[0001] Die Erfindung betrifft einerseits eine Schutzeinrichtung zum Anbringen an einem Gebäudeteil,
wobei die Schutzeinrichtung verhindert, dass eine sich aus dem Gebäudeteil herauslösende
Gebäudesubstanz in die Umgebung gelangt, wobei die Schutzeinrichtung auch thermisch
zu aktivierende Klebemittel umfasst. Andererseits betrifft die Erfindung eine Anordnung
aus einem Gebäudeteil und einer Schutzeinrichtung, bei welcher die Schutzeinrichtung
an einen bestehenden Gebäudeteil appliziert ist, wobei zwischen der Schutzeinrichtung
und dem Gebäudeteil ein, vorzugsweise thermisch aktiviertes, Klebemittel angeordnet
ist. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Sichern einer Gebäudeumgebung
vor sich aus Gebäudeflächen herauslösenden Gebäudesubstanzen, wobei auf die Gebäudeflächen
eine derartige Schutzeinrichtung mittels eines Klebemittels appliziert wird, wobei
das Klebemittel der Schutzeinrichtung vorzugsweise thermisch aktiviert wird, sowie
ein Verfahren zum Herstellen von Gebäudeteilen.
[0002] Insbesondere in erdbebengeschüttelten Krisengebieten werden Gebäude beziehungsweise
Teile von Gebäuden oftmals derart stark beschädigt, dass es zu Brüchen der Verfugungen
und/oder der Gebäudesubstanz selbst kommt. Hierbei besteht fast immer die Gefahr,
dass sich Bereiche des Gebäudes lösen und in die Umgebung der Gebäude, wie den Wohnraum
der Gebäude, herabfallen. Fast immer werden hierbei Menschen verletzt. Nicht selten
erleiden die betroffenen Menschen auch tödliche Verletzungen.
[0003] Zudem werden durch herabgestürzte Bauteile oft Fluchtwege für Menschen versperrt,
so dass eine Rettung beziehungsweise Bergung der Menschen behindert, verzögert und/oder
sogar unmöglich wird.
[0004] Insbesondere bei Neubauten wird versucht, die Gebäude derart zu konstruieren, dass
sie weitaus erdbebensicherer gestaltet sind als herkömmliche Gebäude. Derartige Maßnahmen
sind jedoch sehr kostspielig und für einen Großteil der in solchen Krisengebieten
lebenden Bevölkerungsschichten nicht realisierbar.
[0005] Eine Methode, bei der bei bestehenden Gebäuden der vorhandene Putz abgeschlagen und
nachträglich ein Armierungsgewebe aufgebracht wird, welches danach neu verputzt wird,
wird in der Regel wegen des anfallenden Schmutzes und dem Nutzungsausfall für Wochen,
zum Teil noch mit Geruchbelästigung verbunden, von den Bewohnern abgelehnt.
[0006] Somit beschränken sich derartige Maßnahmen meist auf Prestigeobjekte oder öffentliche
Gebäude. Oft wird durch eine gezielte Versteifung der konstruktiv tragenden Gebäudebauteile
und/oder mittels einer "schwimmenden Lagerung" entsprechender Gebäudeteile versucht,
die Gebäude relativ erdbebensicher zu erstellen. Diese Vorgehensweise ist jedoch sehr
kostenintensiv und kann zudem bei bestehenden Gebäuden meist nicht umgesetzt werden.
Somit ist zumindest ein Großteil der bestehenden Gebäude nachträglich wirtschaftlich
nicht sinnvoll zu sichern.
[0007] Die
EP-A-1 514 975 beschreibt die Abdichtung von Kellerräumen gegen Nässe und Kälte. Hierzu werden Dichtungsisolierbahnen
aus Polymerbitumen eingesetzt. Derartige Bahnen sind für den Einsatz in erdbebengefährdeten
Gebieten zur Stabilisierung der Mauern nicht geeignet.
[0008] Die
US-A-4 123 305 beschreibt einen speziellen Teppich, der geeignet ist, mit einem Kleber aufgebracht
zu werden, der auf 90 °C bis 100 °C erwärmt wird. Auch ein derartiger Teppich ist
nicht geeignet zur Stabilisierung von Gebäudeteilen gegen Erdbebeneinflüsse.
[0009] Auch das in der
DE-A-40 04 022 beschriebene Dehnfugenband ist für den der Erfindung zu Grunde liegenden Einsatz
nicht geeignet.
