[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens, bei dem ein
oberer Bereich des Schachtofens mit Rohmaterialien beschickt wird, die unter Einfluss
der Schwerkraft im Ofen absinken, wobei ein Teil der Rohmaterialien unter Einwirkung
der innerhalb des Schachtofens herrschenden Atmosphäre geschmolzen und/oder reduziert
wird, und in einem unteren Bereich des Schachtofens ein Behandlungsgas eingeleitet
wird, das die innerhalb des Schachtofens herrschende Atmosphäre zumindest teilweise
beeinflusst.
[0002] Ein solches Verfahren, bzw. der Schachtofen ist grundsätzlich bekannt. Allein für
die Produktion von Primärschmelze von Eisen wird er überwiegend als Hauptaggregat
eingesetzt, wobei andere Verfahren lediglich einen entsprechenden Anteil von nur etwa
5 % haben. Der Schachtofen kann nach dem Gegenstromprinzip arbeiten. Rohmaterialien
wie Möller und Koks werden an dem oberen Bereich des Schachtofens der Gicht chargiert
und sinken im Schachtofen nach unten. In einem unteren Bereich des Ofens (Blasformebene)
wird ein Behandlungsgas (so genannter Wind mit je nach Größe des Ofens 800 - 10 000
m
3/tRE) durch Blasformen in den Ofen eingeblasen. Dabei reagiert der Wind, bei dem es
sich üblicherweise um vorab in Winderhitzem auf etwa 1000 bis 1300°C erhitzte Luft
handelt, mit dem Koks, wobei u. a, Kohlenmonoxid erzeugt wird. Das Kohlenmonoxid steigt
im Ofen auf und reduziert die im Möller enthaltenen Eisenerze.
[0003] Darüber hinaus werden üblicherweise noch Ersatzreduktionsmittel mit beispielsweise
100-170 kg/tRE (z. B. Kohlenstaub, Öl oder Erdgas) mit in den Ofen eingeblasen, was
die Erzeugung von Kohlenmonoxid fördert.
[0004] Zusätzlich zur Reduktion der Eisenerze schmelzen die Rohmaterialien aufgrund der
bei den im Schachtofen auftretenden chemischen Prozesse erzeugten Wärme. Die Temperaturverteilung
über den Querschnitt des Schachtofens ist allerdings ungleichmäßig. So bildet sich
im Zentrum des Schachtofens der so genannte "tote Mann" aus, während sich die relevanten
Prozesse wie die Vergasung (Reaktion von Sauerstoff mit Koks oder Ersatzreduktionsmitteln
zu Kohlenmonoxid und Kohlendioxid) im wesentlichen lediglich in der so genannten Wirbelzone
abspielt, die ein Bereich vor einer Blasform ist, also bezüglich des Querschnitts
des Ofens nur in einem Randbereich gelegen ist. Die Wirbelzone besitzt eine Tiefe
zur Ofenmitte von etwa 1 m und ein Volumen von etwa 1,5 m
3. Üblicherweise sind in der Blasformebene mehrere Blasformen umfänglich derart angeordnet,
dass sich die vor jeder Blasform gebildete Wirbelzone mit den links und rechts gebildeten
Wirbelzonen überlappt, so dass der aktive Bereich im wesentlichen durch einen kreisringförmigen
Bereich gegeben ist. Es bildet sich beim Betrieb des Schachtofens das so genannte
"birdsnest" aus.
[0005] Weiter kann der Heißwind üblicherweise mit Sauerstoff angereichert werden, um die
eben beschriebenen Prozesse (Vergasung in der Wirbelzone, Reduktion der Eisenerze)
zu intensivieren, was zu einer Erhöhung der Leistung des Schachtofens führt. Dabei
kann beispielsweise der Heißwind vor dem Einleiten mit Sauerstoff angereichert werden,
oder auch reiner Sauerstoff getrennt zugeführt werden, wobei zur getrennten Zuführung
eine so genannte Lanze vorgesehen werden kann, d.h. ein Rohr welches sich z.B. innerhalb
der Blasform, welche ja ebenfalls ein rohrartiges Teil ist, erstreckt und innerhalb
eines Mündungsbereichs der Blasform in den Ofen mündet. Insbesondere bei modernen
Hochöfen, die mit niedrigem Kokssatz betrieben werden, wird der Heißwind entsprechend
hochgradig mit Sauerstoff angereicht. Auf der anderen Seite werden durch die Zugabe
von Sauerstoff die Produktionskosten erhöht, so dass die Effizienz eines modernen
Schachtofens nicht einfach durch eine entsprechend immer weiter erhöhte Sauerstoffkonzentration
erhöhbar ist.
[0006] Es ist weiter bekannt, dass die Effizienz, also der Wirkungsgrad eines modernen Schachtofens
mit der so genannten Durchgasung im Schachtofen korreliert ist. Damit ist im allgemeinen
gemeint, wie gut die Vergasung in der Wirbelzone die Reduktion der Eisenerze und generell
der Durchzug der im Schachtofen herrschenden Gasphase von der Blasformebene nach oben
zur Gicht funktioniert, wo dann das so genannte Gichtgas abgeleitet wird. Ein Anzeichen
für eine bessere Durchgasung ist etwa ein möglichst geringer Druckverlust im Ofen.
[0007] Es hat sich allerdings herausgestellt, dass trotz Sauerstoffanreicherung des Heißwindes
die Durchgasung in modernen Hochöfen noch nicht vollkommen zufriedenstellend ist.
Daher ist es die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens
anzugeben, das eine bessere Durchgasung im Ofen gewährleistet.
[0008] Aus
WO 01/36891 A3 ist ein Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens bekannt. Bei diesem Verfahren
werden Einsatzstoffe, Brennstoffe, ein erstes und ein zweites Oxidationsmittel in
die Schmelzzone eingedüst. Das Eindüsen des zweiten Oxidationsmittels erfolgt durch
sich wiederholende zeitliche Abfolge einer Fließphase und einer Ruhephase. Als Beispiele
werden Fließphasen und Ruhephasen können jeweils 10 s dauern.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 1.
[0010] In verfahrensmäßiger Hinsicht wird diese Aufgabe durch ein Verfahren der eingangs
erläuterten Art gelöst, bei dem die Einleitung des Behandlungsgases moduliert wird.
Die Modulation des Behandlungsgases erfolgt dabei derart, dass die Betriebsgrößen
Druck p und/oder Volumenstrom V innerhalb einer Periodendauer von kleiner gleich 5
s und besonders bevorzugt kleiner gleich 1 s variiert wird. Es hat sich nämlich herausgestellt,
dass eine deutlich bessere Durchgasung und damit eine Erhöhung der Leistung und Effizienz
erreicht wird, wenn das Behandlungsgas nicht zeitlich gleichmäßig in den Ofen eingeleitet
wird, sondern in kurzen Zeitabständen variiert wird.
[0011] Selbstverständlich variiert die Einleitung des Behandlungsgases auch bei herkömmlichen
Verfahren immer dann, wenn der Ofen angefahren oder abgeschaltet wird, wenn für eine
neue Ladung Rohmaterialien unterschiedliche Betriebsparameter eingestellt werden,
oder wenn lediglich zur Leistungserhöhung die Sauerstoffkonzentration des Heißwindes
auf einen höheren Wert umgestellt wird. Diese zeitliche Änderungen sind aber lediglich
einmalige Änderungen, die auf einer Zeitskala von mehreren Stunden stattfinden. Die
erfindungsgemäße dynamische Modulation der Einleitung des Behandlungsgases findet
dagegen auf Zeitskalen von unter einer Minute statt, was damit zusammenhängt, dass
die mittlere Verweilzeit des Gases im Schachtofen lediglich 5 bis 10 s beträgt. Im
Vergleich zu der erfindungsgemäßen dynamischen Modulation weisen zeitliche Änderungen
der Betriebsparameter in einem Abstand von über einer Minute eine vergleichsweise
geringe Zeitspanne auf, in der die Betriebsparameter nicht statisch sind. Das heißt
die Zeitspanne zwischen zwei Änderungen der Betriebsparameter, in denen die Betriebsparameter
im Wesentlichen konstant, das heißt statisch, sind, ist größer als die Zeitspanne
die zur Erreichung des im Wesentlichen stationären Zustands benötigt wird. Mit Ausnahme
der relativ kurzen Umstellungszeit sind derartige Änderungen im Wesentlichen statisch
und werden daher als "quasi statische Modulation" bezeichnet- Bei der erfindungsgemäßen
dynamischen Modulation ist die Zeitspanne mit instationären Zuständen im Schachtofen
größer als die Zeitspanne mit im Wesentlichen stationären Zuständen. Durch die dynamische
Modulation werden Totströmungszonen in der Wirbelzone gestört, was die Gesamtturbulenz
in der Wirbelzone erhöht; dies hat eine verbesserte Durchgasung in der Wirbelzone
zur Folge, was wiederum zu einer verbesserten Durchgasung im Schacht führt.
[0012] Besonders vorteilhaft erfolgt die Modulation quasi-periodisch, insbesondere periodisch,
wobei die Periodendauer 5 s oder weniger beträgt. Dabei ist eine periodische Modulation
durch eine zeitveränderliche Funktion f(t) mit f(t+T) = f(t) charakterisiert, wodurch
gleichzeitig die Periodendauer T definiert ist. Unter einer quasi-Modulation wird
hier einerseits verstanden, dass eine Grundmodulation periodischer Natur ist, also
beispielsweise eine Funktion h(t) = g (t) · f(t) mit periodischem f(t) und einer Mantelfunktion
g(t), welche im Vergleich zu f(t) einen nur geringen qualitativen Einfluß auf die
Struktur von h(t) hat. Andererseits wäre unter eine quasi-periodischen Modulation
auch eine solche zu verstehen, bei der g(t) eine stetige, aber zufaltsabhängige Funktion
ist, die gewisserweise die Struktur der stetigen Funktion f(t) ungleichmäßig verzerrt,
wobei allerdings die zugrundeliegende periodische Struktur noch erkennbar bleibt.
Durch eine derartig periodische Modulation kann durch Ansprechen eines ebenfalls periodischen
Prozesses, der in der Wirbelzone stattfindet angesprochen werden, was zu einer weiteren
Verbesserung der Durchgasung führt.
[0013] Es ist zweckmäßig, wenn die Periodendauer T 60 ms oder mehr, bevorzugt 100 ms oder
mehr, insbesondere 0,5 s oder mehr beträgt Obwohl die Verweilzeit des Behandlungsgases
in der Wirbelzone äußerst gering ist, kann mit Periodendauern in diesen Bereichen
eine zufriedenstellende Durchgasung erreicht werden, wobei die Erzeugung von Modulationen
mit noch geringerer Periodendauer einen erhöhten technischen Aufwand mit sich bringen
würde.
[0014] Für die Periodendauer T gilt somit insbesondere 5 s ≥ T ≥ 0,5 s. Insbesondere ist
T derart gewählt, dass die Behandlungsgase im Schachtofen eine turbulente Strömung
ausbilden und laminare Bereiche im Wesentlichen vermeiden.
[0015] In einer einfachen Verfahrensgestaltung ist vorgesehen, dass die Modulation harmonisch
erfolgt. Dies kann durch eine einfache sinusförmige Modulation f(t) = f
0 + Δf sin (2 πt/T) in einfacher Weise erreicht werden.
[0016] In einer besonders vorteilhaften Verfahrensgestaltung erfolgt die Modulation pulsationsartig.
Eine solche Modulation ist etwa durch eine Funktion f(t) = f
0 + Σ
i δ(t-t
i) charakterisiert, wobei δ(t) allgemein einen Puls beschreibt, d. h. wiederkehrenden
Pulsspitzen gegenüber einem im wesentlichen konstanten Hintergrund. Die Pulse selbst
können Rechteckpulse, Dreieckspulse, gaussartige Pulse (aufgebreiteter mathematischer
δ-Puls) sein oder ähnliche Pulsformen besitzen, wobei die genaue Pulsform weniger
charakterisierend wirkt wie die Pulsbreite σ, bei der es sich um die Pulsbreite bei
halber Pulshöhe handelt (FWHM). Eine sinnvolle Abstimmung der Pulsbreite ergibt sich,
wenn σ 5 s oder weniger, bevorzugt 2 s oder weniger, insbesondere 1 s oder weniger
beträgt. Andererseits ist es zweckmäßig, wenn die Pulsbreite σ 1 ms oder mehr, bevorzugt
10 ms oder mehr, insbesondere 0,1 s oder mehr beträgt. Sehr kleine Pulsbreiten sind
schwieriger herzustellen, andererseits gelingt mit ihnen eine Einflußnahme auf Prozesse,
die in der Wirbelzone mit entsprechend geringen Reaktionszeiten ablaufen.
