[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Verpacken einer Materialbahnrolle in
mehreren Verpackungsschritten, umfassend eine erste Station wenigstens zum Anbringen
einer Umfangsverpackung an der Materialbahnrolle und mindestens eine weitere Station
zum Anbringen der Außenstirndeckel an der mit der Umfangsverpackung versehenen Materialbahnrolle.
[0002] Eine derartige Einrichtung findet beispielsweise in einer Anlage zum Herstellen einer
Materialbahn ihre Verwendung. Die mittels einer Maschine zum Herstellen der Materialbahn
hergestellte Materialbahn weist eine relativ große Breite von derzeit bis zu 12 m
auf. Um für einen späteren Verbraucher, wie beispielsweise eine Druckerei oder dergleichen,
verwendbar zu sein, muss die Materialbahn in schmalere Bahnen unterteilt werden. Diese
schmaleren Materialbahnen müssen dann zu Wickelrollen, im weiteren Sinne wiederum
Materialbahnrollen aufgewickelt werden. Hierzu wird eine dem Fachmann bekannte Wickelmaschine
verwendet, die entweder nach dem Tragwalzenprinzip oder dem Stützwalzenprinzip funktioniert.
[0003] Die jeweilige Materialbahnrolle muss dann anschließend versandfertig verpackt werden.
Dabei wird sie mit einer Umfangsverpackung und zwei stirnseitigen Falten versehen
und entsprechend gekennzeichnet. Die versandfertige Verpackung der Materialbahnrolle
wird üblicherweise innerhalb einer Einrichtung, einer so genannten Rollpackeinrichtung
oder -maschine, in mehreren Verpackungsschritten bei Verwendung unterschiedlicher
Stationen vollzogen. Dabei werden die einzelnen Verpackungsschritte von mehreren technischen
Einrichtungen und Handlingsautomaten, insbesondere Robotern, bei Erreichung eines
hohen Automatisierungsgrads erledigt. Die technischen Einrichtungen in den Stationen
sind primär eine Vorrichtung zum Anbringen der Umfangsverpackung, wie sie beispielsweise
aus der deutschen Patentschrift
DE 102 43 464 B4 bekannt ist, eine Vorrichtung zum Erzeugen der stirnseitigen Falten, wie sie beispielsweise
aus der deutschen Patentschrift
DE 40 34 757 C2 bekannt ist, und eine Vorrichtung zum Anbringen eines Außenstirndeckels, wie sie
beispielsweise aus der europäischen Patentanmeldung
EP 1 157 929 A1 bekannt ist.
[0004] Eine derartige bekannte Einrichtung mit ihren technischen Einrichtungen und Handlingsautomaten
ist jedoch durch einen erhöhten Raumbedarf gekennzeichnet. Überdies führt die Vielzahl
von Einrichtungen und Handlingsautomaten zu erhöhten Anschaffungs-, Betriebs- und
natürlich auch Wartungskosten. So muss die Einrichtung regelmäßig in einem größeren
Umfang gewartet und gegebenenfalls wieder instand gesetzt werden.
[0005] Es ist noch anzumerken, dass der Begriff "Materialbahn" jegliche Art von Bahn, also
eine Bahn aus Papier, Karton, Tissue und Kunststoff- oder Metallfolie, umfasst, die
allesamt auf ähnliche Weise gehandhabt werden müssen. Die Erfindung ist also bei jeglicher
Art einer Materialbahn entsprechend anwendbar.
[0006] Es ist also die Aufgabe der Erfindung, eine Einrichtung der eingangs genannten Art
derart weiterzubilden, dass die Nachteile des Stands der Technik überwunden werden
und die Voraussetzungen für eine möglichst einfache und effiziente Verpackung einer
Materialbahnrolle geschaffen werden.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einer Einrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass lediglich ein Roboter zum Verpacken der Materialbahnrolle an
den mindestens zwei Stationen vorgesehen ist, wobei der mindestens einen Roboterarm
aufweisende Roboter zum Zwecke der Ausführung der einzelnen Verpackungsschritte mit
mehreren unterschiedlichen und vorzugsweise auswechselbaren Handhabungswerkzeugen
an seinem Roboterarm bestückbar ist.
[0008] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird auf diese Weise vollkommen gelöst.
