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EP 1 940 260 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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24.04.2013 Patentblatt 2013/17 |
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Anmeldetag: 12.10.2005 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2005/010964 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2007/042061 (19.04.2007 Gazette 2007/16) |
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DIP-APPLIKATOR
DIP APPLICATOR
APPLICATEUR PLONGEUR
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.07.2008 Patentblatt 2008/28 |
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Patentinhaber: Schwan-STABILO Cosmetics GmbH & Co. KG |
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90562 Heroldsberg (DE) |
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Erfinder: |
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- RÖDER, Georg
91126 Schwabach (DE)
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Vertreter: Eisenführ, Speiser & Partner |
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Postfach 31 02 60 80102 München 80102 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 038 524 EP-A1- 0 875 169 WO-A-03/032769
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EP-A- 0 965 286 WO-A-00/54623 US-A- 4 635 659
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Applikator zum Eintauchen in eine kosmetische Zubereitung
und zum Auftragen derselben auf der Haut, Semischleimhaut, Schleimhaut, Härchen oder
Haaren; nachfolgend auch als Dip- oder Stiel-Applikator bezeichnet.
[0002] Als kosmetische Zubereitung kommen grundsätzlich alle Arten flüssiger, pastöser,
gelartiger oder pulverförmiger Substanzen in Frage. Der darauf abgestimmte Applikator
soll geeignet sein, eine gleichmäßige Auftragung und Verteilung der Zubereitung möglichst
gleichzeitig über einen größeren Bereich und auf verschiedene Partien der Haut oder
Haar zu erzielen.
[0003] Dip- oder Stiel-Applikatoren sind in der Kosmetikindustrie beispielsweise in Form
von Mascarabürsten, Bürsten, Pinsel, Schaumstoffschwämme oder Moosgummiapplikatoren
beispielsweise zum Auftragen von Wimpern- oder Haarmaskara, flüssigem Lippenstift
hoher Viskosität oder dgl. bekannt.
[0004] Die bürsten- oder pinselförmigen Applikatoren werden in der Regel durch Ankleben
oder mechanisches Befestigen der Borsten oder Haare an einem stielförmigen Halteteil
gebildet. Es sind ferner auch beflockte Dip- oder Stiel-Applikatoren beispielsweise
zum Auftragen von pulverförmigem Lidschatten oder dgl. bekannt. Die Beflockung wird
erzielt, indem elektrostatisch auf die Oberfläche des Applikators aufgebrachte Flocken
an dieser angeklebt werden.
[0005] Bei diesem Herstellungsverfahren stellten sich jedoch mikrobielle Belastungen sowie
eine in Abhängigkeit von der Trocknungsdauer des Klebstoffes relativ lange Fertigungsdauer
als problematisch heraus. Ferner hat sich gezeigt, dass aufgrund der statistischen
Verteilung der Flocken auf der Oberfläche der Auftrag bzw. die Verteilung der kosmetischen
Zubereitung nicht immer gleichmäßig erfolgt. Diese Problematik verschlimmert sich
mit zunehmender Gebrauchsdauer sogar noch, weil die Flocken in Abhängigkeit von der
Art der kosmetischen Zubereitung die Neigung haben zu verkleben. Ähnliches gilt für
Bürstenartige Applikatoren.
[0006] Aus der
US 6,616,366 ist eine andere Applikatorbürste zum Auftragen von Mascara bekannt, die mittels eines
Zwei-Komponenten-Spritzgussverfahrens (2K-Verfahren) hergestellt werden kann. Dabei
werden an einem als steifer Kunststoffkern ausgebildeten Halteteil radial abstehende
Borsten aus einem weicheren Kunststoff (Applikatorteil) angespritzt. Der Verarbeitungsprozess
des Anspritzens erfolgt bei erhöhten Temperaturen, meist im Bereich von 200 °C oder
darüber. Eine solche Temperatur ist für Mikroorganismen lebensfeindlich und der hergestellte
Applikator verlässt die Spritzmaschine daher keimfrei. Wird der Applikator auf diese
Weise in mehreren aufeinander folgenden Spritzvorgängen vollständig in einer Maschine
hergestellt, das Problem der mikrobiellen Belastungen überwunden werden. Auch ist
die Steifigkeit der Borsten durch geeignete Wahl des Kunststoffes einstellbar, sodass
ein Verkleben vermieden werden kann.
[0007] Bei einigen der Ausführungsformen der Mascarabürsten aus der
US 6,616,366 weist der Halteteil über seine gesamte Länge einen axialen Kanal auf, in welchem
kosmetische Zubereitung deponiert und geleitet wird. Die Borsten haben ihrerseits
mit diesem Kanal verbundene innere Kapillare, durch welche die kosmetische Zubereitung
an der Oberfläche der Borsten austreten kann. Auf diese Weise wird die Bürste beim
Applizieren mit kosmetischer Zubereitung versorgt. Dies ermöglicht über einen längeren
Zeitraum eine gleichmäßigere Abgabe bis die in dem Hohlraum deponierte Zubereitung
aufgebraucht ist. Als nachteilig könnte sich jedoch herausstellen, dass die Kapillare
innerhalb der Borsten leicht verstopfen, so dass die Zuleitung nicht für jede Art
der Zubereitung gleichermaßen geeignet ist. Ferner ist die Herstellung einer solchen
Bürsten insbesondere aufgrund der Ausbildung von Kapillaren in jeder der Borsten aufwendig
und entsprechend teuer.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Applikator zu schaffen, der zum
Auftragen einer Vielzahl verschiedener kosmetischer Substanzen auf der Haut, Semischleimhaut,
Schleimhaut oder auf Härchen geeignet und günstig in der Herstellung ist.
[0010] Die Aufgabe wird durch einen Applikator der eingangs genannten Art mit einem Halteteil
und einem an das Halteteil angespritzten Applikatorteil gebildet, bei dem sowohl das
Halteteil als auch das Applikatorteil zumindest teilweise aus Kunststoff bestehen
und der Kunststoff des Halteteils härter ist als der Kunststoff des Applikatorteils
und wobei das Applikatorteil auf seiner Außenoberfläche wenigstens einen sich im Wesentlichen
über die gesamte Länge des Applikatorteils erstreckenden Kanal aufweist, der ausgebildet
ist, die kosmetische Substanz in Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils zu
verteilen, wobei das Applikatorteil (120) eine Oberflächenstruktur mit einer Vielzahl
von Strukturelementen aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturelemente
Kronen mit jeweils umfänglich angeordneten Zacken umfassen.
[0011] Als Produkt können die erfindungsgemäßen Dip- oder Stiel-Applikatoren zusammen mit
einer Flasche angeboten werden, in der die kosmetische Zubereitung aufbewahrt wird
und in die der Applikator eingetaucht ist, wobei der Applikator eine Haptik aufweisen
kann, die zugleich den (Schraub-)Verschluss der Flasche bildet. In etwas anderer Ausgestaltung
können die erfindungsgemäßen Applikatoren auch in einem Etui oder sonstigen Behälter
und/oder mit einem Schoner versehen aufbewahrt bzw. dem Kosmetikprodukt beigefügt
werden.
[0012] Das Ausbilden des Kanals auf der Außenoberfläche des Applikatorteils ist fertigungstechnisch
durch Verwendung einer entsprechenden Spritzgussform für das Applikatorteil einfach.
Die Dimensionierung des Kanals erfolgt vorteilhafter Weise unter Berücksichtigung
der physikalischen Eigenschaften der kosmetischen Zubereitung und deren Wechselwirkung
mit dem Applikatorteilkunststoff, insbesondere die Oberflächenspannung und die Benetzung.
In diesem Fall bilden Applikator und Zubereitung ein System, bei dem es gelingt, auf
konstruktiv einfache Weise die kosmetische Zubereitung durch die Kapillarität des
Kanals wirksam in Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils zu verteilen.
[0013] Ferner bietet das Halteteil des erfindungsgemäßen Applikators eine Einstellmöglichkeit
für die Eigenstabilität, indem es sich zumindest teilweise in Längserstreckungsrichtung
des Applikators in das Applikatorteil hinein erstreckt. Schließlich können durch die
Wahl eines geeigneten weicheren Applikatorteilkunststoffes die gewünschten haptischen,
Mitnahme- und Verteilungseigenschaften unter Berücksichtigung der ferner von der Zubereitung
abhängige Benetzung für den jeweiligen Anwendungsfall eingestellt werden.
[0014] In einer vorteilhaften Weiterbildung weist der Kanal eine über seine Länge variierende
Breite auf. Damit kann dessen Kapillarität in bestimmten Zonen verändert werden. Zonen
mit erhöhter Kapillarität dienen dann vorwiegend dem Transport während solche mit
geringerer Kapillarität gleichzeitig als Depot für die aufzutragende kosmetische Zubereitung
dienen.
[0015] Eine gute Förderung der Zubereitung wird bevorzugt dadurch erreicht, dass die Breite
des Kanals in etwa gleich dessen Tiefe bezogen auf die Außenoberfläche des Applikatorteils
ist. Ferner ist der Kanal mit zunehmender Tiefe bevorzugt verjüngt.
[0016] Im Sinne eines kurzen Transportweges der kosmetischen Zubereitung ist vorteilhaft,
wenn sich der Kanal im Wesentlichen in Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils
erstreckt.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform beschreibt der Kanal wenigstens eine
spiralförmige Windung um das Applikatorteil. Dadurch wird die Zubereitung nicht nur
axial bezogen auf die Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils sondern auch angular
gefördert, d.h. radial über dessen Umfang verteilt.
[0018] Von Vorteil ist es, wenn der Querschnitt des Kanals zum dem Halteteil abgewandten
Ende des Applikatorteils hin verjüngt ist, insbesondere indem die Tiefe und die Breite
des Kanals zum dem Halteteil abgewandten Ende des Applikatorteils hin in etwa gleichermaßen
abnehmen. Dadurch wird die Kapillarität in diesem Bereich verstärkt und die Spitze
des Applikatorteils, welche bevorzugt zum Auftragen verwendet wird, mit ausreichend
kosmetischer Substanz versorgt.
[0019] Anstelle oder zusätzlich zu einer variierende Breite des Kanals ist dieser vorteilhafter
Weise durch wenigstens ein Depot unterbrochen. Das Depot wird bevorzugt durch eine
um das Applikatorteil im Wesentlichen quer zu dessen Längserstreckungsrichtung verlaufende
Nut oder Rille gebildet. Dabei weisen das Depot und der Kanal bezogen auf die Außenoberfläche
des Applikatorteils bevorzugt die gleiche Tiefe auf. Ein solche Depot kann bei ausreichender
Dimension (Breite) mehr kosmetische Zubereitung aufnehmen als der Kanal, um diesen
zu versorgen, wobei die gleichmäßige Tiefe dafür sorgt, dass sich keine Senke bildet,
in der die Zubereitung zurückbleibt.
[0020] Gemäß der erfindungsgemäßen Ausführungsform lassen sich die haptischen Eigenschaften
und die Verteilungseigenschaften dadurch verbessern, dass das Applikatorteil eine
Oberflächenstruktur mit einer Vielzahl von Strukturelementen aufweist. Je nach Ergonomie
des gesamten Applikators und nach der Applikationsanwendung sowie der aufzutragenden
kosmetischen Zubereitung kann die Oberflächenstruktur dabei eine Vorzugsrichtung aufweisen.
Hierdurch lassen sich verschiedene Effekte, wie beispielsweise ein Velourseffekt,
und unterschiedliche Mitnahmeeigenschaften für die kosmetische Zubereitung einstellen.
Dies sorgt für ein verbessertes Verteilen und/oder Verblenden der kosmetischen Zubereitung
bei gleichzeitig angenehmerem Empfinden während der Hautberührung.
[0021] Auch die geometrische Ausführung des Applikatorteils an sich kann in vielfältiger
Weise, z. B. keilförmig, ballig, zylinderförmig, mit oder ohne (ebenen) Auftragsflächen
(Abplattungen), mit Kugelsegment, in Geschossform oder als Kegel zur Spitze hin verjüngt,
oder in sonstigen Designformen je nach Ergonomie- und Designgesichtspunkten gestaltet
werden.
[0022] Das Verfahren zum Herstellen eines solchen Applikators sieht vor, dass im Zwei-Komponenten-Spritzgussverfahren
das Applikatorteil in Längserstreckungsrichtung des Applikators an das Halteteil mittels
einer Spritzmaschine angespritzt, bzw. ganz oder teilweise umspritzt wird, so dass
das Halteteil einen harten Kern mit individuell angepasster Erstreckung bildet. Hierdurch
und durch die Wahl des Applikatorteilkunststoffes kann der Grad an Flexibilität des
Applikatorteils frei eingestellt werden, ohne den Herstellungsprozess grundsätzlich
zu erschweren. Ferner treten die Nachteile der aufwendigen Herstellung und der mikrobiellen
Belastung nicht auf, da das Anspritzen des Applikatorteilkunststoffs, wie erwähnt,
bei für Mikroorganismen lebensfeindlichen Bedingungen erfolgt.
[0023] Dabei ist es nicht entscheidend, dass das Halteteil vollständig in dem vorausgehenden
Spritzvorgang aus dem Halteteilkunststoff erzeugt wird oder ausschließlich aus Kunststoff
besteht. Ebenso kann vor dem Spritzen des Halteteils wenigstens ein Einlegeteil beispielsweise
aus Metall, Holz oder Duroplast in Form einer Zwinge oder als Rastelement zur späteren
Verbindung mit dem Kosmetikstift oder dgl. in die Spritzmaschine eingelegt werden,
so dass während des Spritzvorgangs, d. h. während des Umspritzens mit dem Halteteilkunststoff,
ein Verbundformteil entsteht. Die Keimfreiheit ist somit auch in diesem Fall gewährleistet,
da unter Umständen mit dem Einlegeteil in die Spritzmaschine eingebrachte Bakterien
oder Mikroorganismen schon während des Umspritzens mit dem Halteteilkunststoff abgetötet
werden. Besonders bevorzugt wird daher das Halteteil zumindest teilweise aus Kunststoff
in derselben Spritzmaschine in einem dem Anspritzen des Applikatorteils vorausgehenden
Spritzvorgang hergestellt, so dass bereits ein Kontakt mit Keimen während der Herstellung
möglichst vermieden wird.
[0024] Vorteilhaft ist es, wenn das Anspritzen des Applikatorteils so erfolgt, dass sich
zwischen dem Applikatorteil und dem Halteteil eine Verbindungsschicht ausgebildet,
die eine Vermischungsschicht bestehend aus dem Applikatorteilkunststoff und dem Halteteilkunststoff
aufweist. Hierdurch wird eine materialschlüssige sichere Verbindung zwischen dem Halteteil
und dem Applikatorteil erzeugt und zugleich werden Nischen zwischen Halteteil und
Applikator vermieden, in denen sich Mikroorganismen bevorzugt ansammeln, da die Materialien
fließend ineinander übergehen. Die Vermischung bewirkt ferner, dass das Applikatorteil
nicht mehr zerstörungsfrei von dem Halteteil abgelöst werden kann. Sie findet in einem
Übergangsbereich von Halteteil zu Applikatorteil statt, wo durch das Anspritzen des
heißen Applikatormaterials die Oberfläche des Halteteils angeschmolzen wird. Die Vermischungsschicht
entsteht durch Vermischen des Applikatorteilkunststoffes und des Halteteilkunststoffes
beim Anspritzen des Applikatorteils an das Halteteil.
[0025] Dieser Effekt wird materialabhängig dadurch verstärkt, dass das Anspritzen nach dem
Spritzvorgang zur Herstellung des Halteteils vor dessen vollständigem Abkühlen auf
Umgebungs- oder Raumtemperatur erfolgt. Eine günstige Verarbeitungstemperatur des
Halteteilmaterials liegt zwischen 30° C und 80° C und bevorzugt zwischen 60° C und
80° C. Dies entspricht einer bevorzugten Abkühlzeit nach dem Spritzen des Halteteils
in Abhängigkeit von der Materialstärke des Halteteils und der Umgebungstemperatur
von 10 bis 25 Sekunden. Bei anderen Materialien kann das Anspritzen aber auch bei
einer tiefere Verarbeitungstemperatur (5° C oder weniger) erfolgen. In jedem Fall
kann durch die Wahl der materialabhängig geeigneten Verarbeitungstemperatur das Halteteil
beim Anspritzen des Applikatorteils wahlweise mehr oder weniger stark aufgeschmolzen
und damit die Dicke der Vermischungsschicht eingestellt werden. Eine vorteilhafte
Vermischungsschichtdicke beträgt zwischen 1/100 mm bis hin zu einigen 1/10 mm. Wahlweise
kann das Halteteil vor dem Anspritzen des Applikatorteils auch vorgewärmt werden.
Das Ausbilden einer Vermischungsschicht kann auf diese Weise auch unabhängig von der
Herstellung des Halteteils gesteuert werden und lässt sich grundsätzlich auch auf
Einlegeteile aus thermoplastischem Kunststoff oder dgl. übertragen.
[0026] Alternativ oder zusätzlich zu der materialschlüssigen Vermischungsschicht weist die
Verbindungsschicht eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Applikatorteil und
dem Halteteil auf.
[0027] Bei dem Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Applikators, wird beim
Anspritzen des Applikatorteilkunststoffes an das Halteteil bevorzugt eine Spritzgussform
mit einem Laser-gesinterten Negativ des Oberflächenprofils des Applikatorteils eingesetzt.
Hierdurch kann auf einfache und reproduzierbare Weise eine wunschgemäße Regelmäßigkeit
der Oberflächenstruktur mit wunschgemäßer Profiltiefe der Strukturelemente erzeugt
werden, wie es bei den bekannten Verfahren nicht der Fall ist. In Abhängigkeit von
der Elastizität des Applikatorteils bzw. Härte des Applikatorteilkunststoffs lässt
sich so einerseits ein beliebiges Empfinden (z. B. samtig, rau, glatt, gummiartig
usw.) und andererseits je nach den Eigenschaften der kosmetischen Zubereitung (Viskosität,
Oberflächenspannung, Benetzung bzw. Oberflächenhaftung, etc.) eine gewünschte Depot-
und/oder Mitnahmewirkung, ein erforderlicher Kapillareffekt und/oder ein (druckabhängiges)
Abgabeverhalten erzielen.
[0028] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Applikatorteilkunststoff ein thermoplastisches
Elastomer (TPE). Hierbei kann es sich einerseits um ein Block-Copolymer handeln, welches
aus Blöcken unterschiedlicher Monomere besteht. Aufgrund der Variationsmöglichkeiten
von chemischer Zusammensetzung und "Architektur" der Molekülketten lassen sich so
Kunststoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften herstellen. Aufgrund der Unlöslichkeit
der einzelnen Sequenzen der Ketten bilden sich im Kunststoff Agglomerate oder physikalische
Netzwerke der einzelnen Bausteine. Zu dieser Kategorie gehören beispielsweise Styrol-Block-Copolymere,
thermoplastische Polyesterelastomere, thermoplastische Polyurethane, weiche Polyolifinthermoplaste
oder thermoplastisches Polyamid. Andererseits kann auch ein TPE-Blend bestehend aus
einer thermoplastischen Matrix und elastischen Partikeln eingesetzt werden. Durch
Aufschmelzen der Matrix lässt sich der Werkstoff wie ein Thermoplast verarbeiten,
die elastischen Partikel verleihen dem Kunststoff seine elastische Gebrauchseignung.
Wichtig dabei ist eine gute Durchmischung und eine Haftung der Matrix an den Partikeln.
Zu dieser Art Werkstoff gehören PP-EPDM, PP-NR, PP-IIR-Blends oder Polyolifinthermoplaste
als PP-EPM-Blend.
[0029] Durch Verwendung eines geeigneten TPE-Werkstoffes lässt sich eine große Bandbreite
an mechanischen, haptischen, optischen, dynamischen oder Benetzungseigenschaften erzielen,
wie zum Beispiel ein großer Bereich der Härte, Temperaturbeständigkeit, Verformungsbeständigkeit,
Ölbeständigkeit, Hydrolysebeständigkeit, Witterungsbeständigkeit, Verarbeitbarkeit,
Haftung an den Halteteilkunststoffen, Färbbarkeit, Dämpfung, Festigkeit, Abrieb und
dergleichen.
[0030] Insbesondere im Hinblick auf die haptischen Eigenschaften erweist es sich als vorteilhaft,
ein thermoplastisches Elastomer mit einer Härte von 2 bis 45 Shore A zu verwenden.
In dem Bereich von 10 bis 40 Shore A und insbesondere bis 15 Shore A hat sich ein
thermoplastisches Silikonelastomer als bevorzugter Applikatorteilkunststoff herausgestellt.
Durch die Verwendung von thermoplastischem Elastomer als Blend mit Silikonkautschukanteil
lässt sich eine hervorragende Trennwirkung zwischen Applikatorteilkunststoff und kosmetischer
Zubereitung erzielen und damit der Parameter der (benötigten) Benetzung einstellen.
[0031] Weitere Aufgaben, Merkmale und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden anhand
eines Ausführungsbeispiels mit Hilfe der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1a-1c
- ein Ausführungsbeispiel im Zusammenhang mit einem erfindungsgemäßen Dip-Applikator;
- Fig. 2a, 2b
- eine schematische 3D-Ansicht und eine Ausschnittsvergrößerung des Applikatorteils
einer ersten Ausführungsform eines Dip-Applikators mit einer lamellenartigen Oberflächenstruktur
und vier Längskanälen;
- Fig. 3a, 3b
- eine schematische 3D-Ansicht und eine Ausschnittsvergrößerung des Applikatorteils
einer zweiten Ausführungsform eines Dip-Applikators mit einer noppenartigen Oberflächenstruktur
und sechs Längskanälen;
- Fig. 4a, 4b
- eine schematische 3D-Ansicht und eine Ausschnittsvergrößerung des Applikatorteils
einer dritten Ausführungsform eines Dip-Applikators mit einer lamellenartigen Oberflächenstruktur
und drei Längskanälen;
- Fig. 5
- eine schematische Schnittdarstellung des Applikatorteils einer vierten Ausführungsform
eines Applikators mit einer lammellenartigen Oberflächenstruktur und einem Spiralkanal;
- Fig. 6
- eine Seitenansicht des Applikatorteils einer fünften Ausführungsform eines Applikators
mit einer ringförmigen Oberflächenstruktur und sechs Längskanälen;
- Fig. 7
- eine Seitenansicht des Applikatorteils einer sechsten Ausführungsform eines Applikators
mit einer glatten Oberflächenstruktur und sechs Längskanälen;
- Fig. 8
- eine Seitenansicht des Applikatorteils einer siebten Ausführungsform eines Applikators
mit einer ringförmigen Oberflächenstruktur und sechs Längskanälen;
- Fig. 9
- eine Seitenansicht des Applikatorteils einer achten Ausführungsform eines Applikators
mit einer weiteren ringförmigen Oberflächenstruktur und zwei Längskanälen;
- Fig. 10
- eine Seitenansicht des Applikatorteils einer neunten Ausführungsform eines Applikators
mit einer glatten Oberflächenstruktur und einer Vielzahl von Längskanälen;
- Fig. 11
- eine Seitenansicht des Applikatorteils einer zehnten Ausführungsform eines Applikators
mit einer rillenförmigen Oberflächenstruktur und zwei Längskanälen;
- Fig. 12
- eine Seitenansicht des Applikatorteils einer elften Ausführungsform eines Applikators
mit einer gerändelten Oberflächenstruktur und einem Spiralkanal;
- Fig. 13
- eine Seitenansicht des Applikatorteils einer zwölften Ausführungsform eines Applikators
mit einer borstenartigen Oberflächenstruktur und einem Spiralkanal.
- Fig. 14
- eine Seitenansicht des Applikatorteils einer dreizehnten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Applikators mit einer kronenartigen Oberflächenstruktur und einem Spiralkanal.
[0032] Die Darstellung nach Fig. 1a zeigt den prinzipiellen Aufbau eines Dip- oder Stiel-Appliaktors
100, der einen Griff- und Befestigungsteil 112 mit einem innenliegenden Gewindeanschluss
114 zum Verschrauben mit einem nicht dargestellten Behälter für die kosmetische Zubereitung
aufweist. An seinem dem Griffteil 112 entgegengesetzten Ende ist ein in der Regel
rotationssymmetrischer Halteteil 116 des Applikators angeordnet. Griff- und Befestigungsteil
112 und Halteteil 116 können in Form eines Spritzgussteils einstückig oder als separate
Teile durch Klemm- und/oder Rastverbindung form- und/oder kraftschlüssig miteinander
verbunden sein. Bei Bedarf kann die Haltbarkeit der Verbindung durch zusätzliche Klebung
(beispielsweise durch Heißleim) verstärkt werden.
