[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Plissieren eines textilen Flächengebildes
sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens sowie ein gemäß dem Verfahren
plissiertes textiles Flächengebilde.
[0002] Eine bekannte Plisseejalousie ist für eine variable Abschattung oder Abdunklung eines
Fensters vorgesehen und wird auch als Fensterverdunklung, Plisseeanlage oder Blackout-Artikel
bezeichnet. Die Plisseejalousie weist ein mehrfach gefaltetes, flexibles, insbesondere
textiles, Flächengebilde auf, das typischerweise aus einer einstückigen Materialbahn
hergestellt ist. Die Materialbahn kann dabei als Vlies, Gestrick, Gewebe oder Gewirke
aus natürlichen und/oder künstlichen Fasern oder als Folie, insbesondere als Kunststofffolie,
ausgebildet sein. Jeweils endseitig ist das Flächengebilde mit Profilleisten versehen,
von denen eine erste auch als Befestigungsleiste bezeichnet wird und für eine Festlegung
des flexiblen Flächengebildes beispielsweise an einer Fensterlaibung vorgesehen ist.
Die zweite Profilleiste ist an einem der ersten Profilleiste abgewandten Endbereich
des flexiblen Flächengebildes angebracht und dient als Beschwerungsleiste, um eine
optisch ansprechende Ausrichtung des mit mehreren Falten versehenen flexiblen Flächengebildes
zu gewährleisten. Die Beschwerungsleiste kann frei hängen oder an gespannten Führungsseilen
geführt sein. An der Beschwerungsleiste sind typischerweise mehrere, parallel ausgerichtete
Zugmittel angebracht, die durch Ausnehmungen in dem flexiblen Flächengebilde geführt
sind und die in der Befestigungsleiste beweglich aufgenommen sind. Um eine Verstellung
des flexiblen Flächengebildes zwischen einer kompakten Staustellung und einer ausgebreiteten
Abschattungsstellung zu ermöglichen, kann die Länge der Zugmittel manuell oder fremdkraftgetrieben,
insbesondere mit einem Elektromotor, variiert werden. Dadurch wird ein Abstand zwischen
der Befestigungsleiste und der Beschwerungsleiste verändert und das flexible Flächengebilde
kann mehr oder weniger weit über eine Fensteröffnung oder dergleichen ausgebreitet
werden, um die gewünschte Abschattungswirkung zu erzielen.
[0003] Bei der bekannten Plisseejalousie sind die Zugmittel durch Ausnehmungen geführt,
die zentral in den Falten des flexiblen Flächengebildes angeordnet sind, so dass die
Zugmittel auf beiden Seiten einer vom flexiblen Flächengebilde bestimmten Abschattungsfläche
sichtbar sind. Zudem sind auch die Ausnehmungen, durch die die Zugmittel geführt sind,
von beiden Seiten der Abschattungsfläche sichtbar. Somit kann Licht durch die Ausnehmungen
unmittelbar auf diejenige Seite der Abschattungsfläche eindringen, die eigentlich
durch das flexible Flächengebilde der Plisseejalousie vollständig abgeschattet werden
soll. Auch wenn die Ausnehmungen in der Regel vom Durchmesser relativ klein gewählt
sind, ist das Durchscheinen der regelmäßigen Ausnehmungen ästhetisch sehr unbefriedigend.
[0004] Weiterhin sind plisseeartige Jalousien bekannt, bei denen zwei Lagen von textilen
Flächengebilden parallel geführt werden und in regelmäßigen Abständen miteinander
verbunden sind, wodurch- von der Seite her betrachtet - im auseinander gefalteten
Zustand eine Zell- oder Wabenstruktur gebildet wird. Bei derartigen Strukturen ist
es möglich, die Zugmittel so durch das Material zu führen, dass die entsprechenden
Ausnehmungen nicht direkt sichtbar sind. Jedoch ist die die Ausbildung derartiger
Zell- oder Wabenstrukturen relativ komplex und benötigt in der Regel aufgrund der
doppellagigen Führung einen relativ hohen Materialeinsatz.
[0005] Aus der
US 4 974 656 A ist eine Plisseejalousie bekannt, bei der die Zugmittel an dem flexiblen Flächengebilde
durch Ausnehmungen geführt sind, die - bezogen auf eine von dem flexiblen Flächengebilde
bestimmte Abschattungsfläche - ausschließlich einseitig an dem flexiblen Flächengebilde
angebracht sind. Die Abschattungsfläche wird somit nicht von Ausnehmungen durchbrochen,
so dass keine ungedämpften Lichtstrahlen in einen Bereich hinter der Plisseejalousie
eindringen können. Zudem sind somit auch die Zugmittel nur von einer Seite der Abschattungsfläche
sichtbar, während sie von der anderen Seite der Abschattungsfläche nicht sichtbar
sind und somit einen vorteilhaften optischen Eindruck der Plisseejalousie gewährleisten.
Jedoch ist die Herstellung derartiger Plisseejalousien relativ aufwendig.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung
zur Herstellung einer Plisseejalousie zu schaffen, das bzw. die eine besonders effiziente
Plissierung eines derartigen flexiblen Flächengebildes ermöglichen.
[0007] Zur Lösung der genannten Aufgabe ist ein Verfahren zum Plissieren eines flexiblen
Flächengebildes mit den folgenden Schritten vorgesehen: Ausbilden einer Falte in einem
flexiblen Flächengebilde durch eine lineare Relativbewegung eines ersten Plissiermessers
gegenüber einem zweiten Plissiermesser ; Ausfahren des ersten Plissiermessers aus
der im flexiblen Flächengebilde ausgebildeten Falte; Verschweißen von einander in
einem Randbereich der Falte benachbart angeordneten Abschnitten des flexiblen Flächengebildes
durch lokales, insbesondere linienförmiges, Erwärmen des flexiblen Flächengebildes
mittels einer im zweiten Plissiermesser vorgesehenen Heizeinrichtung. Das Verfahren
ermöglicht somit in einfacher und effizienter Weise die Herstellung von Plisseejalousien
mit doppellagig ausgeführten Randbereichen, deren Vorteile in der vorstehenden Beschreibung
bereits aufgezeigt wurden und auch für das Verfahren gelten.
[0008] In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass für benachbarte, gegensinnig
ausgeführte Falten unterschiedliche Verfahrwege für die Plissiermesser vorgesehen
sind, um unterschiedliche Faltentiefen zu verwirklichen, entsprechend einem sog. Faltenhöhenrapport.
Dadurch können die doppellagigen Randbereiche, die jeweils an gleichsinnigen Falten
vorgesehen sind, ausgebildet werden. Somit kann die gewünschte, nur einseitig sichtbare
Anordnung der Zugmittel und der Ausnehmungen verwirklicht werden, wobei einlagig ausgebildete
Abschnitte des flexiblen Flächengebildes zwischen den Falten alle im Wesentlichen
die gleiche Breite aufwiesen und somit für einen Betrachter eine gleichförmige Anmutung
bieten. Während also jeweils gleichsinnig ausgeführte Falten die gleiche Faltentiefe
aufweisen, können jeweils angrenzende, gegensinnige Falten eine andere Faltentiefe
aufweisen.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass für benachbarte, gleichsinnig
ausgeführte Falten in abwechselnder Folge gleiche und unterschiedliche Verfahrwege
für die Plissiermesser vorgesehen sind. Damit ist eine von 1 abweichende Teilung der
mit doppellagigen Randbereichen versehenen Falten möglich, da beispielsweise eine
erste Falte mit einer großen Faltentiefe versehen wird, um einen doppellagigen Randbereich
auszubilden, während die nächste gleichsinnige Falte mit einer kleinen Faltentiefe
verwirklicht wird.
[0010] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist eine zur Durchführung des vorgenannten
Verfahrens besonders ausgebildete Vorrichtung zur Herstellung einer Plisseejalousie
mit zwei gegenläufig bewegbaren Plissiermessern zum Plissieren eines flexiblen Flächengebildes
vorgesehen, wobei zumindest eines der Plissiermesser mit einer Heizeinrichtung versehen
ist. Mit Hilfe der Heizeinrichtung im Plissiermesser kann bereits während eines Falt-
oder Plissiervorgangs für das flexible Flächengebilde eine Verschweißung doppellagiger
Randbereiche vorgenommen werden. Damit ist eine vorteilhafte und kostengünstige Herstellung
der Plisseejalousie möglich.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Heizeinrichtung
für eine lokale, insbesondere linienförmige, Erwärmung des Plissiermessers zum Verschweißen
eines an einer Oberfläche des Plissiermessers anliegenden Flächengebildes ausgebildet
ist. Damit wird gewährleistet, dass eine Verschweißung benachbarter Abschnitte des
flexiblen Flächengebildes ausschließlich in dem Randbereich stattfindet, in dem auch
eine doppellagige Verbindung des flexiblen Flächengebildes gewünscht ist. Vorzugsweise
erstreckt sich die Heizeinrichtung über eine gesamte Breite des Plissiermessers und
ist parallel beabstandet zu einer spitz zulaufenden Vorderkante des Plissiermessers
ausgerichtet.
[0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Heizeinrichtung
an einer Oberfläche des Plissiermessers vorgesehen ist, die einem Heizschacht zugewandt
ist, der für eine Fixierung der Plissierung vorgesehen ist. Dies ermöglicht einen
besonders vorteilhaften Ablauf des Herstellvorgangs für eine erfindungsgemäße Plisseejalousie.
Das plissierte oder gefaltete flexible Flächengebilde wird nach dem Faltvorgang in
kompakt gefalteter Form in einen Heizschacht eingeschoben, um eine Fixierung der Falten
zu erreichen. Dabei ist ein Querschnitt des Heizschachts derart auf eine Außenkontur
der kompakt gefalteten Plisseejalousie abgestimmt, dass ein Reibungswiderstand in
einem vorgebbaren Intervall liegt, um zu verhindern, dass sich die frisch gefalteten
Falten wieder elastisch zurückverformen. Somit wird zwischen dem kompakt gefalteten,
flexiblen Flächengebilde und dem Heizschacht ein Reibungswiderstand ausgebildet, der
als Gegendruck für einen Verschweißvorgang für den doppellagigen Randbereich dienen
kann. Durch Anbringen der Heizeinrichtung auf der dem Heizschacht zugewandten Oberfläche
des Plissiermessers kann somit eine Verschweißung benachbarter Randbereiche des flexiblen
Flächengebildes zu einen doppellagigen Randbereich verwirklicht werden, ohne dass
dazu weitere Einrichtungen wie Gegendruckmittel erforderlich wären.
[0013] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass beide Plissiermesser
mit Heizeinrichtungen versehen sind. Dadurch können zusätzliche Verschweißungen für
andere Ausführungsformen von Plisseejalousien verwirklicht werden.
[0014] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann eine
Plisseejalousie hergestellt werden, die im ganz oder teilweise auseinander gefalteten
Zustand im Seitenprofil keine Hohlräume oder Zellstrukturen bildet, und bei der die
Zugmittel an dem flexiblen Flächengebilde durch Ausnehmungen geführt sind, die - bezogen
auf eine von dem flexiblen Flächengebilde bestimmte Abschattungsfläche - ausschließlich
einseitig an dem flexiblen Flächengebilde angebracht sind. Die Abschattungsfläche
wird somit nicht von Ausnehmungen durchbrochen, so dass keine ungedämpften Lichtstrahlen
in einen Bereich hinter der Plisseejalousie eindringen können. Zudem sind somit auch
die Zugmittel nur von einer Seite der Abschattungsfläche sichtbar, während sie von
der anderen Seite der Abschattungsfläche nicht sichtbar sind und somit einen vorteilhaften
optischen Eindruck der Plisseejalousie gewährleisten.
[0015] Vorzugsweise sind die Ausnehmungen in Randbereichen gleichsinnig gefalteter Falten
des flexiblen Flächengebildes vorgesehen. Die Plisseejalousie weist in abwechselnder
Reihenfolge gegensinnig eingebrachte Falten auf, so dass sich insgesamt eine zickzackartige
Faltung des flexiblen Flächengebildes ergibt. Durch eine Anbringung der Ausnehmungen
in den Randbereichen gleichsinnig gefalteter Falten kann sichergestellt werden, dass
die Zugmittel nur an einer Seite der Abschattungsfläche angebracht und sichtbar sind,
während von der anderen Seite der Abschattungsfläche weder Zugmittel noch Ausnehmungen
sichtbar sind.
[0016] Weiterhin sind die mit Ausnehmungen versehenen Randbereiche vorzugsweise abschnittsweise
doppellagig ausgebildet. Bei einer doppellagigen Ausführung der Randbereiche werden
gegenüberliegende, streifenförmige Abschnitte des flexiblen Flächengebildes miteinander
verbunden. Somit dient eine ursprünglich in das flexible Flächengebilde eingebrachte
Falte als Endabschnitt des doppellagigen Bereichs, während an einem davon abweisenden
Endbereich des doppellagigen Bereichs eine neue Falte gebildet wird, an der die beiden
abschnittsweise verbundenen Bereiche des flexiblen Flächengebildes wieder getrennt
voneinander und somit einlagig weiterverlaufen. Von der einen Seite der Abschattungsfläche
stellt sich somit der abschnittsweise doppellagig ausgeführte Randbereich des flexiblen
Flächengebildes als stegförmiger Abschnitt dar, dessen freies Ende auf die Seite der
Abschattungsfläche abragt, auf der die Zugmittel vorgesehen sind. In diesen stegförmigen
Bereich sind die Ausnehmungen eingebracht. Die Ausnehmung ist von demjenigen Ende
des stegförmigen Bereichs beabstandet, das mit den vorhergehenden und nachfolgenden,
einlagig ausgeführten Abschnitten des flexiblen Flächengebildes verbunden ist, so
dass die Abschattungsfläche nicht durchbrochen ist und eine vorteilhafte Abschattung
durch die Plisseejalousie gewährleistet werden kann.
[0017] Vorzugsweise sind die doppellagig ausgebildeten Randbereiche stoffschlüssig verbunden,
insbesondere verschweißt. Damit kann eine besonders kostengünstige Herstellung einer
derart ausgebildeten Plisseejalousie verwirklicht werden. Eine stoffschlüssige Verbindung
kann vorzugsweise durch Verkleben der Randbereiche verwirklicht werden, besonders
vorteilhaft ist es, wenn das flexible Flächengebilde aus einem Material hergestellt
ist, das verschweissbar ist. Somit können beim Herstellen der Falten oder in einem
nachfolgenden Verarbeitungsschritt die Randbereiche miteinander verschweißt werden.
[0018] Weiterhin können die doppellagig ausgebildeten Randbereiche und die darin vorgesehenen
Ausnehmungen an den gleichsinnig gefalteten Falten in regelmäßiger Teilung angeordnet
sein. Bei der Plisseejalousie ist eine regelmäßige Abfolge gegensinnig eingebrachter
Falten vorgesehen. Bei einer Betrachtung gleichsinnig gefalteter Falten, von denen
jede mit einem doppellagig ausgeführten Randbereich versehen ist, wird eine Teilung
mit 1 angenommen. Das heißt, dass jede der gleichsinnig gefalteten Falten mit einem
doppellagigen Randbereich versehen ist. Bei einer Teilung größer 1 ist nur jede n-te
Falte mit einem doppellagigen Randbereich versehen, wobei n positive und ganze Zahlenwerte
annehmen kann. Je nach Art der Plisseejalousie wird eine Teilung (n) vorzugsweise
in einem Bereich von n=1 bis n=10 vorgesehen sein, wobei größere Teilungen vorzugsweise
für kleine Falten vorgesehen sind.
[0019] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die doppellagig ausgebildeten Randbereiche und
die darin vorgesehenen Ausnehmungen an jeder zweiten gleichsinnig gefalteten Falte
angeordnet sind. Damit kann bei typischen Plisseejalousien ein besonders vorteilhafter
Kompromiss zwischen einer Abstützung der Falten an den Zugmitteln und einer Anzahl
von herzustellenden, doppellagigen Randbereichen verwirklicht werden.
[0020] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Zugmittel mit einer Teilung, die der Teilung
der doppellagigen Randbereiche in der ausgebreiteten Abschattungsstellung entspricht,
mit Blockiermitteln versehen sind, die größer als die Ausnehmungen ausgeführt sind,
um ein Abrutschen des flexiblen Flächengebildes in der ausgebreiteten Abschattungsstellung
zu verhindern. Die Blockiermittel, die beispielsweise als Knoten oder als Klammern
an den Zugmitteln vorgesehen sein können, dienen zur Festlegung einer festen Beabstandung
der mit den doppellagigen Randbereichen versehenen Falten. Da die doppellagigen Randbereiche
jeweils zwischen zwei Blockiermitteln angeordnet sind und die Blockiermittel derart
ausgebildet sind, dass eine Verschiebung eines doppellagigen Randbereichs längs des
Zugmittels über das Blockiermittel hinaus verhindert wird, hat jeder der doppellagigen
Randbereiche eine definierte Position längs des Zugmittels und kann daher nicht abrutschen,
was zu einer unerwünschten Anmutung der Plisseejalousie führen würde.
[0021] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen sowie
aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels, das anhand
der Zeichnungen dargestellt ist. Es zeigen:
- Fig. 1a,b
- schematische Seitenansichten einer Plisseejalousie mit einer Anordnung der doppellagigen
Randbereiche in 1-facher bzw. 2-facher Teilung, und
- Fig. 2a - 2e
- eine schematische Darstellung einzelner Produktionsschritte eines kontinuierlichen
Produktionsverlaufs zur Herstellung einer Plisseejalousie.
[0022] Eine in den Figuren 1a bzw. 1b schematisch dargestellte Plisseejalousie 10 weist
ein mehrfach gefaltetes, flexibles Flächengebilde 12 auf, bei dem an voneinander abgewandten
Endbereichen jeweils Profilleisten angebracht sind. Eine erste Profilleiste 14 ist
als Befestigungsleiste ausgeführt und dient zur Festlegung der Plisseejalousie 10
an einer Fensterlaibung oder an einem Fensterrahmen. Die zweite Profilleiste 16 ist
als Beschwerungsleiste ausgeführt und dient dazu, das flexible Flächengebilde 12 und
die als Zugschnüre ausgeführten Zugmittel 24 zu straffen und somit für einen geraden,
vorzugsweise vertikalen Verlauf des flexiblen Flächengebildes 12 zu sorgen. Während
die Zugmittel 24 an der zweiten Profilleiste 16 festgelegt sind, können sie mittels
einer schematisch dargestellten Umlenkrolle 28 relativ zur ersten Profilleiste 14
bewegt werden, um eine Einstellung einer Beabstandung der Profilleisten 14, 16 und
somit einer flächigen Ausdehnung des Flächengebildes 12 zwischen einer kompakten Staustellung
und einer im Wesentlichen der Darstellung der Fig. 1a,b entsprechenden, ausgebreiteten
Abschattungsstellung zu ermöglichen.
[0023] Das einlagig ausgeführte flexible Flächengebilde 12 ist mit gegensinnig eingebrachten
Falten 18 versehen, wobei in dem Ausführungsbeispiel von Fig. 1a jeweils jede Falte
18 an einer Seite mit einem doppellagigen Randbereich 20 versehen ist (Teilung n=1).
Dagegen ist bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1b nur jeweils jede zweite Falte an
einer Seite mit einem doppellagigen Randbereich versehen. Damit weist die Plisseejalousie
10 gemäß der Fig. 1b eine 2-fache Teilung auf.
[0024] Die Plisseejalousie 10 ist derart ausgeführt, dass die gegensinnig ausgeführten,
einlagigen Falten 18 alle im Wesentlichen die gleiche Größe aufweisen. Damit weist
eine Innenseite 30 einer von dem flexiblen Flächengebilde 12 bestimmten Abschattungsfläche
ein harmonisches, im Wesentlichen gleichförmiges Faltenbild auf. Diese Innenseite
30 ist typischerweise einem Betrachter zugewandt. Die doppellagig ausgeführten Randbereiche
20 sowie die durch Ausnehmungen 22 geführten Zugmittel 24 sind hingegen an einer Außenseite
32 der Abschattungsfläche vorgesehen und damit einer Sicht des Betrachters entzogen.
Vielmehr ist die Außenseite 32 typischerweise einem Fenster zugewandt, das mit Hilfe
der Plisseejalousie 10 abgeschattet oder verdunkelt werden soll. Somit ist die Bedingung
erfüllt, dass die Zugmittel 24 am flexiblen Flächengebilde 12 durch Ausnehmungen 22
geführt sind, die bezogen auf eine von dem flexiblen Flächengebilde 12 bestimmten
Abschattungsfläche ausschließlich einseitig angebracht sind, wodurch eine bessere
und gleichmäßigere Verdunklungswirkung erzielt wird.
[0025] Der doppellagige Randbereich 20 wird gemäß dem nachstehend beschriebenen, in den
Fig. 2a - 2e dargestellten Herstellungsverfahren erzeugt, wobei in diesen Figuren
beispielhaft eine Plisseejalousie mit einer Teilung n=2 (entsprechend Fig.1b) dargestellt
ist; selbstverständlich kann ein entsprechendes Verfahren auch zur Herstellung von
Plisseejalousie mit einer Teilung mit n=1 (v gl. Fig. 1a) Verwendung finden. Zur Herstellung
derartiger Plisseejalousien ist eine Plissiervorrichtung vorgesehen, von der in den
Fig. 2a - 2e lediglich die wesentlichen, zur Erklärung des spezifischen Plissierverfahrens
notwendigen Komponenten dargestellt sind. Dabei handelt es sich um ein erstes Plissiermesser
36, ein zweites Plissiermesser 38 und einen Heizschacht 42. Die ersten und zweiten
Plissiermesser 38, 40 können entsprechend der Darstellung der Fig. 2a - 2e jeweils
sowohl in vertikaler Richtung als auch in horizontaler Richtung verfahren werden,
um eine Plissierung des flexiblen Flächengebildes 12 und eine Förderung bereits plissierter
Abschnitte des flexiblen Flächengebildes 12 in den Heizschacht 42 durchführen zu können.
In den Fig. 2a - 2e ist schematisch dargestellt, dass einige bereits plissierte Abschnitte
des flexiblen Flächengebildes 12 in dem Heizschacht 42 aufgenommen sind, wo eine Fixierung
der Falten 18 durch Einwirkung von Wärme erreicht wird.
[0026] In der Fig. 2a ist dargestellt, dass das obere, erste Plissiermesser 36 eine gerade
erstellte Falte 18 ohne doppellagigen Randbereich 20 in den Heizschacht 42 fördert
und gleichzeitig bereits einen weiteren Abschnitt des flexiblen Flächengebildes 12
für einen nachfolgenden Faltvorgang bereithält. In der Fig. 2b ist dargestellt, dass
das untere, zweite Plissiermesser 38 in vertikaler Richtung mit einem großen Hub nach
oben gefahren wird, um das flexible Flächengebilde 12 eng an das erste Plissiermesser
38 anzulegen und somit die gewünschte große Falte 18 zu erzeugen, die für die Bildung
eines doppellagigen Randbereichs 20 vorgesehen ist.
[0027] Zwischen dem in der Fig. 2b dargestellten Produktionsschritt und dem in der Fig.
2c dargestellten Produktionsschritt wurde das obere, erste Plissiermesser 36 in vertikaler
Richtung nach oben aus der neu erzeugten Falte 18 herausgefahren und das zweite Plissiermesser
38 wurde horizontal in Richtung des Heizschachts 42 verfahren. Gemäß der Fig. 2c wird
nunmehr das erste Plissiermesser 36 zum Bilden einer neuen Falte wieder in vertikaler
Richtung nach unten verfahren.
[0028] Bei dem in Fig. 2d dargestellten Produktionsschritt wird das Plissiermesser 38 in
vertikaler Richtung nach unten aus der neu gebildeten, großen Falte 18 herausgefahren
und das obere, erste Plissiermesser 36 wird horizontal in Richtung des Heizschachts
42 verfahren. Bei der Verfahrbewegung wird aufgrund der zwischen dem Heizschacht 42
und dem kompakt gefalteten, flexiblen Flächengebilde 12 auftretenden Reibung eine
Gegendruckkraft auf das Plissiermesser 26 ausgeübt. Diese Gegendruckkraft führt dazu,
dass im Bereich der Falte 18 benachbarte Abschnitte des flexiblen Flächengebildes
12 aneinander anliegen. Bei Zuführung von Wärme, die mit Hilfe einer im ersten Plissiermesser
36 vorgesehenen Heizeinrichtung 40 erzeugt wird, kann eine Verschweißung zu einem
doppellagigen Randbereich 20 vorgenommen werden. In einem nicht dargestellten, anschließenden
Produktionsschritt wird dann erneut eine kleine Falte ohne doppellagigen Randbereich
erzeugt, so dass sich für das kompakt gefaltete, flexible Flächengebilde 12 eine 2-fache
Teilung ergibt.
Bezugszeichenliste
Bezeichnung
[0029]
- 10
- Plisseejalousie
- 12
- flexibles Flächengebilde
- 14
- erste Profilleiste (Befestigungsleiste)
- 16
- zweite Profilleiste (Beschwerungsleiste)
- 18
- Falte
- 20
- doppellagiger Randbereich
- 22
- Ausnehmung
- 24
- Zugmittel
- 26
- Blockiermittel
- 28
- Umlenkrolle
- 30
- Innenseite
- 32
- Außenseite
- 34
- Plissiervorrichtung
- 36
- erstes Plissiermesser
- 38
- zweites Plissiermesser
- 40
- Heizeinrichtung
- 42
- Heizschacht
1. Verfahren zum Plissieren eines flexiblen Flächengebildes (12),
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Ausbilden einer Falte (18) in einem flexiblen Flächengebilde (12) durch eine lineare Relativbewegung eines ersten Plissiermessers (36) gegenüber einem zweiten
Plissiermesser (38),
- Ausfahren des ersten Plissiermessers (36) aus der im flexiblen Flächengebilde (12)
ausgebildeten Falte (18),
- Verschweißen von einander in einem Randbereich (20) der Falte (18) benachbart angeordneten
Abschnitten des flexiblen Flächengebildes (12) durch lokales, insbesondere linienförmiges, Erwärmen des flexiblen Flächengebildes (18)
mittels einer im zweiten Plissiermesser (38) vorgesehenen Heizeinrichtung (40).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
für benachbarte, gegensinnig ausgeführte Falten (18) unterschiedliche Verfahrwege
für die Plissiermesser (36, 38) vorgesehen sind, um unterschiedliche Faltentiefen
zu verwirklichen.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
für benachbarte, gleichinnig ausgeführte Falten (18) in abwechselnder Folge gleiche
und unterschiedliche Verfahrwege für die Plissiermesser (36, 38) vorgesehen sind.
4. Vorrichtung zur Herstellung einer Plisseejalousie (10) mit zwei gegenläufig bewegbaren
Plissiermessern (36, 38) zum Plissieren eines flexiblen Flächengebildes (12),
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest eines der Plissiermesser (36, 38) mit einer Heizeinrichtung (40) versehen
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Heizeinrichtung (40) für eine lokale, insbesondere linienförmige, Erwärmung des
Plissiermessers (36, 38) zum Verschweißen eines an einer Oberfläche des Plissiermessers
(36, 38) anliegenden Flächengebildes (12) ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Heizeinrichtung (40) an einer Oberfläche des Plissiermessers (36, 38) vorgesehen
ist, die einem Heizschacht (42) zugewandt ist, der für eine Fixierung der Plissierung
vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
beide Plissiermesser (36, 38) mit Heizeinrichtungen (40) versehen sind.
8. Plissiertes textiles Flächengebilde,
dadurch gekennzeichnet, dass
dieses nach einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3 plissiert ist.
9. Plisseejalousie (10) mit einem mehrfach gefalteten, flexiblen Flächengebilde (12)
gemäß Anspruch 8, wobei das flexible Flächengebilde (12) an voneinander abgewandten
Endbereichen mit Profilleisten (14, 16) versehen ist, denen Zugmittel (24) für eine
Einstellung des flexiblen Flächengebildes (12) zwischen einer kompakten Staustellung
und einer ausgebreiteten Abschattungsstellung zugeordnet sind, und wobei das flexible
Flächengebilde (12) derart ausgebildet ist, dass in der ausgebreiteten Abschattungsstellung
das Seitenprofil keine Hohlraumstrukturen aufweist, und dass die Zugmittel (24) am
flexiblen Flächengebilde (12) durch Ausnehmungen (22) geführt sind, die bezogen auf
eine von dem flexiblen Flächengebilde (12) bestimmte Abschattungsfläche ausschließlich
einseitig am flexiblen Flächengebilde (12) angebracht sind.