Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Mahleinrichtung für eine Kraftwerksanlage, insbesondere
eine Schlagradmühle für ein Kohlekraftwerk. Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren
zur Herstellung mehrerer Hohlräume sowie zumindest eines diese Hohlräume verbindenden
Verbindungshohlraums bei einer Mahleinrichtung. Außerdem betrifft die Erfindung eine
mit einer erfindungsgemäßen Mahleinrichtung ausgestatteten Kraftwerksanlage.
Stand der Technik
[0002] Um eine Feuerung bei einem Kohlekraftwerk gleichmäßig und insbesondere besser betreiben
zu können, wird die zur Befeuerung verwendete Kohle üblicherweise gemahlen. Hierzu
werden sogenannte Schlagradmühlen verwendet, die ein mit bis zu 1.500 Umdrehungen
pro Minute rotierendes Mahlwerkzeug aufweisen. Die Kohle wird dabei durch die Schlag-
und Prallwirkung innerhalb des sich drehenden Schlag- bzw. Mahlwerkzeugs im oftmals
gepanzerten Mühlengehäuse zerkleinert. Der durch die Schlagradmühle zerkleinerte Brennstoff
wird oftmals über ein Feststoffgebläse, welches darüber hinaus eine zusätzliche Trocknung
des Brennstoffes bewirkt, einem Feuerraum des Kraftwerks zugeführt.
[0003] Da insbesondere die rotierenden Mahlwerkzeuge naturgemäß einer starken Abnutzung
ausgesetzt sind, müssen diese in Abhängigkeit eines Abnutzungsgrades oder turnusmäßig
ausgetauscht werden. Ein Austausch des Mahlwerkzeuges ist dabei immer gleichbedeutend
mit einer Stillstandszeit der Mahleinrichtung und verbunden damit mit hohen Ausfallskosten.
Für die Wirtschaftlichkeit der Mahleinrichtung ist es insbesondere interessant zu
wissen, wie lange das Mahlwerkzeug einsetzbar ist wann der Zeitpunkt des Austausches
erreicht ist. Wird dieser Zeitpunkt nämlich überschritten, so lässt entweder die Mahlwirkung
der Mahleinrichtung nach oder die Mahleinrichtung nimmt Schaden.
Darstellung der Erfindung
[0004] Hier setzt die Erfindung an. Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet
ist, beschäftigt sich mit dem Problem, für eine Mahleinrichtung eine verbesserte oder
zumindest eine andere Ausführungsform anzugeben, welche sich insbesondere dadurch
auszeichnet, dass ein Abnutzungsgrad des Mahlwerkzeuges erfasst und ausgewertet werden
kann und dadurch ein Austausch des Mahlwerkzeuges bzw. der daran angeordneten Schlag-/Prallelemente
bedarfsgerecht vorgenommen werden kann.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsform sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, eine Kontrolleinrichtung vorzusehen,
welche einen Abnutzungsgrad des Mahlwerkzeuges überwachen und bei Bedarf entsprechende
Signale erzeugen kann. Die erfindungsgemäße Mahleinrichtung weist dabei ein rotierendes
Mahlwerkzeug sowie ein dieses umgebendes Mahlgehäuse auf, wobei am Mahlwerkzeug sich
beim Betrieb der Mahleinrichtung abnutzendes Schlag-/Prallelemente angeordnet sind.
