[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines segmentierten Treibkäfigs
für Geschosse mit unterkalibrigem Penetrator mit den im Oberbegriff des Anspruchs
1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Die Herstellung eines derartigen Treibkäfigs, der über eine als Gewinde ausgebildete
Formschlusszone mit einem unterkalibrigen Penetrator verbindbar ist, ist beispielsweise
aus der
DE 25 37 116 A1 bekannt. Dieser Treibkäfig setzt sich aus mehreren in Umfangsrichtung nebeneinander
angeordneten und sich in Längsrichtung erstreckenden Treibkäfigsegmenten zusammen,
wobei die Treibkäfigsegmente in einem sich von der Vorderseite des Treibkäfigs in
axialer Richtung erstreckenden ersten Teilbereichen durch in radialer Richtung durchgehende
Trennfugen getrennt sind und in einem sich an den ersten Teilbereich anschließenden
zweiten Teilbereich einstückig miteinander verbunden sind. Der zweite Teilbereich
des bekannten Treibkäfigs weist keine Trennfugen zwischen den Treibkäfigsegmenten
auf und ist in bezug auf den ersten Teilbereich sehr schmal ausgebildet. Dabei ist
die Breite des zweiten Teilbereiches derart gewählt, dass dieser Teilbereich zwar
den beim Abschuss in dem Waffenrohr auftretenden Treibkräften widersteht, jedoch außerhalb
des Waffenrohres durch Zentrifugal- und/oder Luftströmungskräften aufreißt, so dass
die Treibkäfigsegmente den unterkalibrigen Penetrator freigeben.
[0003] Die vorstehend erwähnten Treibkäfige weisen den Vorteil auf, dass sie auf einfache
Weise herstellbar sind, weil die sonst üblicherweise vollständige Segmentierung eines
Rohlings und die anschließende aufwendige Bearbeitung der mittels Schellen zusammengehaltenen
Treibkäfigsegmente vor dem Einbringen des Penetrators in den Treibkäfig entfällt.
Allerdings hat es sich als nachteilig erwiesen, dass bei den bekannten Geschossen
die genaue ' Auslegung der zweiten Teilbereiche relativ kritisch ist, weil bei zu
breiten zweiten Teilbereichen die Rißlinien beim Aufreißen des jeweiligen Treibkäfigs
häufig nicht reproduzierbar verlaufen und eine störende Beeinflussung des Penetrators
durch die sich ablösenden Treibkäfigsegmente bewirkt wird. Bei sehr schmalen zweiten
Teilbereichen besteht hingegen die Gefahr, dass der jeweilige Penetrator heckseitig
bereits im Waffenrohr aufgerissen wird. Dadurch können Treibladungsgase zwischen die
Trennfugen sowie in den Formschlussbereich zwischen dem Treibkäfig und dem Penetrator
gelangen, was ebenfalls zu einem nicht reproduzierbaren Flugverhalten des Penetrators
außerhalb des Waffenrohres führt.
[0004] Ausgehend von der
DE 25 37 116 A1 liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines Treibkäfigs
anzugeben, bei dem die mit dem zweiten Teilbereich des Treibkäfigs verbundenen Probleme
weitgehend vermieden werden. Insbesondere soll daher die Breite des zweiten Teilbereiches
innerhalb gewisser Grenzen beliebig wählbar sein, ohne dass dieses einen negativen
Einfluß auf das Ablöseverhalten des Treibkäfigs von dem Penetrator hat.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere,
besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
[0006] Die Erfindung beruht im Wesentlichen auf dem Gedanken, den zunächst einstückig belassenen
zweiten Teilbereich des Treibkäfigs mit Sollbruchstellen zu versehen. Diese werden
dadurch erzeugt, dass auch in den zweiten Teilbereich sich in axialer Richtung erstreckende
Trennfugen eingebracht werden, die sich axial an die Trennfugen des ersten Teilbereiches
direkt anschließen und die sich von der äußeren Oberfläche des Treibkäfigs bis in
den Formschlussbereich des Treibkäfigs erstrecken, so dass sich ein perforierter Gewindebereich
ergibt. Nach dem Einschrauben des Penetrators in den Treibkäfig werden dann die Trennfugen
des zweiten Teilbereiches durch Vulkanisierung mit einem Vulkanisat verschlossen.
[0007] Das Verfahren kann durch die Wahl entsprechender Prozeßparameter einerseits derart
gewählt werden, dass die Perforationen auch nach dem Vulkanisieren erhalten bleiben
und daher bei dem Ablösevorgang der Penetratorsegmente als Sollbruchstellen wirken.
[0008] Andererseits kann aber auch vorgesehen werden, dass der perforierte Gewindebereich
und das Material des Treibkäfigs derart gewählt werden, dass es bei dem Vulkanisieren
durch die Wärmeausdehnungen zu Rißbildungen des noch vorhandenen Treibkäfigmaterials
zwischen den Gewindegängen kommt, so dass die Trennfugen zwischen den Treibkäfigsegmenten
in dem zweiten Teilbereich sich ebenfalls in radialer Richtung durch die gesamte Treibkäfigwand
erstrecken. Das Ablöseverhalten der Treibkäfigsegmente wird in diesem Fall in erster
Linie nur noch von den Eigenschaften des Vulkanisats im Abschussfall bestimmt.
[0009] Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn bei Verwendung von Zweiflansch-Treibkäfigen
die in den ersten Teilbereichen eingebrachten Trennfugen sich nur bis zu dem vorderen
Ende des hinteren Flansches des Treibkäfigs (Druckflansch) erstrecken, und zwar auch
dann, wenn der sich heckseitig hinter dem Druckflansch erstreckende Treibkäfigbereich,
wie bei großkalibrigen Hochleistungs-Panzergeschossen üblich, sehr lang ist.
[0010] Das Einbringen der Trennfugen in den ersten und/oder zweiten Teilbereich des Treibkäfigs
kann beispielsweise mit Hilfe entsprechender Bandsägen etc. erfolgen.
[0011] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden anhand
von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
Fig. 1 die Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Treibkäfigs;
Fig.2 den Längsschnitt des in Fig. dargestellten Treibkäfigs entlang der dort mit
II-II bezeichneten Schnittlinie und
Fig.3 einen in Fig.2 mit III bezeichneten vergrößerten Ausschnitt.
[0012] In den Fig.1 und 2 ist mit 1 ein Zweiflansch Treibkäfig dargestellt, der als einstückiger
Körper ausgebildet ist. Der vordere Führungsflansch 2 und der hintere Druckflansch
des beispielsweise aus Aluminium bestehenden Treibkäfigs 1 sind mit den Bezugszeichen
2 und 3 versehen. Der Treibkäfig 1 besitzt ein Innengewinde 4, mit Hilfe dessen er
formschlüssig mit einem Penetrator (nicht dargestellt) verbindbar ist.
[0013] In einem sich von dem vorderen Ende 5 des Treibkäfigs 1 in axialer Richtung nach
hinten erstreckenden ersten Teilbereich 6 sind vier gleichmäßig über den Umfang verteilt
angeordnete und in radialer Richtung durchgehende erste Trennfugen 7 gleicher Länge
vorgesehen, die sich jeweils bis zu dem Druckflansch 3 erstrecken und vier umfangsseitig
nebeneinander angeordnete Treibkäfigsegmente 8 definieren (in der Fig.2 und 3 sind
nur jeweils zwei Treibkäfigsegmente dargestellt).
[0014] In einem sich an den ersten Teilbereich 6 anschließenden zweiten Teilbereich 9, der
sich bis zu dem hinteren Ende 10 des Treibkäfigs 1 erstreckt, sind die Treibkäfigsegmente
8 einstückig miteinander verbunden. Dabei werden die Treibkäfigsegmente 8 zwar ebenfalls
durch sich in axialer Richtung erstreckende zweite Trennfugen 11 getrennt, wobei diese
Trennfugen 11 sich axial direkt an die Trennfugen 7 des ersten Teilbereiches 6 anschließen,
doch erstrecken sich die Trennfugen 11 des zweiten Teilbereiches 9 von der äußeren
Oberfläche 12 des Treibkäfigs 1 in radialer Richtung nicht vollständig durch diesen
hindurch, sondern nur bis in den Formschlussbereich 13 hinein (Fig.3). Dadurch ergeben
sich Trennfugen 11, die bis unter den Gewindeaußendurdhmesser 14 reichen, so dass
sich ein perforierter Gewindebereich ergibt, wobei die einzelnen Perforationen in
Fig.2 mit 15 bezeichnet sind.
