[0001] Die Erfindung betrifft eine Karusselldruckmaschine mit einer Basis, einem Drehgestell,
welches drehbar um eine Drehachse an der Basis gelagert ist, Druckgutträgern, welche
an dem Drehgestell angeordnet sind, mindestens einer Druckstation und einer Antriebseinrichtung
zum schrittweisen drehenden Antreiben des Drehgestells. Die Erfindung betrifft weiterhin
ein Druckverfahren, bei dem ein zu bedruckendes Druckgut auf einen Druckgutträger
aufgegeben wird, welcher an einem Drehgestell angeordnet ist, der Druckgutträger durch
Drehen des Drehgestells um eine Drehachse zu einer ersten Druckstation bewegt wird,
das Druckgut bedruckt wird und der Druckgutträger zu einer weiteren Station bewegt
wird.
[0002] Bei derartigen Druckverfahren werden die zu bedruckenden Druckgüter üblicherweise
an mehreren Druckstationen bedruckt, beispielsweise bei einem sechsfarbigen Druck
an sechs Druckstationen. Für einen qualitativ hochwertigen Druck ist es dabei erforderlich,
die die Druckgüter aufnehmenden Druckgutträger in einem vorgegebenen Takt präzise
zu den jeweiligen Druckstationen zu befördern, welche entlang eines Umlaufweges der
Druckgutträger angeordnet sind.
[0003] Das die Druckgutträger aufnehmende Drehgestell wird üblicherweise mittels eines Elektromotors,
vorzugsweise eines Servomotors, über eine Getriebeanordnung angetrieben. Die Getriebeanordnung
kann beispielsweise als Zahnradgetriebe ausgebildet sein. Aufgrund des unvermeidbaren
Spiels derartiger Getriebe werden zur genauen Positionierung der Druckgutträger an
den Druckstationen mechanische Positionierungseinrichtungen verwendet.
[0004] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Karusselldruckmaschine anzugeben, welche besonders einfach und effizient
aufgebaut ist, und ein Druckverfahren bereitzustellen, welches ein besonders einfaches
und effizientes Drucken ermöglicht.
[0005] Die Aufgabe wird durch eine Karusselldruckmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Die Aufgabe wird weiterhin durch ein Druckverfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 11 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0006] Die erfindungsgemäße Karusselldruckmaschine ist dadurch gekennzeichnet, dass die
Antriebseinrichtung einen Schubantrieb aufweist, durch welchen eine etwa lineare Schubbewegung
beabstandet zur Drehachse erzeugbar und zum Drehen des Drehgestells auf dieses übertragbar
ist.
[0007] Das erfindungsgemäße Druckverfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass zum Drehen des
Drehgestells eine etwa lineare Schubbewegung eines Schubantriebes eingesetzt wird,
welche beabstandet zur Drehachse auf das Drehgestell übertragen wird.
[0008] Ein Grundgedanke der Erfindung besteht darin, zum Erzeugen der Drehbewegung einen
einfachen, kompakten und zuverlässigen Schubantrieb zum Drehen des Drehgestells zu
verwenden. Der Schubantrieb ermöglicht zwar nur eine Antriebsbewegung für einen begrenzten
Drehbereich. Dies ist jedoch für den erfindungsgemäßen Einsatzzweck voll ausreichend.
[0009] Durch den Schubantrieb kann im Gegensatz zu Drehantrieben eine sehr genaue Antriebsbewegung
auf das Drehgestell übertragen werden. Hierdurch können Drehpositionen des Drehgestells
besonders präzise eingestellt werden, was zu einer Erhöhung der erreichbaren Druckqualität
führt. Dabei sind das Drehgestell sowie die Antriebseinrichtung besonders einfach
aufgebaut. Die für eine hohe Druckqualität erforderliche Positionierungsgenauigkeit
des Drehgestells kann grundsätzlich auch ohne die in Verbindung mit Drehantrieben
üblicherweise verwendeten Positionierungseinrichtungen erreicht werden. Auch kann
eine bestehende Druckmaschine ohne übermäßigen konstruktiven Aufwand mit der erfindungsgemäßen
Antriebseinrichtung ausgestattet bzw. nachgerüstet werden. Die erfindungsgemäße Karusselldruckmaschine
erlaubt somit bei einem einfachen Aufbau einen qualitativ besonders hochwertigen Druck.
[0010] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist es, eine Kupplungseinrichtung
vorzusehen, durch welche eine lösbare, drehfeste Verbindung zwischen dem Schubantrieb
und dem Drehgestell erzeugbar ist. Durch die Kupplungseinrichtung kann eine feste,
schlupffreie Verbindung zwischen der Antriebseinrichtung und dem Drehgestell hergestellt
werden. Zur Erzeugung einer schrittweisen, intermittierenden Bewegung des Drehgestells
in einem vorgesehenen Takt kann die Kupplungseinrichtung insbesondere in einem gleichmäßigen
Takt lösbar und schließbar sein. In Verbindung mit dem Lösen und Schließen der Kupplungseinrichtung
kann diese dazu eingesetzt werden, eine lineare Bewegung des Schubantriebs in eine
schrittweise Drehbewegung des Drehgestells umzusetzen. Unter diesem Aspekt könnte
die Kupplungseinrichtung auch als Getriebeeinrichtung bezeichnet werden.
[0011] In einer Ausführungsform der Erfindung weist der Schubantrieb ein reversierend bewegbares
Schubgestänge auf und ist entlang eines Umfangs des Drehgestells ein Halteelement
vorgesehen, welches lösbar mit dem Schubgestänge verbindbar ist. Durch ein Schubgestänge
kann eine Bewegung zuverlässig übertragen werden. Das entlang eines Umfangs des Drehgestells
vorgesehene Halteelement ist vorzugsweise drehfest mit dem Drehgestell verbunden.
Weiterhin ist vorgesehen, dass das Halteelement lösbar mit dem Schubgestänge verbindbar
ist, um eine Bewegung des Schubgestänges auf das Drehgestell zu übertragen. Durch
die Lösbarkeit der Verbindung ist es insbesondere möglich, eine reversierende Bewegung
des Schubgestänges in eine diskontinuierliche, schrittweise Bewegung, insbesondere
Drehung, des Drehgestells umzuwandeln.
[0012] Weiterhin ist es erfindungsgemäß, dass die Kupplungseinrichtung ein Klemmelement
zum Erzeugen einer kraftschlüssigen Verbindung aufweist. Durch das Klemmelement kann
insbesondere eine feste Verbindung zwischen dem Schubantrieb, insbesondere dem Schubgestänge,
und dem Drehgestell, insbesondere dem Haltelement, erzeugt werden. Grundsätzlich kann
die Verbindung zumindest zum Teil auch formschlüssig sein. Eine rein kraftschlüssige
Verbindung bietet den Vorteil, dass Abnutzungserscheinungen der Kupplungseinrichtung
nicht zu einem Spiel in der Verbindung und damit zu einer unpräzisen Bewegungsübertragung
führen.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltung kann das Klemmelement geöffnet und geschlossen
werden, so dass die Verbindung gelöst und geschlossen werden kann. Insbesondere kann
vorgesehen sein, dass eine Öffnung und ein Schließen des Klemmelements in einem gleichmäßigen
Takt durchführbar ist, wodurch eine gleichmäßige, schrittweise Bewegung des Drehgestells
in diesem Takt ermöglicht wird.
[0014] In einer besonders kompakten Ausgestaltung der Erfindung ist das Haltelement zumindest
teilringförmig ausgebildet und koaxial zu der Drehachse des Drehgestells angeordnet.
Hierdurch kann erreicht werden, dass der Schubantrieb, welcher in einem begrenzten
Umfangsbereichs des Drehgestells bewegbar ist, bei einer Vielzahl von Drehpositionen
des Drehgestells mit dem Halteelement in Eingriff gebracht werden kann. Vorzugsweise
ist das Halteelement ringförmig entlang des gesamten Umfangs des Drehgestells ausgebildet,
so dass der Schubantrieb mit dem Halteelement bei einer beliebigen Drehposition des
Drehgestells verbunden werden kann.
[0015] Grundsätzlich ist es möglich, die reversierende Bewegung des Schubantriebs mittels
eines beliebigen, hierzu geeigneten Antriebssystems bereitzustellen. Dies kann ein
Linearantrieb, etwa ein Kugelspindelantrieb, ein Zahnstangenantrieb, eine Hydraulikzylinderanordnung
oder eine Pneumatikzylinderanordnung sein. Besonders bevorzugt ist es jedoch, einen
Drehantrieb vorzusehen, dessen Drehbewegung über eine Kurbel- oder Exzenteranordnung
in eine reversierende Bewegung umwandelbar ist. Durch die Kurbel- oder Exzenteranordnung
kann die Bewegung praktisch spielfrei umgewandelt und übertragen werden. Der Hub des
Schubantriebs kann über die Kurbellänge bzw. die Exzentrizität und/oder Anschläge
besonders einfach und präzise eingestellt werden. Da der Hub durch mechanische Größen
vorgegeben ist, ist er sehr exakt reproduzier- und einstellbar. Jeder Schritt der
Weiterdrehung des Drehgestells kann somit präzise eingestellt werden. Der Drehantrieb
weist vorzugsweise einen Elektroantrieb auf.
[0016] Erfindungsgemäße Ausgestaltungen des Klemmelements sind dadurch gegeben, dass dieses
elektrisch, elektromagnetisch, pneumatisch und/oder hydraulisch betätigbar ist. Vorzugsweise
weist das Klemmelement einen Reib- oder Bremsbelag auf, welcher zum Erzeugen einer
kraftschlüssigen Verbindung zum Halteelement gegen dieses gedrückt oder gepresst werden
kann. Hierzu kann beispielsweise ein Elektromagnetenpaar oder eine mechanische oder
hydraulische Klemmvorrichtung - ähnlich einer Scheibenbremse - vorgesehen sein. Somit
können gängige Energieträgersysteme zur Betätigung der Klemmeinrichtung verwendet
werden.
[0017] Eine weitere Fortbildung der erfindungsgemäßen Karusselldruckmaschine ist dadurch
gegeben, dass das Klemmelement mit dem Drehantrieb derart verbunden ist, dass das
Klemmelement bei einer ersten definierten Drehposition des Drehantriebs geöffnet und
bei einer weiteren definierten Drehposition geschlossen wird. Insbesondere ist es
vorteilhaft, dass das Klemmelement bei einem ersten Totpunkt der Bewegung des Schubgestänges
geschlossen und bei einem zweiten Totpunkt geöffnet wird. Durch eine derartige Kopplung
der Drehbewegung des Drehantriebs bzw. der Schubbewegung des Schubantriebs mit der
Öffnungs- bzw. Schließbewegung der Kupplungseinrichtung wird erreicht, dass das Drehgestell
mit einer präzisen Schrittbewegung, welche dem Hub des Schubantriebs entspricht, bewegt
wird.
[0018] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung ist ferner, dass das Schubgestänge mehrere
Gestängeelemente aufweist, die gelenkig miteinander verbunden sind. Die Gestängeelemente
sind bevorzugt derart angeordnet und miteinander verbunden, dass eine gewünschte,
definierte Bewegung oder Führung der Kupplungseinrichtung erreicht wird.
[0019] Eine weitere Verbesserung der Präzision des erfindungsgemäßen Schubantriebs wird
dadurch erreicht, dass eine Justiereinrichtung vorgesehen ist, mit welcher eine Schubbewegung
des Schubantriebs einstellbar ist. Durch die Justiereinrichtung kann der Hub des Schubantriebs
einstellbar sein. Besonders bevorzugt ist es, dass die Kurbellänge bzw. Exzentrizität
der Kurbel- oder Exzenteranordnung einstellbar ist. Hierzu kann beispielsweise vorgesehen
sein, einen Exzenterdrehpunkt radial zum Drehantrieb - beispielsweise mittels eines
Exzenterhebels - verschiebbar zu gestalten.
