[0001] Die Erfindung betrifft ein Türschloss für ein Haushaltgerät, insbesondere für eine
Spülmaschine, mit einem am Gerätegehäuse befestigbaren Schließkloben und einem in
oder an der Tür angeordneten Schlossgehäuse, in dem eine den Schließkloben aufnehmende
Schließfalle an einem Schließhebel drehbar gelagert ist, wobei der Schließhebel gegen
die Kraft einer Feder am Schlossgehäuse schwenkbar angelenkt ist.
[0002] Ein solches Türschloss ist aus der
DE 198 37 248 C2 bekannt. Es handelt sich um ein Schloss mit kraftschlüssigem Schließmechanismus,
welches insbesondere bei sogenannten vollintegrierten Geschirrspülmaschinen eingesetzt
wird, da bei diesen Maschinen keine Entriegelung durch einen schwenkbaren Türgriff
gewünscht wird. Das Schloss beinhaltet einen schwenkbaren Türhebel, dessen Anlenkpunkt
am Schlossgehäuse sich im Gebrauchszustand der Spülmaschine bei geschlossener Tür
unterhalb des Schließklobens befindet. Hierdurch baut das Schlossgehäuse nach unten
auf und verbraucht Platz, der beispielsweise für eine in der Tür angeordnete Gerätesteuerung
benötigt wird.
[0003] Der Erfindung stellt sich somit das Problem, ein Türschloss der eingangs genannten
Art zu offenbaren, welches nur einen geringen Einbauraum benötigt.
[0004] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch ein Türschloss mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich
aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0005] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Türschlosses wird ein kompakter Aufbau
und gleichzeitig eine einfache Handhabung erreicht. In einer zweckmäßigen Ausführungsform
ist die Schließfalle mit einer Abrollkontur ausgestattet, welche mit einer am Schließgehäuse
befestigten Konturrolle zusammenwirkt. Dabei unterteilt eine Kippkante die Abrollkontur
in einen ersten und einen zweiten Bereich, wobei die Konturrolle bei geöffneter Tür
am ersten Bereich und bei geschlossener Tür am zweiten Bereich anliegt. Es ist vorteilhaft,
wenn die Abrollkontur im zweiten Bereich in Richtung der Konturrolle gewölbt ist.
Hierdurch werden die Kräfte, die zur Öffnung des Schlosses notwendig sind, gering
gehalten. Des weiteren wird ein Verschleiß im Berührpunkt zwischen Schließfalle und
Schließkloben verhindert.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht des Türschlosses gemäß der Erfindung in Schließstellung;
- Figur 2
- einen Schnitt durch das Türschloss in Schließstellung;
- Figur 3
- einen Schnitt durch das Türschloss in Öffnungsstellung.
[0007] Das in Figur 1 in Schließstellung perspektivisch dargestellte Türschloss 1 beinhaltet
einen Schließkloben 2, der üblicherweise im oberen Bereich des Gerätegehäuses (nicht
dargestellt) einer Spülmaschine befestigt ist. In der nicht dargestellten Tür der
Spülmaschine ist angrenzend zu deren Oberkante ein Schlossgehäuse 3 angeordnet. Das
gezeigte Türschloss 1 verriegelt kraftschlüssig, d. h., zu seiner Öffnung ist lediglich
eine auf die Tür wirkende Zugkraft notwendig, es sind vom Benutzer keine weiteren
Verriegelungselemente zu betätigen.
[0008] Der Schließkloben 2 besitzt an seinem dem Schlossgehäuse zugekehrten Ende eine rechteckige
Aussparung 4, durch die im vorderen Bereich ein Schließbügel 5 gebildet wird. Dieser
wirkt mit dem gabelförmigen Teil 6 einer um Drehpunkt 26 drehbaren Schließfalle 7
zusammen, welche außerdem noch eine Abrollkontur 8 besitzt. Die Abrollkontur 8 wirkt
ihrerseits mit einer Konturrolle 9 zusammen, welche über einen Halter 10 am Schlossgehäuse
3 befestigt ist. Die Gesamtkontur ist in zwei Bereiche 11 und 12 unterteilt, von denen
der erste 11 bei Öffnungsstellung und der zweite 12 bei Schließstellung an der Rolle
9 anliegen, dazwischen ist eine Kippkante 13 angeordnet. Der erste Bereich 11 ist
von der Konturrolle 9 weggewölbt, der zweite 12 zur Konturrolle 9 hin.
[0009] Um die zum Abrollen notwendige Relativbewegung zwischen Kontur 8 und Rolle 9 zu ermöglichen,
erfolgt die drehbare Lagerung der Schließfalle 7 an einem rahmenförmigen Schließhebel
14, der seinerseits im Schlossgehäuse 3 schwenkbar angelenkt ist. Das obere Rahmenteil
15 ist auf beiden Seiten mit in den Zeichnungen nicht dargestellten Lagerbolzen versehen,
die über die beiden seitlichen Rahmenteile 16 hinausragen und in Bohrungen 17 im Schlossgehäuse
3 gelagert sind. Auf diese Weise ist die Schwenkachse 18 des Schließhebels 14 in einer
im Gebrauchszustand des Geräts bei geschlossener Tür oberhalb des Schließklobens 7
befindlichen Lage angeordnet. Das untere Rahmenteil 19 ist von einer Andruckrolle
20 umgeben. Die Andruckrolle 20 drückt bei ihrer Bewegung von der in Figur 2 gezeigten
Schließstellung in die in Figur 3 gezeigte Öffnungsstellung gegen die Kraft einer
Druckfeder 21 auf eine Platte 22.
[0010] Die Funktionsweise des Türschlosses 1 wird im Folgenden beschrieben:
[0011] In der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Schließstellung liegt der Schließbügel 5
im gabelförmigen Teil 6 der Schließfalle 7, im Folgenden als Gabel 6 bezeichnet. Die
Druckfeder 21 bringt über die Platte 22 eine Kraft auf die Andruckrolle 20 und hält
dadurch den Schließhebel 14 in der in Figur 2 nach rechts geschwenkten Position. Dies
bewirkt ein Verbleiben der Schließfalle 7 in der Schließposition.
[0012] Das Öffnen der Tür verursacht eine Bewegung des Schlossgehäuses 3 in Richtung des
eingezeichneten Pfeils 23. Dabei zieht der Schließbügel 5 am linken Teil 24 der Gabel
6. Eine Drehung der Schließfalle 7 wird zunächst durch die Konturrolle 9, die am zweiten
Bereich 12 der Abrollkontur 8 anliegt, verhindert. Deshalb wird zuerst der Schließhebel
14 mitsamt der Schließfalle 7 nach links gegen die Kraft der Druckfeder 21 geschwenkt.
Die Andruckrolle 20 läuft dabei auf der Platte 22 nach oben. Durch das Schwenken des
Schließhebels 14 wandert auch der zweite Bereich 12 der Abrollkontur 8 an der Konturrolle
9 in Richtung Kippkante 13. Nach dem Überschreiten der Kippkante 13 dreht sich die
Schließfalle 7 in die in Figur 3 gezeigte Öffnungsstellung. Dabei gibt die Gabel 6
den Schließbügel 5 frei. Die Abrollkontur liegt dann mit dem ersten Bereich 11 an
der Konturrolle 9.
[0013] Zum Schließen wird die Tür mitsamt Schlossgehäuse 3 gegen die Richtung des Pfeils
23 bewegt. Dabei drückt der Schließbügel 5 gegen den rechten Teil 25 der Gabel 6 und
schwenkt hierüber den Schließhebel 14 nach rechts. Die Schwenkbewegung wird durch
die Druckfeder 21 unterstützt, die Andruckrolle 20 läuft dabei auf der Platte 22 nach
unten. Während der Schwenkbewegung wandert die Abrollkontur 8 auf der Konturrolle
9 vom ersten Bereich 11 über die Kippkante 13 in den zweiten Bereich 12. Dabei dreht
sich die Schließfalle 7 gegen den Uhrzeigersinn und die Gabel 6 umfasst den Schließbügel
5.
1. Türschloss (1) für ein Haushaltgerät, insbesondere für eine Spülmaschine, mit einem
am Gerätegehäuse befestigbaren Schließkloben (2) und einem in oder an der Tür angeordneten
Schlossgehäuse (3), in dem eine den Schließkloben (2) aufnehmende Schließfalle (7)
an einem Schließhebel (14) drehbar gelagert ist, wobei der Schließhebel (14) gegen
die Kraft einer Feder (21) am Schlossgehäuse (3) schwenkbar angelenkt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwenkachse (18) des Schließhebels in einer im Gebrauchszustand des Geräts bei
geschlossener Tür oberhalb der Schließfalle (7) befindlichen Lage bezogen auf der
dem Gerätegehäuse zugewandten Seite der Tür angeordnet ist.
2. Türschloss (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schließfalle (7) mit einer Abrollkontur (8) ausgestattet ist, welche mit einer
am Schließgehäuse (3) befestigten Konturrolle (9) zusammenwirkt.
3. Türschloss (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Kippkante (13) die Abrollkontur (8) in einen ersten Bereich (11) und einen zweiten
Bereich (12) unterteilt, wobei die Konturrolle (9) bei geöffneter Tür am ersten Bereich
(11) und bei geschlossener Tür am zweiten Bereich (12) anliegt.
4. Türschloss (1) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abrollkontur (8) im zweiten Bereich (12) in Richtung der Konturrolle (9) gewölbt
ist.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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