(19)
(11) EP 1 944 837 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.07.2008  Patentblatt  2008/29

(21) Anmeldenummer: 07023447.1

(22) Anmeldetag:  04.12.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01R 13/658(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK RS

(30) Priorität: 15.01.2007 DE 202007000848 U

(71) Anmelder: MC Technology GmbH
78176 Blumberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Müller, Hartmut
    78199 Bräunlingen (DE)
  • Dold, Roland
    78120 Furtwangen (DE)

(74) Vertreter: Modrow, Stephanie 
Westphal, Mussgnug & Partner Patentanwälte Am Riettor 5
78048 Villingen-Schwenningen
78048 Villingen-Schwenningen (DE)

   


(54) Anschluss für Potenzialausgleich


(57) Die Erfindung betrifft einen Steckverbinder (10) für mehradrige Daten- und/oder Telekommunikationskabel (50) mit einem abschirmenden Gehäuse (20), welches aus einer oberen Gehäuseschale (30) und einer unteren Gehäuseschale (40) zusammengefügt ist, wobei in der unteren Gehäuseschale (40) ein Kontaktträger (42) angeordnet ist, welcher Verbinderkontakte für die Steckverbindung und mit diesen Verbinderkontakten leitend verbundene Schneidklemmkontakte (44) für die Adern (52) des Kabels (50) aufweist, und wobei ein Ladestück (32) in der oberen Gehäuseschale (30) angeordnet ist, welches Aufnahmen (34) für die Adern (52) des Kabels (50) aufweist, wobei beim Zusammenfügen der Gehäuseschalen (30, 40) die Schneidklemmkontakte (44) des Kontaktträgers (42) in die Adern (52) eindringen, wobei an der oberen Gehäuseschale (30) ein Potentialausgleichskontakt (60) angeordnet ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Steckverbinder gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

[0002] Bekannt sind Steckverbinder für mehradrige Daten und/oder Telekommunikationskabel, welche ein abschirmendes Gehäuse aufweisen. Dabei sind bekannte Gehäuse aus einer oberen Gehäuseschale und einer unteren Gehäuseschale zusammengefügt, wobei in der unteren Gehäuseschale ein Kontaktträger angeordnet ist, welcher Verbinderkontakte für die Steckverbindung und mit diesen Verbinderkontakten leitend verbundene Schneidklemmkontakte für die Adern des Kabels aufweist. In der oberen Gehäuseschale ist ein Ladestück angeordnet, welches Aufnahmen für die Adern des Kabels aufweist, wobei beim Zusammenfügen der Gehäuseschalen die Schneidklemmkontakte des Kontaktträgers in die Adern eindringen. Dadurch wird der elektrisch leitende Kontakt zwischen den Adern des Kabels und den Verbinderkontakten für die Steckverbindung hergestellt. Ein derartiger Steckverbinder ist beispielsweise der DE 100 57 833 A1 zu entnehmen.

[0003] Je nach Anwendung ist ein isolierter Einbau der Steckverbinder in verschiedenen Komponenten einer größeren Anlage von Nöten. Dabei ist es bekannt, die untere Gehäuseschale gezielt mit einem Ausgleichspotential zu verbinden. Diese Verbindung wird beispielsweise über Steckverbinder, Schraubkontakte oder Federkontakte hergestellt. Beim Auswechseln der unteren Gehäuseschale ist es dann jedoch nötig, zusätzlich den Potentialausgleichskontakt zu trennen und an der neuen unteren Gehäuseschale wieder anzuschließen. Dies stellt jedoch einen zusätzlichen Aufwand für den Benutzer und eine potentielle Fehlerquelle dar, da vergessen werden kann, den Potentialausgleichskontakt wieder zu schließen.

[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, einen Steckverbinder für mehradrige Daten und/oder Telekommunikationskabel bereitzustellen, welcher einfacher zu handhaben ist.

[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch einen Steckverbinder mit den Merkmalen des Schutzanspruchs 1.

[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. Bei dem erfindungsgemäßen Steckverbinder ist an der oberen Gehäuseschale ein Potentialausgleichskontakt angeordnet. Dadurch ist beim Wechseln der unteren Gehäuseschale des Steckverbinders kein Trennen des Potentialausgleichkontakts erforderlich. Der Potentialausgleichskontakt bleibt mit der oberen Gehäuseschale verbunden, so dass einerseits der zusätzliche Schritt des Trennens und wieder neu Verbindens des Potentialausgleichskontakts entfällt und die erneute Herstellung der Verbindung bei der Montage nicht vergessen werden kann.

[0007] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist der Potentialausgleichskontakt als Steckkontakt ausgebildet, so dass er sich falls nötig besonders einfach Verbinden und wieder Trennen lassen kann. Besonders bevorzugt ist dazu der Potentialausgleichskontakt als auf eine Kontaktzunge schiebbarer Flachsteckkontakt ausgebildet, da dieser besonders kostengünstig zu fertigen und einfach zu montieren ist.

