(19)
(11) EP 1 952 986 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.08.2008  Patentblatt  2008/32

(21) Anmeldenummer: 07405025.3

(22) Anmeldetag:  30.01.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41F 33/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK RS

(71) Anmelder: Müller Martini Holding AG
6052 Hergiswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Altenbach, Dieter
    4803 Vordemwald (CH)

   


(54) Beleuchtungsvorrichtung für das Einrichten, Einstellen und/oder Kontrollieren einer Einrichtung zur Verarbeitung von Druckprodukten


(57) Mit einer Vorrichtung für das Einrichten, Einstellen und/oder Kontrollieren einer Einrichtung (1) zur Verarbeitung von Druckprodukten (14), die aus einer auf einen Verarbeitungsbereich (A) der Einrichtung (1) gerichteten, aus wenigstens einer Lichtquelle gebildeten Beleuchtungsvorrichtung (4) zur Erzeugung eines Dauerlichts besteht, kann mit der Beleuchtungsvorrichtung (4) anstelle eines Dauerlichts ein zum Verarbeitungstakt der Einrichtung (1) synchron gesteuerter Lichtblitz erzeugt werden.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für das Einrichten, Einstellen und/oder Kontrollieren einer Einrichtung zur Verarbeitung von Druckprodukten, bestehend aus einer auf einen Verarbeitungsbereich der Einrichtung gerichteten, aus wenigstens einer Lichtquelle gebildeten Beleuchtungsvorrichtung zur Erzeugung eines Dauerlichts.

[0002] Solche Einrichtungen sind in der grafischen Industrie seit langem bekannt. Sie dienen beispielsweise zum Herstellen von Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren und Büchern. Sie sind beispielsweise als Bogenanleger, Heftmaschine oder Schneidmaschine ausgebildet und verarbeiten beispielsweise in einem Sammelhefter die Druckbogen entsprechend.

[0003] Einrichtungen der genannten Art müssen vor der Aufnahme einer Produktion genau eingerichtet und auch während der Produktion überwacht und nötigenfalls justiert werden. Dazu müssen ein oder mehrere Parameter eines Verarbeitungsbereichs verstellt werden. Das Einrichten und Justieren muss dann besonders genau erfolgen, wenn eine hohe Leistung erreicht werden soll. Bei hohen Leistungen sind jedoch die einzustellenden mechanischen Abläufe vielfach nur noch schwer erkennbar, da die entsprechenden Teile mit hoher Geschwindigkeit bewegt werden. Entsprechend ist es schwierig, eine genaue Justierung zu erreichen. Um das Einrichten und Justieren zu erleichtern, sind Geräteinnenbeleuchtungen bekannt, mit denen der zu justierende Verarbeitungsbereich mit einem Dauerlicht möglichst gut ausgeleuchtet wird. Bekannt ist auch die Verwendung von mobilen Hochgeschwindigkeitskameras und mobilen Stroboskopen. Diese Hilfsmittel sind jedoch vergleichsweise teuer in der Beschaffung und umständlich in der Handhabung.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung für das Einrichten, Einstellen und/oder Kontrollieren einer Einrichtung der genannten Art zu schaffen, die auch bei vergleichsweise hohen Produktionsgeschwindigkeiten einfacher und schneller sowie genauer einstellbar ist. Die Vorrichtung soll nicht wesentlich teurer sein als bisher.

[0005] Die Aufgabe ist gemäss Anspruch 1 dadurch gelöst, dass mit der Beleuchtungsvorrichtung anstelle eines Dauerlichts ein zum Verarbeitungstakt der Einrichtung synchron gesteuerter Lichtblitz erzeugbar ist. Bei der erfindungsgemässen Vorrichtung dient die Beleuchtung somit einerseits zum Erzeugen eines Dauerlichts und andererseits zum Erzeugen eines im Wesentlichen synchronen Lichtblitzes. Ein solcher Lichtblitz kann in an sich bekannter Weise mit einem Lichtblitzgerät, auch Stroboskop genannt, erzeugt werden und ist eine Momentaufnahme von Abläufen, die für eine Wahrnehmung durch das menschliche Auge zu schnell ablaufen. Die Beleuchtungsvorrichtung erfüllt somit zwei Funktionen. Einerseits kann mit dieser der Verarbeitungsbereich mit Dauerlicht ausgeleuchtet oder es kann synchron zum Maschinentakt und bei laufender Verarbeitung ein Lichtblitz erzeugt werden. Mit dem Lichtblitz kann der zu justierende Prozess auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten sichtbar gemacht werden. Durch die Integration der Stroboskopbeleuchtung in der für Dauerlicht vorgesehenen Beleuchtungsvorrichtung können zusätzliche Kosten für mobile Stroboskope und Hochgeschwindigkeitskameras weitgehend vermieden werden. Die erfindungsgemässe Vorrichtung ermöglicht somit ohne wesentliche zusätzliche Kosten ein schnelleres und einfacheres als auch genaueres Einrichten und Überwachen der Arbeitsvorgänge. Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist Teil einer Einrichtung, beispielsweise eines Bogenanlegers, einer Heftmaschine oder einer Schneidmaschine. Sie kann aber auch mehrere solche Stationen aufweisen, mit denen Druckbogen nacheinander verarbeitet werden, wie dies beispielsweise bei einem Sammelhefter der Fall ist.

[0006] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die genannte Lichtquelle zum Erzeugen des im Wesentlichen synchronen Lichtblitzes von der Steuerung gesteuert ist. Die Steuerung ist vorzugsweise gleichzeitig die Maschinensteuerung, die somit zugleich zur Steuerung der genannten Lichtquelle verwendet wird. Gleichzeitig kann auch das Dauerlicht von dieser Steuerung gesteuert und insbesondere ein- und ausgeschaltet werden. Die Steuerung erfolgt vorzugsweise so, dass innerhalb eines Taktes durch den Lichtblitz für das Auge des Betrachters ein Standbild des bewegten Vorgangs erzeugt wird. Der Zeitpunkt des Lichtblitzes kann innerhalb eines Verarbeitungstaktes eingestellt werden, so dass zu jedem beliebigen Zeitpunkt während eines Verarbeitungstakts ein Lichtblitz erzeugt werden kann. Grundsätzlich können innerhalb eines Taktes aber auch mehrere Lichtblitze erzeugt werden, oder es können Lichtblitze nur nach einer gewünschten Anzahl Takte erzeugt werden, beispielsweise jeden zweiten, dritten oder vierten Takt.

[0007] Der genannte Verarbeitungsbereich ist insbesondere ein Bereich mit einem vergleichsweise schnellen, mechanischen Ablauf. Beispielsweise wird in diesem Verarbeitungsbereich ein Bogen von einem Greifer erfasst oder der Bogen trifft auf einen Anschlag auf. Beim Einrichten oder Justieren wird beispielsweise der Greifer bzw. der Anschlag verstellt. Die Bewegungen des Greifers und des Bogens können bei laufender Verarbeitung so schnell sein, dass die Auswirkungen der Verstellung auf den Verarbeitungsprozess im Dauerlicht nicht mehr sichtbar sind. Durch das mit einem Lichtblitz erzeugte Standbild erscheinen die bewegten Teile so, als würden sie still stehen und ermöglichen es, die vorgenommenen Einstellungen zu überprüfen und zu optimieren.

[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind Einstellmittel vorgesehen, mit denen wenigstens ein Parameter des genannten Verarbeitungsbereichs einstellbar ist. Dieser Parameter ist beispielsweise ein Winkel. Die Einstellmittel können beispielsweise eine Kurbel aufweisen, mit welcher der genannte Parameter, beispielsweise der Winkel von Hand verstellbar ist.

[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weisen die Einstellmittel einen Verstellantrieb auf, der durch den Bediener oder von der genannten Steuerung gesteuert ist. Das Verstellen erfolgt in diesem Fall motorisch, so dass auch eine von der Steuerung gesteuerte, selbsttätige Justierung möglich ist.

[0010] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die gleiche Lichtquelle zum Erzeugen des Dauerlichts als auch zum Erzeugen des Lichtblitzes vorgesehen ist. Dies ermöglicht eine besonders kostengünstige und kompakte Ausbildung der Beleuchtungsvorrichtung.

[0011] Die Lichtquelle weist nach einer Weiterbildung der Erfindung wenigstens eine Leuchtdiode, eine sogenannte Hochleistungs-LED auf, mit der wahlweise das Dauerlicht oder Lichtblitze erzeugbar sind. Anstelle einer einzige Leuchtdiode können auch gleichzeitig mehrere solche Leuchtdioden vorgesehen sein. Zum Erzeugen der Lichtblitze wird vorzugsweise die Leuchtdiode mit einer höheren Leistung belastet als beim Erzeugen des Dauerlichts. Mit derselben Leuchtdiode kann dann wahlweise das Dauerlicht oder Lichtblitze erzeugt werden. Die Lichtquelle gewährleistet somit einerseits ein Dauerlicht und ist andererseits in der Lage, Lichtblitze mit einer Wiederholrate von 60 - 120'000 Blitze/min zu erzeugen.

[0012] Um das Bedienpersonal der Einrichtung vor einer übermässigen Belastung der Augen durch die erzeugten Lichtblitze während einer längeren Dauer, beispielsweise mehrerer Stunden, zu schützen, kann die maximale Dauer, durch die Steuerung begrenzt werden. So wechselt die Steuerung die Beleuchtungsvorrichtung nach der Erzeugung von Lichtblitzen während beispielsweise 60 Sekunden automatisch in den Zustand zurück, in dem das Dauerlicht erzeugt wird.

[0013] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Beleuchtungsvorrichtung Lichtquellen mit mehreren Farben aufweist. Vorzugsweise ist wenigstens eine Lichtquelle für eine Fehlersignalisation vorgesehen. Bei einer Fehlersignalisation wird der Verarbeitungsbereich beispielsweise mit Rotlicht ausgeleuchtet, so dass der den Fehler aufweisenden Verarbeitungsbereich sofort und augenfällig markiert wird. Es können auch mehrere solche Lichtquellen vorgesehen sein, wobei einer Fehlerart eine bestimmte Farbe zugeordnet ist. Sämtliche Fehler, die beispielsweise im Zusammenhang mit einem Papierstau im betreffenden Verarbeitungsbereich auftreten, können der Fehlerart "Papierstau" zugeordnet werden. Weitere Fehlerarten können beispielsweise "Qualitätskontrollen", "Service und Wartung", "Druckluft- und Vakuumversorgung" oder "Steuerungsfehler" sein. Die Intensität der Fehlersignalisation kann in Abhängigkeit einer Eigenschaft des Fehlers wie beispielsweise die Fehlerhäufigkeit, die Schwere des Fehlers oder der Dringlichkeit gesteuert sein. Je schwerwiegender der Fehler oder dessen Auswirkungen, umso heller kann beispielsweise das erzeugte Farblicht sein. Ein Hinweis auf eine anstehende, nicht dringende Wartungsarbeit kann beispielsweise durch ein schwaches Farblicht angezeigt werden.

[0014] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass Eingabemittel vorgesehen sind, mit welchen der Zeitpunkt innerhalb eines Maschinentaktes und/oder die Wiederholfrequenz des Lichtblitzes verstellbar ist bzw. sind. Der Zeitpunkt bzw. die Wiederholfrequenz des Lichtblitzes kann dadurch zum Justieren optimal eingestellt werden.

[0015] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist wenigstens eine Kamera vorgesehen, mit welcher der Bearbeitungsbereich zum Zeitpunkt des Lichtblitzes erfassbar ist. Damit ist es insbesondere möglich, einen Prozess selbsttätig optimal einzustellen. Beispielweise wird über die Kamera die Lage eines Druckbogens zum Zeitpunkt des Lichtblitzes erfasst. In der Steuerung können dann die Bilder der Kamera ausgewertet und entsprechend Signale an Stellglieder gesendet werden, um den Vorgang entsprechend zu justieren. Hierzu wird vorzugsweise der oben genannte Verstellantrieb verwendet.

[0016] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Beleuchtungsvorrichtung eine Form aufweist, die an den Verarbeitungsbereich angepasst ist. Die Form der Beleuchtungsvorrichtung kann beispielsweise rund oder auch mehreckig sein oder auch eine andere geeignete Form aufweisen. Dies erleichtert eine Justierung, da mit dem Dauerlicht oder dem Lichtblitz gezielt die zu justierenden Bereiche ausgeleuchtet sind.

[0017] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.

[0018] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
schematisch eine Ansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung,
Fig. 2
schematisch eine Ansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung gemäss einer Variante und
Fig. 3
schematisch eine räumliche Ansicht einer Beleuchtungsvorrichtung.


[0019] Die Figur 1 zeigt eine Einrichtung 1, die ein Bogenanleger ist, der eine Trommel 11, insbesondere eine Greifertrommel aufweist, die nach dem Herausziehen eines Bogens 14 aus einem hier nicht gezeigten Bogenstapel den Bogen bis zu einem Anschlag 13 transportiert. Ein solcher Bogenanleger ist beispielsweise aus der DE-A-2820876 bekannt. Der Bogen 14 wird beispielsweise an diesem Anschlag 13 lagegerecht für die Übernahme durch Öffnungstrommen 26 bereitgehalten. Die Trommel 11 ist von einem hier nicht gezeigten Antrieb in bekannter Weise angetrieben. Zum Justieren des Anschlags 13 kann dieser mittels einer Kurbel 8 von Hand in Richtung des Doppelpfeils 15 verstellt werden. Die Verstellung erfolgt um eine Drehachse 12 der Trommel 11 und ist somit eine Winkelverstellung. Durch das Verstellen des Anschlags 13 wird erreicht, dass die Bogen 14, welche verschiedene Formate aufweisen können, immer so ausgerichtet werden, dass sie von den Öffnungstrommeln 26 übernommen werden können. Beim Einrichten einer Produktion und eventuell auch später bei einem Nachjustieren wird durch Betätigen der Kurbel 8 die entsprechende Position des Anschlags 13 genau eingestellt.

[0020] Um das genannte Einstellen bzw. Justieren sowie das Überprüfen der Auswirkungen auf den Verarbeitungsprozess auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten zu ermöglichen, ist eine Beleuchtungsvorrichtung 4 vorgesehen, die so an einem hier lediglich angedeuteten Gehäuse 23 oder einem anderen Teil der Einrichtung 1 befestigt ist, dass die Lichtquellen gegen den zu justierenden Verarbeitungsbereich A gerichtet sind, wie dies in Figur 1 mit den Pfeilen 5 gezeigt ist. Diese Beleuchtungsvorrichtung 4 besitzt gemäss Figur 3 einen Träger 22, an dem Lichtquellen, beispielsweise Leuchtdioden angeordnet sind. Diese Lichtquellen 17 sowie weitere Lichtquellen 18 und 18', welche wiederum Leuchtdioden sein können, werden über eine Versorgungsleitung 28 und eine Erdungsleitung 27 eines Kabels 16 mit elektrischer Energie versorgt. Die Lichtquellen 17 werden über einen ersten Steuereingang 19 für Dauerlicht und über einen zweiten Steuereingang 21 für Lichtblitze/Lichtpulse angesteuert. Der Steuereingang 20 steuert die Lichtquellen 18 an.

[0021] Die Lichtquellen 17 sind vorzugsweise als Hochleistungsleuchtdioden ausgebildet und können so betrieben werden, dass sie wahlweise ein Dauerlicht oder Lichtblitze erzeugen können. Die entsprechenden Steuersignale werden von der Steuervorrichtung 2 abgegeben. Geeignete Hochleistungsleuchtdioden und erforderliche Elektronik sind dem Fachmann bekannt und brauchen hier nicht weiter erläutert zu werden. Grundsätzlich sind anstelle der Hochleistungsleuchtdioden aber auch andere, gepulst ansteuerbare Lichtquellen denkbar.

[0022] Der Zeitpunkt des Lichtblitzes wird von der Steuervorrichtung 2 gesteuert und mit dem Takt der Verarbeitung synchronisiert. Hierzu ist die Steuervorrichtung 2 über eine Signalleitung 7 mit einem Positionsgeber 29 der Trommel 11 und über eine Signalleitung 10 mit der Beleuchtungsvorrichtung 4 verbunden. Die Position der Trommel 11 wird der Steuervorrichtung 2 laufend über die Signalleitung 7 mit entsprechenden Signalen übermittelt. Vorzugsweise ist der Lichtblitz so eingestellt, dass er in jedem Takt zu einem vorbestimmten Zeitpunkt erzeugt wird. Der Zeitpunkt ist beispielsweise der Zeitpunkt des Auftreffens des Druckbogens 14 am Anschlag 13, wie dies in Figur 1 gezeigt ist. Die zeitliche Abfolge der synchron gesteuerten Lichtblitze ist innerhalb eines Arbeitstaktes jeweils zeitlich versetzt einstellbar, so dass ein Lichtblitz den bewegten Bogen während eines Verarbeitungstakts in jeder Lage so sichtbar machen kann, als wenn er stillstehen würde. Die Überlagerung erfolgt beispielsweise mit einem Eingabegerät 3, das mit der Steuervorrichtung 2 verbunden ist. Am Eingabegerät 3 kann beispielsweise über geeignete Tasten der Zeitpunkt des Lichtblitzes innerhalb eines Taktes verstellt werden, oder es können während einem Verarbeitungstakt mehrere Lichtblitze erzeugt werden. Es ist auch vorgesehen, dass die Lichtblitze beispielsweise nur jeden zweiten, dritten oder vierten Takt erzeugt werden können. Mit dem Lichtblitz kann der Benutzer einen bestimmten Zeitpunkt des Prozesses, beispielsweise der in Figur 1 gezeigte Bogen 14 am Anschlag 13, beobachten und nötigenfalls justieren. Die Justierung erfolgt beispielsweise mit der Handkurbel 8.

[0023] Die Lichtquellen 17 können wie erwähnt auch ein Dauerlicht generieren, das ebenfalls gegen den zu justierenden Verarbeitungsbereich A gerichtet ist. Dieses Dauerlicht ist vorzugsweise ebenfalls von der Steuervorrichtung 2 gesteuert. Beim Einrichten der Einrichtung 1 wird beispielsweise von der Steuerung 2 die Beleuchtungsvorrichtung 4 zunächst auf Dauerlicht eingeschaltet. Nach einem ersten groben Einrichten wird zum Überprüfen der Einstellungen im Lauf dann mit der Beleuchtungsvorrichtung 4 ein zum Verarbeitungstakt synchroner Lichtblitz erzeugt. Nach dem Einrichten wird dann von der Steuerung 2 die Beleuchtungsvorrichtung 4 wieder selbsttätig oder manuell auf Dauerlicht umgestellt.

[0024] Die Beleuchtungsvorrichtung 4 besitzt noch weitere Lichtquellen 18 und 18', mit denen jeweils ein Farblicht, beispielsweise für eine Fehlersignalisierung erzeugbar ist. Diese Lichtquellen 18 und 18' ersetzen dadurch eine an sich bekannte Fehlerlampe. Die Farben der Lichtquellen 18 und 18' können unterschiedlich sein, so dass die entsprechenden Farben gewissen Fehlermeldungen zugeordnet werden können. Die Intensität des zur Fehlersignalisation erzeugten Lichts kann in Abhängigkeit einer Eigenschaft des Fehlers wie beispielsweise der Fehlerhäufigkeit, der Schwere des Fehlers oder der Dringlichkeit zur Behebung des Fehlers gesteuert sein. Auch hier können die Lichtquellen Leuchtdioden sein. Die Lichtquellen 18 und 18' können ebenfalls von der Steuervorrichtung 2 angesteuert werden.

[0025] Die Figur 2 zeigt eine Einrichtung 1', die zusätzlich eine Kamera 6, insbesondere eine digitale Hochgeschwindigkeitskamera aufweist, die ebenfalls gegen den zu justierenden Verarbeitungsbereich A gerichtet ist. Die Kamera 6 ist über eine Signalleitung 24 mit der Steuervorrichtung gekoppelt. Die Kamera 6 ist mit der Beleuchtungsvorrichtung 4 synchronisiert, so dass beispielsweise mit der Kamera 6 die Lage des Druckbogens 14 zum Zeitpunkt des Standbilds erfasst werden kann. Das von der Kamera 6 erfasste Bild wird über die Signalleitung 24 der Steuerung 2 zugeführt und in dieser wird dieses Bild analysiert. Als Resultat der Bildanalyse wird von der Steuerung über eine weitere Signalleitung 25 einem Verstellantrieb 9 ein Signal zugeführt. Aufgrund dieses Signals wird mittels des Verstellantriebs 9 der zu justierende Vorgang selbsttätig eingestellt. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel wird hier insbesondere die Position und insbesondere die Winkelposition des Anschlags 13 so justiert, dass der Druckbogen 14 am Anschlag 13 so ausgerichtet wird, dass die Öffnungstrommeln 26 den Druckbogen 14 übernehmen können. Die Beleuchtungsvorrichtung 4 kann im Wesentlichen gleich ausgebildet sein wie bei der Einrichtung 1 gemäss Figur 1. Möglich ist auch hier eine manuelle Verstellung am Eingabegerät 3.

[0026] Das oben erwähnte Justieren des Anschlags 13 für das Ausrichten eines Druckbogens 14 ist lediglich ein Beispiel für das Ändern eines Parameters eines Verarbeitungsbereichs A. Weiter Möglichkeiten eines zu justierenden Vorgangs sind beispielsweise die Lage und die Bewegungen von Saugern und Greifern, der Abwurf eines Druckbogens auf eine Sammelkette, die Übergabe von Druckbogen von einer ersten Sammelkette auf eine zweite, die Heftposition beim Heften gesammelter Druckbogen mittels einer Heftvorrichtung, der Einlauf von Druckbogen in eine Schneidmaschine, sowie die genaue Ausrichtung der Druckbogen vor dem Schneidvorgang, der Einschuss von Beilagen in einer Einsteckmaschine oder das Aufkleben eines Warenmusters auf ein Druckprodukt.

[0027] Die Einrichtung 1 kann entsprechend beispielsweise ein Anleger, eine Sammelkette, eine Heftmaschine, eine Schneidmaschine oder ein Kreuzleger sein. Eine Einrichtung mit mehreren solchen Einheiten, wie beispielsweise ein Sammelhefter kann entsprechend mehrere zu justierende Verarbeitungsbereiche A und entsprechend mehrere Beleuchtungsvorrichtungen 4 aufweisen. Diese sind in entsprechenden Maschinengehäusen, vorzugsweise als Innenlicht fest oder auch verstellbar montiert. Das Dauerlicht bzw. das Erzeugen von Lichtblitzen steht dann somit jederzeit in vorgesehener Ausrichtung zum Einrichten bzw. Nachjustieren zur Verfügung.

[0028] Die Form der Beleuchtungsvorrichtung 4 für das Dauerlicht und den Lichtblitz entsprechen dem zu justierenden Verarbeitungsbereich. Die Form der Beleuchtungsvorrichtung 4 ist so gewählt, dass die Lichtausbreitung zum Justieren besonders geeignet ist. Die Form kann beispielsweise rund, dreieckig, quadratisch oder oval sein.


Ansprüche

1. Vorrichtung für das Einrichten, Einstellen und/oder Kontrollieren einer Einrichtung (1) zur Verarbeitung von Druckprodukten (14), bestehend aus einer auf einen Verarbeitungsbereich (A) der Einrichtung (1) gerichteten, aus wenigstens einer Lichtquelle (17) gebildeten Beleuchtungsvorrichtung (4) zur Erzeugung eines Dauerlichts, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Beleuchtungsvorrichtung (4) anstelle eines Dauerlichts ein zum Verarbeitungstakt der Einrichtung (1) synchron gesteuerter Lichtblitz erzeugbar ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zeitliche Abfolge der synchron gesteuerten Lichtblitze innerhalb eines Arbeitstaktes jeweils zeitlich versetzt einstellbar sind.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungsvorrichtung (4) mit einer Steuervorrichtung(2) gesteuert ist.
 
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Stellmittel (8, 9) zur Änderung eines Parameters des genannten Verarbeitungsbereichs (A) der Einrichtung (1) vorgesehen sind.
 
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellmittel (8) von Hand betätigbar ausgebildet sind.
 
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellmittel (9) einen von der Steuervorrichtung (2) betätigbaren Verstellantrieb aufweisen.
 
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (17) durch eine Leuchtdiode ausgebildet ist.
 
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (17) als Hochleistungsleuchtdiode ausgebildet ist.
 
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungsvorrichtung (4) eine Lichtquelle (18, 18') aufweist, die zur Fehlersignalisation ausgebildet ist.
 
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Fehlersignalisation eine wählbare Farbe zugeordnet ist.
 
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Intensität der Lichtquelle (18, 18') in Abhängigkeit einer Eigenschaft eines Fehlers geregelt ist.
 
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Eingabemittel (3) aufweist, das mit der Steuerung (2) verbunden ist, mit der der Zeitpunkt des Lichtblitzes verstellbar ist.
 
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Kamera (6) aufweist, mit der der Verarbeitungsbereich (A) zum Zeitpunkt des Lichtblitzes optisch erfassbar ist.
 
14. Einrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamera (6) zur Änderung eines Parameters des Verarbeitungsbereichs (A) mit der Steuerung (2) verbunden ist.
 
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Licht der Beleuchtungsvorrichtung (4) an den Verarbeitungsbereich (A) angepasst ist.
 
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Form des Lichtes beispielsweise rund, oval oder mehreckig ist.
 
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtblitze jeweils nach mehreren Verarbeitungstakten erzeugt werden.
 




Zeichnung










Recherchenbericht
















Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente