[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten der Außenfläche einer Zylinderlaufbuchse
nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Um das Gewicht von Kraftfahrzeugen zu reduzieren, und um auf diesem Wege Kraftstoff
zu sparen, werden Zylinderkurbelgehäuse aus Leichtmetall, insb. aus Aluminium gegossen.
Diese weisen aber derart schlechte tribologische Eigenschaften auf, dass bei deren
Herstellung aus einem Eisenbasiswerkstoff, wie beispielsweise aus Grauguss, bestehende
Zylinderlaufbuchsen in das Zylinderkurbelgehäuse mit eingegossen werden. Hierbei ergeben
sich die Probleme, die Zylinderlaufbuchsen ausreichend fest im Zylinderkurbelgehäuse
zu verankern, und einen ausreichenden Wärmeübergang zwischen den Zylinderlaufbuchsen
und dem Zylinderkurbelgehäuse zu gewährleisten. Diese Probleme können dadurch gelöst
werden, dass die Außenflächen der Zylinderlaufbuchsen eine Rauhgussstruktur mit Hinterschnitten
erhalten. Dies bringt aber mit sich, dass die Stege zwischen den in das Zylinderkurbelgehäuse
eingegossenen Zylinderlaufbuchsen sehr breit sind, und dass deshalb der Platzbedarf
der Zylinderlaufbuchsen sehr groß ist.
[0003] Im Rahmen des Trendes bei der Motorenentwicklung, die Motoren bei gleichbleibender
Leistung zu verkleinern, ergibt sich die Notwendigkeit, die Abstände zwischen den
einzelnen Zylinderlaufbuchsen zu verringern und zudem die Wärmeabfuhr vom Brennraum
über die Zylinderlaufbuchse zu den Kühlräumen des Zylinderkurbelgehäuses zu verbessern.
Diese Probleme können dadurch gelöst werden, dass als Alternative zur Raugussbuchse
Zylinderlaufbuchsen aus Grauguss mit einer glatten oder mäßig rauen Außenfläche und
mit einer Beschichtung verwendet werden, die das Anbinden der Zylinderlaufbuchse an
das Umgussmaterial des Zylinderkurbelgehäuses sicherstellt.
[0004] Aus der US-Patentschrift mit der Nummer 5,333,668 ist es bekannt, hierzu eine Zink-Basis-Legierung
mit 5. % Aluminium zu verwenden. Nachteilig ist hierbei, dass die aus dem Stand der
Technik bekannte Beschichtung sehr schnell oxidiert, und nur mäßige Festigkeitswerte
aufweist, was die Güte der metallischen Bindung der Beschichtung mit dem Umgussmaterial
des Zylinderkurbelgehäuses beeinträchtigt.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, diesen Nachteil des Standes der Technik zu vermeiden
und zudem ein einfaches und preisgünstiges Beschichtungsverfahren zur Verfügung zu
stellen.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe mit den im Kennzeichen des Hauptanspruches stehenden Merkmalen.
Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteranprüche.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Beschichten einer in ein Zylinderkurbelgehäuse
einzugießenden Zylinderlaufbuchse wird im Folgenden näher erläutert.
[0008] Verwendet wird hierzu eine Zylinderlaufbuchse, die aus einem Eisenbasiswerkstoff
besteht, das legiert oder unlegiert sein kann. Vorzugsweise besteht die Zylinderlaufbuchse
aus Grauguss, der entweder lamellares Graphit, Vermikulargraphit oder Kugelgraphit
enthalten kann. Der Grauguss kann hierbei ein ferritisch-perlitisches, ein perlitisches,
ein bainitisches oder ein austenitisches Grundgefüge aufweisen. Die Außenfläche der
Zylinderlaufbuchse kann glatt ausgebildet sein. Sie kann aber auch alle weiteren Oberflächengüten
bis hin zu einer flache Raugussoberfläche aufweisen. Darüberhinaus können die Außenfläche,
die Stirnseite und die Innenfläche der Zylinderlaufbuchse durch Drehen vorbearbeitet
sein.
