[0001] Die Erfindung betrifft einen Träger und einen Zuschnitt nach den Oberbegriffen der
Ansprüche 1 und 23 sowie eine Verpackungsmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs
28.
[0002] Gefüllte und geschlossene Getränkedosen werden an ihrem oberen Rand, der in der Regel
auf Grund einer Bördelung wulstförmig ausgebildet ist, häufig mit einer Schutzabdeckung
versehen. Diese besteht entweder aus einer auf den Dosenrand aufsetzbaren Schutzkappe
aus Kunststoff od. dgl. (
DE 197 04 148 A1) oder aus einer dünnen, geprägten Aluminiumfolie, die durch Kleben oder auch bloßes
Anschmiegen am oberen Dosenteil befestigt wird (
EP 1 135 304 B1). Zweck dieser Schutzabdeckungen ist es, die Dosen mit einem Hygieneschutz gegenüber
Verunreinigungen zu versehen, der erst unmittelbar vor dem Öffnen der Dose abgenommen
wird. Da die in den Dosen befindlichen Getränke meistens unmittelbar aus der Dose
verzehrt werden und dazu der Dosenrand mit dem Mund berührt wird, ist durch die Schutzabdeckung
eine wesentlich hygienischere Entnahme des Doseninhalts als beim Fehlen einer solchen
Schutzabdeckung sichergestellt.
[0003] Den bekannten Schutzabdeckungen ist gemeinsam, dass sie nach dem Füllen der Dosen
einzeln auf diese aufgebracht und vor dem Gebrauch der Dosen wieder einzeln von diesen
entfernt und entsorgt werden müssen. Die Anwendung von Kunststoffkappen verändert
außerdem das Erscheinungsbild der Dosen und verhindert deren Verpackung in sogenannten
Dosenträgern (z. B.
EP 1 340 691 A1,
US 2 331 038A). Dagegen ergibt sich bei der Anwendung von geprägten Aluminiumfolien das Problem,
dass diese mit aufwendigen Prägevorrichtungen vorbereitet und dann mit ebenfalls aufwendigen
Etikettier- und Klebstoff-Auftragsgeräten mit den oberen Dosenrändern verbunden werden
müssen.
[0004] Verpackungsmaschinen zur Herstellung von Verpackungseinheiten aus Dosen und Trägern
sind ebenfalls bereits bekannt (z. B.
DE-AS 1 214 136,
EP 1 340 691 A1).
[0005] Ausgehend davon besteht die Aufgabe der Erfindung darin, eine Schutzabdeckung für
Dosen zu schaffen, die mit vergleichsweise einfachen Mitteln hergestellt und an den
Dosen befestigt werden kann und einfacher in der Handhabung beim Gebrauch der Dosen
ist. Außerdem soll eine Verpackungsmaschine zur Herstellung von Verpakkungseinheiten
mit Trägern vorgeschlagen werden, die mit einer derartigen Schutzabdeckung versehen
sind.
[0006] Die Erfindung geht zur Lösung dieser Aufgabe von einem Träger nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1, einem Zuschnitt nach dem Oberbegriff des Anspruchs 23 und einer Verpackungsmaschine
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 28 aus und besteht in den kennzeichnenden Merkmalen
der Ansprüche 1, 23 und 28.
[0007] Erfindungsgemäß wird die Schutzabdeckung zunächst am Dosenträger bzw. an dem zu dessen
Herstellung bestimmten Zuschnitt angebracht. Dadurch werden insbesondere fünf Vorteile
erzielt. Zunächst können die Träger bzw. Zuschnitte mittels vergleichsweise einfacher
und preisgünstiger Verfahren mit der Schutzschicht versehen werden. Weiter erfolgt
die Verbindung der Schutzschicht mit den Dosenrändern beim Einlegen der Dosen in die
Dosenträger. Dadurch es ist möglich, alle in einen Dosenträger passenden Dosen in
einem gemeinsamen Verfahrensschritt an der Schutzschicht zu befestigen. Vorteilhaft
ist drittens, dass die Dosen bei ihrer Entnahme aus dem Dosenträger automatisch auch
von der Schutzschicht befreit werden, da diese aufgrund der Vermeidung von Faserabriss
trotz ihrer Anbringung am Kraftkarton zumindest zum größten Teil am Träger haften
bleibt. Aus diesem Grund ergibt sich viertens kein spezielles Entsorgungsproblem,
wie dies bei Anwendung von Schutzkappen oder Aluminiumfolien der Fall ist, da nur
der Dosenträger insgesamt nach seiner Entleerung entsorgt werden muss. Vorteilhaft
ist schließlich fünftens auch, dass nach der Entnahme einer Dose aus dem Dosenträger
ein gut sichtbarer Abdruck an der Anlagefläche des Dosenträgers zurückbleibt, der
den sogenannten Erstentnahme-Nachweis ermöglicht.
[0008] Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend in Verbindung mit bevorzugten Ausführungsbeispielen
anhand der beiliegenden, in unterschiedlichen Maßstäben gehaltenen Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Unteransicht eines erfindungsgemäßen Zuschnitts zur Herstellung eines
Trägers für Dosen;
Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie II - II der Fig. 1;
Fig. 3 und 4 je eine Vorderansicht und Draufsicht des Zuschnitts nach Fig. 1 mit umgeklappten
ersten und zweiten Seitenteilen;
Fig. 5 und 6 je eine Vorderansicht und Draufsicht des Zuschnitts nach Fig. 1 mit einem
umgeklappten ersten Deckenteil;
Fig. 7 die Vorderansicht des Zuschnitts entsprechend Fig. 5 nach dem Umklappen auch
eines zweiten Deckenteils bzw. des dadurch entstandenen, gebrauchsfertigen Dosenträgers;
Fig. 8 eine Vorderansicht des Dosenträgers entsprechend Fig. 7 mit einer eingeclipsten
Dose;
Fig. 9 eine teilweise aufgebrochene Seitenansicht des Dosenträgers nach Fig. 7 mit
eingeclipsten Dosen;
Fig. 10 eine Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Verpackungsmaschine;
Fig. 11 bis 15 schematische Schnitte längs der Linien A - A bis E - E der Fig. 10;
Fig. 16 eine teilweise Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Verpackungsmaschine;
Fig. 17 eine vergrößerte Vorderansicht allein einer Leim-Auftragsstation der Verpackungsmaschine
nach Fig. 16; und
Fig. 18 eine perspektivische Ansicht der Auftragsstation nach Fig. 17.
[0010] Fig. 1 und 2 zeigen einen einstückigen Zuschnitt 1 zur Herstellung eines Trägers
für Dosen in Form eines im Wesentlichen flach liegenden, ungefalteten Grundelements
sowie in einem Zustand, wie er aus einer entsprechenden Stanzvorrichtung kommt. Der
Zuschnitt 1 hat eine im Wesentlichen rechteckige Außenkontur, die von zwei gegenüber
liegenden langen Längskanten 2a, 2b und zwei im Wesentlichen senkrecht dazu angeordneten,
kürzeren Querkanten 3a, 3b gebildet ist. Zur Herstellung des Zuschnitts 1 wird ein
Kraftkarton mit einem Gewicht (bzw. einer Grammatur) verwendet, das z. B. zwischen
300 g/m
2 und 450 g/m
2 betragen kann, was davon abhängt, wie viele Dosen pro Dosenträger vorgesehen sind
und welches Aufnahmevermögen die Dosen haben (z. B. 0,5 1 oder 1 1). Alternativ kann
anstelle des Kraftkartons auch ein Polyethylen-Folienverbund-Karton bis maximal 350
g/m
2 verwendet werden.
[0011] Der Zuschnitt 1 ist in einer Mehrzahl von Feldern unterteilt und enthält gemäß Fig.
1 insbesondere ein Bodenteil 4 und je ein links und rechts davon liegendes erstes
Seitenteil 5a, 5b. Der Zuschnitt 1 weist ferner links vom ersten Seitenteil 5a ein
zweites Seitenteil 6a und rechts vom Seitenteil 5b ein weiteres zweites Seitenteil
6b auf. Schließlich enthält der Zuschnitt 1 links vom Seitenteil 6a ein erstes Deckenteil
7a und rechts vom Seitenteil 6b ein zweites Deckenteil 7b. Alle diese Teile 4 bis
7 haben im wesentlichen rechteckige Umfangskonturen und sind quer zu einer Längsachse
8 des Zuschnitts 1 so nebeneinander angeordnet, dass ihre langen Seiten im wesentlichen
parallel und ihre kurzen Seiten im Wesentlichen senkrecht zur Längsachse 8 angeordnet
sind.
[0012] Die Teile 4 bis 7 sind durch vorzugsweise im Wesentlichen parallel zur Längsachse
8 angeordnete, gedachte Faltlinien voneinander getrennt, die zur Erleichterung des
weiter unten erläuterten Faltens oder Umklappens der verschiedenen Teile auch aus
bereits beim Stanzen angebrachten Prägungen, Rillen, Rill-Schneid-Linien od. dgl.
bestehen können. Insbesondere ist zwischen dem Bodenteil 4 und jedem der angrenzenden
ersten Seitenteile 5a und 5b je eine erste Faltlinie 9a bzw. 9b, zwischen den ersten
und zweiten Seitenteilen 5a, 6a bzw. 5b, 6b je eine zweite Faltlinie 10a bzw. 10b,
zwischen dem Seitenteil 6a und dem ersten Deckenteil 7a eine dritte Faltlinie 11 und
zwischen dem Seitenteil 6b und dem zweiten Deckenteil 7b eine vierte Faltlinie 12
vorhanden.
[0013] Wie insbesondere Fig. 1 zeigt, sind die das Bodenteil 4 seitlich begrenzenden Faltlinien
9a und 9b nicht wie die anderen Faltlinien 10 bis 12 in Richtung der Längsachse 8
durchgehend ausgebildet, sondern jeweils durch beim Stanzen hergestellte, den Grundkörper
durchsetzende Schnittlinien 14a, 14b unterbrochen. Diese Schnittlinien 14a, 14b sind
bogenförmig ausgebildet und bezüglich der Längsachse 8 konvex nach außen gewölbt.
Die Schnittlinien 14a, 14b dienen, wie weiter unten erläutert ist, zur Bildung von
Öffnungen, in die Ränder von Dosen rastend eintreten können. Sie verlaufen daher vorzugsweise
längs Bogenlinien mit einem dem Radius der Dosenränder im Wesentlichen entsprechenden
Radius, erstrecken sich aber nur jeweils z. B. über ein einem Viertelkreis entsprechendes
Teilstück des umlaufenden Dosenrandes. Außerdem sind die Abstände der ersten Faltlinien
9a, 9b und der Schnittlinien 14a, 14b voneinander entsprechend der jeweiligen Dosengröße,
insbesondere entsprechend den Durchmessern der Dosenränder bemessen. Die Zahl der
in Längsrichtung vorhandenen Schnittlinien 14a, 14b entspricht der Zahl der aufzunehmenden
Dosen, weshalb der Zuschnitt nach Fig. 1 zur Herstellung eines Dosenträgers 15 (Fig.
7) für vier Dosen bestimmt ist. Daraus folgt, dass die in Fig. 1 sichtbare Unterseite
des Bodenteils 1 im Ausführungsbeispiel vier schematisch dargestellte, seitlich von
den Schnittlinien 14a, 14b begrenzte Anlageflächen
A bis
D aufweist, im Bereich von denen je ein Dosenrand zu liegen kommt. Alternativ wäre
es natürlich auch möglich, mehr oder weniger Anlageflächen für z. B. zwei, drei oder
mehr als vier Dosenränder vorzusehen.
[0014] Die Herstellung des Dosenträgers 15 aus dem Zuschnitt 1 erfolgt in der aus Fig. 3
bis 7 ersichtlichen Weise. Ausgehend vom Zuschnitt 1 nach Fig. 1 und 2 werden zunächst
die links und rechts von den ersten Faltlinien 9a und 9b liegenden Zuschnittsabschnitte
nach unten gefaltet bzw. geklappt, worauf dann die links und rechts von den zweiten
Faltlinien 10a bzw. 10b liegenden Zuschnittsabschnitte nach oben geklappt werden.
Dabei wird davon ausgegangen, dass in Fig. 2 die unten liegende Seite bzw. eine untere
Oberfläche 16 des Zuschnitts 1 die Unterseite und eine in Fig. 2 oben liegende Seite
bzw. eine obere Oberfläche 17 die Oberseite des Zuschnitts 1 bildet. Entsprechend
wird eine Faltung nach unten bzw. oben hier so verstanden, dass diese von der Lage
in Fig. 2 aus nach unten bzw. oben erfolgt.
[0015] Nach den beschriebenen Falt- bzw. Umklappvorgängen besitzt der Zuschnitt 1 die aus
Fig. 3 und 4 ersichtliche Gestalt. Seine beiden ersten Seitenteile 5a und 5b ragen
mit einer gewissen Schrägstellung und unter Bildung eines Winkels α von z. B. 145°
vom Bodenteil 4 nach unten und außen, während die zweiten Seitenteile 6a, 6b und die
Deckenteile 7a, 7b von den äußeren, durch die Faltlinien 10a, 10b definierten Seitenrändern
der Seitenteile 5a, 5b aus nach oben ragen und dabei etwa senkrecht zu der Oberseite
17 des Bodenteils 4 stehen. Durch den Faltvorgang werden im Bereich der Faltlinien
9a, 9b zwischen den aneinander grenzenden Längskanten des Bodenteils 4 und der ersten
Seitenteile 5a, 5b charakteristische, schlitzartige Öffnungen erhalten, die zum Einsetzen
der Dosenränder dienen. Diese Öffnungen entstehen dadurch, dass beim beschriebenen
Faltvorgang durch die Schnittlinien 14a, 14b begrenzte, über die Faltlinien 9a, 9b
nach außen ragende Laschen 4a, 4b des Bodenteils 4 stehen bleiben (Fig. 3), während
die durch sie in den ersten Seitenteilen 5a, 5b entstehenden Ausnehmungen zusammen
mit diesen Seitenteilen 5a, 5b umgeklappt werden.
[0016] Nach Fig. 5 und 6 wird jetzt z. B. das zweite Deckenteil 7b um die Faltlinie 12 um
ca. 90° nach innen geklappt, auf die Oberseite 17 des Bodenteils 4 aufgelegt und mit
einer vorher angebrachten Leimschicht fest mit diesem verbunden. Abschließend wird
das erste Deckenteil 7a um die Faltlinie 11 um ca. 90° nach innen umgeklappt (Fig.
7), auf die Oberseite des zweiten Deckenteils 7b aufgelegt und mittels einer vorher
aufgebrachten Leimschicht fest mit diesem verbunden.
[0017] Der Dosenträger 15 (Fig. 7) ist jetzt fertig zum Gebrauch. Es können daher Dosen
18 (Fig. 8 und 9) von der Rückseite her mit ihren oberen, wulstförmigen Dosenrändern
18a voraus so an das Bodenteil 4 angenähert werden, dass die Dosenränder 18a in die
oben erwähnten Öffnungen eintreten. Das ist insbesondere in dem aufgebrochenen, in
Fig. 7 rechts liegenden Abschnitt der Fig. 9 ersichtlich. Hier ist einerseits eine
der bogenförmigen Laschen 4b, die nach dem Ausbilden der Schnittlinie 14b vom Bodenteil
4 nach außen ragt (vgl. auch Fig. 1, 3, 5 und 7) und beim Umklappen des ersten Seitenteils
5b parallel zum Bodenteil 4 stehen bleibt, andererseits mit dem Bezugszeichen 19 eine
der dadurch im Bereich der Faltlinie 9b gebildete, schlitzförmige Öffnung angedeutet.
Außerdem lässt Fig. 9 den in die Öffnung 19 eintretenden und in dieser verrasteten
Dosenrand 18a erkennen. Entsprechend ist die Anordnung auf der in Fig. 7 links liegenden
Seite des Dosenträgers 15.
[0018] Im Übrigen zeigt Fig. 9, dass der Dosenträger 15 im Ausführungsbeispiel vier Dosen
18 aufnehmen kann, wobei die Dosenränder 18a jeweils im Bereich einer der Anlageflächen
A bis D gemäß Fig. 1 zu liegen kommen.
[0020] Wie insbesondere in Fig. 2 angedeutet ist, besteht der Zuschnitt 1 vorzugsweise aus
einem üblichen Kraftkarton, der eine erste, in Fig. 2 mit dem Bezugszeichen 20 versehene
Schicht bildet. Auf seiner Unterseite ist der Kraftkarton vorzugsweise mit einer durch
Streichen hergestellten, in der Regel weißen Schicht 21 belegt, d. h. der Kraftkarton
ist als ein einseitig gestrichener Karton ausgebildet. Die Schicht 21 dient dem Zweck,
die Sichtseiten des Kraftkartonmaterials mit einer gestrichenen Oberfläche zu versehen,
die das Aufbringen qualitativ hochwertiger Druckbilder durch Tief-, Offset- oder Flexodruck
ermöglicht. Daher ist die Schicht 21 im Prinzip nur dort erforderlich, wo der Zuschnitt
1 aus Werbegründen od. dgl. mit einem Druckbild versehen werden soll. Aus herstellungstechnischen
Gründen ist es jedoch zweckmäßig, die Zuschnitte 1 aus einer durchgehend einseitig
gestrichenen Bogenware auszustanzen. Da die (meistens braune) Oberseite 17 des Zuschnitts
1, wie Fig. 1 bis 7 zeigen, im fertigen Dosenträger 15 innen liegt und nicht sichtbar
ist, kann hier auf die Anwendung eines zweiseitig gestrichenen Kraftkartons verzichtet
werden.
[0021] Wie Fig. 2 weiter zeigt, ist die gestrichene Schicht 21 des Zuschnitts 1 auf ihrer
freien Seite erfindungsgemäß mit einer Schutzschicht 22 belegt. Diese Schutzschicht
22 kann ebenfalls nur auf Teilen der gesamten Unterseite des Zuschnitts 1 vorgesehen
sein, bedeckt diese bzw. die Unterseite 16 des Kraftkartons aber zumindest überall
dort, wo bei der Bestückung des fertigen Dosenträgers 15 mit Dosen 18 deren Ränder
18a zu liegen kommen sollen bzw. wo an der Unterseite des Dosenträgers 15 die in Fig.
1 angedeuteten Anlageflächen
A bis
D für die Dosenränder 18a angeordnet sind.
[0022] Das ist in Fig. 2 dadurch angedeutet, dass sich die Schutzschicht 22 im wesentlichen
nur über denjenigen Bereich des Zuschnitts 1 erstreckt, der vom Bodenteil 4 einschließlich
der Laschen 4a, 4b und der Seitenteile 5a, 5b eingenommen wird und sich daher sicherheitshalber
bis zu den Faltlinien 10a, 10b zwischen den ersten und zweiten Seitenteilen 5a, 6a
und 5b, 6b erstrecken kann. Im Übrigen ist die Schutzschicht 22 in Fig. 3, 5 und 7
schraffiert gezeichnet, während die Schicht 21 zur Vereinfachung der Darstellung nur
in Fig. 2 gesondert dargestellt ist.
[0023] Die Schutzschicht 22 dient einerseits dem Zweck, im eingeclipsten Zustand der Dosen
18 mit den Dosenrändern 18a fest verbunden zu werden, um dadurch diese und die von
ihnen umrandeten Deckeloberflächen der Dosen 18 während derjenigen Zeit, in welcher
die Dosen 18 in den Dosenträgern 15 aufbewahrt werden, vor Verunreinigungen zu schützen.
Andererseits übernimmt die Schutzschicht 22 die wichtige Aufgabe, bei der späteren
Herausnahme der Dosen 18 aus den Dosenträgern 15 einen sogenannten Faserabriss zu
verhindern, d. h. sicherzustellen, dass bei der Herausnahme der Dosen 18 aus dem Dosenträger
15 keine Papierfasern, Reste der gestrichenen Schicht 21 od. dgl. am Dosenrand 18a
hängen bleiben und dieser dadurch unhygienisch aussieht und wirkt.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele für die Schutzschicht
22 näher erläutert.
Beispiel 1
[0025] Es wird ein faltbares, aus einseitig gestrichenem Kraftkarton bestehendes Material
als Bogenware mit diversen Formaten, z. B. im 3B-Format, verarbeitet. Der Kraftkarton
wird auf seiner gestrichenen Oberfläche (Schicht 21 in Fig. 1) durch Offset-, Flexo-
oder Tiefdruck mit einem Druckbild versehen und unmittelbar danach auf der Druckbild-Oberfläche
mit einer Schutzschicht 22 aus Wasserkastenlack (WKL) beschichtet bzw. überzogen.
Hierzu können Standard-Verfahren angewendet werden, wie sie beim Schützen von Druckbildern
gegen Abrieb, Farbveränderungen od. dgl. bekannt und daher äußerst kostengünstig sind.
[0026] Erfindungsgemäß wird ein Wasserkastenlack verwendet, der die mit dem Druckbild versehene
Oberfläche des Kraftkartons zugleich derart versiegelt, dass der erwähnte Faserabriss
vermieden wird. Als besonders zweckmäßig für diesen Zweck hat sich ein Wasserkastenlack
erwiesen, der unter der Bezeichnung "WKL G9/147-045 GA" auf dem Markt angeboten wird.
Aber auch andere Wasserkastenlacke, die von verschiedenen Herstellern und zu unterschiedlichen
Preisen angeboten werden, sind brauchbar.
[0027] Die Oberfläche des Wasserkastenlacks wird zumindest im Bereich der Anlageflächen
A bis D für die Dosenränder 18a mit einem Klebstoff beschichtet. Als besonders geeignet hat
sich ein Klebstoff erwiesen, der auf dem Markt unter der Bezeichnung "Adhesin VN 6349"
angeboten wird (z. B. Firma Henkel & Cie AG, CH-5015 Erlinsbach, Schweiz) und lebensmittel-unbedenklich
ist.
[0028] Nach dem Aufbringen des Klebstoffs auf die Auflageflächen
A bis
D des Dosenträgers 15 wird dieser mit den Dosen 18 bestückt, wobei die Dosenränder
18a bis zum Aushärten des Klebstoffs vorzugsweise mit leichtem Druck gegen die Auflageflächen
A bis D gedrückt werden. Es wird dadurch ein Hygieneschutz für die Dosenränder 18a hergestellt,
der erst zerstört wird, wenn eine Dose 18 aus dem Dosenträger 15 herausgenommen wird.
Da der vorzugsweise verwendete Klebstoff peelfähig ist, bleiben nach der Herausnahme
der Dosen 18 keinerlei Klebstoffreste an den Dosenrändem 18a hängen. Da der Wasserkastenlack
außerdem Faserabriss verhindert, kann sich der Klebstoff auch nicht zusammen mit Kraftkartonfasern
oder Partikeln aus der gestrichenen Schicht 21 vom Dosenträger 18 ablösen.
Beispiel 2
[0029] Ein faltbarer, einseitig gestrichener Kraftkarton entsprechend Beispiel 1 wird unmittelbar
nach dem Aufbringen des Druckbilds mit einer die Druckbildoberfläche abdeckenden Schutzschicht
22 aus Blisterlack überzogen. Als Blisterlack wird ein unter der Bezeichnung "Terrawet
Blisterlack G 9/414" auf dem Markt befindliches, heißsiegelbares Produkt der Firma
Terra Lacke GmbH, 31275 Lehrte, Deutschland, verwendet.
[0030] Zur Befestigung der Dosenränder 18a an der Schutzschicht 22 wird, ausgehend von der
Stellung nach Fig. 9, z. B. ein Heißsiegelbalken von oben her auf den Dosenträger
15 gelegt und unter Erwärmung auf eine Temperatur von beispielsweise zwischen 80 °C
und 160 °C für z. B. ein bis drei Sekunden unter geringem Druck gegen diesen gedrückt.
Dadurch wird eine innige Verschmelzung des Blisterlacks mit den Dosenrändern 18a und
als Folge davon nach dem Erkalten ein allseitig dichter Hygieneverschluss an den oberen
Enden der Dosen 18 erhalten.
[0031] Bei der Herausnahme einer Dose 18 aus dem Dosenträger 15 bleiben aufgrund des peelfähigen
Charakters des Blisterlacks keine unerwünschten Rückstände am Dosenrand 18a zurück.
[0032] Die Verbindung der Schicht 22 mit den Dosenrändern 18a kann wie im Beispiel 1 durch
entsprechende Ausbildung einer Verpackungsmaschine maschinell und im Zuge der Herstellung
des Dosenträgers 15 erfolgen.
Beispiel 3
[0033] Es wird wie in Beispiel 2 vorgegangen, jedoch mit dem Unterschied, dass die aus Blisterlack
bestehende Schutzschicht 22 erwärmt und der Dosenträger 15 während dieses Vorgangs
mit einem Druck von z. B. 3 bar bis 6 bar gegen die Dosenränder 18a gedrückt wird.
[0034] Auch bei diesem Beispiel bleiben bei der Entnahme einer Dose 18 aus dem Dosenträger
15 keine unhygienischen Rückstände am Dosenrand 18a zurück.
Beispiel 4
[0035] Ein faltbarer, einseitig gestrichener Kraftkarton entsprechend dem Beispiel 1 wird
nach dem Aufbringen eines Druckbildes auf die gestrichene Oberfläche auf der Bildseite
mit einer heißsiegelfähigen OPP-Folie (OPP = orientiertes Polypropylen) kaschiert
und veredelt. Diese Maßnahme erfolgt in einem zusätzlichen Verfahrensschritt z. B.
dadurch, dass die OPP-Folie mittels eines Primers mit der bedruckten Kartonoberfläche
fest haftend verbunden wird.
[0036] Für diesen Zweck geeignete OPP-Folien sind vor allem solche, die heißsiegel- oder
ultraschallsiegelfähig sind und wie in den Beispielen 2 und 3 wenige Sekunden lang
durch Anwendung von beheizten Druckbalken zum Schmelzen gebracht und dadurch fest
mit den Dosenrändern 18a verbunden werden können. Alternativ kann für diesen Zweck
auch ein durch Ultraschall in Schwingungen versetzbarer Druckbalken verwendet werden.
[0037] Beim Erkalten der OPP-Folie wird ein allseitig dichter Hygieneverschluss für die
Dosenränder 18a erhalten. Da derart aufgebrachte und verschweißte OPP-Folien in der
Regel peelfähig sind, bleiben beim Entfernen einer Dose 18 aus dem Dosenträger 15
keinerlei Rückstände am Dosenrand 18a zurück.
Beispiel 5
[0038] Es wird wie im Beispiel 4 vorgegangen, jedoch unter Anwendung einer kaltsiegelfähigen
OPP-Folie. Zur Sicherstellung der gewünschten Peelfähigkeit wird die freie Oberfläche
der OPP-Folie vorzugsweise mit einem peelfähigen Blisterlack überzogen. Ob hierfür
der im Beispiel 2 oder irgendein anderer Blisterlack geeignet ist, muss im Einzelfall
durch Tests ermittelt werden.
[0039] Die Verbindung der aus der OPP-Folie und dem Blisterlack bestehenden Schutzschicht
22 mit den Dosenrändern 18a erfolgt hier z. B. allein dadurch, dass eine Andrückplatte
von oben her mit einem Druck von z. B. 3 bar bis 6 bar für eine ausreichende Zeitlang
auf den z. B. in der Stellung nach Fig. 9 befindlichen Dosenträger 15 gepresst wird.
[0040] Die auf diese Weise erzielte Verbindung zwischen der Schutzschicht 22 und den Dosenrändern
18a ist bei Anwendung geeigneter Materialien wiederum peelfähig.
[0041] Im Übrigen sind die beschriebenen Verbindungsverfahren und die hierfür geeigneten
Materialien, insbesondere auf der Basis von thermoplastischen Kunststoffen, aus der
Verpackungsindustrie allgemein bekannt, wo sie allerdings bisher nur für andere Zwecke
und in anderen Kombinationen angewendet werden. Für den Fachmann sind daher weitere
Erläuterungen nicht erforderlich. Die Dicke der Schutzschicht 22 kann unabhängig davon,
ob sie mit einem Lack oder einer Folie erzeugt wird, beispielsweise 10 µm bis 30 µm
betragen.
[0042] Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die dem Hygieneschutz dienende
Schutzschicht 22 bei Auswahl der richtigen Materialkombinationen durch die Entnahme
einer Dose 18 aus dem Dosenträger 15 automatisch vom Dosenrand 18a getrennt wird und
fest am Dosenträger 15 haften bleibt. Dadurch werden die Schutzschichten 22 stets
als Ganzes zusammen mit den Dosenträgern 15 entsorgt und nicht einzeln oder stückweise
abgezogen und weggeworfen, wie dies für andere bekannte Schutzabdeckungen zutrifft.
Außerdem ergibt sich der wesentliche Vorteil, dass nach der Entnahme der Dosen 18
aus dem Dosenträger 15 dort, wo die Dosenränder 18a den Anlageflächen
A bis D angelegen haben, ein nachträglich nicht mehr unkenntlich machbarer, ringförmiger
Abdruck auf der Schutzschicht 22 zurückbleibt, der erkennbar macht, dass an der betreffenden
Stelle bereits eine Dose 18 befestigt war. Dieser Abdruck zeigt somit die sog. Erstentnahme
an, was neuerdings auch im Bereich der EU vielfach gefordert wird, um möglichen Missbräuchen
vorzubeugen.
[0043] Zur automatischen Herstellung von Verpackungseinheiten, bestehend aus einer Mehrzahl
von Dosen, insbesondere Dosen 18 der beschriebenen Art, und auf diese von oben her
aufgedrückten Trägem, insbesondere den oben beschriebenen Trägern 15, sind Verpackungsmaschinen
bekannt (z. B.
EP 1 340 691 A1,
DE-AS 1 214 136), denen an einem Eintrittsende die Dosen 18 und flach liegende Zuschnitte 1 zugeführt
und an einem Austrittsende die fertigen Verpackungseinheiten entnommen werden. Derartige
Verpackungsmaschinen sind allerdings bisher nur zur Verpackung von Dosen 18 mit Hilfe
von Zuschnitten geeignet, die keine der beschriebenen Schutzschichten 22 aufweisen.
[0044] Um auch mit den Schutzschichten 22 versehene Zuschnitte 1 verarbeiten zu können,
sind erfindungsgemäß Verpackungsmaschinen nach den Fig. 10 bis 15 sowie nach den Fig.
16 bis 18 vorgesehen. Die Verpackungsmaschine nach den Fig. 10 bis 15 dient zur Verarbeitung
von Zuschnitten 1, die entsprechend den obigen Beispielen 2 bis 5 mit Schutzschichten
22 aus Blisterlack oder OPP-Folien überzogen sind, wohingegen die Verpackungsmaschine
nach Fig. 16 bis 18 zur Verarbeitung von mit Wasserkastenlack überzogenen Zuschnitten
1 dient.
[0045] Anhand der Fig. 10 bis 15 wird zunächst eine erfindungsgemäße Verpackungsmaschine
beschrieben, die von der Verpackungsmaschine nach
EP 1 340 691 A1 ausgeht und erfindungsgemäß mit einer zusätzlichen Heiß- oder Kaltsiegelstation versehen
ist, wobei nachfolgend nur die zum Verständnis des Verpackungsvorgangs erforderlichen
Baugruppen einzeln erläutert werden.
[0046] Gemäß Fig. 10 weist die Verpackungsmaschine ein Magazin 26 für die Zuschnitte 1 auf.
Zur Entnahme der Zuschnitte 1 aus dem Magazin 26 dient ein drehbarer Abnehmer 27,
von dem die einzeln entnommenen Zuschnitte 1 mittels Vakuumsaugern od. dgl., die an
eine nicht dargestellte Vakuumpumpe angeschlossen sind, einer Zuführeinrichtung 28
derart zugeführt werden, dass die mit den Schutzschichten 22 versehenen Seiten der
Zuschnitte 1 in Fig. 10 nach unten weisen. Unterhalb dieser Zuführeinrichtung 28 befindet
sich eine aus Bändern, Ketten od. dgl. gebildete, über die ganze Länge der Verpackungsmaschine
durchlaufende Transporteinrichtung 29, die zum Transport der Dosen 18 bestimmte Mitnehmer
30 aufweist und zweckmäßig mit einer Einrichtung kombiniert ist, mittels derer die
Dosen 18 automatisch in einer vorgewählten Formation, beispielsweise entsprechend
Fig. 9, zu Gruppen zusammengefasst werden.
[0047] Die Zuschnitte 1 und Dosen 18 werden nun einer allgemein mit dem Bezugszeichen 31
bezeichneten Faltvorrichtung zugeführt und nacheinander passergenau jeweils so aufeinander
ausgerichtet, dass jeder Zuschnitt 1 mit seinen Flächen A bis D (Fig. 1) genau auf
je einem der Dosenränder 18a (Fig. 8) einer zugeordneten Dosenformation aufliegt.
Die Faltvorrichtung 31 enthält als erste Station einen Andrückmechanismus 32 mit einem
um 360° drehbaren Andrückbalken 33 (Fig. 10 und 11). Dieser hat eine Länge, die im
Wesentlichen der in Transportrichtung bzw. in Richtung der Achse 8 (Fig. 1) gemessenen
Länge der Zuschnitte 1 entspricht. Eine Drehachse 34 für den Andrückbalken 33 steht,
wie Fig. 10 und 11 zeigen, senkrecht zur Transportrichtung und senkrecht zu den Mittelachsen
der Dosen 18.
[0048] Der Andrückbalken 33 ist, wie Fig. 11 zeigt, an einer drehbaren Welle 35 aufgehängt,
die über ein Antriebsrad 36 und eine Antriebskette 37 od. dgl. von einem Hauptantriebsmotor
38 (Fig. 10) in Umdrehungen versetzt wird, von dem auch alle übrigen bewegbaren Teile
der Verpackungsmaschine angetrieben werden. Der Andrückbalken 33 hat einerseits die
Aufgabe, sich von oben her an den über der Dosenformation angeordneten Zuschnitt 1
anzulegen und diesen fest gegen die wulstförmigen Ränder 18a der Dosen 18 zu drücken.
Andererseits ist der Andrückbalken 33 an seiner Unterseite mit seitlich angeordneten
Faltschienen 39 versehen, die sich während des Andrückvorgangs gegen die Faltlinien
10a, 10b des betreffenden Zuschnitts 1 legen und diese entsprechend Fig. 1 nach unten
drücken. Das hat zur Folge, dass die ersten Seitenteile 5a, 5b schräg nach unten und
die zweiten Seitenteile 6a, 6b und mit ihnen die Deckenteile 7a, 7b schräg nach oben
klappen (Fig. 11) und gleichzeitig die wulstförmigen Ränder 18a der Dosen 18 entsprechend
Fig. 8 und 9 in die schlitzförmigen, durch die Schnittlinien 14a, 14b (Fig. 1) gebildeten
Öffnungen 19 (Fig. 9) eintreten, wodurch sie im Zuschnitt 1 einrasten und fest in
diesem verankert werden. Beim weiteren Transport der Dosen 18 mit Hilfe der Mitnehmer
30 werden die Zuschnitte 1 daher von den Dosen 18 mitgenommen. Damit im Bereich des
Andrückmechanismus 32 die Verbindung zwischen den Dosen 18 und den Zuschnitten 1 trotz
der Bewegung der Dosen 18 sicher erfolgen kann, ist der Andrückbalken 33 auf seiner
Umlaufbahn vorzugsweise so geführt, dass er über eine gewisse Strecke von z. B. 120
mm bis 150 mm mit derselben Geschwindigkeit wie die Dosen 18 in deren Transportrichtung
bewegt wird.
[0049] Erfindungsgemäß erfüllt der Andrückbalken 33 noch eine weitere Funktion. Diese besteht
darin, die auf den Dosenrändern 18a aufliegende Schutzschicht 22 des Zuschnitts 1
aufzuheizen, um sie dadurch zum Schmelzen zu bringen und fest mit den Dosenrändern
18a zu verbinden. Zu diesem Zweck ist der Andrückbalken 33, wie Fig. 11 zeigt, mit
einem innen liegenden, integralen Heizelement 40 versehen, das z. B. aus einer stufenlos
regelbaren, elektrischen Heizpatrone (220 V, 50 Hz) bestehen kann.
[0050] Handelt es sich bei denen in Fig. 10 bis 15 verwendeten Zuschnitten 1 um solche,
die eine Schutzschicht 22 aus Blisterlack aufweisen (Beispiel 2), wird die Schutzschicht
22 mittels des Heizelements 40 z. B. einige Sekunden lang auf eine Temperatur zwischen
z. B. 80 °C und 160 °C erhitzt. Dieselbe Erwärmung kann bei der Anwendung von Schutzschichten
22 vorgenommen werden, die aus einer heißsiegelfähigen OPP-Folie bestehen (Beispiel
4). Besteht die Schutzschicht 22 schließlich aus einer kaltsiegelfähigen OPP-Folie
(Beispiel 5), dann genügt eine Erwärmung der Schutzschicht 22 auf z. B. ca. 60 °C.
Alternativ kann es sogar ausreichend sein, den Andrückmechanismus 34 so auszubilden,
dass der Andrückbalken 35 im kalten Zustand eine Zeitlang mit einem Druck von z. B.
3 bar bis 5 bar gegen den Zuschnitt 1 gedrückt wird. In diesem Fall könnte das Heizelement
40 weggelassen werden.
[0051] Nach einem weiteren, nicht dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann der
Andrückbalken 33 als ein Ultraschallschwinger bzw. als ein Ultraschall-Siegelelement
ausgebildet sein. Das bedeutet, dass er während des Andrückvorgangs nach Art einer
Sonotrode od. dgl. in Ultraschallschwingungen versetzt wird und daher eine z. B. aus
einer heißsiegelfähigen OPP-Folie (Beispiel 4) hergestellte Schutzschicht 22 nach
Art des Ultraschallschweißens zum kurzzeitigen Erweichen bringt. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel
kann das Heizelement 40 fehlen.
[0052] Die den Andrückbalken 33 aufweisende Station der Faltvorrichtung 31 ist daher erfindungsgemäß
gleichzeitig als Heiß- oder Kaltsiegelstation ausgebildet.
[0053] Im Übrigen wird der Zuschnitt 1 während des Andrückvorgangs und der Erhitzung durch
seitlich neben der Transportstrecke angebrachte Gegenführungen 41 gehalten, die den
Faltvorgang unterstützen, während die Dosen 18 durch Seitenführungen 42 auf der gewünschten
Transportbahn gehalten werden.
[0054] Nach dem Durchlaufen des Andrückmechanismus 32 sind die wulstförmigen Ränder 18a
der Dosen 18 einerseits durch das Einrasten in den Öffnungen 19 des Zuschnitts 1 mechanisch
fest mit diesen verbunden, andererseits auf die anhand der Beispiele 2 bis 5 beschriebene
Weise hygienisch dicht in die Schutzschicht 22 eingebettet.
[0055] Im weiteren Verlauf wird der Faltvorgang der Zuschnitte 1 in an sich bekannter Weise
vollendet. Zu diesem Zweck läuft die mit dem Zuschnitt 1 versehene Dosenformation
zunächst in eine zweite Station der Faltvorrichtung 31 ein (Fig. 12), die weitere,
an Haltestäben 43 gehaltene Faltelemente 44 enthält, die sich auf die Faltlinien 10a,
10b des Zuschnitts 1 auflegen und diese in der aus Fig. 10 ersichtlichen Lage halten.
Außerdem enthält diese Station zwei Seitenführungen 45, die die in schräger Position
aus der vorhergehenden Station auslaufenden Seitenteile 6a, 6b und Deckenteile 7a,
7b von beiden Seiten her allmählich erfassen, aufrichten und in eine im Wesentlichen
vertikale Position schwenken (Fig. 12). Gleichzeitig hält eine auf die Oberseite des
Zuschnitts 1 wirkende Andrückrolle oder -platte 46 den Zuschnitt 1 in fester Anlage
mit den Dosenrändern 18a, damit sich diese aufgrund einer unter Umständen noch nicht
ausreichenden Erhärtung der Schutzschicht 22 nicht von dieser ablösen können.
[0056] Im weiteren Verlauf wird die Dosenformation mit dem anhaftenden Zuschnitt 1 an einer
Station vorbeigeführt, in der ein Auftragsgerät 47 für Heißleim (Fig. 10) angeordnet
ist, welches das Deckenteil 7b auf seiner Innenseite mit Leim belegt. Im Anschluss
daran folgt eine Station (Fig. 13), die ein an einem Haltestab 48 montiertes Faltelement
49 aufweist. Dieses Faltelement 49 wirkt beim weiteren Transport der Dosen 18 allmählich
auf das Seitenteil 7b ein und klappt dieses entsprechend Fig. 5 und 13 nach innen,
um es auf die Oberseite 17 des Zuschnitts 1 aufzulegen und mit dieser zu verkleben.
Unmittelbar danach wird eine weitere Andrückrolle oder -platte 50 tätig, um das Seitenteil
7b während des Trocknens des Leim fest auf der Oberfläche 17 (Fig. 3) zu halten. Gleichzeitig
wird dadurch die Verbindung zwischen der Schutzschicht 22 und den Dosenrändern 18
auch weiterhin fixiert.
[0057] An die aus Fig. 3 ersichtliche Station schließt sich die in Fig. 14 dargestellte
Station der Faltvorrichtung 31 an. Diese gleicht der anhand der Fig. 13 beschriebenen
Station bis auf den Unterschied, dass jetzt zunächst das Deckenteil 7a (Fig. 5) unter
Anwendung eines Auftragsgeräts 51 auf seiner Innenseite mit Heißleim belegt und dann
mittels eines weiteren, an einem Haltestab 52 befestigten Faltelements 53 nach innen
geklappt, auf das Seitenteil 7b aufgelegt und durch Kleben an diesem befestigt wird,
wie aus Fig. 7 und 14 ersichtlich ist. Unmittelbar danach folgt eine weitere Andrückrolle
oder -platte 54 (Fig. 14), um die beiden Seitenteile 7a, 7b während der Abkühlung
des Heißleims in fester Anlage zu halten.
[0058] Die fertige Verpackungseinheit, hier vier Dosen 14 und ein aus einem Zuschnitt 1
gebildeter Träger 15 (Fig. 8, 9 und 15), wird schließlich am Austrittsende der Verpackungsmaschine
abgegeben, wobei eine Andrückrolle 55 und verlängerte Abschnitte der Seitenführungen
45 dafür sorgen, dass die aus Fig. 7 bis 9 ersichtliche Form der Verpackungseinheit
bis zum vollständigen Erhärten des Leims und der Schutzschicht 22 erhalten bleibt.
[0059] Im Übrigen ist klar, dass die beschriebenen Falt- und Führungselemente, Leim-Auftragsgeräte
und auch der Andrückmechanismus so in einem Maschinengestell 56 montiert bzw. mit
an diesem angebrachten Tragstangen 57 verbunden sind, dass sie mit Hilfe einfacher
Schraubverbindungen od. dgl. leicht an unterschiedlich große Verpackungseinheiten
angepasst werden können.
[0060] Eine Verpackungsmaschine für die Verarbeitung von Zuschnitten 1, die mit einer Schutzschicht
22 aus Wasserkastenlack (Beispiel 1) versehen sind, ist in Fig. 16 bis 18 dargestellt.
Sie arbeitet im Hinblick auf die Zuführung der Zuschnitte 1 und Dosen 18 sowie die
Faltung der Zuschnitte 1 bis zum fertigen Träger 15 vorzugsweise genauso wie die bereits
anhand der Fig. 10 bis 15 beschriebene Verpackungsmaschine. Daher sind in Fig. 16
gleiche Teile mit denselben Bezugszeichen wie in Fig. 10 bis 15 versehen und diejenigen
Maschinenteile, die auf den Andrückmechanismus 32 folgen, in Fig. 16 zur Vereinfachung
der Darstellung weggelassen.
[0061] Erfindungsgemäß weist die Verpackungsmaschine nach Fig. 16 bis 18 eine zwischen der
Zuführeinrichtung 28 für die Zuschnitte 1 und der Faltvorrichtung 31 angeordnete Auftragsstation
60 auf. Diese dient dem Zweck, die wulstförmigen Dosenränder 18a, wie insbesondere
in Fig. 17 angedeutet ist, mit demjenigen Leim zu versehen, der zum Befestigen einer
aus Wasserkastenlack bestehenden Schutzschicht 22 an den Dosenrändern 18a benötigt
wird.
[0062] Gemäß Fig. 16 bis 18 enthält die Auftragsstation 60 einen Vorratsbehälter 61 für
den Leim und wenigstens eine an der Unterseite des Vorratsbehälters 61 angebrachte
Sprühdüse 62. Durch diese Sprühdüse 62 kann der Leim, wie in Fig. 17 durch Pfeile
angedeutet ist, in feiner Form aufgesprüht werden, wenn der Vorratsbehälter 61 mittels
eines schematisch angedeuteten Anschlussnippels 63 an eine nicht gezeigte Druckluftquelle
angeschlossen wird. Außerdem kann dem Vorratsbehälter 61 eine nicht gezeigte Heizvorrichtung
zugeordnet sein, um den Leim - falls erforderlich - für den Sprühvorgang ausreichend
dünnflüssig zu machen.
[0063] Unterhalb der Sprühdüse 62 weist die Auftragstation 60 eine Auftragswalze 64 (Fig.
17 und 18) auf, deren Enden in Lagern 65 drehbar gelagert sind, damit sie sich um
eine senkrecht zur Transportrichtung der Dosen 18 erstreckte Drehachse 66 drehen kann.
Vorzugsweise wird die Auftragswalze 64 mittels eines Zwangsantriebs mit einer Umfangsgeschwindigkeit
in Umdrehungen versetzt, die der durch die Transporteinrichtung 29 bewirkten Transportgeschwindigkeit
der Dosen 18 entspricht. Die Auftragswalze 64 dient dadurch dem Zweck, den auf sie
mittels der Sprühdüse 62 aufgebrachten Leim gleichmäßig auf die Dosenränder 18 zu
übertragen.
[0064] Die gesamte Auftragsstation 60 ist vorzugsweise mit nicht näher dargestellten Mitteln
vertikal auf- und abbewegbar. Dadurch ist es möglich, die Auftragswalze 64 einerseits
während des Leimauftrags mit geringem Druck auf die Dosenränder 18a aufzulegen, andererseits
nach Vollendung des Leimauftrags etwas (z. B. 50 mm) von den Dosenrändem 18a abzuheben,
um dadurch Platz für die Anlieferung eines zugeordneten Zuschnitts 1 zu schaffen.
[0065] Die Auftragswalze 64 besteht vorzugsweise aus einer Filzrolle, deren Mantelfläche
straff mit einer Kunststofffolie umhüllt ist. Dies dient dem Zweck, während des Leimauftrags
sicherzustellen, dass der in einem dünnen Film auf die Auftragswalze 64 aufgesprühte
Leim nur auf die Dosenränder 18a und nicht auch auf andere Bereiche der Dosen 18,
insbesondere nicht auf die von den Rändern 18a eingeschlossenen, in der Regel kreisrunden
Flächen appliziert wird. Dadurch und durch den geringen Andruck der Auftragswalze
64 an die Dosenränder 18a wird erreicht, dass etwaige Unebenheiten im Bereich der
Dosenränder 18a ausgeglichen werden, ein stets gleichmäßiger Leimauftrag erzielt wird
und sich auf der Auftragswalze 64 keine unerwünschten Rückstände aus Leim bilden können.
Außerdem wird die Bildung von Leimtropfen vermieden, eine leichte Reinigung der Auftragswalze
64 mittels Reinigungsmitteln im Stillstand der Verpackungsmaschine ermöglicht und
das Auswechseln der Auftragswalze 64 erleichtert.
[0066] Die Anwendung der Verpackungsmaschinen nach Fig. 16 bis 18 erfolgt analog zu der
nach Fig. 10 bis 15. Nach der Bildung der gewünschten Dosenformation (z. B. gemäß
Fig. 9) werden die Dosen 18 unterhalb der Auftragstation 16 kontinuierlich weiter
transportiert. Es wird dann vorzugsweise die gesamte Auftragsstation 60 abgesenkt,
um sie auf die erste Dose 18 so aufzusetzen, dass deren Rand 18a allmählich entsprechend
Beispiel 1 mit Leim belegt wird. Durch den weiteren Transport der Dosen 18 werden
die Ränder 18a aller Dosen der Formation mit Leim belegt. Im Anschluss daran wird
die Auftragsstation 60 vorzugsweise wieder etwas angehoben, damit mittels der Zuführeinrichtung
28 ein Zuschnitt 1 zugeführt und passergenau auf diese Dosenränder 18a aufgelegt werden
kann.
[0067] Im Anschluss daran läuft die betreffende Dosenformation mit dem aufgelegten und angeklebten
Zuschnitt 1 in die erste Station der Faltvorrichtung 31 ein, in welcher der Andrückbalken
33 in derselben Weise aktiviert wird, wie oben anhand der Fig. 10 bis 15 beschrieben
wurde. Der einzige Unterschied besteht darin, dass das im Andrückbalken 33 vorhandene
Heizelement 40 nicht eingeschaltet werden braucht oder ganz fehlen kann, da der Andrückbalken
32 hier nur das Aufclipsen des Zuschnitts 1 auf die Dosenränder bewirken und gleichzeitig
den Zuschnitt 1 im Bereich der Flächen A - D (Fig. 1) so gegen die Dosenränder 18a
drücken muss, dass ein hygienischer Verschluss der Dosenränder 18a sichergestellt
wird, selbst wenn in der Auftragsstation 60 aufgebrachter Leim noch nicht vollständig
getrocknet bzw. ausgehärtet ist.
[0068] An die mit dem Andrückbalken 33 versehene Station der Faltvorrichtung 31 schließen
sich dieselben Stationen an, die oben anhand der Fig. 10 bis 15 ausführlich erläutert
wurden, so dass eine erneute Beschreibung dieser Stationen nicht erforderlich ist.
