[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für das Einrichten, Einstellen und/oder Kontrollieren
einer Einrichtung zur Verarbeitung von Druckprodukten, bestehend aus einer auf einen
Verarbeitungsbereich der Einrichtung gerichteten, aus wenigstens einer Lichtquelle
gebildeten Beleuchtungsvorrichtung zur Erzeugung eines Dauerlichts.
[0002] Solche Einrichtungen sind in der grafischen Industrie seit langem bekannt. Sie dienen
beispielsweise zum Herstellen von Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren und Büchern.
Sie sind beispielsweise als Bogenanleger, Heftmaschine oder Schneidmaschine ausgebildet
und verarbeiten beispielsweise in einem Sammelhefter die Druckbogen entsprechend.
[0003] Einrichtungen der genannten Art müssen vor der Aufnahme einer Produktion genau eingerichtet
und auch während der Produktion überwacht und nötigenfalls justiert werden. Dazu müssen
ein oder mehrere Parameter eines Verarbeitungsbereichs verstellt werden. Das Einrichten
und Justieren muss dann besonders genau erfolgen, wenn eine hohe Leistung erreicht
werden soll. Bei hohen Leistungen sind jedoch die einzustellenden mechanischen Abläufe
vielfach nur noch schwer erkennbar, da die entsprechenden Teile mit hoher Geschwindigkeit
bewegt werden. Entsprechend ist es schwierig, eine genaue Justierung zu erreichen.
Um das Einrichten und Justieren zu erleichtern, sind Geräteinnenbeleuchtungen bekannt,
mit denen der zu justierende Verarbeitungsbereich mit einem Dauerlicht möglichst gut
ausgeleuchtet wird. Bekannt ist auch die Verwendung von mobilen Hochgeschwindigkeitskameras
und mobilen Stroboskopen. Diese Hilfsmittel sind jedoch vergleichsweise teuer in der
Beschaffung und umständlich in der Handhabung.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung für das Einrichten, Einstellen
und/oder Kontrollieren einer Einrichtung der genannten Art zu schaffen, die auch bei
vergleichsweise hohen Produktionsgeschwindigkeiten einfacher und schneller sowie genauer
einstellbar ist. Die Vorrichtung soll nicht wesentlich teurer sein als bisher.
[0005] Die Aufgabe ist gemäss Anspruch 1 dadurch gelöst, dass mit der Beleuchtungsvorrichtung
anstelle eines Dauerlichts ein zum Verarbeitungstakt der Einrichtung synchron gesteuerter
Lichtblitz erzeugbar ist. Bei der erfindungsgemässen Vorrichtung dient die Beleuchtung
somit einerseits zum Erzeugen eines Dauerlichts und andererseits zum Erzeugen eines
im Wesentlichen synchronen Lichtblitzes. Ein solcher Lichtblitz kann in an sich bekannter
Weise mit einem Lichtblitzgerät, auch Stroboskop genannt, erzeugt werden und ist eine
Momentaufnahme von Abläufen, die für eine Wahrnehmung durch das menschliche Auge zu
schnell ablaufen. Die Beleuchtungsvorrichtung erfüllt somit zwei Funktionen. Einerseits
kann mit dieser der Verarbeitungsbereich mit Dauerlicht ausgeleuchtet oder es kann
synchron zum Maschinentakt und bei laufender Verarbeitung ein Lichtblitz erzeugt werden.
Mit dem Lichtblitz kann der zu justierende Prozess auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten
sichtbar gemacht werden. Durch die Integration der Stroboskopbeleuchtung in der für
Dauerlicht vorgesehenen Beleuchtungsvorrichtung können zusätzliche Kosten für mobile
Stroboskope und Hochgeschwindigkeitskameras weitgehend vermieden werden. Die erfindungsgemässe
Vorrichtung ermöglicht somit ohne wesentliche zusätzliche Kosten ein schnelleres und
einfacheres als auch genaueres Einrichten und Überwachen der Arbeitsvorgänge. Die
erfindungsgemässe Vorrichtung ist Teil einer Einrichtung, beispielsweise eines Bogenanlegers,
einer Heftmaschine oder einer Schneidmaschine. Sie kann aber auch mehrere solche Stationen
aufweisen, mit denen Druckbogen nacheinander verarbeitet werden, wie dies beispielsweise
bei einem Sammelhefter der Fall ist.
