[0001] Die Erfindung betrifft ein rollprofiliertes Bauteil, inbesondere für ein Kraftfahrzeug,
und ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Bauteils. Das rollprofilierte Bauteil
ist insbesondere ein Strukturteil oder Karosserieteil eines Kraftfahrzeugs.
[0002] Bauteile, die durch Rollprofilieren oder Walzprofilieren hergestellt werden sind
bereits bekannt.
[0003] Aus der
DE 100 11 755 B4 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Profils mit einem über die Längsachse des
Bauteils veränderlichen Querschnitt mittels Walzprofilieren bekannt. Durch dieses
Verfahren können allerdings nur Profile hergestellt werden, die in der Breite variabel
sind.
[0004] Aus der
DE 195 45 525 C2 ist ein Verfahren zur Herstellung von Profilwalzelementen bekannt, durch welches
Bauteile für Kraftfahrzeuge hergestellt werden können.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein rollprofiliertes Bauteil vorzuschlagen, das in
seiner Höhe variabel ist, und ein Verfahren zu dessen Herstellung anzugeben.
[0006] Erfindungsgemäß wir diese Aufgabe durch ein rollprofiliertes Bauteil mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Das rollprofilierte Bauteil, bei dem es sich insbesondere
um ein Strukturteil oder Karosserieteil eines Kraftfahrzeugs handelt, ist aus zwei
Einzelteilen hergestellt, die eine über ihre Längsachse veränderliche Höhe aufweisen
und die miteinander verbunden sind. Es ist möglich, das Bauteil aus mehr als zwei
Einzelteilen herzustellen. Die Verbindung der Einzelteile kann durch Schweißen, insbesondere
durch Laserschweißen, erfolgen.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0008] Vorteilhaft ist es, wenn eines oder beide Einzelteile an ihrer Innenkante beschnitten
sind. In diesem Fall sind die Einzelteile an den gegebenenfalls beschnittenen Innenkanten
miteinander verbunden.
[0009] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelteile
einen horizontalen Abschnitt und einen vertikalen Abschnitt aufweisen. Es ist möglich,
daß die Einzelteile mehrere horizontale Abschnitte aufweisen. Stattdessen oder zusätzlich
können die Einzelteile mehrere vertikale Abschnitte aufweisen. Unter einem horizontalen
Abschnitt ist ein Abschnitt zu verstehen, der sich in Richtung der Breite des Einzelteils
bzw. Bauteils erstreckt. Unter einem vertikalen Abschnitt ist ein Abschnitt zu verstehen,
der sich in der Richtung der Höhe des Einzelteils bzw. des Bauteils erstreckt. Vorteilhaft
ist es, wenn das Einzelteil ein Z-Profil mit einem vertikalen und zwei horizontalen
Abschnitten aufweist. Es kann ferner vorteilhaft sein, daß das Einzelteil ein L-Profil
mit einem horizontalen und einem vertikalen Abschnitt aufweist. Auch andere Profilformen
sind möglich.
[0010] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe
der Einzelteile bzw. der vertikalen Abschnitte der Einzelteile in der Mitte größer
ist als an den Enden. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn das Bauteil auf
Biegung beansprucht wird. Vorzugsweise weist das Bauteil bzw. Einzelteil in der Mitte
die größte Höhe auf.
[0011] In bestimmten Fällen ist es vorteilhaft, wenn die Einzelteile eine über ihre Längsachse
veränderliche Breite aufweisen.
[0012] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird ferner durch ein Verfahren mit den
Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst. Das Verfahren zur Herstellung eines Bauteils mittels
Rollprofilieren, insbesondere eines erfindungsgemäßen Bauteils, ist dadurch gekennzeichnet,
daß zwei Einzelteile mit einer über ihre Längsachse veränderlichen Höhe hergestellt
werden. Es können auch mehr als zwei Einzelteile hergestellt werden. Die Einzelteile
werden durch Rollprofilieren hergestellt.
[0013] Eines oder beide oder alle Einzelteile werden an ihrer Innenkante beschnitten. Dadurch,
daß die Einzelteile eine über ihre Längsachse veränderliche Höhe aufweisen, ergeben
sich im Allgemeinen nicht geradlinig verlaufende Innenkanten. Die Innenkanten werden
vorzugsweise geradlinig beschnitten. Es ist allerdings auch möglich, die Innenkanten
nicht geradlinig zu beschneiden.
[0014] Die Einzelteile werden miteinander verbunden. Vorzugsweise werden die Einzelteile
längs der beschnittenen Innenkanten miteinander verbunden. Die Verbindung erfolgt
vorzugsweise durch Schweißen, insbesondere durch Laserschweißen.
[0015] Eine vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelteile mit
einer über ihre Längsachse veränderlichen Breite hergestellt werden.
[0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnung
im einzelnen erläutert. In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- zwei Einzelteile mit über ihre Längsachse veränderlichen Höhen in einer perspektivischen
Darstellung,
- Fig. 2
- die Einzelteile gemäß Fig. 1 mit beschnittenen Innenkanten,
- Fig. 3
- die Einzelteile gemäß Fig. 2 im miteinander verbundenen Zustand und
- Fig. 4
- Querschnitte längs der Linien A-A und B-B in Fig. 3.
[0017] In Fig. 1 sind ein erstes Einzelteil 1 und ein zweites Einzelteil 2 dargestellt,
die beide durch Rollprofilieren aus einem rechteckigen, ebenen Blechstreifen hergestellt
worden sind. Das erste Einzelteil 1 weist einen Z-förmigen Querschnitt auf, der aus
einem unteren horizontalen Abschnitt 3, einem vertikalen Abschnitt 4 und einem oberen
horizontalen Abschnitt 5 besteht. Der untere horizontale Abschnitt 3 weist über die
Längsachse des ersten Einzelteils 1 dieselbe Breite auf. Der vertikale Abschnitt 4
weist eine über die Längsachse des ersten Einzelteils 1 veränderliche Höhe auf. Die
Höhe des vertikalen Abschnitts 4 ist an den Enden des ersten Einzelteils 1 am geringsten.
Sie steigt zur Mitte hin an und erreicht in der Mitte die größte Höhe. Die Höhe des
vertikalen Abschnitts 4 folgt einem im wesentlichen S-förmigen Verlauf. Sie ist in
der Mitte größer als an den Enden.
[0018] Diese Ausgestaltung ist insbesondere dann von Vorteil, wenn das Bauteil auf Biegung
beansprucht wird, da das Biegemoment in der Mitte des Bauteils am größten ist und
dort die größere Höhe der vertikalen Abschnitte dem Biegemoment den größten Widerstand
entgegensetzt.
[0019] Da die Höhe des vertikalen Abschnitts 4 des ersten Einzelteils 1 über die Längsachse
des Bauteils veränderlich ist, bildet die Innenkante 6 am Ende des oberen horizontalen
Abschnitts 5 keine gerade Linie. Im Ausführungsbeispiel wird in der Mitte des ersten
Einzelteils 1 mehr Material für den vertikalen Abschnitt 4 benötigt, so daß dort für
den oberen horizontalen Abschnitt 5 weniger Material zur Verfügung steht. Die Breite
des oberen horizontalen Abschnitts 5 ist also in der Mitte des ersten Einzelteils
1 geringer als an den Enden.
[0020] Das zweite Einzelteil 2 ist zum ersten Einzelteil 1 symmetrisch und umfaßt die entsprechenden
Bestandteile 3', 4', 5' und 6'. Die Ausführungen zum ersten Einzelteil 1 gelten in
entsprechender Weise für das zweite Einzelteil 2.
[0021] Die Einzelteile 1, 2 werden an ihren Innenkanten 6, 6' beschnitten. Wie aus Fig.
2 ersichtlich werden die Einzelteile 1, 2 an ihren Innenkanten 6, 6' geradlinig beschnitten,
so daß geradlinige, parallel zur Längsachse der Einzelteile 1, 2 verlaufenden Schnittkanten
7, 7' gebildet werden.
[0022] Anschließend werden die Einzelteile 1, 2 längs der Schnittkanten 7, 7' miteinander
verbunden, nämlich verschweißt, insbesondere laserverschweißt. Hierdurch wird das
in Fig. 3 gezeigte Bauteil 8 gebildet, das eine über seine Längsachse veränderliche
Höhe aufweist. Das Bauteil 8 hat über seine Längsachse überall dieselbe Breite, also
überall denselben Abstand der vertikalen Abschnitte 4, 4'. Es könnte allerdings auch
eine über seine Längsachse veränderliche Breite aufweisen (in der Zeichnung nicht
dargestellt).
[0023] Die Querschnitte des Bauteils 8 bilden, wie aus Fig. 4 ersichtlich, ein Hutprofil
mit unteren horizontalen Abschnitten 3, 3', vertikalen Abschnitten 4, 4' und oberen
horizontalen Abschnitten 5, 5', die längs der inneren Schnittkanten 7, 7' miteinander
verschweißt sind. Am Ende des Bauteils 8, also im Schnitt A-A, ist dessen Höhe geringer
als in der Mitte, nämlich im Schnitt B-B.
[0024] Durch die Erfindung wird eine Variation des Querschnitts bei einem rollprofilierten
Bauteil ermöglichst, und zwar durch die Ausbildung zweier oder mehrerer Einzelteile
bzw. Segmente, die in der Längsachse einen variablen Querschnitt aufweisen. Die Einzelteile
1, 2 können auf einer Anlage rollprofiliert werden. Die Einzelteile 1, 2 werden anschließend
beschnitten. Sie können zu einem diskontinuierlich lasergefügten Bauteil zusammengefügt
werden. Durch die Erfindung können alle Vorteile erreicht werden, die das Verfahren
des Rollformens gegenüber dem Verfahren des Pressens mit sich bringen, insbesondere
niedrige Werkzeugkosten, hohe Restplastifizität und Toleranzen. Der Beschnitt der
Innenkanten 6, 6' kann online erfolgen.
[0025] Das Bauteil kann mit folgenden Verfahrensschritten hergestellt werden: (1) Konventionelles
Walzen; (2) Variation beider Einzelteile bzw. Segmente, insbesondere in der Höhe;
(3) Beschnitt online; (4) fügen und schweißen, insbesondere Laserschweißen; (5) Abschneiden
der Enden.
[0026] Die Einzelteile können als zwei Rollprofile in einem Gerüst hergestellt werden.
1. Rollprofiliertes Bauteil, insbesondere für ein Kraftfahrzeug,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Bauteil (8) aus zwei Einzelteilen (1, 2) hergestellt ist, die eine über ihre
Längsachse veränderliche Höhe aufweisen und die miteinander verbunden sind, insbesondere
durch Schweißen, insbesondere durch Laserschweißen.
2. Rollprofiliertes Bauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eines oder beide Einzelteile (1, 2) an ihrer Innenkante (6, 6') beschnitten sind.
3. Rollprofiliertes Bauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelteile (1, 2) einen horizontalen Abschnitt (3, 3', 5, 5') und einen vertikalen
Abschnitt (4, 4') aufweisen.
4. Rollprofiliertes Bauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe der Einzelteile (1, 2) bzw. der vertikalen Abschnitte (4, 4') der Einzelteile
(1, 2) in der Mitte größer ist als an den Enden.
5. Rollprofiliertes Bauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelteile (1, 2) eine über ihre Längsachse veränderliche Breite aufweisen.
6. Verfahren zur Herstellung eines Bauteils mittels Rollprofilieren, insbesondere eines Bauteils nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei Einzelteile (1, 2) mit einer über ihre Längsachse veränderlichen Höhe hergestellt
werden,
daß eines oder beide Einzelteile (1, 2) an ihrer Innenkante (6, 6') beschnitten werden
und daß die Einzelteile (1, 2) miteinander verbunden werden, insbesondere durch Schweißen,
insbesondere durch Laserschweißen.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelteile (1, 2) an ihren Innenkanten (6, 6') miteinander verbunden werden.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelteile (1, 2) mit einer über ihre Längsachse veränderlichen Breite hergestellt
werden.