[0001] Die Erfindung betrifft ein Druckwerk einer formatvariablen Rollendruckmaschine, mit
einem Maschinengestell, einem Farbwerk, das einem Plattenzylinder zugeordnet ist und
einem mit letzterem beim Druck zusammenwirkenden Gummituchzylinder, wobei für einen
Formatwechsel wenigstens der Achsabstand zwischen Plattenzylinder und Gummituchzylinder
einstell- und feststellbar ist.
[0002] Druckwerke, die einen Formatwechsel ermöglichen, sind seit langem bekannt. Bei einem
bekannten Druckwerk sind der Plattenzylinder und der Gummituchzylinder in einem Druckeinschub
gelagert. Am Druckeinschub kann zudem auch der Gegendruckzylinder gelagert sein. Dieser
besitzt in der Regel den gleichen Umfang wie der Plattenzylinder und der Gummituchzylinder.
[0003] Bekannt sind auch Druckwerke, bei denen nicht komplette Einschübe mit zwei oder drei
Zylindern gewechselt werden, sondern lediglich der Gummituchzylinder und der Plattenzylinder.
Beispielsweise zeigt die
DE 478 254 eine Rotationsdruckmaschine für wechselnde Formate, bei welcher der Gummituchzylinder
und der Plattenzylinder auswechselbar sind. Der Gegendruckzylinder ist an einem Hauptgestell
fest gelagert, während die Lager des Plattenzylinders und des Gummituchzylinders in
Kulissen verschiebbar gelagert sind. Das Farbwerk ist in einem schwenkbaren Rahmen
gelagert, so dass die Auftragswalzen gegenüber dem Plattenzylinder in eine Lage gebracht
werden können, welche dem Format des Plattenzylinders entspricht.
[0004] Es sind auch Druckwerke bekannt geworden, bei denen nicht komplette Zylinder gewechselt
werden, sondern lediglich Druckhülsen für das Gummituch und die Druckplatte, die dann
auf Achsen im Druckwerk montiert und befestigt werden. Die Hülsen können als Verbundmaterial
aus verschiedenen Kunststoffen oder aus Stahl- und Aluminiumkomponenten hergestellt
sein. Der Vorteil solcher Druckwerke besteht darin, dass die unterschiedlichen Druckhülsen,
die jeweils für eine neue Drucklänge benötigt werden, raumsparend gelagert und einfacher
gewechselt werden können. Zudem sind sie in der Herstellung kostengünstiger als vollständige
Zylinder. Die Hülsen werden in der Regel beim Montieren innen geweitet, damit diese
über eine Achse geschoben werden können. Hierzu ist eine elastische Schicht erforderlich,
die jedoch drucktechnisch zu Problemen führen kann. Aufgrund von hohen Linienkräften
im Offsetdruck kann die Druckhülse aus der konzentrischen Lage zur Aufnahmeachse ausweichen.
[0005] Durch die
EP-A-1 101 611 ist ein Druckwerk bekannt geworden, bei dem der Plattenzylinder fest mit dem Maschinengestell
und der Gummituchzylinder als auch der Plattenzylinder verstellbar und austauschbar
gelagert sind. Die vorgesehene Lagerung kann jedoch Vibrationen, beispielsweise aufgrund
von Kanalschlägen und seitlichen Verreibungen nur begrenzt aufnehmen. Durch die auftretenden
Vibrationen ergeben sich minimale Verschiebungen der Zylinder zueinander, die dann
zu Abweichungen im Druck führen können.
[0006] Die
DE-A-199 37 796 A offenbart ein Druckwerk, bei dem die Druckzylinder linear geführt sind. Auch eine
solche Führung ermöglicht eine begrenzte Dämpfung, so dass auch hier vorhandene Vibrationen
minimale Verschiebungen der Zylinder zueinander verursachen können.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Druckwerk der eingangs genannten Art
zu schaffen, das auch bei auftretenden Anregungen, insbesondere durch seitliche Verreibung,
Kanaldurchgänge von Gummituch und Platte im Druckverfahren stabilere Verhältnisse
ermöglicht.
[0008] Die Aufgabe ist bei einem gattungsgemässen Druckwerk dadurch gelöst, dass der Gummituchzylinder
im Wesentlichen ortsfest im Maschinengestell gelagert ist. Beim erfindungsgemässen
Druckwerk wird bei einem Formatwechsel der Achsabstand durch ein Verstellen des Plattenzylinders
an dem Maschinengestell eingestellt. Die ortsfeste Lagerung des Gummituchzylinders
im Maschinengestell ermöglicht einen sehr stabilen Aufbau. Schwingungen können wesentlich
wirksamer aufgenommen werden, als an Schwenkarmen bekannter Druckwerke. Die Summe
der Verstellwege der Achsen für einen bestimmten Formatbereich ist bei einem ortsfesten
Gummituchzylinder kleiner als bei Ausführungen, bei denen die Achse des Plattenzylinders
oder des Gegendruckzylinders fest sind. Die wenigstens annähernd ortsfeste Lagerung
des Gummituchzylinders ermöglicht bei gleichen Formatvariationen den kürzesten Verstellweg,
geringere Lageänderungen der Papierbahn und damit eine besonders stabile Konstruktion.
[0009] Dies trifft insbesondere bei einem Druckwerk für eine Offsetdruckmaschine zu, bei
welchem dem Gummituchzylinder gegenüberliegend von der zu bedruckenden Bahn ein Gegendruckzylinder
zugeordnet ist.
[0010] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist das Maschinengestell des Druckwerks durch
einen Gestelloberteil und einen Gestellunterteil ausgebildet und der Gummituchzylinder
an jeweils einem dieser Gestellteile im Wesentlichen ortsfest und der Plattenzylinder
an dem anderen Gestellteil gelagert ist.
[0011] Nach einer Weiterausgestaltung der Erfindung ist der Plattenzylinder gegenüber dem
an dem Gestellunterteil befestigten Gummituchzylinder an dem Gestelloberteil gelagert.
Dies ermöglicht eine relativ ortsfeste und damit besonders stabile Lagerung des Plattenzylinders
an Seitenschildern des Gestelloberteils. Durch Verschieben des Gestelloberteils kann
der Achsabstand zwischen dem Gummituchzylinder und dem Plattenzylinder einfach und
genau eingestellt werden. Die Unterteilung des Maschinengestells in einen Gestellunterteil
und einen an diesem verstellbar gelagerten Gestelloberteil hat den Vorteil, dass auch
dann bei einem Formatwechsel eine einfache und schnelle Verstellung des Achsabstandes
möglich ist, wenn der Gummituchzylinder und der Plattenzylinder an Seitenschildern
des Maschinengestells gelagert sind.
[0012] Alternativ können der Gummituchzylinder an dem Gestelloberteil im Wesentlichen ortsfest
und der Plattenzylinder an dem Gestellunterteil gelagert sein, wodurch sich am erfindungswesentlichen
Prinzip nichts ändert.
[0013] Vorteilhaft ist jeweils eines der Gestellteile gegenüber dem anderen Gestellteil
verstellbar, vorzugsweise in senkrechter Richtung.
[0014] Vorzugsweise ist der Gestelloberteil an dem Gestellunterteil verstell- und feststellbar
angeordnet.
[0015] Zur Begünstigung der Stabilität und Standfestigkeit ist der Gestellunterteil als
Unterbau des Maschinengestells ausgebildet.
[0016] Unter Einhaltung des erfindungsgemässen Konstruktionsprinzips kann alternativ der
Gestellunterteil an dem Gestelloberteil verstell- und feststellbar ausgebildet sein,
wozu der Gestelloberteil zweckmässig einen die Standsicherheit begünstigenden Unterbau
aufweist.
[0017] Eine besondere Bauweise kann dadurch erreicht werden, wenn gemäss einer Weiterbildung
der Erfindung der Plattenzylinder an Seitenschildern des Oberteils und der Gummituchzylinder
an Seitenschildern des Unterbaus gelagert sind.
[0018] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass für einen Formatwechsel
jeweils ein Lager des Plattenzylinders und/oder des Gummituchzylinders an einem bedienungsseitig
von dem Maschinengestell abnehmbar besfestigten Deckel angeordnet ist bzw. sind. Dies
ermöglicht einen besonders schnellen und einfachen Wechsel der Druckzylinder. Die
Deckel sind hier insbesondere in Öffnungen von Seitenschildern gelagert und können
verriegelt werden. Nach dem Lösen der Deckel kann die entsprechende Lagerstelle auf
der Bedienungsseite zugänglich gemacht und damit der entsprechende Zylinder oder eine
auswechselbare Hülse herausgenommen werden.
[0019] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist der Gestelloberteil zum Verstellen resp.
Einstellen des Achsabstandes zwischen dem Plattenzylinder und dem Gummituchzylinder
am Gestellunterteil verschiebbar und feststellbar ausgebildet.
Alternativ ist der Gestelloberteil im Wesentlichen vertikal zum Gestellunterteil verschiebbar
oder schräg zur Horizontalen, verschiebbar geführt.
Nach einer weiteren alternativen Ausführung ist der Gestelloberteil schwenkbar am
Unterbau gelagert. Für die Lagerung des Gestelloberteils auf dem Gestellunterteil
resp. dem Unterbau können Wälzlagerungen oder Gleitlagerungen verwendet werden.
Zur Einstellung des genannten Achsabstandes kann dadurch der Gestelloberteil einfach
und präzise bezüglich des Gestellunterteils resp. Unterbaus verschoben werden. Vorzugsweise
sind hierbei Seitenschilder des Gestelloberteils an Seitenschildern des Gestellunterteils
resp. Unterbaus verschiebbar geführt. Dies gestattet einen stabilen Aufbau des Maschinengestells
und der Achsabstand kann ohne Weiteres zwischen dem Plattenzylinder und dem Gummituchzylinder
einfach und genau eingestellt werden.
[0020] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist der Plattenzylinder im Wesentlichen ortsfest
im Gestelloberteil des Maschinengestells gelagert. Die Verstellung des Achsabstandes
zwischen dem Plattenzylinder und dem Gummituchzylinder im Fall eines Formatwechsels
erfolgt durch eine Verstellung des Gestelloberteils zum Gestellunterteil resp. Unterbau.
[0021] Die Aufgabe kann alternativ dadurch gelöst sein, dass der Gummituchzylinder im Wesentlichen
fest in einem Gestelloberteil des Maschinengestells gelagert ist, der relativ zu einem
Gestellunterteil resp. Unterbau des Maschinengestells verstellbar ist. Auch nach dieser
Lösung können der Gummituchzylinder und der Plattenzylinder fest an dem Maschinengestell
gelagert werden, so dass sich ein sehr stabiler Aufbau ergibt. Bei einem Formatwechsel
kann der Achsabstand zwischen den betroffenen Zylindern durch Verstellen des Gestelloberteils
einfach und schnell eingestellt werden.
[0022] Ein besonders stabiler Aufbau ergibt sich dann, wenn gemäss einer Weiterbildung der
Erfindung der Plattenzylinder im Wesentlichen ortsfest im Gestellunterteil gelagert
ist. Beide für die Druckqualität wesentlichen Zylinder können dabei an Seitenschildern
des Maschinengestells gelagert werden.
[0023] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist das Farbwerk im Gestellunterteil gelagert.
Dies hat den Vorteil, dass der Gestelloberteil vergleichsweise klein und stabil gebaut
und an dem Gestellunterbau gelagert werden kann.
[0024] Ein besonders einfacher und schneller Formatwechsel ist dann möglich, wenn gemäss
einer Weiterbildung der Erfindung der Gummituchzylinder und/oder der Plattenzylinder
jeweils an einem Deckel gelagert sind, der bedienungsseitig am Maschinengestell abnehmbar
befestigt ist.
[0025] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1a
- schematisch eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Druckwerks,
- Fig. 1b
- das Druckwerk gemäss Figur 1a, jedoch nach einem Formatwechsel,
- Fig. 2a
- schematisch eine Seitenansicht einer Variante des erfindungsgemässen Druckwerks,
- Fig. 2b
- eine Ansicht des Druckwerks gemäss Figur 2a, jedoch nach einem Formatwechsel,
- Fig. 3a
- schematisch eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Druckwerks nach einer weiteren
Variante,
- Fig. 3b
- eine Ansicht des Druckwerks gemäss Figur 3a, jedoch nach einem Formatwechsel,
- Fig. 4
- schematisch eine weitere Seitenansicht des Druckwerks gemäss den Figuren 1a und 1b,
- Fig. 5a
- schematisch eine Ansicht eines erfindungsgemässen Druckwerks nach einer weiteren Variante
und
- Fig. 5b
- eine Ansicht des Druckwerks nach Fig. 5a, jedoch nach einem Formatwechsel,
- Fig. 6a
- eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemässen Druckwerks und
- Fig. 6b
- die Ausführung gemäss Fig. 6a nach einem Formatwechsel.
[0026] Die Figuren 1a und 1b zeigen ein Druckwerk 1, das zum Bedrucken einer hier mit 40
angedeuteten Papierbahn, ein Farbwerk 10, einen Plattenzylinder 16, einen Gummituchzylinder
17 und einen Gegendruckzylinder 18 aufweist. Die Papierbahn 40 wird oberseitig zwischen
dem Gummituchzylinder 17 und dem Gegendruckzylinder 18 durch ersteren bedruckt. Das
Farbwerk 10 kann wie üblich ausgebildet sein und besitzt zum Einfärben des Plattenzylinders
16 eine Mehrzahl von Farbwalzen 27, welche die Farbe von einem Farbkasten 28 auf den
Plattenzylinder 16 transportieren. Die Farbwalzen 27 bestehen bekanntlich aus verstellbaren
Auftragswalzen und festen Verreiberwalzen.
[0027] Das Farbwerk 10 ist an einem Gestelloberteil 9 befestigt, der zwei im Abstand zueinander
angeordnete Seitenschilder 36 aufweist. An diesen Seitenschildern 36 ist der Plattenzylinder
16 gelagert, der durch das Farbwerk 10 eingefärbt wird und in an sich bekannter Weise
hier nicht gezeigte Druckplatten, insbesondere Offsetdruckplatten besitzt. An der
in Figur 1a gezeigten Bedienungsseite ist der Plattenzylinder 16 an einem Deckel 29
gelagert, der in eine Öffnung 33 des hier sichtbaren Seitenschildes 36 lösbar eingesetzt
ist. In diesem Deckel 29 befindet sich ein Lager für den Plattenzylinder 16. Wird
der Deckel 29 vom Seitenschild 36 gelöst, so ist dieses Lager zugänglich und ermöglicht
einen Austausch des Plattenzylinders 16 oder alternativ den Austausch einer Hülse,
die auf dem Plattenzylinder 16 angeordnet ist und die für einen Formatwechsel ausgetauscht
werden kann. Nach dem Austausch des Plattenzylinders 16 bzw. einer Hülse wird der
Deckel 29 wieder fest mit dem Seitenschild 36 verbunden. Der ausgetauschte Plattenzylinder
ist beispielsweise der in Figur 1b gezeigte Plattenzylinder 16', der einen wesentlich
kleineren Umfang bzw. Durchmesser aufweist als der in Figur 1a gezeigte Plattenzylinder
16. Das Format des Plattenzylinders 16 beträgt beispielsweise 30" und dasjenige des
Plattenzylinders 16' beträgt 16''. Der Plattenzylinder 16 und auch der ausgetauschte
Plattenzylinder 16' sind vorzugsweise fest mit den Seitenschildern 36 verbunden. Unter
einer festen Verbindung wird auch eine Verbindung verstanden, bei welcher der Plattenzylinder
16 bzw. 16' in Exzenterbüchsen gelagert und somit in einem vergleichsweise kleinen
Bereich verstellbar ist.
[0028] Der Gummituchzylinder 17 ist ortsfest an Seitenschildern 37 eines Gestellunterteils
6 resp. Unterbaus gelagert. Der Gummituchzylinder 17 ist ebenfalls bedienungsseitig
des Druckwerks 1 an einem Deckel 30 gelagert, der in eine Öffnung 34 des Seitenschildes
37 lösbar eingesetzt ist. Bei einem Formatwechsel wird ausser dem Plattenzylinder
16 ebenfalls der Gummituchzylinder 17 ausgewechselt, da beide Zylinder den gleichen
Umfang aufweisen. Auch im Fall des Gummituchzylinders 17 ist es möglich, dass lediglich
eine Hülse oder dergleichen ausgewechselt wird. Der in Figur 1a gezeigte Gummituchzylinder
17 wird beispielsweise durch den in Figur 1b gezeigten Gummituchzylinder 17' ausgewechselt.
Auch beim Gummituchzylinder 17 kann unter einer ortsfesten Lagerung auch eine Lagerung
in Exzenterbüchsen oder dergleichen verstanden werden. Unter einem Gummituchzylinder
17 wird somit ein Zylinder verstanden, bei dem das Gummituch fest angebracht oder
als Hülse oder dergleichen austauschbar ist.
[0029] Damit der Achsabstand zwischen dem Plattenzylinder 16 und dem Gummituchzylinder 17
nach einem Formatwechsel eingestellt werden kann, ist der Gestelloberteil 9 vertikal
verschiebbar an dem Gestellunterteil 6 resp. Unterbau befestigt. Hierzu ist eine Gleitführung
19 vorgesehen, die beispielsweise an dem Gestellunterteil 6 resp. Unterbau zwei oder
mehrere Führungsprofile 26 aufweist. In der Figur 1a ist der Gestelloberteil 9 entsprechend
einem vergleichsweise grossen Format in einer oberen Position angeordnet. Nach dem
Einbau des Plattenzylinders 16' und des Gummituchzylinders 17' wird der Gestelloberteil
9 vertikal und linear nach unten in die in Figur 1b gezeigte Position abgesenkt. Das
Farbwerk 10, das im Gestelloberteil 9 befestigt ist, wird ebenfalls nach unten versetzt
und an das Format des Plattenzylinders 16' angepasst.
[0030] Der Gegendruckzylinder 18 ist verstellbar im Gestellunterteil 6 resp. Unterbau gelagert.
Er ist so gelagert, dass er um eine Schwenkachse 41 nach oben oder nach unten verstellbar
ist. Nach dem Einbau des Plattenzylinders 16' und des Gummituchzylinders 17' wird
der Gegendruckzylinder 18 von der in Figur 1a gezeigten Position in die in Figur 1b
gezeigte Position nach oben bewegt.
[0031] Die Figuren 2a und 2b zeigen ein Druckwerk 2, das ebenfalls ein Farbwerk 10, einen
Plattenzylinder 22, einen Gummituchzylinder 23 und einen Gegendruckzylinder 24 aufweist.
Der Plattenzylinder 22 ist ortsfest an einem Gestelloberteil 8 und der Gummituchzylinder
23 ortsfest an einem Gestellunterteil 5 resp. Unterbau gelagert. Auch beim Druckwerk
2 ist der oben erwähnte Austausch gegen einen Plattenzylinder 22' und einen Gummituchzylinder
23' möglich. Zur Anpassung des Achsabstandes zwischen dem Plattenzylinder 22 und dem
Gummituchzylinder 23 ist auch in diesem Fall der Gestelloberteil 8 verstellbar. Die
Verstellung ist jedoch eine Schwenkbewegung um eine Schwenkachse 25, die im Abstand
zum Plattenzylinder 22 und zum Gummituchzylinder 23 angeordnet ist. Auch hier ist
eine stufenlose Einstellung des Achsabstandes möglich. Im eingestellten Zustand wird
der Gestelloberteil 8 fest mit dem Gestellunterteil 5 resp. Unterbau verbunden und
arretiert, beispielsweise durch eine hier nicht gezeigte Verriegelung. Der Gegendruckzylinder
24 ist auch in dieser Ausführung verstellbar und kann somit an das Format des Gummituchzylinders
23 angepasst werden. Wesentlich ist auch hier die ortsfeste Lagerung des Gummituchzylinders
23 an dem Gestellunterteil 5 resp. Unterbau.
[0032] Die Figuren 3a und 3b zeigen ein Druckwerk 3, das ein Farbwerk 10, einen Plattenzylinder
11, einen Gummituchzylinder 12 sowie einen Gegendruckzylinder 13 aufweist. Das Farbwerk
10 ist an einem Gestelloberteil 7 befestigt, der zwei Lagerschilder 43 aufweist, von
denen hier lediglich das bedienungsseitige sichtbar ist. Dieses besitzt eine Öffnung
35, in welche ein Deckel 15 lösbar eingesetzt ist, welcher ein Lager für den Plattenzylinder
11 aufnimmt. Nach dem Lösen des Deckels 15 kann wie oben erläutert der Plattenzylinder
11 ausgetauscht oder eine Hülse ausgewechselt werden. Der Plattenzylinder 11 ist somit
auch in diesem Fall fest im Gestelloberteil 7 gelagert. Die Lagerung erfolgt an den
beiden Schildern 43. Die Achse A1 ist auch bei dem in Figur 3b ausgetauschten Plattenzylinder
11' bezüglich des Gestelloberteils 7 an der gleichen Stelle.
[0033] Der Gummituchzylinder 12 ist über zwei Arme 42, von denen hier lediglich der eine
gezeigt ist, fest mit einem Unterbau 4 verbunden. Auch dieser Gummituchzylinder 12
kann nach dem Lösen des Deckels 15 gegen einen anderen Gummituchzylinder 12' ausgewechselt
werden. Um den Abstand zwischen den Achsen A1 und A2 bei einem Formatwechsel anzupassen,
ist der Gestelloberteil 7 über eine lineare und geneigt zur Horizontalen verlaufenden
Linearführung 14 auf dem Unterbau 4 arretierbar. Bei einem Formatwechsel kann somit
der Gestelloberteil 7 linear verschoben werden, beispielsweise von der in Figur 3a
gezeigten Position in die in Figur 3b gezeigte Position. In der jeweiligen Position
kann der Gestelloberteil 7 mit dem Gestellunterteil 6 resp. Unterbau fest verbunden,
beispielsweise mit diesem verriegelt werden. Wesentlich ist auch an diesem Beispiel
die ortsfeste Lagerung des Gummituchzylinders 12 an dem Gestellunterteil 4 resp. Unterbau.
Selbstverständlich ist auch eine Bewegung in der anderen Richtung möglich, wenn auf
ein grösseres Format umgestellt wird. Der Gegendruckzylinder 13 ist zum Verstellen
des Achsabstandes zwischen der Achse A2 des Gummituchzylinders 12 und der Achse A3
des Gegendruckzylinders 13 an Schwenkarmen 21 so gelagert, dass er um eine Achse 20
verschwenkbar ist.
[0034] Die Figur 4 zeigt die Lagerung des Gummituchzylinders 17 an gegenüberliegenden Seitenschildern
32 des Gestellunterteils 6 resp. des Unterbaus. Der oben erwähnte Deckel kann beispielsweise
an Griffen 44 gelöst und wieder mit dem Seitenschild 32 verbunden werden. Der Antrieb
des Gummituchzylinders 17 erfolgt über einen Antrieb 39, der beispielsweise einen
Elektromotor aufweist. Die Figur 4 zeigt zudem die Lagerung des Plattenzylinders 16
an Seitenschildern 31 des Gestelloberteils 9. An den Seitenschildern 31, 32 ist zudem
das Farbwerk 10 befestigt. Der Antrieb des Plattenzylinders 16 erfolgt über einen
weiteren Antrieb 38. Grundsätzlich können auch der Plattenzylinder 16 und der Gummituchzylinder
17 vom gleichen Antrieb angetrieben sein. Der Antrieb des Farbwerks erfolgt über einen
hier nicht gezeigten Antrieb.
[0035] Die Figuren 5a und 5b zeigen ein Druckwerk 50 nach einer weiteren Variante, die ebenfalls
für eine formatvariable Rollendruckmaschine vorgesehen ist und die einen Gegendruckzylinder
54, einen Gummituchzylinder 55 und einen Plattenzylinder 56 sowie ein Farbwerk 57
aufweist. Die transportierte Papierbahn 40 wird hier ebenfalls zwischen dem Gummituchzylinder
55 und dem Gegendruckzylinder 54 bedruckt. Im Gegensatz zu den oben genannten Ausführungen
wird hier jedoch die Papierbahn 40 an ihrer Unterseite und nicht oberseitig bedruckt.
Die Farbe wird einem Farbkasten 58 entnommen, der unterhalb des Plattenzylinders 56
-diesem wiederum zugeordnet- befestigt ist. Das Farbwerk 57 arbeitet grundsätzlich
wie das oben erwähnte Farbwerk 10.
[0036] Der Plattenzylinder 56 ist fest in einem Gestellunterteil resp. Unterbau 51 des Maschinengestells
gelagert. Dieser besitzt ebenfalls gemäss Figur 4 hier nicht näher bezeichnete Seitenschilder,
an denen der Plattenzylinder 56 fest gelagert ist. Der Unterbau 51 kann fest auf einem
Gebäudeboden 61 abgestellt sein und ist mit den Seitenschildern vorzugsweise aus einem
Teil und damit sehr stabil gebaut. Bedienungsseitig ist am Unterbau 51 ein abnehmbarer
Deckel 60 angeordnet, der bei einem Formatwechsel zum Wechseln des Plattenzylinders
56 abgenommen werden kann. Es wird hierzu auf die oben genannten Erläuterungen und
auch auf die Figur 4 verwiesen.
[0037] Der Gummituchzylinder 55 ist an einem Gestelloberteil 52 fest gelagert. Dieser Gestelloberteil
52 bildet einen Teil des Maschinengestells und ist über eine Führung 53 im Wesentlichen
vertikal bezüglich des Unterbaus 51 verstellbar. Die Verstellbarkeit des Gestelloberteils
52 kann aber auch gemäss den Figuren 2a oder 2b oder gemäss den Figuren 3a und 3b
erfolgen. In der eingestellten Position wird der Gestelloberteil 52 mit hier nicht
gezeigten Mitteln mit dem Unterteil 51 fest verbunden. Es ergibt sich damit ein insgesamt
festes und stabiles Maschinengestell, das aus dem Unterbau 51 und dem Gestelloberteil
52 besteht.
[0038] An dem Gestelloberteil 52 ist der Gegendruckzylinder 54 für einen Formatwechsel verstellbar
gelagert.
[0039] Das Auswechseln des Gummituchzylinders 55 erfolgt hier ebenfalls durch Lösen eines
Deckels 59, der vorzugsweise bedienseitig am Gestelloberteil 52 angeordnet ist. Der
Gummituchzylinder 55 kann so ausgebildet sein, dass er ganz auswechselbar ist oder
dass alternativ lediglich eine aufgesetzte Hülse ausgewechselt wird.
[0040] Die Figur 5b zeigt das Druckwerk 50 mit einem ausgewechselten Gummituchzylinder 55'
und einem ausgewechselten Plattenzylinder 56'. Der Achsabstand zwischen dem Gummituchzylinder
55' und dem Plattenzylinder 56' ist wie ersichtlich kleiner als der Achsabstand zwischen
dem Gummituchzylinder 55 und dem Plattenzylinder 56. Der Achsabstand wird eingestellt,
indem der Gestelloberteil 52 von der in Figur 5a gezeigten oberen Position in die
in Figur 5b gezeigte untere Position vertikal nach unten verschoben wird. Zudem wurde
der Gegendruckzylinder 54 an einem nicht näher beschriebenen Schwenkarm nach unten
verschwenkt, sodass zwischen diesem und dem ausgewechselten Gummituchzylinder 55'
die Papierbahn 40 bedruckt werden kann. Die Anpassung des Farbwerkes 57 an den ausgewechselten
Plattenzylinder 56 erfolgt in an sich bekannter Weise. Ein Formatwechsel auf ein grösseres
Format ist ebenso einfach möglich, wobei der Gestelloberteil 52 nach oben verschoben
wird. Da das Farbwerk 57 im Unterbau 51 angeordnet ist, kann der Gestelloberteil 52
besonders stabil und sicher am Unterbau 51 gelagert werden. Die für die Druckqualität
wesentlichen Zylinder 55 und 56 bzw. 55' und 56' sind fest im Maschinengestell gelagert.
[0041] Aus den oben genannten Ausführungen ergibt sich somit ein Druckwerk für eine formatvariable
Rollendruckmaschine, die im Druckprozess stabile Verhältnisse ermöglicht und die dennoch
einen einfachen Formatwechsel ermöglicht.
[0042] Die Fig. 6a und 6b zeigen ein Druckwerk 1 mit einer Anordnung, die alternativ unter
das erfindungsgemässe Prinzip fällt.
Das aus einem Gestelloberteil 9 für den Plattenzylinder und das Farbwerk, und einem
Gestellunterteil 6 für den Gummituchzylinder 17 und den Gegendruckzylinder 18 bestehende
Maschinengestell weist einen Unterbau auf, mit dem der ständerartig ausgebildete Gestelloberteil
9 verbunden ist. Zwischen Unterbau und Gestelloberteil 9 befindet sich ein Zwischenteil,
an dem das für Gummituchzylinder und Gegendruckzylinder bestimmte Gestellunterteil
6 senkrecht geführt ist.
Fig. 6b zeigt gegenüber 6a im Maschinengestell eines Druckwerks 1 ausgewechselte Plattenzylinder
16 und Gummituchzylinder 17' mit kleinerem Durchmesser, wobei die an Seitenschildern
37 des Gestellunterteils 6 gelagerten Gummituchzylinder 17' und Gegendruckzylinder
18 aufgrund der geänderten Formatgrösse mittels Gestellunterteil 6 nach oben hin versetzt
worden sind.
1. Druckwerk einer formatvariablen Rollendruckmaschine, mit einem Maschinengestell (4,
5, 6; 7, 8, 9), einem Farbwerk (10), das einem Plattenzylinder (11, 16, 22) zugeordnet
ist und einem mit letzterem beim Druck zusammenwirkenden Gummituchzylinder (12, 17,
23), wobei für einen Formatwechsel wenigstens der Achsabstand zwischen Plattenzylinder
(11, 16, 22) und Gummituchzylinder (12, 17, 23) einstell- und feststellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Gummituchzylinder (12, 17, 23) im Wesentlichen ortsfest im Maschinengestell (4,
5, 6; 7, 8, 9) gelagert ist.
2. Druckwerk für eine Offsetdruckmaschine, nach Anspruch 1, bei welchem dem Gummituchzylinder
(12, 17, 23) gegenüberliegend von der zu bedruckenden Bahn ein Gegendruckzylinder
(13, 18, 24) zugeordnet ist.
3. Druckwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Maschinengestell durch einen Gestelloberteil (7, 8, 9) und einen Gestellunterteil
(4, 5, 6) ausgebildet und der Gummituchzylinder (12, 17, 23) an jeweils einem dieser
Gestellteile (4, 5, 6; 7, 8, 9) im Wesentlichen ortsfest und der Plattenzylinder (11,
16, 22) an dem anderen Gestellteil (4, 5, 6; 7, 8, 9) gelagert ist.
4. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Gummituchzylinder (12, 17, 23) an dem Gestellunterteil (4, 5, 6) im Wesentlichen
ortsfest und der Plattenzylinder (11, 16, 22) an dem Gestelloberteil (7, 8, 9) gelagert
ist.
5. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Gummituchzylinder (12, 17, 23) an dem Gestelloberteil (7, 8, 9) im Wesentlichen
ortsfest und der Plattenzylinder (11, 16, 22) an dem Gestellunterteil (4, 5, 6) gelagert
ist.
6. Druckwerk nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils eines der Gestellteile (4, 5, 6; 7, 8, 9) gegenüber dem anderen Gestellteil
(4, 5, 6; 7, 8, 9) verstellbar ist.
7. Druckwerk nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Gestelloberteil (7, 8, 9) an dem Gestellunterteil (4, 5, 6) verstell- und feststellbar
angeordnet ist.
8. Druckwerk nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Gestellunterteil (4, 5, 6) als Unterbau des Maschinengestells (4, 5, 6; 7, 8,
9) ausgebildet ist.
9. Druckwerk nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Gestellunterteil (7, 8, 9) an dem Gestelloberteil (4, 5, 6) verstell- und feststellbar
ausgebildet ist.
10. Druckwerk nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Gummituchzylinder (12, 17, 23) und/oder der Plattenzylinder (11, 16, 22) an Seitenschildern
(31, 32) des Maschinengestells (4, 5, 6; 7, 8, 9) gelagert sind.
11. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass für einen Formatwechsel jeweils ein Lager des Plattenzylinders (11, 16, 22) und/oder
des Gummituchzylinders (12, 17, 23) an einem bedienungsseitig an dem Maschinengestell
(4, 5, 6; 7, 8, 9) abnehmbar befestigten Deckel (15, 29, 30) angeordnet ist bzw. sind.
12. Druckwerk nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckel (29, 30, 15) jeweils in einer Öffnung (33, 34, 35) eines Seitenschildes
(31, 32) des Maschinengestells (4, 5, 6; 7, 8, 9) angeordnet sind.
13. Druckwerk nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Deckel (29) in einer Öffnung (33) des Gestelloberteils (8, 9) und der andere
Deckel (30) in einer Öffnung (34) des Gestellunterteils (6, 5) angeordnet sind.
14. Druckwerk nach einem der Ansprüche 3 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Gestelloberteil (7, 8, 9) zum Einstellen des Achsabstandes zwischen dem Plattenzylinder
(11, 16, 22) und dem Gummituchzylinder (12, 17, 23) am Untergestell (4, 5, 6) schwenkbar
gelagert ist.
15. Druckwerk nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Gestelloberteil (9) im Wesentlichen vertikal verschiebbar am Gestellunterteil
(6) gelagert ist.
16. Druckwerk nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Gestelloberteil (7) schräg zur Horizontalen bezüglich des Gestellunterteils (4)
verschiebbar ist.
17. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Plattenzylinder (11, 16, 22) und der Gummituchzylinder (12, 17, 23) jeweils von
einem eigenen Antrieb (38, 39) angetrieben sind.
18. Druckwerk nach einem der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass Gummituchzylinder (12, 17, 23) und Gegendruckzylinder (54) gemeinsam in einem Seitenschild
(37) gelagert sind.
19. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Farbwerk (57) im Gestellunterteil (4, 5, 6) angeordnet ist.
20. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der dem Gummituchzylinder (12, 17, 23) zugeordnete Gegendruckzylinder (54) verstellbar
an dem Maschinengestell (4, 5, 6; 7, 8, 9) resp. einem Gestellteil (4, 5, 6; 7, 8,
9) gelagert ist.