[0006] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die genannte Lichtquelle
zum Erzeugen des im Wesentlichen synchronen Lichtblitzes von der Steuerung gesteuert
ist. Die Steuerung ist vorzugsweise gleichzeitig die Maschinensteuerung, die somit
zugleich zur Steuerung der genannten Lichtquelle verwendet wird. Gleichzeitig kann
auch das Dauerlicht von dieser Steuerung gesteuert und insbesondere ein- und ausgeschaltet
werden. Die Steuerung erfolgt vorzugsweise so, dass innerhalb eines Taktes durch den
Lichtblitz für das Auge des Betrachters ein Standbild des bewegten Vorgangs erzeugt
wird. Der Zeitpunkt des Lichtblitzes kann innerhalb eines Verarbeitungstaktes eingestellt
werden, so dass zu jedem beliebigen Zeitpunkt während eines Verarbeitungstakts ein
Lichtblitz erzeugt werden kann. Grundsätzlich können innerhalb eines Taktes aber auch
mehrere Lichtblitze erzeugt werden, oder es können Lichtblitze nur nach einer gewünschten
Anzahl Takte erzeugt werden, beispielsweise jeden zweiten, dritten oder vierten Takt.
[0007] Der genannte Verarbeitungsbereich ist insbesondere ein Bereich mit einem vergleichsweise
schnellen, mechanischen Ablauf. Beispielsweise wird in diesem Verarbeitungsbereich
ein Bogen von einem Greifer erfasst oder der Bogen trifft auf einen Anschlag auf.
Beim Einrichten oder Justieren wird beispielsweise der Greifer bzw. der Anschlag verstellt.
Die Bewegungen des Greifers und des Bogens können bei laufender Verarbeitung so schnell
sein, dass die Auswirkungen der Verstellung auf den Verarbeitungsprozess im Dauerlicht
nicht mehr sichtbar sind. Durch das mit einem Lichtblitz erzeugte Standbild erscheinen
die bewegten Teile so, als würden sie still stehen und ermöglichen es, die vorgenommenen
Einstellungen zu überprüfen und zu optimieren.
[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind Einstellmittel vorgesehen, mit denen
wenigstens ein Parameter des genannten Verarbeitungsbereichs einstellbar ist. Dieser
Parameter ist beispielsweise ein Winkel. Die Einstellmittel können beispielsweise
eine Kurbel aufweisen, mit welcher der genannte Parameter, beispielsweise der Winkel
von Hand verstellbar ist.
[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weisen die Einstellmittel einen Verstellantrieb
auf, der durch den Bediener oder von der genannten Steuerung gesteuert ist. Das Verstellen
erfolgt in diesem Fall motorisch, so dass auch eine von der Steuerung gesteuerte,
selbsttätige Justierung möglich ist.
[0010] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die gleiche Lichtquelle
zum Erzeugen des Dauerlichts als auch zum Erzeugen des Lichtblitzes vorgesehen ist.
Dies ermöglicht eine besonders kostengünstige und kompakte Ausbildung der Beleuchtungsvorrichtung.
[0011] Die Lichtquelle weist nach einer Weiterbildung der Erfindung wenigstens eine Leuchtdiode,
eine sogenannte Hochleistungs-LED auf, mit der wahlweise das Dauerlicht oder Lichtblitze
erzeugbar sind. Anstelle einer einzige Leuchtdiode können auch gleichzeitig mehrere
solche Leuchtdioden vorgesehen sein. Zum Erzeugen der Lichtblitze wird vorzugsweise
die Leuchtdiode mit einer höheren Leistung belastet als beim Erzeugen des Dauerlichts.
Mit derselben Leuchtdiode kann dann wahlweise das Dauerlicht oder Lichtblitze erzeugt
werden. Die Lichtquelle gewährleistet somit einerseits ein Dauerlicht und ist andererseits
in der Lage, Lichtblitze mit einer Wiederholrate von 60 - 120'000 Blitze/min zu erzeugen.
[0012] Um das Bedienpersonal der Einrichtung vor einer übermässigen Belastung der Augen
durch die erzeugten Lichtblitze während einer längeren Dauer, beispielsweise mehrerer
Stunden, zu schützen, kann die maximale Dauer, durch die Steuerung begrenzt werden.
So wechselt die Steuerung die Beleuchtungsvorrichtung nach der Erzeugung von Lichtblitzen
während beispielsweise 60 Sekunden automatisch in den Zustand zurück, in dem das Dauerlicht
erzeugt wird.
[0013] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Beleuchtungsvorrichtung
Lichtquellen mit mehreren Farben aufweist. Vorzugsweise ist wenigstens eine Lichtquelle
für eine Fehlersignalisation vorgesehen. Bei einer Fehlersignalisation wird der Verarbeitungsbereich
beispielsweise mit Rotlicht ausgeleuchtet, so dass der den Fehler aufweisenden Verarbeitungsbereich
sofort und augenfällig markiert wird. Es können auch mehrere solche Lichtquellen vorgesehen
sein, wobei einer Fehlerart eine bestimmte Farbe zugeordnet ist. Sämtliche Fehler,
die beispielsweise im Zusammenhang mit einem Papierstau im betreffenden Verarbeitungsbereich
auftreten, können der Fehlerart "Papierstau" zugeordnet werden. Weitere Fehlerarten
können beispielsweise "Qualitätskontrollen", "Service und Wartung", "Druckluft- und
Vakuumversorgung" oder "Steuerungsfehler" sein. Die Intensität der Fehlersignalisation
kann in Abhängigkeit einer Eigenschaft des Fehlers wie beispielsweise die Fehlerhäufigkeit,
die Schwere des Fehlers oder der Dringlichkeit gesteuert sein. Je schwerwiegender
der Fehler oder dessen Auswirkungen, umso heller kann beispielsweise das erzeugte
Farblicht sein. Ein Hinweis auf eine anstehende, nicht dringende Wartungsarbeit kann
beispielsweise durch ein schwaches Farblicht angezeigt werden.
[0014] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass Eingabemittel vorgesehen
sind, mit welchen der Zeitpunkt innerhalb eines Maschinentaktes und/oder die Wiederholfrequenz
des Lichtblitzes verstellbar ist bzw. sind. Der Zeitpunkt bzw. die Wiederholfrequenz
des Lichtblitzes kann dadurch zum Justieren optimal eingestellt werden.
[0015] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist wenigstens eine Kamera vorgesehen, mit
welcher der Bearbeitungsbereich zum Zeitpunkt des Lichtblitzes erfassbar ist. Damit
ist es insbesondere möglich, einen Prozess selbsttätig optimal einzustellen. Beispielweise
wird über die Kamera die Lage eines Druckbogens zum Zeitpunkt des Lichtblitzes erfasst.
In der Steuerung können dann die Bilder der Kamera ausgewertet und entsprechend Signale
an Stellglieder gesendet werden, um den Vorgang entsprechend zu justieren. Hierzu
wird vorzugsweise der oben genannte Verstellantrieb verwendet.
[0016] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Beleuchtungsvorrichtung
eine Form aufweist, die an den Verarbeitungsbereich angepasst ist. Die Form der Beleuchtungsvorrichtung
kann beispielsweise rund oder auch mehreckig sein oder auch eine andere geeignete
Form aufweisen. Dies erleichtert eine Justierung, da mit dem Dauerlicht oder dem Lichtblitz
gezielt die zu justierenden Bereiche ausgeleuchtet sind.
[0017] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0018] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Ansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Fig. 2
- schematisch eine Ansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung gemäss einer Variante
und
- Fig. 3
- schematisch eine räumliche Ansicht einer Beleuchtungsvorrichtung.
[0019] Die Figur 1 zeigt eine Einrichtung 1, die ein Bogenanleger ist, der eine Trommel
11, insbesondere eine Greifertrommel aufweist, die nach dem Herausziehen eines Bogens
14 aus einem hier nicht gezeigten Bogenstapel den Bogen bis zu einem Anschlag 13 transportiert.
Ein solcher Bogenanleger ist beispielsweise aus der
DE-A-2820876 bekannt. Der Bogen 14 wird beispielsweise an diesem Anschlag 13 lagegerecht für die
Übernahme durch Öffnungstrommen 26 bereitgehalten. Die Trommel 11 ist von einem hier
nicht gezeigten Antrieb in bekannter Weise angetrieben. Zum Justieren des Anschlags
13 kann dieser mittels einer Kurbel 8 von Hand in Richtung des Doppelpfeils 15 verstellt
werden. Die Verstellung erfolgt um eine Drehachse 12 der Trommel 11 und ist somit
eine Winkelverstellung. Durch das Verstellen des Anschlags 13 wird erreicht, dass
die Bogen 14, welche verschiedene Formate aufweisen können, immer so ausgerichtet
werden, dass sie von den Öffnungstrommeln 26 übernommen werden können. Beim Einrichten
einer Produktion und eventuell auch später bei einem Nachjustieren wird durch Betätigen
der Kurbel 8 die entsprechende Position des Anschlags 13 genau eingestellt.
[0020] Um das genannte Einstellen bzw. Justieren sowie das Überprüfen der Auswirkungen auf
den Verarbeitungsprozess auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten zu ermöglichen,
ist eine Beleuchtungsvorrichtung 4 vorgesehen, die so an einem hier lediglich angedeuteten
Gehäuse 23 oder einem anderen Teil der Einrichtung 1 befestigt ist, dass die Lichtquellen
gegen den zu justierenden Verarbeitungsbereich A gerichtet sind, wie dies in Figur
1 mit den Pfeilen 5 gezeigt ist. Diese Beleuchtungsvorrichtung 4 besitzt gemäss Figur
3 einen Träger 22, an dem Lichtquellen, beispielsweise Leuchtdioden angeordnet sind.
Diese Lichtquellen 17 sowie weitere Lichtquellen 18 und 18', welche wiederum Leuchtdioden
sein können, werden über eine Versorgungsleitung 28 und eine Erdungsleitung 27 eines
Kabels 16 mit elektrischer Energie versorgt. Die Lichtquellen 17 werden über einen
ersten Steuereingang 19 für Dauerlicht und über einen zweiten Steuereingang 21 für
Lichtblitze/Lichtpulse angesteuert. Der Steuereingang 20 steuert die Lichtquellen
18 an.
[0021] Die Lichtquellen 17 sind vorzugsweise als Hochleistungsleuchtdioden ausgebildet und
können so betrieben werden, dass sie wahlweise ein Dauerlicht oder Lichtblitze erzeugen
können. Die entsprechenden Steuersignale werden von der Steuervorrichtung 2 abgegeben.
Geeignete Hochleistungsleuchtdioden und erforderliche Elektronik sind dem Fachmann
bekannt und brauchen hier nicht weiter erläutert zu werden. Grundsätzlich sind anstelle
der Hochleistungsleuchtdioden aber auch andere, gepulst ansteuerbare Lichtquellen
denkbar.
[0022] Der Zeitpunkt des Lichtblitzes wird von der Steuervorrichtung 2 gesteuert und mit
dem Takt der Verarbeitung synchronisiert. Hierzu ist die Steuervorrichtung 2 über
eine Signalleitung 7 mit einem Positionsgeber 29 der Trommel 11 und über eine Signalleitung
10 mit der Beleuchtungsvorrichtung 4 verbunden. Die Position der Trommel 11 wird der
Steuervorrichtung 2 laufend über die Signalleitung 7 mit entsprechenden Signalen übermittelt.
Vorzugsweise ist der Lichtblitz so eingestellt, dass er in jedem Takt zu einem vorbestimmten
Zeitpunkt erzeugt wird. Der Zeitpunkt ist beispielsweise der Zeitpunkt des Auftreffens
des Druckbogens 14 am Anschlag 13, wie dies in Figur 1 gezeigt ist. Die zeitliche
Abfolge der synchron gesteuerten Lichtblitze ist innerhalb eines Arbeitstaktes jeweils
zeitlich versetzt einstellbar, so dass ein Lichtblitz den bewegten Bogen während eines
Verarbeitungstakts in jeder Lage so sichtbar machen kann, als wenn er stillstehen
würde. Die Überlagerung erfolgt beispielsweise mit einem Eingabegerät 3, das mit der
Steuervorrichtung 2 verbunden ist. Am Eingabegerät 3 kann beispielsweise über geeignete
Tasten der Zeitpunkt des Lichtblitzes innerhalb eines Taktes verstellt werden, oder
es können während einem Verarbeitungstakt mehrere Lichtblitze erzeugt werden. Es ist
auch vorgesehen, dass die Lichtblitze beispielsweise nur jeden zweiten, dritten oder
vierten Takt erzeugt werden können. Mit dem Lichtblitz kann der Benutzer einen bestimmten
Zeitpunkt des Prozesses, beispielsweise der in Figur 1 gezeigte Bogen 14 am Anschlag
13, beobachten und nötigenfalls justieren. Die Justierung erfolgt beispielsweise mit
der Handkurbel 8.
[0023] Die Lichtquellen 17 können wie erwähnt auch ein Dauerlicht generieren, das ebenfalls
gegen den zu justierenden Verarbeitungsbereich A gerichtet ist. Dieses Dauerlicht
ist vorzugsweise ebenfalls von der Steuervorrichtung 2 gesteuert. Beim Einrichten
der Einrichtung 1 wird beispielsweise von der Steuerung 2 die Beleuchtungsvorrichtung
4 zunächst auf Dauerlicht eingeschaltet. Nach einem ersten groben Einrichten wird
zum Überprüfen der Einstellungen im Lauf dann mit der Beleuchtungsvorrichtung 4 ein
zum Verarbeitungstakt synchroner Lichtblitz erzeugt. Nach dem Einrichten wird dann
von der Steuerung 2 die Beleuchtungsvorrichtung 4 wieder selbsttätig oder manuell
auf Dauerlicht umgestellt.
[0024] Die Beleuchtungsvorrichtung 4 besitzt noch weitere Lichtquellen 18 und 18', mit denen
jeweils ein Farblicht, beispielsweise für eine Fehlersignalisierung erzeugbar ist.
Diese Lichtquellen 18 und 18' ersetzen dadurch eine an sich bekannte Fehlerlampe.
Die Farben der Lichtquellen 18 und 18' können unterschiedlich sein, so dass die entsprechenden
Farben gewissen Fehlermeldungen zugeordnet werden können. Die Intensität des zur Fehlersignalisation
erzeugten Lichts kann in Abhängigkeit einer Eigenschaft des Fehlers wie beispielsweise
der Fehlerhäufigkeit, der Schwere des Fehlers oder der Dringlichkeit zur Behebung
des Fehlers gesteuert sein. Auch hier können die Lichtquellen Leuchtdioden sein. Die
Lichtquellen 18 und 18' können ebenfalls von der Steuervorrichtung 2 angesteuert werden.
[0025] Die Figur 2 zeigt eine Einrichtung 1', die zusätzlich eine Kamera 6, insbesondere
eine digitale Hochgeschwindigkeitskamera aufweist, die ebenfalls gegen den zu justierenden
Verarbeitungsbereich A gerichtet ist. Die Kamera 6 ist über eine Signalleitung 24
mit der Steuervorrichtung gekoppelt. Die Kamera 6 ist mit der Beleuchtungsvorrichtung
4 synchronisiert, so dass beispielsweise mit der Kamera 6 die Lage des Druckbogens
14 zum Zeitpunkt des Standbilds erfasst werden kann. Das von der Kamera 6 erfasste
Bild wird über die Signalleitung 24 der Steuerung 2 zugeführt und in dieser wird dieses
Bild analysiert. Als Resultat der Bildanalyse wird von der Steuerung über eine weitere
Signalleitung 25 einem Verstellantrieb 9 ein Signal zugeführt. Aufgrund dieses Signals
wird mittels des Verstellantriebs 9 der zu justierende Vorgang selbsttätig eingestellt.
Beim gezeigten Ausführungsbeispiel wird hier insbesondere die Position und insbesondere
die Winkelposition des Anschlags 13 so justiert, dass der Druckbogen 14 am Anschlag
13 so ausgerichtet wird, dass die Öffnungstrommeln 26 den Druckbogen 14 übernehmen
können. Die Beleuchtungsvorrichtung 4 kann im Wesentlichen gleich ausgebildet sein
wie bei der Einrichtung 1 gemäss Figur 1. Möglich ist auch hier eine manuelle Verstellung
am Eingabegerät 3.
[0026] Das oben erwähnte Justieren des Anschlags 13 für das Ausrichten eines Druckbogens
14 ist lediglich ein Beispiel für das Ändern eines Parameters eines Verarbeitungsbereichs
A. Weiter Möglichkeiten eines zu justierenden Vorgangs sind beispielsweise die Lage
und die Bewegungen von Saugern und Greifern, der Abwurf eines Druckbogens auf eine
Sammelkette, die Übergabe von Druckbogen von einer ersten Sammelkette auf eine zweite,
die Heftposition beim Heften gesammelter Druckbogen mittels einer Heftvorrichtung,
der Einlauf von Druckbogen in eine Schneidmaschine, sowie die genaue Ausrichtung der
Druckbogen vor dem Schneidvorgang, der Einschuss von Beilagen in einer Einsteckmaschine
oder das Aufkleben eines Warenmusters auf ein Druckprodukt.
[0027] Die Einrichtung 1 kann entsprechend beispielsweise ein Anleger, eine Sammelkette,
eine Heftmaschine, eine Schneidmaschine oder ein Kreuzleger sein. Eine Einrichtung
mit mehreren solchen Einheiten, wie beispielsweise ein Sammelhefter kann entsprechend
mehrere zu justierende Verarbeitungsbereiche A und entsprechend mehrere Beleuchtungsvorrichtungen
4 aufweisen. Diese sind in entsprechenden Maschinengehäusen, vorzugsweise als Innenlicht
fest oder auch verstellbar montiert. Das Dauerlicht bzw. das Erzeugen von Lichtblitzen
steht dann somit jederzeit in vorgesehener Ausrichtung zum Einrichten bzw. Nachjustieren
zur Verfügung.
[0028] Die Form der Beleuchtungsvorrichtung 4 für das Dauerlicht und den Lichtblitz entsprechen
dem zu justierenden Verarbeitungsbereich. Die Form der Beleuchtungsvorrichtung 4 ist
so gewählt, dass die Lichtausbreitung zum Justieren besonders geeignet ist. Die Form
kann beispielsweise rund, dreieckig, quadratisch oder oval sein.
1. Vorrichtung für das Einrichten, Einstellen und/oder Kontrollieren einer Einrichtung
(1) zur Verarbeitung von Druckprodukten (14), bestehend aus einer auf einen Verarbeitungsbereich
(A) der Einrichtung (1) gerichteten, aus wenigstens einer Lichtquelle (17) gebildeten
Beleuchtungsvorrichtung (4) zur Erzeugung eines Dauerlichts, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Beleuchtungsvorrichtung (4) anstelle eines Dauerlichts ein zum Verarbeitungstakt
der Einrichtung (1) synchron gesteuerter Lichtblitz erzeugbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zeitliche Abfolge der synchron gesteuerten Lichtblitze innerhalb eines Arbeitstaktes
jeweils zeitlich versetzt einstellbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungsvorrichtung (4) mit einer Steuervorrichtung(2) gesteuert ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Stellmittel (8, 9) zur Änderung eines Parameters des genannten Verarbeitungsbereichs
(A) der Einrichtung (1) vorgesehen sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellmittel (8) von Hand betätigbar ausgebildet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellmittel (9) einen von der Steuervorrichtung (2) betätigbaren Verstellantrieb
aufweisen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (17) durch eine Leuchtdiode ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (17) als Hochleistungsleuchtdiode ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungsvorrichtung (4) eine Lichtquelle (18, 18') aufweist, die zur Fehlersignalisation
ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Fehlersignalisation eine wählbare Farbe zugeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Intensität der Lichtquelle (18, 18') in Abhängigkeit einer Eigenschaft eines
Fehlers geregelt ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Eingabemittel (3) aufweist, das mit der Steuerung (2) verbunden ist, mit
der der Zeitpunkt des Lichtblitzes verstellbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Kamera (6) aufweist, mit der der Verarbeitungsbereich (A) zum Zeitpunkt
des Lichtblitzes optisch erfassbar ist.
14. Einrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamera (6) zur Änderung eines Parameters des Verarbeitungsbereichs (A) mit der
Steuerung (2) verbunden ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Licht der Beleuchtungsvorrichtung (4) an den Verarbeitungsbereich (A) angepasst
ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Form des Lichtes beispielsweise rund, oval oder mehreckig ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtblitze jeweils nach mehreren Verarbeitungstakten erzeugt werden.