[0009] Zum Eingießen der Zylinderlaufbuchse in das Zylinderkurbelgehäuse können alle gebräuchlichen
Gießverfahren, wie beispielsweise das Druckgießverfahren, das Pressgießverfahren,
das Schwerkraftgießverfahren oder das Niederdruck-Gießverfahren verwendet werden.
[0010] Das Zylinderkurbelgehäuse besteht aus einem der gebräuchlichen Leichtmetall-Gusswerkstoff,
wobei sowohl Gusswerkstoffe auf Aluminiumbasis, sie beispielsweise EN AC-AISi10Mg(Fe),
EN AC-AlSi10Mg(Cu), EN AC-AlSi9Cu3(Fe), EN AC-AISi12(Cu), als auch auf Magnesium-Basis,
wie beispielsweise EN MC-MgA19Zn1(A), EN MC-MgY4RE3Zr in Frage kommen.
[0011] Um beim Eingießen der Zylinderlaufbuchse in das Zylinderkurbelgehäuse die metallische
Bindung der Zylinderlaufbuchse mit dem Umgussmaterial des Zylinderkurbelgehäuses sicherzustellen,
wird die Außenfläche der Zylinderlaufbuchse im Tauchverfahren beschichtet. Als Vorbereitung
hierfür ist es erforderlich, die Außenfläche von Schmutz und Oxiden zu säubern und
anschließend aufzurauen. Geeignete Verfahren hierzu sind das Bürsten und/oder das
Strahlen. Beispielsweise kann zum Strahlen grobes Korund, d.h., kristallisiertes Al
2O
3 verwendet werden.
[0012] Im Anschluss daran wird die Außenfläche der Zylinderlaufbuchse gebeizt und/oder mit
einem Flussmittel bestrichen, wozu sich Zinkchlorid-Aluminiumchlorid-Doppelsalz oder
Salmiakstein (Ammoniumchlorid) eignet. Dies bezweckt, Oxide von der Außenfläche der
Zylinderlaufbuchse zu entfernen, um das Anlegieren einer im Folgenden beschriebenen
Metallschicht zu fördern.
[0013] Das hierauf folgende Tauchverfahren zur Beschichtung der Außenfläche der Zylinderlaufbuchse
erfolgt in einer Zink-Aluminium-Kupfer-Schmelze mit 3 % bis 12 % Kupfer und 2 % bis
8 % Aluminium, wobei der Rest der Schmelze Zink ist. Zur Förderung der Ausscheidungshärtung
kann der Schmelze bis zu 1 % Magnesium zugegeben werden.
[0014] Hierbei wird die Zylinderlaufbuchse so weit in die Schmelze getaucht, bis ein kleines,
über die gesamte axiale Länge der Zylinderlaufbuchse durchgehendes Segment der Außenfläche
nicht aber die Innenfläche der Zylinderlaufbuchse von der Schmelze benetzt wird. Die
Zylinderlaufbuchse wird dann um ihre Längsachse gedreht, wobei die Schmelze durch
Ultraschall in eine hochfrequente Bewegung versetzt wird. Dadurch wird die Legierungsbildung
zwischen der Legierung der Zylinderlaufbuchse und der Zinkbasislegierung der Schmelze
gefördert, wobei ein Schichtsystem aus intermetallischen Phasen und Mischkristallen
entsteht, das für die metallische Bindung der Zylinderlauffläche mit der umgebenden
Metallschicht sorgt.
[0015] Nach 3 bis 5 Minuten hat die Metallschicht eine Dicke von 100 µm bis 300 µm erreicht,
und die Zylinderlaufbuchse wird der Schmelze entnommen. Die Zylinderlaufbuchse wird
dann waagrecht in einer Halterung befestigt, wobei überschüssige Schmelze abtropft
und die aufgetragene Metallschicht erstarrt.