[0010] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Möglichkeit bereit zu stellen, um Gebäude oder
Gebäudeteile in einem wirtschaftlich verträglichen Rahmen derart zu sichern, dass
diese, beispielsweise im Falle eines Erdbebens, sicherer sind, bzw. den Bewohnern
mehr Zeit zur Flucht bleibt.
[0011] Die Aufgabe der Erfindung wird von einer Schutzeinrichtung zum Anbringen an einem
Gebäudeteil gelöst, an welchem die Schutzeinrichtung verhindert, dass eine sich aus
dem Gebäudeteil herauslösende Gebäudesubstanz in die Umgebung gelangt, wobei die Schutzeinrichtung
auch thermisch zu aktivierende Klebemittel umfasst, und die Schutzeinrichtung sich
dadurch auszeichnet, dass sie aus einem elastischen Material mit einer Festigkeit
von mehr als 700 N/cm, vorzugsweise von 1400 N/cm, hergestellt ist und eine Breite
von mehr als 2,50 m, vorzugsweise von 3,15 m oder von anderen Raumhöhen aufweist.
[0012] Mittels der hier beschriebenen Schutzeinrichtung wird vorteilhafter Weise eine sich
aus dem Gebäudeteil herauslösende Gebäudesubstanz zumindest länger daran gehindert,
herabzustürzen und dabei gegebenenfalls Menschen zu verletzten. Insbesondere wird
mit der vorliegenden Schutzeinrichtung erreicht, dass Menschen in einem betroffenen
Gebäude ein längerer Evakuierungszeitraum zur Verfügung steht, um das beschädigte
Gebäude zu verlassen, bevor die Schutzeinrichtung den Lasten der sich aus dem Gebäudeteil
herauslösende Gebäudesubstanz gegebenenfalls nachgibt.
[0013] Um Reparaturen durchzuführen, kann der Kleber erneut thermisch aktiviert werden und
die Schutzeinrichtung kann dann gelöst werden.
[0014] Der Begriff "Schutzeinrichtung" beschreibt vorliegend ein Gebilde, welches zusätzlich
an einem Gebäudeteil angebracht werden kann, so dass dieses im Wesentlichen vor dem
eigentlichen Gebäudeteil angeordnet ist. Vorliegend kann das Gebäudeteil nahezu einen
beliebigen Bereich eines Gebäudes darstellen.
[0015] Der Begriff "Gebäudesubstanz" umfasst vorliegend jegliche Baustoffe, aus welchen
ein Gebäude beziehungsweise ein Gebäudeteil hergestellt ist.
[0016] Der Begriff "Umgebung" umfasst vorliegend jegliche Bereiche, die sich in unmittelbarer
Nähe eines Gebäudes befinden. Insbesondere wird mit dem Begriff "Umgebung" auch der
eigentliche Wohnraum eines Gebäudes erfasst, in welchem sich Personen aufhalten. Aber
auch der um ein Gebäude gelegene Außenbereich wird durch den Begriff "Umgebung" erfasst.
[0017] Vorliegend beschreibt der Begriff "thermisch zu aktivierende Klebemittel" Klebemittel,
die ihre Hauptklebewirkung erst dann entfalten, wenn ihnen eine ausreichende Menge
an Wärmeenergie zugefügt wurde. Da derartige thermische Klebemittel aus dem Stand
der Technik hinreichend bekannt sind, wird im Rahmen der Erfindung auf die genaue
Zusammensetzung und die exakte Wirkungsweise nicht weiter eingegangen.
[0018] In diesem Zusammenhang wird die Erfindung auch von einem Verfahren zum Sichern einer
Gebäudeumgebung vor sich aus Gebäudeflächen heraus lösenden Gebäudesubstanzen gelöst,
bei welchem auf die Gebäudeflächen eine derartige Schutzeinrichtung mittels eines
Klebemittels appliziert wird, wobei das Klebemittel der Schutzeinrichtung vorzugsweise
thermisch aktiviert wird und das Klebemittel bei einer Temperatur oberhalb von 50
°C, vorzugsweise bei ca. 70 °C, thermisch aktiviert wird.
[0019] Es versteht sich, dass das Klebemittel in unterschiedlichen Ausführungsformen (auch
als Klebefäden in der Schutzeinrichtung möglich), insbesondere hinsichtlich seiner
Konsistenz nach der Verarbeitung, vorliegen kann. So bleibt das Klebemittel auch nach
dem Applizieren der Schutzeinrichtung an einem Gebäudeteil elastisch, wodurch es besonders
gut geringfügige Bewegungen des Gebäudeteils mitgehen kann, ohne dabei selbst brüchig
zu werden. Beispielsweise eignet sich ein elastisches Klebemittel auch dazu, thermisch
bedingten Dehnungen eines Gebäudeteils zu folgen.