[0009] Die erfindungsgemäße Einrichtung schafft eine außerordentlich gute Voraussetzung
für eine mögliche Raumkonzentrierung der gesamten Einrichtung, da nur noch ein Roboter
zum Verpacken der gesamten Materialbahnrolle vorgesehen ist. Im Wirkbereich dieses
einzigen Roboters können dann die bekannten Stationen angeordnet sein, wobei der lediglich
eine Roboter zudem geringere Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten für die erfindungsgemäße
Einrichtung mit sich bringt. Die Wiederinstandsetzungsaktivitäten der erfindungsgemäßen
Einrichtung halten sich also in einem vertretbaren Rahmen.
[0010] Es kann also festgehalten werden, dass die erfindungsgemäße Einrichtung die Nachteile
des Stands der Technik gänzlich überwindet und die Voraussetzungen für eine möglichst
einfache und effiziente Verpackung einer gesamten Materialbahnrolle schafft.
[0011] Die hergestellte Verpackung der Materialbahnrolle kann dabei eine Versandverpackung
für einen sicheren Versand zu einem Endverbraucher oder eine Hilfsverpackung für eine
mögliche Papierfabrik-interne Umlagerung sein. Eine Hilfsverpackung umfasst gewöhnlich
höchstens ein/zwei Lagen an Packpapier auf dem Außenumfang und verfügt meist nicht
über Außenstirndeckel.
[0012] In einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform ist ein erstes Handhabungswerkzeug
zum berührungslosen oder berührenden Messen der Rollenbreite ausgebildet und ist dementsprechend
an die beiden Stirnseiten der der Materialbahnrolle durch den Roboterarm bringbar.
Ein Handhabungswerkzeug, vorzugsweise das erste Handhabungswerkzeug, kann überdies
zum berührungslosen oder berührenden Messen des Rollendurchmessers der Materialbahnrolle
ausgebildet sein und dementsprechend auch an zumindest drei Punkten an den Umfang
der Materialbahnrolle durch den Roboterarm bringbar sein. Die drei Punkte liegen dabei
vorzugsweise in einer Ebene, die senkrecht zur Längsachse der Materialbahnrolle ausgerichtet
ist. Dabei kann die berührungslose Messung der Rollenbreite und/oder des Rollendurchmessers
der Materialbahnrolle bevorzugt mittels wenigstens eines Lasersensors erfolgen, wohingegen
die berührende Messung der Rollenbreite und/oder des Rollendurchmessers der Materialbahnrolle
bevorzugt mittels wenigstens eines Tasters erfolgen kann. Die eigentlichen, an dem
mindestens einen Handhabungswerkzeugen anbringbaren Messwerkzeuge sind in der Fachwelt
bereits bestens bekannt und zeichnen sich durch eine sehr gute Messgenauigkeit bei
einer hohen Verfügbarkeit aus.
[0013] Weiterhin ist in einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform vorgesehen, dass
ein weiteres Handhabungswerkzeug bevorzugt zum Kennzeichnen der Materialbahnrolle
ausgebildet ist und dementsprechend an mindestens eine Stirnseite und/oder den Umfang
der Materialbahnrolle durch den Roboterarm bringbar ist. Die Kennzeichnung der Materialbahnrolle
erfolgt dabei bevorzugt mittels einer Anbringung eines bedruckten Inkjet-Aufklebers
und/oder einer Anbringung einer RFID-Kennzeichnung, insbesondere eines aktivierten
Transponders. Ein derartiger Transponder ist Teil eines RFID-Systems (Radio Frequency
Identification), bestehend aus einem Transponder, einem Lesegerät mit zugehöriger
Antenne, auch Reader genannt, und einer Integration mit Servern, Diensten und sonstigen
Systemen wie zum Beispiel Warenwirtschaftssystemen. Er wird in Fachkreisen auch RFID-Etikett,
Smart Tag, Smart Label, Schnüffelchip, RFID-Chip, RFID-Tag oder Funketikett genannt.
[0014] Ein weiteres Handhabungswerkzeug ist in einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform
bevorzugt zum Anbringen der Innenstirndeckel auf den beiden Stirnseiten der Materialbahnrolle
ausgebildet, wobei die Innenstirndeckel in Abhängigkeit ihres Durchmessers in verschiedenen
Innenstirndeckel-Depots gelagert sind. Das Innenstirndeckel-Depot ist hierbei vorzugsweise
im Wirkbereich des einzigen Roboters angeordnet, so dass eine direkte und somit schnelle
Versorgung der Einrichtung mit Innenstirndeckeln gewährleistet werden kann.
[0015] Auch kann ein vorzugsweise weiteres Handhabungswerkzeug zum Anbringen der Außenstirndeckel
auf den beiden Stirnseiten der nunmehr mit einer Umfangsverpackung versehenen Materialbahnrolle
ausgebildet sein, wobei die Außenstirndeckel in Abhängigkeit ihres Durchmessers bevorzugt
wiederum in verschiedenen Außenstirndeckel-Depots gelagert sind. Im Hinblick auf geringe
Anschaffungskosten, die Verwendung einer qualifizierten Technik und möglichst kurze
Taktzeiten kann das Handhabungswerkzeug zum Anbringen der Stirndeckel, also sowohl
des Innenstirndeckels als auch des Außenstirndeckels, ein und dasselbe Handhabungswerkzeug
sein.
[0016] Ferner kann in einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform ein vorzugsweise
weiteres Handhabungswerkzeug zum Kennzeichnen der verpackten Materialbahnrolle ausgebildet
sein und dementsprechend an mindestens eine Stirnseite und/oder den Umfang der verpackten
Materialbahnrolle durch den Roboterarm bringbar sein. Die Kennzeichnung der verpackten
Materialbahnrolle kann dabei wiederum, wie bereits beschrieben, bevorzugt mittels
einer Anbringung eines bedruckten Inkjet-Aufklebers und/oder einer Anbringung einer
RFID-Kennzeichnung, insbesondere eines aktivierten Transponders erfolgen. Erneut im
Hinblick auf geringe Anschaffungskosten, die Verwendung einer qualifizierten Technik
und möglichst kurze Taktzeiten kann das Handhabungswerkzeug zum Kennzeichnen der Materialbahnrolle
und zum Kennzeichnen der verpackten Materialbahnrolle ein und dasselbe Handhabungswerkzeug
sein.
[0017] Zum Zwecke eines einfachen, schnellen und übersichtlichen Betriebs der Einrichtung
kann es vorteilhaft sein, wenn die verschiedenen Handhabungswerkzeuge für den Roboterarm
des Roboters in einem gemeinsamen Handhabungswerkzeug-Depot gelagert sind. Dieses
Depot kann dann beispielsweise zentral und wegoptimiert im Wirkbereich des einzigen
Roboters angeordnet sein.
[0018] Überdies können die mindestens zwei Stationen vorzugsweise unmittelbar benachbart
zueinander angeordnet sein, wobei die Materialbahnrolle zwischen ihnen mittels eines
Transportsystems, insbesondere eines Plattentransporteurs, bewegt werden kann. Hierfür
ist der Roboter mit seinem mindestens einen Roboterarm und den daran anbringbaren
Handhabungswerkzeugen bevorzugt zwischen den mindestens zwei Stationen bewegbar angeordnet.
Die benachbarte Anordnung der mindestens zwei Stationen kann beispielsweise zueinander
fluchtend, seitlich versetzt zueinander oder gegenüberliegend zueinander ausgeführt
sein. Damit diese benachbarte Anordnung bestmöglich ausgenützt werden kann, ist der
bewegbar angeordnete Roboter bevorzugt auf einer Verfahreinheit, beispielsweise einem
vorzugsweise gesteuert/geregelt angetriebenen und positionierbaren Schlitten oder
dergleichen, gelagert.
[0019] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnung.
[0020] Es zeigt die einzige Figur eine schematische Layout-Darstellung einer Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Einrichtung 1 zum Verpacken einer Materialbahnrolle 2 in mehreren
Verpackungsschritten.
[0021] Die Einrichtung 1 umfasst dabei eine erste Station 3 ("Wickel- und Faltstation")
wenigstens zum Anbringen einer Umfangsverpackung 4 an der Materialbahnrolle 2, und
eine zweite Station 5 ("Packpresse") zum Anbringen der Außenstirndeckel 19 an der
mit der Umfangsverpackung 4 versehenen Materialbahnrolle 2.