[0017] In einer vorteilhaften Verfahrensgestaltung weisen periodische Pulsationen ein Verhältnis
Pulsbreite zu Periodendauer σ:T von 0,5 oder kleiner, bevorzugt 0,2 oder kleiner,
insbesondere 0,1 oder kleiner auf. Für die Pulsbreite σ gilt somit insbesondere 5
so > σ ≥ 1 ms, vorzugsweise 0,7 s ≥ σ ≥ 25 ms, besonders bevorzugt 0,1 s ≥ σ ≥ 30
ms und weiter bevorzugt 55 ms ≥ σ ≥ 35 ms.
[0018] Es ist zweckmäßig, wenn das Verhältnis σ:T 10
-4 oder größer, bevorzugt 10
-3 oder größer, insbesondere 10
-2 oder größer ist. So kann ein Kombinationseffekt erreicht werden, in dem periodisch
in den Wirbelzonen ablaufende Prozesse, die an bestimmte Reaktionszeiten gekoppelt
sind, angesprochen werden.
[0019] In einer möglichen Verfahrensgestaltung beträgt die Amplitude der Modulation bezüglich
eines Grundwertes 5 % oder mehr, bevorzugt 10 % oder mehr, insbesondere 20 % oder
mehr. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass bereits geringe Amplitudenunterschiede
eine zufriedenstellende Durchgasung ermöglichen. Darüber hinaus ist es vorteilhaft,
wenn die Amplitude der Modulation bezüglich des Grundwertes 100 % oder weniger, bevorzugt
80 % oder weniger, insbesondere 50 % oder weniger beträgt. Insbesondere harmonische
Modulationen unterhalb diesen Grenzen können verfahrensmäßig einfach realisiert werden.
[0020] Es kann bei pulsationsartiger Modulation vorteilhaft sein, wenn die Pulshöhe eines
Pulses den im wesentlichen unmodulierten Wert zwischen zwei Pulsen um einen Faktor
2 oder mehr, bevorzugt 5 oder mehr, insbesondere 10 oder mehr übersteigt. So kann
die Schockwirkung der Modulation erhöht werden, und die Störung der Totströmungszonen
in der Wirbelzone verstärkt werden, was schließlich zu einer besseren Durchgasung
im Ofen führt. Andererseits ist es aus verfahrenstechnischen Gründen sinnvoll, wenn
der Faktor 200 oder kleiner, bevorzugt 100 oder kleiner, insbesondere 50 oder kleiner
ist.
[0021] Grundsätzlich kann eine Modulation der Einleitung des Behandlungsgases auf vielfältige
Art und Weise erfolgen. Zweckmäßig wird jedoch die Modulation über ein Einstellen
mindestens einer insbesondere die Einleitung des Behandlungsgases steuernden Betriebsgröße
erfolgen. So kann eine Modulation des Druckes des Heißwinds die Vergasung in der Wirbelzone
beschleunigen und so die Durchgasung im Schacht verbessern. Es können beispielsweise
bei der Druckmodulation Druckspitzen von 300 bar auftreten. Besonders vorteilhaft
weist das einzuleitende Behandlungsgas unterscheidbare Anteile auf. Darunter ist allerdings
nicht nur die selbstverständliche Aufteilung eines Gases in seine Komponenten (z.
B. Stickstoff, Sauerstoff, ...) zu verstehen, sondern auch verschiedene Gasphasen,
deren Unterscheidbarkeit daher rührt, dass sie zumindest in einem Stadium des Einleitens
voneinander getrennt eingeleitet werden. Beispielsweise ist hier die getrennte Sauerstoffzuführung
durch Lanzen, Ventile oder Membrane zu nennen.
[0022] Weiter werden die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erreichten Wirkungen signifikant
verstärkt, wenn zusammen mit dem Behandlungsgas und/oder zusätzlich zu dem Behandlungsgas
Ersatzreduktionsmittel in den Schachtofen eingeleitet werden. Wie bereits oben erwähnt,
kann es sich bei dem Ersatzreduktionsmittel um insbesondere aus Anthrazitkohle hergestellten
Kohlenstaub, andere metallurgische Stäube sowie kleinkörnige Materialien, Öl, Fette,
Teere mit Erdgas oder andere Kohlenwasserstoffträger handeln, die aufgrund des Sauerstoffs
zu CO
2 und CO umgesetzt werden und insbesondere als Nano-Partikel vorliegen. Aufgrund der
erfindungsgemäßen Modulation kann nämlich ein höherer Grad an Umsetzung der eingeblasenen
Ersatzreduktionsmittel erreicht werden. Dies gilt insbesondere bei pulsationsartiger
Modulation, da durch die Pulse die Umsetzung intensiviert wird. Darüber hinaus wird
durch die angesprochene Erhöhung der Gesamtturbulenz in der Wirbelzone die sehr kurze
Verweilzeit der Ersatzreduktionsmittel in der Wirbelzone von nur etwa 0,03 s bis 0,05
s verlängert, wodurch ebenfalls die Reduktionsmittelumsetzung gesteigert werden kann.
Des weiteren führt eine bessere Umsetzung der Ersatzreduktionsmittel zu einem geringeren
Anteil unverbrannter Partikel, was die Durchgasung im "birdsnest"-Bereich fördert
und damit eine zusätzliche Steigerung der Einblasrate erlaubt.
[0023] In weiteren vorteilhaften Verfahrensgestaltungen werden Druck und/oder Volumenstrom
mindestens eines der unterscheidbaren Anteile des Behandlungsgases und/oder Druck
und/oder Massenstrom des einzuleitenden Ersatzreduktionsmittels dynamisch moduliert.
Eine bessere Durchgasung im Schacht wird also auch erreicht, wenn z. B. dem Behandlungsgas
ein zusätzlicher Sauerstoffanteil pulsationsartig zugeführt wird. Anderweitig oder
in Kombination kann auch der Druck, mit dem Ersatzreduktionsmittel eingeblasen werden,
oder deren Massenstrom dynamisch moduliert werden. Dabei ist bei gleichbleibender
Dichte der Ersatzreduktionsmittel natürlich der Massenstrom mit dem Volumenstrom identisch,
andererseits könnte aber auch bei gleichbleibendem Volumenstrom die mittlere Dichte
der Ersatzreduktionsmittel dynamisch moduliert werden. Es kann auch zumindest zeitweise
ganz oder teilweise Inertgas eingeblasen werden, beispielsweise um unerwünschte Temperaturspitzen
herauszuregeln oder die Zuführungsleitungen beziehungsweise in den Zuführungsleitungen
angeordnete Ventile zu kühlen.
[0024] Besonders vorteilhaft handelt es sich bei der Betriebsgröße um die absolute Menge
einer der unterscheidbaren Anteile des einzuleitenden Behandlungsgases, und/oder um
den relativen Mengenanteil einer der unterscheidbaren Anteile bezüglich eines weiteren
Anteils oder des gesamten Behandlungsgases. So kann z.B. besonders einfach die absolute
Sauerstoffmenge bzw. die relative Sauerstoffkonzentration dynamisch moduliert werden,
obwohl die Hauptlast, nämlich der Heißwind selbst nicht moduliert werden muss. Dies
ist insbesondere dann einfach zu realisieren, wenn reiner Sauerstoff oder eine Gasphase
mit gegenüber Luft erhöhter Sauerstoffkonzentration zumindest während eines Teils
der Einleitung getrennt zugeführt wird. Geschieht dies pulsationsartig, kann die Umsetzung
der Ersatzreduktionsmittel weiter intensiviert werden, mit den weiter verstärkten
bereits genannten Wirkungen. Dabei kann beispielsweise die Amplitude des Extra-Sauerstoffvolumenstroms
bezüglich der des Hintergrundwindes im Bereich 0,25 - 20 %, bevorzugt 0,5 - 10 %,
insbesondere 1 - 6 % liegen.
[0025] Dies ist auch gleichzeitig ein Beispiel für die vorteilhafte Verfahrensgestaltung,
bei der zwei oder mehr (unterschiedliche) Betriebsgrößen moduliert werden. Grundsätzlich
sind dabei kombinierte Modulationen von z. B. Heißwinddruck, Sauerstoffanteil, Druck
von Extrasauerstoff, Druck oder Konzentration der Ersatzreduktionsmittel usw. denkbar,
wobei man zwischen dem zusätzlichen Aufwand für eine weitere Modulation und der gewonnenen
Zusatzwirkung abzuwägen hat.
[0026] In einer besonders bevorzugten Verfahrensgestaltung wird das Behandlungsgas auf mindestens
zwei unterschiedlichen Wegen in den Schachtofen eingeleitet und eine erste Betriebsgröße
für die Steuerung des entlang des ersten Weges einzuleitenden Anteils wird wie eine
zweite Betriebsgröße zur Steuerung des entlang des zweiten Weges eingeleiteten Anteils
des Behandlungsgases dynamisch moduliert, wobei es sich bei der ersten und zweiten
Betriebsgröße auch um die gleiche Betriebsgröße handeln kann, bei deren Modulation
es sich allerdings auch um verschiedene Modulationen handeln kann. Grundsätzlich ist
darunter zu verstehen, dass bezüglich jeder Blasform dieselbe oder auch eine unterschiedliche
Betriebsgröße dynamisch moduliert werden kann, die Modulation der Behandlungsgasanteile,
die durch die jeweiligen Blasformen eingeleitet werden, also unabhängig erfolgen kann.
Dabei kann es vorteilhaft auch vorgesehen sein, jeweils eine Gruppe von Anteilen,
die durch benachbarte Wege eingeleitet werden, zusammenzufassen, so dass in diesem
Sinne unabhängige Einleitungsbereiche entstehen, die wiederum gleichartig moduliert
werden können. Durch letzteres kann beispielsweise sektorenweise Einfluss auf den
Ofengang genommen werden, wobei dennoch eine gleichmäßige Verteilung des Behandlungsgases
(Heißwindes) auf die Blasformen ermöglicht wird. Eine weitere vorteilhafte Verfahrensgestaltung
sieht vor, dass die erste und die zweite Betriebsgröße periodisch mit gleicher Periodendauer
T moduliert werden, wobei deren relative Phase um einen Wert verschoben ist. Bei der
Phase handelt es sich damit um eine auf die Periodendauer T bezogene Zeitverschiebung.
Beträgt die relative Zeitverschiebung beispielsweise T/2, so sind die beiden Betriebsgrößen
relativ zueinander antizyklisch moduliert. Angesichts wenn auch geringen Verbrennungszeit
in den Wirbelzonen kann es beispielsweise vorteilhaft sein, dass Sauerstoffpulsationen
gegenüber entsprechenden pulsationsartigen Erhöhungen der Ersatzreduktionsmittelmenge
leicht retardiert sind, also beispielsweise um 0 ≤ϕ ≤ π/2 verschoben sind.
[0027] In einer besonders bevorzugten Verfahrensgestaltung wird die inverse Periodendauer
T
-1 auf eine Autofrequenz eines Teilsystems der Atmosphäre innerhalb des Schachtofens
eingestellt. Dabei ist unter einem Teilsystem der Atmosphäre zunächst einerseits ein
räumliches Teilsystem zu verstehen, das hier durch die Wirbelzonen gegeben ist, andererseits
kann es sich auf einen physikalisch/chemischen Teil der Atmosphäre beziehen, also
beispielsweise die Druckverteilung, Wärmeverteilung, Dichteverteilung, Temperaturverteilung
oder Zusammensetzung. Bei der Autofrequenz kann es sich um die Frequenz einer linearen
Anregung in radialer Richtung (von den Blasformen zur Ofenmitte hin), oder Wirbelanregungen
in der Wirbelzone einer einzelnen Blasform handeln, aber auch um eine wirbelzonenübergreifende
Wirbelanregung in umfänglicher Richtung des Schachtofens, wobei der im räumlichen
Zentrum dieser Anregung stehende "tote Mann" für eine solche Wirbelschwingung topologisch
ein Loch darstellt. Durch das Anregen des Teilsystems in einer seiner Autofrequenzen
kann eine Resonanzdurchgasung in der Wirbelzone/den Wirbelzonen erreicht werden, die
zu einer verbesserten Gesamtdurchgasung im Schacht führt und damit den Wirkungsgrad
des Schachtofens erhöht. Besonders bevorzugt erfolgt die Modulation beispielsweise
hinsichtlich Impulsdauer, Impulsfrequenz oder Impulsstärke derart, dass sich im Schachtofen
eine stehende Welle ergibt. Zusätzlich beziehungsweise alternativ erfolgt die Modulation
derart, dass die Rohstoffe im Schachtofen gleichmäßig insbesondere in Form einer Pfropfenströmung
absinken. Hierzu kann die Modulation in Abhängigkeit von gemessenen Prozessgrößen
geregelt sein.
[0028] Ein weiterer Vorteil des angegebenen Verfahrens liegt in einer Beeinflussung der
Wirbelzonengeometrie, so dass der Bereich, in dem die Hauptkohleumsetzung stattfindet,
vergrößert wird. Es kann also ohne zusätzlichen energetischen oder materiellen Aufwand
die Leistung des Schachtofens erhöht werden, also ein verbesserter Wirkungsgrad erreicht
werden.
[0029] Ein weiterer Gesichtspunkt der Erfindung betrifft ein Verfahren der eingangs erläuterten
Art, bei dem in einer ersten Betriebsphase mindestens eine der Betriebsgrößen unter
Einstellung eines Parameters dynamisch moduliert wird, die Auswirkung der Modulation
der mindestens einen Betriebsgröße auf mindestens eine Kenngröße des Schachtofens
registriert wird, anschließend der Parameter nach einem vorgegebenen System variiert
wird und der variierte Parameter für die Modulation neu eingestellt wird, wobei nach
jeder Variation und Neueinstellung deren Auswirkung auf die Kenngröße registriert
wird, dann unter den den variierten Parametern entsprechenden registrierten Werten
der Kenngröße nach vorgegebenen Auswahlkriterien ein Kenngrößenwert mit dem dazugehörigen
Parameterwert ausgewählt wird, und in einer zweiten Betriebsphase die mindestens eine
Betriebsgröße mit dem ausgewählten Parameterwert dynamisch moduliert wird. Bei diesem
Verfahren wird vorteilhaft zunächst festgestellt, wie die dynamische Modulation zweckmäßig
durchzuführen ist, indem ein Parameter, der beispielsweise die Periodendauer für eine
periodische Modulation sein kann, variiert wird und durch die Variation anhand einer
Kenngröße, die beispielsweise der Wirkungsgrad des Schachtofens sein kann, ein optimaler
Parameterwert (z. B. eine optimale Periodendauer) ausgewählt wird, anhand dessen die
dynamische (z. B. periodische) Modulation erfolgt.
[0030] Vorteilhaft lässt sich dieses Optimierungsverfahren für weitere Parameter durchführen,
so dass sich insgesamt eine optimale Schar von Parametern ergeben kann, anhand der
die dynamische Modulation erfolgt.
[0031] Das erfindungsgemäße Verfahren kann mit einem Schachtofen durchgeführt werden, der
insbesondere wie vorstehend anhand des erfindungsgemäßen Verfahrens erläutert aus-
und weitergebildet ist.
[0032] Vorteilhaft weist bei einem solchen Schachtofen die Einrichtung zum Einleiten des
Behandlungsgases ein erstes und ein zweites rohrartiges Teil auf, wobei zusätzlich
zu einem Hauptleitungsweg, über den ein Anteil des Behandlungsgases eingeleitet wird,
über das erste rohrartige Teil ein Oxidationsmittel und über das zweite rohrartige
Teil ein Ersatzreduktionsmittel einblasbar ist. Auf diese Weise kann technisch einfach
sowohl ein Oxidationsmittel wie z. B. Sauerstoff oder sauerstoffangereicherte Luft
wie auch Ersatzreduktionsmittel getrennt in den Schachtofen eingeleitet werden, was
eine unabhängige und bautechnisch einfach zu realisierende dynamische Modulation der
Einleitungen zulässt. Erfindungsgemäß ist hierzu eine Steuereinrichtung derart eingestellt,
dass innerhalb einer Zeitspanne von kleiner gleich 40 s die Betriebsgrößen Druck p
und/oder Volumenstrom V variiert werden.
[0033] Dabei hat es sich als besonders zweckmäßig herausgestellt, wenn das erste und zweite
rohrartige Teil zumindest teilweise zu einer Doppelrohrlanze verbunden sind, wobei
die rohrartigen Teile konzentrisch oder exzentrisch aneinander angeordnet sein können.
So können die funktionellen Anforderungen an die rohrartigen Teile mit einer platzsparenden
Anordnung verbunden werden.
[0034] Es kann aber auch vorgesehen werden, dass es sich bei dem ersten und dem zweiten
rohrartigen Teil um räumlich getrennte Lanzen handelt, wobei mindestens ein Austrittswinkel
einer der rohrartigen Teile gegenüber einer horizontalen und/oder vertikalen Ebene
des Schachtofens einstellbar ist, insbesondere die Austrittswinkel beider rohrartiger
Teile unabhängig voneinander einstellbar sind. So kann die Einblasrichtung von etwa
Zusatzsauerstoff oder den Reduktionsmitteln bezüglich der Wirbelzonengeometrie variiert
werden. Insbesondere kann auch daran gedacht werden, den Austrittswinkel entsprechend
den obigen Erläuterungen ebenfalls dynamisch zu modulieren, wenn der Schachtofen betrieben
wird.
[0035] In den Zuleitungen zu dem Schachtofen sind insbesondere keramische Ventile, insbesondere
Scheibenventile oder Kolbenmagnetventile vorgesehen, so dass die Ventile hochtemperaturbeständig
und temperaturfest sind. Die Ventile weisen daher eine besonders geringe Wärmedehnung
auf und können daher auch bei den im Betrieb auftretenden besonders hohen Temperaturen
ohne Schwierigkeiten betrieben werden.
[0036] Vorzugsweise ist die Einrichtung zum Einleiten des Behandlungsgases mit mindestens
zwei Speicherbehältern verbunden, wobei die Speicherbehälter insbesondere schwellend
belastet werden. Die Speicherbehälter weisen insbesondere ein unterschiedliches Volumen
und/oder einen unterschiedlichen Druck auf, so dass je nach Bedarf zur Erreichung
einer bestimmten Modulation ein bestimmter Speicherbehälter angeschlossen werden kann.
Es können auch mehrere gleichartige Speicherbehälter angeschlossen sein, damit beim
Entleeren des jeweiligen Speicherbehälters der Druck im Speicherbehälter nur unwesentlich
abfällt und ausreichend Zeit zur Verfügung steht den Speicherbehälter auf seinen Ursprungszustand
wieder aufzufüllen während der andere Speicherbehälter angeschlossen ist.
[0037] Insbesondere weist die Einrichtung zum Einleiten des Behandlungsgases einen ersten
Satz Ventile und einen zweiten redundanten Satz Ventile auf. Dies ermöglicht es, die
einzelnen Sätze alternierend zu betreiben, so dass sich die Ventile abkühlen können.
Die Abkühlung kann weiter verbessert werden, indem die für die Zuleitung des Behandlungsgases
nicht benötigten Ventile mit Hilfe eines Gases, insbesondere Intertgases, gekühlt
werden.
[0038] Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens
angegeben, das insbesondere neben den bereits erläuterten Verfahrensrnerkmalen dadurch
gekennzeichnet ist, dass auf die im oberen Bereich des Schachtofens herrschende Atmosphäre
ausgehend von dem oberen Bereich des Schachtofens in einer dynamisch modulierten Weise
eingewirkt wird. Auf diese Weise kann die oben erläuterte Auswirkung von dynamischen
Modulationen auf einen auf die Wirbelzonen beschränkten Bereich der Atmosphäre auf
einen größeren Bereich ausgeweitet werden, indem nämlich z. B. das sich im oberen
Bereich des Schachtofens befindliche Gichtgas dynamisch moduliert wird. Dazu kann
beispielsweise zusätzliches Gas in den oberen Bereich des Schachtofens eingeleitet
werden und/oder der Gichtgas-Druck durch geeignete Ansteuerung von in einer Gichtgas-Ableitung
vorgesehenen Ventilen moduliert werden.
[0039] Insbesondere kann vorgesehen werden, eine auf der Blasformebene erfolgende dynamische
Modulation und die im oberen Bereich (an der Gicht) erfolgende dynamische Modulation
aufeinander abzustimmen. So können etwa weitere Resonanzanregungen eines Teilsystems
der im Schachtofen herrschenden Atmosphäre angeregt werden, wodurch eine weiter verbesserte
Durchgasung im Schachtofen erreicht werden kann. Dabei können die dynamischen Modulationen
vorteilhaft bezüglich beispielsweise Periode und Amplitude derart aufeinander abgestimmt
werden, dass eine direkte weitere Resonanzanregung möglich wird, oder die Anregung
eines Teilsystems der im Schachtofen herrschenden Atmosphäre erst durch eine Koppelwirkung
der äußeren Anregungen zustandekommt.
[0040] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Erläuterung
der beiliegenden Zeichnung, in der
- Fig. 1
- ein Zeit-Druck-Diagramm zeigt,
- Fig. 2
- ein weiteres Zeit-Druck-Diagramm zeigt,
- Fig. 3
- ein Zeit-Konzentrations-Diagramm zeigt,
- Fig. 4
- ein Zeit-Massestrom-Diagramm zeigt, und
- Fig. 5
- ein kombiniertes Zeit-Masse/Volumenstrom-Diagramm zeigt.
[0041] In Fig. 1. ist dargestellt, wie der Druck beispielsweise des in den Schachtofen einzuleitenden
Behandlungsgases dynamisch moduliert werden kann. Man erkennt, dass der Druck p(t)
harmonisch um einen Basisdruck p
0 schwankt, mit einer Frequenz von f = 1/T = 10 Hz. Der Basisdruck p
0 beträgt in diesem Beispiel 2,4 bar. Die Druckamplitude 2Δp beträgt in diesem Beispiel
1,2 bar, also 50% des Basisdruckwerts p
0. Der in Fig. 1 dargestellte Druckverlauf des Heißwindes ist also durch P(t) = p
0 + Δp · sin (2n t/T) gegeben.
[0042] In Fig. 2 ist eine pulsationsartige Modulation des Drucks eines *Anteils des in den
Schachtofen einzuleitenden Behandlungsgases dargestellt. Konkret kann es sich dabei
um reinen Sauerstoff handeln, der zusätzlich zum Heißwind in den Schachtofen eingeleitet
wird. Auch hier ist die Modulation periodisch, allerdings mit einer Periodendauer
von T = 4s. Die Pulshöhe p
max beträgt 50 bar, was gegenüber dem mit beispielsweise 2,5 bar Umgebungsdruck des eingeleiteten
Heißwindes eine Pulsation mit Amplitudenfaktor 20 bedeutet. Die Pulse haben eine Pulsbreite
σ von etwa 0,4 s, so dass ein Verhältnis von Pulsbreite zu Periodendauer von etwa
0,1 ergibt.
[0043] In Fig. 3 ist eine dynamische Modulation der Sauerstoffkonzentration des Behandlungsgases
beispielhaft dargestellt. Diese kommt wie folgt zustande: Ein selbst nicht modulierter
Heißwindanteil des Behandlungsgases liefert eine konstante Basiskonzentration n
0, welcher der natürlichen Sauerstoffkonzentration in Luft entspricht (der Heißwind
besteht hier aus heißer Luft). Zusätzlich zu dem Heißwind werden nun noch zwei weitere
Anteile des Behandlungsgases eingeleitet. Ein erster Anteil, der entweder aus reinem
Sauerstoff oder aus einer Sauerstoff enthaltenden Gasphase mit Sauerstoffkonzentration
n'
1 besteht, wird pulsationsartig periodisch mit Periodendauer T
1 von 2 s eingeleitet. Die Menge des reinen Sauerstoffs bzw. die Konzentration n'
1 wird dabei so gewählt, dass die Sauerstoffkonzentration bezüglich des gesamten Behandlungsgases
um eine Konzentrationsdifferenz n
1 erhöht wird. Hier beträgt das Verhältnis n
1/n
0 etwa 60%. Analog wird zusätzlich eine zweite Gasphase pulsationsartig eingeleitet,
wobei die Pulsation ebenfalls periodisch mit der gleichen Periodendauer T
2 = T
1 erfolgt, allerdings phasenverschoben um eine Phase ϕ
t. Dieser phasenverschobene pulsationsartig zugeführte zweite Gasanteil führt zu einer
Erhöhung der Sauerstoffkonzentration bezüglich des gesamten Behandlungsgases von n
0 auf n
0 + n
2, wie aus Fig. 3 ersichtlich ist. Das Verhältnis n
2/n
0 beträgt etwa 40%, die zweite Gasphase führt also dem Behandlungsgas effektiv weniger
Sauerstoff zu als die erste. Man kann gut in Fig. 3 erkennen, dass auch die gesamte
Sauerstoffkonzentration n(t) des Behandlungsgases periodisch ist, und zwar mit einer
Periodendauer T = T
1 = T
2, da sie sich aus der Überlagerung zweier (dreier mit n
0) periodisch modulierter Gasphasen ergibt. In dem in Fig. 3 gezeigten Beispiel beträgt
die Phasenverschiebung ϕ
t, etwa π/2. Es wäre allerdings auch denkbar, sie auf n einzustellen, wobei die beiden
zusätzlichen Gasphasen dann antizyklisch wären. In diesem Fall wäre die Sauerstoffkonzentration
n(t) quasi-periodisch mit Periode T/2. Ohne Phasenverschiebung (ϕ
t = 0) erhielte man eine Sauerstoffkonzentration n(t), welche ebensogut durch eine
einzige zusätzlich eingeleitete Gasphase erreichbar wäre.
[0044] Fig. 4 zeigt die zeitliche Modulation der Injektionsrate von Ersatzreduktionsmitteln,
die hier z.B. Kohlenstaub sein können, bzw. entsprechend deren Massenstrom m/dt. Auch
hier ist einem kontinuierlichen Massenstrom m
0/dt ein pulsierender Zusatzanteil überlagert, der einmal alle T = 20 S eine Erhöhung
um 30%, und antizyklisch alle T = 20 S eine Erhöhung um 50 % bewirkt. Der gesamte
Massenstrom m/dt hat also Periode T, ist aber quasi periodisch mit τ = T/2. Die Pulsbreite
σ ist hier relativ groß und beträgt etwa T/4.
[0045] Fig. 5 zeigt die simultane zeitliche Modulation einerseits des Massenstroms m/dt
eines Ersatzreduktionsmittels und andererseits eines Volumenstroms V/dt von Sauerstoff.
Für den Massenstrom m/dt gilt ähnliches wie in der obigen Beschreibung zu Fig. 4,
außer dass die Pulsform unterschiedlich ist, und die Periode T in Fig. 5 T = 0,6 s
beträgt. Die zeitliche Modulation des Sauerstoffvolumenstroms V/dt, die ebenfalls
periodisch mit T erfolgt, läßt sich beispielsweise erzeugen, indem ein Anteil V
0/dt durch den natürlichen Sauerstoffvolumenstrom der eingeleiteten Heißluft hervorgerufen
wird, und periodisch durch zusätzlich zugeführte Sauerstoffpulse erhöht wird. Wie
aus Fig. 5 zu erkennen ist, sind die zusätzlichen Sauerstoffpulse gegenüber der Pulsation
des Massenstroms der Ersatzreduktionsmittel um eine Zeit Δt = 0,02 s verschoben, was
einer Phasenverschiebung von ϕ
t = π/15 entspricht. Durch die so gewählte Phasenverschiebung hat die erhöhte Menge
an Ersatzreduktionsmittel, die in die Wirbelzone eingeblasen wird, einerseits einen
Vorsprung gegenüber dem folgenden Sauerstoffpuls, und steht so gewisserweise zur Umsetzung
bereit, während andererseits der folgende Sauerstoffpuls die Umsetzung des Ersatzreduktionsmittels
bewirken kann, bevor dieses die Wirbelzone verläßt. Folglich kann eine zuverlässig
hohe Umsetzung des Ersatzreduktionsmittels bei gesteigerter Einblasrate erreicht werden,
was zu einer besseren Durchgasung im Schachtofen führt.
[0046] Die anhand der Fig. 1 bis 5 erläuterten Beispiel einer dynamischen Modulation der
Einleitung des Behandlungsgases sowie auch weiterer Komponenten stellen lediglich
nur einen Teil der Möglichkeiten dar, die erfindungsgemäße dynamische Modulation zu
verwirklichen. Die in der obigen Beschreibung sowie in den Ansprüchen offenbarten
Merkmale der Erfindung können, wie bereits aus den unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
erkennbar, sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung
der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.
[0047] Beispielsweise ist als Schachtofen ein Hochofen vorgesehen, der in seinem Inneren
einen Druck von ca. 2 bis 4 bar aufweist. Das Behandlungsgas kann mit einem kontinuierlichen
Druck von ca. 10 bar eingeblasen werden. Um eine pulsierende Modulation zu erreichen,
kann über ein Ventil zeitweilig ein Speicherbehälter zugeschaltet werden, der einen
Druck von beispielsweise 20 bar aufweist. Durch das Zuschalten des Speicherbehälters
kann beispielsweise ein kurzzeitiger Puls mit einem um 1,5 bis 2,5 bar erhöhten Druck
erzeugt werden, dass heißt der Druck des Behandlungsgases weist während des Pulses
einen Druck von ca. 12 bar auf. Aufgrund diese Pulses wird innerhalb des Hochofens
durch das Behandlungsgas ein Energiestoß erzeugt, der Verkrustungen und Schlacken
am Rade der Reaktionszone aufschmilzt und/oder die Schicht in den Verkrustungen und
Schlacken perforiert. Da durch den Energiestoß Sauerstoff in die Schlackeschicht der
Reaktionszone transportiert wird, finden Oxidationsreaktionen mit der Schlackeschicht
statt. Die dadurch herausgelöste Schlacke ermöglicht eine bessere Durchströmung des
gesamten Hochofens. Die Entstehung von Schlacke kann zumindest reduziert werden, wenn
in dem Behandlungsgas möglichst kleine Kohlepartikel zugemischt werden, so dass sich
bei der Reaktion in der Reaktionszone weniger unverbrannte Bestandteile ergeben, die
sich ansonsten in der Schlacke festsetzen könnten. Die Effekte des moduliert eingeblasenen
Behandlungsgases können verstärkt werden, indem mehrere Einblasungsstellen entlang
des Umfangs und/oder entlang der Höhe des Hochofens vorgesehen werden.
[0048] Ein beispielsweise als Kupolofen ausgebildeter Schachtofen kann prinzipiell wie vorstehend
anhand des Hochofens erläutert ausgebildet sein und betrieben werden. Üblicherweise
wird ein Kupolofen bei einem geringeren Druck beispielsweise 300 mbar betrieben. In
diesem Fall kann das Behandlungsgas kontinuierlich mit einem Druck von 5 bar eingeblasen
werden, wobei der zuschaltbare Speicherbehälter einen Druck von 12 bar aufweisen kann.
1. Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens, bei dem ein oberer Bereich des Schachtofens
mit Rohmaterialien beschickt wird, die unter Einfluss der Schwerkraft im Schachtofen
absinken, wobei ein Teil der Rohmaterialien unter Einwirkung der innerhalb des Schachtofens
herrschenden Atmosphäre geschmolzen und/oder zumindest teilweise reduziert wird,
und in einem unteren Bereich des Schachtofens ein Behandlungsgas eingeleitet wird,
das die innerhalb des Schachtofens herrschende Atmosphäre zumindest teilweise beeinflusst,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einteilung des Behandlungsgases derart quasi-periodisch moduliert wird, dass bei
der Modulation der Betriebsgrößen Druck p und/oder Volumenstrom V zumindest zeitweise
innerhalb einer Periodendauer von ≤ 5 s variiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Modulation quasi-periodisch erfolgt, wobei für
die Periodendauer T 5 s ≥ T ≥ 60 ms gilt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Modulation pulsationsartig erfolgt, wobei
für eine Pulsbreite σ eines Pulses 5 s > σ ≥ 1 ms gilt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Modulation über ein Einstellen
mindestens einer Betriebsgröße erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Behandlungsgas auf mindestens
zwei unterschiedlichen Wegen in den Schachtofen eingeleitet wird, und eine erste Betriebsgrößen
für die Steuerung des entlang des ersten Weges einzuleitenden Anteils des Behandlungsgases
dynamisch moduliert wird, sowie eine zweite Betriebsgröße zur Steuerung des entlang
des zweiten Weges eingeleiteten Anteils des Behandlungsgases dynamisch moduliert wird,
wobei es sich bei der ersten und zweiten Betriebsgröße um die gleiche Betriebsgröße
und unterschiedliche Modulationen handelt oder es sich bei der ersten und zweiten
Betriebsgröße um unterschiedliche Betriebsgrößen und gleiche Modulationen handelt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die erste und die zweite Betriebsgröße periodisch
mit gleicher Periodendauer T moduliert werden, wobei deren relative Phase um einen
vorbestimmten Wert verschoben ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6, wobei die inverse Periodendauer T-1 auf eine Autofrequenz eines Teilsystems der Atmosphäre innerhalb des Schachtofens
eingestellt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Behandlungsgas zumindest zeitweise
teilweise oder vollständig Inertgas enthält, um im Volumenstrom des Behandlungsgases
angeordnete Ventile zu kühlen.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Behandlungsgas derart moduliert
wird, dass das Behandlungsgas im Schachtofen eine stehende Welle ausbildet.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Einleitung des Behandlungsgases
derart geregelt wird, dass die Rohmaterialien innerhalb des Schachtofens gleichmäßig
absinken.
1. Procédé pour faire fonctionner un four à cuve,
- selon lequel on alimente une zone supérieure du four à cuve avec des matières premières
qui descendent dans le four à cuve sous l'action de la gravité, une partie des matières
premières étant fondue et/ou au moins partiellement réduite sous l'action de l'atmosphère
régnant à l'intérieur du four à cuve,
- et selon lequel on introduit dans une zone inférieure du four à cuve un gaz de traitement
qui influence au moins partiellement l'atmosphère régnant à l'intérieur du four à
cuve,
caractérisé en ce que l'on module l'introduction du gaz de traitement de manière quasi-périodique de telle
sorte que, lors de la modulation, on modifie les grandeurs de fonctionnement pression
p et/ou débit volumique V au moins temporairement dans les limites d'une durée de
période ≤ 5 s.
2. Procédé selon la revendication 1, la modulation s'effectuant de manière quasi-périodique,
la durée de période T étant telle que 5 s ≥ T ≥ 60 ms.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, la modulation s'effectuant à la manière d'impulsions,
la largeur σ d'une impulsion étant telle que 5 s ≥ σ ≥ 1 ms.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, la modulation s'effectuant par l'intermédiaire
d'un réglage d'au moins une grandeur de fonctionnement.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, le gaz de traitement étant introduit
par au moins deux voies différentes dans le four à cuve, une première grandeur de
fonctionnement étant modulée de façon dynamique pour la commande de la part du gaz
de traitement qui doit être introduite par la première voie et une deuxième grandeur
de fonctionnement étant modulée de façon dynamique pour la commande de la part du
gaz de traitement qui doit être introduite par la deuxième voie, la première et la
deuxième grandeur de fonctionnement correspondant à la même grandeur de fonctionnement
et à des modulations différentes ou la première et la deuxième grandeur de fonctionnement
correspondant à des grandeurs de fonctionnement différentes et à la même modulation.
6. Procédé selon la revendication 5, la première et la deuxième grandeur de fonctionnement
étant modulées de manière périodique avec une durée de période T identique, leurs
phases relatives étant décalées d'une valeur prédéterminée.
7. Procédé selon l'une des revendications 2 à 6, l'inverse de la durée de période T-1 étant réglée sur une autofréquence d'un système partiel de l'atmosphère à l'intérieur
du four à cuve.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, le gaz de traitement contenant au moins
temporairement, partiellement ou complètement, du gaz inerte pour refroidir des vannes
placées dans le débit volumique du gaz de traitement.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, le gaz de traitement étant modulé de
telle sorte que le gaz de traitement forme une onde stationnaire dans le four à cuve.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, l'introduction du gaz de traitement
étant régulée de telle sorte que les matières premières descendent régulièrement à
l'intérieur du four à cuve.