In zumindest einem dieser Schlag-/Prallelemente ist zumindest ein Hohlraum vorgesehen,
welcher mit Innendruck beaufschlagbar ist und welcher beabstandet zu einer der Abnutzung
ausgesetzten Seite des Schlag-/Prallelementes angeordnet ist und zwar derart, dass
bei einem definierten Abnutzungsgrad ein Öffnen des Hohlraumes erfolgt. Dabei ist
der Hohlraum kommunizierend mit einer zumindest den Druck im Hohlraum erfassenden
Kontrolleinrichtung verbunden. Im normalen Betriebszustand bilden der Hohlraum und
die Kontrolleinrichtung ein geschlossenes druckbeaufschlagbares System, welches erst
durch eine entsprechende Abnutzung der Schlag-/Prallelemente geöffnet wird. Ist ein
Abtrag an den Schlag-/Prallelementen soweit so weit fortgeschritten, dass der Hohlraum
an der der Abnutzung ausgesetzten Seite geöffnet wird, so fällt der Druck im Hohlraum
ab, was von der Kontrolleinrichtung detektiert werden kann. Der Druckabfall kann dabei
beispielsweise ein erstes Warnsignal auslösen, da mit dem Öffnen des Hohlraums ein
in Zusammenhang stehender Abnutzungsgrad erreicht ist. Die Erfindung bietet den großen
Vorteil, dass das Mahlwerkzeug bis zum Öffnen des zumindest einen Hohlraums betrieben
werden kann, ohne das befürchtet werden muss, dass es zu materialbedingten Ausfällen
kommt. Ist der zumindest eine Hohlraum durch einen entsprechenden Materialabtrag geöffnet,
so hat der Abnutzungsgrad der Schlag-/Prallelemente einen bestimmten Wert erreicht,
bei welchem beispielsweise ein Austausch des zugehörigen Schlag-/Prallelements erfolgen
muss. Durch den Abstand zwischen der der Abnutzung ausgesetzten Seite bzw. Oberfläche
und dem im Schlag-/Prallelement angeordneten Hohlraum kann eine Betriebsdauer zumindest
ungefähr festgelegt werden. Von weiterem großen Vorteil ist, dass die erfindungsgemäße
Mahleinrichtung eine vom Mahlgut unabhängige Kontrolle des Abnutzungsgrades erlaubt,
so dass beispielsweise unterschiedlich hohe Sandanteile in der Kohle nicht mehr durch
unterschiedlich lange Laufzeiten der Mahleinrichtung berücksichtigt werden müssen,
sondern die Mahleinrichtung kann stets bis zum von der Kontrolleinrichtung detektierten
Druckabfall betrieben werden. Da insbesondere auch die Schlag-/Prallelemente im Austausch
und in den Materialkosten teuer sind, können diese dank der erfindungsgemäßen Kontrolleinrichtung
besonders wirtschaftlich eingesetzt werden.
[0007] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind in zumindest einem Schlag-/Prallelement
mehrere Hohlräume mit unterschiedlichem Abstand zu einer der Abnutzung ausgesetzten
Seite des Schlag-/Prallelements vorgesehen. Hierdurch kann erreicht werden, dass bei
einem fortschreitenden Abnutzungsgrad die Hohlräume nacheinander geöffnet werden und
dadurch ein gestuftes Kontrollsystem geschaffen wird. Sind beispielsweise drei Hohlräume
mit jeweils unterschiedlichem Abstand zu der der Abnutzung ausgesetzten Seite des
Schlag-/Prallelements vorgesehen, so wird bei einem bestimmten Abnutzungsgrad zunächst
lediglich derjenige Hohlraum geöffnet, dessen Abstand zu der der Abnutzung ausgesetzten
Seite des Schlag-/Prallelements am geringsten ist. Wird bei weiterem Betrieb dann
der zweite Hohlraum geöffnet, so ist dies ein eindeutiger Indikator für ein bevorstehendes
Austauschen der Schlag-/Prallelemente. Wird schließlich durch die fortschreitende
Abnutzung der dritte Hohlraum geöffnet, so kann dies beispielsweise gleichbedeutend
damit sein, dass ein maximal zulässiger Abnutzungsgrad erreicht ist und das entsprechende
Schlag-/Prallelement nunmehr ausgetauscht werden muss. Durch das nacheinander öffnen
der unterschiedlichen Hohlräume erfasst die Kontrolleinrichtung einen gestuften Druckabfall
bzw. einen gestuft ansteigenden Massen-/Volumenstrom vom druckbeaufschlagten Hohlraum
nach außen, wodurch der jeweils damit einhergehende Abnutzungsgrad einfach und dennoch
sehr exakt erfassbar ist. Die derart ausgebildeten und angeordneten Hohlräume bilden
somit zusammen mit der Kontrolleinrichtung ein einfaches und genau arbeitendes Frühwarnsystem,
wodurch die Wartungsarbeiten und die damit verbundenen Stillstandszeiten der Mahleinrichtung
besser und damit ökonomischer gesteuert werden können.
[0008] Gemäß einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführungsform ist der zumindest eine
Hohlraum mit einem Gas, insbesondere mit Luft, oder mit einer Flüssigkeit, insbesondere
mit Wasserdruck beaufschlagt. Wichtig hierbei ist lediglich, dass beim Öffnen des
Hohlraums ein Druckabfall detektierbar ist. So ist deshalb vorstellbar, dass insbesondere
bei einer Schlagradmühle für ein Kohlekraftwerk eine Flüssigkeit, insbesondere Wasser,
verwendet wird, da es bei Verwendung eines Oxidators, beispielsweise Luft, zu einer
Erhöhung einer Explosionsgefahr kommen kann, welche bei der Verwendung von Wasser
nicht zu befürchten ist. Das Beispiel zeigt jedoch, dass das Druckmedium innerhalb
der Hohlräume individuell an die jeweiligen Anforderungen anpassbar ist.
[0009] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen Mahleinrichtung ergeben
sich aus den Unteransprüchen, aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung
anhand der Zeichnungen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0010] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Komponenten beziehen.
[0011] Es zeigen dabei, jeweils schematisch,
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Mahleinrichtung für eine Kraftwerksanlage mit einem extrahierten
rotationsfähigen Mahlwerkzeug,
- Fig. 2
- eine Ansicht auf ein erfindungsgemäßes Schlag-/Prallelement mit innenliegenden Hohlräumen,
- Fig. 3a bis 3c
- einzelne Verfahrensschritte zum Herstellen der Hohlräume innerhalb des Schlag-/Prallelements.
[0012] Entsprechend Fig. 1 weist eine erfindungsgemäße Mahleinrichtung 1 für eine nicht
gezeigte Kraftwerksanlage, welche beispielsweise als Schlagradmühle für ein Kohlekraftwerk
ausgebildet sein kann, ein rotierendes Mahlwerkzeug 2 sowie ein dieses umgebendes
Mahlgehäuse 3 auf. Dabei bestehen sowohl das Mahlwerkzeug 2 als auch das Mahlgehäuse
3 aus einem sehr abbriebfesten bzw. wiederstandsfähigen Material und können insbesondere
gepanzert ausgebildet sein, da beim Betrieb der Mahleinrichtung 1 erheblich Abnutzungskräfte
auf das Mahlwerkzeug 2 einwirken. In der Mahleinrichtung 1 wird beispielsweise Kohle
feingemahlen, um eine spätere Verbrennung im Kraftwerk zu verbessern. Die zerkleinernde
Wirkung wird dabei von sogenannten Schlag-/Prallelementen 4 erzeugt, welche an dem
rotierenden Mahlwerkzeug 2 angeordnet sind und welche sich beim Betrieb der Mahleinrichtung
1 in nicht unerblichem Maße abnutzen. Ein Abnutzungsgrad hängt dabei insbesondere
von einem Anteil an Fremdbestandteilen in der Kohle, wie beispielsweise Sand, ab,
so dass je nach Zusammensetzung der zu mahlenden Kohle die Lebenserwartung insbesondere
der Schlag- und Prallelemente 4 unterschiedlich lang sein kann. Daraus resultiert
das Problem, dass sich ein Wartungs- bzw. ein Austauschintervall der Schlag-/Prallelemente
4 nur schwer vorhersagen lässt.
[0013] Um eine derartige Vorhersage der Lebensdauer bzw. des Wartungs- und/oder Austauschintervalls
zuverlässig machen zu können, ist in zumindest einem Schlag-/Prallelement 4 zumindest
ein Hohlraum 5 (vgl. Fig. 2) vorgesehen, der mit einem Innendruck aufschlagbar ist
und der beabstandet zu einer der Abnutzung ausgesetzten Seite 6 des Schlag-/Prallelements
4 angeordnet ist. Wird im Betrieb der Mahleinrichtung 1 die der Abnutzung ausgesetzte
Seite 6 des Schlag-/Prallelements 4 einer zunehmenden Abtragung/Abnutzung ausgesetzt,
so erreicht die Abnutzung irgendwann den Hohlraum 5 und öffnet diesen, wobei durch
den genau festgelegten Abstand zwischen der Seite 6 und dem Hohlraum 5 ein Abnutzungsgrad
exakt vorhersagbar bzw. festlegbar ist. Beim Öffnen des Hohlraums 5 erfolgt ein Entweichen
des in diesem gespeicherten Drucks, der von einer nicht gezeigten Kontrolleinrichtung
9 erfasst wird, welche kommunizierend mit dem zumindest einen Hohlraum 5 verbunden
ist.
[0014] Gemäß dem Schlag-/Prallelement 4 aus Fig. 2 sind insgesamt drei Hohlräume 5, 5',
5" vorgesehen, welche bei dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel parallel verlaufen
und sich in Abnutzungsrichtung 7 erstrecken. Dabei sind die Hohlräume 5, 5', 5" über
einen Verbindungshohlraum 8 kommunizierend miteinander verbunden, der seinerseits
kommunizierend mit der Kontrolleinrichtung 9 verbunden ist.
[0015] Bei dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel weisen die Hohlräume 5, 5', 5" jeweils
einen unterschiedlichen Abstand zu der der Abnutzung ausgesetzten Seite 6 auf. Hierbei
wird ein Abstand zwischen der Seite 6 und dem Verbindungshohlraum 8 mit L bezeichnet
und die jeweilige Längserstreckung der einzelnen Hohlräume 5", 5' und 5 h
1, h
2, h
3. Demzufolge beträgt der Abstand zwischen dem Hohlraum 5 und der der Abnutzung ausgesetzten
Seite 6 L-h
3, während ein Abstand zwischen der der Abnutzung ausgesetzten Seite 6 und dem Hohlraum
5" L-h
1 beträgt. Da h
1 deutlich kleiner ist als h
3, ist der Abstand L-h
3 deutlich kleiner als der Abstand L-h
1.
[0016] Durch die Anordnung mehrerer Hohlräume 5, 5', 5" mit unterschiedlichen Abständen
zu der der Abnutzung ausgesetzten Seite 6 kann ein vom Abnutzungsgrad abhängiges Einstufen
der Schlag-/Prallelemente 4 erfolgen, wobei bei einer Abtragung in Abtragungsrichtung
7 zunächst der Hohlraum 5, dann der Hohlraum 5' und üblicherweise zuletzt der Hohlraum
5" geöffnet werden. Durch dieses stufenartige Frühwarnsystem kann bereits ein Druckabfall
beim Öffnen des Hohlraums 5 detektiert werden, wobei die Abtragung in diesem Stadium
bereits ein gewisses Maß erreicht hat, jedoch noch keinen Anlass zu einer Wartung
bzw. zu einem Austausch des Schlag-/Prallelementes 4 gibt. Wird beim weiteren Betrieb
der Mahleinrichtung 1 dann der Hohlraum 5' geöffnet, so ist die Abtragung bzw. Abnutzung
in Abnutzungsrichtung 7 bereits deutlich weiter fortgeschritten, so dass mit einem
baldigen Austausch des Schlag-/Pragelements 4 gerechnet werden muss. Üblicherweise
signalisiert das Öffnen des Hohlraums 5" ein derartig weites Fortschreiten des Abnutzungsgrades,
dass nunmehr ein Austauschen des Schlag-/Prallelements 4 erfolgen muss, sofern eine
Beschädigung der Mahleinrichtung 1 vermieden werden soll. Durch die Anordnung der
Hohlräume 5, 5', 5" ist somit ein von dem zu mahlenden Stoff unabhängiges Frühwarnsystem
gegeben, welches unabhängig von der Zusammensetzung des Mahlgutes stets eine objektive
Auskunft darüber gibt, wie groß die Abnutzung der Schlag-/Prallelemente 4 ist. Dies
war bei bisherigen Mahlwerkzeugen 2 nicht möglich, wobei stets die Gefahr bestand,
dass bei einem hohen Sandanteil in der zu mahlenden Kohle eine deutlich stärkere Abnutzung
des Mahlwerkzeuges 2 erfolgt, als bei einem geringeren Sandteil. Da die Zusammensetzung
des Mahlgutes jedoch nicht immer bekannt war, musste somit das Mahlwerkzeug 2 turnusmäßig,
oftmals auch viel zu früh, gewartet bzw. ausgetauscht werden, wodurch hohe Wartungs-
bzw. Austauschkosten verursacht wurden. Ging man dagegen von einem weniger abrasiven
Mahlgut aus, so konnte die Standzeit der Schlag-/Prallelemente 4 überschätzt werden,
wodurch das gesamte Mahlwerkzeug Schaden nahm.
[0017] Selbstverständlich soll die Anordnung bzw. Anzahl der Hohlräume 5, 5', 5" gemäß den
Fig. 2 und 3 rein exemplarisch verstanden werden, so dass auch eine andere Anordnung
bzw. Anzahl der Hohlräume von der Erfindung mit umfasst sein soll.
[0018] Zweckmäßig ist die Kontrolleinrichtung 9 zur Überwachung eines Massen- und/oder eines
Volumenstroms und/oder eines Druckabfalls ausgebildet, welcher sich in Folge eines
durch eines entsprechenden Abnutzungsgrad geöffneten Hohlraumes 5, 5', 5" einstellt.
Dabei ist klar, dass bei einem geöffneten Hohlraum 5 der Druckabfall bzw. ein Leckagestrom
deutlich geringer ist, als dies bei gleichfalls geöffneten Hohlräumen 5, 5', 5" der
Fall ist. Über die Größe des Leckagestromes kann somit der Abnutzungsgrad der Schlag-/Prallelemente
4 bestimmt werden. Ebenfalls der Fig. 2 entnommen werden kann, dass der die Hohlräume
5, 5', 5" miteinander verbindende Verbindungshohlraum 8 orthogonal zu den Hohlräumen
5, 5', 5" verläuft.
[0019] Wie eingangs erwähnt, sieht die Erfindung vor, die Hohlräume 5, 5', 5" sowie den
Verbindungshohlraum 8 mit Druck zu beaufschlagen, wobei als Druckmedium beispielsweise
ein Gas, insbesondere Luft, oder eine Flüssigkeit, insbesondere Wasser, vorgesehen
sein kann. Bei einer Schlagradmühle, welche zur Kohlemahlung verwendet wird, ist dabei
als Druckmedium, beispielsweise Wasser der Vorzug zu geben, da Luft einen Oxidator
darstellt und eine latent vorhandene Explosionsgefahr erhöht. Selbstverständlich ist
dabei denkbar, dass das Druckmedium individuell auf die jeweilig herrschenden Anforderungen
in der Mahleinrichtung 1 abgestimmt ist.
[0020] In den Fig. 3a bis 3c wird ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung zumindest
eines Hohlraums 5 sowie zumindest eines Verbindungshohlraumes 8 bei einer Mahleinrichtung
1 gemäß der Erfindung dargestellt. Zunächst wird hierzu der Verbindungshohlraum 8
in das Schlag-/Prallelement 4 eingebracht, insbesondere gelasert oder gebohrt. Bei
dem in Fig. 3a dargestellten Beispiel erstreckt sich der Verbindungshohlraum 8 im
wesentlichen parallel zu der der Abnutzung ausgesetzten Seite 6. Anschließend wird
der zumindest eine Hohlraum 5 derart in das Schlag-/Prallelement 4 eingebracht, ebenfalls
wiederum gelasert oder gebohrt, dass er den Verbindungshohlraum 8 kreuzt. Selbstverständlich
können noch weitere, nicht gezeigte Hohlräume in das jeweilige Schlag-/Prallelement
4 eingebracht werden. Erfindungsgemäß endet dabei der Hohlraum 5 beabstandet zu der
der Abnutzung ausgesetzten Seite 6 des Schlag-/Prallelements 4. Bei einem weiteren
Verfahrensschritt wird dann der Hohlraum 5 bzw. ebenso weitere Hohlräume - soweit
vorhanden - so verschlossen, dass sie nur noch über den zumindest einen Verbindungshohlraum
8 miteinander und/oder mit der Kontrolleinrichtung 9 kommunizieren. Dabei wird der
Verschluss des Hohlraumes 5 bzw. weiterer nicht gezeigter Hohlräume auf einer der
Abnutzung abgewandten Seite 10 des Schlag-/Prallelements 4, wie in Fig. 3c gezeigt,
eingebracht.
Bezugszeichenliste
[0021]
- 1
- Mahleinrichtung
- 2
- Mahlwerkzeug
- 3
- Mahlgehäuse
- 4
- Schlag-/Prallelement
- 5
- Hohlraum
- 6
- der Abnutzung ausgesetzte Seite des Schlag-/Prallelements 4
- 7
- Abnutzungseinrichtung
- 8
- Verbindungshohlraum
- 9
- Kontrolleinrichtung
- 10
- der Abnutzung abgewandte Seite des Schlag-/Prallelements 4
1. Mahleinrichtung (1) für eine Kraftwerksanlage, insbesondere eine Schlagradmühle für
ein Kohlekraftwerk, mit einem rotierenden Mahlwerkzeug (2) und einem dieses umgebenden
Mahlgehäuse (3),
- wobei das rotierende Mahlwerkzeug (2) sich beim Betrieb der Mahleinrichtung (1)
abnutzende Schlag-/Prallelemente (4) aufweist,
- wobei in zumindest einem Schlag- und Prallelement (4) zumindest ein Hohlraum (5,
5', 5") vorgesehen ist, der mit Innendruck beaufschlagbar ist und der beabstandet
zu einer der Abnutzung ausgesetzten Seite (6) des Schlag-/Prallelementes (4) angeordnet
ist, derart, dass bei einem definierten Abnutzungsgrad ein Öffnen des Hohlraumes (5)
erfolgt,
- wobei der zumindest eine Hohlraum (5) kommunizierend mit einer zumindest den Druck
im Hohlraum (5) erfassenden Kontrolleinrichtung (9) verbunden ist.
2. Mahleinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zumindest eine Hohlraum (5) in Abnutzungsrichtung (7) des Schlag-/Prallelementes
(4) verläuft.
3. Mahleinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass in zumindest einem Schlag- und Prallelement (4) mehrere Hohlräume (5, 5', 5") mit
unterschiedlichem Abstand zu einer der Abnutzung ausgesetzten Seite (6) des Schlag-/Prallelementes
(4) vorgesehen sind.
4. Mahleinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest zwei Hohlräume (5, 5') über einen Verbindungshohlraum (8) kommunizierend
miteinander verbunden sind, der kommunizierend mit der Kontrolleinrichtung (9) verbunden
ist.
5. Mahleinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kontrolleinrichtung (9) zur Überwachung eines Massen- und/oder eines Volumenstroms
und/oder eines Druckabfalls ausgebildet ist, der sich in Folge eines durch einen entsprechenden
Abnutzungsrad geöffneten Hohlraums (5, 5', 5") einstellt.
6. Mahleinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest zwei Hohlräume (5, 5') im wesentlichen parallel zueinander verlaufen, während
der die Hohlräume (5, 5') miteinander verbindende Verbindungshohlraum (8) orthogonal
dazu verläuft.
7. Mahleinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zumindest eine Hohlraum (5, 5', 5") mit einem Gas, insbesondere mit Luft, oder
mit einer Flüssigkeit, insbesondere mit Wasser, druckbeaufschlagt ist.
8. Verfahren zur Herstellung mehrerer Hohlräume (5) sowie zumindest eines diese Hohlräume
verbindenden Verbindungshohlraums (8) bei einer Mahleinrichtung (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis 7, bei dem zunächst der Verbindungshohlraum (8) und dann zumindest
zwei den Verbindungshohlraum (8) kreuzende Hohlräume (5) in das Schlag-/Prallelement
(4) eingebracht werden, wobei die Hohlräume (5) beabstandet zu einer der Abnutzung
ausgesetzten Seite (6) des Schlag-/Prallelementes (4) enden und bei dem dann die Hohlräume
(5) so verschlossen werden, dass sie nur noch über den zumindest einen Verbindungshohlraum
(8) miteinander und mit der Kontrolleinrichtung (9) kommunizieren.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Hohlraum (5) und/oder zumindest ein Verbindungshohlraum (8) gebohrt
oder gelasert wird.
10. Kraftwerksanlage, insbesondere ein Kohlekraftwerk, mit einer Mahleinrichtung (1) nach
einem der Ansprüche 1 bis 7.