(19)
(11) EP 1 930 489 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
11.11.2009  Patentblatt  2009/46

(21) Anmeldenummer: 06025495.0

(22) Anmeldetag:  09.12.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D02H 3/00(2006.01)

(54)

Musterkettenschärmaschine und Verfahren zum Erzeugen einer Musterkette

Sample warper and method for forming a sample warp

Ourdissoir d'échantillonnage et procédé pour obtenir une chaîne d'échantillonnage


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR IT LI

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.06.2008  Patentblatt  2008/24

(73) Patentinhaber: Karl Mayer Textilmaschinenfabrik GmbH
63179 Obertshausen (DE)

(72) Erfinder:
  • Fuhr, Martin
    63486 Bruchköbel (DE)

(74) Vertreter: Knoblauch, Andreas 
Patentanwälte Dr. Knoblauch Schlosserstrasse 23
60322 Frankfurt am Main
60322 Frankfurt am Main (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 1 479 806
DE-A1- 19 924 379
DE-A1-102005 005 170
EP-A2- 0 933 455
DE-A1-102005 003 234
JP-B1- 3 764 474
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Musterkettenschärmaschine mit einer Schärtrommel, an deren Umfang mehrere in Axialrichtung der Schärtrommel bewegbare Transportflächen angeordnet sind, mehreren Fadenführern, die an einem Fadenführerträger angeordnet sind, und einem Gatter, aus dem die Fadenführer Fäden abziehen, wobei die Schärtrommel und die Fadenführer in Umfangsrichtung relativ zueinander bewegbar sind.

    [0002] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Erzeugen einer Musterkette, bei dem man mit Hilfe von Fadenführern, die an einem Fadenführerträger befestigt sind, Bänder aus mehreren Fäden um den Umfang einer Schärtrommel führt und dort auf sich in Axialrichtung bewegenden Transportflächen ablegt, wobei man die Fadenzahl pro Band zwischen mindestens zwei Bändern verändert.

    [0003] Eine derartige Musterkettenschärmaschine und ein derartiges Verfahren sind beispielsweise aus DE 10 2005 003 234 A1 bekannt. Hier wird eine Musterkettenschärmaschine beschrieben mit einer Schärtrommel, an deren Umfang mehrere in Axialrichtung der Schärtrommel bewegbare Transportflächen angeordnet sind, mehreren Fadenführern, die an einem Fadenführerträger angeordnet sind, und einem Gatter, aus dem die Fadenführer Fäden abziehen, wobei die Schärtrommel und die Fadenführer in Umfangsrichtung relativ zueinander bewegbar sind. Diese Bewegung wird dadurch erzeugt, dass das Drehgatter durch einen Motor gegenüber der stillstehenden Schärtrommel gedreht wird. Die Schärtrommel ist mit einer Basis auf einem Fußboden abgestützt. Das Drehgatter ist auf einer Gleitbasis angeordnet, die auf einer Gleitschiene gebildet ist. Das Drehgatter ist durch einen Gleitblock beweglich auf der Gleitschiene angebracht und kann sich der Schärtrommel nähern oder sich von dieser trennen.

    [0004] JP 03 764474 B1 (= DE 10 2005 050 369 A1) beschreibt ebenfalls eine Musterkettenschärmaschine und ein Verfahren zum Herstellen einer Musterkette. Die Musterkettenschärmaschine weist eine Schärtrommel auf, an deren Umfang mehrere Förderbänder angeordnet sind. Fäden, die von einem Drehgatter abgezogen werden, werden durch Fadenführer auf den Förderbändern abgelegt, wenn sich das Drehgatter zusammen mit den Fadenführern dreht.

    [0005] EP 0 933 455 A2 zeigt eine elektronisch gesteuerte Musterkettenschärmaschine mit einer Schärtrommel und zwei Gattern, die an einer Stirnseite der Schärtrommel angeordnet sind. Die Gatter stehen mit Rollen auf dem Fußboden auf.

    [0006] Eine ähnliche Ausgestaltung ist aus DE 199 24 379 A1 bekannt. Auch hier steht ein Gatter, das vor der Stirnseite einer Schärtrommel angeordnet ist, mit Rollen auf dem Fußboden auf.

    [0007] Eine Musterkettenschärmaschine, die auch als "Kurzkettenschärmaschine" bezeichnet wird, dient dazu, Musterketten herzustellen. Hierzu werden mehrere Fäden gleichzeitig um den Umfang einer Schärtrommel geführt und dort auf Transportflächen abgelegt, die vielfach durch umlaufende Transportriemen gebildet sind. Wenn ein Band mit der für die Musterkette notwendigen Länge der Fäden, also mit der notwendigen Anzahl von Windungen, aufgewickelt worden ist, dann müssen die Transportflächen dieses Band so weit weitertransportiert haben, daß Platz für die Auflage eines neuen Bandes zur Verfügung steht.

    [0008] Üblicherweise werden die Bänder so gewickelt, daß eine konusförmige Stirnseite des Wickels entsteht. Letztendlich werden also aufeinander folgende Windungen immer um ein vorbestimmtes Inkrement in Axialrichtung versetzt zueinander aufgewickelt.

    [0009] Diese Technik hat sich bewährt. Moderne Musterkettenschärmaschinen können bis zu 16 Fäden gleichzeitig aufwickeln, so daß eine hohe Produktivität gegeben ist.

    [0010] Für manche Mustergestaltungen ist es allerdings erforderlich, die Zahl der Fäden pro Band zu verändern. Im Extremfall kann dies dazu führen, daß ein Band nur aus einem Faden besteht, während ein anderes Band aus der maximalen Anzahl von Fäden gebildet ist. Dies würde ohne zusätzliche Maßnahmen dazu führen, daß die Musterkette eine ungleichförmige Dichte aufweist.

    [0011] Man hat daher bereits vorgeschlagen, die Geschwindigkeit, mit der die Transportriemen bewegt werden, an die Breite der Bänder, also an die Zahl der Fäden pro Band, anzupassen. Wenn also mehr Fäden pro Band gewickelt werden, dann haben die Transportriemen eine höhere Geschwindigkeit in Axialrichtung. Wenn weniger Fäden in einem Band enthalten sind, dann laufen die Transportriemen mit einer geringeren Geschwindigkeit, so dass sich unabhängig von der Fadenzahl pro Band die Bänder in Axialrichtung aneinander anschließen können und die Kette eine gleichmäßige Dichte aufweist.

    [0012] Allerdings ist diese Lösung relativ aufwendig. Man benötigt Antriebe für die Transportriemen, deren Geschwindigkeit in Abhängigkeit von der Fadenzahl einstellbar ist. Da man gleichzeitig noch darauf achten muss, dass der Wickel, der durch die aufgewickelten Fäden gebildet wird, eine konische Stirnseite erhält, muss man beim Programmieren der Antriebe für die Transportriemen mehrere sich überlagernde Geschwindigkeiten berücksichtigen, was die Einstellung ebenfalls sehr aufwendig macht.

    [0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Musterkette mit ungleichen Bändern mit geringem zusätzlichem Aufwand herzustellen, die eine gute Gleichmäßigkeit aufweist.

    [0014] Diese Aufgabe wird bei einer Musterkettenschärmaschine der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Schärtrommel und der Fadenführerträger durch einen Antrieb in Axialrichtung so relativ zueinander bewegbar sind, dass zwei Bänder aneinander anschließen.

    [0015] Durch diese Ausgestaltung ist es möglich, die Bewegungskorrektur, die zum Ausgleich der unterschiedlichen Bandbreiten, also der unterschiedlichen Fadenzahlen pro Band, erforderlich ist, von der Vorschubbewegung der Transportflächen zu entkoppeln. Dadurch wird die Einstellung der Geschwindigkeit stark vereinfacht. Die zum Antrieb der Transportflächen notwendigen Motoren können einfacher ausgebildet werden, weil sie nicht mit wechselnden Geschwindigkeiten während eines Produktionsprozesses betrieben werden müssen. Dementsprechend können diese Motoren und ihre Ansteuerung kostengünstiger ausgebildet werden. Die Kontrolle über die Bewegung aller beteiligten Elemente wird vereinfacht. Ein Monteur kann die Relativbewegung zwischen der Schärtrommel und dem Fadenführerträger relativ einfach überwachen und so einstellen, daß aufeinanderfolgende Bänder nahtlos aneinander anschließen, so daß die Musterkette eine gleichmäßige Dichte erhält.

    [0016] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, daß der Fadenführerträger und das Gatter in Axialrichtung miteinander verbunden sind, wobei die Schärtrommel und das Gatter in Axialrichtung relativ zueinander bewegbar sind. In vielen Fällen bilden der Fadenführerträger und das Gatter eine Einheit, die dann komplett relativ zur Schärtrommel verlagert werden kann. Der Fadenführerträger ist beispielsweise durch ein relativ zur Schärtrommel rotierendes Element gebildet, beispielsweise einem Ring oder eine Anordnung von Speichen, an dem oder der die Fadenführer befestigt sind. Die Verlagerung des Fadenführerträgers relativ zur Schärtrommel oder die Verlagerung der Schärtrommel relativ zum Fadenführerträger ist eine relativ einfache Maßnahme, für die kein größerer Aufwand erforderlich ist.

    [0017] Vorzugsweise weisen die Transportflächen einen Antrieb auf, der auf eine konstante Geschwindigkeit einstellbar ist. Ein Antrieb, der nur mit einer konstanten Geschwindigkeit laufen muß, kann kostengünstig ausgebildet werden. Eine Steuerung, die wechselnde Geschwindigkeiten ermöglicht, ist nicht erforderlich. Vor allem ist ein derartiger Antrieb relativ leicht auf die für einen Schärvorgang erforderlichen Parameter hin programmierbar.

    [0018] Hierbei ist bevorzugt, daß die Geschwindigkeit auf einen Wert eingestellt ist, der niedriger ist als die für das breiteste Band notwendige Geschwindigkeit und höher als die für das schmalste Band notwendige Geschwindigkeit. Man mittelt also die Geschwindigkeit der Transportflächen aus, so daß alle Bänder eines Rapports mit der gewünschten Position gewickelt werden können.

    [0019] Vorzugsweise sind die Fadenführer gegenüber dem Fadenführerträger in Axialrichtung bewegbar. Man kann dann die Fadenführer verwenden, um den Konus an der Stirnseite des Wickels zu bilden. Damit kann man die drei wesentlichen Bewegungen, die zum Herstellen der Musterkette notwendig sind, auf drei unterschiedliche Elemente verteilen. Der Konus wird durch die Bewegung der Fadenführer gegenüber dem Fadenführerträger hergestellt. Der Abtransport des Wickels, der notwendig ist, um für ein neues Band Platz zu schaffen, wird durch die Transportflächen realisiert. Die Positionierung der Bänder gegenüber dem Wickel wird durch die Relativbewegung zwischen der Schärtrommel und dem Fadenführerträger in Axialrichtung realisiert. Da es sich bei allen drei Bewegungen dann um relativ einfach zu ermittelnde Bewegungen handelt, kann die Einstellung auch durch Personal vorgenommen werden, das eine geringere Qualifikation aufweist.

    [0020] Vorzugsweise weisen die Fadenführer einen Antrieb auf, der die Fadenführer pro Umlauf um eine vorbestimmte Entfernung von einer Stirnseite der Schärtrommel weg bewegt. Beispielsweise kann man den Antrieb so einstellen, daß die Fadenführer bei jedem Umlauf um das Dreifache der Dicke der Fäden nach hinten, also von der Stirnseite der Schärtrommel weg, bewegt werden. Damit ergibt sich ein Konus mit einem Konuswinkel von etwas über 18°.

    [0021] Vorzugsweise weisen die Schärtrommel und/oder der Fadenführerträger einen Spindeltrieb auf. Bei einem Spindeltrieb wird eine Spindel mit einem Gewinde in Rotation versetzt. Das Gewinde der Spindel steht mit einem Gegengewinde an der Schärtrommel oder am Fadenführerträger in Eingriff, so daß sich durch die Rotation der Spindel eine translatorische Verlagerung von Schärtrommel und/oder Fadenführerträger in Axialrichtung ergibt. Da die Relativbewegung nur sehr klein ist - sie liegt in der Größenordnung der Differenz zwischen den Fadenzahlen der einzelnen Bänder multipliziert mit der Breite der Fäden - kann man eine relativ kleine Steigung des Gewindes verwenden, so daß man an den Antrieb, der für die relative Axialbewegung erforderlich ist, keine allzu großen Anforderungen stellen muß.

    [0022] In einer alternativen Ausgestaltung kann vorgesehen sein, daß die Schärtrommel und/oder der Fadenführerträger einen Zahnstangenantrieb aufweisen. Auch hiermit lassen sich die kleinen Relativbewegungen zwischen der Schärtrommel und dem Fadenführerträger ohne Probleme realisieren.

    [0023] Die Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass man die Schärtrommel und den Fadenführerträger relativ zueinander in Axialrichtung so bewegt, dass zwei Bänder aneinander anschließen.

    [0024] Damit ist es möglich, die Fadenführer relativ zur Schärtrommel so zu positionieren, dass die Bänder auch dann unmittelbar aneinander anschließen können, wenn die Bänder nicht die gleiche Fadenzahl aufweisen. Ein Band mit einer großen Fadenzahl benötigt etwas mehr Platz auf der Transportflächenanordnung. Wenn dieses Band fertiggestellt ist, die Transportfläche das Band aber noch nicht weit genug von der Stirnseite der Schärtrommel weg transportiert hat, dann werden der Fadenführerträger und die Schärtrommel relativ zueinander so bewegt, dass die Fadenführer das nächste Band im Anschluß an das vorangegangene Band wickeln können. Die Schärtrommel und der Fadenführerträger werden in diesem Fall also etwas voneinander entfernt. Hat hingegen das fertiggestellte Band nur wenige Fäden gehabt, dann haben die Transportflächen dieses Band etwas zu weit weg bewegt. In diesem Fall werden die Schärtrommel und der Fadenführerträger wieder dichter zueinander positioniert, so dass das nächste Band wiederum an das vorangegangene Band anschließen kann.

    [0025] Vorzugsweise bewegt man die Transportflächen mit konstanter Geschwindigkeit. Damit lassen sich relativ einfache Antriebe verwenden. Eine konstante Geschwindigkeit lässt sich einfach einstellen, so dass an die Programmierung der Musterkettenschärmaschine keine allzu großen Anforderungen gestellt werden. Wenn die Transportflächen mit konstanter Geschwindigkeit bewegt werden, dann ergibt sich auch ein geringerer Verschleiß.

    [0026] Hierbei ist bevorzugt, dass man die Transportflächen mit einer Geschwindigkeit bewegt, die einer mittleren Geschwindigkeit für alle Bänder eines Rapports entspricht. Ein Rapport ist ein Muster, das sich über die Breite der Musterkette wiederholt. Wenn man nun die Geschwindigkeit der Transportflächen so einstellt, dass bei der Erzeugung eines Rapports alle Fäden den notwendigen Platz haben, dann kann man die verbleibenden Differenzen, die sich durch unterschiedliche Breiten der Bänder ergeben, durch die Relativbewegung zwischen der Schärtrommel und dem Fadenführerträger ausgleichen.

    [0027] Auch ist von Vorteil, wenn man die Schärtrommel und den Fadenführerträger beim Übergang zwischen zwei Bändern bewegt. Dies ist eine relativ einfache Möglichkeit, um zu kontrollieren, ob die Einstellung der Relativbewegung zwischen der Schärtrommel und dem Fadenführerträger in Axialrichtung richtig gewählt ist. Es ist nur eine relativ kurze Bewegung erforderlich, so dass die Geschwindigkeit bei der Relativbewegung klein gehalten werden kann. Beim Übergang zwischen zwei Bändern müssen die Fadenführer in der Regel ohnehin vom Ende des Konus in Axialrichtung zum Anfang und darüber hinaus bewegt werden. Wenn die Fadenführer diese Bewegung ausführen können, dann ist auch genügend Zeit zur Verfügung, um Schärtrommel und Fadenführerträger relativ zueinander zu bewegen.

    [0028] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
    Fig. 1
    eine perspektivische Darstellung einer Musterkettenschärmaschine, jedoch ohne Fadenführer und Fadenführerträger,
    Fig. 2
    einen schematischen Teillängsschnitt durch die Musterkettenschärmaschine der Fig. 1, jedoch mit Fadenführer und Fadenführerträger,
    Fig. 3
    einen Fadenführer am Fadenführerträger und
    Fig. 4
    eine schematische Darstellung zur Erläuterung zweier Möglichkeiten zur Verstellung von Schärtrommel und Fadenführerträger relativ zueinander.


    [0029] Eine Musterkettenschärmaschine weist eine Schärtrommel 1 auf, an deren Umfang mehrere Transportriemen 2 angeordnet sind, die parallel zur Achse der Schärtrommel in Richtung eines Pfeils 3 bewegt werden, wenn eine Musterkette geschärt wird. Nicht näher bezeichnete Teilstäbe dienen als Kreuz-, Schlichte- oder zu anderen Funktionen. Das äußere Trum der Transportriemen 2 bildet jeweils eine Transportfläche.

    [0030] Ein Drehgatter 7 weist einen Rotor 8 auf, an den mehrere Spulen 9 befestigt sind. Der Rotor 8 ist durch einen Motor 10 über einen Riementrieb 11 und eine Hohlwelle 12 antreibbar.

    [0031] Synchron mit der Hohlwelle 12 wird eine weitere Hohlwelle 13 gedreht (Fig. 2), an der ein Fadenführerträger 15 drehfest befestigt ist, der Fadenführer 14 aufweist. Der Fadenführerträger 15 weist Radialarme 17 auf, die in einer Nabe 16 gehalten sind. Am äußeren Ende der Radialarme 17 sind Hebel 18 angelenkt, die mit Hilfe eines Schrittmotors 19 verschwenkt werden können und an deren Spitze die Fadenführer 14 in Form von Ösen angeordnet sind. Dargestellt sind für die Fadenführer 14 drei Positionen, von denen eine Position a relativ weit von der Stirnseite der Schärtrommel 1 entfernt ist, eine Position b dichter an der Stirnseite der Schärtrommel 1 angeordnet ist und eine Position c vor der Stirnseite der Schärtrommel 1 angeordnet ist. Die Schrittmotoren 19 werden durch eine Steuereinrichtung 20 betätigt.

    [0032] In den beim Schärvorgang aktiven Arbeitspositionen a und b ziehen die Fadenführer 14 Fäden 21 vom Drehgatter 7 ab und legen sie auf den Transportriemen 2 ab, so daß sich ein Wickel 22 bildet. In der Stellung c sind die Fadenführer 14 beim Schärvorgang inaktiv, und die Fadenführer 14 leiten nicht benötigte Fäden 21' in einen Zwischenraum 23 zwischen den Transportriemen 2 und dem Fadenführerträger 15, so daß sie nicht am Schärvorgang teilnehmen. Diese Fäden 21' werden auf einer Hilfstransportvorrichtung 24 abgelegt, die beispielsweise die Form eines drahtförmigen, monofilen Kunststoff-Fadens hat, der von einer Vorratsrolle 25 abgewickelt und durch die beiden Hohlwellen 12, 13 zu einer Antriebsvorrichtung 26 geführt wird. Auf dieser Hilfstransportvorrichtung 24 wird dann ein Abfallwickel 27 gewickelt, der in einem Abfallbehälter 28 gesammelt werden kann.

    [0033] Man kann durch die Verschwenkbewegung der Hebel 18 und die damit verbundene axiale Verlagerung der Fadenführer 14 gegenüber dem Fadenführerträger 15 und der Schärtrommel 1 erreichen, daß zum einen Fäden 21 auf den Transportriemen 2 abgelegt werden, zum anderen aber auch Fäden 21' nicht am Schärvorgang teilnehmen. Damit ist es möglich, in einem einzigen Schär-Auftrag Bänder mit einer größeren Anzahl von Fäden um den Umfang der Schärtrommel 1 zu wickeln und Bänder mit einer kleineren Anzahl von Fäden.

    [0034] Die Fadenführer 14 werden beim Schärvorgang so bewegt, daß sich eine konusförmige Stirnseite des Wickels 22 bildet. Mit anderen Worten werden die Fadenführer beispielsweise um das Dreifache einer Fadendicke bei jedem Umlauf um die Schärtrommel 1 bewegt.

    [0035] Die Transportriemen 2 werden so bewegt, daß nach dem Fertigstellen eines Bandes, also dem Wickeln des Bandes mit der für die Länge der Musterkette notwendigen Anzahl von Umdrehungen, im Bereich der Stirnseite der Schärtrommel 1 wieder genügend Platz zur Verfügung steht, um ein neues Band wickeln zu können. Gegebenenfalls muß diese Bewegung der Transportriemen 2 bei der Bewegungssteuerung der Fadenführer 14 berücksichtigt werden.

    [0036] Wenn man nun Bänder mit unterschiedlichen Fadenzahlen wickelt, dann benötigen diese Bänder auch unterschiedlich viel Platz in Axialrichtung der Schärtrommel 1.

    [0037] Man stellt daher die Geschwindigkeit der Transportriemen so ein, daß sie der mittleren Geschwindigkeit für einen Rapport entspricht. Wenn beispielsweise ein Rapport aus insgesamt 100 Fäden gebildet ist, die durch 10 Bänder zusammengesetzt werden, wobei die Folge 12-12-8-8-12-12-8-8-12-8 Fäden pro Band ist, dann stellt man die Geschwindigkeit der Transportriemen 2 so ein, daß sie für ein Band mit 10 Fäden richtig wäre. Dies hat dann allerdings zur Folge, daß die Transportriemen 2 für ein Band mit 12 Fäden zu langsam und für ein Band mit 8 Fäden zu schnell laufen. Dementsprechend steht im Grunde nach dem Fertigstellen eines Bandes mit 12 Fäden nicht mehr genügend Platz im Bewegungsbereich der Fadenführer 14 zur Verfügung, um das nächste Band erzeugen zu können.

    [0038] Um diesen Platz zu schaffen, wird der Fadenführerträger 15 relativ zur Schärtrommel 1 bewegt, wie dies durch einen Pfeil 29 dargestellt ist. Wenn also ein Band mit 12 Fäden gewickelt worden ist, dann wird der Fadenführerträger 15 etwas nach rechts bewegt (bezogen auf die Darstellung der Fig. 2), wenn man auf das nächste Band übergeht. Wenn man hingegen ein Band mit nur 8 Fäden gewickelt worden ist, dann wird der Fadenführerträger 15 nach links bewegt, bezogen auf die Darstellung der Fig. 2.

    [0039] Selbstverständlich ist es auch möglich, nicht oder nicht nur den Fadenführerträger 15 in Axialrichtung der Schärtrommel 1 zu bewegen, sondern auch die Schärtrommel 1 selbst, um die gewünschte Relativbewegung zu erzeugen.

    [0040] Da der Fadenführerträger 15 mit dem Drehgatter 7 verbunden ist, wird bei dieser Ausgestaltung auch das Drehgatter 7 mit bewegt.

    [0041] Fig. 4 zeigt nun einige Möglichkeiten, wie man diese Bewegung bewirken kann. Gleiche Elemente wie in Fig. 1 bis 3 sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

    [0042] Die Schärtrommel 1 ist an einem Träger 30 drehbar gelagert, der über Rollen 31 auf dem Fußboden F abgestützt ist. Ein ortsfest gehaltener Motor 33 treibt eine Gewindespindel 34 an, die in ein Innengewinde 35 am Träger 30 eingreift. Wenn also der Motor 33 betätigt wird, dann führt die Rotation der Gewindespindel 34 zu einer Verlagerung des Trägers 30 in Richtung des Doppelpfeils 29.

    [0043] Eine andere oder zusätzliche Möglichkeit besteht darin, einen Träger 36, an dem das Drehgatter 7 und der Fadenführerträger 15 befestigt sind, ebenfalls über Rollen 37 auf dem Fußboden F abzustützen. Der Träger 36 weist einen Antrieb 38 auf, der ein Zahnrad 39 antreibt, das mit einer Zahnstange 14 in Eingriff steht, die auf dem Fußboden F befestigt ist.

    [0044] Selbstverständlich ist es auch möglich, entweder nur den Träger 30 oder nur den Träger 36 anzutreiben. Man kann den Träger 30 auch über Zahnrad 39 und Zahnstange 40 antreiben und den Träger 36 über eine Gewindespindel 34.

    [0045] Da die Relativbewegung in Richtung des Doppelpfeils 29 relativ klein ist, reicht ein schwacher Antrieb aus. Die Relativbewegung muß nicht sehr schnell vonstatten gehen. Im Grunde reicht es aus, hier die Fadendifferenz zu überbrücken, die zwischen einzelnen Bändern gebildet ist.

    [0046] Die Musterkettenschärmaschine wurde beschrieben mit einer beim Schären feststehenden Trommel und einem rotierenden Fadenführerträger 15. Es ist aber auch möglich, beim Schären den Fadenführerträger 15 drehfest zu halten und die Schärtrommel rotieren zu lassen. Auch bei dieser Ausgestaltung kann man eine axiale Relativbewegung 29 zwischen Schärtrommel 1 und Fadenführerträger 15 realisieren, um bei Bändern mit unterschiedlichen Fadenzahlen immer den benötigten Platz auf den Transportriemen 2 zu schaffen.


    Ansprüche

    1. Musterkettenschärmaschine mit einer Schärtrommel (1), an deren Umfang mehrere in Axialrichtung der Schärtrommel (1) bewegbare Transportflächen (2) angeordnet sind, mehreren Fadenführern (14), die an einem Fadenführerträger (15) angeordnet sind, und einem Gatter (7), aus dem die Fadenführer (14) Fäden (21) abziehen, wobei die Schärtrommel (1) und die Fadenführer (14) in Umfangsrichtung relativ zueinander bewegbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Schärtrommel (1) und der Fadenführerträger (15) durch einen Antrieb (33-35; 39, 40) in Axialrichtung so relativ zueinander bewegbar sind, dass zwei Bänder aneinander anschließen.
     
    2. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fadenführerträger (15) und das Gatter (7) in Axialrichtung miteinander verbunden sind, wobei die Schärtrommel (1) und das Gatter (7) in Axialrichtung relativ zueinander bewergbar sind.
     
    3. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Transportflächen (2) einen Antrieb aufweisen, der auf eine konstante Geschwindigkeit einstellbar ist.
     
    4. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit auf einen Wert eingestellt ist, der niedriger ist als die für das breiteste Band notwendige Geschwindigkeit und höher als die für das schmalste Band notwendige Geschwindigkeit.
     
    5. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenführer (14) gegenüber dem Fadenführerträger (15) in Axialrichtung bewegbar sind.
     
    6. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenführer (14) einen Antrieb (19) aufweisen, der die Fadenführer (14) pro Umlauf um eine vorbestimmte Entfernung von einer Stirnseite der Schärtrommel (1) weg bewegt.
     
    7. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schärtrommel (1) und/oder der Fadenführerträger (15) einen Spindeltrieb (33-35) aufweisen.
     
    8. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schärtrommel (1) und/oder der Fadenführerträger (15) einen Zahnstangenantrieb (39, 40) aufweisen.
     
    9. Verfahren zum Erzeugen einer Musterkette, bei dem man mit Hilfe von Fadenführern (14), die an einem Fadenführerträger (15) befestigt sind, Bänder aus mehreren Fäden (21) um den Umfang einer Schärtrommel (1) führt und dort auf sich in Axialrichtung bewegenden Transportflächen (2) ablegt, wobei man die Fadenzahl pro Band zwischen mindestens zwei Bändern verändert, dadurch gekennzeichnet, dass man die Schärtrommel (1) und den Fadenführerträger (15) relativ zueinander in Axialrichtung so bewegt, dass zwei Bänder aneinander anschließen.
     
    10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man die Transportflächen (2) mit konstanter Geschwindigkeit bewegt.
     
    11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß man die Transportflächen (2) mit einer Geschwindigkeit bewegt, die einer mittleren Geschwindigkeit für alle Bänder eines Rapports entspricht.
     
    12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass man die Schärtrommel (1) und den Fadenführerträger (15) beim Übergang zwischen zwei Bändern bewegt.
     


    Claims

    1. Sample warper having a warping drum (1), on the circumference of which are arranged a plurality of transport surfaces (2) which are movable in the axial direction of the warping drum (1), having a plurality of thread guides (14) which are arranged on a thread guide carrier (15), and having a creel (7) from which threads (21) are drawn off by the thread guides (14), with the warping drum (1) and the thread guides (14) being movable relative to one another in the circumferential direction, characterized in that the warping drum (1) and the thread guide carrier (15) can be moved relative to one another in the axial direction by a drive (33-35, 39, 40) in such a way that two bands adjoin one another.
     
    2. Sample warper according to Claim 1, characterized in that the thread guide carrier (15) and the creel (7) are connected to one another in the axial direction, with the warping drum (1) and the creel (7) being movable relative to one another in the axial direction.
     
    3. Sample warper according to Claim 1 or 2, characterized in that the transport surfaces (2) have a drive which can be set to a constant speed.
     
    4. Sample warper according to Claim 3, characterized in that the speed is set to a value which is lower than the speed required for the widest band and higher than the speed required for the narrowest band.
     
    5. Sample warper according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the thread guides (14) are movable in the axial direction with respect to the thread guide carrier (15).
     
    6. Sample warper according to Claim 5, characterized in that the thread guides (14) have a drive (19) which moves the thread guides (14) away from an end side of the warping drum (1) by a predetermined distance per revolution.
     
    7. Sample warper according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the warping drum (1) and/or the thread guide carrier (15) have/has a spindle drive (33-35).
     
    8. Sample warper according to one of Claims 1 to 7, characterized in that the warping drum (1) and/or the thread guide carrier (15) have/has a rack-and-pinion drive (39, 40).
     
    9. Method for forming a sample warp, in which method, using thread guides (14) which are fastened to a thread guide carrier (15), bands composed of a plurality of threads (21) are guided around the circumference of a warping drum (1) and, there, are laid on transport surfaces (2) which move in the axial direction, with the number of threads per band being changed between at least two bands, characterized in that the warping drum (1) and the thread guide carrier (15) are moved relative to one another in the axial direction in such a way that two bands adjoin one another.
     
    10. Method according to Claim 9, characterized in that the transport surfaces (2) are moved with a constant speed.
     
    11. Method according to Claim 10, characterized in that the transport surfaces (2) are moved with a speed which corresponds to a mean speed for all the bands of a repeat.
     
    12. Method according to one of Claims 9 to 11, characterized in that the warping drum (1) and the thread guide carrier (15) are moved at the transition between two bands.
     


    Revendications

    1. Ourdissoir d'échantillonnage comportant un tambour d'ourdissage (1) sur la périphérie duquel sont agencées plusieurs surfaces de transport (2) déplaçables en direction axiale du tambour d'ourdissage (1), plusieurs guide-fils (14) qui sont agencés sur un support (15) de guide-fils, et un râtelier (7), hors duquel les guide-fils (14) retirent des fils, le tambour d'ourdissage (1) et les guide-fils (14) étant déplaçables les uns par rapport aux autres en direction périphérique, caractérisé en ce que le tambour d'ourdissage (1) et le support (15) de guide-fils sont déplaçables l'un par rapport à l'autre en direction axiale par un entraînement (33 - 35 ; 39, 40), de telle sorte que deux bandes se raccordent l'une à l'autre.
     
    2. Ourdissoir d'échantillonnage selon la revendication 1, caractérisé en ce que le support (15) de guide-fils et le râtelier (7) sont reliés l'un à l'autre en direction axiale, le tambour d'ourdissage (1) et le râtelier (7) étant déplaçables l'un par rapport à l'autre en direction axiale.
     
    3. Ourdissoir d'échantillonnage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les surfaces de transport (2) présentent un entraînement qui est réglable à une vitesse constante.
     
    4. Ourdissoir d'échantillonnage selon la revendication 3, caractérisé en ce que la vitesse est réglée à une valeur qui est inférieure à la vitesse nécessaire pour la bande la plus large et supérieure à la vitesse nécessaire pour la bande la plus étroite.
     
    5. Ourdissoir d'échantillonnage selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les guide-fils (14) sont déplaçables en direction axiale par rapport au support (15) de guide-fils.
     
    6. Ourdissoir d'échantillonnage selon la revendication 5, caractérisé en ce que les guide-fils (14) présentent un entraînement (19) qui déplace les guide-fils (14) d'une distance prédéterminée à chaque rotation, en éloignement d'une face frontale du tambour d'ourdissage (1).
     
    7. Ourdissoir d'échantillonnage selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le tambour d'ourdissage (1) et/ou le support (15) de guide-fils présentent un entraînement à broche (33-35).
     
    8. Ourdissoir d'échantillonnage selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le tambour d'ourdissage (1) et/ou le support (15) de guide-fils présentent un entraînement à crémaillère (39, 40).
     
    9. Procédé de réalisation d'une chaîne modèle, dans lequel à l'aide de guide-fils (14) qui sont fixés sur un support (15) de guide-fils, on guide des bandes constituées par plusieurs fils (21) autour de la périphérie d'un tambour d'ourdissage (1) et on les y dépose sur des surfaces de transport (2) se déplaçant en direction axiale, en modifiant le nombre de fils par bande entre au moins deux bandes, caractérisé en ce qu'on déplace le tambour d'ourdissage (1) et le support (15) de guide-fils l'un par rapport à l'autre en direction axiale de telle sorte que deux bandes se raccordent l'une à l'autre.
     
    10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'on déplace les surfaces de transport (2) à vitesse constante.
     
    11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce qu'on déplace les surfaces de transport (2) à une vitesse qui correspond à une vitesse moyenne pour toutes les bandes d'un rapport.
     
    12. Procédé selon l'une des revendications 9 à 11, caractérisé en ce qu'on déplace le tambour d'ourdissage (1) et le support (15) de guide-fils à la transition entre deux bandes.
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente