[0001] Die Erfindung betrifft einen Wärmetauscher, insbesondere Abgaswärmetauscher, mit
mindestens einer von einem Medium, insbesondere von Abgas, beaufschlagten Fläche aus
Metall, insbesondere aus Aluminium oder Edelstahl, die mit einer Beschichtung versehen
ist. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines vorab beschriebenen
Wärmetauschers.
Abgas, vorwiegend aus Dieselmotoren, führt in Abgaswärmetauschern zusammen mit Feuchtigkeit
und Temperatur zu Korrosionsangriffen auf die verwendeten metallischen Werkstoffe.
Zum Schutz vor Korrosion können temperaturbeständige Beschichtungen verwendet werden.
[0002] Die
WO 2005/089960 A1 offenbart einen Wärmetauscher gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 5.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Wärmetauscher mit einer gegenüber dem Stand der
Technik verbesserten Schutzschicht bereit zu stellen.
Die Aufgabe ist bei einem Wärmetauscher, insbesondere Abgaswärmetauscher, mit mindestens
einer von einem Medium, insbesondere von Abgas, beaufschlagten Fläche aus Metall,
insbesondere aus Aluminium oder Edelstahl, die mit einer Beschichtung versehen ist,
dadurch gelöst, dass die Beschichtung durch eine erstmalige hohe Betriebstemperatur
von mehr als 250°C, in eine korrosionsbeständige, teilkeramische und schwer benetzbare
oleophobe Schutzschicht umsetzbar und/oder umgesetzt ist.
[0004] Der Wärmetauscher wird mit der noch nicht umgesetzten Beschichtung ausgeliefert und
montiert. Erfindungsgemäß wandelt sich diese Beschichtung bei der ersten Inbetriebnahme
durch die dabei auftretende hohe Betriebstemperatur automatisch in die wünschenswerte
und notwendige abgasseitige Schutzschicht um.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Wärmetauschers ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Beschichtung und/oder die Schutzschicht katalytisch wirkende Additive aufweist.
Vorteilhaft kann hierdurch der Anteil an nicht verbrannten Kohlenwasserstoffen und/oder
an Ruß reduziert werden. Dadurch kann die Leistung eines an den Abgaswärmetauscher
gekoppelten Motors optimiert werden, also ein optimaler Wärmeübergang des Abgaswärmetauschers
gewährleistet werden. Die Additive können dazu direkt in die Schutzschicht eingebaut
sein.
Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Wärmetauschers ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Additive mikroverkapselt sind. Durch die Mikroverkapselung kann eine Depotwirkung
erzielt werden, so dass der Katalysator über längere Zeit kontinuierlich abgegeben
wird.
Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Wärmetauschers ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Beschichtung und/oder die Schutzschicht Nanopartikel aufweist. Durch die
Nanopartikel kann die Haftung der Schutzschicht sowie deren Beständigkeit gegen Abrieb
erhöht werden.
Bei einem Verfahren zur Herstellung eines vorab beschriebenen Wärmetauschers, insbesondere
eines Abgaswärmetauschers, ist die oben angegebene Aufgabe durch folgenden Schritt
gelöst: Umsetzen der Beschichtung während des Betriebs durch die hohe Betriebstemperatur
von mehr als 250 °C in die Schutzschicht.
[0005] Erfindungsgemäß wird also ein mit der Beschichtung versehener Wärmetauscher durch
die erste Inbetriebnahme des Wärmetauschers mit der Schutzschicht versehen werden.
[0006] Durch diesen Schritt kann also der Abgaswärmetauscher bereits nach der ersten Inbetriebnahme
mit der notwendigen Schutzschicht versehen werden.
[0007] Hierdurch kann der Wärmetauscher also nicht nur besonders dauerhaft gegen Korrosion
geschützt werden, sondern auch während des Betriebes vor den Wirkungsgrad reduzierenden
Verschmutzungen bewahrt werden.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der verschiedene Ausführungsbeispiele im Einzelnen beschrieben sind.
Die Erfindung betrifft einen Abgaswärmetauscher aus Aluminium oder Edelstahl. Der
Abgaswärmetauscher weist einen Hohlraum und/oder einen Kanal auf, der im Betrieb des
Abgaswärmetauschers von Abgas durchströmt wird. Der Hohlraum weist eine Beschichtung
mit einem Beschichtungsstoff auf. Der Beschichtungsstoff kann katalytisch wirkende
Additive enthalten, welche den Anteil an Kohlenwasserstoffen und Ruß im Abgas reduzieren.
Dadurch wird die Leistung eines an den Abgaswärmetauscher gekoppelten Motors positiv
beeinflusst und die Leistungsminderung des Abgaswärmetauschers während des Betriebs
des Motors verringert. Diese Additive können direkt in der Beschichtung eingebaut
sein oder auch mikroverkapselt in Form von Mikrokapseln in die Schicht eingebaut sein.
Dabei können die Mikrokapseln eine Depotwirkung aufweisen und die Additive beziehungsweise
den Katalysator über einen längeren Zeitraum abgeben. Außerdem ist es möglich, dass
der Beschichtungsstoff auf Nanotechnologie basiert, also Nanopartikel enthält. Hierdurch
kann beispielsweise die Haftung der Beschichtung sowie deren Beständigkeit gegen Abrieb
erhöht werden.
[0008] Die Beschichtungsstoffe können beispielsweise polymerisierbare (oder polykondensierbare)
metallorganische Verbindungen aufweisen wie zum Beispiel metallorganische Verbindungen
auf Ti-, Zr-, Si-Basis (Silane, Siloxane, Silazane, Silikate) wie Tretra-n-Propoxysilan,
Zirkonium-n-Propoxid, Titanium-n-Propoxid; Trialkoxysilane, die Vinyl-, Methacryl-
oder Epoxy-Einheiten und/oder deren mit Fluor, Chlor, Brom und/oder Jod hallogenierten
Derivate.
[0009] Ferner ist es möglich, als Beschichtungsstoff Polymersysteme, die bei hohen Temperaturen
vernetzen und durch Abspaltung von niedermolekularen Verbindungen in hochtemperaturbeständige
Formen übergehen (zum Beispiel organische Silikonverbindungen (zum Beispiel Silikonharze),
Polyamid-Imid-Lacke oder ähnliche) einzusetzen. Solche Systeme können strahlungs-,
temperatur- oder chemisch aushärtend sein.
[0010] Als katalytisch wirkende Additive können Elemente und deren Verbindungen aus der
VIII. Nebengruppe (Ruthenium, Rhodium, Palladium, Osmium, Iridium, Platin) verwendet
werden. Außerdem können die Additive Mischmetalloxide aus Metallen der V. - VIII.
Nebengruppe aufweisen, zum Beispiel Vanadium und/oder Mangan.
[0011] Der Beschichtungsstoff kann auch Partikel aufweisen und/oder aus Partikeln bestehen.
[0012] Die Partikel können beispielsweise Oxide, Oxidhydrate, Nitride und/oder Carbide von
Hauptgruppenelementen, wie zum Beispiel Aluminium, Silizium, Indium, Bor, und/oder
Übergangsmetalle vorzugsweise der IV. und V. Nebengruppe und/oder Cer und/oder Zink
und/oder metallische Partikel aus zum Beispiel Silizium, Aluminium, Zirkon, Titan
aufweisen. Ferner ist es möglich, mit den vorgenannten Stoffen oder Verbindungen beschichtete
und/oder aufgepfropfte Partikel vorzusehen.
[0013] Außerdem kann es sich bei den Partikeln um metallische Partikel der Elemente und
deren Verbindungen aus der VIII. Nebengruppe (Ruthenium, Rhodium, Palladium, Osmium,
Iridium, Platin) handeln.
[0014] Die Partikel können eine Größe zwischen 1 und 50.000 Nanometer aufweisen. Vorzugsweise
weisen die Partikel eine Größe zwischen 1 und 1.000 Nanometer, vorzugsweise zwischen
1.000 und 10.000 Nanometer, bevorzugt zwischen 10.000 und 50.000 Nanometer auf.
[0015] Die Mikrokapseln können die zu den Additiven und Partikeln aufgeführten Stoffe und/oder
Verbindungen enthalten.
[0016] Die aufgeführten Beschichtungsstoffe der Beschichtung beziehungsweise der Schutzschicht
können abhängig von der Löslichkeit und dem Aggregatszustand als Lösung in einem organischen
und/oder anorganischen Lösungsmittel oder als Dispersion, in der eine chemische Verbindung,
insbesondere Salz als Feststoff, eingearbeitet wurde und/oder als Aerosol appliziert
werden.
[0017] Die Applikation des Beschichtungsstoffes kann über nach dem Stand der Technik verfügbare
Verfahren erfolgen. Insbesondere kann der Beschichtungsstoff durch Tauchen, Zwangsfluten,
Befüllen, Bedampfen und/oder Beaufschlagen mit Aerosolen erfolgen. Es ist möglich,
überschüssigen Beschichtungsstoff durch Ausfließen aus dem Wärmetauscher zu entfernen.
Darüber hinaus ist es möglich, den Entleerungsvorgang beispielsweise durch Schleudern
und/oder Ausblasen zu beschleunigen.
Die so aufgebrachte Schutzschicht wird nach der Applikation getrocknet. Die Trocknung
erfolgt bei Temperaturen zwischen 60° C und 150° C, bevorzugt zwischen 80° C und 110°
C.
Die lediglich getrocknete Schicht weist noch nicht die vorteilhaften Eigenschaften
aus.
Die Ausbildung der vorteilhaften Schichteigenschaften erfolgt bei hohen Temperaturen,
kann also unabhängig von dem Trocknungsvorgang, beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt,
erfolgen. Erfindungsgemäß wird die Behandlung durch die hohen Temperaturen während
des Betriebs des Wärmetauschers, zum Beispiel während des Betriebs eines dazugehörigen
Fahrzeuges, erfolgen.
[0018] Die sich bei den hohen Temperaturen ausbildende Schicht besitzt die korrosionsschützenden
Eigenschaften. Darüber hinaus kann die ausgebildete Schutzschicht teilkeramisch und/oder
schwer benetzbar sein, insbesondere oleophob. Die erforderlichen Temperaturen zur
Ausbildung der Schichteigenschaften liegen in einem Bereich höher als 250° C. Vorteilhaft
können die Schutzschichten in einem Temperaturbereich zwischen 250° C und 350° C,
vorzugsweise 300° C bis 1000° C, bevorzugt 250° C bis 500° C, bevorzugt 300° C bis
700° C, bevorzugt 350° C bis 450° C, bevorzugt 400° C bis 550° C, bevorzugt 500° C
bis 700° C, liegen.
Der Wärmetauscher kann Metalle, wie beispielsweise Aluminium und Aluminiumlegierungen
aufweisen. Geeignet sind auch Stähle, insbesondere Chromnickelstähle, Nickelbasislegierungen,
Kupfer, Bronze, Messing sowie Titan und Titanlegierungen.
[0019] Vorteilhaft kann die Beschichtung beziehungsweise die Schichtzusammensetzung auf
die jeweilige Betriebstemperatur des Wärmetauschers, insbesondere des Abgaswärmetauschers
beziehungsweise Ladeluftkühlers, angepasst werden. Außerdem kann die Schichtzusammensetzung
auf das Material des Wärmetauschers abgestimmt werden.
1. Wärmetauscher, insbesondere Abgaswärmetauscher, mit mindestens einer von einem Medium,
insbesondere von Abgas, beaufschlagten Fläche aus Metall, insbesondere aus Aluminium
oder Edelstahl, die mit einer Beschichtung versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung durch eine erstmalige hohe Betriebstemperatur von mehr als 250°C,
in eine korrosionsbeständige, teilkeramische und schwer benetzbare oleophobe Schutzschicht
umsetzbar und/oder umgesetzt ist.
2. Wärmetauscher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung und/oder die Schutzschicht katalytisch wirkende Additive aufweist.
3. Wärmetauscher nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Additive mikroverkapselt sind.
4. Wärmetauscher nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung und/oder die Schutzschicht Nanopartikel aufweist.
5. Verfahren zur Herstellung eines Wärmetauschers, insbesondere eines Abgaswärmetauschers,
nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch folgenden Schritt:
- Umsetzen der Beschichtung während des Betriebs durch die hohe Betriebstemperatur
von mehr als 250 °C in die Schutzschicht.
1. A heat exchanger, in particular an exhaust gas heat exchanger, with at least one surface
made of metal, in particular of aluminium or stainless steel, on which a medium, in
particular exhaust gas, impinges and which is provided with a coating, characterised in that the coating can be converted and/or is converted into a corrosion-resistant, partially
ceramic oleophobic protection layer which is difficult to wet by an initial high operating
temperature of more than 250°C.
2. The heat exchanger according to claim 1, characterised in that the coating and/or the protection layer has catalytically acting additives.
3. The heat exchanger according to the preceding claim, characterised in that the additives are microencapsulated.
4. The heat exchanger according to one of the preceding claims, characterised in that the coating and/or the protection layer has nanoparticles.
5. A method for producing a heat exchanger, in particular an exhaust gas heat exchanger,
according to one of the preceding claims,
characterised by the following step:
- Converting the coating into the protection layer by the high operating temperature
of more than 250°C during operation.
1. Echangeur de chaleur, en particulier échangeur de chaleur de gaz d'échappement, comprenant
au moins une surface en métal, en particulier en aluminium ou en acier spécial, surface
qui est sollicitée par un milieu, en particulier des gaz d'échappement, et dotée d'un
revêtement, caractérisé en ce que le revêtement, sous l'effet d'une première température de fonctionnement élevée de
plus de 250°C, peut être transformé et / ou est transformé en une couche de protection
oléophobe résistant à la corrosion, partiellement en céramique et pouvant difficilement
être mouillée.
2. Echangeur de chaleur selon la revendication 1, caractérisé en ce que le revêtement et / ou la couche de protection présente des additifs catalytiquement
actifs.
3. Echangeur de chaleur selon la revendication précédente, caractérisé en ce que les additifs sont microencapsulés.
4. Echangeur de chaleur selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le revêtement et / ou la couche de protection présente des nanoparticules.
5. Procédé de fabrication d'un échangeur de chaleur, en particulier d'un échangeur de
chaleur de gaz d'échappement, selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé par l'étape suivante consistant :
- au cours du fonctionnement, sous l'effet de la température de fonctionnement élevée
de plus de 250°C, à transformer le revêtement en couche de protection.