[0001] Die Erfindung betrifft ein Kühlsystem für ein Kraftfahrzeug nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Kühlung einer Komponente eines Kraftfahrzeugs
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 22.
[0002] DE 103 19 762 A1 beschreibt einen Kühlkreislauf eines Verbrennungsmotors eines Kraftfahrzeugs, wobei
ein Teil des Kühlkreislaufs zur Kühlung von Ladeluft des Verbrennungsmotors abgezweigt
wird. Der abgezweigte Teil des Kühlkreislaufs wird durch eine kühlmittelstrombetriebene
Turbinenpumpe umgewälzt, wobei es in einer Ausführung gemäß Fig. 6 ermöglicht ist,
die Turbinenpumpe über ein stellbares Mehrwegventil zu überbrücken.
[0003] Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Kühlsystem für ein Kraftfahrzeug anzugeben,
dass zum einen die Kühlung eines Fahrzeugmotors bereitstellt und zum anderen mit einfachen
Mitteln eine Niedertemperaturkühlung eines weiteren Wärmetauschers bereitstellt.
[0004] Diese Aufgabe wird für eine eingangs genannte Vorrichtung mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Durch die Anordnung der Pumpeneinheit in dem Hauptzweig
wird eine einfache Bauweise ermöglicht, die insbesondere bei Fahrzeugmotoren mit einem
bezüglich Bauraum oder Anschlüssen schwer zugänglichen inneren Kühlmittelkreis realisierbar
ist.
[0005] Vorteilhaft ist zudem eine Zweigleitung vorgesehen, wobei die Zweigleitung von dem
Hauptzweig zu dem Niedertemperaturkühler führt. Eine solche Zweigleitung ermöglicht
auf einfache Weise, dass der Niedertemperaturkühler in einer bestimmten Betriebsart
mit ausschließlich von der Hauptpumpe umgewälztem Kühlmittel beschickt wird. Eine
solche Betriebsart ist insbesondere in einer Warmlaufphase des Fahrzeugmotors zweckmäßig,
bei der keine Umwälzung des Kühlmittels in dem Hauptzweig erfolgt. In bevorzugter
Weiterbildung zweigt dabei die Zweigleitung in Strömungsrichtung nach dem Fahrzeugmotor
und vor der Hauptpumpe ab. Hierdurch wird der Strömungswiderstand der Hauptpumpe für
den abgezweigten Kühlmittelstrom vermieden, wobei die Abzweigung nach dem Fahrzeugmotor
baulich auf einfache Weise und insbesondere in bestehende Systeme integrierbar ist.
[0006] Allgemein vorteilhaft umfasst die Pumpeneinheit eine kühlmittelbetriebene Turbine
und eine hiervon angetriebene Pumpe, wobei insbesondere Turbine und Pumpe auf einer
gemeinsamen Welle angeordnet sind. Eine solche Pumpeneinheit ist zweckmäßig und kostengünstig.
Aufgrund der Anordnung auf der gemeinsamen Welle werden Baukosten und Bauteile gespart,
wobei insbesondere bei einer optionalen Verbindung der Kühlmittelkreise durch den
Kühlmittelkühler und durch den Niedertemperaturkühler keine aufwendigen Dichtungsmaßnahmen
zwischen Turbinen- und Pumpenteil der Pumpeneinheit erforderlich sind. Die Pumpeneinheit
kann bevorzugt aus Kunststoff ausgebildet sein und allgemein Merkmale gemäß der eingangs
genannten Druckschrift
DE 103 19 762 A1 aufweisen.
[0007] In bevorzugter Weiterbildung umfasst der innere Kühlmittelkreis ein Drosselglied,
wobei ein Kühlmitteistrom der Zweigleitung über das Drosselglied einstellbar ist.
Über das Drosselglied wird auf einfache Weise der Druckabfall über der Zweigleitung
und somit der Kühlmittelstrom der Zweigleitung geregelt. Insbesondere in einer Warmlaufphase
des Motors, bei der die Zweigleitung durchströmt wird, ist eine Drosselung des Kühlmittelstroms
im inneren Kühlkreis des Fahrzeugmotors in weitem Rahmen unschädlich und führt ggf.
vorteilhaft zu einer schnelleren Erwärmung des Fahrzeugmotors beim Kaltstart.
[0008] In vorteilhafter Ausbildung ist das Drosselglied als insbesondere thermomechanisches
Drosselventil in dem inneren Kühlmittelkreis angeordnet. Unter einem thermomechanischen
Ventil im Sinne der Erfindung ist jedes Bauelement zu verstehen, das eine unmittelbare
Umwandlung von Wärme in eine mechanische Kraft aufweist wie etwa Dehnstoffelemente,
Bimetall-Elemente und Ähnliches. Unter diesen Begriff sind auch solche Bauteile zu
erfassen, bei denen die Regelcharakteristik des thermomechanischen Elements über z.
B. zusätzliche elektrische Heizelemente beeinflussbar ist; derartige Bauteile sind
in Form von Thermostaten unter dem Begriff "Kennfeld-Thermostate" aus der Praxis bekannt.
Zur Ersparnis von Kosten und Bauraum ist es bevorzugt vorgesehen, dass das Drosselglied
als bauliche Einheit mit einem Abzweig der Zweigleitung ausgebildet ist.
[0009] In weiterhin bevorzugter Ausführungsform ist in dem Kühlmittelstrom des Wärmetauschers
ein Drosselventil zur einstellbaren Begrenzung des Stroms durch den Wärmetauscher
angeordnet. Hierdurch kann eine unmittelbare Begrenzung der durch den Wärmetauscher
fließenden Kühlmittelmenge eingestellt werden, was z. B. dann von Vorteil sein kann,
wenn der Wärmetauscher in bestimmten Betriebszuständen eine verringerte Kühlleistung
aufweisen soll oder wenn ein erhöhter Kühlmittelstrom durch den Fahrzeugmotor während
der Warmlaufphase angefordert wird. In diesem Zusammenhang kann die Regelung des Drosselventils
insbesondere von Parametern des durch den Wärmetauscher zu kühlenden Elements oder
allgemein von einer Regelelektronik des Fahrzeugs abhängen.
[0010] Allgemein vorteilhaft ist es vorgesehen, dass zumindest bei einer vollständigen Öffnung
des Thermostaten der Kühlmittelstrom durch den Fahrzeugmotor und der Kühlmittelstrom
durch den Wärmetauscher im wesentlichen getrennt sind. Hierdurch kann auch bei betriebswarmem
Fahrzeugmotor eine ausreichende Kühlung des durch den Wärmetauscher fließenden Kühlmittelstroms
erzielt werden. Bei betriebswarmen Fahrzeugmotoren hat der Kühlmittelstrom austrittseitig
des Motors typisch Temperaturen von bis zu 120 °C, so dass die Durchströmung des Niedertemperaturkühlers
mit so heißem Kühlmittel zu keiner ausreichenden Kühlung für die Beschickung des Wärmetauschers
mehr führen würde. In dieser Betriebsart wird dann der von dem Motorkühlkreis getrennte
Kühlmittelstrom durch Niedertemperaturkühler und Wärmetauscher mittels der Pumpeneinheit
umgewälzt, wobei die Antriebsenergie für den Pumpenteil der Pumpeneinheit aus der
Strömung des Fahrzeugmotor-Kühlmittels in dem Hauptzweig abgegriffen wird.
[0011] In weiterhin vorteilhafter Ausführung ist in dem Kühlmittelstrom des Wärmetauschers
ein Rückschlagventil angeordnet. Hierdurch kann auch bei Betriebsstörungen und ungünstigen
Druckverhältnissen sichergestellt werden, dass das Kühlmittel in dem Zweig des Wärmetauschers
nur in definierter Richtung strömen kann, wodurch insbesondere eine Unterversorgung
des Fahrzeugmotors mit Kühlmittel ausgeschlossen wird.
[0012] Allgemein bevorzugt ist in Strömungsrichtung nach dem Wärmetauscher ein Abzweig angeordnet,
wobei ein erster Zweig des Abzweigs als Rückführleitung zu einem Kühlmittelkreis des
Fahrzeugmotors ausgebildet ist und wobei ein zweiter Zweig als Rückführleitung zu
einer Pumpenseite der Pumpeneinheit ausgebildet ist. Über diesen Abzweig kann in der
ersten Betriebsart, insbesondere im Zuge des Warmlaufens des Fahrzeugmotors, der Kühlmittelkreis
durch den Wärmetauscher unmittelbar über die Hauptpumpe betrieben werden (Rückführung
über den ersten Zweig) und bei betriebswarmem Motor mittels der Rückführung über den
zweiten Zweig über die Pumpeneinheit.
[0013] In vorteilhafter, weil Bauraum sparender und kostengünstiger Ausführung sind der
Kühlmittelkühler und der Niedertemperaturkühler als bauliche Einheit ausgebildet.
Die Kühler können z. B. im Bereich einer Fahrzeugfront in der baulichen Einheit nebeneinander
angeordnet sein. Besonders bevorzugt sind die Kühler hintereinander angeordnet, wobei
der Niedertemperaturkühler zweckmäßig bezüglich der Kühlluftströmung vor dem Kühlmittelkühler
angeordnet ist. In vorteilhafter Weiterbildung umfasst die bauliche Einheit zusätzlich
die Pumpeneinheit, wodurch ebenfalls die Kosten optimiert werden und Bauraum eingespart
wird. Zudem ergeben sich weniger potentielle Schwachstellen durch Verbindungen von
Schläuchen und Ähnlichem. In diesem Sinne ist ebenfalls bevorzugt eine Zweigleitung
zwischen dem Hauptzweig und einem Kühlmittelstrom des Niedertemperaturkühlers in der
baulichen Einheit integriert sowie zweckmäßig auch ein Ventilglied zur Einstellung
eines Kühlmittelstroms durch den Niedertemperaturkühler. Besonders optimal ist es
im Zuge der baulichen Integration der angesprochenen Komponenten, dass letztlich eine
Kühlerkomponente mit Zweigleitung, Ventilmittel für die Steuerung des Stroms durch
die Zweigleitung und Pumpeneinheit bereitgestellt wird, wobei die bauliche Einheit
lediglich jeweils einen Einlass und einen Auslass für den Niedertemperaturkühler und
den Kühlmittelkühler aufweist. Eine solche Einheit ist besonders leicht in bestehende
Fahrzeugbauräume integrierbar und insbesondere modular gegen bestehende Komponenten
wie etwa konventionelle Hauptkühler ersetzbar.
[0014] Durch geeignete Anordnung von Zweigleitungen kann es vorteilhaft erreicht werden,
dass in der ersten Betriebsart der Kühlmittelstrom des Wärmetauschers zuvor sowohl
den Kühlmittelkühler als auch den Niedertemperaturkühler durchläuft. Hierdurch wird
in dieser Betriebsart bzw. in der Warmlaufphase des Fahrzeugmotors eine besonders
große Kühlleistung bereitgestellt, so dass es insbesondere erreicht wird, dass die
in den Wärmetauscher eintretende Temperatur des Kühlmittels trotz des vorherigen Durchlaufens
des Fahrzeugmotors eine annähernd oder gleich niedrige Temperatur aufweist wie im
Normalbetrieb mit über die Pumpeneinheit getrennten Kreisläufen.
[0015] In zweckmäßiger Ausführung ist dabei die Pumpeneinheit stromabwärts des Kühlmittelkühlers
angeordnet, so dass diese Einheit keinen zu durchströmenden Widerstand in der ersten
Betriebsart darstellt, insbesondere wenn der Kühlmittelstrom durch den Wärmetauscher
zwischen Kühlmittelkühler und Pumpeneinheit abzweigt.
[0016] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Wärmetauscher ein Ladeluftkühler für
den Fahrzeugmotor. Es kann sich dabei um den einzigen oder auch einen zusätzlichen
Ladeluftkühler handeln. Alternativ oder ergänzend kann der Wärmetauscher auch ein
Abgaskühler, insbesondere für ein Abgasrückführsystem des Fahrzeugmotors sein. Ebenso
alternativ oder auch ergänzend kann der Wärmetauscher Wärme aus einer elektrischen
Energiequelle an das Kühlmittel abführen, wobei das Fahrzeug insbesondere einen Hybridantrieb
mit einem von der Energiequelle versorgten Elektromotor aufweist. Grundsätzlich ist
es möglich, dass in .dem Niedertemperatur-Kühlkreis mehrere Wärmetauscher mit unterschiedlichen
Kühlfunktionen angeordnet sind, wobei die Anordnung seriell und/oder parallel sein
kann.
[0017] Die Aufgabe der Erfindung wird für ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs
22 durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 22 gelöst. Dadurch, dass die Selektion
der Umwälzung des Kühlmittels über einen Thermostaten erfolgt, können Herstellungskosten
und Aufwand und Störanfälligkeit des Systems verringert werden. Der Thermostat ist
dabei zweckmäßig zugleich der Hauptthermostat des Kühlkreises des Fahrzeugmotors.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren wird besonders bevorzugt mit einem Kühlsystem nach
einem der Ansprüche 1 bis 21 durchgeführt.
[0019] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgend beschriebenen
Ausführungsbeispielen sowie aus den abhängigen Ansprüchen.
[0020] Nachfolgend werden mehrere bevorzugte Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen
Kühlsystems beschrieben und anhand der anliegenden Zeichnungen näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Ansicht einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Kühlsystems.
- Fig. 2
- zeigt das Kühlsystem aus Fig. 1 in einer Warmlaufphase des Fahrzeugmotors.
- Fig. 3
- zeigt das Kühlsystem aus Fig. 1 in einem Betriebszustand mit betriebswarmem Fahrzeugmotor.
- Fig. 4
- zeigt eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kühlsystems.
- Fig. 5
- zeigt das Kühlsystem aus Fig. 4 in einer Warmlaufphase des Fahrzeugmotors.
- Fig. 6
- zeigt das Kühlsystem aus Fig. 4 in einem normalen Betriebszustand mit betriebswarmem
Fahrzeugmotor.
- Fig. 7
- zeigt eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kühlsystems.
- Fig.8
- zeigt eine vierte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kühlsystems.
- Fig. 9
- zeigt das Kühlsystem aus Fig. 8 in einer Warmlaufphase des Fahrzeugmotors.
- Fig. 10
- zeigt das Kühlsystem aus Fig. 8 in einem normalen Betriebszustand bei betriebswarmem
Fahrzeugmotor.
[0021] Das Kühlsystem gemäß Fig. 1 umfasst einen inneren Kühlkreislauf mit einer Hauptpumpe
1, einem der Hauptpumpe nachfolgenden Fahrzeugmotor 2, z. B. ein Otto- oder Dieselmotor
eines Personenkraftwagens, ein dem Fahrzeugmotor 2 nachgeordnetes Thermostat 3 und
ein dem Thermostat 3 nachgeordnetes und der Hauptpumpe 1 im inneren Kreislauf vorgeordnetes
Drosselventil 4.
[0022] Zwischen Thermostat 3 und Drosselventil 4 ist ein Abzweig 5 einer Zweigleitung 6
vorgesehen, die eingangsseitig eines Niedertemperaturkühlers 7 in einen Niedertemperatur-Kühlkreislauf
mündet, der den Niedertemperaturkühler 7 und diesem nachfolgend einen Wärmetauscher
16 umfasst. Über den Wärmetauscher 16 wird vorliegend Ladeluft eines Verdichters 9,
z. B. eines Abgasturboladers des Verbrennungsmotors, gekühlt, bevor diese dem Fahrzeugmotor
2 als Verbrennungsluft zugeführt wird.
[0023] Von dem Thermostat 3 führt ein Hauptzweig des Kühlmittelstroms des Fahrzeugmotors
2 durch einen Kühlmittelkühler 8 mit daran angeordnetem Lüfter 8a, der bei betriebswarmem
Motor 2 und entsprechend geöffnetem Hauptthermostat 3 die Hauptkühlfunktion für den
Motor 2 übernimmt. Stromabwärts des Thermostats 3 und vor dem Kühlmittelkühler 8 ist
eine Pumpeneinheit 10 in dem Hauptzweig angeordnet, wobei der Kühlmittelstrom des
Hauptzweigs, also der Strom durch den Kühlmittelkühler 8, eine Antriebsturbine 10a
der Pumpeneinheit 10 antreibt. Die mechanische Antriebsenergie der Pumpeneinheit 10
stammt somit letztlich von der Hauptpumpe 1, die in allgemein bekannter Bauweise insbesondere
in dem Fahrzeugmotor 2 integriert sein kann und z. B. von einem Steuerriemen oder
Nebenaggregate-Antriebsriemen des Motors angetrieben sein kann.
[0024] Eine Pumpenseite 10b der Pumpeneinheit 10 ist vor dem Niedertemperaturkühler 7 angeordnet,
so dass das Kühlmittel mittels der Pumpeneinheit 10 durch Niedertemperaturkühler 7
und nachfolgenden Wärmetauscher 16 gefördert werden kann.
[0025] Dem Wärmetauscher 16 ist ein Drosselventil 11 nachgeordnet, über das die Größe des
Kühlmittelstroms durch den Wärmetauscher 16 einstellbar ist. Das Drosselventil 11
ist für den vorliegenden Aufbau des ersten Ausführungsbeispiels optional.
[0026] Nach dem Drosselventil 11 weist der Kühlkreislauf einen Abzweig 12 auf, dessen erster
Teilzweig 12a ausgangsseitig des Kühlmittelkühlers 8 und vor der Hauptpumpe 1 in den
Hauptzweig mündet. In dem Zweig 12a ist ein Rückschlagventil 13 angeordnet, über das
sichergestellt ist, dass austrittsseitiges Kühlmittel des Kühlmittelkühlers 8 nicht
in den Zweig 12a eintreten kann, sondern zuverlässig in den Fahrzeugmotor 2 rückgeführt
wird.
[0027] Ein zweiter Zweig 12b des Abzweigs 12 führt ansaugseitig zu der Pumpe 10b der Pumpeneinheit
10 zurück.
Die Erfindung funktioniert nun wie folgt:
[0028] In einer Warmlaufphase des Verbrennungsmotors 2, die in Fig. 2 dargestellt ist, ist
der Thermostat 3 geschlossen, so dass die Hauptpumpe 1 lediglich den inneren Kühlkreislauf
des Fahrzeugmotors 2 auf an sich bekannte Weise umwälzt. Allerdings erfolgt nach dem
Hauptthermostat 3 oder auch baulich integriert mit dem Hauptthermostat 3 ein Abzweig
5 in eine Zweigleitung 6, der in seinem Anteil über das dem Abzweig 5 nachfolgende
Drosselventil 4 einstellbar ist. Dieser abgezweigte Teil des von der Hauptpumpe 1
geförderten Kühlmittelstroms tritt in den Niedertemperaturkühler 7 und nachfolgend
in den Wärmetauscher 16 ein, wobei das durch den Niedertemperaturkühler 7 gekühlte
Kühlmittel erheblich geringere Temperaturen aufweist als das aus dem Motor 2 austretende
Kühlmittel. Die Warmlaufphase von Verbrennungsmotoren erfolgt typisch bis zu inneren
Kreislauftemperaturen von rund 85 °C (Beginn der Thermostatöffnung). Es hat sich gezeigt,
dass bei diesen Temperaturbereichen eine Kühlung durch den Niedertemperaturkühler
7 regelmäßig ausreichend ist, um eine indirekte Ladeluftkühlung oder auch eine Abgaskühlung
zu ermöglichen.
[0029] Die in den Figuren punktiert dargestellten Kühlmittelleitungen werden in dem jeweils
gezeigten Betriebszustand (In Fig. 2: Warmlaufphase des Motors) nicht durchströmt.
In der Warmlaufphase wird insbesondere die Pumpeneinheit 10 nicht durchströmt, so
dass der gesamte durch den Wärmetauscher 16 fließende Kühlmitteistrom durch die Hauptpumpe
1 gefördert wird.
[0030] Der Betriebszustand nach Öffnen des Thermostats 3 bei betriebswarmem Verbrennungsmotor
2 ist in Fig. 3 dargestellt. Hierbei wird die Zweigleitung 6 nicht mehr von Kühlmittel
durchströmt, da der innere Kühlmittelkreis durch die Stellung des Thermostats 3 abgesperrt
ist. Entsprechend liegt keine Verbindung mehr zwischen dem Kühlmittelkreis des Fahrzeugmotors
2 und dem Kühlmittelkreis des Wärmetauschers 16 mit Niedertemperaturkühler 7 vor.
Vielmehr existieren in diesem Zustand zwei getrennte Kreise, wobei der eine ein Motor-Kühlmittelkreis
mit Hauptpumpe, Fahrzeugmotor, Thermostat, Turbinenseite 10a der Pumpeneinheit 10
und Hauptkühler 8 ist. Der zweite Kühlmittelkrels ist ein Niedertemperatur-Kühlmittelkreis
mit Niedertemperaturkühler 7, Wärmetauscher 16, Drosselventil 11 und Pumpenteil 10b
der Pumpeneinheit 10. Durch diese Trennung ist auch bei betriebswarmem Motor eine
ausreichend niedrige Kühlmitteltemperatur am Wärmetauscher 16 ermöglicht.
[0031] Eine andere Ausführungsform der Erfindung ist in Fig. 4 dargestellt. Hinsichtlich
der Konzeption des Motorkühlkreislaufs ergibt sich hier der Unterschied zum ersten
Ausführungsbeispiel, dass das Thermostat 3 ausgangsseitig des Kühlmittelkühlers 8
und vor der Hauptpumpe 1 angeordnet ist, was auch als "Eintrittsregelung" bezüglich
des Fahrzeugmotors 2 bezeichnet wird. Der Abzweig 5 der Zweigleitung 6 erfolgt im
inneren Kreislauf vor dem Thermostat 3. Da somit bei betriebswarmem Motor (siehe Darstellung
nach Fig. 6) immer ein gewisser Druckabfall über der Zweigleitung 6 existieren würde,
ist die Zweigleitung 6 über ein geeignetes Mittel absperrbar ausgestaltet. Vorliegend
ist diese Absperrung als ein auf Zweigleitung 6 und Kühlleitung des inneren Kreises
wirkendes Drosselglied 14 ausgebildet, wobei das Drosselglied 14 auch eine vollständige
Absperrung der Leitung 6 bewirken kann. Je nach Strömungswiderstand des Hauptthermostaten
3 kann es sein, dass der Druckabfall über der Zweigleitung 6 in der Warmlaufphase
(siehe Fig. 5) nicht ausreichend groß ist, so dass das Drosselglied 14 eine Drosselung
des inneren Kreises zur Erhöhung des Druckabfalls über der Zweigleitung 6 bewirken
kann. Anstelle dieser doppelten Funktion einer wahlweisen Absperrung der Zweigleitung
6 in normalem Betriebszustand (siehe Fig. 6) und einer Drosselung der Leitung des
inneren Kreises bei geöffneter Zweigleitung (siehe Fig. 5) kann das Drosselglied 14
auch als einfaches serielles Drosselventil in die Zweigleitung 6 integriert sein.
Dies ist insbesondere dann eine mögliche Lösung, wenn über den Strömungswiderstand
des Hauptthermostats 3 ein ausreichender Druckabfall für die Zweigleitung 6 zur Verfügung
steht.
[0032] Das Drosselglied 14 ist in bevorzugter Ausführung als thermomechanisches Ventil ausgebildet.
Hierdurch entfallen kostenintensive und störanfällige Steuerungsmittel, wie es etwa
bei elektromechanischen Stellventilen erforderlich wäre. Bevorzugt ist das thermomechanische
Drosselglied 14 analog zu einem Kennfeld-Thermostaten ausgebildet ist, zum Beispiel
durch Kombination eines thermomechanischen Bauteil wie etwa ein Dehnstoffelement mit
einem ansteuerbaren elektrischen Heizelement zur Beeinflussung der Regelcharakteristik
des thermomechanischen Elements.
[0033] Bei dem dritten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 7 handelt es sich um eine Abwandlung
des Ausführungsbeispiels nach Fig. 4 bis Fig. 6. Der Abzweig 5 der Zweigleitung 6
ist in diesem Fall nach einem motoraustrittsseitigem Abzweig 15 des inneren Kreises
und unmittelbar vor der Antriebsseite 10a der Pumpeneinheit 10 angeordnet. Das Drosselglied
14 ist als einstellbares, querschnittsverengendes Drosselventil seriell in die Zweigleitung
integriert. Eine Ausführung gemäß Fig. 7 ist je nach gegebenem Bauraum besonders einfach
und unter nur wenigen Änderungen in ein Kraftfahrzeug integrierbar.
[0034] Insbesondere ist es bei einer Ausführung gemäß Fig. 7 möglich, sämtliche der mit
A gekennzeichneten Komponenten (siehe gestrichelte Einfassung A in Fig. 7) als bauliche
Einheit zu integrieren. Dies sind der Kühlmittelkühler 8, der Niedertemperaturkühler
7, die Pumpeneinheit 10 und das Drosselglied 14 sowie die Zweigleitung 6. Diese so
integrierte bauliche Einheit ist im Idealfall ein Kühlermodul mit lediglich zwei eingangsseitigen
Anschlussleitungen und zwei ausgangsseitigen Anschlussleitungen.
[0035] Eine solche Integration der Pumpe 10 und des Drosselglieds 14 kann beispielsweise
in einem Wasserkasten des Kühlmittelkühlers oder des Niedertemperaturkühlers erfolgen.
