[0001] Die Erfindung betrifft einen Steckverbinder gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Bekannt sind Steckverbinder für mehradrige Daten und/oder Telekommunikationskabel,
welche ein abschirmendes Gehäuse aufweisen. Dabei sind bekannte Gehäuse aus einer
oberen Gehäuseschale und einer unteren Gehäuseschale zusammengefügt, wobei in der
unteren Gehäuseschale ein Kontaktträger angeordnet ist, welcher Verbinderkontakte
für die Steckverbindung und mit diesen Verbinderkontakten leitend verbundene Schneidklemmkontakte
für die Adern des Kabels aufweist. In der oberen Gehäuseschale ist ein Ladestück angeordnet,
welches Aufnahmen für die Adern des Kabels aufweist, wobei beim Zusammenfügen der
Gehäuseschalen die Schneidklemmkontakte des Kontaktträgers in die Adern eindringen.
Dadurch wird der elektrisch leitende Kontakt zwischen den Adern des Kabels und den
Verbinderkontakten für die Steckverbindung hergestellt. Ein derartiger Steckverbinder
ist beispielsweise der
DE 100 57 833 A1 zu entnehmen.
[0003] Je nach Anwendung ist ein isolierter Einbau der Steckverbinder in verschiedenen Komponenten
einer größeren Anlage von Nöten. Dabei ist es bekannt, die untere Gehäuseschale gezielt
mit einem Ausgleichspotential zu verbinden. Diese Verbindung wird beispielsweise über
Steckverbinder, Schraubkontakte oder Federkontakte hergestellt. Beim Auswechseln der
unteren Gehäuseschale ist es dann jedoch nötig, zusätzlich den Potentialausgleichskontakt
zu trennen und an der neuen unteren Gehäuseschale wieder anzuschließen. Dies stellt
jedoch einen zusätzlichen Aufwand für den Benutzer und eine potentielle Fehlerquelle
dar, da vergessen werden kann, den Potentialausgleichskontakt wieder zu schließen.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, einen Steckverbinder für mehradrige
Daten und/oder Telekommunikationskabel bereitzustellen, welcher einfacher zu handhaben
ist.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch einen Steckverbinder mit den Merkmalen des Schutzanspruchs
1.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben. Bei dem erfindungsgemäßen Steckverbinder ist an der oberen Gehäuseschale
ein Potentialausgleichskontakt angeordnet. Dadurch ist beim Wechseln der unteren Gehäuseschale
des Steckverbinders kein Trennen des Potentialausgleichkontakts erforderlich. Der
Potentialausgleichskontakt bleibt mit der oberen Gehäuseschale verbunden, so dass
einerseits der zusätzliche Schritt des Trennens und wieder neu Verbindens des Potentialausgleichskontakts
entfällt und die erneute Herstellung der Verbindung bei der Montage nicht vergessen
werden kann.
[0007] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist der Potentialausgleichskontakt
als Steckkontakt ausgebildet, so dass er sich falls nötig besonders einfach Verbinden
und wieder Trennen lassen kann. Besonders bevorzugt ist dazu der Potentialausgleichskontakt
als auf eine Kontaktzunge schiebbarer Flachsteckkontakt ausgebildet, da dieser besonders
kostengünstig zu fertigen und einfach zu montieren ist.
[0008] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Potentialausgleichskontakt
derart an der oberen Gehäuseschale angeordnet, dass eine mit dem Potentialausgleichskontakt
verbundene Anschlussleitung parallel zu dem Kabel führbar ist. Dies ermöglicht dem
Benutzer eine bessere Übersicht über die Zuleitungen zu dem Steckverbinder.
[0009] Vorzugsweise ist der Potentialausgleichskontakt in räumlicher Nähe zu der Eintrittsöffnung
des Kabels in das Ladestück angeordnet, um auch die Anschlussleitung in räumlicher
Nähe zu dem Kabel führen zu können.
[0010] Vorzugsweise sind die Gehäuseschalen als metallische Druckgussteile ausgebildet,
so dass der Potentialausgleich zwischen den beiden Gehäuseschalen über die Verbindungskontakte
der beiden Gehäuseschalen, welche beispielsweise als Rastmechanismus ausgebildet sein
können, erfolgen kann.
[0011] Die Erfindung wird anhand der folgenden Figuren ausführlich erläutert. Es zeigt
- Fig. 1
- eine Seitendarstellung eines Ausführungsbeispiels eines Steckverbinders gemäß der
Erfindung,
- Fig. 2
- den Steckverbinder gemäß Figur 1 mit zerlegtem Gehäuse,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht der oberen Gehäuseschale des Steckverbinders gemäß Figur
1 und
- Fig. 4
- eine perspektivische Darstellung des Steckverbinders gemäß Figur 1 im zerlegten Zustand.
[0012] Die Figuren 1 bis 4 zeigen verschiedene Ansichten eines Steckverbinders 10 mit einem
Gehäuse 20, welches aus einer oberen Gehäuse 30 und einer unteren Gehäuseschale 40
zusammengesetzt ist. Der Steckverbinder 10 dient zum Anschließen eines Kabels 50 mit
mehreren Adern 52, insbesondere eines mehradrigen Daten- und/oder Telekommunikationskabels.
Dabei ist das Kabel 50 vorzugsweise geschirmt, wozu es insbesondere mit einem leitendes
Schirmgeflecht umgeben ist.
[0013] Die obere Gehäuseschale 30 und die untere Gehäuseschale 40 sind vorzugsweise aus
einem elektrisch leitenden Werkstoff gefertigt und insbesondere als metallisches Druckgussteil,
beispielsweise als Zinkdruckgussteil hergestellt. Die beiden Gehäuseschalen 30, 40
werden über einen Rastmechanismus zusammengesteckt, wobei an oberen Gehäuseschale
30 zwei Rastvorsprünge 36 angeordnet sind, welche in entsprechende Rastaufnahmen 46
an der unteren Gehäuseschale 40 eingreifen.
[0014] In der oberen Gehäuseschale 30 ist ein Ladestück 32 angeordnet, welches Aufnahmen
34 zur Aufnahme der Adern 52 des Kabels 50 aufweist sind. Das Kabel 50 wird somit
durch eine Eintrittsöffnung in die obere Gehäuseschale 30 und das Ladestück 32 eingeführt,
wobei innerhalb der oberen Gehäuseschale die Ummantelung des Kabels 50 entfernt wird,
so dass die einzelnen Adern 52 in die Aufnahmen 34 des Ladestücks 32 einlegbar und
dort fixierbar sind.
[0015] In der unteren Gehäuseschale 40 ist ein Kontaktträger 42 angeordnet, welcher Schneidklemmkontakte
44 aufweist, wobei die Anzahl der Schneidklemmkontakte 44 vorzugsweise der Anzahl
der Adern 52 des Kabels 50 entspricht. Die Schneidklemmkontakte 44 sind über Verbinderkontakte
mit einer Einstecköffnung 48 der unteren Gehäuseschale 40 verbunden, so dass in die
Einstecköffnung 48 ein entsprechender Stecker eingesteckt werden kann, um die Verbinderkontakte
und die Schneidklemmkontakte 44 zu kontaktieren. Die Schneidklemmkontakte 44 sind
dabei derart an dem Kontaktträger 42 angeordnet, dass beim Aufsetzen der oberen Gehäuseschale
30 mit dem Ladestück 32 auf die untere Gehäuseschale 40 die Schneidklemmkontakte 44
in die in den Aufnahmen 34 des Ladestücks 32 liegende Adern 52 des Kabels 50 eindringen
und dadurch den elektrischen Kontakt zwischen dem Kabel 50 und einem in die Einstecköffnung
48 eingesteckten Stecker herstellen.
[0016] Je nach Verwendung des Steckverbinders 10 ist es nötig, dass elektrisch leitende
Gehäuse 20 isoliert angeordnet werden. Dazu muss dann jedoch die Schirmung des Steckverbinders
10 gezielt mit einem Ausgleichspotential verbunden werden. Dazu ist an der oberen
Gehäuseschale 30 ein Potentialausgleichskontakt 60 angeordnet, der vorliegend als
Flachsteckkontakt 62 mit einem Kabelschuh 64 ausgebildet ist, welcher über eine an
der oberen Gehäuseschale 30 leitend verbundene Kontaktzunge 66 geschoben werden kann.
An dem Flachsteckkontakt 62 endet eine entsprechende Anschlussleitung 63 für den Potentialausgleich.
Über den Flachsteckkontakt 62 kann in einfacher Art und Weise der Potentialausgleich
der oberen Gehäuseschale 30 erfolgen. Da die obere Gehäuseschale 30 mit der unteren
Gehäuseschale 40 über eine Rastverbindung aus elektrisch leitendem Material verbunden
ist, erfolgt darüber auch der Potentialausgleich für die untere Gehäuseschale 40.
Dadurch, dass der Potentialausgleichkontakt 60 an der oberen Gehäuseschale 30 angeordnet
ist, muss bei Wechseln der unteren Gehäuseschale 40 der Potentialausgleichskontakt
60 nicht mehr gelöst werden, so dass auch nicht vergessen werden kann, den Potentialausgleichskontakt
nach Wechsel der unteren Gehäuseschale 40 wieder zu schließen.
[0017] Die Kontaktzunge 66 ist vorzugsweise derart an der oberen Gehäuseschale 30 angeordnet,
dass die Anschlussleitung 63 in gleicher Richtung wie das Kabel 50 an die obere Gehäuseschale
30 herangeführt werden kann. Die Kontaktzunge 66 kann alternativ auch innerhalb der
oberen Gehäuseschale 30 und insbesondere an dem Ladestück 32 angeordnet werden. Dadurch,
dass die Zufuhrrichtung für das Kabel 50 und die Anschlussleitung 63 aus der gleichen
Richtungen in die obere Gehäuseschale 30 erfolgen, können das Kabel 50 und die Anschlussleitung
63 zunächst parallel geführt werden und ermöglichen dem Benutzer zudem eine einfache
Übersicht über den Steckverbinder 10 und die entsprechenden Zuleitungen. Insbesondere
behindert dabei die zusätzliche Anschlussleitung 63 für den Potentialausgleich auch
nicht den Zugang zu der unteren Gehäuseschale 40.
Bezugszeichenliste
[0018]
- 10
- Steckverbinder
- 20
- Gehäuse
- 30
- obere Gehäuseschale
- 32
- Ladestück
- 34
- Aufnahme
- 36
- Rastvorsprung
- 40
- untere Gehäuseschale
- 42
- Kontaktträger
- 44
- Schneidklemmkontakt
- 46
- Rastaufnahme
- 48
- Einstecköffnung
- 50
- Kabel
- 52
- Ader
- 60
- Potentialausgleichskontakt
- 62
- Flachsteckkontakt
- 63
- Anschlussleitung
- 64
- Kabelschuh
- 66
- Kontaktzunge
1. Steckverbinder (10) für mehradrige Daten- und/oder Telekommunikationskabel (50) mit
einem abschirmenden Gehäuse (20), welches aus einer oberen Gehäuseschale (30) und
einer unteren Gehäuseschale (40) zusammengefügt ist, wobei in der unteren Gehäuseschale
(40) ein Kontaktträger (42) angeordnet ist, welcher Verbinderkontakte für die Steckverbindung
und mit diesen Verbinderkontakten leitend verbundene Schneidklemmkontakte (44) für
die Adern (52) des Kabels (50) aufweist, und wobei ein Ladestück (32) in der oberen
Gehäuseschale (30) angeordnet ist, welches Aufnahmen (34) für die Adern (52) des Kabels
(50) aufweist, wobei beim Zusammenfügen der Gehäuseschalen (30, 40) die Schneidklemmkontakte
(44) des Kontaktträgers (42) in die Adern (52) eindringen,
dadurch gekennzeichnet, dass an der oberen Gehäuseschale (30) ein Potentialausgleichskontakt (60) angeordnet ist.
2. Steckverbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Potentialausgleichskontakt (60) als Steckkontakt ausgebildet ist.
3. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Potentialausgleichskontakt (60) als auf eine Kontaktzunge (66) schiebbarer Flachsteckkontakt
(62) ausgebildet ist.
4. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Potentialausgleichskontakt (60) derart an der oberen Gehäuseschale (30) angeordnet
ist, dass eine mit dem Potentialausgleichskontakt (60) verbundene Anschlussleitung
(63) parallel zu dem Kabel (50) führbar ist.
5. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Potentialausgleichskontakt (60) in räumlicher Nähe zu der Eintrittsöffnung des
Kabels (50) in das Ladestück (32) angeordnet ist.
6. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseschalen (30, 40) als metallische Druckgussteile ausgebildet sind.
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