[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Gegenstandes aus mindestens
zwei selbständigen, gegeneinander beweglich verbundenen Zahnrädern, die in einem Fixierteil
zueinander positioniert sind.
[0002] Aus der
DE 33 40 122 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Gegenstandes aus mindestens zwei selbständigen,
gegeneinander beweglich verbundenen Teilen, die in mindestens einem Fixierteil fest
zueinander positioniert sind, mittels Spritzgießen bekannt, bei dem unterschiedliche
Kunststoffe zur Herstellung der beweglichen, miteinander verbundenen Teile eingesetzt
werden. Hierzu wird zunächst ein Spritzling in einer Kavität hergestellt. Dieser wird
der Kavität entnommen und in eine größere Kavität im gleichen Werkzeug eingelegt oder
die Kavität wird durch Werkzeugbewegungen erweitert. Durch die Wahl inkompatibler
Kunststoffe tritt keine stoffliche Verbindung der beiden Komponenten auf und die Bauteile
bleiben zueinander beweglich. Alternativ kann die Beweglichkeit durch die Verwendung
gleicher Kunststoffe erzielt werden, indem die zweite Komponente an der unteren Grenze
der Verarbeitungstemperatur verarbeitet wird. Hierfür ist es von Vorteil, wenn beide
Komponenten bei niedrigen Verarbeitungstemperaturen verwendet werden oder die Komponente
für das zuerst gespritzte Teil kurzfristig hohen Gebrauchstemperaturen aussetzbar
ist. Der lose Verbund entsteht beim Auftreten der für Kunststoffe üblichen thermischen
Schwindung. Dieses Verfahren eignet sich nicht zur Herstellung eines losen Verbunds
aus keramischen Formmassen oder aus Metallen, da die Inkompatibilität der Kunststoffe
eine Voraussetzung für dieses Verfahren ist, das zudem keine Wärmebehandlung beinhaltet.
[0003] Die
DE 196 52 223 C2 offenbart strukturierte Formkörper aus mindestens zwei verschiedenen Werkstoffen,
die in einem Werkstoffverbund zusammengefügt sind. Weiterhin wird dort die Einstellung
einer spannungsarmen Fügezone durch geeignete stoffliche Zusammensetzung bzw. unterschiedlichen
Partikelgehalt in Teilvolumina der Werkstoffe beschrieben. Zum Beispiel wird reiner
Binder eingesetzt, um Hohlkörper zu erzeugen. Eine Herstellung beweglicher Komponenten
ist nicht offenbart.
[0004] Im Artikel "
Spritzgießen ersetzt die Montage", VDI-Nachrichten vom 22.10.2004, Seite 30, wird ein Verfahren zur Herstellung eines Mikrogetriebes (Planetengetriebes) beschrieben.
Mittels Zwei-Komponenten-Spritzgießen werden das Sonnen- und die Planetenräder aus
nicht haftungskompatiblen Kunststoffen gespritzt und anschließend mit den Deckplatten
und den Achsen umspritzt. Durch die Formteilgeometrie, die Inkompatibilität und das
Schwindungsverhalten der Kunststoffe, aus denen die Deckplatten und die Achsen hergestellt
werden, bleiben die Zahnräder auf den Achsen beweglich. Zudem werden drei Einspritzvorgänge
zur Herstellung eines Getriebes aus zwei Zahnrädern und einem Fixierteil benötigt.
[0005] Die
JP 06 093306 A offenbart ein Verfahren zur Herstellung von zwei selbständigen, gegeneinander beweglichen
Teilen, Dazu wird zunächst ein erstes Teil aus einem Material mit hoher Schrumpfung
gespritzt. Dieser Grünling wird dann in ein zweites Werkzeug eingelegt und ein zweites
Material mit niedrigerer Schrumpfung wird nun in den Formhohlraum des zweiten Werkzeugs
eingespritzt. Bei der Entnahme des Verbundteils sind beide Einzelteile fest miteinander
verbunden und der Spalt zwischen den beiden bildet sich erst bei der emeinsamen nachfolgenden
Wärmebehandlung durch die unterschiedliche Schrumpfung.
[0006] Die
EP 1 295 657 A1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von beweglich miteinander verbundenen Kombiteilen,
die durch Spritzgießen hergestellt sind. Hierzu wird ein erstes Teil durch POIM (
powder injection molding) hergestellt. Um dieses erste Teil wird dann ein zweites Teil herumgespritzt, wobei
die beiden Teile eine feste Verbindun miteinander bilden. Aufgrund der stark unterschiedlichen
Schwindungen der beiden Teile löst sich das erste Teil beim anschließenden Entbindern
und Sintern von dem ihn ungebenden zweiten Teil, womit ein Verbundteil mit zueinander
beweglichen Teilen entsteht.
[0007] Ausgehend hiervon ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur
Herstellung eines Gegenstandes aus mindestens zwei selbständigen, gegeneinander beweglich
verbundenen Zahnrädern, die in einem Fixierteil zueinander positioniert sind, vorzuschlagen,
das die oben genannten Nachteile und Einschränkungen nicht aufweist. Insbesondere
soll dieses Verfahren die Herstellung eines Gegenstandes aus metallischen, glasartigen
oder keramischen Komponenten mittels Spritz- oder Heißgießen in einem Arbeitsgang
ermöglichen, um Handhabungs- und Justagetechnik nach dem Formen der Teile des Gegenstandes
zu verringern oder zu vermeiden.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Verfahrensschritte des Anspruchs 1 gelöst. Die Unteransprüche
beschreiben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Gegenstandes, umfasst die Schritte
a) bis e).
[0010] Zunächst wird gemäß Schritt a) ein Werkzeug bereitgestellt, das jeweils eine Kavität
zur Aufnahme eines der zu formenden Zahnräder aufweist.
[0011] Zur Herstellung eines Gegenstandes aus mindestens zwei selbständigen Zahnrädern besitzt
das Werkzeug weiterhin eine Trennebene, die das Werkzeug in zwei Werkzeughälften teilt.
Entscheidend ist hier die Anordnung der Kavitäten bezüglich dieser Trennebene: Die
Kavitäten werden, bezogen auf die Trennebene, nebeneinander jeweils abwechselnd oberhalb
oder unterhalb der Trennebene so angeordnet, dass sie abwechselnd in eine der beiden
Werkzeughälften liegen, wobei die Kavitäten voneinander getrennt bleiben.
[0012] Anschließend wird gemäß Schritt b) die mindestens eine Kavität mit einer aushärtbaren
oder erstarrenden Formmasse, die einen Sinterwerkstoff umfasst, gefüllt. Nach dem
Erstarrenlassen der Formmasse bilden sich in den Kavitäten jeweils die zu formenden
Teile.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird hierzu der
Werkstoff zum Spritz- oder Heißgießen aus mindestens einer Spritzeinheit über mindestens
einen Kanal gleichzeitig oder hintereinander in die Kavitäten eingebracht.
Hierfür besonders geeignet sind das Zwei- oder Mehr-Komponenten-Spritzgießen.
[0014] Danach wird gemäß Schritt c) jedes gebildete Zahnrad aus seiner Kavität entformt.
[0015] Im Anschluss an deren Entformung werden die Zahnräder gemäß Schritt d) in eine Kavität,
durch deren Füllen das Fixierteil abformt wird, eingebracht.
[0016] In einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung werden die entformten Zahnräder hierzu auf
das Fixierteil montiert oder hieran gefügt.
[0017] In einer bevorzugten Ausgestaltung wird die Gesamtzahl der entformten Zahnräder in
mindestens eine weitere, im Werkzeug ebenfalls vorhandene Kavität übertragen, durch
deren Füllen das Fixierteil abformt wird. Die Übertragung der Zahnräder aus den Kavitäten,
in denen ihre Formung stattfand, in die weitere Kavität erfolgt vorzugsweise mittels
Führungselementen, die nach dem Übertragen ganz oder teilweise in der mindestens einen
weiteren Kavität verbleiben können. An denjenigen Stellen, an denen die Führungselemente
entformt werden, entsteht eine Erweiterung der weiteren Kavität, durch deren Füllen
eine zusätzliche Verbindung zwischen mindestens einem Teil und dem Fixierteil geschaffen
wird. Gleichzeitig können die Führungselemente oder Teile davon im Sinne einer einfacheren
Handhabungstechnik als Auswerfer dienen.
[0018] Schließlich wird in Schritt e) der noch unfertige Gegenstand, der als Grünling bezeichnet
werden kann, einer Wärmebehandlung, insbesondere einer Entbinderung mit anschließender
Sinterung unterzogen. Hierzu werden verschiedene Formmassen, die
Feedstocks genannt werden und aus einem Binder und einem Pulver aus dem gewünschten Werkstoff
bestehen, so in das Werkzeug eingespritzt, dass sie einander berühren können. Die
Teile können auch aus dem gleichen Feedstock spritzgegossen werden. Zur Umwandlung
der Formmassen in ein Teil aus Metall, Glas oder Keramik muss nach der Formgebung
der Binder auf Basis von Wasser, Oligomeren, Polymeren oder Mischsystemen entfernt
und das Pulver zu einem im Allgemeinen dichten Werkstoff gesintert werden, wobei ein
Schrumpf stattfindet. Dieser Schrumpf führt zur Verkleinerung des Gegenstands gegenüber
dem mindestens einen spritzgegossen Teil, das ebenfalls Grünling genannt wird.
[0019] Damit der Gegenstand, das aus verschiedenen Komponenten bestehen kann, gesintert
werden kann, müssen die Werkstoffe ähnliche Sintertemperaturen aufweisen oder eine
Komponente, die früher sintert, vom Design des Getriebes her auch früher schrumpfen
dürfen als die jenige, die erst bei einer höheren Temperatur sintert. Durch die Unterschiede
im Sinterschrumpf der eingesetzten Werkstoffe für die Zahnräder und die Fixierteile
werden Abstand und Spiel zwischen den Teilen untereinander sowie zwischen den Teilen
und dem Fixierteil eingestellt. In vielen Fällen ist es dabei vorteilhaft, wenn die
Fixierteile stärker schrumpfen als die beweglichen Zahnräder. Der Sinterschrumpf bewegt
sich bei Sinterwerkstoffen im Allgemeinen zwischen 10 % und 25 %, während die thermische
Schwindung bei Kunststoffen höchstens 3 % beträgt.
[0020] Erfindungsgemäß werden die Zahnrädern aus Metall, einer Legierung, einer (Misch-)Keramik
oder aus Glas hergestellt. Bevorzugt ist der Einsatz von Hartmetall, härtbarem Metall
oder Stahl, einer harten oder zähen Keramik, von Siliziumnitrid oder Siliziumcarbid.
Besonders bevorzugt für die (Zahnräder) ist gehärteter Stahl (bevorzugt 17-4PH) oder
eine zähen Keramik, insbesondere Zirkondioxid.
[0021] Als Materialien für das Fixierteil werden bevorzugt Hartmetalle (z.B. Wolframcarbid-Kobalt),
gehärtete Metalle, harte Keramiken (insbesondere Aluminiumoxid), Siliziumnitrid oder
Siliziumcarbid eingesetzt. Das Fixierteil muss jedoch nicht notwendigerweise aus einem
Sinterwerkstoff bestehen. In diesem Fall ist es allerdings von Vorteil, wenn das Fixierteil
bereits direkt in das Werkzeug eingelegt wird.
[0022] Die vorliegende Erfindung weist als wesentlichen Vorteil auf, dass Zahnräder und
Fixierteile aus verschleißbeständigen und/oder hochfesten Werkstoffen bestehen können.
Weiterhin müssen die Zahnräder nach der Formgebung und dem Sintern nicht montiert
werden.
[0023] Gerade in Mikrodimensionen ist die Handhabung und Justage von Teilen bedingt durch
die geforderte Präzision sehr kostenintensiv. Das Montieren von Grünlingen wird dadurch
zusätzlich erschwert, dass es sich bei den Feedstocks bedingt durch den Binder und
den hohen Pulverfüllgrad um einen Werkstoff mit geringer Festigkeit handelt.
[0024] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich zum Einsatz in der Mikrosystemtechnik,
dem Pulverspritzgießen, dem Zweikomponenten-Pulverspritzgießen, in der Getriebetechnik
(für Planetengetriebe, Kugelgelenke, Lager, Linearführungen usw.) und in der Fertigungstechnik
zum Getriebebau. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es, die beweglichen Zahnräder
des Getriebes bereits während des Formgebungsverfahrens gegenseitig zu paaren und
in ein Gehäuse zur Lagerung der beweglichen Zahnräder einzubauen.
[0025] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen und der Figuren
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- Schematische Darstellung eines Werkzeugs für die Herstellung eines Grünlings eines
Zahnradgetriebes (Planetengetriebe): Fig. 1a: Querschnitt Fig. 1b: Aufsicht in unterschiedlichen Ebenen auf die Kavitäten
- Fig. 2
- Entformen und gegenseitigen Positionieren der Zahnräder
- Fig. 3
- Fixieren der Zahnräder in einer weiteren Kavität
- Fig. 4
- Entfernen der Auswerfer aus den beiden äußeren Zahnrädern
- Fig. 5
- Formgebung des Fixierteils durch Füllen der weiteren Kavität
- Fig. 6
- Grünling des Gegenstandes
[0026] Bisher wurden Versuche zur Herstellung von Feedstocks und das Pulverspritzgießen
dieser Feedstocks zu einkomponentigen Teilen aus ZrO
2, Al
2O
3, Mischkeramik ZTA, Stähle 17-4PH und 316L durchgeführt und deren Schwundmaß durch
Größe, Form und Gehalt der Partikel des Pulvers eingestellt. Es wurden gleiche und
unterschiedliche Binder auf der Basis von Wasser, Oligomeren, Polymeren oder Mischsystemen
eingesetzt.
[0027] Das
erste Ausführungsbeispiel beschreibt die Herstellung eines Zahnradgetriebes gemäß
Fig. 6 durch Zweikomponenten-Spritzgießen.
[0028] Hierzu wird das in
Fig. 1a schematisch dargestellte Werkzeug eingesetzt, das drei Kavitäten für drei herzustellende
Zahnräder
11, 11',12 aufweist, die, wie in
Fig. 1b zu sehen ist, getrennt nebeneinander axial versetzt angeordnet sind. Das Werkzeug
besitzt weiterhin eine Trennebene, die das Werkzeug in zwei Werkzeughälften
1, 2 teilt, und zwar in die auswerferseitige Werkzeughälfte
1 und in die düsenseitige Werkzeughälfte
2. Hierbei sind die äußeren beiden Kavitäten für die Zahnräder
11,
11' auf einer ersten Ebene in der auswerferseitigen Werkzeughälfte
1 und die mittlere Kavität für das Zahnrad
12 auf einer zweiten Ebene, die sich oberhalb der ersten Ebene in der düsenseitigen
Werkzeughälfte
2 befindet, angeordnet.
[0029] Mit dem Einspritzen des ersten Feedstocks mit Zirkonoxidpulver werden nahezu gleichzeitig
alle drei Kavitäten für die Zahnräder
11, 11', 12 mit Feedstock gefüllt. Nach Erstarrung des Feedstocks werden das Werkzeug in der
Trennebene zwischen der auswerferseitigen Werkzeughälfte 1 und der düsenseitigen Werkzeughälfte
2 geöffnet und die drei Zahnräder
11, 11', 12 so aus den Kavitäten entformt, dass die Zahngeometrie freigelegt wird, während alle
drei Zahnräder
11, 11', 12 zunächst noch auf den Auswerfern
3, 5, 5' sitzen. Die Auswerfer
5, 5' berühren die Zahnräder
11, 11', 12 jeweils lediglich auf ihrem Innendurchmesser. Die Auswerfer können gestuft sein,
d.h. mit einer Auswerferhülse
4, 4' versehen sein, so dass eine stirnseitige Kraftaufbringung der Auswerferhülse auf
das Zahnrad das Entformen des Auswerfers unterstützt.
[0030] Wie in
Fig. 2 schematisch gezeigt, schieben beim Entformen die Auswerfer
2, 5, 5' alle drei Zahnräder
11, 11', 12 über die Trennebene zwischen der auswerferseitigen Werkzeughälfte
1 und der düsenseitigen Werkzeughälfte
2 hinaus, so dass alle drei Zahnräder
11, 11', 12 in einer dritten Ebene liegen und sich dadurch im Eingriff befinden.
[0031] Danach werden gemäß der schematischen Darstellung in
Fig. 3 die Zahnräder
11, 11', 12 von Werkzeugbacken
6, die eine Kavität für die Fixierung der Zahnräder aufweisen, umfasst und die Auswerfer
5, 5' aus den äußeren Zahnrädern
11, 11' herausgezogen, während der innere Auswerfer
3, wie in
Fig. 4 schematisch gezeigt, im zentralen Zahnrad
12 verbleibt. Die Werkzeugbacken
6 weisen im Bereich der Naben der äußeren Zahnräder
11, 11' eine Kavität
13 für das Fixierteil auf. Vorteilhaft ist eine Ausgestaltung des mittleren Auswerfers
3, bei der dieser im Bereich, in dem er in der Nabe des Zahnrads
12 steckt, nicht rund, sondern oval oder kantig ausgeformt ist, so dass nach der Wärmebehandlung
eine Antriebsachse formschlüssig in das mittlere Zahnrad
12 eingeschoben werden kann.
[0032] Die Werkzeugbacken
6, die alle drei Zahnräder
11, 11', 12 umschließen, werden oberhalb und unterhalb der dritten Ebene, in der jetzt die Zahnräder
11, 11', 12 liegen, jeweils auf der den Zahnrädern
11, 11',12 abgewandten Seite mit einem zweiten Feedstock, der Aluminiumoxidpulver enthält, umspritzt.
Der Anspritzpunkt kann beliebig positioniert sein, vorteilhaft ist jedoch ein Anspritzpunkt
in der Position
21. Dabei füllt der zweite Feedstock die Kavitäten in den Werkzeugbacken
6 und das Volumen der von den zurückgezogener Auswerfern
5, 5' freigelegten Kavitäten in den äußeren Zahnrädern
11, 11', wodurch deren Achsen gebildet werden. Im Bereich der Naben der Zahnräder aus dem
ersten Feedstock berührt der zweite Feedstock den ersten Feedstock, ohne dass es zu
einer Vermischung der beiden Feedstocks kommt.
[0033] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Werkzeugbacken
6 besteht darin, dass die Werkzeugbacken
6 doppelwandig ausgeführt sind. Dabei werden der Raum zwischen den beiden Wänden und
die Achsen der beiden äußeren Zahnräder
11, 11' mit dem zweiten Feedstock gefüllt. In diesem Fall ist kein weiteres Werkzeug notwendig,
um die äußere Form des zweiten Feedstocks zu begrenzen. Der zweite Feedstock bildet
damit auch ein Fixierteil
14 für das Getriebe. Das Fixierteil
14 kann später als Gehäuse des Getriebes dienen.
[0034] Nach der Erstarrung des zweiten Feedstocks werden gemäß der schematischen Darstellung
in
Fig. 5 die Werkzeugbacken
6 aus dem Grünling, der nun aus zwei Feedstocks besteht, herausgezogen. Durch den Einsatz
desselben oder eines ähnlichen Binders im Feedstock wird das Entbinderungsverhalten
abgestimmt. Bedingt durch die angepasste Pulverpartikelverteilung, -füllgrad und -form
sintern beide Feedstocks bei der gleichen Sintertemperatur mit einem Sinterschrumpf,
der entweder für die Teile
11, 11', 12 und das Fixierteil
14 gleich groß ist oder für das Fixierteil
14 etwas größere Werte annimmt.
[0035] Kommt es zum Anhaften der Zirkondioxidteile an die Aluminiumoxidteile, so wandeln
sich diese bei der ersten Bewegung des Getriebes zu einer löslichen Verbindung.
[0036] Das
zweite Ausführungsbeispiel stellt eine Variante des ersten Ausführungsbeispiels dar, wobei das Zahnrad gemäß
Fig. 6 im Dreikomponenten-Spritzgießen hergestellt wird.
[0037] Hierbei erfolgt analog zum ersten Beispiel die Formgebung der Zahnräder
11,11', 12. Auch das gleichzeitig als Gehäuse dienende Fixierteil
14 wird in gleicher Weise geformt. Jedoch verbleiben während des Einspritzens des zweiten
Feedstocks für das Gehäuse alle Auswerfer
3, 5, 5' in den Naben der Zahnräder
11, 11', 12. Erst danach werden die Auswerfer
5, 5' für die äußeren Zahnräder
11, 11' gezogen und der frei werdende Hohlraum mit einem dritten Feedstock gefüllt, der das
Volumen der Achsen der beiden äußeren Zahnräder
11, 11' einnimmt. Der dritte Feedstock enthält ebenso wie der zweite Feedstock Aluminiumoxidpulver,
jedoch mit einem Pulverfüllgrad und/oder einer Pulverpartikelgrößenverteilung, die
einen größeren Schrumpf beim Sintern zulässt als im ersten oder zweiten Feedstock.
Damit wird ein geringer Lagerspalt zwischen den Zahnrädern
11, 11' und den Achsen realisiert. Die Länge der Achsen ist durch die Form des Werkzeugs
so dimensioniert, dass sie zum Sinterschrumpf passt. Der zweite Feedstock kann gegenüber
dem ersten Feedstock denselben oder einen geringfügig geringeren Sinterschrumpf aufweisen.
Mit dem Unterschied im Sinterschrumpf werden Abstand und Spiel zwischen den Zahnrädern
und dem Fixierteil eingestellt.
[0038] Im Folgenden werden besondere Ausgestaltungen von Werkzeugen und Getrieben beschrieben.
[0039] Es ist vorteilhaft, das Werkzeug als Dreiplattenwerkzeug mit Drehteller auf der auswerferseitigen
Werkzeughälfte
1 auszustatten. Nach der Formgebung der Zahnräder
11, 11', 12 und dem Öffnen des Werkzeugs erfolgt die Trennung des Anguss- und Verteilersystems
oder des Heißkanals von den Zahnrädern
11, 11', 12. Danach dreht die auswerferseitige Werkzeughälfte
1 die Zahnräder
11, 11', 12 mit Hilfe des Drehtellers in Richtung der Werkzeugbacken
6, die auf der Düsenseite, auf der auswerferseitigen Werkzeughälfte
1, der düsenseitigen Werkzeughälfte
2 oder außerhalb des Werkzeugs befestigt sein können. Eine besondere Ausgestaltung
des Werkzeugs erlaubt es, bereits während der Formgebung des Fixierteils
14 (Gehäuses) bzw. der Achsen in den Kavitäten der Zahngeometrie, die in vorteilhafter
Weise auf der düsenseitigen Werkzeughälfte
2 angeordnet sind, die nächsten Zahnräder zu formen.
[0040] Soll ein größerer Spalt zwischen den Stirnflächen der Zahnräder und den Nabenbereichen
des Gehäuses eingestellt werden, so stehen mindestens zwei Möglichkeiten zur Verfügung.
Zum einen definiert die Stärke der Werkzeugbacken
6 und der Sinterschrumpf sowie die Differenz des Sinterschrumpfs zwischen dem ersten
und dem zweiten Feedstock den Spalt.
[0041] Zum anderen können an die Zahnräder bzw. die Gehäuse im Bereich der Naben oder der
Stirnflächen der Zahnräder kleine pyramiden- oder kegelförmige Mikroerhebungen angeformt
werden. Selbst wenn es im Bereich der Spitzen der Pyramiden oder Kegel zum Zusammensintern
von Zahnrädern und Gehäuse kommt, wie z. B. beim Einsatz verschiedener Stähle, kann
durch ein Aufbringen eines Drehmoments zwischen Zahnrädern und Gehäuse im Zustand
des Grünlings oder vorzugsweise im gesinterten Zustand diese Verbindung durch ihre
Kleinheit leicht gebrochen werden.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 1
- Auswerferseitige Werkzeughälfte
- 2
- Düsenseitige Werkzeughälfte
- 3
- Auswerfer für das zentrale Teil
- 4,4'
- Auswerferhülse für die äußeren Teile
- 5,5'
- Auswerfer für die äußeren Teile
- 6
- Werkzeugbacken mit Kavität für das Fixierteil
- 11,11'
- Äußeres Teil (Zahnräder)
- 12
- Zentrales Teil (Zahnräder)
- 13
- Kavität für das Fixierteil
- 14
- Fixierteil
- 21
- Anspritzpunkt
1. Verfahren zur Herstellung eines Gegenstandes aus mindestens zwei selbständigen, gegeneinander
beweglich verbundenen Zahnrädern, die in einem Fixierteil zueinander positioniert
sind, umfassend die Schritte:
a) Bereitstellen eines Werkzeugs, das für jedes der zu formenden selbständigen, gegeneinander
beweglich verbundenen Zahnräder eine Kavität und weiterhin eine Trennebene aufweist,
die das Werkzeug in zwei Werkzeughälften trennt, und die Kavitäten voneinander getrennt
jeweils abwechselnd in einer der beiden Werkzeughälften angeordnet sind,
b) Füllen der mindestens zwei Kavitäten mit einer aushärtbaren oder erstarrenden Formmasse,
die einen pulverförmigen Sinterwerkstoff und einen Binder enthält, und Erstarrenlassen
der Formmasse, wodurch sich in jeder der mindestens zwei Kavitäten jeweils das zu
formende Zahnrad bildet,
c) Entformen der mindestens zwei gebildeten Zahnräder aus den mindestens zwei Kavitäten,
d) Übertragen der mindestens zwei entformten Zahnräder in eine weitere im Werkzeug
vorhandene Kavität und Füllen der weiteren Kavität mit einem weiteren Werkstoff, wodurch
das Fixierteil abgeformt wird, wobei zwischen den mindestens zwei Zahnrädern und dem
Fixierteil jeweils zunächst eine feste Verbindung besteht,
e) Wärmebehandeln des Gegenstands, so dass die feste Verbindung in einen Abstand zwischen
den mindestens zwei Zahnrädern und dem Fixierteil überführt wird, wodurch die mindestens
zwei Zahnräder beweglich und positioniert zum Fixierteil werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die entformten Zahnräder mittels Führungselementen,
die nach dem Übertragen ganz oder teilweise in der mindestens einen weiteren Kavität
verbleiben, übertragen werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die mindestens zwei selbständigen, gegeneinander
beweglich verbundenen Zahnräder nach dem Füllen der Kavitäten so in einer Ebene angeordnet
werden, dass sich hierbei die Zahnräder in Eingriff befinden, ohne sich zu berühren.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei ein Werkstoff zum Spritz- oder Heißgießen
aus mindestens einer Spritzeinheit über mindestens einen Kanal den mindestens zwei
Kavitäten zugeführt wird und ein weiterer Werkstoff zum Spritz- oder Heißgießen aus
einer Spritzeinheit über einen Kanal der weiteren Kavität zugeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die mindestens zwei Werkstoffe mittels
Zwei- oder Mehr-Komponenten-Spritzgießen zugeführt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Gegenstand in Schritt e) entbindert
und gesintert wird.
1. Method for producing an article composed of at least two autonomous gear wheels connected
movably against each other and positioned relative to each other in a fixing part,
comprising the steps of:
a) providing a die which, for each of the autonomous gear wheels to be moulded that
are connected movably against each other, has a cavity and also a separating plane
which separates the die into two die halves and wherein the cavities are each arranged
separate from one another alternately in one of the two die halves,
b) filling the at least two cavities with a curable or solidifying moulding composition
which contains a pulverulent sintering material and a binder, and allowing the moulding
composition to solidify whereby, in each of the at least two cavities, the respective
gear wheel to be formed is moulded,
c) demoulding the at least two gear wheels formed from the at least two cavities,
d) transferring the at least two demoulded gear wheels into a further cavity in the
die and filling the further cavity with a further material, whereby the fixing part
is cast, wherein, between the at least two gear wheels and the fixing part, there
initially always is a firm connection,
e) heat-treating the article so that the firm connection is converted to a distance
between the at least two gear wheels and the fixing part, whereby the at least two
gear wheels become movable and positioned relative to the fixing part.
2. Method according to claim 1, wherein the demoulded gear wheels are transferred by
means of guiding elements which, following the transfer, wholly or partly remain in
the at least one further cavity.
3. Method according to claim 1 or 2, wherein the at least two autonomous gear wheels,
which are connected movably against each other, are arranged, after filling the cavities,
in one plane such that, in so doing, the gear wheels are meshed without touching each
other.
4. Method according to any one of the claims 1 to 3, wherein a material for injection
moulding or hot moulding is delivered from at least one injection unit via at least
one channel to the least two cavities and a further material for injection moulding
or hot moulding is delivered from an injection unit via a channel of the further cavity.
5. Method according to any one of the claims 1 to 4, wherein the at least two materials
are delivered by means of two- or multi-component injection moulding.
6. Method according to any one of the claims 1 to 5, wherein the article is debindered
and sintered in step e).
1. Procédé de fabrication d'un objet comprenant au moins deux pignons indépendants, reliés
de manière mobile l'un par rapport à l'autre, et positionnés l'un par rapport à l'autre
dans une pièce de fixation, procédé comprenant les étapes suivantes :
a) utiliser un outil ayant une cavité pour chacun des pignons à former indépendamment
et reliés de manière mobile l'un par rapport à l'autre et aussi un plan de séparation
qui divise l'outil en deux moitiés et sépare les cavités l'une de l'autre et qui se
trouve de manière alternée dans l'une des moitiés d'outil,
b) remplir au moins les deux cavités avec une masse de moulage durcissable ou qui
se fige, contenant un matériau de frittage, pulvérulent et un liant et laisser figer
la masse moulée pour qu'il se forme dans chacune des deux cavités, chaque fois le
pignon à réaliser,
c) mouler les deux pignons dentés formés dans les deux cavités,
d) transférer les deux pignons démoulés dans une autre cavité existant dans l'outil
et remplir cette autre cavité avec un autre matériau de façon que la partie fixe donne
la forme,
* une liaison fixe existant tout d'abord entre les deux roues dentées de la pièce
de fixation,
e) faire un traitement thermique de l'objet pour que la liaison fixe soit transformée
en une distance entre les deux pignons dentés et la pièce de fixation pour que les
deux pignons soient mobiles et positionnés par rapport à la pièce de fixation.
2. Procédé selon la revendication 1,
selon lequel
les pignons dentés démoulés, sont transférés à l'aide d'éléments de guidage qui, après
le transfert, restent en totalité ou en partie dans au moins une autre cavité.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
selon lequel
au moins deux pignons indépendants, reliés de manière mobile l'un par rapport à l'autre,
sont installés après le remplissage des cavités, dans un plan de façon que les pignons
soient en prise sans se toucher.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3,
selon lequel
on introduit un matériau pour l'injection ou la coulée à chaud par au moins une unité
d'injection par au moins un canal vers au moins deux cavités et on transfère un autre
matériau d'injection ou de coulée à chaud à partir d'une unité d'injection par un
canal à l'autre cavité.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
selon lequel
au moins les deux matériaux sont fournis par une injection à deux ou plusieurs composants.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5,
selon lequel
l'objet est séparé du liant et est fritté dans l'étape e).