[0022] Die beiden Stationen 3, 5 sind räumlich unmittelbar benachbart zueinander, also wirkungsmäßig
entlang einer Linie angeordnet. An beiden Stationen 3, 5 ist jeweils eine in einer
Arbeitsposition A.3, A.5 ruhende Materialbahnrolle 2 dargestellt. Da die beiden Stationen
3, 5 prinzipiell wie die bereits in den genannten Druckschriften beschriebenen Vorrichtungen
ausgeführt sind, wird an dieser Stelle von deren weiterer Beschreibung hinsichtlich
Aufbau und Funktion abgesehen.
[0023] Weiterhin weist die Einrichtung 1 lediglich einen Roboter 7 zum Verpacken der Materialbahnrolle
2 an den beiden Stationen 3, 5 auf. Hierbei ist der einen Roboterarm 8 aufweisende
Roboter 7 zum Zwecke der Ausführung der einzelnen Verpackungsschritte mit mehreren
unterschiedlichen und vorzugsweise auswechselbaren Handhabungswerkzeugen 9.x an seinem
Roboterarm 8 bestückbar. Der Roboter 7 ist in einer Ruheposition R dargestellt, in
welcher sein Roboterarm 8 unbestückt ist, an ihm also kein Handhabungswerkzeug 9.x
angeordnet ist.
[0024] So ist ein erstes Handhabungswerkzeug 9.1 zum berührungslosen oder berührenden Messen
der Rollenbreite B der Materialbahnrolle 2 ausgebildet und dementsprechend an die
beiden Stirnseiten 10.1, 10.2 der Materialbahnrolle 2 durch den Roboterarm 8 bringbar.
Das gleiche Handhabungswerkzeug 9.1 ist auch zum berührungslosen oder berührenden
Messen des Rollendurchmessers D der Materialbahnrolle 2 ausgebildet und dementsprechend
an zumindest drei Punkten P.1, P.2, P.3 an den Umfang 11 der Materialbahnrolle 2 durch
den Roboterarm 8 bringbar. Die drei Punkte P.1, P.2, P.3 liegen dabei vorzugsweise
in einer Ebene E, die senkrecht zur Längsachse L der Materialbahnrolle ausgerichtet
ist. Diese beiden Messungen werden im Bereich der ersten Station 3 ausgeführt, da
an dieser Station 3 die Materialbahnrolle 2 zum anschließenden Verpacken bereitliegt.
[0025] Die berührungslose Messung der Rollenbreite B und/oder des Rollendurchmessers D der
Materialbahnrolle 2 kann mittels wenigstens eines Lasersensors, die berührende Messung
derselben Größen mittels wenigstens eines Tasters erfolgen. Selbstverständlich können
auch andere, alternative und/oder ergänzende Messwerkzeuge ihre Verwendung finden.
[0026] In derselben Station 3 ist auch der Einsatz eines weiteren Handhabungswerkzeugs 9.2
vorgesehen. Dieses weitere Handhabungswerkzeug 9.2 ist zum Kennzeichnen der Materialbahnrolle
2 ausgebildet und dementsprechend an mindestens eine Stirnseite 10.1, 10.2 und/oder
den Umfang 11 der Materialbahnrolle 2 durch den Roboterarm 8 bringbar. Die Kennzeichnung
der Materialbahnrolle 2 kann dabei mittels einer Anbringung eines bedruckten und lediglich
angedeuteten Inkjet-Aufklebers 12.1 und/oder einer Anbringung einer lediglich angedeuteten
RFID-Kennzeichnung 13.1, insbesondere eines aktivierten Transponders, erfolgen.
[0027] Unmittelbar nach der Kennzeichnung der Materialbahnrolle 2 bringt die erste Station
3 in bekannter Weise die Umfangsverpackung 4 an der Materialbahnrolle 2 an.
[0028] Danach ist der Einsatz eines weiteren Handhabungswerkzeugs 9.3 vorgesehen. Dieses
weitere Handhabungswerkzeug 9.3 ist zum Anbringen der Innenstirndeckel 14 auf den
beiden Stirnseiten 10.1, 10.2 der Materialbahnrolle 2 ausgebildet, wobei die Innenstirndeckel
14 in Abhängigkeit ihres Durchmessers D.14 in verschiedenen Innenstirndeckel-Depots
15.1 bis 15.5, welche beispielsweise die Ausgestaltung von obenseitig offenen Tonnen
annehmen, gelagert sind. Die Durchmesser D.14 der Innenstirndeckel 14 nehmen beispielsweise
die Werte 1.400, 1.300, 1.200, 1.100 und 1.000 mm an.
[0029] Anschließend ist in bekannter Weise das Erzeugen der beiden stirnseitigen Falten
6.1, 6.2 an der Materialbahnrolle 2 vorgesehen.
[0030] In der ersten Station 3 ("Wickel- und Faltstation") wird also die Rollenbreite B
der Materialbahnrolle 2 berührungslos oder berührend gemessen, der Rollendurchmesser
D der Materialbahnrolle 2 berührungslos oder berührend gemessen, die Materialbahn
2 entsprechend gekennzeichnet, die Umfangsverpackung 4 auf der Materialbahnrolle 2
angebracht, die beiden Innenstirndeckel 14 auf den beiden Stirnseiten 10.1, 10.2 der
Materialbahnrolle angebracht und abschließend die beiden stirnseitigen Falten 6.1,
6.2 an der Materialbahnrolle 2 erzeugt.
[0031] Im Anschluss daran wird die bereits teilweise verpackte Materialbahnrolle 2 zwischen
den beiden Stationen 3, 5 mittels eines Transportsystems 16, insbesondere eines Plattentransporteurs
17, bewegt. Auch der Roboter 7 mit seinem Roboterarm 8 und den daran anbringbaren
Handhabungswerkzeugen 9.x wird zwischen den beiden Stationen 3, 5 bewegt. Hierfür
ist er auf einer Verfahreinheit 18 gelagert und mittels dieser bewegbar.
[0032] Im Bereich der zweiten Station 5 ist erneut der Einsatz eines Handhabungswerkzeugs
9.x vorgesehen. Dieses Handhabungswerkzeug 9.3 ist zum Anbringen der Außenstirndeckel
19 auf den beiden Stirnseiten 10.1, 10.2 der Materialbahnrolle 2 ausgebildet, wobei
die Außenstirndeckel 19 in Abhängigkeit ihres Durchmessers D.19 in verschiedenen Außenstirndeckel-Depots
20.1 bis 20.5, welche beispielsweise die Ausgestaltung von obenseitig offenen Tonnen
annehmen, gelagert sind. Die Durchmesser D.19 der Außenstirndeckel 19 nehmen beispielsweise
wiederum die Werte 1.400, 1.300, 1.200, 1.200 und 1.000 mm an. Das Handhabungswerkzeug
9.x zum Anbringen der Stirndeckel, also sowohl des Innenstirndeckels 14 als auch des
Außenstirndeckels 19, ist ein und dasselbe Handhabungswerkzeug 9.3.
[0033] In derselben Station 5 ist auch der Einsatz eines weiteren Handhabungswerkzeugs 9.x
vorgesehen. Dieses weitere Handhabungswerkzeug 9.2 ist zum Kennzeichnen der verpackten
Materialbahnrolle 2 ausgebildet und dementsprechend an mindestens eine Stirnseite
10.1, 10.2 und/oder den Umfang 11 der verpackten Materialbahnrolle 2 durch den Roboterarm
8 bringbar. Die Kennzeichnung der verpackten Materialbahnrolle 2 kann dabei wiederum
mittels einer Anbringung eines bedruckten und lediglich angedeuteten Inkjet-Aufklebers
12.2 und/oder einer Anbringung einer lediglich angedeuteten RFID-Kennzeichnung 13.2,
insbesondere eines aktivierten Transponders, erfolgen. Das Handhabungswerkzeug 9.x
zum Kennzeichnen der Materialbahnrolle 2 und zum Kennzeichnen der verpackten Materialbahnrolle
2 ist ein und dasselbe Handhabungswerkzeug 9.2.
[0034] Nunmehr steht die verpackte Materialbahnrolle 2 zum Abholen durch ein weiteres, nicht
explizit dargestelltes Mittel 21 bereit.
[0035] In der zweiten Station 5 ("Packpresse") werden also die beiden Außenstirndeckel 19
auf den beiden Stirnseiten 10.1, 10.2 der Materialbahnrolle angebracht. Ferner wird
die Materialbahnrolle 2 abschließend gekennzeichnet.
[0036] Die verschiedenen und lediglich schematisch angedeuteten Handhabungswerkzeuge 9.1,
9.2 und 9.3 für den Roboterarm 8 des Roboters 7 sind in einem gemeinsamen Handhabungswerkzeug-Depot
22 gelagert. Dieses lediglich angedeutete Depot 22 ist zentral und wegoptimiert im
Wirkbereich des einzigen Roboters 7, also gegenseitig zwischen den beiden Stationen
3, 5 angeordnet.
[0037] Zusammenfassend ist festzuhalten, dass durch die Erfindung eine Einrichtung der eingangs
genannten Art derart verbessert wird, dass die Nachteile des Stands der Technik überwunden
werden und die Voraussetzungen für eine möglichst einfache und effiziente Verpackung
einer Materialbahnrolle geschaffen werden.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 1
- Einrichtung
- 2
- Materialbahnrolle
- 3
- Erste Station
- 4
- Umfangsverpackung
- 5
- Zweite Station
- 6.1
- Falte
- 6.2
- Falte
- 7
- Roboter
- 8
- Roboterarm
- 9.x
- Handhabungswerkzeug
- 9.1
- Erstes Handhabungswerkzeug
- 9.2
- Weiteres Handhabungswerkzeug
- 9.3
- Weiteres Handhabungswerkzeug
- 10.1
- Stirnseite
- 10.2
- Stirnseite
- 11
- Umfang
- 12.1
- Inkjet-Aufkleber
- 12.2
- Inkjet-Aufkleber
- 13.1
- RFID-Kennzeichnung
- 13.2
- RFID-Kennzeichnung
- 14
- Innenstirndeckel
- 15.1
- Innenstirndeckel-Depot
- 15.2
- Innenstirndeckel-Depot
- 15.3
- Innenstirndeckel-Depot
- 15.4
- Innenstirndeckel-Depot
- 15.5
- Innenstirndeckel-Depot
- 16
- Transportsystem
- 17
- Plattentransporteur
- 18
- Verfahreinheit
- 19
- Außenstirndeckel
- 20.1
- Außenstirndeckel-Depot
- 20.2
- Außenstirndeckel-Depot
- 20.3
- Außenstirndeckel-Depot
- 20.4
- Außenstirndeckel-Depot
- 20.5
- Außenstirndeckel-Depot
- 21
- Mittel
- 22
- Handhabungswerkzeug-Depot
- A.3
- Arbeitsposition
- A.5
- Arbeitsposition
- B
- Rollenbreite
- D
- Rollendurchmesser
- D.14
- Durchmesser
- D.19
- Durchmesser
- E
- Ebene
- L
- Längsachse
- P.1
- Punkt
- P.2
- Punkt
- P.3
- Punkt
- R
- Ruheposition
1. Einrichtung (1) zum Verpacken einer Materialbahnrolle (2) in mehreren Verpackungsschritten,
umfassend eine erste Station (3) wenigstens zum Anbringen einer Umfangsverpackung
(4) an der Materialbahnrolle (2) und mindestens eine weitere Station (5) zum Anbringen
der Außenstirndeckel (19) an der mit der Umfangsverpackung (4) versehenen Materialbahnrolle
(2),
dadurch gekennzeichnet,
dass lediglich ein Roboter (7) zum Verpacken der Materialbahnrolle (2) an den mindestens
zwei Stationen (3, 5) vorgesehen ist, wobei der mindestens einen Roboterarm (8) aufweisende
Roboter (7) zum Zwecke der Ausführung der einzelnen Verpackungsschritte mit mehreren
unterschiedlichen und vorzugsweise auswechselbaren Handhabungswerkzeugen (9.1, 9.2,
9.3) an seinem Roboterarm (8) bestückbar ist.
2. Einrichtung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein erstes Handhabungswerkzeug (9.1) zum berührungslosen oder berührenden Messen
der Rollenbreite (B) ausgebildet ist und dementsprechend an die beiden Stirnseiten
der Materialbahnrolle (2) durch den Roboterarm (8) bringbar ist.
3. Einrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Handhabungswerkzeug, vorzugsweise das erste Handhabungswerkzeug (9.1), zum berührungslosen
oder berührenden Messen des Rollendurchmessers (D) ausgebildet ist und dementsprechend
an zumindest drei Punkten (P.1, P.2, P.3) an den Umfang der Materialbahnrolle (2)
durch den Roboterarm (8) bringbar ist.
4. Einrichtung (1) nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die berührungslose Messung der Rollenbreite (B) und/oder des Rollendurchmessers (D)
der Materialbahnrolle (2) mittels wenigstens eines Lasersensors erfolgt.
5. Einrichtung (1) nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die berührende Messung der Rollenbreite (B) und/oder des Rollendurchmessers (D) der
Materialbahnrolle (2) mittels wenigstens eines Tasters erfolgt.
6. Einrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein weiteres Handhabungswerkzeug (9.2) zum Kennzeichnen der Materialbahnrolle (2)
ausgebildet ist und dementsprechend an mindestens eine Stirnseite (10.1, 10.2) und/oder
den Umfang (11) der Materialbahnrolle (2) durch den Roboterarm (8) bringbar ist.
7. Einrichtung (1) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kennzeichnung der Materialbahnrolle (2) mittels einer Anbringung eines bedruckten
Inkjet-Aufklebers (12.1) und/oder einer Anbringung einer RFID-Kennzeichnung (13.1),
insbesondere eines aktivierten Transponders, erfolgt.
8. Einrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein weiteres Handhabungswerkzeug (9.3) zum Anbringen der Innenstirndeckel (14) auf
den beiden Stirnseiten (10.1, 10.2) der mit der Umfangsverpackung (4) versehenen Materialbahnrolle
(2) ausgebildet ist, wobei die Innenstirndeckel (14) in Abhängigkeit ihres Durchmessers
(D.14) in verschiedenen Innenstirndeckel-Depots (15.1 bis 15.5) gelagert sind.
9. Einrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein vorzugsweise weiteres Handhabungswerkzeug (9.3) zum Anbringen der Außenstirndeckel
(19) auf den beiden Stirnseiten (10.1, 10.2) der nunmehr mit Falten (6.1, 6.2) versehenen
Materialbahnrolle (2) ausgebildet ist, wobei die Außenstirndeckel (19) in Abhängigkeit
ihres Durchmessers (D.19) in verschiedenen Außenstirndeckel-Depots (20.1 bis 20.5)
gelagert sind.
10. Einrichtung (1) nach Anspruch 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Handhabungswerkzeug (9.3) zum Anbringen der Stirndeckel (14, 19), also sowohl
des Innenstirndeckels (14) als auch des Außenstirndeckels (19), ein und dasselbe Handhabungswerkzeug
(9.3) ist.
11. Einrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein vorzugsweise weiteres Handhabungswerkzeug (9.2) zum Kennzeichnen der verpackten
Materialbahnrolle (2) ausgebildet ist und dementsprechend an mindestens eine Stirnseite
(10.1, 10.2) und/oder den Umfang (11) der verpackten Materialbahnrolle (2) durch den
Roboterarm (8) bringbar ist.
12. Einrichtung (1) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kennzeichnung der verpackten Materialbahnrolle (2) mittels einer Anbringung eines
bedruckten Inkjet-Aufklebers (12.2) und/oder einer Anbringung einer RFID-Kennzeichnung
(13.2), insbesondere eines aktivierten Transponders, erfolgt.
13. Einrichtung (1) nach Anspruch 6 und 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Handhabungswerkzeug (9.2) zum Kennzeichnen der Materialbahnrolle (2) und zum
Kennzeichnen der verpackten Materialbahnrolle (2) ein und dasselbe Handhabungswerkzeug
(9.2) ist.
14. Einrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die verschiedenen Handhabungswerkzeuge (9.1, 9.2, 9.3) für den Roboterarm (8) des
Roboters (7) in einem gemeinsamen Handhabungswerkzeug-Depot (22) gelagert sind.
15. Einrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens zwei Stationen (3, 5) vorzugsweise unmittelbar benachbart zueinander
angeordnet sind, wobei die Materialbahnrolle (2) zwischen ihnen mittels eines Transportsystems
(16), insbesondere eines Plattentransporteurs (17), bewegt wird, und
dass der Roboter (7) mit seinem mindestens einen Roboterarm (8) und den daran anbringbaren
Handhabungswerkzeugen (9.1, 9.2, 9.3) zwischen den mindestens zwei Stationen (3, 5)
bewegbar angeordnet ist.
16. Einrichtung (1) nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass der bewegbar angeordnete Roboter (7) auf einer Verfahreinheit (18) gelagert ist.