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EP 1 923 530 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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21.05.2008 Patentblatt 2008/21 |
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Anmeldetag: 15.11.2006 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL BA HR MK RS |
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Anmelder: Federspiel Ökotechnology Consulting GmbH |
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1140 Wien (AT) |
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Erfinder: |
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- Federspiel, Helmut, Dipl.-Ing
1140 Wien (AT)
- Dötzl, Heinz
2263 Waidendorf (AT)
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Vertreter: Rippel, Andreas et al |
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Maxingstrasse 34 1130 Wien 1130 Wien (AT) |
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Bemerkungen: |
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Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ. |
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Dach- und Fassadenkonstruktion für Gebäude sowie Wellness- und Freizeitanlagen |
(57) Bei einer Dachkonstruktion für Gebäude sowie Wellness- und Freizeitanlagen mit Trägem
(1) und dazu angeordneten Abdeckelementen (2, 3) bestehen die Abdeckelemente aus mindestens
zwei im Abstand voneinander angeordneten membranartigen Folien (2, 3), wobei im Zwischenraum
(5) zwischen den Folien (2, 3) ein Luftstrom geführt ist. Dadurch werden insbesondere die Betriebskosten für die Klimatisierung maßgeblich verringert.
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[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Dach- und Fassadenkonstruktion für Gebäude sowie
Wellness- und Freizeitanlagen mit Trägern und dazu angeordneten Abdeckelementen.
[0002] Dach- und Fassadenkonstruktionen für Gebäude, insbesondere Freizeit-, Sport-, Gesundheits-
und Erlebnis- Anlagen, werden gemäß dem Stand der Technik teuer, energie-ineffizient
und von der Umwelt (Licht, Luft, Sonne) abschottend gebaut. Herkömmliche Dachkonstruktionen
sind üblicherweise wie folgt ausgebildet: Dachdeckung - Dachstuhl - Dachboden und
Oberkante der Gebäude.
[0003] Die Nutzung der Umgebungsenergie durch z.B. Solarkollektoren bzw. Photovoltaik oder
des Tageslichtes (Glaskonstruktionen) ist nur mit Hilfe aufwendiger Lösungen möglich.
[0004] So führen die heute als architektonisches Element bevorzugten Glasdach-Konstruktionen
bei intensiver Sonneneinstrahlung zu einem Wärmestau im bedachten Raum und zu einem
erhöhten Bedarf an energieintensiver Kühlung und Klimatisierung. Insbesondere die
Verwendung von Glas zur Überdachung von Gebäuden oder auch Innenhöfen sowie vorgelagerten
Fassadenbereichen führt zu einer zusätzlichen Problematik, der sogenannten "in-door
immission", also jener Immissionen -verursacht durch Lärm- welche innerhalb der Gebäudehülle
entstehen und unter Umständen durch Überlagerung sogar verstärkt werden.
[0005] Vollständigkeitshalber sind noch Traglufthallen, vorzugsweise für Messe- und Sportanlagen
zu nennen, welche als membranartige Dach- und Wandelemente ausgebildet sind und durch
einen Innenüberdruck im gesamten Bereich nach außen hin, also gegen Wind- und Schneelasten
stabil gehalten werden. Die Benützer/Besucher dieser Form von Hallensystemen müssen
durch eine Schleuse die Anlage betreten, was psychologisch als Belastung empfunden
wird.
[0006] Insbesondere für Freizeit-, Sport-, Gesundheits- und Erlebnis- Anlagen haben die
genannten Nachteile ein besonderes Gewicht, da die Dachfläche im Verhältnis zur Nutzfläche
einen hohen Anteil (in der Regel 100%) ausmacht und die Betriebskosten im Wesentlichen
aus den Energiekosten für das Heizen und das Klimatisieren, insbesondere die Luftaufbereitung,
bestehen und so hoch sind, dass oftmals sinnvolle Projekte aus wirtschaftlichen Gründen
nicht realisiert werden können.
[0007] Die vorliegende Erfindung hat sich zum Ziel gesetzt, eine Dach- und Fassadenkonstruktion
zu schaffen, die die vorgenannten Nachteile nicht aufweist. Erreicht wird dies dadurch,
dass die Abdeckelemente aus mindestens zwei im Abstand voneinander angeordneten membranartigen
Folien bestehen. Im Zwischenraum kann erfindungsgemäß ein Luftstrom vorzugsweise mit
Unterdruck geführt werden.
[0008] Diese spezielle Form der aktiven Isolierung weist beste Isoliereigenschaften und
eine Vielzahl an möglichen Ausführungen auf. Beispielsweise kann die warme Abluft
im oberen Gebäudebereich durch kleine Öffnungen in der innenliegenden Folie abgesaugt
und zwischen der außen- und innenliegenden Folie mit einem angemessenen Unterdruck
über die gesamte Dach- und Fassadenflächen nach unten zum Abluftbereich geführt werden.
Die Luft sollte mit ca. 6-8 m
3/h je m
2 die Dach- und Fassadenfläche durchströmen um Ablagerungen und thermische Zirkulation
zu vermeiden.
[0009] Bei einer erfindungsgemäßen Dach- und Fassadenkonstruktion sind die Kosten für die
Klimatisierung des Innenraumes weitaus geringer als bei den bekannten Anlagen. Auch
werden die in-door immissions wesentlich verringert.
[0010] Bei einer Konstruktion nach der Erfindung können zur Aufrechterhaltung eines Unterdruckes
zur Atmosphäre Einrichtungen, z.B. ein Saugzuggebläse, angeordnet sein. Durch den
angelegten Unterdruck zwischen den innen- und außenseitigen Folien wölben sich diese
nach innen, wodurch stabile konkave Bauelemente entstehen.
[0011] Damit Regen und Schmelzwasser abrinnen kann, weist die Tragkonstruktion einen stets
von der Horizontalen ansteigenden Winkel auf.
[0012] Zweckmäßig sind die Folien ganz oder teilweise transparent. Da die außenliegenden
Folien die höheren Lasten tragen müssen, sollten diese zweckmäßig mit einer größeren
Wanddicke als die inneren Folien ausgeführt werden.
[0013] Die Träger sind zweckmäßig zwischen der äußeren und der inneren Folie angeordnet
und vorzugsweise als Hohlprofile ausgebildet.
[0014] Durch die alternative Ausbildung der Träger als Hohlprofile können diese Öffnungen
zum Zwischenraum zwischen den Folien aufweisen und es kann dadurch eine Abfuhr warmer
Luft, eine Abfuhr feuchter Luft, eine Abfuhr abgekühlter Luft, eine Zufuhr warmer
Luft, eine Zufuhr von Abluft aus dem Inneren der Anlage und eine Zufuhr von kühler
Luft durchgeführt werden.
[0015] Um die Energiekosten weiter zu senken, können auf einer der Folien, insbesondere
der äußeren, photovoltaische Elemente angeordnet sein.
[0016] Es ist ferner möglich, auf insbesondere der inneren Folie solarthermische Elemente
anzuordnen.
[0017] Sowohl die äußere Folie als Trägerelement für photovoltaische Elemente als auch die
innere Folie als Trägerelement für solarthermische Elemente können wenigstens teilweise
opak ausgeführt sein.
[0018] Dabei ist es möglich, die opaken und die transparenten Bereiche der beiden Folien
derart zu versetzen, dass für die mittägliche Sonneneinstrahlung, insbesondere in
den Sommermonaten, der Abschattungsgrad ein maximaler ist.
[0019] Die Entwässerung der als Träger dienenden Hohlprofile erfolgt, bedingt durch den
ansteigenden Winkel der Tragkonstruktion, an der tiefsten Stelle.
[0020] Damit angefallener Schnee geschmolzen bzw. eine Enteisung durchgeführt wird, kann
die zugeführte Luft vorgewärmt oder die Abluft aus dem Inneren der Anlage dazu verwendet
werden.
[0021] Im Rahmen der Erfindung ist es weiters möglich, die fühlbare Wärme und/oder die Feuchte
der Abluft zum Zweck der Weiterverwendung der Energie auszukoppeln, gegebenenfalls
zu speichern, und als Nutzenergie zum Ausgleich des Tag/Nacht-Energiebedarfes zu verwenden.
[0022] Die innere Folie, ihre Wanddicke, ihr Stützenabstand sowie die Rohre mit den Öffnungen
sollten zweckmäßig derart ausgebildet sein, dass die Schalldämpfung von innen herrührender
Emissionsquellen, insbesondere in dem Frequenzbereich um 1000 Hz, ein Maximum ergibt.
[0023] Eine weitere Senkung der Energiekosten kann dadurch erreicht werden, dass die innere
Folie Öffnungen zum Ansaugen der Abluft der Anlage aufweist und die dadurch eintretenden
Luftmengen mit dem Abluftsystem der Dachkonstruktion einer Nachnutzung zugeführt werden.
[0024] Nachstehend ist die Erfindung anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher beschrieben, ohne auf diese Beispiele beschränkt zu sein. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine erfindungsgemäße Dachkonstruktion, die sich über einen Erlebnispark
spannt;
- Fig. 2
- in vergrößertem Maßstab das Detail A aus Fig. 1;
- Fig. 3
- die Anordnung von photovoltaischen und solarthermischen Elementen auf den beiden Folien;
- Fig. 4
- eine alternative 3-lagige Ausführung;
- Fig. 5
- eine kissenförmige Anordnung der beiden Folien, wie sie im Rahmen der Erfindung zu
vermeiden ist;
- Fig. 6
- schematische Gestaltungsmöglichkeiten der Konditionierung von Zu- und Abluft;
- Fig. 7
- die Anordnung einer absorbierenden Dämmasse in einem Rohr;
- Fig. 8
- eine Anordnung, bei der die innere Folie Öffnungen aufweist.
[0025] Fig. 1 zeigt am Beispiel eines Erlebnisparkes das Grundprinzip der erfindungsgemäßen
Dach- und Fassadenkonstruktion, bei der über eine z.B. aus Rohren 1 oder Profilen
aufgebaute Tragkonstruktion zur Aufnahme der Wind-, Schnee, und Eigenlasten zu beiden
Seiten -also außen und innen- membranartige Folien 2, 3 angebracht sind. Durch einen
angelegten Unterdruck zwischen der Innenfolie 3 und der Außenfolie 2 wölben sich diese
membranartigen Bauelemente zur Unterdruckseite hin, wodurch stabile konkave Bauelemente
entstehen. Die Rohre 1 bzw. Profile der Tragkonstruktion geben dabei die Felder für
diese Bauelemente vor, welche quadratisch, rechteckig ("bahnen"-förmig), dreieckig
oder sonst wie abgegrenzt sind. Die konkave Außenform bietet gegenüber der konvexen
Außenform zunächst den großen Vorteil der geringeren Windangriffskraft (Auftrieb bei
konvexen, tragflügel-ähnlichen Bauteilen).
[0026] Die warme Abluft kann im oberen Gebäudebereich durch kleine Öffnungen 14 in der innen
liegenden Folie 3 abgesaugt und zwischen der außen- und innenseitigen Folie 2,3 mit
einem Unterdruck über die gesamte Dach- und Fassadenfläche nach unten zum Abluftsystem
beispielsweise zum Saugzuggebläse 6 geführt werden.
[0027] Ein Merkmal, das bereits im Entwurfsstadium beachtet werden sollte: der Neigungswinkel
α
F der Rohre 1 oder Profile der Dach- und Fassadenkonstruktion gegen die Horizontale
sollte immer positiv sein, damit das Regen- und Schmelzwasser abrinnen kann. Bei einer
Giebeldachform wird es in der Regel keine Einschränkungen ergeben, bei bogenförmigen
Dachkonstruktionen ist hingegen bei einer tonnenförmigen Dachform Vorsicht geboten,
und es wird eine stumpfbogenförmige Dachform das gegebene sein (semi-gotisch).
[0028] Fig. 2 zeigt den Querschnitt der Dach- und Fassadenkonstruktion: die außen liegenden
Folien 2 (die auch die höheren Lasten tragen müssen) haben vorzugsweise eine größere
Wanddicke S
2 als die innen liegenden (S
3). Die innen liegenden Folien 3 stellen eine schallweiche Wand dar mit einer entsprechenden
Fähigkeit, den von innen entstehenden Schall zu dämmen.
[0029] Wenn der Luftstrom für die aktive Isolierung nicht erfindungsgemäß im Zwischenraum
5 zwischen der äußeren Folie 2 und der inneren Folie 3 zum Saugzuggebläse 6 geführt
wird kann alternativ hierzu der Luftstrom über die Öffnungen 4 vom Zwischenraum 5
durch die Rohre 1 oder Hohlprofile der Tragkonstruktion zum Abluftsystem geführt werden.
[0030] Das Abluftsystem kann mit einer Einrichtung (eingezeichnet ist beispielsweise ein
Saugzuggebläse 6) zur Erzeugung oder Aufrechterhaltung eines Unterdruckes ausgeführt
werden. Gegebenenfalls sorgt ein Zuluftsystem 7 für eine geregelte Zufohr von (konditionierter)
Zuluft.
[0031] Fig. 3 zeigt die Unterbringung bzw. Integration von photovoltaischen Elementen 8
zur Stromerzeugung und solarthermischen Elementen 9 zur Wärmeerzeugung. Die photovoltaischen
Elemente 8 sind auf der äußeren Folie 2 untergebracht bzw. in diese integriert, die
solarthermischen Elemente 9 auf der inneren Folie 3, wobei mindestens die äußere Folie
2 abschnittsweise transparent ist und solcherart zu den solarthermischen Elementen
9 Sonnenlicht durchlässt. Die Nutzung der solarthermischen Wärme erfolgt im einfachsten
Fall durch das opake Einfärben oder Beschichten der innen liegenden Folie 3 (z.B.
in grau oder schwarz - also in stark absorbierenden Farben) auf der Seite des Zwischenraums,
wobei der Abtransport der thermischen Energie vorteilhafterweise durch Luft mittels
den in der Fig.2 beschriebenen Zu- und Abluftsystemen 6, 7 erfolgt.
[0032] Die partielle opake Abdeckung der sonst transparent gestalteten Folien 2, 3 kann
man, wie in der Fig. gezeigt, für eine gezielte, vom Sonnen-Einstrahl-Winkel abhängige
Abschattung verwenden. Häufig wird eine weitgehende Abschattung während der Sommer
- Mittagsstunden erwünscht sein, wobei auch zu dieser Zeit die Nutzung der Sonnenenergie
optimale Voraussetzungen hat. Je nach dem Verwendungszweck der Anlage, kann das Abschatt-
und Energieerzeugungsverhalten auch automatisiert werden.
[0033] Fig. 4 zeigt eine mögliche 3-lagige Ausführung wobei der Zwischenraum 5 erfindungsgemäß
von Luft durchströmt weiters zwischen der innen liegenden Folie 3 und der außen liegenden
Folie 2 einUnterdruck angelegt wird.
[0034] Wird dem luftdurchströmten Zwischenraum 5 (Unterdruck zwischen den Folien 2 und 3)
ein kissenförmiger Zwischenraum 16 (Überdruck zwischen den Folien 2 und 15) zur Außenseite
hin überlagert, so kann mit dieser speziellen Ausführung einer aktiven und statischen
Isolierung eine besonders effiziente Wärmedämmung realisiert werden.
[0035] Die Lebensdauer der erfindungsgemäßen Dach- und Fassadenkonstruktion kann maßgeblich
erhöht werden, wenn die Folie 15 als leicht austauschbare Opferfolie beispielsweise
nach extremen Unwettern, ausgebildet wird.
[0036] Die Fig. 5 erläutert in schematischer Form die Nachteile eines beidseitig konvexen
Bauelementes (Kissenform mit Überdruck zwischen den Folien) hinsichtlich der Wärmedämmung
gegenüber dem erfindungsgemäßen beidseitig konkaven Bauelement. Im beidseitig konvexen
Bauelement - "Kissenform" - kommt es bei einem Temperaturunterschied zwischen Außenfolie
3 und Innenfolie 2 im Zwischenraum 5 zu einer ausgebildeten Zirkulation, so dass die
geringe Wärme-Leitfähigkeit eines stagnierenden Luftspalts (das ist im Grund genommen
die Basis aller Wärmedämmungen) nicht zum Tragen kommt. Diese Gesamtkonstruktion ist
im hohen Maße wärmedurchlässig, das heißt sie verhindert nicht den Wärmeverlust bei
niedrigen Außentemperaturen und verhindert nicht den Wärmestau im Innenraum bei hohen
Außentemperaturen.
[0037] Anders bei der erfindungsgemäßen Ausbildung: gerade in der Mitte des Folienfeldes
hat diese keine polsterförmige Ausbildung, sondern einen minimalen Abstand zwischen
Außen- und Innenfolie, wodurch eine die Wärme-Dämmung eines Luftspaltes kurzschließende
Zirkulation optimalerweise erschwert bzw. unterbunden wird.
[0038] Die Fig. 6 zeigt einige Gestaltungsmöglichkeiten der Konditionierung der Zu- und
der Abluft:
- Das Zuführen von Warmluft, vorgewärmt oder auch als Abluft der Anlage kann bspw. in
den Wintermonaten zum Schneeschmelzen oder zur Enteisung auf der Dach- und Fassadenkonstruktion
führen und erst die Energienutzung sowie den erwünschten Sonnen- und Lichteinfall
ermöglichen.
- Die Wärme in der Abluft, insbesondere durch das Wirksamwerden der solarthermischen
Elemente 9, kann durch einen Wärmetauscher 11, oder auch direktin Form von Warmluft
- genutzt werden.
- Schallschwingungen, die auf Grund der schallweichen Gestaltung der inneren Folie 3
auf dass Ab- und/oder Zuluft-System übertragen werden, können bspw. durch die Einschaltung
eines Resonators 12 ausgelöscht werden; besonders wirksam ist diese Lösung beim Dämpfen
der Frequenzen um 1000 Hz in Erlebnisbereichen mit erhöhter Lautabgaben.
[0039] Der Kondensat- und Schwitzwasserbildung im Zwischenraum 5 ist natürlich ebenfalls
Sorge zu tragen, z.B. durch die Anbringung von Entwässerungsstutzen oder Kondensatableiter
10 an den niedrigsten Stellen des Systems.
[0040] Die Fig. 7 zeigt eine zusätzliche, aber weniger selektive Lärmminderungsmaßnahme
durch die Integrierung eines Absorptions-Schalldämpfers 13, z. B. in das Abluftsystem
der Dach- und Fassadenkonstruktion.
[0041] Fig. 8 zeigt, dass die innere Folie 3 zum Ansaugen der Abluft der Anlage Öffnungen
14 aufweist und die dadurch eintretenden Luftmengen mit dem Abluftsystem der Dach-oder
Fassadenkonstruktion einer Nachnutzung zugeführt werden können.
[0042] Die erfindungsgemäße Dach- und Fassadenkonstruktion zeichnet sich durch eine sehr
hohe Lichtdurchlässigkeit aus. Der Lichttransmissionsgrad erreicht je nach verwendeten
Folienwerkstoff bis zu 96% und übertrifft damit Glaswerkstoffe.
[0043] Ein weiterer Vorteil gegenüber den Glaswerkstoffen ist die extrem hohe Durchlässigkeit
des natürlichen UV-Strahlungsspektrums vom Sonnenlicht. Dieses ist insbesondere für
das Wachstum sensibler Pflanzentypen notwendig. Der Nutzer bekommt ein möglichst unverfälschtes
Naturerlebnis und Lebensräume können in verschiedenen Formen dargestellt werden.
[0044] Durch die hohe Transparenz kann der Treibhauseffekt genutzt werden. Dieser funktioniert
bereits bei geringer Strahlung und hilft die Räumlichkeiten unter der erfindungsgemäßen
Dach- und Fassadenkonstruktion "solar" zu erwärmen. Im Jahresschnitt wird es möglich
sein unter Solarnutzung einen Wärmeüberschuß bilanzieren zu können.
[0045] Hierfür wird vorgeschlagen, die "solaren" Energiemengen über kurze Perioden zu speichern.
Beispielsweise kann der Luftstrom der aktiven Isolierung im mit Unterdruck beaufschlagten
Zwischenraum 5 durch die Sonneneinstrahlung erwärmt und zu einem Warmwasser-Wärmerückgewinnungsspeicher
im Abluftsystem geführt werden. Dadurch kann ein ökologisch sinnvoller Tag-/Nacht-Wärmeenergieausgleich
ohne zusätzlicher externer Energiezufuhr in der Übergangszeit (Frühling und Herbst)
realisiert werden.
[0046] Im Rahmen der Erfindung sind zahlreiche Abänderungen möglich. So könnten die Träger
Rohre sein, es könnten Hohlprofile mit den verschiedensten Querschnitten verwendet
werden. Die Absaugung von Luft aus dem Zwischenraum 5 könnte durch Öffnungen in den
Folien und nicht durch die Hohlprofile 1 erfolgen.
1. Dach- und Fassadenkonstruktion für Gebäude sowie Wellness- und Freizeitanlagen mit
Trägern (1) und dazu angeordneten Abdeckelementen (2, 3), dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckelemente aus mindestens zwei im Abstand voneinander angeordneten membranartigen
Folien (2, 3) bestehen und im Zwischenraum (5) zwischen den beiden Folien (2, 3) ein
Luftstrom geführt ist.
2. Dach- und Fassadenkonstruktion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Aufrechterhaltung eines Unterdruckes im Zwischenraum (5) zwischen den beiden
Folien (2, 3) Einrichtungen, wie z.B. ein Sauggebläse (6) vorgesehen sind.
3. Dach- und Fassadenkonstruktion nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Trägern (1) die äußere (2) und die innere Folie (3) ein konkaves Bauelement
bilden.
4. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Folie (2) stets einen von der Horizontalen ansteigenden Winkel (αF) aufweist.
5. Dach- und Fasadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Folien (2, 3) mindestens teilweise transparent sind.
6. Dach- und Fasadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Folie (2) eine größere Wandstärke aufweist als die innere Folie (3).
7. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Träger zwischen der äußeren (2) und inneren Folie (3) angeordnet und als Hohlprofile,
vorzugsweise als Rohre (1) ausgebildet sind.
8. Dach- und Fassadenkonstruktion nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlprofile bzw. Rohre (1) Öffnungen (4) zum Zwischenraum (5) zwischen den Folien
(2, 3) aufweisen, die der Abfuhr warmer Luft, Abfuhr feuchter Luft, Abfuhr abgekühlter
Luft, Zufuhr von warmer Luft, Zufuhr von Abluft aus dem Inneren der Anlage und Zufuhr
von kühler Luft, dienen.
9. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer der Folien, insbesondere der äußeren (2), photovoltaische Elemente (8)
angeordnet sind.
10. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer der Folien, insbesondere der inneren (3), solarthermische Elemente (9)
angeordnet sind.
11. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die äußere (2) als auch die innere Folie (3) wenigstens teilweise opak ausgebildet
sind.
12. Dach- und Fassadenkonstruktion nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die opaken und die transparenten Bereiche der beiden Folien (2, 3) derart versetzt
sind, dass für die mittägliche Sonneneinstrahlung, insbesondere in den Sommermonaten,
der Abschattungsgrad ein maximaler ist.
13. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlprofile bzw. Rohre (1) Öffnungen an der tiefsten Stelle des Zwischenraumes
(5) zwischen den beiden Folien (2, 3) aufweisen.
14. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zweck der Schneeschmelze und der Enteisung Einrichtungen zum Vorwärmen der Zuluft
und/oder der Abluft aus dem Inneren der Anlage vorgesehen sind.
15. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die fühlbare Wärme und/oder die Feuchte der Abluft zum Zweck der Weiterverwendung
der Energie ausgekoppelt, gegebenenfalls gespeichert, und als Nutz-Energie verwendet
wird.
16. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Folie (3), ihre Wanddicke, ihr Stützenabstand sowie die Hohlprofile bzw.
Rohre (1) mit den Öffnungen (4) derart ausgebildet sind, dass die Schalldämpfung von
innen herrührenden Emissionsquellen, insbesondere in dem Frequenzbereich um 1000 Hz,
ein Maximum ergibt.
17. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Folie (3) Öffnungen (14) zum Ansaugen der Abluft der Anlage aufweist und
die dadurch eintretenden Luftmengen mit dem Abluftsystem der Dachkonstruktion einer Nachnutzung
zugeführt werden.
18. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass über der äußeren Folie (2) eine dritte Folie (15) angeordnet ist.
19. Dach- und Fassadenkonstruktion nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der äußeren Folie (2) und der dritten Folie (15) ein Überdruck angelegt
ist.
20. Dach- und Fassadenkonstruktion nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Folie (15) als leicht austauschbare Opferfolie ausgebildet ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Dach- und Fassadenkonstruktion für Gebäude sowie Wellness- und Freizeitanlagen mit
Trägem (1) und dazu angeordneten Abdeckelementen (2, 3), wobei die Abdeckelemente
aus mindestens zwei im Abstand voneinander angeordneten membranartigen Folien (2,
3) bestehen und im Zwischenraum (5) zwischen den beiden Folien (2, 3) ein Luftstrom
geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass zur Aufrechterhaltung eines Unterdruckes im Zwischenraum (5) zwischen den beiden
Folien (2, 3) Einrichtungen, wie z.B. ein Sauggebläse (6) vorgesehen sind.
2. Dach- und Fassadenkonstruktion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Träger zwischen der äußeren (2) und inneren Folie (3) angeordnet und als Hohlprofile,
vorzugsweise als Rohre (1) ausgebildet sind.
3. Dach- und Fassadenkonstruktion nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlprofile bzw. Rohre (1) Öffnungen (4) zum Zwischenraum (5) zwischen den Folien
(2, 3) aufweisen, die der Abfuhr warmer Luft, Abfuhr feuchter Luft, Abfuhr abgekühlter
Luft, Zufuhr von warmer Luft, Zufuhr von Abluft aus dem Inneren der Anlage und Zufuhr
von kühler Luft, dienen.
4. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis3, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer der Folien, insbesondere der äußeren (2), photovoltaische Elemente (8)
angeordnet sind.
5. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis3, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer der Folien, insbesondere der inneren (3), solarthermische Elemente (9)
angeordnet sind.
6. Dach- und Fassadenkonstruktion nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die äußere (2) als auch die innere Folie (3) wenigstens teilweise opak ausgebildet
sind.
7. Dach- und Fassadenkonstruktion nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die opaken und die transparenten Bereiche der beiden Folien (2, 3) derart versetzt
sind, dass für die mittägliche Sonneneinstrahlung, insbesondere in den Sommermonaten,
der Abschattungsgrad ein maximaler ist.
8. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlprofile bzw. Rohre (1) Öffnungen an der tiefsten Stelle des Zwischenraumes
(5) zwischen den beiden Folien (2, 3) aufweisen.
9. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zweck der Schneeschmelze und der Enteisung Einrichtungen zum Vorwärmen der Zuluft
und/oder der Abluft aus dem Inneren der Anlage vorgesehen sind.
10. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass Einrichtungen vorgesehen sind, welche die fühlbare Wärme und/oder die Feuchte der
Abluft zum Zweck der Weiterverwendung der Energie auskoppeln und gegebenenfalls speichern
um sie als Nutz-Energie zu verwenden.
11. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Folie (3), ihre Wanddicke, ihr Stützenabstand sowie die Hohlprofile bzw.
Rohre (1) mit den Öffnungen (4) derart ausgebildet sind, dass die Schalldämpfung von
innen herrührenden Emissionsquellen, insbesondere in dem Frequenzbereich um 1000 Hz,
ein Maximum ergibt.
12. Dach- und Fassadenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Folie (3) Öffnungen (14) zum Ansaugen der Abluft der Anlage aufweist und
die dadurch eintretenden Luftmengen mit dem Abluftsystem der Dachkonstruktion einer Nachnutzung
zugeführt werden.