[0033] In Fig. 1b und Fig. 1c ist ein an einem Halteabschnitt 118 des Halteteils 116 in
axialer Verlängerung angeordneter, zylinderförmig mit Abschrägung 114 ausgebildeter
Applikatorteil 120 in Schnittdarstellung gezeigt. Der Halteabschnitt ragt in Form
eines Ansatzes 122 in den Applikatorteil 120 hinein. Diese Bauform wird mittels eines
2K-Spritzgussverfahren durch Umspritzen des Halteabschnitts 118 und des Zapfens 122
des zuvor in einer ersten Form gespritzten Halteteils 116 in einer zweiten Spritzgussform
erzielt. Ist das Halteteil 116 vorzugsweise aus thermoplastischem Kunststoff, wie
Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid, Polyacetat, Polyacetal, Polystyrol oder
seinen Mischpolymeren, oder Polyamid hergestellt und wird das Applikatorteil 120 aus
thermoplastischem Elastomer, Siliconkautschuk, NBR, Weich-PVC oder dgl. unmittelbar
nach dem Spritzen des Halteteils 116 an dieses angespritzt, bildet sich eine Vermischungsschicht
aus, in der sich die verschiedenartigen Kunststoffe des Halteteils 116 und des Applikatorteils
120 (beispielsweise durch Diffusion) miteinander vermischen. Beim Aufschneiden eines
solchen Applikators lässt sich diese Vermischungsschicht mit bloßem Auge oder unter
dem Mikroskop erkennen bzw. analysieren. Die Vermischungsschicht wird je nach Temperatur
des Halteteils beim Anspritzen des Applikatorsteils dicker oder weniger dick ausfallen.
[0034] Das Applikatorteil kann wie in Fig. 1b dargestellt beispielsweise massiv oder wie
in Fig. 1c hohl ausgestaltet sein, um so eine für die jeweilige Anwendung geeignete
Steifigkeit der Applikators zu erzielen. Zusätzlich kann die Steifigkeit erhöht werden,
indem der Ansatzes 122 des Halteteilabschnitts das Applikatorteil in axialer Richtung
ein Stück weiter oder auch vollständig durchsetzt und so einen "harten Kern" bildet.
[0035] Zusätzlich zu der Verbindung zwischen dem Halteteil 116 und dem Applikatorteil 120
durch die Vermischungsschicht weist der Applikator 100 im Bereich des Halteabschnitts
118, d.h. am Übergang vom Halteteil 116 zum Applikatorteil 120, ferner Elemente 126
einer formschlüssigen Verbindung auf, nämlich eine umlaufende Ringnut im Außenumfang
des Halteteils 116 sowie einen korrespondierenden, umlaufenden ringförmigen Vorsprung
am Innenumfang des Applikatorteils 120. Diese Elemente 126 können, wie gezeigt, zusätzlich
zu der Verbindung durch Vermischung vorgesehen werden, um die Festigkeit der Verbindung
zwischen Halteteil 116 und Applikatorteil 120 zu erhöhen, ohne die Hygieneeigenschaften
zu verschlechtern, sind aber nicht zwingend notwendig.
[0036] Das Zusammenfügen des Dip-Applikators 100 und des Behälters findet in einem Endmontageprozess
nach dem Befüllen des Behälters mit kosmetischer Zubereitung statt. Dabei wird der
Halteteil 116 zusammen mit dem Applikatorteil 120 in den Behälter eingetaucht, dessen
Füllhöhe in der Regel bis in Bereich des eingetauchten Applikatorteils 120 reicht.
Anschließend wird der Dip-Applikator mit dem Behälter verschraubt und somit dicht
verschlossen.
[0037] In Fig. 2a ist das Applikatorteil 200 eines Applikators gemäß einer ersten Ausführungsform
im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung gezeigt, dessen Oberfläche eine Vielzahl
von Strukturelementen in Form von Lamellen 210 aufweist. Das Applikatorteil ist im
Grunde rotationssymmetrisch um seine in dieser Darstellung horizontale Längsachse,
die mit der Längserstreckungsrichtung des (nicht dargestellten) Applikators zusammenfällt.
Das Applikatorteil verjüngt sich in Längserstreckungsrichtung mit zunehmender Entfernung
vom Halteteil nur geringfügig und wird durch eine kugelsegmentförmige Kuppe 212 abgeschlossen.
Die Lamellen 210 verlaufen ringförmig, zueinander parallel und um das Applikatorteil
herum senkrecht zu dessen Längserstreckungsrichtung und stehen senkrecht auf dessen
Grundfläche. Sie weisen, wie in Fig. 2b vergrößert dargestellt ist, eine Höhe über
der Grundfläche des Applikatorteils mittleren Durchmesser von 0,5 mm und eine Dicke
von 0,3 mm auf. Ihr Abstand ist in etwa 0,1 mm und kann um das Dreifache größer sein
als deren Dicke. Die Lamellen sind in gleichen Winkelabständen (von je 90°) durch
vier Kanäle 220 unterbrochen und bilden daher eigentlich nur Ringsegmente. Die Kanäle
220 verlaufen in Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils auf dessen Oberfläche
und enden vor Erreichen der Kuppe. Sie weisen ein halbkreisförmiges Querschnittsprofil
senkrecht zur Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils auf. Sie dienen zum Transport
einer kosmetischen Zubereitung in Längsrichtung des Applikatorteils, welche auf diese
Weise über die gesamte Länge des Applikatorteils zum Auftragen in gleichmäßiger Stärke
bereitsteht. Die Lamellen bzw. die dazwischen liegenden Spalte dienen zum Kämmen,
d.h. zum Vereinzeln von Haaren oder Härchen (Wimpern, Brauen) während des Auftragens.
[0038] In der dargestellten Weise wird das Applikatorteil mit seinem planen (rechten) Ende
214 an das nicht dargestellte Halteteil in der in Fig. 1 dargestellten Weise angespritzt,
wobei ein Zapfen des Halteteils je nach gewünschter Steifheit des Applikators mehr
oder weniger weit in das Applikatorteil 200 hineinragend umspritzt wird.
[0039] In den Figuren 3a und 3b ist ebenfalls ein längliches im Grunde rotationssymmetrisches
Applikatorteil 300 dargestellt, welches die gleiche Grundkontur aufweist, wie das
gemäß Fig. 2. Im Unterschied hierzu sind auf dessen Oberfläche noppenartige Strukturelemente
310 ausgebildet. Der Durchmesser der einzelnen Noppen 310 beträgt zwischen 0,2 mm
und 0,4 mm, und deren Länge 0,5 mm bis 1 mm. Die Noppen haben abgerundete Spitzen
und gleiten deshalb selbst bei größerer Härte des Applikatorteilkunststoffes weich
über die Haut. Die Noppen 310 sind flächendeckend und regelmäßig über nahezu den ganzen
Umfang und die gesamte Länge auf der Applikatorteiloberfläche angebracht. Lediglich
die Kuppe 312 ist nicht mit Noppen bestückt und die genoppte Oberfläche ist ebenfalls
in gleichen Winkelabständen (von je 60°) durch sechs Kanäle 320 unterbrochen. Die
Kanäle 320 verlaufen in Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils auf dessen Oberfläche
und laufen auf der Kuppe zusammen. Sie weisen ein dreieckförmiges Querschnittsprofil
senkrecht zur Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils, so dass diese sich mit
zunehmender Tiefe verjüngen. Sie dienen aufgrund der Kapillarität ebenfalls zum Transport
einer kosmetischen Zubereitung in Längsrichtung des Applikatorteils. Die Noppen 310
dienen in erster Linie zum Bürsten, d.h. ebenfalls zum Vereinzeln von Härchen (Wimpern,
Brauen) während des Auftragens der kosmetischen Zubereitung. Zwar bewirken die geringen
Abstände zwischen den Borsten, dass auch an dieser Stelle eine Kapillarkraft entsteht,
die eine Komponente in Richtung der Applikatorteilkuppe erzeugt, jedoch findet die
Verteilung der kosmetischen Zubereitung aufgrund deren Kapazität und Geradlinigkeit
zur Hauptsache in den Kanälen 320 statt.
[0040] Die in den Figuren 4a und 4b gezeigten Ausführungsform des Applikatorteils 400 weist
eine dreizählige Symmetrie um die Längsachse auf, d.h. drei gleichmäßig um jeweils
120° gedrehte Strukturen 410, 412, 414. Jede Struktur hat einen schaufelförmigen Querschnitt
mit einem konkaven Abschnitt 420 und einem konvexen Abschnitt 422. Der konkave Abschnitt
420 bildet jeweils einen in Längserstreckungrichtung gerade ausgebildeten Kanal zum
Transport bzw. gleichmäßigen Verteilen der kosmetischen Zubereitung in Längsrichtung.
Auf der konvex gekrümmten Seite 422 ist eine Vielzahl paralleler Lamellen 424 senkrecht
zur Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils angeordnet. Die Krümmung des konvexen
Abschnitts erstreckt sich jeweils über knapp einen Viertelkreis. Die Lamellen sind
mit einer Erstreckung senkrecht zur Applikatoroberfläche (Höhe) von 0,32 mm und einer
Dicke von 0,25 mm, die zugleich ihrem Abstand entspricht, wesentlich feiner und dichter
als im Fall der Fig. 2. Sie dienen daher zum Vereinzeln feinerer Härchen (Wimpern,
Brauen). Der konkave Kanal 420 der einen Struktur geht in einer s-förmigen Welle in
den konvexen Abschnitt 422 mit den Lamellen der nächsten Struktur über. Beim Applizieren
wird somit unmitttelbar nacheinander der Kanal 420 und dann der Lamellenkamm über
die Haut- bzw. Haarpartie gestrichen und somit ein gleichmäßiges Auftragen und Vereinzeln
der Härchen mit einem Überstreichen erzielt. Das Applikatorteil endet auf der dem
Halteteil abgewandten Seite in seiner Längsrichtung stumpf, d.h. mit einer ebenen
Fläche 426, oder spitz zulaufend.
[0041] Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Applikatorteils 500 in der Schnittdarstellung
mit der im Wesentlichen gleichen Grundgeometrie wie die vorherigen, welches ebenfalls
umfänglich angeordnete lamellenartigen Strukturelementen 510 aufweist. Diese sind
jedoch nicht parallel zueinander angeordnet sondern in Form einer einzigen Spirale
(gewindeförmig) um die Längserstreckungsrichtung des Applikators gewickelt. Dabei
bildet der Spalt (der Gewindegang) zwischen jeweils zwei benachbarten Lamellen den
Kanal 520, der ebenfalls eine Vielzahl spiralförmiger Windungen um das Applikatorteil
500 beschreibt. Anstelle einer einzelnen Spirale sind auch mehrere ineinander gewundene
Spiralen möglich, welche dann mehrere Kanäle ausbilden. Mit zunehmender Anzahl von
Spiralen bzw. Kanälen wird deren Steigung und damit die Komponente in Längserstreckungsrichtung
des Applikatorteils größer, was den Transport der Zubereitung aufgrund der autretenden
Kapillarkräfte in Längsrichtung beschleunigt.
[0042] Im Schnitt der Fig. 5 ist schließlich noch zu sehen dass sich der durch den Halteteil
gebildete Kern 530 über nahezu die gesamte Längserstreckung des Applikatorteils 500
erstreckt. Hierdurch wird eine hohe Steifigkeit erreicht, welche beispielsweise für
den Einsatz als Kamm benötigt wird.
[0043] Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 zeigt einen Applikatorteil 600 mit einer kegelförmigen
Grundstruktur. Die Strukturelemente auf der Applikatorteiloberfläche sind abgerundete
Ringe 610. Diese sind parallel zueinander in etwa einem ihrer Dicke entsprechenden
Abstand senkrecht zur Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils um dieses herum
angeordnet. Sie unterscheiden sich von den Lamellen vorausgehend beschriebener Applikatoren
durch ein anderes Dicken-zu-Höhenverhältnis. In ihrer Erstreckung senkrecht zur Applikatorteiloberfläche
haben die Ringe eine Höhe von 0,2 mm bis 0,5 mm und insbesondere von 0,35 mm bei einer
Breite von 0,3 mm bis, wie hier dargestellt, 1,2 mm. Aufgrund der Rundungen der Ringe
610 sind diese nur sekundär zum Kämmen geeignet sondern dienen beispielsweise zum
Appllizieren der Zubereitung in Form feiner Linien, eines Streifenmusters oder in
Form von Ornamenten. Sechs Kanäle 620 sind in diesem Ausführungsbeispiel wiederum
in Längserstreckungsrichtung in gleichen Winkelabständen von 60° angeordnet. Der Grund
der Kanäle 620 hat eine Tiefe, die der der Oberfläche des Applikatorteils zwischen
den Ringen entspricht. Anders gesagt ist deren Tiefe gleich der Tiefe der in den Zwischenräumen
der Ringe ausgebildeten Spalten oder Rillen 612. Diese Rillen 612 unterbrechen die
Kanäle demnach scheinbar, dienen gleichzeitig aber als Depots, in denen kosmetische
Zubereitung umfänglich verteilt und bevorratet werden kann, während die Kanäle diese
in Längsrichtung transportieren und somit einen gleichen "Pegel" in allen Depots 612
erzeugen.
[0044] In Fig. 7 ist ein Ausführungsbeispiel eines Applikatorteils 700 im Zusammenhang mit
der vorliegenden Erfindung gezeigt, das eine Grundstruktur mit einem zylindrischen
Abschnitt 710, mit dem es einerseits an das Halteteil angrenzt, und einem balligen
Kegelstumpfabschnitt 712 aufweist. Weiter (oben) in Längsrichtung schließt sich eine
verjüngten Spitze 714 an, die eine Fortsetzung des das Applikatorteil durchsetzenden
Halteteilkerns ist. Strukturelemente sind hier nicht vorgesehen. In die Appliaktorteiloberfläche
sind jedoch über den balligen Kegelstumpfabschnitt 714 und teilweise über die verjüngte
Spitze vier in Längsrichtung verlaufende Kanäle 720 in gleichen Winkelabständen zum
Transport der Zubereitung in Längsrichtung angeordnet. Die Kanäle erstrecken sich
also nicht nur über den Applikatorteil sondern über eines seiner axialen Ende hinaus
in den in Längserstreckungsrichtung daran angrenzenden verjüngten Spitzenabschnitt
714 des Halteteils hinein.
[0045] Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 8 zeigt ähnlich dem in Figur 6 gezeigten einen
Applikatorteil 800 mit einer kegelförmigen Grundstruktur, bei dem die Strukturelemente
auf der Applikatorteiloberfläche jedoch abgeschrägte Ringe 810 sind. Diese sind wiederum
parallel zueinander in etwa einem ihrer Dicke entsprechenden Abstand senkrecht zur
Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils um dieses herum angeordnet. Aufgrund
eines sehr stumpfen Winkels der Abschrägungen der Ringe 810 sind diese ebenfalls nur
sekundär zum Kämmen geeignet sondern dienen beispielsweise zum Appllizieren der Zubereitung
in Form feiner Linien, eines Streifenmusters oder in Form von Ornamenten. Wiederum
sind sechs Kanäle 820 in Längserstreckungsrichtung in gleichen Winkelabständen von
60° vorgesehen, deren Tiefe mit der der in den Zwischenräumen der Ringe 810 ausgebildeten
Depots 812 übereinstimmt.
[0046] In Fig. 9 ist ein Ausführungsbeispiel eines Applikatorteils 900 gezeigt, dass zwar
ähnliche Strukturelemente wie jenes in Fig. 6 dargestellte aufweist, nämlich abgerundete,
gleichmäßig parallel, in etwa ihrer Dicke entsprechend beabstandete Ringe 910. Ein
wesentlicher Unterschied liegt jedoch darin, dass die Ringe 910 aus Applikatorteillmaterial
einzeln auf einen zylindrischen Kern 914 aus Halteteilmaterial aufgespritzt sind.
Die Depots 912 zwischen den Ringen reichen daher bis auf das Halteteil. Sie sind somit
wesentlich tiefer und können mehr Zubereitung aufnehmen. Auch die in diesem Beispiel
zwei gegenüberliegend angeordneten Kanäle 920 reichen in der Tiefe bis auf das Halteteil
herab. Sie den Zweck der Längsverteilung der Zubereitung aufgrund von Kapillareffekten
daher wirkungsgleich wie im Fall des Applikators gemäß Fig. 6 oder 8.
[0047] Fig. 10 zeigt einen Ausschnitt eines Applikators 1000 im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung, der ähnlich dem aus Fig. 7 eine Grundstruktur mit einem zylindrischen Abschnitt
1010, einem geraden Kegelstumpfabschnitt 1012 und weiter (oben) in Längsrichtung einer
diesmal den Kegelstumpf fortsetzenden Spitze 1014 mit einem kugelförmigen Spitzenende
1016 aufweist. Nur ist hier das Applikatorteil allein auf den Kegelstumpfabschnitt
1012 beschränkt, während sich das Halteteil einerseits in Form des zylindrischen Abschnitts
1010 und andererseits in Form der Spitze 1014 in Fortsetzung des Halteteilkerns axial
daran anschließt. Strukturelemente sind auch hier nicht vorgesehen. Allein in die
Appliaktorteiloberfläche sind über den Kegelstumpfabschnitt 1014 in gleichen Winkelabständen
zum Transport der Zubereitung in Längsrichtung eine Vielzahl von Kanälen 1020 angeordnet.
Der Querschnitt der Kanäle 1020 verjüngt sich in Richtung der Spitze 1014 in gleichem
Maße wie der des Kegelstumpfes 1014.
[0048] Dies gilt gleichermaßen für die Tiefe (nicht zu erkennen) wie für die Breite der
Kanäle. Dadurch wird der Kapillareffekt zur Spitze hin verstärkt. Je höher die Anzahl
der Kanäle ist, desto näher ist das Applikatorteil der Rotationssymmetrie. In einem
Fall höherzähliger Symmetrie ist die Ausrichtung des Applikators um seine Längs- oder
Rotationsachse unerheblich, was seine Handhabung vereinfacht.
[0049] Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 11 verjüngt sich das Applikatorteil 1100 in Längserstreckungsrichtung
mit zunehmender Entfernung vom Halteteil (am unteren Ende, nicht dargestellt). Dabei
nimmt der Grad der Verjüngung zur Spitze hin zu, wodurch sich eine charakteristische
Geschossform ergibt. Die Strukturelemente sind in diesem Fall in die Applikatorteiloberfläche
1110 eingearbeitete, mit zunehmender Tiefe verjüngte Rillen 1112 mit dreieckigem Querschnitt,
welche überwiegend für eine gleichmäßige Winkelverteilung der Zubereitung sorgen.
Längs des Applikatorteils verlaufen mit gleichem Querschnitt und gleicher Profiltiefe
die diese Rillen verbindenden Kanäle 1120 zur Verteilung der Zubereitung in Längsrichtung.
[0050] Fig. 12 zeigt wiederum ein Ausführungsbeispiel eines Applikatorteils 1200, welcher
hinsichtlich seiner Grundgeometrie dem aus Fig. 10 ähnelt. Ebenfalls weist es zylindrischen
Abschnitt 1210, einen geraden Kegelstumpfabschnitt 1212 und weiter (oben) in Längsrichtung
eine den Kegelstumpf fortsetzenden Spitze 1214 mit einem kugelförmigen Spitzenende
1216 auf. Allein in den Kegelstumpfabschnitt 1212 sind in gleichen Winkelabständen
eine Vielzahl feiner Rillen 1220 zum schnellen und - durch deren Vielzahl - gleichmäßigen
Transport der Zubereitung in Längsrichtung angeordnet. Zusätzlich weist diese Ausführungsform
eine spiral- oder gewindeförmig umlaufende Ringnut 1222 mit größerem Volumen als die
Rillen 1220 auf, welche sich in Längserstreckungsrichtung über den Kegelstumpfabschnitt
1212 und die Spitze 1214 ausdehnt. Diese dient einerseits als Depot und andererseits
als Hauptkanal. Die Rillen 1220 und die Ringnut 1222 bilden zusammen ein fein verzweigtes
System von Kanälen, das so für eine gleichmäßige und schnelle Versorgung der Oberfläche
mit kosmetischer Zubereitung sorgt.
[0051] Auch die Applikatorteile 1300 in Fig. 13 und 1400 in Fig. 14 (erfindungsgemäß) sind
mit spiral- oder gewindeförmig umlaufenden Rillen (Kanäle) 1320 bzw. 1420 versehen.
Die Grundform beider Applikatoteile 1300 und 1400 kann in diesen Beispielen wieder
als Geschossform bezeichnet werden, wobei deren Gesamtlänge wesentlich kürzer ausfällt
als in den vorangehenden Beispielen. Als Strukturelemente sind im Beispiel der Fig.
13 Borsten 1310 vorgesehen, die eine Erstreckung im wesentlichen senkrecht zur Applikatorteiloberfläche
von 0,8 mm und einen einen Durchmesser von 0,2 mm aufweisen. Die Borsten unterscheiden
sich von den zuvor beschriebenen Noppen und Zacken durch ihren im wesentlichen zylindrische
Gestalt. Sie erzeugen dadurch ein anderes taktiles Empfinden auf der Haut und einen
anderen Mitnahme- und Kapillareffekt senkrecht zur Applikatorteiloberfläche.
[0052] Im erfindungsgemäßen Beispiel von Fig. 14 sind Kronen 1410 als Strukturelemente auf
der Oberfläche des Applikatorteils ausgebildet. Diese sind sechseckig ausgebildet
und weisen umfänglich jeweils an den Ecken angeordnete Zacken auf. Die Querschnitte
der Kronen sind unterschiedlich. In dem Bereich des Applikatorteils mit größerem Querschnitt
ist auch der Querschnitt der Kronen vergrößert, während der Querschnitt der Kronen
im Bereich der verjüngten Applikatorteilspitze ebenfalls kleiner ist. Die Zacken der
Kronen haben eine Höhe von etwa 0,2 mm bis 0,4 mm über der Grundfläche des Applikatorteils,
während die Oberfläche der Kronen in deren Zentrum jeweils napfartig ausgeformt ist.
Die Besonderheit der Kronenstruktur liegt darin, dass auch bei verjüngter Spitze des
Applikatorteils eine sich in gleicher Weise wiederholende Anordnung von Zacken mit
nahezu gleichbleibenden Abständen zwischen den Kronen über das gesamte Applikatorteil
einstellt. Insgesamt wird so eine gute Abdeckung des Applikatorteils mit Strukturelementen
gewährleistet, was eine gleichmäßige Applikation von kosmetischen Zubereitungen ohne
Streifenbildung gewährleistet.
[0053] Allen gezeigten Ausführungsbeispielen von Applikatorteilen ist gemeinsam, dass sie
im Vergleich zu beispielsweise beflockten Applikatoren nur eine geringe Oberflächenvergrößerung,
d. h. eine im Verhältnis zur Applikatorteilgrundfläche geringere Strukturfläche aufweisen,
wodurch die Gefahr mikrobieller Belastungen auch nach der ersten Anwendung reduziert
werden. Ferner sorgen die erfindungsgemäße Ausgestaltung eines oder mehrer Kanäle
auf der Außenoberfläche des Applikatorteils für eine ausreichende Versorgung insbesondere
der meist bevorzugt zum Applizieren verwendeten Applikatorspitze mit kosmetischer
Zubereitung, wenn sich der Kanal oder die Kanäle im Wesentlichen über die gesamte
Länge des Applikatorteils erstrecken und der Kanal durch geeignete Wahl des Applikatorteilkunststoffes
und der Abmessungen an die Eigenschaften der Zubereitung angepasst ist.
[0054] Auch die Mitnahmefähigkeit (das Haltevolumen und die Haltekraft) lässt sich durch
die Wahl geeigneter Strukturelemente sehr viel gezielter einstellen und somit auf
jeden Anwendungsfall, d. h. auf die zur Applikation bestimmte Hautpartie und die Eigenschaften
der kosmetischen Zubereitung (Viskosität, Oberflächenhaftung, Abdeckung) individuell
abstimmen. Dies wird durch das erfindungsgemäße Spritzgussverfahren erleichtert, welches
durch die Verwendung einer Spritzgussform mit einem Laser-gesinterten Negativ des
Oberflächenprofils des Applikatorteils gekennzeichnet ist.
[0055] Die Mitnahmefähigkeit kann auf den jeweiligen Anwendungsfall ferner durch geeignete
Wahl des Reibungswiderstands eingestellt werden, beispielsweise indem eine geeignete
Wahl des Applikatorteilkunststoffes und dessen Härte getroffen wird.
[0056] Weder Aufzählung der Anwendungsbeispiele des erfindungsgemäßen Applikators noch dessen
Strukturen sind als abschließend zu verstehen.
[0057] Vorteilhaft sind für einige Anwendungsfälle neben den oben im Detail beschriebenen
Strukturen erfindungsgemäß kronenförmige Strukturen, die jeweils umfänglich angeordnete
Zacken umfassen. Die Kronen können sechseckig mit einer an jeweils jeder Ecke ausgebildeten
Zacke unterschiedlicher oder gleicher Höhe sein. Die Zacken der Kronen können beispielsweise
eine Höhe von etwa 0,2 mm bis 0,4 mm über der Grundfläche des Applikatorteils aufweisen,
während die Oberfläche der Kronen in deren Zentrum jeweils napfartig ausgeformt ist.
[0058] Grundsätzlich kann jede Oberflächenstruktur eine oder mehrere Vorzugsrichtungen aufweisen,
die nicht notwendigerweise senkrecht auf der Applikatorteiloberfläche stehen müssen.
Auch die Vorzugsrichtung der Strukturelemente kann in Abhängigkeit von der ergonomischen
Handhabung des Applikators je nach beabsichtigter Anwendung eingestellt werden.
[0059] Die beispielhaft genannten Strukturen und Kanäle können auch in Kombination auf demselben
Applikatorteil eingesetzt werden. Beispielsweise können auf gegenüberliegenden Flächen
desselben Applikatorteils unterschiedliche Strukturen für unterschiedliche Anwendungen
(Verblenden, Verteilen, etc.) vorgesehen sein. Auch ist es möglich, die Strukturelemente
auf einer Applikationsfläche bzw. über das gesamte Applikatorteil zu mischen.
1. Applikator (100) zum Eintauchen in eine kosmetische Zubereitung und zum Auftragen
derselben auf der Haut, Semischleimhaut, Schleimhaut, Härchen oder Haaren mit einem
Halteteil (116) und einem an das Halteteil (116) angespritzten Applikatorteil (120,
1400), wobei sowohl das Halteteil (116) als auch das Applikatorteil (120, 1400) zumindest
teilweise aus Kunststoff bestehen und der Kunststoff des Halteteils (116) härter ist
als der Kunststoff des Applikatorteils (120, 1400) und wobei das Applikatorteil (120,
1400) auf seiner Außenoberfläche wenigstens einen sich im Wesentlichen über die gesamte
Länge des Applikatorteils (120, 1400) erstreckenden Kanal (1420) aufweist, der ausgebildet
ist, die kosmetische Zubereitung in Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils
(120, 1400) zu verteilen, wobei das Applikatorteil (120, 1400) eine Oberflächenstruktur
mit einer Vielzahl von Strukturelementen aufweist, dadurch gekennzeichnet,
dass die Strukturelemente Kronen (1410) mit jeweils umfänglich angeordneten Zacken umfassen.
2. Applikator (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite des Kanals (1420) in etwa gleich dessen Tiefe bezogen auf die Außenoberfläche
des Applikatorteils (1400) ist.
3. Applikator (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Kanal (1420) mit zunehmender Tiefe verjüngt.
4. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Kanal (1420) im Wesentlichen in Längserstreckungsrichtung des Applikatorteils
(1400) erstreckt.
5. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal (1420) wenigstens eine spiralförmige Windung um das Applikatorteil (1400)
beschreibt.
6. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Querschnitt des Kanals (1420) zur Spitze des Applikators hin verjüngt.
7. Applikator (100) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe und die Breite des Kanals (1420) zur Spitze des Applikators hin in etwa
gleichermaßen abnehmen.
8. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal (1420) durch wenigstens ein Depot unterbrochen ist.
9. Applikator (100) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Depot durch eine um das Applikatorteil im Wesentlichen quer zu dessen Längserstreckungsrichtung
verlaufende Nut oder Rille gebildet wird.
10. Applikator (100) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Depot und der Kanal bezogen auf die Außenoberfläche des Applikatorteils die gleiche
Tiefe aufweisen.
11. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal sich über wenigstens ein Ende des Applikatorteils hinaus in einen in Längserstreckungsrichtung
daran angrenzenden Abschnitt des Halteteils hinein erstreckt.
12. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kronen (1410) sechseckig sind, wobei an jeder Ecke jeweils eine Zacke angeordnet
ist
13. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kronen (1410) unterschiedliche Querschnitte aufweisen.
14. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zacken eine Erstreckung senkrecht zur Applikatorteiloberfläche zwischen 0,2 mm
und 0,6 mm und insbesondere von 0,4 mm aufweisen.
15. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Halteteil (116) zumindest teilweise in Längserstreckungsrichtung des Applikators
(100) in das Applikatorteil (120) hinein erstreckt.
16. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Halteteil (116) und dem Applikatorteil (120) ein Halteabschnitt (118)
ausgebildet ist, der eine Vermischungsschicht (124) bestehend aus dem Applikatorteilkunststoff
und dem Halteteilkunststoff aufweist.
17. Applikator (100) nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Vermischungsschicht (124) zwischen 1/100 mm und mehreren 1/10 mm dick ist.
18. Applikator (100) nach einem der Ansprüche 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Halteabschnitt (118) eine formschlüssige Verbindung (126) zwischen dem Applikatorteil
(120) und dem Halteteil (116) aufweist.
19. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Applikatorteilkunststoff Siliconkautschuk enthält.
20. Applikator (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Applikatorteilkunststoff Weich-PVC enthält.
21. Applikator (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Applikatorteilkunststoff ein thermoplastisches Elastomer ist.
22. Applikator (100) nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass als Applikatorteilkunststoff ein Block-Copolymer eingesetzt wird.
23. Applikator (100) nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastisches Elastomer durch Mischung einer thermoplastischen Matrix mit
elastischen Partikeln (Blend) gebildet wird.
24. Applikator (100) nach einem der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastisches Elastomer eine Härte von 2 bis 45 Shore A aufweist.
25. Applikator (100) nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass als Applikatorteilkunststoff ein thermoplastisches Silikon Elastomer mit einer Härte
von 10 bis 15 Shore A eingesetzt wird.
26. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Halteteilkunststoff einen thermoplastischer Kunststoff, vorzugsweise Polyethylen,
Polypropylen, Polyvinylchlorid, Polyacetat, Polyacetal, Polystyrol oder seinen Mischpolymeren,
oder Polyamid enthält.
27. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteteil (116) zumindest teilweise aus Duroplast besteht.
28. Applikator (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteteil (116) zumindest teilweise aus Metall besteht.
29. System mit einem Applikator nach einem der vorstehenden Ansprüche und einer kosmetischen
Zubereitung, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Kanals an die physikalischen Eigenschaften der kosmetischen Zubereitung
und deren Wechselwirkung mit dem Applikatorteilkunststoff, insbesondere die Oberflächenspannung
und die Benetzung, angepasst ist.
1. Applicator (100) for dipping into a cosmetic preparation and for applying the same
to the skin, semi-mucous membrane, mucous membrane, small hairs or hair, with a holding
part (116) and an applicator part (120, 1400) moulded to the holding part (116), wherein
both, the holding part (116) and the applicator part (120, 1400), are at least partly
made of plastic and the plastic of the holding part (116) is harder than the plastic
of the applicator part (120, 1400) and wherein the applicator part (120, 1400) features
at least one channel (1420) on its outer surface, substantially running along the
whole length of the applicator part (120, 1400), which is formed to distribute the
preparation in longitudinal direction of the applicator part (120, 1400), wherein
the applicator part (120, 1400) features a surface structure with a plurality of structural
elements, characterized in that the structural elements comprise crowns (1410) with circumferential spikes.
2. Applicator (100) according to claim 1, characterized in that the width of the channel (1420) is about the same as its depth in relation to the
outer surface of the applicator part (1400).
3. Applicator (100) according to claim 1 or 2, characterized in that the channel (1420) narrows with growing depth.
4. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the channel (1420) substantially extends along the longitudinal direction of the
applicator part (1400).
5. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the channel (1420) describes at least one spiral coil around the applicator part
(1400).
6. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the cross section of the channel (1420) narrows towards the tip of the applicator.
7. Applicator (100) according to claim 6, characterized in that the depth and the width of the channel (1420) decrease in about equal measure towards
the tip of the applicator.
8. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the channel (1420) is interrupted by at least one depot.
9. Applicator (100) according to claim 8, characterized in that the depot is formed by a furrow or groove running around the applicator part substantially
crosswise to its longitudinal direction.
10. Applicator (100) according to claim 8 or 9, characterized in that the depot and the channel have the same depth in relation to the outer surface of
the applicator part.
11. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the channel extends over at least one end of the applicator part into an in longitudinal
direction adjacent section of the holding part.
12. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the crowns (1410) are hexagonal, wherein one spike is arranged in each corner.
13. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the crowns (1410) have different cross sections.
14. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the spikes have an extension between 0.2 mm and 0.6 mm, in particular 0.4 mm, perpendicular
to the surface of the applicator part.
15. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the holding part (116) extends in longitudinal direction of the applicator (100)
at least partially into the applicator part (120).
16. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that a holding section (118) is formed between the holding part (116) and the applicator
part (120), which features a mixed layer (124) consisting of the applicator part plastic
and the holding part plastic.
17. Applicator (100) according to claim 16, characterized in that the mixed layer (124) is between 1/100 mm and several 1/10 mm thick.
18. Applicator (100) according to one of the claims 16 or 17, characterized in that the holding section (118) features a form-fitting connection (126) between the applicator
part (120) and the holding part (116).
19. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the applicator part plastic comprises silicone rubber.
20. Applicator (100) according to one of the claims 1 to 18, characterized in that the applicator part plastic comprises soft PVC.
21. Applicator (100) according to one of the claims 1 to 19, characterized in that the applicator part plastic is a thermoplastic elastomer.
22. Applicator (100) according to claim 21, characterized in that a block copolymer is used as the applicator part plastic.
23. Applicator (100) according to claim 21, characterized in that the thermoplastic elastomer is formed by mixing of a thermoplastic matrix with elastic
particles (blend).
24. Applicator (100) according to one of the claims 21 to 23, characterized in that the thermoplastic elastomer has a hardness of 2 to 45 Shore A.
25. Applicator (100) according to claim 24, characterized in that a thermoplastic silicone elastomer with a hardness of 10 to 15 Shore A is used as
the applicator part plastic.
26. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the holding part plastic comprises a thermoplastic resin, preferably polyethylene,
polypropylene, polyvinyl chloride, polyacetate, polyacetal, polystrol or mixed polymers
thereof, or polyamide.
27. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the holding part (116) consists at least partially of thermosetting plastic.
28. Applicator (100) according to one of the previous claims, characterized in that the holding part (116) consists at least partially of metal.
29. System with an applicator according to one of the previous claims and a cosmetic preparation,
characterized in that the cross section of the channel is adapted to the physical properties of the cosmetic
preparation and its interaction with the applicator part plastic, in particular to
the surface tension and the wettability.
1. Applicateur (100) destiné à plonger dans une préparation cosmétique et à appliquer
celle-ci sur la peau, la semi-muqueuse, la muqueuse, les poils ou les cheveux, comprenant
une partie de maintien (116) et une partie applicateur (120, 1400) moulée par injection
sur ladite partie de maintien (116), aussi bien ladite partie de maintien (116) que
ladite partie applicateur (120, 1400) étant réalisées au moins en partie en matière
plastique et la matière plastique de la partie de maintien (116) étant plus dure que
la matière plastique de la partie applicateur (120, 1400), et ladite partie applicateur
(120, 1400) présentant, sur sa surface extérieure, au moins un canal (1420) qui s'étend
pour l'essentiel sur l'ensemble de la longueur de ladite partie applicateur (120,
1400) et qui est réalisé pour distribuer la préparation cosmétique dans le sens de
l'extension longitudinale de la partie applicateur (120, 1400), ladite partie applicateur
(120, 1400) présentant une structure de surface ayant une pluralité d'éléments structurels,
caractérisé par le fait que lesdits éléments structurels comprennent des couronnes (1410) ayant des dents disposées
chacune de manière circonférentielle.
2. Applicateur (100) selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la largeur du canal (1420) est à peu près égale à sa profondeur par rapport à la
surface extérieure de ladite partie applicateur (1400).
3. Applicateur (100) selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait que ledit canal (1420) se rétrécit au fur et à mesure que la profondeur augmente.
4. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ledit canal (1420) s'étend pour l'essentiel dans le sens de l'extension longitudinale
de la partie applicateur (1400).
5. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ledit canal (1420) décrit au moins une spire hélicoïdale autour de ladite partie
applicateur (1400).
6. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que la section transversale du canal (1420) se rétrécit vers la pointe de l'applicateur.
7. Applicateur (100) selon la revendication 6, caractérisé par le fait que la profondeur et la largeur du canal (1420) diminuent à peu près de manière égale
en direction de la pointe de l'applicateur.
8. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ledit canal (1420) est interrompu par au moins un dépôt.
9. Applicateur (100) selon la revendication 8, caractérisé par le fait que ledit dépôt est constitué par une rainure ou cannelure s'étendant autour de la partie
applicateur pour l'essentiel transversalement à sa direction d'extension longitudinale.
10. Applicateur (100) selon la revendication 8 ou 9, caractérisé par le fait que ledit dépôt et ledit canal présentent, par rapport à ladite surface extérieure de
la partie applicateur, la même profondeur.
11. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ledit canal s'étend au-delà d'au moins une extrémité de la partie applicateur, dans
une portion de la partie de maintien qui y est contiguë dans le sens de l'extension
longitudinale.
12. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que lesdites couronnes (1410) sont hexagonales, une dent étant disposée respectivement
sur chaque sommet.
13. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que lesdites couronnes (1410) présentent des sections transversales différentes.
14. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que les dents présentent une extension perpendiculaire à la surface de la partie applicateur
qui est comprise entre 0,2 mm et 0,6 mm et, en particulier, de 0,4 mm.
15. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ladite partie de maintien (116) s'étend, au moins en partie, dans le sens de l'extension
longitudinale de l'applicateur (100), jusque dans la partie applicateur (120).
16. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait qu'une portion de maintien (118) est réalisée entre ladite partie de maintien (116) et
ladite partie applicateur (120), qui présente une couche de mélange (124) composée
d'une matière plastique de partie applicateur et d'une matière plastique de partie
de maintien.
17. Applicateur (100) selon la revendication 16, caractérisé par le fait que ladite couche de mélange (124) présente une épaisseur comprise entre 1/100 mm et
plusieurs 1/10 mm.
18. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications 16 ou 17, caractérisé par le fait que ladite portion de maintien (118) présente une liaison à engagement positif (126)
entre ladite partie applicateur (120) et ladite partie de maintien (116).
19. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que la matière plastique de la partie applicateur renferme du caoutchouc de silicone.
20. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications 1 à 18, caractérisé par le fait que la matière plastique de la partie applicateur renferme du PVC souple.
21. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications 1 à 19, caractérisé par le fait que la matière plastique de la partie applicateur est un élastomère thermoplastique.
22. Applicateur (100) selon la revendication 21, caractérisé par le fait que l'on utilise un copolymère en bloc en tant que matière plastique de la partie applicateur.
23. Applicateur (100) selon la revendication 21, caractérisé par le fait que l'élastomère thermoplastique est formé en mélangeant une matrice thermoplastique
à des particules élastiques (blend).
24. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications 21 à 23, caractérisé par le fait que l'élastomère thermoplastique présente une dureté comprise entre 2 et 45 Shore A.
25. Applicateur (100) selon la revendication 24, caractérisé par le fait que l'on utilise, en tant que matière plastique de la partie applicateur, un élastomère
de silicone thermoplastique ayant une dureté comprise entre 10 et 15 Shore A.
26. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que la matière plastique de la partie de maintien comprend une matière plastique thermoplastique,
de préférence le polyéthylène, le polypropylène, le polychlorure de vinyle, le polyacétate,
le polyacétal, le polystyrène ou ses copolymères ou le polyamide.
27. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ladite partie de maintien (116) est réalisée, au moins en partie, dans une matière
thermodurcissable.
28. Applicateur (100) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par le fait que ladite partie de maintien (116) est réalisée, au moins en partie, en métal.
29. Système comprenant un applicateur selon l'une quelconque des revendications précédentes
et une préparation cosmétique, caractérisé par le fait que la section transversale du canal est adaptée aux propriétés physiques de la préparation
cosmétique et aux interactions de celle-ci avec la matière plastique de la partie
applicateur, en particulier à la tension superficielle et au mouillage.
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