[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Gasvormischbrenners nach
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Gasvormischbrenner zum Durchführen des Verfahrens sind aus zahlreichen Anwendungen
der Heiztechnik bekannt. Sie stellen eine zentrale Baugruppe eines Gasheizgerätes
dar und dienen der Bereitstellung und Verbrennung eines Brenngas-Luft-Gemischs zur
Erzeugung eines heißen Verbrennungs- bzw. Abgasstroms. Dessen Energie erwärmt in der
Regel einen Heizungswasser-, einen Trinkwasser- oder auch einen Heizungsluftstrom.
[0003] Der konstruktive Aufbau solcher Gasvormischbrenner umfasst zumeist eine Brennerregelung
mit Bedieneinrichtung, ein drehzahlvariables Verbrennungsluftgebläse, welches entsprechend
der aktuell angeforderten Heizleistung angesteuert wird, eine Gasarmatur zum Dosieren
von Brenngas, eine Brenneroberfläche zum Verbrennen des Brenngas-Luft-Gemischs und
eine Ionisationselektrode zur Flammenüberwachung, teilweise auch einen Druckwächter
zur Überwachung des Brenngasanschlussdruckes.
[0004] Die konstruktive und regelungstechnische Auslegung von Gasvormischbrennern muss einen
störungsfreien und schadstoffarmen Betrieb gewährleisten. Das bedeutet unter anderem,
dass die Flammen weder zu dicht an der Brenneroberfläche brennen und diese überhitzen,
noch zu weit von der Brenneroberfläche abheben und dann möglicherweise partiell oder
komplett verlöschen. Hierfür ist unter anderem die Bereitstellung eines Brenngas-Luft-Gemischs
mit erwünschter Brenngaskonzentration erforderlich. Üblicherweise werden Gasvormischbrenner
in häuslichen Gasheizgeräten bei einer Luftzahl von λ ≈1,3 betrieben.
[0005] Durch ihre Auslegung weisen Gasvormischbrenner einen bestimmten Heizleistungsbereich
auf. Einfache Brennertypen können mit einer Ein-Aus-Regelung entweder 0 % oder 100
% ihrer Nennleistung abgeben. Aufwändigere Typen können stufenlos über einen größeren
Leistungsbereich zwischen einer Minimal- und einer Maximalleistung modulieren, beispielsweise
zwischen 30 % und 100 % ihrer Nennleistung. Dabei entspricht jeder Heizleistung eine
fest zuordenbare Brenngasmenge und - bei Zugrundelegung einer zahlenmäßig definierten
Luftzahl λ - eine fest zuordenbare Verbrennungsluftmenge. Die Verbrennungsluft wird
vom Verbrennungsluftgebläse gefördert, wobei eine proportionale Abhängigkeit zwischen
Gebläsedrehzahl und Verbrennungsluftmenge besteht. Diesen Umstand macht sich die Brennerregelung
zunutze, indem sie zur Erfüllung einer konkreten Wärmeanforderung die Einstellung
einer entsprechenden Soll-Heizleistung über die Vorgabe einer Soll-Gebläsedrehzahl
vornimmt.
[0006] Die Gasarmatur dosiert die zuzumischende Brenngasmenge und stellt das Brenngas-Luft-Gemisch
auf die Soll-Luftzahl ein. Dazu empfängt die Gasarmatur ein der Verbrennungsluftmenge
entsprechendes Signal und regelt die freizugebende Brenngasmenge auf die erforderliche
Größe. Das Regelglied der Gasarmatur gewährleistet eine bestimmungsgemäße Brenngasdosierung.
Innerhalb bestimmter zulässiger Druckgrenzwerte geschieht dies unabhängig von dem
am Gasarmatureintritt anliegenden Brenngasanschlussdruck. Hierbei ist zu beachten,
dass die Gasarmatur - abgesehen von durch sie verursachten Druckverlusten - nur die
Brenngasmenge und den Brenngasdruck an den Brenner weitergeben kann, die am Gasarmatureintritt
vorliegen. Deshalb ist es unerlässlich, dass nicht nur der Gasvormischbrenner mit
Gebläse und Gasarmatur, sondern auch die Brenngasanschlussbedingungen auf die Nennleistung
des Gasheizgerätes abgestimmt sind.
[0007] Fehlabstimmungen der Brenngasanschlussbedingungen werden zum Beispiel durch zu geringe
Leitungsquerschnitte verursacht, durch mangelnden Brenngasversorgungsdruck in der
Versorgungsleitung oder durch den zeitgleichen Betrieb mehrerer, an der selben Versorgungsleitung
angeschlossener Brenngasverbraucher. Kommt es zu einem Druckabfall unter die Auslegungsdruckgrenze
der Gasarmatur, so bedeutet dies für den Betrieb des Gasbrenners einen nicht bestimmungsgemäßen,
reduzierten Brenngasdurchsatz. Der Gebläsebetrieb läuft hiervon zunächst unbeeinflusst,
was dazu führt, dass die Brenngaskonzentration im Brenngas-Luft-Gemisch zu niedrig,
die Luftzahl also zu hoch liegt. Ein solcher Fall tritt bevorzugt bei höheren Leistungsmodulationsgraden
auf. In Folge kann es zu abhebenden Flammen, partiellem Verlöschen mit erhöhten Schadstoffemissionen
oder komplettem Verlöschen mit Störabschaltung des Gasbrenners kommen.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs hat demgegenüber
den Vorteil, dass die Brenngasversorgung überwacht und eine eventuelle Brenngasunterversorgung
detektiert wird. In einer ersten Ausführungsform erfolgt die Überwachung der Brenngasversorgung
mithilfe eines Druckwächters im Gasweg, wobei die Brennerregelung eine eventuelle
Unterschreitung eines am Druckwächter anliegenden, für die Brenngasunterversorgung
des Gasbrenners typischen Gasdruck-Schwellwertes detektiert. Eine alternative oder
ergänzende, zweite Ausführungsform stützt sich auf die Überwachung der Brenngasversorgung
mithilfe einer Ionisationselektrode in der Flamme, wobei die Brennerregelung eine
eventuelle Unterschreitung eines an der lonisationselektrode anliegenden, für die
Brenngasunterversorgung des Gasbrenners typischen lonisationsstrom-Schwellwertes detektiert.
Die bei ordnungsgemäßem Brennerbetrieb letztmalig vor der detektierten Brenngasunterversorgung
vorliegende Heizleistung und/oder Gebläsedrehzahl wird ermittelt und in einem Datenspeicher
der Brennerregelung abgelegt. Bei einem darauf folgenden Brennerstartvorgang und/oder
bei einer darauf folgenden Brennerbetriebsphase wird die so ermittelte Heizleistung
bzw. Gebläsedrehzahl als maximal realisierbare, reduzierte Heizleistung bzw. Gebläsedrehzahl
zugrunde gelegt. Hierdurch wird gegenüber dem Stand der Technik vermieden, dass es
wegen zu großem Brenngasdurchsatz hinsichtlich der Brenngasanschlussbedingungen zu
einer Brenngasunterversorgung mit den Konsequenzen der abhebenden und verlöschenden
Flammen kommt, woraus erhöhte Schadstoffemissionen oder Brennerstörungen folgen würden.
Zweckmäßigerweise erfolgt die Überwachung der Brenngasversorgung im Hinblick auf eine
eventuelle Brenngasunterversorgung nur bei konstanter und/oder steigender Heizleistung
bzw. Gebläsedrehzahl, da gerade höherer Brenngasdurchsatz für eine Brenngasunterversorgung
verantwortlich ist.
Im Hinblick auf das Ziel eines störungsfreien Brennerbetriebes ist es vorteilhaft,
wenn die Ermittlung der bei ordnungsgemäßem Brennerbetrieb letztmalig vor der detektierten
Brenngasunterversorgung vorliegenden Gebläsedrehzahl unter Berücksichtigung der aktuellen
Winkelbeschleunigung erfolgt. Dadurch wird vermieden, dass es zur fehlerbehafteten
Ermittlung der maximal realisierbaren, reduzierten Heizleistung bzw. Gebläsedrehzahl
kommt.
[0009] Um sicher zu gehen, dass die Detektion einer Brenngasunterversorgung tatsächlich
auf Fehlabstimmungen der Brenngasanschlussbedingungen und nicht auf kurzzeitig wirksamen
Störeinflüssen anderer Art beruht, kann eine Begrenzung der Heizleistung in Form der
maximal realisierbaren, reduzierten Heizleistung und/oder Gebläsedrehzahl beispielsweise
erst bei mindestens zweimaliger, direkt aufeinander folgender Detektion einer Brenngasunterversorgung
aktiviert werden.
Die maximal realisierbare, reduzierte Heizleistung bzw. Gebläsedrehzahl wird periodisch
auf das Fortbestehen ihrer Ursache, nämlich der Brenngasunterversorgung, überprüft,
damit die volle Nennleistung des Gasbrenners wieder zur Verfügung gestellt werden
kann. Eine erste Form der Überprüfung ist die versuchsweise Aufhebung der Leistungsbegrenzung
durch einen manuellen Eingriff in die Bedieneinrichtung der Brennerregelung. Hierzu
ist es zweckdienlich, wenn die Zugrundelegung einer maximal realisierbaren, reduzierten
Heizleistung bzw. Gebläsedrehzahl für den nächsten Brennerstartvorgang und/oder nachfolgenden
Brennerbetrieb an der Bedieneinrichtung der Brennerregelung angezeigt wird. Damit
wird dem Nutzer des Gasheizgerätes signalisiert, dass nicht die volle Leistung zur
Verfügung steht, und dass sich das Gerät in einem speziellen Betriebszustand befindet.
Eine alternative oder ergänzende, zweite Form besteht in der automatischen Freigabe
der Leistungsbegrenzung nach einer vorgebbaren Anzahl von Brennerstartvorgängen, Brennerbetriebsstunden
und/oder bei einem vorgebbaren Gasdruckwert. Sollte die Brenngasunterversorgung fortbestehen,
so wird sie wie zuvor erneut detektiert und eine neue maximal realisierbare, reduzierte
Heizleistung in Kraft gesetzt.
Bietet die Bedieneinrichtung der Brennerregelung nicht die Möglichkeit eines manuellen
Eingriffs, oder verfügt das Gasheizgerät über keinen Zähler von Brennerstartvorgängen
und/oder Brennerbetriebsstunden bzw. über keinen Druckwächter im Gasweg, so kann die
Begrenzung der Heizleistung auch automatisch beim nachfolgenden Brennerstartvorgang
aufgehoben werden. Wird bei aktiver Leistungsbegrenzung eine Brenngasunterversorgung
detektiert, so kann es hilfreich sein, eine möglicherweise anstehende automatische
Aufhebung der Leistungsbegrenzung für den nachfolgenden Brennerbetrieb auszusetzen.
1. Verfahren zum Betreiben eines Gasvormischbrenners, insbesondere für ein Gasheizgerät,
mit einer Brennerregelung, einem drehzahlvariablen Verbrennungsluftgebläse, welches
entsprechend der aktuell angeforderten Heizleistung angesteuert wird, einer Gasarmatur
zum Dosieren von Brenngas, einer Brenneroberfläche zum Verbrennen des Brenngas-Luft-Gemischs,
einer Ionisationselektrode zur Flammenüberwachung und einem Druckwächter zur Überwachung
des Brenngasanschlussdruckes,
dadurch gekennzeichnet, dass die Brenngasversorgung überwacht und eine eventuelle Brenngasunterversorgung detektiert
wird, dass die bei ordnungsgemäßem Brennerbetrieb letztmalig vor der detektierten
Brenngasunterversorgung vorliegende Heizleistung und/oder Gebläsedrehzahl ermittelt
und in einem Datenspeicher der Brennerregelung abgelegt wird, und dass die so ermittelte
Heizleistung und/oder Gebläsedrehzahl bei einem darauf folgenden Brennerstartvorgang
und/oder bei einer darauf folgenden Brennerbetriebsphase als maximal realisierbare,
reduzierte Heizleistung und/oder Gebläsedrehzahl zugrunde gelegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachung der Brenngasversorgung mithilfe des Druckwächters im Gasweg erfolgt,
wobei die Brennerregelung eine eventuelle Unterschreitung eines am Druckwächter anliegenden,
für die Brenngasunterversorgung des Gasbrenners typischen Gasdruck-Schwellwertes detektiert.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachung der Brenngasversorgung mithilfe der lonisationselektrode in der Flamme
erfolgt, wobei die Brennerregelung eine eventuelle Unterschreitung eines an der Ionisationselektrode
anliegenden, für die Brenngasunterversorgung des Gasbrenners typischen lonisationsstrom-Schwellwertes
detektiert.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachung der Brenngasversorgung im Hinblick auf eine eventuelle Brenngasunterversorgung
nur bei konstanter und/oder steigender Heizleistung und/oder Gebläsedrehzahl erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlung der letztmalig vor der detektierten Brenngasunterversorgung vorliegende
Gebläsedrehzahl unter Berücksichtigung der aktuellen Winkelbeschleunigung erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzung der Heizleistung in Form der maximal realisierbaren, reduzierten Heizleistung
und/oder Gebläsedrehzahl erst bei mindestens zweimaliger, direkt aufeinander folgender
Detektion einer Brenngasunterversorgung aktiviert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzung der Heizleistung durch einen manuellen Eingriff in eine Bedieneinrichtung
der Brennerregelung aufzuheben ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzung der Heizleistung automatisch nach einer vorgebbaren Anzahl von Brennerstartvorgängen,
Brennerbetriebsstunden und/oder bei einem vorgebbaren Gasdruckwert aufgehoben wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzung der Heizleistung automatisch beim nachfolgenden Brennerstartvorgang
aufgehoben wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzung der Heizleistung nicht automatisch aufgehoben wird, sofern bei aktiver
Begrenzung der Heizleistung eine Brenngasunterversorgung detektiert wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zugrundelegung einer maximal realisierbaren, reduzierten Heizleistung und/oder
Gebläsedrehzahl für den aktuellen Brennerbetrieb an der Bedieneinrichtung der Brennerregelung
angezeigt wird.