[0069] Ein nicht dargestelltes zweites Ausführungsbeispiel der Verpackungsmaschine nach
Fig. 16 bis 18 zeichnet sich dadurch aus, dass der Leim in der Auftragsstation 16
nicht auf die Dosenränder 18a, sondern auf die Unterseite der Zuschnitte 1 und insbesondere
dort appliziert wird, wo sich die Schutzschichten 22 befinden. Hierzu weist die Auftragsstation
60 vorzugsweise wenigstens eine Sprühdüse auf, die in Fig. 16 unterhalb der Bahn der
mittels der Zuführeinrichtung 28 zugeführten Zuschnitte 1 angeordnet und nach oben
gerichtet ist. Die Auftragswalze 64 kann in diesem Fall fehlen, da die auf die Dosen
18 aufgelegten Zuschnitte 1 im Bereich der Schutzschicht 22 bereits mit dem erforderlichen
Hygieneleim versehen sind. Um bei diesem Ausführungsbeispiel zu vermeiden, dass zu
große Mengen an Leim auf die Zuschnitte 1 aufgebracht werden, kann der verwendeten
Sprühdüse z. B. eine kreisringförmige Gestalt mit einem dem Durchmesser der Dosenränder
18a entsprechenden Durchmesser gegeben werden.
[0070] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, die
auf vielfache Weise abgewandelt werden können. Das gilt zunächst für die anhand der
Fig. 1 bis 9 beschriebene Form und Herstellung der Dosenträger 15, die - wie die oben
genannten Druckschriften zeigen - in unterschiedlichen Varianten vorliegen können.
Insbesondere kann die Erfindung auch bei Dosenträgern verwirklicht werden, bei denen
die Dosen 18 in zwei oder mehr Reihen am Dosenträger befestigt werden können. Es empfiehlt
sich jedoch, dass die Öffnungen stets mit so wenig Spiel bzw. um so wenig größer als
die Dosenränder 18a ausgebildet werden, dass sich diese beim Tragen einer Verpackungseinheit
nicht von selbst von der Schutzschicht 22 ablösen. Auch das Aufbringen der Schutzschicht
22 auf dem Kraftkarton und/oder deren hygienisch dichte Verbindung mit den Dosenrändern
18a kann auf eine andere als die in den Beispielen 1 bis 5 beschriebene Weise erfolgen.
Zum Aufbringen der Schutzschichten 22 stehen insbesondere zahlreiche Verfahren des
Beschichtens, Lackierens, Veredelns, Kaschierens usw. zur Verfügung, während die Verbindung
der Schutzschicht 22 mit den Dosenrändern 18a entsprechend Fig. 10 bis 18 durch zahlreiche
Verfahren des Wärmekontakt- oder Wärmeimpulssiegelns sowie des Ultraschallschweißens,
aber auch z. B. durch Kaltsiegeln od. dgl. vorgenommen werden kann, indem die dafür
individuell geeigneten Temperaturen, Einwirkungszeiten, Drücke usw. beachtet werden.
Weiter ist es im Rahmen der Erfindung möglich, auch die an die Flächen A bis D angrenzenden
ersten Seitenteile zumindest an ausgewählten Punkten 67 (Fig. 8) mit einem vorzugsweise
lebensmittelechten Leim zu belegen und auf diese Weise mit den an die Ränder 18a der
Dosen angrenzenden, meistens konisch abfallenden Abschnitten der Dosenwandungen zu
verbinden. Dadurch könnte die Verbindung zwischenden Dosen und den Trägern bei Bedarf
in einer Weise verstärkt werden, daß auch beim Transport der fertigen Verpackungseinheiten
z. B. mittels eines LKW od. dgl. keine Gefahr besteht, daß sich die Dosenränder 18a
von der Schutzschicht lösen. Weiter ist es möglich, die gestrichene Schicht 21 ganz
oder teilweise wegzulassen, insbesondere wenn die Anbringung eines Druckbildes nicht
erwünscht oder erforderlich ist, z. B. im Bereich der Anlageflächen
A bis D. Dagegen braucht die Schutzschicht 22 im Prinzip nur im Bereich der Anlageflächen
A bis D angebracht werden, die auch nur aus denjenigen Bereichen des Bodenteils 4 gebildet
werden können, an denen die Dosenränder 18a zu liegen kommen. Aus herstellungstechnischen
Gründen kann es aber zweckmäßig sein, den Kraftkarton unabhängig davon, ob und wo
ein Druckbild erwünscht ist, durchgehend einseitig gestrichen auszubilden und unabhängig
davon, wo genau die Anlageflächen
A bis D bzw. die Dosenränder 18a zu liegen kommen, mit einer ebenfalls durchgehenden Schutzschicht
22 zu versehen. Weiter ist klar, dass unter der Bezeichnung "Dosen" im Rahmen der
vorliegenden Erfindung alle insbesondere zur Aufnahme von Getränken und Lebensmitteln
bestimmte Behälter verstanden werden, die in der oben erläuterten Weise dazu geeignet
sind, in dem Träger 15 oder einem ähnlichen Träger verpackt zu werden. Außerdem können
andere Materialien als oben beschrieben für die Herstellung der Schutzschicht 22 und
deren Verbindung mit den Dosenrändern 18a verwendet werden, wobei bevorzugt durchweg
lebensmittel-unbedenkliche Materialien zum Einsatz kommen sollten. Weiterhin ist klar,
dass die im Anschluss an die ersten Seitenteile 5a, 5b vorgesehenen Teile des Dosenträgers
15 weitgehend beliebig gestaltet werden können, weil die für die Erfindung wesentlichen
Teile des Dosenträgers 15 das Bodenteil 4 und die ersten Seitenteile 5a, 5b sind.
Auch die Verpackungsmaschinen können in weiten Grenzen anders als beschrieben ausgebildet
werden, insbesondere wenn Zuschnitte 1 verwendet werden, deren Deckenteile nicht durch
Kleben und damit kraftschlüssig, sondern z. B. analog zu
DE-AS 1 214 136 durch verrastbare Zungen und damit weitgehend formschlüssig miteinander verbunden
werden. Weiter können die beschriebenen Verpackungsmaschinen als Universalmaschinen
ausgebildet werden, indem sie sowohl mit einem Heizelement 40 nach Fig. 11 als auch
mit einer Auftragsstation 60 für Leim versehen werden. In diesem Fall wäre es möglich,
mit derselben Maschine alle in den Beispielen 1 bis 5 beschriebenen Zuschnitte 1 zu
verarbeiten. Außerdem könnte die Maschine nach Fig. 16 bis 18 sowohl die Auftragsstation
60 als auch zusätzlich eine Auftragsstation zum Besprühen der Zuschnitte 1 mit Leim
aufweisen. Schließlich versteht sich, dass die verschiedenen Merkmale auch in anderen
als den beschriebenen und dargestellten Kombinationen angewendet werden können.
1. Träger aus Kraftkarton für Behälter (18), die an ihren oberen Enden mit wulstförmigen
Rändern (18a) versehen sind, mit einem Bodenteil (4), das seitlich von parallel zueinander
angeordneten Faltlinien (9a, 9b) begrenzt und an einer Unterseite (16) mit Anlageflächen
(A bis D) für die Ränder (18a) versehen ist, und mit von den Faltlinien (9a, 9b) ausgehenden,
nach unten umgefalteten Seitenteilen (5a, 5b), wobei die Faltlinien (9a, 9b) einen
entsprechend den Querschnitten der Ränder (18a) bemessenen Abstand voneinander haben
und wobei im Bereich der Faltlinien (9a, 9b) schlitzartige Öffnungen (19) vorgesehen
sind, in denen die Ränder (18a) beim Anlegen an die Anlageflächen (A bis D) federnd einrasten können, dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenteil (4) zumindest im Bereich der Anlageflächen (A bis D) mit einer Faserabriss vermeidenden und mit den Rändern (18a) verkleb- oder versiegelbaren
Schutzschicht (22) versehen ist.
2. Träger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftkarton aus einem zumindest im Bereich der Anlageflächen (A bis D) gestrichenen Material besteht.
3. Träger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (22) mit einem Wasserkastenlack hergestellt ist.
4. Träger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (22) mit einem Blisterlack hergestellt ist.
5. Träger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (22) aus einer OPP-Folie besteht.
6. Träger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (22) aus einer heißsiegelfähigen OPP-Folie besteht.
7. Träger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (22) aus einer kaltsiegelfähigen OPP-Folie besteht.
8. Träger nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die kaltsiegelfähige OPP-Folie mit einer Schicht aus einem peelfähigen Blisterlack
überzogen ist.
9. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftkarton auf der die Anlageflächen (A bis D) aufweisenden Seite vollflächig gestrichen ist.
10. Träger nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftkarton auf der die Anlageflächen (A bis D) aufweisenden Seite vollflächig mit der Schutzschicht (22) versehen ist.
11. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (22) aus einem peelfähigen Material hergestellt ist.
12. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass er zwischen dem gestrichenen Oberflächenabschnitt und der Schutzschicht (22) mit
einem Druckbild versehen ist.
13. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass er mit einer Mehrzahl von Behältern (18) zu einer Verpackungseinheit zusammengefasst
ist, wobei die Ränder (18a) den Anlageflächen (A bis D) anliegen und durch Kleben oder Siegeln fest mit der Schutzschicht (22) verbunden
sind.
14. Träger nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (22) aus einem Wasserkastenlack besteht und die Ränder (18a) mittels
eines Klebers an der Schutzschicht (22) befestigt sind.
15. Träger nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Kleber lebensmittel-unbedenklich ist.
16. Träger nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Kleber peelfähig ist.
17. Träger nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (22) aus einem Blisterlack besteht und die Ränder (18a) durch Heißsiegeln
mit der Schutzschicht (22) verbunden sind.
18. Träger nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (22) aus einer durch Kaschieren mit dem Kraftkarton verbundenen,
heißsiegelfähigen OPP-Folie besteht und die Ränder (18a) durch Heiß- oder Ultraschallsiegeln
mit der OPP-Folie verbunden sind.
19. Träger nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (22) aus einer durch Kaschieren mit dem Kraftkarton verbundenen,
kaltsiegelfähigen und ggf. mit einem Blisterlack überzogenen OPP-Folie besteht und
die Ränder (18a) durch Kaltsiegeln mit der Schutzschicht (22) verbunden sind.
20. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile (5a, 5b) an unteren, vom Bodenteil (4) entfernten Faltlinien (10a,
10b) mit weiteren, nach oben ragenden Seitenteilen (6a, 6b) verbunden sind und wenigstens
eines der Seitenteile (6a, 6b) an einer oberen Faltlinie (11, 12) mit einem parallel
zum Bodenteil (4) erstreckten und mit einer Oberseite des Bodenteils (4) fest verbundenen
Deckenteil (7a, 7b) verbunden ist.
21. Träger nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass das Deckenteil (7a, 7b) durch Kleben mit dem Bodenteil (4) verbunden ist.
22. Träger nach einem der Ansprüche 13 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Ränder (18a) derart mit der Schutzschicht (22) verbunden sind, daß bei der Entnahme
eines Behälters (18) ein irreversibler, die Erstentnahme anzeigender Abdruck des Randes
(18a) dieses Behälters (18) an der Schutzschicht (22) zurückbleibt.
23. Zuschnitt aus Kraftkarton zur Herstellung eines Trägers (15) für Behälter (18), die
an ihren oberen Enden mit wulstförmigen Rändern (18a) versehen sind, enthaltend ein
im wesentlichen rechteckiges, flach liegendes, ungefaltetes und einstückiges Grundelement
mit einer Oberseite (17), einer Unterseite (16), einem mittleren Bodenteil (4), das
an der Unterseite (16) Anlageflächen (A bis D) für die Ränder (18a) aufweist, und wenigstens zwei, längs Faltlinien (9a, 9b) mit
dem Bodenteil (4) verbundenen, ersten Seitenteilen (5a, 5b), wobei die Faltlinien
(9a, 9b) einen entsprechend den Querschnitten der Ränder (18a, 18b) bemessenen Abstand
voneinander haben und durch Schnittlinien (14a, 14b) derart unterbrochen sind, dass
diese beim längs der Faltlinien (9a, 9b) und zur Unterseite hin erfolgenden Falten
der Seitenteile (5a, 5b) schlitzartige, zum Einclipsen der Ränder (18a) bestimmte
Öffnungen (19) bilden, dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenteil (4) zumindest im Bereich der Anlageflächen (A bis D) mit einer Faserabriss vermeidenden und mit den Rändern (18a) verkleb- oder versiegelbaren
Schutzschicht (22) versehen ist.
24. Zuschnitt nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftkarton aus einem im Bereich der Anlageflächen (A bis D) zumindest teilweise gestrichenen Material besteht.
25. Zuschnitt nach Anspruch 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, dass er aus einem auf seiner ganzen Unterseite gestrichenen Kraftkarton besteht.
26. Zuschnitt nach einem der Ansprüche 23 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (22) nach einem der Ansprüche 2 bis 8 und 10 oder 11 ausgebildet
ist.
27. Zuschnitt nach einem der Ansprüche 23 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass er zwischen dem gestrichenen Oberflächenabschnitt und der Schutzschicht (22) mit
einem Druckbild versehen ist.
28. Verpackungsmaschine zur automatischen Herstellung von Verpackungseinheiten, bestehend
aus einer Mehrzahl von Behältern (18) mit oberen, wulstförmigen Rändern (18a) und
auf diese von oben aufgedrückten Trägern (15), die mit schlitzförmigen, zum Einclipsen
der wulstförmigen Ränder (18a) bestimmten Öffnungen (19) versehen sind, enthaltend:
eine Faltvorrichtung (31), eine Einrichtung (29) zum Transport der Behälter (18) durch
die Faltvorrichtung (31) in wenigstens einer ausgewählten Formation und eine Zuführeinrichtung
(28) für zur Herstellung der Träger (15) bestimmte, flache, faltbare Zuschnitte (1),
die mit zur Bildung der schlitzförmigen Öffnungen (19) bestimmten Schnittlinien (14a,
14b) versehen sind, wobei die Faltvorrichtung (31) Faltorgane (39, 41, 44, 45, 49,
53) zum Falten der Zuschnitte (1) unter Bildung der fertigen Träger (15) und einen
mit einem Andrückbalken (33) versehenen Andrückmechanismus (32) zum Andrücken der
Zuschnitte (1) an die wulstförmigen Ränder (18a) derart aufweist, dass diese in die
durch Falten gebildeten, schlitzförmigen Öffnungen (19) eintreten und dadurch den Träger (15) fest mit den Behältern (18) verbinden, dadurch gekennzeichnet, dass sie zur Verarbeitung von Zuschnitten (1) nach einem oder mehreren der Ansprüche 23
bis 25 eingerichtet ist und Mittel zur hygienisch dichten Befestigung der Schutzschicht
(22) an den wulstförmigen Rändern (18a) aufweist.
29. Verpackungsmaschine nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel ein in den Andrückbalken (33) integriertes Heizelement (40) enthalten.
30. Verpackungsmaschine nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass der Andrückbalken (33) als ein in Schwingungen versetzbares Ultraschall-Siegelelement
ausgebildet ist.
31. Verpackungsmascine nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel eine zwischen der Zuführeinrichtung (28) und der Faltvorrichtung (31)
angeordnete Auftragsstation (60) zum Auftragen eines zum Verbinden der Schutzschicht
(22) mit den wulstförmigen Rändern (18a) bestimmten Leims auf die Ränder (18a) und/oder
den Zuschnitt (1) enthalten.
32. Verpackungsmaschine nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragsstation (60) eine Sprühvorrichtung (61, 62, 63) zum Auftragen des Leims
aufweist.
33. Verpackungsmaschine nach Anspruch 31 oder 32, dadurch gekennzeichnet, dass ein durch Wärme hinsichtlich seiner Sprüheigenschaften einstellbarer Leim vorgesehen
ist.
34. Verpackungsmaschine nach einem der Ansprüche 29 bis 33, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragsstation (60) eine drehbare, zum Auftragen des Leims auf die wulstförmigen
Ränder (18a) bestimmte Auftragswalze (64) aufweist, die zwischen der Sprühvorrichtung
(61, 62, 63) und den Behältern (18) angeordnet ist und von der Sprühvorrichtung (61,
62, 63) gelieferten Leim auf die Ränder (18a) überträgt.
35. Verpackungsmaschine nach Anspruch 34, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragswalze (64) eine mit einer Kunststofffolie ummantelte Filzrolle ist.
36. Verpackungsmaschine nach einem der Ansprüche 32 bis 35, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprühvorrichtung (61, 62, 63) mit Mitteln zum Besprühen der Schutzschicht (22)
mit Leim versehen ist.