Stand der Technik
[0001] Magnetantriebe, die nach dem Topf-Magnetkreisprinzip arbeiten, erzeugen eine magnetische
Kraft F = -1/2 µ
0 A
1H
12, wobei H
1 das magnetische Feld im Luftspalt und A
1 die im Luftspalt wirkende Polfläche ist. Aufgrund des Einsatzgebietes ist jedoch
die realisierbare Polfläche beschränkt. Ferner ist mit einer großen zusammenhängenden
Polfläche auch eine große Masse und damit Trägheit der bewegenden Teile des Magnetaktors
verbunden, so dass eine große Polfläche zudem zu einer unerwünschten Beschränkung
in der Betätigungsgeschwindigkeit führen würde.
[0002] In der Druckschrift
RU 2 101 597 C1 ist ein elektrisch gesteuerter Elektromagnet zur Betätigung von Ventilen beschrieben,
der eine gestapelte Anordnung aufweist. Der sich bewegende Anker weist eine periodische
zahnförmige Struktur auf, wobei jeder Zahn eine sich radial erstreckende Fläche hat,
die gegenüber einer entsprechenden radialen Teilfläche des umliegenden Elektromagnetkerns
angeordnet ist. Der umliegende Magnetkern bildet einen zylindrischen Rückschluss,
von dem aus sich Schenkel radial nach innen erstrecken. An diesen Schenkeln sind Teilflächen
ausgebildet, welche mit dem Ankerkern interagieren. Jeweils drei aufeinander folgende
Schenkel bilden eine Gruppe, wobei die Spule um den mittleren der drei Schenkel gewickelt
ist und diesen so in radialer Richtung, senkrecht zur Längsachse des Ankers magnetisiert.
Der entstehende Fluss verteilt sich jeweils zur Hälfte auf die beiden benachbarten
Schenkel und wird von den benachbarten Schenkeln über die jeweilige Luftspalte auf
den innen liegenden Anker übertragen. Der magnetische Fluss wird wiederum vom Anker
über den am mittleren Schenkel liegenden Luftspalt zurück zum mittleren Schenkel geführt.
Die Herstellung des umliegenden Elektromagneten, dessen Kern in radialer Richtung
nach innen offen ist, gestaltet sich schwierig, da die Bestückung mit der sich in
radialer Richtung erstreckenden Spule von dem Innenraum des Kerns aus geschehen muss.
Ferner durchläuft der Fluss einer Spule notwendigerweise zwei nacheinander liegende
Luftspalte (zum Anker hin und vom Anker zur Spule zurück), wobei dies die erzeugbare
Kraft vermindert. Zudem ist die Feldverteilung inhomogen, da der mittlere Schenkel
im Vergleich zu den dazu benachbarten Schenkeln den doppelten Fluss führt.
Vorteile der Erfindung
[0003] Mit der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Lösung lässt sich ein für ein elektrisch
steuerbares Magnetventil vorgesehener elektrischer Magnetaktor einfacher herstellen.
Ferner sieht ein Aspekt der vorliegenden Erfindung vor, dass der von der Spule erzeugte
magnetische Fluss statt zwei nur einen Luftspalt durchlaufen muss, wodurch die erzeugbare
Kraft deutlich erhöht wird. Daher lassen sich gegenüber dem Stand der Technik Kosten
und Aufwand sparen, wobei gleichzeitig der Bauraum und der benötigte Strom effizienter
verwendet werden. Ferner wird durch die kaskadenförmige Ordnung der in axialer Richtung
zur Verfügung stehende Bauraum im Injektor genutzt. Ein weiterer Vorteil gegenüber
dem Stand der Technik besteht darin, dass die erfindungsgemäße Anordnung ausschließlich
scheibenförmige oder sich längs erstreckende kaskadierbare Elemente aufweist, so dass
eine schichtweise Montage des Ankergegenstücks, welche die Spulenelemente trägt, möglich
ist. Dadurch wird der Herstellungsprozess gegenüber dem Stand der Technik weitgehend
vereinfacht.
[0004] Als magnetischer Rückschluss kann eine einfache, das Ankergegenstück umgebende Hülse
mit entsprechenden magnetischen Eigenschaften verwendet werden, so dass keine speziellen
aus magnetischem Material geformten Teile erforderlich sind. Die entlang des äußeren
Umfangs des Ankergegenstücks verlaufenden Windungen der Spulenelemente können durch
Rotieren des Ankergegenstücks ohne weiteres aufgebracht werden, wobei in der äußeren
Oberfläche des Ankergegenstücks bzw. in einem dort angeordneten Hauptschenkel eine
Vertiefung ausgebildet sein kann, die während des Aufwickelns des Spulendrahts zur
Ausrichtung der Windungen dient. Gemäß eines Aspekts der Erfindung wird die Rückführungsfläche
der Ankerpolschultern nicht nur zur verbesserten magnetischen Führung, sondern wird
auch zur mechanischen Führung des innen liegenden Ankers verwendet. Die magnetische
Streuung durch einen Ölfilm zwischen Rückführungsfläche und Hauptschenkel, der die
mechanische Führung verbessert, ist vernachlässigbar, da die Dicke des Ölfilms um
Größenordnungen geringer als die Dicke des Luftspalts ist, welche wiederum durch den
zu erzielenden Ventilhub bestimmt wird. Eine solche mechanische Führung ist regelmäßig
entlang des gesamten Magnetaktors verteilt, wodurch eine Verkantung verhindert wird
und sich eine zusätzliche Stabilität ergibt. Bei entsprechender Dimensionierung ist
es möglich, dass äußere Führungsteile weggelassen werden können. Die einzelnen Spulenelemente
können so zusammengeschaltet werden, dass sich eine geringe Induktivität ergibt, die
wiederum positiven Einfluss auf die erzielbare Steuerungsgeschwindigkeit hat. Ferner
ergibt sich eine hohe Redundanz, so dass bei geeigneter Schaltung ein oder mehrere
Spulenelemente ausfallen können, ohne dass die Funktion des Magnetaktors wesentlich
beeinträchtigt wird.
Zeichnungen
[0005] Anhand der Zeichnungen wird die Erfindung nachstehend näher erläutert.
Es zeigen:
[0006]
- Figur 1
- das Prinzip der elektrischen Anregung eines Magnetaktors gemäß dem Stand der Technik.
- Figur 2
- eine erste Ausführung des erfindungsgemäßen elektrischen Magnetaktors im Längsschnitt.
- Figur 3
- eine zweite Ausführung des erfindungsgemäßen elektrischen Magnetaktors im Längsschnitt.
- Figur 4
- den Verlauf des magnetischen Flusses in der ersten Ausführung des erfinderischen elektrischen
Magnetaktors, die in Fig. 2 dargestellt ist.
- Figur 5
- den Verlauf des magnetischen Flusses in der zweiten Ausführung des erfinderischen
elektrischen Magnetaktors, die in Fig. 3 dargestellt ist.
[0007] Die Figur 1 zeigt das Erregungsprinzip des Magnetaktors, der in der oben genannten
Druckschrift
RU 2 101 597 C1 beschriebenen ist. Ein Ankergegenstück 2 und ein Anker 4 weisen eine ineinander greifende
Zahnstruktur auf, wobei die sich gegenüberliegenden Flächen des Ankers und des Ankergegenstücks
durch einen Luftspalt getrennt sind. Die Zähne 3a, 3b und 3c des Ankergegenstücks
2 bilden die Schenkel eines Elektromagneten, dessen Fluss durch eine Spule 8 erzeugt
wird. Bei Aktivierung erzeugt die Spule 8 einen radial verlaufenden magnetischen Fluss
in dem mittleren Schenkel 3b, der über eine magnetische Verbindung zwischen den Schenkeln
auf die benachbarten äußeren Schenkel 3a und 3c aufgeteilt und von diesen geführt
wird. Die Teilflüsse gelangen über den jeweiligen Luftspalt zum Anker 4, über den
der Fluss wieder zusammengeführt und über einen weiteren Luftspalt zum mittleren Schenkel
zurückgeführt wird. Diese Struktur ist mit einer EI-Transformatoren-Kernstruktur vergleichbar,
wobei das Ankergegenstück 2 dem E-Teil und der Anker 4 dem 1-Teil entspricht. Die
in Figur 1 dargestellte Erregerstruktur nach dem Stand der Technik zeichnet sich vor
allem durch die zwei folgenden Eigenschaften aus. Zum einen umgreift die Erregerspule
einen nach innen ragenden radialen Zahn, der bei einer rotationssymmetrischen Ausführung
des Ankergegenstücks einen Ring bildet, der naturgemäß nicht rotationssymmetrisch
unterbrechungsfrei mit einer Spule belegt werden kann. Dies führt zu einem inhomogenen
Feldverlauf. Zum anderen weisen Teile (Zähne 3a, 3c, Teile des Ankers 4) eine Flussdichte
auf, die der Hälfte des in Zahn 3b induzierten Flusses entspricht, wodurch der Sättigungsgrad
des magnetischen Materials innerhalb des Magnetaktors stark inhomogen ist.
[0008] Insbesondere der Ort der Erzeugung des magnetischen Flusses und somit die Spulenstruktur
unterscheiden sich grundlegend von der Erregerstruktur der Erfindung, wie im Folgenden
betrachtet wird.
Ausführungsbeispiele
[0009] Die Figur 2 zeigt eine erste Ausführung des erfindungsgemäßen elektrischen Magnetaktors
im Längsschnitt. Der Magnetaktor 10 umfasst ein Ankergegenstück 12, welches Spulenelemente
18 a-d trägt, sowie den sich bewegenden Anker 14. Das Ankergegenstück 12 weist eine
periodische Zahnstruktur auf, die in eine periodische Zahnstruktur 14 des Ankers eingreift.
Die Zähne des Ankers sind zu den Zähnen des Ankergegenstücks beabstandet. Die Zähne
des Ankers 14 und des Ankergegenstücks 12 bilden bei Aktivierung des Aktors, d.h.
bei Bestromung der Spule, Magnetpole, die sich über einen Luftspalt L anziehen. Um
eine Kraft F
m entlang der Längsachse des Ankers zu erzeugen, sind die Polflächen des Ankergegenstücks,
das als Erreger arbeitet, in einer Ebene senkrecht zur Längsachse des Ankers angeordnet.
Die radial nach außen ragenden Zähne des Ankers 14 haben den Querschnitt eines rechtwinkligen
Dreiecks, wobei eine der Katheten die Polfläche (26 a-d) der Ankerpol-Schultern (22
a-d) bildet.
[0010] Zur Krafterzeugung entlang der Achse des Ankers tragen im Wesentlichen nur die Polflächen
24 a-d der Zahnstruktur des Ankergegenstücks und die Polflächen 26 a-d des Ankers
14 bei. Die Polflächen 24 a-d des Ankergegenstücks 12 werden durch periodisch angeordnete
Erregerpol-Schultern 20 a-d ausgebildet, die, durch einen Luftspalt L getrennt, den
Ankerpol-Schultern 22 a-d gegenüberliegen, welche die korrespondierenden und paarig
angeordneten Polflächen des Ankers ausbilden.
[0011] Die rücklaufenden Flächen der jeweiligen Schultern, die in dem jeweiligen Zahn der
entsprechenden Polfläche gegenüberliegen, d.h. die Hypotenuse im Fall des rechtwinkligen
Dreiecks, tragen nicht zur Krafterzeugung bei und können daher frei ausgeführt werden.
Jedoch ist gemäß eines ersten Aspekts der Erfindung darauf zu achten, dass die rücklaufenden
Flächen einen ausreichenden Abstand zum nächstliegenden und insbesondere zu dem entgegengesetzt
gepolten Material aufweisen, um zu vermeiden, dass nicht zu vernachlässigende Kraftkomponenten
entstehen, die entgegengesetzt zur Kraft F
m wirken. Vorzugsweise sind die rücklaufenden Flächen, die auf der anderen Seite des
jeweiligen Zahns gegenüberliegend zu der entsprechenden Polfläche ausgebildet sind,
eben und zur Polfläche des Zahns geneigt.
[0012] Die zylindrisch um die Längsachse des Ankers 14 verlaufenden Flächen des Ankergegenstücks
12 sind gemäß der ersten Ausführung ausreichend von dem Anker 14 entfernt, um eine
gegenseitige Kraftwirkung zu vermeiden. Alternativ können die Flächen auch gekrümmt
oder zur Längsachse geneigt sein.
[0013] Die krafterzeugenden gegenüberliegenden Polflächen 24 a-d und 26 a-d sind über einen
Luftspalt L voneinander getrennt, durch den auch der maximale Hub des Ankers vorgegeben
ist. Die Polflächen sind vorzugsweise senkrecht zur Längsachse des Ankers 14 und des
Ankergegenstücks 12 radial ausgebildet. Gemäß einer weiteren Ausführung der Erfindung
sind auch die Polflächen zur Senkrechten der Längsachse des Ankers geneigt. Die sich
jeweils gegenüberliegenden Polflächen sind zueinander komplementär ausgebildet, so
dass der Luftspalt zumindest über eine Teilfläche eine konstante Dicke aufweist. Vorzugsweise
sind die Polflächen eben ausgestaltet. Alternativ sind die Polflächen gebogen, wobei
die Form der Poflächen 26 a-d, die Ankerpol-Schultern 22 a-d komplementär zu der Form
der Polflächen 24 a-d der Erregerpol-Schultern 20 a-d ist, um den jeweiligen Luftspalt
L zumindest teilweise mit einer Parallelität vorzusehen. Sind gemäß einer weiteren
Ausführung der Erfindung die Polflächen nicht senkrecht zur Längsachse, sondern zur
radialen Richtung geneigt, so ergibt sich zusätzlich zu einer entlang der Längsachse
wirkenden Kraft F
m eine weitere radial wirkende Kraftkomponente, die bei der Dimensionierung und beim
Betreiben des Magnetventils berücksichtigt werden muss.
[0014] Das Ankergegenstück 12 umfasst einen zylindrisch verlaufenden Hauptschenkel 16 sowie
radial nach innen ragende Zähne 17, die die Erregerpol-Schultern 20 a-d ausbilden.
Vorzugsweise ist der Hauptschenkel 16 des Ankergegenstücks 12 einteilig mit den radial
nach innen ragenden Zähnen 17 ausgebildet. Alternativ sind die radial nach innen ragenden
Zähne 17 kraftschlüssig, beispielsweise mittels Aufschrumpfen, mit dem Hauptschenkel
16 verbunden, wobei gleichzeitig eine magnetische Verbindung zwischen den Zähnen 17
und dem Hauptschenkel 16 vorgesehen wird, um den magnetischen Fluss zu den Polflächen
24 a-d zu führen.
[0015] Der magnetische Fluss wird von umfänglich um den Hauptschenkel verlaufenden Spulenelementen
18 a-d erzeugt. Vorzugsweise sind die Spulenelemente 18 a-d in umfänglich verlaufenden
Nuten angeordnet. Gemäß einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung weist der zylindrische
Hauptschenkel auf seiner Außenfläche umfänglich verlaufende Nuten oder Vertiefungen
auf, in denen die Spulenelemente 18 a-d vorgesehen sind und die mit der Au-βenfläche
des Hauptschenkels abschließen. Auf diese Weise bilden die Vertiefungen Wicklungsfenster,
die für die Spulenelemente vorgesehen sind. Die Vertiefungen sind entlang der Längsachse
zumindest teilweise zwischen zwei benachbarten, nach innen ragenden Zähnen 17 bzw.
Schultern 20 a-d ausgebildet. Dadurch werden an diesen Vertiefungen Stellen im Hauptschenkel
16 ausgebildet, an denen dieser eine deutliche geringere Dicke aufweist. Dadurch werden
magnetische Engstellen 28 a-c vorgesehen, die den magnetischen Rückschluss auf der
Innenseite des Hauptschenkels 16 verringern und somit verhindern, dass wesentliche
Anteile des erzeugten magnetischen Flusses zwischen zwei aufeinander folgende Erregerpol-Schultern
(20 a-d) verlaufen, ohne den Luftspalt L durchlaufen zu haben. Die magnetische Wirkungsweise
wird anhand der Figur 4 näher erläutert. Vorzugsweise sind die Vertiefungen, welche
die Wicklungsfenster bilden und die Spulenelemente 18 a-d tragen, ringförmig in sich
geschlossen und in einer Ebene senkrecht zur Längsachse des Ankers und des Ankergegenstücks
vorgesehen, wobei die Längsachse das Zentrum bildet. Die Wicklungsfenster haben vorzugsweise
einen quadratischen, rechteckigen, trapezoiden, kreisabschnittförmigen oder teilellipsoiden
Querschnitt.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung sind das Gegenstück 12, der Anker
14, die Hauptschenkel 16, die Zähne 17, die Wicklungsfenster, die Spulenelemente 18
a-d, sowie eine den Hauptschenkel 16 umschließende Hülse 19, die zur magnetischen
Rückführung vorgesehen ist, symmetrisch zur Längsachse des Ankers ausgebildet. In
einer weiteren Ausführung der Erfindung ist mindestens eines dieser Strukturelemente
des Magnetaktors 10 symmetrisch zur Längsachse des Ankers 14 ausgebildet.
[0017] Eine Feder, die in Figur 2 nur schematisch dargestellt ist, beaufschlagt den Anker
mit einer Gegenkraft F, die entgegengesetzt zur elektromagnetisch erzeugten Kraft
F
m wirkt und den Anker in die ursprüngliche Position zurückstellt, wenn die Spule wieder
deaktiviert wird. Diese Kraft wird vorzugsweise von einer Feder vorgesehen, die um
den Anker oder um den aus den Aktor 10 führenden Bolzen spiralförmig gewunden ist.
Das Ankergegenstück 12 wird zusammen mit der Hülse 19, welche den Hauptschenkel 16
mechanisch und magnetisch umschließt, von einer Halterungsvorrichtung (nicht dargestellt)
gehalten, die kraftschlüssig mit der Feder verbunden ist, welche die rückstellende
Kraft F erzeugt. Vorzugsweise wird ein Gehäuse vorgesehen, welches die Feder und das
Gegenstück 12 inklusive umschließender Hülse 19 umgibt, wobei das Gehäuse eine Öffnung
für einen Ankerbolzen aufweist, der einen Teil des Ankers 14 bildet und zur Auskopplung
der Kraft F
m eingerichtet ist. In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist die Hülse 19
kraftschlüssig mit dem Ankergegenstück verbunden und bildet gleichzeitig ein Gegenlager
für die Feder, welche die Kraft F erzeugt. Hierbei sollte die Feder, welche zwischen
der als Lager dienenden Hülse 19 und dem Anker 14 vorgesehen ist, nur eine vernachlässigbare
magnetische Kopplung zwischen Hülse und Anker vorsehen. Die in Figur 2 nach links
über einen Bolzen ausgekoppelte Kraft F
m ist mechanisch mit einem Ventil, vorzugsweise einem Kugelventil, verbunden, das die
Einspritzung eines Kraftstoffgemischs in einen Verbrennungsmotor steuert.
[0018] Die Figur 2 ist nicht maßstäblich. Insbesondere sind die Breite des Luftspalts L,
die Abmessungen der Wicklungsfenster und der radiale Abstand zwischen den in radialer
Richtung liegenden Flächen der Schultern 20a - 20d und dem Anker nicht maßstäblich
dargestellt.
[0019] Die Figur 3 zeigt den elektrischen Magnetaktor einer zweiten Ausführung des erfindungsgemäßen
Magnetventils im Längsschnitt. Die in Figur 3 dargestellte zweite Ausführung weist
Merkmale auf, die entsprechenden Merkmalen der in Figur 2 dargestellten ersten Ausführung
ähneln, wobei sich das entsprechende Bezugszeichen in der Figur 3 aus dem jeweiligen
Bezugszeichen der Figur 2 ergibt, indem eine 1 vorangestellt wird.
[0020] Auch die in Figur 3 dargestellte Ausführung zeigt einen sich entlang einer Längsachse
erstreckenden Magnetaktor mit einem feststehenden Ankergegenstück 112 und einen dazu
in Längsrichtung beweglichen Anker 114, der von dem Ankergegenstück umschlossen ist.
Das Ankergegenstück 112 selbst ist mit einer Hülse 119 umschlossen, die als magnetischer
Rückschluss dient. Wie auch in der ersten Ausführung umfasst das Ankergegenstück 112
einen Hauptschenkel 116, der zylindrisch ausgestaltet ist, und der Spulenelemente
118 a, b trägt. Von diesem Hauptschenkel 116 aus erstrecken sich Zähne radial nach
innen zum Anker, der ebenfalls Zähne aufweist, wobei die Zähne ineinander greifen.
Die Zähne des Ankers bilden Ankerpol-Schulter 122 a,b aus, die entsprechenden Erregerpol-Schultern
der Zähne des Ankers 114 gegenüberliegen und mit diesem einen gleichmäßigen Luftspalt
bilden. Jeweils eine Polfläche 124 a-c der Erregerpol-Schultern 120 a-c liegt einer
Polfläche 126 a-c einer entsprechenden Ankerpol-Schulter 122 a-c gegenüber, wodurch
Polflächen-Paare gebildet werden. Die Polflächen-Paare bestehen aus einer Polfläche
126 a-c, einer Ankerpol-Schulter und einer korrespondierenden, entsprechenden Polfläche
124 a-c einer Erregerpol-Schulter. Ein Luftspalt L liegt zwischen zwei korrespondierenden
Polflächen eines Polflächen-Paars. Wie auch in der ersten Ausgestaltung sind die radial
innen liegenden Flächen der Erregerpol-Schultern, welche den Anker ringförmig umgeben,
mit einem Abstand zu dem Anker angeordnet, der gewährleistet, dass an den Stellen
A, A' und A" nur eine vernachlässigbare magnetische Kopplung zwischen diesen innen
liegenden Erregerpol-Flächen und dem Anker stattfindet.
[0021] Jedoch besteht zwischen den Rückführungsflächen 130 a,b, der Ankerpol-Schulter 122
a,b und den Innenflächen des Hauptschenkels 116 eine starke magnetische Kopplung,
da zwischen diesen nur ein dünner parasitärer Luftspalt L
P liegt. Dieser parasitäre Luftspalt L
P ist deutlich geringer als der Luftspalt L zwischen den Polflächen, da die sich am
parasitären Luftspalt gegenüber liegenden Flächen nur in Längsrichtung gegeneinander
verschieben, wohingegen sich der Luftspalt L bei Betätigung des Magnetaktors vergrößert
oder verkleinert. Dementsprechend kann der parasitäre Luftspalt L
P durch einen Schmiermittelfilm, beispielsweise Öl, gebildet werden, der das Gleiten
der Rückführungsfläche 130 a,b auf der gegenüberliegenden Fläche 132 a, b des Hauptschenkels
ermöglicht. Wie auch die gesamte Figur 3 ist der Luftspalt L
P nicht maßstabsgetreu zum Luftspalt L dargestellt.
[0022] Während in der ersten Ausführung, die in der Figur 2 dargestellt ist, der radial
nach außen ragende Zahn des Ankers spitz zuläuft und weder mechanischen noch magnetischen
Kontakt zum Hauptschenkel 116 herstellt, ist der radial nach außen ragende Zahn gemäß
der zweiten Ausführung mit einer radial zylindrisch umlaufenden Fläche ausgestattet,
die als Rückführungsfläche 130 a, b dient. Diese Rückführungsfläche 130 a, b bildet
über den parasitären Luftspalt L
P mit der gegenüberliegenden Fläche 132 a, b des Hauptschenkels 116 nicht nur eine
magnetische Verbindung zwischen dem Anker und dem Ankergegenstück, sondern auch eine
Gleitfläche, die das Gleiten und Führen des Ankers 114 durch den Hauptschenkel 116
erlaubt. Durch diese mechanische Führung wird der Anker in einer tangentialen Rotation
entlang des Umfangs um die Längsachse herum nicht gehindert.
[0023] Im Folgenden werden die Figuren 4 und 5 betrachtet, die den magnetischen Flussverlauf
gemäß der ersten Ausführung (Figur 2) und der zweiten Ausführung (Figur 3) darstellen.
Aus dem Vergleich der Figuren 4 und 5 ergeben sich die Unterschiede hinsichtlich des
Flussverlaufs, welche durch die Rückführungsfläche 130 a, b, 330a-c hervorgerufen
werden.
[0024] Zunächst wird die Figur 4 betrachtet, die den Flussverlauf in dem elektrischen Magnetaktor
gemäß der ersten Ausführung des erfindungsgemäßen Magnetventils darstellt. Die in
Längsrichtung verteilten, in dem Hauptschenkel 216 angeordneten Spulenelemente 218
a-c erzeugen jeweils einen magnetischen Fluss Φ
a,b,c. Die Spulenelemente 218 a-c sind zwischen radial nach innen ragenden Zähnen des Ankergegenstücks
angeordnet, die die Erregerpol-Schultern formen und die jeweils eine Polfläche 224
a-d bilden. Der Fluss tritt von dem auf der einen Seite eines Spulenelements liegenden
Zahn durch die Polfläche 224 b hindurch, durchläuft den Luftspalt L und tritt durch
die gegenüberliegende Polfläche 226 b der entsprechenden Ankerpol-Schulter hindurch.
Die Ankerpolschulter sowie der in radialer Richtung innen liegende zylindrische Abschnitt
des Ankers 215, d.h. ein Längsabschnitt des Ankerbolzens, führt den Fluss zum nächsten
Zahn, der auf der anderen Seite des jeweiligen Spulenelements liegt, durchläuft die
auf der anderen Seite liegende Ankerpol-Schulter, tritt durch die Polfläche 226 c
der Ankerpol-Schulter hindurch, durchläuft den auf der anderen Seite liegenden Luftspalt
L und tritt durch die auf der anderen Seite des betrachteten Spulenelementes liegenden
Polfläche 224 c der entsprechenden Erregerpol-Schulter wieder in das Ankergegenstück
ein. Die um das Ankergegenstück herum vorgesehene Hülse 219 bildet den magnetischen
Rückschluss und schließt somit den magnetischen Kreis zu dem auf der einen (ersten)
Seite liegenden Zahn.
[0025] Neben dem Spulenelement 216 a-c, das zwischen zwei Zähnen angeordnet ist, ist dort
auch im Hauptschenkel eine magnetische Engstelle 228 a-c vorgesehen, die durch eine
wesentliche Beeinträchtigung der magnetischen Verbindung zwischen zwei benachbarten
Zähnen des Ankergegenstücks verhindert, dass zwei benachbarte Zähne magnetisch direkt
miteinander verbunden werden, und so ein magnetischer Kurzschluss ausgebildet wird.
Ein derartiger magnetischer Kurzschluss würde dazu führen, dass der magnetische Fluss
nicht durch die Polflächen 224, 226 und die Luftspalten L geführt wird, so dass gegenüberliegende
Polflächen keine Zugkraft aufeinander ausüben. Die magnetische Engstelle 228 a-c kann
durch eine örtlich begrenzte Verringerung der Querschnittsfläche des Hauptschenkels
116, eine stellenweise verringerte magnetische Permeabilität µ
r, einen Luftspalt oder eine beliebige Kombination dieser Vorkehrungen vorgesehen werden,
wobei vorzugsweise die Verringerung des Querschnitts des magnetischen Materials aufgrund
der für die Windungsfenster vorgesehenen Vertiefungen bei entsprechender Dimensionierung
zur gewünschten magnetischen Engstelle führt. Die einzige magnetische Verbindung zwischen
einer Polfläche 226 a-d einer Ankerpol-Schulter und der entsprechenden korrespondierenden
Polfläche einer Erregerpol-Schulter 224 a-d verläuft durch den zwischen diesen vorgesehenen
Luftspalt L durch die jeweiligen Polflächen 224 a-d und 226 a-d hindurch. Die verringerte
Stabilität, die von einer geringen Wandstärke an der elektrischen Magnetstelle herrührt,
kann durch entsprechende Befestigung der äußeren Hülse 219 oder durch unmagnetische
Stützen ausgeglichen werden. Die erste Ausführung des erfinderischen Magnetaktors
weist ebenfalls derartige magnetische Engstellen auf, die jedoch in der Fig. 3 kein
eigenes Bezugszeichen aufweisen.
[0026] Der Flussverlauf eines Spulenelements, beispielsweise 218 b, verläuft durch zwei
in Reihe geschaltete Luftspalte, die in der Figur 4 als Luftspalte L dargestellt sind,
welche links und rechts von dem Spulenelement 218 b liegen. Aufgrund der kaskadierten
Reihenanordnung fließt durch eine Erregerpol-Schulter bzw. Ankerpol-Schulter der Fluss
zweier Spulenelemente, die sich in der entsprechenden Schulter addieren. Beispielsweise
durch die Polfläche 224c und die betreffende Erregerpol-Schulter 226 c fließt der
Fluss Φ
c des Spulenelements 218c sowie der Fluss Φ
b des Spulenelements 218b. Diese Flüsse addieren sich auch in dem Luftspalt L, der
zwischen der Polfläche 224c und der Polfläche 226c liegt. Um eine Addition dieser
Flüsse zu erreichen und um eine destruktive Überlagerung zu vermeiden, müssen die
Spulenelemente derart eingerichtet sein, dass benachbarte Spulenelemente einen gegenläufigen
Flusssinn hervorrufen. Dies kann durch geeignete Bestromung, Bewickelung oder Beschaltung
erreicht werden. Die Anzahl der Spulenelemente ist nicht auf eine feste Zahl beschränkt,
jedoch ist die Anzahl aus diesem Grund vorzugsweise geradzahlig. Vorzugsweise sind
alle Spulenelemente 218 a-c gleich groß, sind in gleich großen Wicklungsfenstern angeordnet
und haben die gleiche Anzahl an Windungen. Die einzelnen Spulenelemente können parallel
und/oder seriell zusammengeschaltet werden, wobei dies auch für Untergruppen zutrifft,
die wiederum seriell und/oder parallel zusammengeschaltet werden können. Bei Parallelschaltungen
muss ein hoher Strom zugeführt werden, wobei jedoch die Inaktivität entsprechend der
Anzahl der Spulenelemente verringert ist, wodurch sich eine höhere Ansprechgeschwindigkeit
ergibt. Serielle Schaltungen hingegen können bei gleicher Kraftwirkung mit geringeren
Strömen angesteuert werden.
[0027] Die Kraft, die von dem Fluss jedes einzelnen Spulenelements in dem jeweiligen Luftspalt
erzeugt wird, addiert sich zur magnetischen Gesamtkraft F
m, so dass eine kaskadierte Anordnung mit einer hohen Anzahl an Spulenelementen, Erregerpol-Schultern
und Ankerpol-Schultern eine entsprechende Vervielfachung der Kraft hervorruft. Die
insgesamt zu erreichende magnetische Zugkraft F
m ergibt sich daher zu:

mit:
N: Anzahl der Spulenelemente;
AL: Fläche eines Pols eines Polflächen-Paars; und
HL: Stärke des Magnetfelds im Luftspalt.
[0028] Für den Fluss Φ gilt der Zusammenhang: Φ = AB, wobei A die Querschnittsfläche und
B die magnetische Induktion im Luftspalt ist. Die magnetische Induktion B im Magnetmaterial
ist wiederum mit dem Magnetfeld H verknüpft über: B = µ
eff · H, wobei µ
eff die effektive magnetische Permeabilität ist, die von Materialfaktoren und der Geometrie
des magnetischen Materials abhängt. H ist wiederum proportional zum Spulenstrom und
von weiteren Spuleneigenschaften.
[0029] Die Figur 5 zeigt den Verlauf des magnetischen Flusses in der zweiten Ausführung
des in Fig. 3 dargestellten erfindungsgemäßen Magnetaktors. Während in der ersten
Ausführung der magnetische Fluss eines Spulenelements nacheinander durch zwei Luftspalte
zweier benachbarter Polflächen-Paare führt, verläuft der Fluss gemäß der in Figur
3 dargestellten zweiten Ausführung der Erfindung nur durch einen Luftspalt und wird
über eine Rückführungsfläche 330a-d einen parasitären Luftspalt Lp und eine gegenüberliegende
Fläche 332 a-d des Hauptschenkels zurückgeführt. Während der Luftspalt L bei Beginn
der Aktivierung des Magnetaktors mindestens so groß wie dessen Hub ist, kann der parasitäre
Luftspalt Lp extrem schmal ausgeführt werden, beispielsweise mit einer Dicke, die
der Schichtdicke eines Ölfilms entspricht. Vorzugsweise wird, wie in der Figur 5 dargestellt
ist, die Rückführungsfläche 330 a-d sowie die gegenüberliegende Fläche des Hauptschenkels
333 a-d mit einem großen Flächeninhalt ausgeführt, so dass eine sehr gute magnetische
Verbindung hergestellt werden kann. Der Fluss eines Spulenelements, beispielsweise
Φ
c', wird so über die entsprechende, auf der einen Seite des Spulenelements liegende
Erregerpol-Schulter geführt, durchläuft die Polfläche 324 c der Erregerpolschulter,
sowie den Luftspalt L und tritt durch die Polfläche 326 c in die entsprechende gegenüberliegende
Ankerpolschulter ein. Diesbezüglich unterscheidet sich die zweite Ausführung nicht
von der ersten Ausführung.
[0030] Anstatt jedoch wie gemäß der ersten Ausführung durch den Anker zu dem nächstliegenden,
auf der anderen Seite des Spulenelements angeordneten Zahn geführt zu werden, läuft
der Fluss Φ
c' durch den gleichen Ankerzahn radial hindurch und wird über die Rückführungsfläche
330c, den parasitären Luftspalt Lp und der gegenüberliegenden zylinderförmigen Innenfläche
des Hauptschenkels in den Hauptschenkel 332c zurückgeführt.
[0031] Um den magnetischen Kreis zu schließen, ist um den Hauptschenkel herum eine Hülse
329 angeordnet, die den Fluss führt, wie es auch in der ersten Ausführung der Fall
ist. Wie in der Figur 5 dargestellt ist, muss somit der von einem Spulenelement erzeugte
Fluss nur einen weiteren Luftspalt L durchlaufen und wird, statt in Längsrichtung
zum nächstliegenden Zahn geführt zu werden, über einen dünnen parasitären Luftspalt
Lp radial zurückgeführt. Im Vergleich zur ersten Ausführung ist daher der magnetische
Weg verkürzt und führt nur durch einen breiten Luftspalt L, anstatt durch zwei in
Reihe liegende breite Luftspalte, die jeweils mindestens eine Dicke aufweisen, die
dem Hub des Aktors entspricht.
[0032] Zudem ist der in einer Erreger-Schulter und einem Luftspalt L vorliegende Fluss nur
einem Spulenelement zugeordnet, so dass die Flussrichtung der benachbarten Spulenelemente
nicht beachtet werden muss, weil in einem Zahn immer nur der Fluss eines Spulenelements
vorliegt. Folglich kann, wie in der Figur 5 dargestellt ist, die Flussrichtung eines
Spulenelements zu der Flussrichtung des benachbarten Spulenelements entgegengesetzt
sein, wie es in der ersten Ausführung der Fall ist. Jedoch kann, im Gegensatz zu der
ersten Ausführung, die Flussrichtung der einzelnen Spulenelemente in der zweiten Ausführung
frei gewählt werden, beispielsweise können alle Spulenelemente die gleiche Flussrichtung
aufweisen, oder es können nur einige Spulenelemente die gleiche Flussrichtung aufweisen,
wobei andere Spulenelemente magnetische Flüsse mit entgegen gesetzter Flussrichtung
erzeugen. In der Figur 5, wie auch in der Figur 4, sind die sich ergebenden Flussrichtungen
von dem Wicklungssinn des jeweiligen Spulenelements abhängig, wobei jedoch stattdessen
oder in Kombination damit eine geeignete Beschaltung bzw. Bestromung vorgenommen werden
kann.
[0033] Wie bereits anhand der Beschreibung der Figur 3 bemerkt wurde, bietet die Rückführungsfläche
330 a-d, der parasitäre Luftspalt Lp und die gegenüberliegende Fläche 332 a-d des
Hauptschenkels a-d neben der magnetischen Verbindung auch eine mechanische Führung,
wodurch der Magnetaktor in seiner Bewegung zusätzlich stabilisiert wird.
[0034] Wie auch in der ersten Ausführung (Figuren 2 und 4) weist die zweite Ausführung der
Erfindung eine magnetische Engstelle auf, die in der Figur 5 mit dem Bezugszeichen
328 a-d dargestellt ist. Wie bereits beschrieben, verhindert diese magnetische Engstelle
einen magnetischen Kurzschluss, der den Flussverlauf durch den jeweiligen Luftspalt
L zwischen den Polflächen eines Polflächen-Paars (324 - 326) beeinträchtigen oder
verhindern würde. Die Engstelle wird vorzugsweise durch die Anordnung des Wicklungsfensters
vorgesehen, in dem das entsprechende Spulenelement liegt. Im Allgemeinen wird die
magnetische Engstelle innerhalb des Hauptschenkels in Höhe des Arbeitsluftspalts L
angeordnet, um unabhängig von der Breite des Luftspalts, der sich bei Betätigung des
Magnetaktors verändert, einen Magnetfluss zwischen Erreger-Schulter und Anker-Schulter,
der nicht durch den Luftspalt führt, zu verhindern. Die Spulenelemente sind im Allgemeinen
so angeordnet, dass sie sich zum einen an die magnetische Engstelle anschließen, um
den Rücklauf des magnetischen Flusses wie beschrieben zu kanalisieren. Zum anderen
werden die Spulenelemente so angeordnet, dass die nächstliegende Erreger-Schulter
leicht durch den Fluss magnetisiert werden kann. Daher weist die magnetische Verbindung
zwischen einem Spulenelement und der nächstliegenden Erreger-Schulter einen hohen
Querschnitt und eine hohe magnetische Permeabilität auf, wodurch eine gute magnetische
Verbindung erreicht wird. Vorteilhafterweise besteht zwischen einem Spulenelement
und dem Hauptschenkel zu beiden Seiten des Spulenelements eine gute magnetische Verbindung.
[0035] Der Anker, das Ankergegenstück sowie die zugehörige Hülse 329 werden vorzugsweise
aus Materialien mit hoher magnetischer Permeabilität und mit einer hohen Magnetisierbarkeit
hergestellt. Ferner sollte das Material geringe Wirbelstrom- und Hystereseverluste
aufweisen. Vorteilhafterweise hat der verwendete Werkstoff eine hohe Permeabilität
auch bei hohen magnetischen Feldstärken und wird erst bei hohen Flüssen gesättigt.
Der Anker einschließlich des kraftübertragenden Ankerbolzens weisen zudem vorzugsweise
eine hohe Festigkeit und ein geringes Gewicht auf, um Verformungen bzw. eine hohe
Trägheit des Ankers zu vermeiden. Vorzugsweise ist der gesamte Magnetaktor bis auf
die Zuleitungen der Spulenelemente drehsymmetrisch, wobei die Anschlüsse alternativ
auch als drehsymmetrisch angeordnete Ringe vorgesehen werden können. Die Energiezufuhr
kann über eine galvanische oder induktive Ankopplung vorgesehen werden.
[0036] Ein erfindungsgemäßes Magnetventil umfasst neben dem in den Figuren 2 - 5 dargestellten
erfindungsgemäßen Magnetaktor auch eine Rückstellfeder und ein Ventil zur Kraftstoff
Flusssteuerung, das mit dem Anker kraftschlüssig verbunden ist, und so von diesem
mit der Kraft F
m bzw. F beaufschlagt werden kann.
[0037] In den Figuren 2 - 5 steht ein Kreis mit einem zentrierten Punkt für eine Leitung,
die mit einem Strom beaufschlagt ist, dessen technische Stromrichtung aus der Zeichenebene
hinausführt, wohingegen ein Kreis mit einem Kreuz einer Leitung entspricht, die mit
einem Strom in entgegen gesetzter Flussrichtung beaufschlagt ist. Vorzugsweise werden
Kanten der gesamten Vorrichtung abgerundet, um Streuverluste zu verhindern und um
die Magnetisierung durch den magnetischen Fluss zu optimieren. Ferner können die Formen
des Ankers und des Ankergegenstücks, insbesondere die jeweiligen Schultern, derart
geformt sein, dass das verwendete magnetische Material im wesentlichen homogen gesättigt
ist, wobei sich für den Fachmann aus den Figuren 4 und 5 sowie aus der Beschreibung
ergibt, welche Formanpassungen hierzu auszuführen sind.
1. Magnetaktor (10) für ein elektrisch steuerbares Magnetventil, wobei der Magnetaktor
ein Ankergegenstück (12) mit einer periodischen Zahnstruktur und im Inneren einen
in diese mit einer periodischen Zahnstruktur eingreifenden Anker (14) umfasst, der
sich in diesem längs erstreckt, wobei das Ankergegenstück (12) einen Hauptschenkel
(16) mit mehreren in Reihe angeordneten Spulenelementen (18 a-d) aufweist; wobei benachbarte
Spulenelemente einen gegenläufigen Flusssinn hervorrufen, sowie mehrere sich zum Anker
(14) hin erstreckende Erregerpol-Schultern (20 a-d) aufweist, die von dem Hauptschenkel
miteinander magnetisch verbunden werden, und der Anker (14) mehrere sich radial zum
Ankergegenstück (12) erstreckende Ankerpol-Schultern (22 a-d) aufweist, auf die die
Erregerpol-Schultern (20 a-d) bei Aktivierung der Spulenelemente (18 a-d) über einen
Luftspalt (L) wirken, dadurch gekennzeichnet, dass die Spulenelemente (18 a-d) den Hauptschenkel (16) umfänglich umgreifen und eine
Längsachse aufweisen, die sich parallel zur Längsachse des Hauptschenkels (16) erstreckt,
oder dieser Längsachse entspricht.
2. Magnetaktor nach Anspruch 1, wobei die Erregerpol-Schultern (20 a-d) und die Ankerpol-Schultern
(22 a-d) Polflächen (24 a-d; 26 a-d) umfassen und jeweils eine Polfläche (24 a-d)
einer der Erregerpol-Schultern (20 a-d) einer Polfläche (26 a-d) einer der Ankerpol-Schultern
(22 a-d) gegenüberliegt, die zusammen ein Polflächen-Paar bilden, das jeweils einen
Luftspalt (L) begrenzt.
3. Magnetaktor nach Anspruch 2, wobei die Erregerpol-Schultern (20 a-d) und die Ankerpol-Schultern
(22 a-d) derart zueinander ausgerichtet und über den Hauptschenkel (16) miteinander
magnetisch verbunden sind, dass der von einem Spulenelement (18 a-d) bei dessen Aktivierung
erzeugte magnetische Fluss zwischen dem Ankergegenstück (12) und dem Anker (14) im
wesentlichen über den Luftspalt (L) geführt wird.
4. Magnetaktor nach Anspruch 2, wobei die Ankerpol-Schultern (122 a-d) eine Rückführungsfläche
(130 a, b) aufweisen, die parallel zu der Innenfläche (132 a, b) des Hauptschenkels
(116), einen parasitären Luftspalt (LP) bildend, verläuft, wobei der parasitäre Luftspalt (LP) und die Größe der Innenfläche derart vorgesehen sind, dass der von einem der Spulenelemente
(118 a-d) bei dessen Aktivierung erzeugte magnetische Fluss zwischen dem Ankergegenstück
(112) und dem Anker (114) im Wesentlichen über die Rückführungsfläche (130 a, b) und
über eines der Polflächen-Paare (124a, 126a;124b,126 b) geführt wird.
5. Magnetaktor nach Anspruch 1, wobei zwischen benachbarten Erregerpol-Schultern (20
a -d) in dem Hauptschenkel (16) eine magnetische Engstelle (28 a-c) vorgesehen ist,
in der der Hauptschenkel (16) eine magnetische Führung aufweist, die geringer als
die magnetische Führung außerhalb der magnetischen Engstelle (28 a-c) ist, und wobei
jede magnetische Engstelle (28 a-c) an einem der Spulenelemente (18 a-d) derart angeordnet
ist, dass der von dem Spulenelement erzeugte Fluss im Wesentlichen von den Erregerpol-Schultern
(20 a-d) geführt wird und nur zu einem geringen Teil von der magnetischen Engstelle
(28 a-c) geführt wird.
6. Magnetaktor nach Anspruch 1, wobei Polflächen, die den Erregerpol-Schultern (20 a-d)
zugeordnet sind, parallel zu Polflächen.sind, die den Ankerpol-Schultern (22 a-d)
zugeordnet sind.
7. Magnetaktor nach Anspruch 1, wobei jedes der in Reihe angeordneten Spulenelemente
(18 a-d) in einem jeweiligen Wicklungsfenster vorgesehen ist, das sich als umfänglich
umlaufende Vertiefung in der Außenfläche des Hauptschenkels (16) erstreckt.
8. Magnetaktor nach Anspruch 1, wobei der Magnetaktor (10) eine Hülse (19) umfasst, die
um das Ankergegenstück (12) herum ausgebildet ist und deren Wandstärke und magnetische
Eigenschaften dazu geeignet sind, den von den Spulenelementen (18 a-d) bei deren Aktivierung
erzeugten Fluss zu führen.
9. Magnetaktor nach Anspruch 1, wobei benachbarte Spulenelemente (18 a-d) angeordnet
und/oder geschaltet sind, jeweilige magnetische Flüsse zu erzeugen, die zueinander
gegenläufig sind.
1. Magnetic actuator (10) for an electrically controllable solenoid valve, with the magnetic
actuator comprising an armature mating piece (12) with a periodic tooth structure
and, in the interior, an armature (14) which engages in the said periodic tooth structure
of the armature mating piece by way of a periodic tooth structure and extends longitudinally
in the said magnetic actuator, with the armature mating piece (12) having a main limb
(16) with a plurality of coil elements (18 a-d) which are arranged in series, with
adjacent coil elements creating an opposing flow direction, and having a plurality
of exciter pole shoulders (20 a-d) which extend towards the armature (14) and are
magnetically connected to one another by the main limb, and the armature (14) having
a plurality of armature pole shoulders (22 a-d) which extend radially to the armature
mating piece (12) and on which the exciter pole shoulders (20 a-d) act, across an
air gap (L), when the coil elements (18 a-d) are activated, characterized in that the coil elements (18 a-d) circumferentially surround the main limb (16) and have
a longitudinal axis which extends parallel to the longitudinal axis of the main limb
(16) or corresponds to this longitudinal axis.
2. Magnetic actuator according to Claim 1, with the exciter pole shoulders (20 a-d) and
the armature pole shoulders (22 a-d) comprising pole surfaces (24 a-d; 26 a-d) and
a pole surface (24 a-d) of one of the exciter pole shoulders (20 a-d) being situated
opposite a pole surface (26 a-d) of one of the armature pole shoulders (22 a-d) in
each case, the said pole surfaces together forming a pole surface pair which delimits
an air gap (L) in each case.
3. Magnetic actuator according to Claim 2, with the exciter pole shoulders (20 a-d) and
the armature pole shoulders (22 a-d) being oriented in relation to one another and
being magnetically connected to one another by means of the main limb (16) in such
a way that the magnetic flux which is generated by a coil element (18 a-d) when said
coil element is activated is guided between the armature mating piece (12) and the
armature (14) substantially across the air gap (L).
4. Magnetic actuator according to Claim 2, with the armature pole shoulders (122 a-d)
having a return surface (130 a, b) which runs parallel to the inner surface (132 a,
b) of the main limb (116) so as to form a parasitic air gap (LP), with the parasitic air gap (LP) and the size of the inner surface being provided in such a way that the magnetic
flux which is generated by one of the coil elements (118 a-d) when said coil element
is activated is guided between the armature mating piece (112) and the armature (114)
substantially by means of the return surface (130 a, b) and by means of one of the
pole surface pairs (124 a, 126 a; 124 b, 126 b).
5. Magnetic actuator according to Claim 1, with a magnetic constriction (28 a-c) being
provided in the main limb (16) between adjacent exciter pole shoulders (20 a-d), the
main limb (16) having a magnetic guide in said magnetic constriction and this magnetic
guide being smaller than the magnetic guide outside the magnetic constriction (28
a-c), and with each magnetic constriction (28 a-c) being arranged on one of the coil
elements (18 a-d) in such a way that the flux which is generated by the coil element
is guided substantially by the exciter pole shoulders (20 a-d) and only a small portion
is guided by the magnetic constriction (28 a-c).
6. Magnetic actuator according to Claim 1, with pole surfaces which are associated with
the exciter pole shoulders (20 a-d) being parallel to pole surfaces which are associated
with the armature pole shoulders (22 a-d).
7. Magnetic actuator according to Claim 1, with each of the coil elements (18 a-d), which
are arranged in series, being provided in a respective winding window which extends
as a circumferentially circulating recess in the outer surface of the main limb (16).
8. Magnetic actuator according to Claim 1, with the magnetic actuator (10) comprising
a sleeve (19) which is formed around the armature mating piece (12), and the wall
thickness and magnetic properties of the said sleeve being suitable for guiding the
flux which is generated by the coil elements (18 a-d) when said coil elements are
activated.
9. Magnetic actuator according to Claim 1, with adjacent coil elements (18 a-d) being
arranged and/or connected to generate respective magnetic fluxes which run in opposite
directions to one another.
1. Actionneur magnétique (10) pour une électrovanne à commande électrique, l'actionneur
magnétique comprenant une contre-pièce d'armature (12) avec une structure dentée périodique
et à l'intérieur une armature (14) venant en prise dans celle-ci avec une structure
dentée périodique, qui s'étend longitudinalement le long de celle-ci, la contre-pièce
d'armature (12) présentant une branche principale (16) avec plusieurs éléments de
bobine (18a-d) disposés en rangée, des éléments de bobine adjacents provoquant un
sens de flux opposé, et plusieurs épaulements de pôles d'excitation (20a-d) s'étendant
vers l'armature (14), lesquels sont connectés magnétiquement les uns aux autres par
la branche principale, et l'armature (14) présentant plusieurs épaulements de pôles
d'armature (22a-d) s'étendant radialement par rapport à la contre-pièce d'armature
(12), sur lesquels agissent les épaulements de pôles d'excitation (20a-d) lors de
l'activation des éléments de bobine (18a-d), par le biais d'un entrefer (L), caractérisé en ce que les éléments de bobine (18ad) viennent en prise sur la périphérie autour de la branche
principale (16) et présentent un axe longitudinal, qui s'étend parallèlement à l'axe
longitudinal de la branche principale (16) ou qui correspond à cet axe longitudinal.
2. Actionneur magnétique selon la revendication 1, dans lequel les épaulements de pôles
d'excitation (20a-d) et les épaulements de pôles d'armature (22a-d) comprennent des
surfaces de pôles (24a-d ; 26a-d) et une surface de pôle (24a-d) d'un des épaulements
de pôles d'excitation (20a-d) est à chaque fois en face d'une surface de pôle (26a-d)
d'un des épaulements de pôles d'armature (22a-d), lesquelles forment ensemble une
paire de surfaces de pôles, qui limite à chaque fois un entrefer (L).
3. Actionneur magnétique selon la revendication 2, dans lequel les épaulements de pôles
d'excitation (20a-d) et les épaulements de pôles d'armature (22a-d) sont orientés
les uns par rapport aux autres et sont connectés magnétiquement les uns aux autres
par le biais de la branche principale (16) de telle sorte que le flux magnétique créé
par un élément de bobine (18ad) lors de son activation soit guidé entre la contre-pièce
d'armature (12) et l'armature (14) essentiellement par le biais de l'entrefer (L).
4. Actionneur magnétique selon la revendication 2, dans lequel les épaulements de pôles
d'armature (122ad) présentent une surface de retour (130a,b) qui s'étend parallèlement
à la surface interne (132a, b) de la branche principale (116), en formant un entrefer
parasite (LP), l'entrefer parasite (LP) et la dimension de la surface interne étant prévus de telle sorte que le flux magnétique
créé par l'un des éléments de bobine (118a-d) lors de son activation soit guidé entre
la contre-pièce d'armature (112) et l'armature (114) essentiellement par le biais
de la surface de retour (130a,b) et par le biais de l'une des paires de surfaces de
pôles (124a, 126a ; 124b, 126b).
5. Actionneur magnétique selon la revendication 1, dans lequel une zone de rétrécissement
magnétique (28a-c) est prévue dans la branche principale (16) entre des épaulements
de pôles d'excitation (20a-d) adjacents, dans laquelle la branche principale (16)
présente un guide magnétique, qui est plus faible que le guide magnétique en dehors
de la zone de rétrécissement magnétique (28a-c), et chaque zone de rétrécissement
magnétique (28a-c) étant disposée au niveau de l'un des éléments de bobine (18a-d)
de telle sorte que le flux produit par l'élément de bobine soit guidé essentiellement
par les épaulements de pôles d'excitation (20a-d) et ne soit guidé que dans une moindre
mesure par la zone de rétrécissement magnétique (28a-c).
6. Actionneur magnétique selon la revendication 1, dans lequel des surfaces de pôles,
qui sont associées aux épaulements de pôles d'excitation (20a-d), sont parallèles
à des surfaces de pôles qui sont associées aux épaulements de pôles d'armature (22a-d).
7. Actionneur magnétique selon la revendication 1, dans lequel chacun des éléments de
bobine (18a-d) disposés en série est prévu dans une fenêtre d'enroulement respective,
qui s'étend sous forme de renfoncement périphérique circonférentiel dans la surface
extérieure de la branche principale (16).
8. Actionneur magnétique selon la revendication 1, dans lequel l'actionneur magnétique
(10) comprend une douille (19), qui est réalisée tout autour de la contre-pièce d'armature
(12), et dont l'épaisseur de paroi et les propriétés magnétiques sont appropriées
pour guider le flux produit par les éléments de bobine (18a-d) lors de leur activation.
9. Actionneur magnétique selon la revendication 1, dans lequel des éléments de bobine
adjacents (18a-d) sont disposés et/ou montés pour produire à chaque fois des flux
magnétiques qui sont de sens opposés.