[0016] Der Kupferbestandteil der Legierung hat den Vorteil, dass eine beim Beschichten sich
möglicherweise bildende Oxidhaut nicht allzu dicht wird, sodass sie sich beim Eingießen
leicht ablöst. Die Liquidustemperatur der Schmelze liegt zwischen 440 °C und 520°C,
wodurch bewirkt wird, dass die Metallschicht beim Gießen des Zylinderkurbelgehäuses
von dessem Umgussmaterial angeschmolzen wird, wodurch die metallische Bindung zwischen
der Zylinderlaufbuchse und dem Umgussmaterial des Zylinderkurbelgehäuses sichergestellt
wird. Wird hierzu das Schwerkraftgussverfahren angewandt, ist es erforderlich, die
beschichteten Zylinderlaufbuchsen auf 300°C bis 400°C zu erwärmen. Dies entfällt bei
der Anwendung des Druckgussverfahrens zur Herstellung des Zylinderkurbelgehäuses.
1. Verfahren zum Beschichten der Außenfläche einer aus einem Eisenbasiswerkstoff bestehenden
Zylinderlaufbuchse mit folgenden Verfahrensschritten:
- Säubern der Außenfläche,
- Aufrauen der Außenfläche durch Bürsten und/oder durch Strahlen,
- Bestreichen der Außenfläche mit einem Flussmittel, das ein Zinkchlorid-Aluminium-Doppelsalz
oder Ammoniumchlorid sein kann,
- Eintauchen eines kleinen, über die gesamte axiale Länge der Zylinderlaufbuchse durchgehenden
Segmentes der Außenfläche in eine Schmelze aus einer Zink-Basis-Legierung mit 7 %
bis 12 % Kupfer, mit 2 % bis 8 % Aluminium und mit bis zu 1 % Magnesium,
- Drehen der Zylinderlauffläche 3 bis 5 Minuten lang um ihre Längsachse, bis sich
eine aus der Zink-Basis-Legierung bestehende, über die gesamte Länge der Zylinderlaufbuchse
durchgehende Metallschicht auf der Außenfläche der Zylinderlaufbuchse gebildet hat,
- Herausnehmen der Zylinderlaufbuchse aus der Schmelze.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenfläche der Zylinderlaufbuchse mit Korund gestrahlt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallschicht mit einer Dicke von 100 µm bis 300 µm gebildet wird.
1. Method for coating the outer surface of a cylinder liner consisting of an iron-based
material with the following procedure steps:
- cleaning the outer surface,
- roughening the outer surface by brushing and/or blasting,
- coating the outer surface with a flux material that can be a zinc chloride-aluminum
double salt or ammonium chloride,
- dipping a small segment of the outer surface, which extends over the whole axial
length of the cylinder liner, in a melt of a zinc-based alloy with 7% to 12% copper,
with 2% to 8% aluminum and with up to 1% magnesium,
- rotating the cylinder liner for 3 to 5 min. about its longitudinal axis until a
metal layer, which consists of a zinc-based alloy and extends over the whole length
of the cylinder liner, has formed on the outer surface of the cylinder liner,
- removing the cylinder liner from the melt.
2. The method of claim 1, characterized by the fact that the outer surface of the cylinder liner is blasted with corundum.
3. The method of claim 1 or 2, characterized by the fact that the metal layer is formed with a thickness of 100 µm to 300 µm.
1. Procédé d'application d'un revêtement sur la surface externe d'une chemise de cylindre
composée d'un matériau à base de fer avec les étapes de procédé suivantes :
- nettoyage de la surface externe,
- grattage de la surface externe avec des brosses et/ou des jets,
- enduction de la surface externe avec un agent liquide, qui peut être un sel double
de chlorure de zinc et d'aluminium ou du chlorure d'ammonium,
- immersion d'un petit segment de la surface externe, parcourant toute la longueur
axiale de la chemise de cylindre, dans une masse fondue en alliage à base de zinc
comprenant 7 % à 12 % de cuivre, 2 % à 8 % d'aluminium et jusqu'à 1 % de magnésium,
- rotation de la surface de cylindre pendant 3 à 5 minutes autour de son axe longitudinal,
jusqu'à ce qu'une couche métallique, composée d'un alliage à base de zinc et parcourant
toute la longueur de la chemise de cylindre, se soit formée sur la surface externe
de la chemise de cylindre,
- retrait de la chemise de cylindre hors de la masse fondue.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la surface externe de la chemise de cylindre est soumise à un jet de corindon.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la couche métallique est formée avec une épaisseur de 100 µm à 300 µm.