
[0139] Bei den wasserlöslichen Beuteln handelt es sich vorzugsweise um Tiefziehkörper oder
Spritzgußkörper.
[0140] Als "Tiefziehkörper" werden im Rahmen der vorliegenden Anmeldung dabei solche Behälter
bezeichnet, welche durch Tiefziehen eines ersten folienartigen Hüllmaterials erhalten
werden. Das Tiefziehen erfolgt dabei vorzugsweise durch Verbringen des Hüllmaterials
über eine in einer die Tiefziehebene bildenden Matrize befindlichen Aufnahmemulde
und Einformen des Hüllmaterials in diese Aufnahmemulde durch Einwirkung von Druck
und/oder Vakuum verformt wird. Das Hüllmaterial kann vor dabei vor oder während des
Einformens durch die Einwirkung von Wärme und/oder Lösungsmittel und/oder Konditionierung
durch gegenüber Umgebungsbedingungen veränderten relativen Luftfeuchten und/oder Temperaturen
vorbehandelt werden. Die Druckeinwirkung kann durch zwei Teile eines Werkzeugs erfolgen,
welche sich wie Positiv und Negativ zueinander verhalten und einen zwischen diese
Werkzeuge verbrachten Film beim Zusammendrücken verformen. Als Druckkräfte eignet
sich jedoch auch die Einwirkung von Druckluft und/oder das Eigengewicht der Folie
und/oder das Eigengewicht einer auf die Oberseite der Folie verbrachten Aktivsubstanz.
[0141] Die tiefgezogenen Hüllmaterialien werden nach dem Tiefziehen vorzugsweise durch Einsatz
eines Vakuums innerhalb der Aufnahmemulden und in ihrer durch den Tiefziehvorgang
erzielten Raumform fixiert. Das Vakuum wird dabei vorzugsweise kontinuierlich vom
Tiefziehen bis zum Befüllen bevorzugt bis zum Versiegeln und insbesondere bis zum
Vereinzeln der Aufnahmekammern angelegt. Mit vergleichbarem Erfolgt ist allerdings
auch der Einsatz eines diskontinuierlichen Vakuums, beispielsweise zum Tiefziehen
der Aufnahmekammern und (nach einer Unterbrechung) vor und während des Befüllens der
Aufnahmekammern, möglich. Auch kann das kontinuierliche oder diskontinuierliche Vakuum
in seiner Stärke variieren und beispielsweise zu Beginn des Verfahrens (beim Tiefziehen
der Folie) höhere Werte annehmen als zu dessen Ende (beim Befüllen oder Versiegeln
oder Vereinzeln).
[0142] Diese Kühlung hat ebenso wie das zuvor beschriebene kontinuierliche oder diskontinuierliche
Anlegen eines Vakuums den Vorteil, ein Zurückschrumpfen der tiefgezogenen Behältnisse
nach dem Tiefziehen zu verhindern, wodurch nicht nur die Optik des Verfahrensproduktes
verbessert wird, sondern gleichzeitig auch das Austreten der in die Aufnahmekammern
gefüllten Mittel über den Rand der Aufnahmekammer, beispielsweise in die Siegelbereiche
der Kammer, vermieden wird. Probleme bei der Versiegelung der befüllten Kammern werden
so vermieden.
[0143] Bei den Tiefziehverfahren läßt sich zwischen Verfahren, bei denen das Hüllmaterial
horizontal in eine Formstation und von dort in horizontaler Weise zum Befüllen und/oder
Versiegeln und/oder Vereinzeln geführt wird und Verfahren, bei denen das Hüllmaterial
über eine kontinuierlich umlaufende Matrizenformwalze (gegebenenfalls optional mit
einer gegenläufig geführten Patrizenformwalze, welche die ausformenden Oberstempel
zu den Kavitäten der Matrizenformwalze führen) geführt wird, unterscheiden. Die zuerst
genannte Verfahrensvariante des Flachbettprozesses ist dabei sowohl kontinuierlich
als auch diskontinuierlich zu betreiben, die Verfahrensvariante unter Einsatz einer
Formwalze erfolgt in der Regel kontinuierlich. Alle genannten Tiefziehverfahren sind
zur Herstellung der erfindungsgemäß bevorzugten Mittel geeignet. Die in den Matrizen
befindlichen Aufnahmemulden können "in Reihe" oder versetzt angeordnet sein.
[0144] Die wasserlöslichen Behälter können auch durch Spritzgießen hergestellt werden. Spritzgießen
bezeichnet dabei das Umformen einer Formmasse derart, daß die in einem Massezylinder
für mehr als einen Spritzgießvorgang enthaltene Masse unter Wärmeeinwirkung plastisch
erweicht und unter Druck durch eine Düse in den Hohlraum eines vorher geschlossenen
Werkzeuges einfließt. Das Verfahren wird hauptsächlich bei nichthärtbaren Formmassen
angewendet, die im Werkzeug durch Abkühlen erstarren. Der Spritzguß ist ein sehr wirtschaftliches
modernes Verfahren zur Herstellung spanlos geformter Gegenstände und eignet sich besonders
für die automatisierte Massenfertigung. Im praktischen Betrieb erwärmt man die thermoplastische
Formmassen (Pulver, Körner, Würfel, Pasten u. a.) bis zur Verflüssigung (bis 180 °C)
und spritzt sie dann unter hohem Druck (bis 140 MPa) in geschlossene, zweiteilige,
das heißt aus Gesenk (früher Matrize) und Kern (früher Patrize) bestehende, vorzugsweise
wassergekühlte Hohlformen, wo sie abkühlen und erstarren. Einsetzbar sind Kolben-
und Schneckenspritzgußmaschinen.
[0145] Erfindungsgemäße Kombinationsprodukte, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem
Verpackungsmittel um einen wasserlöslichen Behälter mit zwei voneinander getrennten
Aufnahmekammern handelt, werden bevorzugt.
[0146] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist ein maschinelles Geschirrspülverfahren,
bei welchem ein erfindungsgemäßes Geschirrspülmittel in den Innenraum einer Geschirrspülmaschine
eindosiert wird.
[0147] Werden die Reinigungsmittel A oder B in wasserlöslichen Behältern konfektioniert,
so weisen sie abweichend von den weiter oben gemachten Angaben vorzugsweise eine Viskosität
von mehr als 10000 mPas, vorzugsweise mehr als 50000 mPas und insbesondere mehr als
100000 mPas auf. Kombinationsprodukte, dadurch gekennzeichnet, dass sie in einem Verpackungsmittel
mit zwei voneinander getrennten Aufnahmekammern vorliegen, wobei die Viskosität (Brookfield-Viskosimeter
LVT-II bei 20 U/min und 20°C, Spindel 3) mindestens einer der Wasch- oder Reinigungsmittel
A oder B zwischen 5000 und 200000 mPas, vorzugsweise zwischen 10000 und 150000 mPas
und insbesondere zwischen 20000 und 100000 mPas beträgt, werden erfindungsgemäß bevorzugt.