[0001] Die Erfindung betrifft ein Sitzmöbel mit einem Gestell, einem Sitz und einer Rückenlehne,
wobei am Gestell eine Beinauflage derart angeordnet ist, dass diese aus einer Ruhelage
unter dem Sitz in eine Gebrauchslage vor dem Sitz überführbar ist.
[0002] Sitzmöbel mit Beinauflagen sind hinreichend bekannt. So offenbart zum Beispiel die
DE-U-297 17 456 ein Sitzmöbel, bei welchem eine Beinauflage aus einer Ruheposition unter dem Sitz
in eine Gebrauchslage vor dem Sitz verschoben werden kann. Diese Beinauflage ist als
separates Bauteil ausgebildet und besitzt einen vom Sitz separaten Bezug, so dass
bei in Gebrauchslage sich befindender Beinauflage zwischen dem Sitz und der Beinauflage
ein Spalt existiert oder zumindest der Sitz und die Beinauflage keinen durchgehenden
Bezug aufweisen.
[0003] Es sind auch Sitzmöbel mit Beinauflagen bekannt, welche am vorderen Ende des Sitzes
schwenkbar gelagert sind und bei Nichtgebrauch unter den Sitz verschwenkt werden.
Diese Beinauflagen besitzen den Nachteil, dass unter dem Sitz genügend Freiraum vorhanden
sein muss, so dass die Beinauflage die Schwenkbewegung durchführen kann, ohne am Boden
anzustoßen. Bei geringem Freiraum kann daher die Beinauflage nur eine geringe Länge
besitzen.
[0004] Aus der
DE-C-197 00 617 ist ein Sessel bekannt, bei welchem die Beinauflage zweigeteilt ist und durch eine
Verschwenkbewegung die beiden Beinauflagenteile über ein Parallelogramm aus ihrer
Ruhelage unterhalb des Sitzes, in welcher sie übereinander angeordnet sind, vor den
Sitz verlagert werden, und dabei hintereinander zu liegen kommen. Jedoch befinden
sich zwischen den Beinauflagen sowie zwischen dem Sitz und der benachbarten Beinauflage
relativ große Spalte.
[0005] Aus der nachveröffentlichten
EP 05 400 026.0 ist eine Beinauflage bekannt, die von einer Klappe gebildet wird, welche an einem
Schlitten schwenkbar befestigt ist, wobei die Klappe aus einer Ruheposition unter
dem Sitz ausgeschwenkt wird, wenn der Schlitten aus einer Position unter dem Sitz
in die Gebrauchslage vor den Sitz verfahren wird. Dabei sind der Sitz, der Schlitten
und die Klappe von einem durchgehenden Bezug übergriffen. Ein Sitzmöbel mit einer
derartigen Beinauflage ist optisch sehr ansprechend und bequem, jedoch ist der technische
Aufwand zum Ausfahren des Schlittens, wofür ein motorischer Antrieb verwendet wird,
nicht unerheblich.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Sitzmöbel der eingangs genannten Art
bereitzustellen, mit welchem die Beinauflage möglichst einfach ausgefahren werden
kann.
[0007] Diese Aufgabe wird mit einem Sitzmöbel der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass zum Überführen der Beinauflage aus einer Ruhelage unter dem Sitz
in eine Gebrauchslage vor dem Sitz am Gestell und an der Beinauflage jeweils ein Ende
eines ersten und zweiten Schenkels eines Dreigelenks schwenkbar angeordnet sind.
[0008] Beim erfindungsgemäßen Sitzmöbel wird demnach kein Schlitten, sondern ein Dreigelenk
verwendet, welches aus zwei Schenkeln aufgebaut ist, die insbesondere die gleiche
Länge aufweisen. Die beiden Schenkel sind über ein Drehgelenk miteinander verbunden
und die freien Enden sind über Drehgelenke jeweils am Gestell und an der Beinauflage
schwenkbar miteinander verbunden. Durch Einklappen der beiden Schenkel wird die Beinauflage
unter den Sitz verfahren, wohingegen das Ausfahren der Beinauflage in die Gebrauchslage
durch ein Strecken der beiden Schenkel erfolgt. Der konstruktive Aufwand dieser Lösung
ist einfach und vor allem muss lediglich die Reibungskraft in den Schwenklagern überwunden
werden. Diese Reibungskraft ist wesentlich geringer als bei einem Schlitten, welcher
in Linearführungen gleitet, so dass der Kraftaufwand zum Bewegen des Dreigelenks so
gering ist, dass die Beinauflage von einer Bedienperson auch manuell betätigt werden
kann. An Stelle eines einzigen Dreigelenks besteht auch die Möglichkeit, mehrere parallel
nebeneinander liegende Dreigelenke zu verwenden. Dies ist z.B. bei einem Sofa mit
breiterer Beinauflage von Vorteil.
[0009] Bei einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass die beiden Schenkel des Dreigelenks
zusätzlich über einen Antrieb miteinander verbunden sind. Dieser Antrieb bewirkt,
dass lediglich ein Schenkel des Dreigelenks, insbesondere der mit dem Gestell verbundene
Schenkel des Dreigelenks, betätigt werden muss, um die Beinauflage zwischen den beiden
Endpositionen zu bewegen. Der andere Schenkel wird über den Antrieb mitgenommen und
in die entsprechende Position verschwenkt.
[0010] Bei einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der zweite Schenkel über einen
Antrieb mit dem Sitzgestell verbunden ist. Wird der erste Schenkel manuell betätigt,
dann wird der zweite oder distale Schenkel dadurch betätigt oder verschwenkt, dass
er zum einen am freien, ausschwenkenden Ende des ersten Schenkels befestigt ist, zum
anderen wird die Schwenkbewegung des distalen Schenkels über den Antrieb gesteuert.
[0011] Dabei ist der Antrieb so ausgestaltet, dass die beiden Schwenkwinkel der Schenkel
stets gleich sind. Wird also der eine Schenkel um einen bestimmten Winkel vom Gestell
weg verschwenkt, dann wird der andere Schenkel um den gleichen Winkel verschwenkt.
Dies führt dazu, dass bei gleich langen Schenkeln das freie Ende des distalen, an
der Beinauflage befestigten Schenkels, in einer geraden Linie bezüglich des Sitzes
und der Rückenlehne bewegt wird. Die Beinauflage wird dadurch parallel zur Rückenlehne
und zum Sitz nach vorne ausgefahren beziehungsweise unter den Sitz eingefahren.
[0012] Als Antrieb wird ein schlupffreier Antrieb, zum Beispiel ein Zahnradantrieb, Kettenantrieb,
Zahnriemenantrieb oder dergleichen verwendet. Außerdem kann durch einen entsprechenden
Exzenter oder ein Spannmittel ein Spiel aus diesem Antrieb eliminiert werden. Dieser
Antrieb und somit die Schwenkbewegung des zweiten Schenkels werden durch Ausschwenken
des ersten Schenkels in Gang gesetzt.
[0013] Vorteilhaft verschwenkt das Dreigelenk in einer zum Sitz im Wesentlichen parallelen
Ebene. Dies bedeutet, dass für das Dreigelenk nur ein minimaler Freiraum in der Höhe
unterhalb des Sitzes benötigt wird. Das Dreigelenk befindet sich bei eingefahrener
Beinauflage zwischen dem Sitz und der unter dem Sitz eingeklappten Beinauflage. Der
restliche Raum unterhalb des Sitzes kann für die Klappbewegung der Beinauflage verwendet
werden. Unter dem Begriff "zum Sitz im Wesentlichen parallelen Verschenkebene" soll
verstanden werden, dass die Schwenkachsen des Dreigelenks im Wesentlichen senkrecht
verlaufen, aber auf keinen Fall in waagerechter Richtung.
[0014] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel weist die Beinauflage eine am freien Ende
des zweiten Schenkels schwenkbar gelagerte Klappe auf und sind der Sitz und die Beinauflage
mit Klappe von einem Bezug umgriffen. Hierdurch wird die Möglichkeit geschaffen, dass
zwischen Beinauflage und Sitz kein Spalt entsteht und dass bei entsprechender Gestaltung
des Bezugs, das heißt bei stets unter Spannung stehendem Bezug, indem die Klappe zum
Beispiel unter Federkraft permanent in die eingeklappte oder ausgeklappte Stellung
gedrängt wird, der Bezug stets straff gehalten bleibt. Bei in Ruhelage sich befindender
Beinauflage ist die Klappe unter den Sitz eingeklappt und der Bezug führt vom vorderen
Ende des Sitzes um dieses herum bis unter den Sitz. Hierdurch wird ein ansprechendes
Äußeres für das Sitzmöbel geschaffen.
[0015] Für eine einfache Bedienung der Beinauflage greift am ersten Schenkel ein Bedienhebel
an. Dieser kann dort entweder direkt oder über einen Hebelmechanismus angelenkt sein.
Vorteilhaft befindet sich der Hebel seitlich neben dem Sitz oder Sitzgestell und kann
bequem mit der Hand ergriffen werden. Dabei greift der Hebel oder Hebelmechanismus
mit einem Abstand zum Schwenklager am ersten Schenkel an. Durch Zug oder Druck an
diesem Angriffspunkt wird der erste Schenkel um das gestellseitige Schwenklager bewegt
und dadurch das Dreigelenk gestreckt beziehungsweise eingefahren. An Stelle eines
manuell zu betätigenden Bedienhebels kann in einer anderen Ausführungsform das Dreigelenk
auch motorisch angetrieben werden. Dabei kann das Drehmoment entweder in den ersten
oder in den zweiten Schenkel eingeleitet werden.
[0016] Bei einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass über den Bedienhebel die
Neigung des um eine horizontale Achse verschwenkbar gelagerten Sitzes verstellbar
ist. Der Sitz kann zum Beispiel beim Ausfahren der Beinauflage nach hinten verschwenkt
werden, wodurch der Freiraum unter der Vorderkante des Sitzes geringfügig vergrößert
wird, wodurch das Ausfahren der Beinauflage und Ausklappen der Klappe erleichtert
wird und zudem die Sitzposition in eine Relaxposition überführt wird. Die nach hinten
geneigte Stellung kann entweder beibehalten werden oder alternativ bei vollständig
ausgefahrener Beinauflage wieder in die Normallage zurückgeführt werden. Außerdem
kann durch Verlagerung des Körpergewichts auf dem Sessel die Ausbeziehungsweise Einfahrbewegung
der Beinauflage unterstützt werden.
[0017] Mit Vorzug sind der erste und der zweite Schenkel über eine Zug- oder Druckfeder,
insbesondere über eine Gasfeder, miteinander verbunden. Über die Zug- oder Druckfeder
werden die beiden Schenkel in eine stabile Ruhe- und eine stabile Gebrauchslage überführt.
Dort werden sie über die Federkraft gehalten.
[0018] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
sowie der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung ein
besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel im Einzelnen beschrieben ist. Dabei können
die in der Zeichnung dargestellten sowie in der Beschreibung und in den Ansprüchen
erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich
sein.
[0019] In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht des Sitzmöbels mit teilweise ausgefahrener und ausgeklappter
Beinauflage, jedoch mit aufgeschnittenem Bezug;
- Figuren 2A bis D
- eine Draufsicht, Seitenansicht, perspektivische Ansicht des Sitzmöbels mit in der
Ruhelage sich befindender Beinauflage sowie einen Handhebel für die Beinauflage in
der Ruhelage;
- Figuren 3A bis D
- eine Draufsicht, Seitenansicht, perspektivische Ansicht des Sitzmöbels mit teilweise
ausgefahrener Beinauflage und Handhebel in einer Zwischenstellung; und
- Figuren 4A bis D
- eine Draufsicht, Seitenansicht, perspektivische Ansicht des Sitzmöbels mit vollständig
ausgefahrener Beinauflage und zugehörigem Handhebel.
[0020] Die Figur 1 zeigt eine perspektivische Darstellung des insgesamt mit 10 bezeichneten
Sitzmöbels, insbesondere eines Sessels, welcher ein Gestell 12 aufweist, welches von
einer Rückenlehne 14 sowie Seitenteilen 16 umgeben ist. Auf dem Gestell 12 befindet
sich ein Sitz 17 mit Sitzgestell 18, welches über eine waagerechte Schwenkachse 20
am Gestell 12 gelagert ist. Das Gestell 12 und das Sitzgestell 18 bilden ein Grundgestell
19. Der Sitz 17 ist mit einem Bezug 22 versehen, der der Übersichtlichkeit halber
aufgeschnitten ist. Am vorderen Ende des Bezugs 22 befindet sich eine insgesamt mit
24 bezeichnete Beinauflage, die in der Figur 1 teilweise unter das Sitzgestell 18
eingefahren ist. Vom Sitzgestell 18 ragt nach unten ein Fuß 26 ab, welcher von einer
Bodenplatte 28 getragen wird. Unter dem Bezug 22 ist ein Dreigelenk 30 erkennbar,
welches sowohl am Sitzgestell 18 als auch an der Beinauflage 24 befestigt ist und
welches in den nachfolgenden Figuren 2 bis 4 näher beschrieben ist.
[0021] Die Figuren 2A bis 4A zeigen eine Draufsicht auf das Sitzmöbel 10, jedoch ohne Rückenlehne
14, Seitenteile 16 und Bezug 22. Somit ist das um die Schwenkachse 20 verschwenkbare
Sitzgestell 18 erkennbar, an dem, insbesondere an dessen Mittelrohr 32, das Dreigelenk
30 befestigt ist. Dieses Dreigelenk 30 weist einen ersten Schenkel 34 sowie einen
zweiten Schenkel 36 auf. Der erste Schenkel 34 ist über ein Drehlager 38 an einer
vom Mittelrohr 32 in Richtung einer Linie 40 abragenden Lasche 42 verschenkbar gelagert.
Am anderen Ende des ersten Schenkels 34 befindet sich ein zweites Drehlager 44, an
welchem der Schenkel 36 schwenkbar befestigt ist. Dieser weist an seinem freien Ende
wiederum ein drittes Drehlager 46 auf, an welchem die Beinauflage 24, welche als Klappe
48 ausgebildet ist, schwenkbar gelagert ist. Die effektiven Längen der Schenkel 34
und 36 zwischen den Drehlagern 38, 44 und 46 sind gleich groß.
[0022] Außerdem ist noch ein Antrieb 50 erkennbar, über den der zweite Schenkel 36 mit dem
Sitzgestell 18 oder der Lasche 42 gekoppelt ist. Dieser Antrieb 50 weist eine erste
Scheibe 52 und eine zweite Scheibe 54 sowie ein die beiden Scheiben 52 und 54 umschlingendes
Zugmittel 56 auf. Die Scheiben 52 und 54 und das Zugmittel 56 bilden z.B. ein Kettengetriebe,
indem die Scheiben 52 und 54 als Ritzel und das Zugmittel 56 eine Kette ausgebildet
sind. Außerdem weist die erste Scheibe 52 einen doppelt so großen Umfang auf wie die
Scheibe 54, so dass sich für den Drehwinkel ein Übersetzungsverhältnis von 1:2 ergibt.
Die erste Scheibe 52 ist starr mit dem Sitzgestell 18 und die zweite Scheibe 54 starr
mit dem zweiten Schenkel 36 verbunden. Wird nun der erste Schenkel 34 aus der in der
Figur 2A gezeigten Lage zum Beispiel um einen Winkel α (Figur 3A) ausgeschwenkt, dann
schwenkt der zweite Schenkel 36 ebenfalls um den gleichen Winkel α aus, indem er doppelt
so weit vom ersten Schenkel 34 weggeschwenkt wird. Somit bewegt sich das dritte Drehlager
46 entlang der Linie 40.
[0023] Die Ausfuhrbewegung der Beinauflage 24 erfolgt durch manuelle Betätigung eines Hebels
58, der in den Figuren 2B bis 4D näher dargestellt ist. Dieser Hebel 58 ist über einen
Hebelmechanismus 60, welcher weiter unten im Detail beschrieben ist, mit dem ersten
Schenkel 34 über ein Drehlager 62 gekoppelt. Das Drehlager 62 befindet sich außermittig,
d.h. mit Abstand zur zentralen Längsachse am ersten Schenkel 34 und weist einen Abstand
64 zum Drehlager 38 auf.
[0024] Außerdem ist erkennbar, dass die beiden Schenkel 34 und 36 über eine Gasdruckfeder
66 miteinander verbunden sind, wobei die Gasdruckfeder 66 an einem Drehlager 68 am
ersten Schenkel 34 und einem Drehlager 70 am zweiten Schenkel 36 angreift. Das Drehlager
68 befindet sich, wie aus Figur 4A ersichtlich, in der Flucht zur Längsachse des ersten
Schenkels 34, wohingegen das zweite Drehlager 70 an einer seitlich abragenden Schulter
72 vorgesehen ist. Hierdurch werden die in der Figur 2A gezeigte Ruhelage 24 und in
der Figur 4A gezeigte Arbeitslage der Beinauflage stabil gehalten. Die in der Figur
3A gezeigte Zwischenlage ist indifferent, da die beiden Drehlager 68 und 70 in der
Fluchtlinie der Drehlager 38 und 44 liegen. Aus dieser indifferenten Lage kann die
Beinauflage 24 sowohl in dessen Ruhelage als auch in dessen Arbeitslage mit geringem
Kraftaufwand bewegt werden, da die vom Handhebel 58 ausgeübte Kraft trotz kleinem
Abstand 64 aufgrund des nahezu rechtwinkligen Kraftangriffs doch ein relativ großes
Moment auf den ersten Schenkel 34 ausübt. Aus der in der Figur 3A gezeigten Stellung
verfährt die Beinauflage 24 aufgrund der Kraft der Gasdruckfeder 66 selbsttätig sowohl
in dessen Ruhelage (Figur 2A) als auch in dessen Arbeitslage (Figur 4A).
[0025] Um die Beinauflage 24 aus der Ruhelage in die indifferente Lage zu bewegen, wird,
wie aus den Figuren 2B bis 4B ersichtlich, der Handhebel 58 in Richtung des Pfeils
74 um dessen Drehlager 76 verschwenkt. Eine vergrößerte Wiedergabe des Handhebels
58 ergibt sich aus den Figuren 2D bis 4D. Das Verschwenken des Handhebels 58 um das
Drehlager 76, welches am Sitzgestell 18 vorgesehen ist, bewirkt eine Verdrehung des
Ecklenkers 78, an dessen einem freien Ende 80 eine Schubstange 82 angreift, die mit
dem Handhebel 58, insbesondere mit dessen freiem Ende 84 verbunden ist. Außerdem ist
der Ecklenker 78 an seinem Basislager 86 drehbar am Sitzgestell 18 gelagert. Da das
Ende 80, wie aus den Figuren 2A bis 4A und 2C bis 4C ersichtlich, über einen Bolzen
88 in einem Langloch 90 am vorderen Ende des Gestells 12 drehbar und verschieblich
geführt ist, wird das vordere Ende des Sitzgestells 18 nach oben, das heißt in Richtung
des Pfeils 92, verschwenkt. Auf diese Weise wird durch Betätigung des Handhebels 58
nicht nur die Beinauflage 24 ausgefahren, sondern auch das Sitzgestell 18 angehoben.
[0026] Die Figur 3D zeigt eine Zwischenstellung des Handhebels 58, in welcher das freie
Ende 84, das Ende 80 und das Basislager 86 sich in einer Linie 94 befinden. In dieser
Position des Handhebels 58 befindet sich das Dreigelenk 30 in einer Position, die
zwischen den Positionen der Figuren 3A und 4A liegt. Dies bedeutet, dass das Dreigelenk
30 über die Gasdruckfeder 66 in die gestreckte Lage gedrängt wird, was wiederum zur
Folge hat, dass der Handhebel 58 automatisch in die in der Figur 4D gezeigte Endlage
entgegen der Richtung dem Pfeil 74 verschwenkt wird. Das Sitzgestell 18 nimmt in dieser
Position seine maximale Neigung gegenüber dem Gestell 12 ein.
[0027] Ferner ist noch eine Schubstange 96 erkennbar, der am anderen Ende des Ecklenkers
78 befestigt ist. Diese Schubstange 96 greift, wie aus den Figuren 2A bis 4A ersichtlich,
an einem weiteren Ecklenker 98 an, der über eine Lasche 100 am Mittelrohr 32 schwenkbar
befestigt ist. Über diesen Ecklenker 98 wird mittels einer weiteren Schubstange 102
das Dreigelenk 30 angetrieben, indem die Schubstange 102 am Drehlager 32 des ersten
Schenkels 34 angreift.
[0028] Insbesondere aus den Figuren 2B bis 4B und Figur 3C ist erkennbar, dass die Klappe
48 um eine waagerechte Achse 104 verschwenkbar ist, so dass zum einen das freie Ende
des Bezugs 22 unter das Sitzgestell 18 eingeschwenkt werden kann. Außerdem wird der
Bezug 22 stets auf Spannung gehalten, indem über die Gasdruckfeder 66 die Klappe 48
entweder in die Ruhelage oder in der Gebrauchslage gedrängt wird.
1. Sitzmöbel (10) mit einem Grundgestell (19), einem Sitz (17) und einer Rückenlehne
(14), wobei am Gestell (19) eine Beinauflage (24) derart angeordnet ist, dass diese
aus einer Ruhelage unter dem Sitz (17) in eine Gebrauchslage vor dem Sitz überführbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass hierfür am Gestell (19) und an der Beinauflage (24) jeweils ein Ende eines ersten
und zweiten Schenkels (34 und 36) eines Dreigelenks (30) schwenkbar angeordnet sind.
2. Sitzmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die einander zugewandten Enden des Dreigelenks (30) schwenkbar miteinander verbunden
sind.
3. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Schenkel (36) über einen Antrieb (50) mit dem Sitzgestell (18) verbunden
ist.
4. Sitzmöbel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schenkel (34 und 36) des Dreigelenks (30) zusätzlich über einen Antrieb
(50) miteinander verbunden sind.
5. Sitzmöbel nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass über den Antrieb (50) die Schwenkwinkel (α) der Schenkel (34, 36) bezüglich des Gestells
(18) derart vom ersten Schenkel (34) auf den zweiten Schenkel (36) übertragen werden,
dass sie gleich sind.
6. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (50) ein schlupffreier Antrieb ist.
7. Sitzmöbel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (50) ein Zahnradantrieb, ein Kettengetriebe, ein Zahnriemenantrieb oder
dergleichen ist.
8. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dreigelenk (30) in einer zum Sitz im Wesentlichen parallelen Ebene ausschwenkt.
9. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beinauflage (24) eine am freien Ende des zweiten Schenkels (36) schwenkbar gelagerte
Klappe (48) aufweist und der Sitz (17) und die Beinauflage (24) mit Klappe (48) von
einem durchgehenden Bezug (22) umgriffen sind.
10. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am ersten Schenkel (34) ein Bedienhebel (58) angreift.
11. Sitzmöbel nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Angriffspunkt (62) einen Abstand (64) zum gestellseitigen Schwenklager (38) am
ersten Schenkel (34) aufweist.
12. Sitzmöbel nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass über den Bedienhebel (58) die Neigung des um eine horizontale Achse (20) schwenkbar
gelagerten Sitzgestells (18) verstellbar ist.
13. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und zweite Schenkel (34 und 36) über eine Zug- oder Druckfeder, insbesondere
Gasdruckfeder (66), miteinander verbunden sind.
14. Sitzmöbel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schenkel (34 und 36) über die Zug- oder Druckfeder eine stabile Ruhelage
und eine stabile Gebrauchslage aufweisen.
15. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere parallel zueinander angeordnete Dreigelenke (30) vorgesehen sind.
16. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dreigelenk (30) motorisch antreibbar ist.