[0015] Nach dem Einschrauben eines Penetrators in das Gewinde 4 des Treibkäfigs 1 und dem
Aufbringen eines Führungsbandes in die entsprechende nutenförmige Ausnehmung 16 des
Druckflansches 3 erfolgt das Vulkanisieren des heckseitigen Treibkäfigbereiches 17,
so dass die zweiten Trennfugen 11 durch das Vulkanisat geschlossen werden und beim
Schuss keine Treibladungsgase in das Innere des Treibkäfigs bzw. in den Formschlussbereich
zwischen Treibkäfig und Penetrator gelangen können.
[0016] Vorzugsweise wird das Vulkanisieren derart durchgeführt, dass durch die Prozeßwärme
und die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten des Penetratormaterials (z.B. Wolfram)
und des Treibkäfigmaterials (Aluminium) sich die Gewindegänge des Treibkäfigs 1 auf
die Gewindegänge des Penetrators aufschieben. Die dabei entstehenden Zugspannungen
in dem Treibkäfig 1, die auf das noch vorhandene Material im perforierten Sollbruchstellenbereich
wirken, sind so groß, dass die Verbindungen zwischen den Perforationen 15 reißen und
der Treibkäfig 1 nur noch durch das nicht dargestellte Vulkanisat zusammengehalten
wird.
[0017] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht durch das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. So kann das erfindungsgemäße Verfahren beispielsweise auch für die Herstellung
von Einflansch-Treibkäfigen verwendet werden. Ferner kann es sich im Einzelfall als
zweckmäßig erweisen, die Trennfugen im zweiten Teilbereich des Treibkäfigs sowie die
Prozeßparameter beim Vulkanisieren derart zu wählen, dass kein Aufreißen der Perforationen
beim Vulkanisieren auftritt.
[0018] Außerdem kann die Anzahl der parallel angeordneten Trennfugen derart gewählt werden,
dass sich zwei, drei oder auch mehr als 4 Treibkäfigsegmente ergeben.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Treibkäfig, Zweiflansch-Treibkäfig
- 2
- Flansch, Führungsflansch
- 3
- Flansch, Druckflansch
- 4
- Gewinde, Innengewinde
- 5
- vordere Ende
- 6
- erste Teilbereich
- 7
- erste Trennfuge
- 8
- Treibkäfigsegment
- 9
- zweite Teilbereich
- 10
- hintere Ende
- 11
- zweite Trennfuge
- 12
- äußere Oberfläche
- 13
- Formschlussbereich
- 14
- Gewindeaußendurchmesser
- 15
- Perforation
- 16
- Ausnehmung
- 17
- heckseitiger Treibkäfigbereich
1. Verfahren zur Herstellung eines segmentierten Treibkäfigs (1) für Geschosse mit unterkalibrigem
Penetrator, der mit einem Penetrator über einen ein Gewinde (4) umfassenden Formschlussbereich
verbindbar ist und mehrere in Umfangsrichtung nebeneinander angeordnete Treibkäfigsegmente
(8) umfaßt, wobei die Treibkäfigsegmente (8) in einem sich von dem vorderen Ende (5)
des Treibkäfigs (1) in axialer Richtung erstreckenden ersten Teilbereichen (6) durch
in radialer Richtung durchgehende erste Trennfugen (7) getrennt sind und in einem
sich an den ersten Teilbereich (6) anschließenden zweiten Teilbereich (9) zunächst
einstückig miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass in den zweiten Teilbereich (9) sich in axialer Richtung erstreckende zweite Trennfugen
(11) eingebracht werden, die sich axial an die ersten Trennfugen (7) direkt anschließen
und die sich von der äußeren Oberfläche (12) des Treibkäfigs (1) bis in den Formschlussbereich
(13) des Treibkäfigs (1) erstrecken, so dass sich ein perforierter Gewindebereich
ergibt und dass nach dem Einbringen des Penetrators in den Treibkäfig (1) die zweiten
Trennfugen (11) durch Vulkanisierung mit einem Vulkanisat verschlossen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der perforierte Gewindebereich und das Material des Treibkäfigs (1) derart gewählt
werden, dass es bei Durchführung der Vulkanisation durch die Wärmeausdehnungen des
Treibkäfigmaterials zur Rißbildung des noch vorhandenen Treibkäfigmaterials zwischen
den Gewindegängen kommt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Zweiflansch-Treibkäfig (1) die in den ersten Teilbereich (6) eingebrachten
ersten Trennfugen (7) sich bis zu dem vorderen Ende des hinteren Flansches (3) des
Treibkäfigs (1) erstrecken.
1. Method for production of a segmented discarding sabot (1) for projectiles with a sub-calibre
penetrator, which can be connected to a penetrator via an interlocking area which
has a thread (4), and comprises a plurality of discarding sabot segments (8) which
are arranged alongside one another in the circumferential direction, wherein the discarding
sabot segments (8) are separated in a first subarea (6), which extends from the front
end (5) of the discarding sabot (1) in the axial direction, by first separating joints
(7) which are continuous in the radial direction, and are initially integrally connected
to one another in a second subarea (9) which is adjacent to the first subarea (6),
characterized in that second separating joints (11) which extend in the axial direction are incorporated
in the second subarea (9), are axially directly adjacent to the first separating joints
(7) and extend from the outer surface (12) of the discarding sabot (1) into the interlocking
area (13) of the discarding sabot (1), thus resulting in a perforated threaded area,
and in that, after the penetrator has been introduced into the discarding sabot (1), the second
separating joints (11) are closed by vulcanization with a vulcanizate.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the perforated threaded area and the material of the discarding sabot (1) are chosen
such that, when the vulcanization process is carried out, the thermal expansions of
the discarding sabot material lead to cracks being formed in the discarding sabot
material which is still present between the thread pitches.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that, in the case of a two-flange discarding sabot (1), the first separating joints (7)
which are incorporated in the first subarea (6) extend to the front end of the rear
flange (3) of the discarding sabot (1).
1. Procédé de fabrication d'une cage segmentée (1) à propergol pour munitions à pénétrateur
sous-calibré, qui peut être reliée à un pénétrateur par une partie en correspondance
géométrique comprenant un filet (4) et qui présente plusieurs segments (8) de cage
à propergol disposés les uns à côté des autres dans la direction périphérique,
les segments (8) de cage à propergol étant séparés par des premiers joints de séparation
(7) continus dans la direction radiale en premières parties (6) qui s'étendent dans
la direction axiale en partant de l'extrémité avant (5) de la cage (1) à propergol
et étant ensuite reliés d'une seule pièce les uns aux autres dans une deuxième partie
(9) qui se raccorde à la première partie (6),
caractérisé en ce que
des deuxièmes joints de séparation (11) qui s'étendent dans la direction axiale, qui
se raccordent directement et axialement aux premiers joints de séparation (7) et qui
s'étendent depuis la surface avant (12) de la cage (1) à propergol jusqu'à la partie
en correspondance géométrique (13) de la cage (1) à propergol sont ménagés dans la
deuxième partie (9), de sorte que l'on obtient une partie filetée perforée et
en ce qu'après avoir placé le pénétrateur dans la cage (1) à propergol, les deuxièmes joints
de séparation (11) sont fermés par vulcanisation à l'aide d'un vulcanisat.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la partie filetée perforée et le matériau de la cage (1) à propergol sont sélectionnés
de telle sorte que lors de l'exécution de la vulcanisation, les dilatations thermiques
du matériau de la cage à propergol entraînent la formation de fissures du matériau
de la cage à propergol encore présent entre les pas du filet.
3. Procédé selon les revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que lorsque la cage (1) à propergol est à double bride, les premiers joints de séparation
(7) ménagés dans la première partie (6) s'étendent jusqu'à l'extrémité avant de la
bride arrière (3) de la cage (1) à propergol.