[0008] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Potentialausgleichskontakt derart an der oberen Gehäuseschale angeordnet, dass eine mit dem Potentialausgleichskontakt verbundene Anschlussleitung parallel zu dem Kabel führbar ist. Dies ermöglicht dem Benutzer eine bessere Übersicht über die Zuleitungen zu dem Steckverbinder.

[0009] Vorzugsweise ist der Potentialausgleichskontakt in räumlicher Nähe zu der Eintrittsöffnung des Kabels in das Ladestück angeordnet, um auch die Anschlussleitung in räumlicher Nähe zu dem Kabel führen zu können.

[0010] Vorzugsweise sind die Gehäuseschalen als metallische Druckgussteile ausgebildet, so dass der Potentialausgleich zwischen den beiden Gehäuseschalen über die Verbindungskontakte der beiden Gehäuseschalen, welche beispielsweise als Rastmechanismus ausgebildet sein können, erfolgen kann.

[0011] Die Erfindung wird anhand der folgenden Figuren ausführlich erläutert. Es zeigt
Fig. 1
eine Seitendarstellung eines Ausführungsbeispiels eines Steckverbinders gemäß der Erfindung,
Fig. 2
den Steckverbinder gemäß Figur 1 mit zerlegtem Gehäuse,
Fig. 3
eine perspektivische Ansicht der oberen Gehäuseschale des Steckverbinders gemäß Figur 1 und
Fig. 4
eine perspektivische Darstellung des Steckverbinders gemäß Figur 1 im zerlegten Zustand.


[0012] Die Figuren 1 bis 4 zeigen verschiedene Ansichten eines Steckverbinders 10 mit einem Gehäuse 20, welches aus einer oberen Gehäuse 30 und einer unteren Gehäuseschale 40 zusammengesetzt ist. Der Steckverbinder 10 dient zum Anschließen eines Kabels 50 mit mehreren Adern 52, insbesondere eines mehradrigen Daten- und/oder Telekommunikationskabels. Dabei ist das Kabel 50 vorzugsweise geschirmt, wozu es insbesondere mit einem leitendes Schirmgeflecht umgeben ist.

[0013] Die obere Gehäuseschale 30 und die untere Gehäuseschale 40 sind vorzugsweise aus einem elektrisch leitenden Werkstoff gefertigt und insbesondere als metallisches Druckgussteil, beispielsweise als Zinkdruckgussteil hergestellt. Die beiden Gehäuseschalen 30, 40 werden über einen Rastmechanismus zusammengesteckt, wobei an oberen Gehäuseschale 30 zwei Rastvorsprünge 36 angeordnet sind, welche in entsprechende Rastaufnahmen 46 an der unteren Gehäuseschale 40 eingreifen.

[0014] In der oberen Gehäuseschale 30 ist ein Ladestück 32 angeordnet, welches Aufnahmen 34 zur Aufnahme der Adern 52 des Kabels 50 aufweist sind. Das Kabel 50 wird somit durch eine Eintrittsöffnung in die obere Gehäuseschale 30 und das Ladestück 32 eingeführt, wobei innerhalb der oberen Gehäuseschale die Ummantelung des Kabels 50 entfernt wird, so dass die einzelnen Adern 52 in die Aufnahmen 34 des Ladestücks 32 einlegbar und dort fixierbar sind.

[0015] In der unteren Gehäuseschale 40 ist ein Kontaktträger 42 angeordnet, welcher Schneidklemmkontakte 44 aufweist, wobei die Anzahl der Schneidklemmkontakte 44 vorzugsweise der Anzahl der Adern 52 des Kabels 50 entspricht. Die Schneidklemmkontakte 44 sind über Verbinderkontakte mit einer Einstecköffnung 48 der unteren Gehäuseschale 40 verbunden, so dass in die Einstecköffnung 48 ein entsprechender Stecker eingesteckt werden kann, um die Verbinderkontakte und die Schneidklemmkontakte 44 zu kontaktieren. Die Schneidklemmkontakte 44 sind dabei derart an dem Kontaktträger 42 angeordnet, dass beim Aufsetzen der oberen Gehäuseschale 30 mit dem Ladestück 32 auf die untere Gehäuseschale 40 die Schneidklemmkontakte 44 in die in den Aufnahmen 34 des Ladestücks 32 liegende Adern 52 des Kabels 50 eindringen und dadurch den elektrischen Kontakt zwischen dem Kabel 50 und einem in die Einstecköffnung 48 eingesteckten Stecker herstellen.

[0016] Je nach Verwendung des Steckverbinders 10 ist es nötig, dass elektrisch leitende Gehäuse 20 isoliert angeordnet werden. Dazu muss dann jedoch die Schirmung des Steckverbinders 10 gezielt mit einem Ausgleichspotential verbunden werden. Dazu ist an der oberen Gehäuseschale 30 ein Potentialausgleichskontakt 60 angeordnet, der vorliegend als Flachsteckkontakt 62 mit einem Kabelschuh 64 ausgebildet ist, welcher über eine an der oberen Gehäuseschale 30 leitend verbundene Kontaktzunge 66 geschoben werden kann. An dem Flachsteckkontakt 62 endet eine entsprechende Anschlussleitung 63 für den Potentialausgleich. Über den Flachsteckkontakt 62 kann in einfacher Art und Weise der Potentialausgleich der oberen Gehäuseschale 30 erfolgen. Da die obere Gehäuseschale 30 mit der unteren Gehäuseschale 40 über eine Rastverbindung aus elektrisch leitendem Material verbunden ist, erfolgt darüber auch der Potentialausgleich für die untere Gehäuseschale 40. Dadurch, dass der Potentialausgleichkontakt 60 an der oberen Gehäuseschale 30 angeordnet ist, muss bei Wechseln der unteren Gehäuseschale 40 der Potentialausgleichskontakt 60 nicht mehr gelöst werden, so dass auch nicht vergessen werden kann, den Potentialausgleichskontakt nach Wechsel der unteren Gehäuseschale 40 wieder zu schließen.

[0017] Die Kontaktzunge 66 ist vorzugsweise derart an der oberen Gehäuseschale 30 angeordnet, dass die Anschlussleitung 63 in gleicher Richtung wie das Kabel 50 an die obere Gehäuseschale 30 herangeführt werden kann. Die Kontaktzunge 66 kann alternativ auch innerhalb der oberen Gehäuseschale 30 und insbesondere an dem Ladestück 32 angeordnet werden. Dadurch, dass die Zufuhrrichtung für das Kabel 50 und die Anschlussleitung 63 aus der gleichen Richtungen in die obere Gehäuseschale 30 erfolgen, können das Kabel 50 und die Anschlussleitung 63 zunächst parallel geführt werden und ermöglichen dem Benutzer zudem eine einfache Übersicht über den Steckverbinder 10 und die entsprechenden Zuleitungen. Insbesondere behindert dabei die zusätzliche Anschlussleitung 63 für den Potentialausgleich auch nicht den Zugang zu der unteren Gehäuseschale 40.

Bezugszeichenliste



[0018] 
10
Steckverbinder
20
Gehäuse
30
obere Gehäuseschale
32
Ladestück
34
Aufnahme
36
Rastvorsprung
40
untere Gehäuseschale
42
Kontaktträger
44
Schneidklemmkontakt
46
Rastaufnahme
48
Einstecköffnung
50
Kabel
52
Ader
60
Potentialausgleichskontakt
62
Flachsteckkontakt
63
Anschlussleitung
64
Kabelschuh
66
Kontaktzunge



Ansprüche

1. Steckverbinder (10) für mehradrige Daten- und/oder Telekommunikationskabel (50) mit einem abschirmenden Gehäuse (20), welches aus einer oberen Gehäuseschale (30) und einer unteren Gehäuseschale (40) zusammengefügt ist, wobei in der unteren Gehäuseschale (40) ein Kontaktträger (42) angeordnet ist, welcher Verbinderkontakte für die Steckverbindung und mit diesen Verbinderkontakten leitend verbundene Schneidklemmkontakte (44) für die Adern (52) des Kabels (50) aufweist, und wobei ein Ladestück (32) in der oberen Gehäuseschale (30) angeordnet ist, welches Aufnahmen (34) für die Adern (52) des Kabels (50) aufweist, wobei beim Zusammenfügen der Gehäuseschalen (30, 40) die Schneidklemmkontakte (44) des Kontaktträgers (42) in die Adern (52) eindringen,
dadurch gekennzeichnet, dass an der oberen Gehäuseschale (30) ein Potentialausgleichskontakt (60) angeordnet ist.
 
2. Steckverbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Potentialausgleichskontakt (60) als Steckkontakt ausgebildet ist.
 
3. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Potentialausgleichskontakt (60) als auf eine Kontaktzunge (66) schiebbarer Flachsteckkontakt (62) ausgebildet ist.
 
4. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Potentialausgleichskontakt (60) derart an der oberen Gehäuseschale (30) angeordnet ist, dass eine mit dem Potentialausgleichskontakt (60) verbundene Anschlussleitung (63) parallel zu dem Kabel (50) führbar ist.
 
5. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Potentialausgleichskontakt (60) in räumlicher Nähe zu der Eintrittsöffnung des Kabels (50) in das Ladestück (32) angeordnet ist.
 
6. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseschalen (30, 40) als metallische Druckgussteile ausgebildet sind.
 




Zeichnung













Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente