(19)
(11) EP 1 923 179 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.05.2008  Patentblatt  2008/21

(21) Anmeldenummer: 07118854.4

(22) Anmeldetag:  19.10.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B26D 1/11(2006.01)
B26F 1/38(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK RS

(30) Priorität: 14.11.2006 DE 102006053577

(71) Anmelder: Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft
69115 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Imkamp, Thomas
    40627 Düsseldorf (DE)
  • Palmen, Peter, Dr.
    41189 Mönchengladbach (DE)
  • Schmid, Frank
    47807 Krefeld (DE)

(74) Vertreter: Franzen, Peter 
Heidelberger Druckmaschinen AG Intellectual Property Kurfürsten-Anlage 52-60
69115 Heidelberg
69115 Heidelberg (DE)

   


(54) Flachbett-Bogenstanzmaschine


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft eine Flachbett-Bogenstanz-Anlage mit zwei Flachbett-Bogenstanzmaschinen (B), die jeweils wenigstens eine Stanzeinrichtung (3) aufweisen, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass die beiden Flachbett-Bogenstanzmaschinen (B) einander gegenüber liegend und mit Abstand derart angeordnet sind, dass die beiden Flachbett-Bogenstanzmaschinen (B) von dem zwischen den Flachbett-Bogenstanzmaschinen (B) gebildeten Bedienungsraum (R) her bedient werden können.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Flachbett-Bogenstanz-Anlage mit zwei Flachbett-Bogenstanzmaschinen, die jeweils wenigstens eine Stanzeinrichtung aufweisen.

[0002] Als Stanzen wird das Schneiden mit in sich geschlossenen, geometrischen Zuschnittsformen bezeichnet, die kreisförmig, oval oder mehreckig sowie Fantasieformen aller Art sein können. Auch die in der Druckweiterverarbeitung geübten Praktiken wie Stanzen mit Locheisen, Ecken abstoßen und Register stanzen werden zu diesem Bereich gezählt. Die Stanzung erfolgt gegen eine Stanzunterlage oder gegen Stempel, teilweise sind es auch Schervorgänge (vgl. Druckweiterverarbeitung, Ausbildungsleitfaden für Buchbinder, Bundesverband Druck e. V. 1996, Seite 351 ff.).

[0003] Verpackungsmaterialien aus Papier, Karton, Pappe oder Wellpappe werden hauptsächlich im Bogenformat gestanzt. Beim Stanzvorgang können zusätzlich aber auch Rilllinien oder Blindprägungen in den Nutzen eingebracht werden. Dieser komplexe Prozess macht es unabdingbar, die Bogen einzeln zu stanzen. Da es sich bei den Endprodukten um anspruchsvolle Verpackungen hinsichtlich technischer und graphischer Ausführungen handelt (etwa Verpackungen für Kosmetik, Zigaretten, Pharmazie, Lebensmittel etc.), werden besondere Anforderungen nicht nur an die Verpackungsmaterialien selbst gestellt, sondern es sind für optimale Resultate auch Stanzwerkzeuge mit geringsten Toleranzen und äußerst präzise und zuverlässig arbeitende Stanzmaschinen erforderlich.

[0004] Diesen Ansprüchen wird das Flachbettstanzen am besten gerecht. Dabei werden die gedruckten und auf einer Palette gestapelten Bogen der Stanzmaschine zugeführt. In der Maschine erfolgt in einer Vereinzelungseinrichtung zunächst die Vereinzelung der zu stanzenden Bogen, die dann anschließend in einer Ausrichteinrichtung passgenau ausgerichtet, von einem Greiferwagen übernommen und exakt in der Stanzeinrichtung zwischen einem fest gelagerten Untertisch und einem über ein Kniehebel- oder Exzentergetriebe vertikal bewegbaren Obertisch positioniert. Eine derartige Flachbettstanze ist beispielsweise aus der DE 30 44 083 A1 bekannt.

[0005] Die beiden Tische sind mit Schneid- und Rillwerkzeugen bzw. entsprechenden Gegenwerkzeugen bestückt, mit denen aus den taktweise zwischen die Tischflächen geführten Bögen die Nutzen ausgestanzt und gleichzeitig die zum sauberen Falten notwendigen Rillen eingedrückt werden. In der nachfolgenden Ausbrecheinrichtung wird der Abfall über Ausbrechwerkzeuge maschinell entfernt. Je nach Ausstattung der Maschine können schließlich die gestanzten Nutzen in einer hierfür vorgesehenen Nutzentrennungseinrichtung separiert werden.

[0006] Die bekannten Flachbett-Bogenstanzmaschinen sind relativ kostenintensiv, was die Bedienung und Umrüstung angeht.

[0007] Im Hinblick auf diese Problematik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine Flachbett-Bogenstanz-Anlage der eingangs genannten Art anzugeben, die mit geringem Aufwand zu bedienen und zu warten ist.

[0008] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die beiden Flachbett-Bogenstanzmaschinen einander gegenüber liegend und mit Abstand derart angeordnet sind, dass die beiden Flachbett-Bogenstanzmaschinen von dem zwischen den Flachbett-Bogenstanzmaschinen gebildeten Bedienungsraum her bedient werden können.

[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform sind zwei Flachbett-Bogenstanzmaschinen nach Art einer Zwillingsanordnung einander spiegelbildlich gegenüber liegend angeordnet, so dass beide Maschinen gemeinsam durch eine Bedienungsperson bedient und gewartet werden können. Hierdurch wird die Bedienung und Wartung preiswerter. Des Weiteren wird Raum eingespart, da nur ein Bedienungsraum bzw. ein Bedienungspodest für zwei Stanzmaschinen zur Verfügung zu stehen braucht. Durch den spiegelbildlichen Aufbau ist es optimal möglich, die Werkzeuge von der Antriebsseite aus zu beschicken.

[0010] Weiterhin ist es vorteilhafterweise möglich, mehrere spiegelbildlich angeordnete Zwillingsanordnungen nebeneinander zu stellen. Bei dieser Konfiguration können dann die Anleger der nebeneinander angeordneten Stanzen von einer gemeinsamen Beschickungslogistik mit Material beschickt werden und / oder die Ablagestationen gemeinsam mit Leerpaletten beschickt werden und / oder die Ablagestationen über eine gemeinsame Logistik versorgt werden.

[0011] Weiterhin ist es bei einer spiegelbildlichen Anordnung der Stanzen vorteilhafterweise möglich, Entsorgungseinrichtungen für die Ausbrechstation und / oder Randstreifen sowie den Shredder gemeinsam zu nutzen. Allgemein können weiterhin sämtliche Hilfseinrichtungen auf dem Bedienpodest, wie beispielsweise Betrachtungstisch, Werkzeugvorrichtungen etc. gemeinsam genutzt werden.

[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist eine gemeinsame Nutzung von Betriebsdatenerfassungsterminals möglich.

[0013] Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche sowie die nachfolgende Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung verwiesen. In der Zeichnung zeigt

Figur 1 eine Flachbett-Bogenstanz-Anlage gemäß der vorliegenden Erfindung in schematischer Draufsicht und

Figur 2eine Flachbett-Bogenstanze der Anlage aus Figur 1 in schematischer Seitenansicht.



[0014] In der Figur 1 ist eine Flachbett-Bogenstanz-Anlage dargestellt, die aus zwei Flachbett-Bogenstanzmaschinen besteht, die zur Stanz- und/oder Prägebearbeitung von bogenförmigen Materialien aus Papier, Pappe und dergleichen dienen und insbesondere bei der Herstellung von Papier- oder Kartonzuschnitten eingesetzt werden können. Jede der Flachbett-Bogenstanzmaschinen B umfasst in der Durchlaufrichtung X hintereinander liegend eine Einlege- und Vereinzelungseinrichtung 1, eine Ausrichteinrichtung 2, eine Stanzeinrichtung 3, eine Ausbrecheinrichtung 4, eine Nutzenablageeinrichtung 5 und eine Trennbogen-Zuführeinrichtung 6. Des Weiteren ist an der an der Nutzenablageeinrichtung 5 ein Palettenbahnhof 7 vorgesehen.

[0015] Wie insbesondere die Figur 1 gut erkennen lässt, sind die beiden Flachbett-Bogenstanzmaschinen B einander spiegelbildlich gegenüber liegend angeordnet, wobei in dem Raum R zwischen den beiden Stanzmaschinen B ein Podest P vorgesehen ist, über welches beide Stanzmaschinen B gleichzeitig bedient werden können. Das Podest P ist an seinen beiden Enden jeweils über eine Treppe T betretbar. Diese Zwillingsanordnung schafft den Vorteil, dass nur eine Bedienungsperson erforderlich ist, um beide Stanzmaschinen B zu bedienen und zu warten. Hierdurch werden die Arbeitskosten herabgesetzt.

[0016] In der Einlege- und Vereinzelungseinrichtung 1 werden die zu bearbeitenden Bögen gestapelt zur Verfügung gestellt und von dem Stapel über einen Saugkopf 8 einzeln von oben entnommen und auf ein Transportband 9 abgelegt, welches den Bogen der Ausrichteinrichtung 2 zuführt, wo diese beispielsweise an drei Punkten mit Seiten- und Frontmarken passgenau ausgerichtet werden.

[0017] Bei der Bearbeitung von endlosen Bahnen wird anstelle der Einlegeeinrichtung 1 eine Abrolleinrichtung, eventuell mit nachfolgenden Querschneidern, eingesetzt.

[0018] In der Ausrichtstation 2 wird der ausgerichtete Bogen von einem Greifer eines Transportsystems, von welchem in der Zeichnung lediglich die Transportkette 10 gezeigt ist, übernommen, welches den Bogen getaktet und präzise ausgerichtet durch die weiteren Bearbeitungsstationen 3, 4, 5, 6 führt.

[0019] Der Ausrichtstation 2 nachgeordnet ist die Stanzeinrichtung 3, welche einen am Maschinengestell G fest gelagerten Untertisch 11 und einen vertikal bewegbaren Obertisch 12 aufweist. Dabei trägt der Obertisch 12 ein Stanzmesser und der Untertisch eine Stanzgegenplatte.

[0020] Die Betätigung des Obertisches 12 erfolgt in üblicher Weise mittels eines Exzentergetriebes 14, welches über ein nicht dargestelltes Suchstangengetriebe mit einem zentralen Antrieb der Stanzmaschine verbunden ist, welcher auch die weiteren Bearbeitungsstationen antreibt.

[0021] Hinter der Stanzeinrichtung 3 ist die Ausbrecheinrichtung 4 vorgesehen, in welcher die beim Stanzvorgang entstehenden, nicht benötigten Abfallstücke aus dem Bogen nach unten heraus gestoßen werden, wodurch diese Abfallstücke in einen unter der Ausbrecheinrichtung 4 eingeschobenen, behälterartigen Wagen 15 fallen.

[0022] Der Ausbrecheinrichtung 4 nachfolgend ist die Ablegeeinrichtung 5 vorgesehen, in welcher der Bogen entweder nur einfach abgelegt wird oder aber gleichzeitig eine Trennung der einzelnen Nutzen erfolgt, wobei Trennwerkzeuge hier nicht näher dargestellter Art verwendet werden können. Die Bögen können hier auf Paletten abgelegt und aufgestapelt werden, welche in dem Palettenbahnhof 7 untergebracht sind, so dass nach Erreichen einer bestimmten Stapelhöhe die Palette mit den aufgestapelten Bögen aus dem Bereich der Stanzmaschine weggefahren werden kann.

Bezugszeichenliste



[0023] 
1
Einlege- und Vereinzelungseinrichtung
2
Ausrichteeinrichtung
3
Stanzeinrichtung
3a
Werkzeugauswechseleinrichtung
4
Ausbrecheinrichtung
5
Nutzenablageeinrichtung
6
Trennbogen-Zuführeinrichtung
7
Palettenbahnhof 7
8
Saugkopf
9
Transportband
10
Transportkette
11
Untertisch
12
Obertisch
14
Exzentergetriebe
15
Wagen
X
Durchlaufrichtung
G
Maschinengestell
P
Podest
T
Treppe
B
Flachbett-Bogenstanzmaschine
R
Raum



Ansprüche

1. Flachbett-Bogenstanz-Anlage mit zwei Flachbett-Bogenstanzmaschinen (B), die jeweils wenigstens eine Stanzeinrichtung (3) aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die beiden Flachbett-Bogenstanzmaschinen (B) einander gegenüber liegend und mit Abstand derart angeordnet sind, dass die beiden Flachbett-Bogenstanzmaschinen (B) von dem zwischen den Flachbett-Bogenstanzmaschinen (B) gebildeten Bedienungsraum (R) her bedient werden können.
 
2. Flachbett-Bogenstanz-Anlage,
dadurch gekennzeichnet, dass
in dem Bedienungsraum (R) ein Bedienungspodest (P) vorgesehen ist, auf welchem sich eine Bedienungsperson bewegen kann.
 
3. Flachbett-Bogenstanz-Anlage nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die beiden Flachbett-Bogenstanzmaschinen einander spielbildlich gegenüber liegend angeordnet sind.
 
4. Flachbett-Bogenstanz-Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die beiden Flachbett-Bogenstanzmaschinen gemeinsam mit einem Betriebsdatenerfassungsterminal verbunden sind.
 




Zeichnung










Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente




In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur