[0001] Die Erfindung betrifft eine Sanitärarmatur gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1
und ein Verfahren gemäß Patentanspruch12.
[0002] Üblicherweise werden Sanitärarmaturen von oben in eine Montageöffnung einer Platte,
einer Armaturenbank, einer Spüle oder eines Wachbeckens eingesetzt und von unten mit
Muttern oder Schrauben fixiert. Diese Art der Montage ist zeitaufwändig und umständlich,
da die Raumverhältnisse unterhalb einer solchen Platte häufig beengt sind und somit
die für die Montage erforderliche Zugänglichkeit beeinträchtigen. Teilweise sind zwei
Personen erforderlich, da die Armatur bis zu einer gewissen Fixierung von Hand gehalten
werden muss.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Sanitärarmatur der so zu gestalten,
dass deren Montage an einer Platte, einer Armaturenbank oder dergleichen erleichtert
wird und somit Montagezeiten verkürzt werden.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Armatur gemäß dem kennzeichnenden Teils
des Anspruchs 1 und durch ein Verfahren gemäß Anspruch 12 gelöst.
[0005] Hierzu wird eine Sanitärarmatur bereitgestellt, die zur Befestigung an einer waagerechten
Platte, insbesondere einer Armaturenbank, einem Waschtisch, oder einer Arbeitsplatte
vorgesehen ist und die einen Auslauf, eine Funktionseinheit, welche wenigstens einen
Anschluss für einen Wasserzufluss aufweist, und eine Wasser führende Befestigungsstange
umfasst. Die Befestigungsstange verbindet hierbei die Funktionseinheit und den Auslauf,
wobei der Auslauf über einen Steckanschluss mit der Befestigungsstange verbunden ist.
Ein vormontierter Teil der Armatur ist von der Unterseite der Platte in eine Montageöffnung
einsetzbar und von der Oberseite der Platte befestigbar, wobei die Funktionseinheit
unterhalb der Platte angeordnet ist.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung bietet neben der vereinfachten Montage, den Vorteil,
dass das Funktionsteil und alle weiteren nicht sichtbaren Teile der Armatur als Standardkomponente
ausgeführt werden können, während der Auslauf je nach Produktlinie anders gestaltet
werden und ausgetauscht werden kann.
[0006] Vorteilhaft ist dabei, dass die Befestigungsstange axial festliegend und drehbar
mit der Funktionseinheit verbunden ist. Die Funktionseinheit kann beispielsweise ein
Eckventil, eine Abscherreinheit und/ oder eine Steuereinheit sein. Weiterhin kann
die Funktionseinheit auch eine drahtlos elektronisch gesteuerte Misch- und Absperreinheit
sein, wodurch auf weitere Montageöffnungen in der Platte verzichtet werden könnte.
Die Befestigungsstange wird derart mit der Funktionseinheit vormontiert, dass die
Befestigungsstange zwar dicht mit dieser verbunden und in ihrer axialen Richtung fixiert
ist, dass sie jedoch in der Funktionseinheit spielfrei drehbar ist. Dazu ist an der
Befestigungsstange oberhalb eines Dichtelements eine umlaufende Ringnut eingelassen,
die mit einer Ausnehmung an der Funktionseinheit korrespondiert, sodass sie mittels
eines Sicherungsstiftes oder eines u-förmigen Sicherungselements fixiert werden kann.
[0007] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Sanitärarmatur sind an der Befestigungsstange
oberhalb der Platte Mittel zur Fixierung der Befestigungsstange in axialer Richtung
vorgesehen. Hierzu kann an der Befestigungsstange oberhalb der Platte eine umlaufende
Nut angeordnet sein. Mittels einer Klemmscheibe mit u-förmigem Ausschnitt, die von
einer Seite in die Nut eingeschoben wird, wird die Befestigungsstange in axialer Richtung
an der Platte festgelegt. Hierbei ist es von Vorteil, wenn die Klemmscheibe drehbar
in einem Dichtungselement bestehend aus einer Kreisringscheibe und einem Dichtring
gelagert ist.
Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht zudem vor, dass an der Befestigungsstange unterhalb
der Platte höhenverstellbare Mittel zur Verspannung der Armatur an der Platte angeordnet
sind. Dazu weist die Befestigungsstange ein Außengewinde, auf welches vor der Montage
der Befestigungsstange an der Funktionseinheit wenigstens ein Klemmelement mit einem
Innengewinde aufgeschraubt wird.
[0008] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung weist die Befestigungsstange zudem Anlageflächen
für einen Montageschlüssel auf. Diese sind so angeordnet, dass die Befestigungsstange
von einer Position oberhalb der Platte gedreht werden kann. Durch die Verdrehung der
Befestigungsstange wird das Klemmelement über das Gewinde nach oben bewegt, wodurch
eine Verspannung der Befestigungsstange an der Platte mittels axial festsitzender
Klemmscheibe von oben und in axialer Richtung beweglichem Klemmelement von unten erfolgt.
Besonders vorteilhaft ist dabei, wenn die Anlageflächen für den Montage- oder Steckschlüssel
im Innern der Befestigungsstange vorgesehen sind. Dadurch wird die Gefahr von Deformierungen
im Bereich von Anlageflächen an der Außenseite reduziert. Dies ist im Hinblick darauf
von Bedeutung, dass auf der Befestigungsstange wiederum ein Anschlussnippel für einen
Auslauf dicht befestigt werden muss. Dazu ist am oberen Ende der Befestigungsstange
ein Innengewinde angeordnet.
[0009] Weiterhin wird durch die Erfindung ein Verfahren zur Befestigen einer Sanitärarmatur
an einer waagrechten Platte mit folgenden Schritten bereitgestellt. Zunächst werden
eine Funktionseinheit, eine Befestigungsstange und wenigstens ein Klemmelement, das
zwischen Funktionseinheit und Befestigungsstange angeordnet ist, vormontiert. Anschließend
wird die Befestigungsstange von unten durch eine Öffnung in der Platte eingeführt,
bis die Befestigungsstange soweit aus der Öffnung ragt, dass sie mittels einer Klemmscheibe
von oben fixiert werden kann. Abschließend wird das vormontierte Armaturenteil von
der Oberseite der Platte aus befestigt.
[0010] Besonders vorteilhaft ist dabei, dass das Verspannen des vormontierten Armaturenteils
durch eine Drehung der Befestigungsstange erfolgt, bis das Klemmelement an der Unterseite
der Platte angepresst wird. Dabei erfolgt die Drehung mittels eines in die Befestigungsstange
einführbaren Steckschlüssels.
[0011] Im Anschluss an das Verspannen der vormontierten Teils der Armatur an der Platte
wird zunächst ein Anschlussstutzen dicht mit der Befestigungsstange verschraubt und
auf diesem über einen Steckverschluss ein Auslauf befestigt.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im Folgenden näher beschrieben. Es zeigt in der Zeichnung
- Figur 1
- einen Schnitt durch eine bereits an einer Platte befestigten erfindungsgemäßen Sanitärarmatur
- Figur 2
- im Detail die Draufsicht auf eine Klemmscheibe
[0013] Figur 1 zeigt einen Teil einer Sanitärarmatur 1, die bereits an einer Arbeitsplatte
2 verspannt ist. Ein Auslauf ist nicht dargestellt. An einer Funktionseinheit 4, die
zwei Anschlüsse 41 für einen Wasserzufluss aufweist, ist ein Anschlussstutzen 42 für
eine Wasser führende Befestigungsstange 5 vorgesehen. Die Befestigungsstange 5 ist
drehbar, aber axial festliegend in dem Anschlussstutzen 42 befestigt. Dazu ist im
unteren Teil der Befestigungsstange 5 eine Ringnut 53 angeordnet, die mit einer Ausnehmung
im Anschlussstutzen 42 korrespondiert. Zur Sicherung gegen Herausziehen wird ein gekröpftes
u-förmiges Sicherungselement 9 in die Ausnehmung am Anschlussstutzen 42 und in die
Ringnut 53 an der Befestigungsstange 5 eingeschoben. Zur Abdichtung des Anschlusses
ist im Bereich des Anschlussstutzens 42 in der Befestigungsstange 5 ein Dichtring
angeordnet. Vor dem Einführen der Befestigungsstange 5 in eine Montageöffnung 3 an
einer Arbeitsplatte 2 wird zunächst ein Klemmelement 57 auf ein Außengewinde 51 auf
der Befestigungsstange 5 aufgeschraubt. Das Klemmelement 57 besitzt dazu eine Führung
mit einem Innengewinde und zwei beanstandet zueinander angeordnete Klemmbacken.
[0014] Zur axialen Festlegung der Befstigungsstange5 an der Platte 2 ist am oberen Ende
der Befestigungsstange 5 eine weitere Ringnut 55 vorgesehen. In diese wird von der
Seite eine Klemmscheibe 8 mit u-förmigem Ausschnitt eingeschoben. Diese ist in Figur
2 in der Draufsicht dargestellt. Die Befestigungsstange 5 lagert zunächst hängend
auf der Klemmscheibe 8, die wiederum auf einem Falz einer Kreisringscheibe 7, die
über einen Dichtring 71 und eine Feststellschraube 72 dicht an der Platte 2 festgelegt
ist. Die Kreisringscheibe 7 kann bereits vor der Montage der Sanitärarmatur 1 an der
Platte 2 befestigt werden.
Im Innern der Befestigungsstange 5 sind Anlageflächen 56 für einen Steckschlüssel
eingelassen. Solange der Anschlussstutzen 6 für den Auslauf noch nicht montiert ist,
kann der Steckschlüssel von oben in die Befestigungsstange 5 eingeführt werden. Durch
eine Drehung des Steckschlüssels dreht sich somit auch die Befestigungsstange 5. Je
nach Drehrichtung wird das Klemmelement 57 über das Gewinde nach oben oder unten bewegt.
Zum Verspannen der Sanitärarmatur 1 muss das Klemmelement 57 nach oben bewegt werden,
bis es an der Unterseite der Platte 2 anliegt.
Zur weiteren Montage wird ein Anschlussstutzen 6 über einen Schraubanschluss mit der
Befestigungsstange 5 verbunden, wobei in der Befestigungsstange 5 im Anschluss an
die Anlageflächen 56 für den Steckschlüssel ein Innengewinde 52, sowie an dem Anschlussstutzen
ein Außengewinde 61 und darüber ein Dichtring 62 angeordnet ist. Schließlich wird
ein Auslauf (nicht dargestellt) auf den Anschlussstutzen 6 aufgesteckt.
Bezugszeichenliste
[0015]
- 1
- Sanitärarmatur
- 2
- Platte, Armaturenbank etc.
- 3
- Montageöffnung
- 4
- Funktionsteil
- 41
- Anschluss
- 42
- Anschlussstutzen für eine Befestigungsstange
- 5
- Befestigungsstange
- 51
- Außengewinde
- 52
- Innengewinde
- 53
- Untere Ringnut
- 54
- Dichtring
- 55
- Obere Ringnut
- 56
- Anlagefläche für Montageschlüssel
- 57
- Klemmelement
- 6
- Anschlussstutzen
- 61
- Außengewinde
- 62
- Dichtring
- 7
- Kreisringscheibe
- 71
- Dichtring
- 72
- Feststellschraube
- 8
- Klemmscheibe
- 9
- Sicherungselement
1. Sanitärarmatur, die zur Befestigung an einer waagerechten Platte (2), insbesondere
einer Armaturenbank, einem Waschtisch, oder einer Arbeitsplatte vorgesehen ist,
- mit einem Auslauf,
- einer Funktionseinheit (4),
- - die wenigstens einen Anschluss (41) für einen Wasserzufluss aufweist,
und
- einer Wasser führenden Befestigungsstange (5),
- - die die Funktionseinheit (4) und den Auslauf verbindet,
wobei zwischen Auslauf und Befestigungsstange (5) ein Steckanschluss vorgesehen und
ein vormontierter Teil der Armatur aus Funktionseinheit (4) und Befestigungsstange
(5) von der Unterseite der Platte (2) in eine Montageöffnung (3) einsetzbar und von
der Oberseite der Platte (2) befestigbar ist, wobei die Funktionseinheit (4) unterhalb
der Platte (2) angeordnet ist.
2. Sanitärarmatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsstange (5) axial festliegend und drehbar mit der Funktionseinheit
(4) verbunden ist.
3. Sanitärarmatur nach einem Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Befestigungsstange (5) oberhalb der Platte (2) Mittel zur Fixierung (55) der
Befestigungsstange (5) in axialer Richtung vorgesehen sind.
4. Sanitärarmatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Befestigungsstange (5) unterhalb der Platte (2) höhenverstellbare Mittel (51,
57) zur Verspannung der Armatur an der Platte (2) vorgesehen sind.
5. Sanitärarmatur nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass an der Befestigungsstange (5) ein Außengewinde (51) und wenigstens ein Klemmelement
(57) mit einem Innengewinde vorgesehen sind.
6. Sanitärarmatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Befestigungsstange (5) oberhalb der Platte (2) eine umlaufende Nut (55) zur
Aufnahme einer Klemmscheibe (8) mit u-förmigem Ausschnitt vorgesehen ist.
7. Sanitärarmatur nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmscheibe (8) drehbar in einem Dichtungselement aus Kreisringscheibe (7) und
Dichtring (71) gelagert ist.
8. Sanitärarmatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsstange (5) Anlageflächen (56) für einen Montageschlüssel aufweist.
9. Sanitärarmatur nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlageflächen (56) im Innern der Befestigungsstange (5) für einen Steckschlüssel
vorgesehen sind.
10. Sanitärarmatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Drehung der Befestigungsstange (5) eine Verspannung der Armatur an der
Platte (2) mittels Klemmelement (57) und Klemmscheibe (8) erfolgt.
11. Sanitärarmatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am oberen Ende der Befestigungsstange (5) ein Innengewinde (52) zur Befestigung eines
Anschlussstutzens (6) für den Auslauf vorgesehen ist.
12. Verfahren zur Befestigen einer Sanitärarmatur an einer waagrechten Platte (2) mit
den Schritten
- Vormontieren von Funktionseinheit (4), Befestigungsstange (5) und wenigstens einem
Klemmelement (57),
- Einführen der Befestigungsstange (5) von unten durch eine Öffnung (3) in der Platte
(2),
- Fixieren der Befestigungsstange (5) mittels Klemmscheibe (8) von oben,
- Verspannen des vormontierten Armaturenteils von der Oberseite der Platte (2) aus.
13. Verfahren gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Verspannen der vormontierten Armaturenteils durch eine Drehung der Befestigungsstange
(5) erfolgt, bis der Klemmelement (57) an der Unterseite der Platte (2) angepresst
wird.
14. Verfahren gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung mittels eines in die Befestigungsstange (5) einführbaren Steckschlüssels
erfolgt.
15. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigen des Auslaufs nach dem Verspannen des vormontierten Teils der Armatur
erfolgt.