Der Wasserkasten könnte dabei einen Teil des Pumpengehäuses bilden. Es kann sich um
den Wasserkasten eines Mehrkreiskühlers handeln, also eines Verbundes von Hauptkühler
und Niedertemperaturkühler. Hierbei kann es sich entweder um ein einreihiges System
handeln, bei dem der Niedertemperaturkühler 7 im gleichen Kühlerblock neben dem Kühlmittelkühler
8 angeordnet ist, wobei insbesondere die Pumpeneinheit 10 im Trennwandbereich integriert
sein kann. Besonders bevorzugt kann es sich aber auch um ein zweireihiges System handeln,
bei dem Niedertemperaturkühler 7 und Kühlmittelkühler 8 hintereinander, aber als integrierte
Komponente mit gemeinsamem, intern geteiltem Wasserkasten ausgebildet sind, wobei
bevorzugt die Pumpeneinheit 10 in dem gemeinsamen Wasserkasten integriert ist.
[0036] Bei einer vierten Ausführungsform gemäß Fig. 8 ist im Unterschied zu den zuvor genannten
Ausführungsformen die Pumpeneinheit 10 nach dem Kühlmittelkühler 8 angeordnet. Die
Zweigleitung 6 zweigt über ihren Abzweig 5 austrittsseitig des Kühlmittelkühlers 8,
aber noch vor der Pumpeneinheit 10 ab. In der Zweigleitung 6 ist ein Drosselglied
14 zur Absperrung der Zweigleitung 6 im Normalbetrieb des Kühlsystems (siehe Fig.
10) angeordnet.
[0037] Bei dem Kühlsystem gemäß Fig. 8 besteht der Vorteil, dass in der Warmlaufphase des
Motors (siehe Fig. 9) das abgezweigte und den Wärmetauscher 16 durchfließende Kühlmittel
erst durch den Kühlmittelkühler 8 und nachfolgend durch den Niedertemperaturkühler
7 strömt. Dies hat günstig zur Folge, dass im Fall der Warmlaufphase, bei der Wärmeenergie
des Fahrzeugmotors 2 in das später den Wärmetauscher 16 durchströmende Kühlmittel
eingetragen wird, eine besonders große Kühlkapazität durch Kombination der beiden
Kühler 7, 8 bereitgestellt wird.
[0038] Analog zu der baulichen Integration A im dritten Ausführungsbeispiel liegen die Bauteile
gemäß der Kennzeichnung B (siehe Fig. 8) im vierten Ausführungsbeispiel baulich integriert
vor, nämlich Kühlmittelkühler 8, Niedertemperaturkühler 7, Zweigleitung 6, Drosselglied
14 und Pumpeneinheit 10.
[0039] Es versteht sich, dass je nach Anforderungen einzelne Merkmale der verschiedenen
Ausführungsformen sinnvoll miteinander kombiniert werden können.
1. Kühlsystem für ein Kraftfahrzeug, umfassend
eine Hauptpumpe (1) zur Umwälzung eines Kühlmittels eines Fahrzeugsmotors (2) zumindest
in einem inneren Kühlmittelkreis,
ein Thermostat (3) zur temperaturabhängigen Durchleitung des Kühlmittels durch einen
Hauptzweig, wobei ein Kühlmittelkühler (8) in dem Hauptzweig angeordnet ist,
eine von dem strömenden Kühlmittel antreibbare Pumpeneinheit (10), einen von dem Kühlmittel
durchströmbaren Niedertemperaturkühler (7), und
einen dem Niedertemperaturkühler (7) nachgeordneten Wärmetauscher (16), wobei der
Kühlmittelstrom des Wärmetauschers (16) zumindest in einer ersten Betriebsart mit
dem Kühlmittelstrom des Fahrzeugmotors (2) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Pumpeneinheit (10) in dem Hauptzweig angeordnet ist.
2. Kühlsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zweigleitung (6) vorgesehen ist, wobei die Zweigleitung (6) von dem Hauptzweig
zu dem Niedertemperaturkühler (7) führt.
3. Kühlsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zweigleitung (6) in Strömungsrichtung nach dem Fahrzeugmotor (2) und vor der
Hauptpumpe (1) abzweigt.
4. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpeneinheit (10) eine kühlmittelbetriebene Turbine (10a) und eine hiervon angetriebene
Pumpe (10b) umfasst, wobei insbesondere Turbine (10a) und Pumpe (10b) auf einer gemeinsamen
Welle angeordnet sind.
5. Kühlsystem nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Kühlmittelkreis ein Drosselglied (4, 14) umfasst, wobei ein Kühlmittelstrom
der Zweigleitung (6) über das Drosselglied (4, 14) einstellbar ist.
6. Kühlsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Drosselglied (4, 14) als insbesondere thermomechanisches Drosselventil in dem
inneren Kühlmittelkreis angeordnet ist.
7. Kühlsystem nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Drosselglied (14) als bauliche Einheit mit einem Abzweig (5) der Zweigleitung
(6) ausgebildet ist.
8. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Kühlmittelstrom des Wärmetauschers (16) ein Drosselventil (11) zur einstellbaren
Begrenzung des Kühlmittelstroms durch den Wärmetauscher (16) angeordnet ist.
9. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest bei einer vollständigen Öffnung des Thermostats (3) der Kühlmittelstrom
durch den Fahrzeugmotor (2) und der Kühlmittelstrom durch den Wärmetauscher (16) im
Wesentlichen getrennt sind.
10. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest in einer geöffneten Stellung des Thermostats der Kühlmittelstrom durch
den Wärmetauscher (16) zumindest teilweise über die Pumpeneinheit (10) umgewälzt wird.
11. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Kühlmittelkreis des Wärmetauschers (16) ein Rückschlagventil (13) angeordnet
ist.
12. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Strömungsrichtung nach dem Wärmetauscher (16) ein Abzweig (12) angeordnet ist,
wobei ein erster Zweig (12a) des Abzweigs als Rückführleitung zu einem Kühlmittelkreis
des Fahrzeugmotors (2) ausgebildet ist und wobei ein zweiter Zweig (12b) als Rückführleitung
zu einer Pumpe (10b) der Pumpeneinheit (10) ausgebildet ist.
13. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlmittelkühler (8) und der Niedertemperaturkühler (7) als bauliche Einheit
ausgebildet sind.
14. Kühlsystem nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die bauliche Einheit zusätzlich die Pumpeneinheit (10) umfasst.
15. Kühlsystem nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die bauliche Einheit eine Zweigleitung (6) zwischen dem Hauptzweig und einem Kühlmittelstrom
des Niedertemperaturkühlers (7) umfasst.
16. Kühlsystem nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die bauliche Einheit ein Ventilglied (14) zur Einstellung eines Kühlmittelstroms
durch den Niedertemperaturkühler (7) umfasst.
17. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Betriebsart der Kühlmittelstrom des Wärmetauschers (16) zuvor sowohl
den Kühlmittelkühler (8) als auch den Niedertemperaturkühler (7) durchläuft.
18. Kühlsystem nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpeneinheit (10) stromabwärts des Kühlmittelkühlers (8) angeordnet ist.
19. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher (16) ein Ladeluftkühler für den Fahrzeugmotor ist.
20. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher ein Abgaskühler insbesondere für ein Abgasrückführsystem des Fahrzeugmotors
ist.
21. Kühlsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher Wärme aus einer elektrischen Energiequelle an das Kühlmittel abführt,
wobei insbesondere das Fahrzeug einen Hybridantrieb mit einem von der Energiequelle
versorgten Elektromotor aufweist.
22. Verfahren zur Kühlung von Ladeluft oder Abgas eines Kraftfahrzeugs, umfassend die
Schritte:
a. Umwälzen eines Kühlmittels eines Fahrzeugsmotors (2) mittels einer Hauptpumpe (1),
b. umwälzen zumindest eines Teils des Kühlmittels durch einen Niedertemperaturkühler
(7) und einen Wärmetauscher (16) mittels einer Pumpeneinheit (10), wobei eine Pumpe
(10b) der Pumpeneinheit (10) durch eine kühlmittelbetriebene Turbine (10a) angetrieben
wird, die von dem von der Hauptpumpe (1) umgewälzten Kühlmittelstrom angetrieben wird,
und
c. in Abhängigkeit von einem Betriebszustand umwälzen zumindest eines Teils des Kühlmittels
durch den Niedertemperaturkühler (7) und den Wärmetauscher (16) mittels der Hauptpumpe
(1),
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Selektion der Umwälzung des Kühlmittels nach Schritt b. oder Schritt c. über
einen Thermostaten (3) erfolgt.
23. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren mittels einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21 durchgeführt
wird.