[0020] Vorteilhaft ist ein Kleber, der einen Feuchtigkeitsaustausch durch das Mauerwerk
zulässt, da sonst Gesundheitsschäden durch Schimmelbefall möglich sind. Deshalb sieht
eine Ausführungsvariante vor, dass das Klebemittel semipermeabel zumindest für Feuchtigkeit
ist.
[0021] In bestimmten Anwendungsfällen kann es jedoch auch vorteilhaft sein, wenn das Klebemittel
unelastisch ist. Ein unelastisches Klebemittel kann ein Gebäudeteil, an welchem es
appliziert ist, zusätzlich verstärken. Jedoch nur bis zu einer kritischen Belastung.
[0022] Um eine bereits applizierte Schutzeinrichtung von einem Gebäudeteil wieder lösen
zu können, ist es vorteilhaft, wenn die Schutzeinrichtung thermisch zu deaktivierende
Klebemittel umfasst.
[0023] Die vorliegende Schutzeinrichtung kann vorliegend also aus nahezu jeglichem Material
hergestellt werden, welches eine derartige Festigkeit gewährleistet So kann beispielsweise
die Schutzeinrichtung auch aus unelastischem Material hergestellt sein.
[0024] Um jedoch Verformungen in einem gewissen Grad zuzulassen, ist es vorteilhaft, wenn
die Schutzeinrichtung aus einem elastischen Material hergestellt ist. Vorteilhafterweise
können bei einer elastischen Schutzeinrichtung Verformungen eines Gebäudeteils sichtbar
gemacht werden, so dass offensichtlich ist, wo das Gebäude beziehungsweise Gebäudeteile
Beschädigungen aufweisen.
[0025] Es ist vorteilhaft, wenn die Schutzeinrichtung aus einem Verbundmaterial hergestellt
ist. Hierdurch können Eigenschaften verschiedener Materialien miteinander verknüpft
werden, so dass eine Schutzeinrichtung mit besonderen Materialeigenschaften vorliegt.
[0026] Die vorliegende Schutzeinrichtung kann von vielerlei Gestalt sein. Als vorteilhaft
hat sich bei einigen Anwendungsfällen erwiesen, wenn die Schutzeinrichtung ein Gewebe
oder ein Gewirk umfasst. Eine derart aufgebaute Schutzeinrichtung ist besonders flexibel
bei der Verarbeitung und kann somit vorteilhaft an einem Gebäudeteil beziehungsweise
an einer Gebäudefläche appliziert werden.
[0027] Je nach Anwendungsbereich, ist es vorteilhaft, wenn die Schutzeinrichtung ein Vlies
umfasst. Vliese eignen sich besonders gut dazu, mit Klebemittel durchtränkt zu werden,
so dass sie eine besonders innige Verbindung mit einem Klebemittel eingehen können.
[0028] Eine Ausführungsvariante sieht vor, dass die Schutzeinrichtung eine Papierfolie oder
eine Kunststofffolie umfasst. Mittels derartiger Folien lässt sich die Schutzeinrichtung
permeabel oder auch semipermeabel gestalten, so dass mit derartigen Folien beispielsweise
eine einseitige Dampfsperre realisiert werden kann.
[0029] Weiter ist es in anderen Anwendungsfällen vorteilhaft, wenn die Schutzeinrichtung
Bauteile aus einem Putz, einem Gipskarton oder einem Gasbeton umfasst.
[0030] Damit die Schutzeinrichtung hoch belastbar und besonders reißfest beziehungsweise
zugfest ist, ist es vorteilhaft, wenn die Schutzeinrichtung als Endlosware hergestellt
ist. Zur Ausnutzung der typischen diagonalen Kräfte bei horizontaler Auslenkung der
Bauteile, wie sie in Erdbeben-Gebieten entstehen, können die Fäden in 45° Winkel fixiert
und ausgerichtet werden (durch Spezial-Gewebe, Gewirke oder Vliese).
[0031] Insbesondere hinsichtlich des Ausstattens von hohen Gebäuderäumen beziehungsweise
Gebäudeflächen, ist es vorteilhaft, wenn die Schutzeinrichtung eine Breite von mehr
als 3 m, vorzugsweise von 3,15 m, oder von anderen Raumhöhen aufweist. Eine Breite
von mehr als 3 m ermöglicht das Auskleiden einer Gebäudefläche mit lediglich einer
nahtfreien zusammenhängenden Schutzeinrichtung in einem Arbeitsgang. Insbesondere
in erdbebenkritischen Gebieten in der Türkei ist es vorteilhaft, wenn die Schutzeinrichtung
eine Breite von 3,15 m aufweist, da dies dort eine typische Raumhöhe ist.
[0032] Damit die Schutzeinrichtung vorteilhaft zu handhaben und zu verarbeiten ist, ist
es vorteilhaft, wenn die Schutzeinrichtung auf einem fahrbaren Support angeordnet
ist.
[0033] Vorteilhafter Weise kann die Schutzeinrichtung insbesondere antiseptische und fungizide
Wirkmittel umfassen. Hierdurch setzen sich gesundheitsschädliche Substanzen schwerer
an Gebäudeflächen fest.
[0034] Eine weitere Ausführungsvariante sieht vor, dass die Schutzeinrichtung geruchsneutralisierende
Wirkstoffe umfasst. Hierdurch können unangenehme Gerüche besser abgebaut werden.
[0035] Vorteilhaft für die Gestaltung von Wohnräumen ist es, wenn die Schutzeinrichtung
überstreichbar und/oder bedruckbar ist.
[0036] Auch wird die Aufgabe der Erfindung von einer Anordnung aus einem Gebäudeteil und
einer Schutzeinrichtung gelöst, bei welcher die Schutzeinrichtung an einem bestehenden
Gebäudeteil appliziert ist, und sich die Anordnung dadurch auszeichnet, dass zwischen
der Schutzeinrichtung und dem Gebäudeteil ein Klebemittel angeordnet ist, das auch
thermisch aktivierbar sein kann.
[0037] Um die Betriebssicherheit der vorliegenden Anordnung weiter zu erhöhen, ist es vorteilhaft,
wenn die Schutzeinrichtung an dem Gebäudeteil zusätzlich angeschraubt ist. In einer
diesbezüglichen vorteilhaften Ausführungsvarianten am Besten mit Flacheisen an einen
Stahlbetonrahmen oder über Anker in den angrenzenden Wänden.
[0038] Eine Alternative hierzu sieht vor, dass die Schutzeinrichtung an dem Gebäudeteil
zusätzlich angeheftet und/oder angenagelt ist.
[0039] Des Weiteren ist es möglich, die Schutzeinrichtung an dem Gebäudeteil mittels Klemmmitteln
zusätzlich zu befestigen.
[0040] Eine alternative Platzierung der vorliegenden Schutzeinrichtung sieht vor, dass die
Schutzeinrichtung zwischen zwei oder mehr Gebäudeteilen angeordnet ist.
[0041] Es versteht sich, dass die vorliegende Schutzeinrichtung nahezu an jedem beliebigen
Gebäudeteil anordenbar ist. So kann die Schutzeinrichtung selbst vorteilhaft an konstruktiv
tragfähigen Bauteilen angeordnet sein.
[0042] Vorteilhaft ist es jedoch auch, wenn die Gebäudeteile, an welchen die Schutzeinrichtung
angeordnet ist, nicht konstruktive Bauteile eines Gebäudeteiles sind. Insbesondere
nicht konstruktive Bauteile eines Gebäudes sind von Beschädigungen durch ein Erdbeben
besonders betroffen, da die nicht konstruktiven Bauteile meistens weniger stabil ausgebildet
sind als konstruktiv tragende Gebäudeteile.
[0043] Vorteilhaft ist es, wenn das Gebäudeteil ein Mauerwerk umfasst. Insbesondere bei
gemauerten Gebilden besteht die Gefahr, dass bei Erdbeben Teile des Mauerwerks brüchig
werden und hinabzustürzen drohen. Dies kann durch die erfindungsgemäße Schutzeinrichtung
wirksam vermieden werden.
[0044] Um auch Außenbereiche eines Gebäudes zu sichern, ist es vorteilhaft, wenn das Gebäudeteil
eine Außenfassade umfasst.
[0045] Ebenso ist es vorteilhaft, wenn das Gebäudeteil eine Decke und/oder ein Dach umfasst.
[0046] Auch bei einem Fußboden als Gebäudeteil ist die vorliegende Schutzeinrichtung vorteilhaft
einsetzbar.
[0047] Verfahrenstechnisch ist es vorteilhaft, wenn die Schutzeinrichtung mittels einer
Heizeinrichtung an die Gebäudefläche appliziert wird. Eine solche Heizeinrichtung
hat vorzugsweise eine Heizplatte, mit welcher über die Schutzeinrichtung gestrichen
wird, sobald die Schutzeinrichtung vor die mit der Schutzeinrichtung auszustattende
Gebäudefläche platziert wird. Hierbei wird die Schutzeinrichtung regelrecht "aufgebügelt",
wobei durch die Wärmeeinbringung mittels der Heizeinrichtung der Klebstoff thermisch
aktiviert wird.
[0048] Dementsprechend sieht eine Verfahrensvariante vor, dass das Klebemittel vor und/oder
während des Applizierens thermisch aktiviert wird.
[0049] Eine alternative Methode sieht vor, dass die Schutzeinrichtung und/oder das Klebemittel
mittels eines Wärmestrahlers erhitzt werden. Das Klebemittel kann hierbei durch Wärmestrahler
entsprechend aktiviert werden.
[0050] Eine weitere Alternative sieht vor, dass die Schutzeinrichtung und/oder das Klebemittels
mittels einer chemischen Reaktion erhitzt werden.
[0051] Die genannten Alternativen stellen vorliegend keine Einschränkung der Erfmdung dar,
sondern beschreiben lediglich beispielhaft, wie das thermisch zu aktivierende Klebemittel
aktiviert werden kann.
[0052] Eine Verfahrensvariante sieht vor, dass das Klebemittel vor dem thermischen Aktivieren
auf die Schutzeinrichtung und/oder auf die Gebäudeflächen aufgetragen wird.
[0053] Eine Verklebung ohne thermische Aktivierung ist gleichfalls möglich.
[0054] Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn das Klebemittel nach dem Abrollen von einer
Vorratsrolle und vor dem Applizieren an einer Gebäudefläche auf die Schutzeinrichtung
aufgetragen wird.
[0055] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Schutzeinrichtung direkt nach dem Abwickeln
von einer Speichervorrichtung, wie der Vorratsrolle, appliziert wird. Hierdurch lässt
sich die Schutzeinrichtung besonders schnell und baulich unkompliziert auf eine Gebäudefläche
aufbringen.
[0056] Damit die Schutzeinrichtung hohe Kräfte aufnehmen kann, ist es vorteilhaft, wenn
die Schutzeinrichtung auf einer Gebäudefläche nahtlos und einstückig appliziert wird.
Eine besonders hohe Schutzwirkung wird mittels der Schutzeinrichtung erzielt, wenn
eine einzige Schutzeinrichtung einstückig auf mehr als eine Gebäudefläche appliziert
wird. Es wird aber auch vorgeschlagen, dass Bahnen der Schutzeinrichtung miteinander
verbunden werden. Dies kann z.B. durch Nähen oder Klammern erreicht werden.
[0057] Vorteilhaft ist es, wenn die Schutzeinrichtung über Gebäudeöffnungen, wie etwa Fensteröffnungen,
gespannt wird und die Gebäudeöffnungen anschließend aus der Schutzeinrichtung ausgespart
werden.
[0058] Letztendlich wird die Aufgabe der Erfindung auch von einem Verfahren zum Herstellen
von Gebäudeteilen gelöst, bei welchem an die Gebäudeteile die zuvor beschriebene Schutzeinrichtung
appliziert wird. Vorteilhafter Weise wird die Schutzeinrichtung bereits bei der Herstellung
von Gebäudeteilen an diesen angebracht.
[0059] Weitere Vorteile, Ziele und Eigenschaften vorliegender Erfindung werden anhand anliegender
Zeichnung beschrieben, in welcher Anordnungen aus vorliegenden Schutzeinrichtungen
und Gebäudeflächen dargestellt sind.
[0060] Es zeigt
- Figur 1
- schematisch ein Applizieren einer Schutzeinrichtung an bestehenden Gebäudeflächen
und
- Figur 2
- schematisch eine an einem Gebäudeteil applizierte Schutzeinrichtung, wobei aus dem
Gebäudeteil bereits Gebäudesubstanz herausgebrochen ist.
[0061] Der in der Figur 1 gezeigte Raum 1 eines Gebäudes umfasst Seitenwände 2, 3 und 4,
welche jeweils mittels eines Mauerwerks 5 erstellt sind. In der Seitenwand 2 ist eine
Fensteröffnung 6 und in der Seitenwand 3 ist eine Fensteröffnung 7 vorgesehen.
[0062] Eine weitere Seitenwand, welche den Raum schließt, liegt der Seitenwand 3 gegenüber
und ist hier nicht dargestellt, so dass der Blick eines Betrachters auf die übrigen
Seitenwände 2, 3 und 4 des Raumes 1 frei ist.
[0063] Ausgehend von der Seitenwand 4 ist eine Schutzeinrichtung 8 auf die übrigen Seitenwände
2 und 3 sowie der nicht dargestellten vierten Seitenwand appliziert.
[0064] Die Fensteröffnung 6 an der Seitenwand 2 ist bereits aus der dort applizierten Schutzeinrichtung
8 herausgeschnitten.
[0065] Die Schutzeinrichtung 8 wird vorliegend ausgehend von der Seitenwand 4 einstückig
und damit nahtfrei von einer rollbaren Supporteinrichtung 9 und einer hierauf platzierten
Vorratsrolle 10 sukzessive abgerollt. Eine Person 11 überstreicht mittels einer Heizeinrichtung
12 die vor die Seitenwand 3 platzierte Schutzeinrichtung 8. Mittels der Heizeinrichtung
12 wird ein thermisch aktivierbares Klebemittel (hier nicht dargestellt) aktiviert,
so dass die Schutzeinrichtung 8 mit den hier gezeigten Seitenwänden 2, 3 und 4 verklebt.
Vorliegend wird die Schutzeinrichtung 8 sozusagen auf die Seitenwände 2, 3 und 4 mit
leichtem Druck aufgebügelt. Mittels der Heizeinrichtung 12 wird eine Wärme von ca.
70 °C in die Schutzeinrichtung 8 beziehungsweise in das Klebemittel eingebracht, wodurch
das hier vorliegende Klebemittel aktiviert wird und die Schutzeinrichtung 8 über den
Andruck auf die Heizeinrichtung mit den Seitenwänden 2, 3 und 4 eine innige Verbindung
eingeht.
[0066] Die Supporteinrichtung 9 wird weiter in Bewegungsrichtung 13 bewegt, bis auch die
gesamte Seitenwand 3 mit der Schutzeinrichtung 8 vollständig bedeckt ist. Hierbei
wird die Fensteröffnung 7 von der Schutzeinrichtung 8 überspannt. Nach dem Applizieren
der Schutzeinrichtung 8 an die Seitenwand 3 wird die Fensteröffnung 7 aus der Schutzeinrichtung
8 heraus geschnitten.
[0067] Die vorliegende Schutzeinrichtung 8 besteht aus einem hochfesten Gewebe aus Textilglas
mit einer Festigkeit von etwa 1400 N/cm. Die Schutzeinrichtung 8 hat in diesem Ausführungsbeispiel
eine Breite 14 von ca. 3,15 m. Dies entspricht in etwa der Raumhöhe des hier gezeigten
Raumes 1. Somit kann die Schutzeinrichtung nahtlos an die Seitenwände 2, 3 und 4 sowie
an die hier nicht gezeigte Seitenwand appliziert werden. Durch die nahtlose Verarbeitung
weist die Schutzeinrichtung 8 eine besonders hohe Festigkeit auf und ist somit besonders
widerstandfähig.
[0068] Damit das Klebemittel an dem Mauerwerk/Putz 5 besonders gut haftet, sind die Mauerwerke
aller Seitenwände 2, 3 und 4 mit einer Grundierung vorbehandelt.
[0069] Vorliegend ist auf der Supporteinrichtung 9 eine Schutzeinrichtung 8 mit einer Länge
von mehr als 10 m bevorratet, so dass selbst an den Stoßkanten 15 zweier Seitenwände
2, 3 die Schutzeinrichtung 8 nicht eingeschnitten werden muss.
[0070] Damit die Schutzeinrichtung 8 nicht zu sehr verschmutzt, weist die Schutzeinrichtung
8 vorliegend an ihrer Oberfläche 16 eine schmutzabweisende Beschichtung auf.
[0071] Die in der Figur 2 gezeigte Gebäudewand 30 ist mit einer Schutzeinrichtung 31 bewehrt.
Damit die Schutzeinrichtung 31 an der Gebäudewand 30 haftet, ist zwischen der Schutzeinrichtung
31 und der Gebäudewand 30 ein thermisch aktivierbares Klebemittel 32 angeordnet.
[0072] Aus der Gebäudewand 30 ist ein Teil 33 der Gebäudewand 30 herausgebrochen, so dass
zwischen der Gebäudewand 30 und dem Teil 33 der Gebäudewand 30 eine Lücke 34 entstanden
ist. In dem Fall, dass an der Gebäudewand 30 keine Schutzeinrichtung 31 appliziert
wäre, wäre das herausgebrochene Teil 33 bereits herabgestürzt und hätte möglicherweise
eine Person verletzt.
[0073] Da die Gebäudewand 30 jedoch mit der Schutzeinrichtung 31 versehen ist, wird das
herausgebrochene Teil 33 mittels der Schutzeinrichtung 31 zurückgehalten und kann
nicht herabstürzen und das herausgebrochene Teil 33 kann somit auch keine Person verletzen.
1. Schutzeinrichtung zum Anbringen an einem Gebäudeteil, an welchem die Schutzeinrichtung
verhindert, dass eine sich aus dem Gebäudeteil herauslösende Gebäudesubstanz in die
Umgebung gelangt, wobei die Schutzeinrichtung auch thermisch zu aktivierende Klebemittel
umfasst dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzeinrichtung (8) aus einem elastischen Material mit einer Festigkeit von
mehr als 700 N/cm, vorzugsweise von 1400 N/cm, hergestellt ist und eine Breite (14)
von mehr als 2,50 m, vorzugsweise von 3,15 m oder von anderen Raumhöhen aufweist.
2. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Klebemittel (32) semipermeabel zumindest für Feuchtigkeit ist.
3. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzeinrichtung thermisch zu deaktivierende Klebemittel umfasst.
4. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzeinrichtung (8) überstreichbar und/oder bedruckbar ist.
5. Anordnung aus einem Gebäudeteil und einer Schutzeinrichtung, bei welcher die Schutzeinrichtung
an einem bestehenden Gebäudeteil appliziert ist, wobei zwischen der Schutzeinrichtung
und dem Gebäudeteil ein, vorzugsweise thermisch aktiviertes, Klebemittel angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzeinrichtung (8) aus einem elastischen Material mit einer Festigkeit von
mehr als 700 N/cm, vorzugsweise von 1400 N/cm, hergestellt ist und eine Breite (14)
von mehr als 2,50 m, vorzugsweise von 3,15 m oder von anderen Raumhöhen aufweist.
6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzeinrichtung (8) zwischen zwei oder mehr Gebäudeteilen angeordnet ist.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 5 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Gebäudeteil, an welchem die Schutzeinrichtung (8) angeordnet ist, ein nicht konstruktives
Bauteil eines Gebäudes ist.
8. Verfahren zum Sichern einer Gebäudeumgebung vor sich aus Gebäudeflächen herauslösenden
Gebäudesubstanzen, wobei auf die Gebäudeflächen eine Schutzeinrichtung nach einem
der Ansprüche 1 bis 4 mittels eines Klebemittels appliziert wird, wobei das Klebemittel
der Schutzeinrichtung vorzugsweise thermisch aktiviert wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Klebemittel (32) bei einer Temperatur oberhalb von 50 °C, vorzugsweise bei ca.
70 °C, thermisch aktiviert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzeinrichtung (8) und/oder das Klebemittel (32) mittels einer chemischen
Reaktion erhitzt werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzeinrichtung auf einer Gebäudefläche nahtlos und einstückig appliziert wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzeinrichtung über Gebäudeöffnungen, wie etwa Fensteröffnungen, gespannt
wird und die Gebäudeöffnungen anschließend aus der Schutzeinrichtung ausgespart werden.
12. Verfahren zum Herstellen von Gebäudeteilen, dadurch gekennzeichnet, dass an die Gebäudeteile eine Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4 appliziert
wird.
1. A protective equipment for mounting on a building part on which the protective equipment
prevents building fabric separating from the building part to end up in the environment,
the protective equipment also including adhesives to be thermically activated, characterized in that the protective equipment (8) is made of an elastic material with a resistance of
more than 700 N/cm, preferably of 1400 N/cm and has a width (14) of more than 2,50
m, preferably of 3,15 m or of other ceiling heights.
2. The protective equipment according to claim 1, characterized in that the adhesive (32) is semi permeable at least to humidity.
3. The protective equipment according to one of the claims 1 to 2, characterized in that the protective equipment includes adhesives to be thermically deactivated.
4. The protective equipment according to one of the claims 1 to 3, characterized in that the protective equipment (8) can be paintable or printable.
5. An arrangement formed by a building part and a protective equipment in which the protective
equipment is applied to an existing building part, a preferably thermally activated
adhesive being disposed between the protective equipment and the building part, characterized in that the protective equipment (8) is made of an elastic material with a resistance of
more than 700 N/cm, preferably of 1400 N/cm and has a width (14) of more than 2,50
m, preferably of 3, 15 m or of other ceiling heights.
6. The arrangement according to claim 5, characterized in that the protective equipment (8) is disposed between two or more building parts.
7. The arrangement according to one of the claims 5 to 6, characterized in that the building part on which the protective equipment (8) is disposed is a non structural
construction part of a building.
8. A method for securing a building environment from building fabric separating from
building surfaces, a protective equipment according to one of the claims 1 to 4 being
applied on the building surfaces by means of an adhesive, the adhesive of the protective
equipment being preferably activated thermically, characterized in that the adhesive (32) is activated thermically at a temperature above 50°C, preferably
at approximately 70°C.
9. The method according to claim 8, characterized in that the protective equipment (8) and/or the adhesive (32) are heated by means of a chemical
reaction.
10. The method according to one of the claims 8 to 9, characterized in that the protective equipment is applied seamlessly and in one piece.
11. The method according to one of the claims 8 to 10, characterized in that the protective equipment is stretched across building apertures, such as window apertures
and the building apertures are subsequently cut out of the protective equipment.
12. A method for constructing building parts, characterized in that a protective equipment according to one of the claims 1 to 4 is applied to the building
part.
1. Dispositif de protection à monter sur une partie d'un bâtiment, sur lequel le dispositif
de protection empêche de la substance de bâtiment se détachant de la partie du bâtiment
de parvenir dans l'environnement, le dispositif de protection comprenant également
de la colle à activation thermique caractérisé en ce que le dispositif de protection (8) est fabriqué en un matériau élastique avec une résistance
de plus de 700 N/cm, de préférence 1400 N/cm et comportant une largeur (14) de plus
de 2,50 m, de préférence de 3,15 m ou d'autres hauteurs sous plafond.
2. Dispositif de protection selon la revendication 1, caractérisé en ce que la colle (32) est semi-perméable, du moins à l'humidité.
3. Dispositif de protection selon l'une quelconque des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que le dispositif de protection comprend de la colle à désactivation thermique.
4. Dispositif de protection selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le dispositif de protection (8) est imprimable et/ou peut être peint.
5. Agencement d'une partie de bâtiment et d'un dispositif de protection, où le dispositif
de protection est appliqué sur une partie existante d'un bâtiment, une colle, de préférence
activée thermiquement, étant disposée entre le dispositif de protection et la partie
de bâtiment, caractérisé en ce que le dispositif de protection (8) est fabriqué en un matériau élastique avec une résistance
de plus de 700N/cm, de préférence 1400 N/cm et comportant une largeur (14) de plus
de 2,50 m, de préférence de 3,15 m ou d'autres hauteurs sous plafond.
6. Agencement selon la revendication 5, caractérisé en ce que le dispositif de protection (8) est disposé entre deux parties de bâtiment ou plus.
7. Agencement selon l'une quelconque des revendications 5 à 6, caractérisé en ce que la partie de bâtiment sur laquelle est disposée le dispositif de protection (8) est
un élément non structurel d'un bâtiment.
8. Méthode pour sécuriser l'environnement d'un bâtiment contre des substances de bâtiment
se détachant de surfaces de bâtiments, un dispositif de protection selon l'une des
revendications 1 à 4 étant appliqué sur les surfaces de bâtiment au moyen d'une colle,
la colle du dispositif de protection étant de préférence activée thermiquement, caractérisée en ce que la colle (32) est activée thermiquement à une température supérieure à 50°C, de préférence
environ 70°C.
9. Méthode selon la revendication 8, caractérisée en ce que le dispositif de protection (8) et/ou la colle (32) sont chauffés au moyen d'une
réaction chimique.
10. Méthode selon l'une quelconque des revendications 8 à 9, caractérisée en ce que le dispositif de protection est appliqué en une pièce et de manière continue.
11. Méthode selon l'une quelconque des revendications 8 à 10, caractérisée en ce que le dispositif de protection est tendu sur des ouvertures de bâtiments, comme par
exemple des embrasures de fenêtre et que celles-ci sont ensuite découpées dans le
dispositif de protection.
12. Méthode pour construire des parties de bâtiment, caractérisée en ce qu'un dispositif de protection selon l'une quelconque des revendications 1 à 4 est appliqué
sur les parties de bâtiment.