[0020] Weiterhin ist es vorteilhaft, dass die Antriebseinrichtung eine Führungseinrichtung
zum Führen des Schubgestänges aufweist. Durch die Führungseinrichtung kann ein Bereich
des Schubgestänges auf einer definierten Bahn, beispielsweise auf einer Kreissegmentbahn,
geführt werden. Besonders bevorzugt ist es, dass das Schubgestänge zwei Gestängeelemente
aufweist und die Führungseinrichtung einen Gestängeanlenkpunkt der beiden Gestängeelemente
entlang eines Umfangsbereichs des Drehgestells führt. Es kann auch vorgesehen sein,
dass die Führungseinrichtung zum Führen der Kupplungseinrichtung entlang eines Umfangs
des Drehgestells vorgesehen ist.
[0021] In einer Ausgestaltung kann die Führungseinrichtung einen Dreharm aufweisen, welcher
das Schubgestänge und/oder die Kupplungseinrichtung auf einer zum Drehgestell koaxialen
Teilkreisbahn führt. Hierzu kann der Dreharm einerseits koaxial zu der Drehachse des
Drehgestells gelagert sein und andererseits drehbar mit dem Schubgestänge und/oder
der Kupplungseinrichtung verbunden sein.
[0022] In einer weiteren Ausgestaltung kann die Führungseinrichtung auch als Nutführung
mit einer Nut und einem Rastelement ausgebildet sein.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels weiter
erläutert, welches schematisch in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt ist.
[0024] In den Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Karusselldruckmaschine;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Karusselldruckmaschine;
- Fig. 3
- eine erfindungsgemäße Karusselldruckmaschine mit Ansicht von oben;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht einer Ausführungsform der Antriebseinrichtung;
- Fig. 5
- eine Ausführungsform der Antriebseinrichtung mit Ansicht von oben;
- Fig. 6
- ein Grundprinzip einer erfindungsgemäßen Antriebseinrichtung in Seitenansicht;
- Fig. 7
- ein Grundprinzip einer erfindungsgemäßen Antriebseinrichtung mit Ansicht von oben
und
- Fig. 8
- ein Grundprinzip einer erfindungsgemäßen Antriebseinrichtung in dreidimensionaler
Darstellung.
[0025] Eine erfindungsgemäße Karusselldruckmaschine 10 ist in ihrer Gesamtheit in den Figuren
1 bis 3 in verschiedenen Ansichten gezeigt. Die Karusselldruckmaschine 10 weist eine
Basis 12 auf. Mittig in der Basis 12 ist ein Maschinenschaft ausgebildet, welcher
sich vertikal erstreckt. An einem Umfang der Basis 12 können Druckstationen (nicht
dargestellt) angeordnet werden, welche als Siebdruckstationen oder digitale Druckstationen
ausgebildet sein können. Es können auch andere Stationen an der Basis angeordnet werden,
wie beispielsweise eine Trockenstation, eine Station zur Vorbehandlung eines Druckgutes
oder Ein- und Ausgabestationen.
[0026] Ein Drehgestell 14 ist an der Basis 12 drehbar gelagert. Das Drehgestell 14 weist
in einem unteren Bereich einen etwa kreisförmigen Drehteller 15 auf. Von diesem erstreckt
sich eine Vielzahl stabförmiger Streben 17 radial nach außen und schräg nach oben.
Abgestützt durch die Streben 17 sind an dem Drehgestell 14 umfangsseitig mit gleichem
Winkelabstand acht Druckgutträger 16 zur Aufnahme eines Druckgutes, beispielsweise
eines T-Shirts, angeordnet.
[0027] Zum Bearbeiten des Druckgutes, beispielsweise Aufbringen einer bestimmten Farbe,
wird der das Druckgut aufnehmende Druckgutträger 16 an der entsprechenden Druckstation
angeordnet. Für einen nächsten Bearbeitungsschritt wird das Drehgestell 14 mit den
Druckgutträgern 16 um einen definierten Drehwinkel gedreht, so dass sich die Druckgutträger
16 an der jeweils nächsten Bearbeitungsstation befinden. Bei der dargestellten Karusselldruckmaschine
10 kann insbesondere vorgesehen sein, sechs Druck- bzw. Bearbeitungsstationen anzuordnen.
Die verbleibenden zwei Druckgutträger 16 können mit einer Eingabe- bzw. Ausgabestation
zur Bestückung mit dem Druckgut bzw. Entnahme des Druckgutes verbunden sein.
[0028] Die Karusselldruckmaschine 10 weist außerdem eine Antriebseinrichtung 20 auf. Hierzu
sind ein Halteelement 22, eine Kupplungseinrichtung 30 sowie ein Schubantrieb mit
einen Schubgestänge 40 vorgesehen. Das Halteelement 22 ist ein im Wesentlichen ringförmiges
Scheibenelement (nur ausschnittsweise gezeigt), welches koaxial zur Drehachse 6 des
Drehgestells 14 angeordnet und mit diesem fest verbunden ist. Das Schubgestänge 40
ist über einen Hebelarm 52 mit einem Drehantrieb, welcher als Elektromotor 50 ausgebildet
ist, gelenkig verbunden. Über den Schubantrieb wird eine Schubbewegung beabstandet
zur Drehachse 6 auf das Drehgestell 14 über das Halteelement 22 übertragen.
[0029] In den Figuren 4 und 5 ist eine Antriebseinrichtung 20 zum Antreiben einer Karusselldruckmaschine
10 in verschiedenen Ansichten allein gezeigt. Die Kupplungseinrichtung 30 steht mit
dem Halteelement 22 lösbar in Eingriff. Hierzu weist sie zwei Elektromagneteinheiten
36 mit zwei Reibbelägen 34 auf, welche beiderseits des Halteelements 22 verschiebbar
angeordnet sind. Das Schubgestänge 40 ist an einem Ende mit der Kupplungseinrichtung
30 verbunden. An dem anderen Ende ist das Schubgestänge 40 über einen Hebelarm 52
an den Drehantrieb angelenkt. In der gezeigten Ausführungsform weist das Schubgestänge
40 zwei Gestängeelemente 41 und 42 auf, welche am Gestängeanlenkpunkt 45 gelenkig
miteinander verbunden sind. Das erste Gestängeelement 41 besteht aus einem oberen
und einem unteren Stangensegment, welche oberhalb bzw. unterhalb des Halteelements
22 verlaufen.
[0030] Eine Führungseinrichtung, welche als Dreharm 28 ausgeführt ist, ist an dem Gestängeanlenkpunkt
45 der beiden Gestängeelemente 41 und 42 mit dem Schubgestänge 40 verbunden. Es ist
insbesondere vorgesehen, dass der Dreharm 28 drehbar um die Drehachse 6 des Drehgestells
14 gelagert ist und den Gestängeanlenkpunkt 45 auf einer teilkreisförmigen Bahn koaxial
zur Drehachse 6 führt. Zur Führung der Kupplungseinrichtung 30 kann das erste Gestängeelement
41 drehfest mit dem Dreharm 28 und mit der Kupplungseinrichtung 30 verbunden sein.
[0031] Zur Drehung des Halteelements 22 um einen bestimmten Drehwinkel wird ausgehend von
der in Fig. 1 gezeigten Stellung der Antriebseinrichtung 20 die Kupplungseinrichtung
30 zunächst vom Halteelement 22 gelöst. Der Drehantrieb 50 dreht den Hebelarm 52 sodann
um 180°, so dass dieser sich in einer rückwärtigen Position befindet. Der Gestängeanlenkpunkt
45 der beiden Gestängeelemente 41, 42 hat sich sodann aufgrund der Führung durch den
Dreharm 28 auf einer teilkreisförmigen Bahn bewegt. Die Kupplungseinrichtung 30 wird
nun mit dem Halteelement 22 drehfest verbunden. Der Hebelarm 52 wird durch den Drehantrieb
50 in die in Fig. 1 gezeigte Ausgangsposition gebracht, wodurch sich das Halteelement
22 um einen bestimmten Drehwinkel dreht. Durch Lösen der Kupplungseinrichtung 30 beginnt
der Antriebstakt von neuem.
[0032] In den Figuren 6 bis 8 ist ein Grundprinzip der erfindungsgemäßen Antriebseinrichtung
20 in verschiedenen Ansichten gezeigt. Die Kupplungseinrichtung 30 weist zwei Elektromagneteinheiten
36 auf, welche zur Herstellung einer kraftschlüssigen Verbindung zwischen dem Schubantrieb
und dem Halteelement 22 zueinander bewegbar sind. Das Schubgestänge 40 weist im Bereich
der Kupplungseinrichtung 30 das Gestängeelement 41 auf, das ein oberes und ein unteres
Stangensegment umfasst, welche parallel zueinander sind. Zwischen den beiden Stangensegmenten
ist das Halteelement 22 angeordnet. Zum kraftschlüssigen Verbinden des Schubgestänges
40 mit dem Halteelement 22 ist jeweils zwischen einem Stangensegment und dem Halteelement
22 ein Reibbelag 34 angeordnet. Das Schubgestänge 40 ist mit dem Hebelarm 52 drehbar
verbunden. Zur Einstellung des Hubes des Schubantriebs kann der Drehpunkt 56 als Exzenterdrehpunkt
ausgebildet sein. Hierzu kann ein Exzenterhebel zur Einstellung des Abstandes zwischen
dem Drehpunkt 56 und einer Drehachse des Drehantriebs vorgesehen sein.
1. Karusselldruckmaschine (10) mit
- einer Basis (12),
- einem Drehgestell (14), welches drehbar um eine Drehachse (6) an der Basis (12)
gelagert ist,
- Druckgutträgern (16), welche an dem Drehgestell (14) angeordnet sind,
- mindestens einer Druckstation und
- einer Antriebseinrichtung (20) zum schrittweisen drehenden Antreiben des Drehgestells
(14),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebseinrichtung (20) einen Schubantrieb aufweist, durch welchen eine etwa
lineare Schubbewegung beabstandet zur Drehachse (6) erzeugbar und zum Drehen des Drehgestells
(14) auf dieses übertragbar ist.
2. Karusselldruckmaschine (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Kupplungseinrichtung (30) vorgesehen ist, durch welche eine lösbare, drehfeste
Verbindung zwischen dem Schubantrieb und dem Drehgestell (14) erzeugbar ist.
3. Karusselldruckmaschine (10) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schubantrieb ein Schubgestänge (40) aufweist, welches reversierend bewegbar ist,
und
dass entlang eines Umfangs des Drehgestells (14) ein Halteelement (22) vorgesehen ist,
welches lösbar mit dem Schubgestänge (40) verbindbar ist.
4. Karusselldruckmaschine (10) nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kupplungseinrichtung (30) ein Klemmelement zum Erzeugen einer kraftschlüssigen
Verbindung aufweist.
5. Karusselldruckmaschine (10) nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Halteelement (22) zumindest teilringförmig ausgebildet und koaxial zu der Drehachse
(6) des Drehgestells (14) angeordnet ist.
6. Karusselldruckmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schubantrieb einen Drehantrieb aufweist, dessen Drehbewegung über eine Kurbel-
oder Exzenteranordnung in eine reversierende Bewegung umwandelbar ist.
7. Karusselldruckmaschine (10) nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Klemmelement elektrisch, elektromagnetisch, pneumatisch und/oder hydraulisch
betätigbar ist.
8. Karusselldruckmaschine (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schubgestänge (40) mehrere Gestängeelemente aufweist, die gelenkig miteinander
verbunden sind.
9. Karusselldruckmaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Justiereinrichtung vorgesehen ist, mit welcher eine Schubbewegung des Schubantriebes
einstellbar ist.
10. Karusselldruckmaschine (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebseinrichtung (20) eine Führungseinrichtung zum Führen des Schubgestänges
(40) aufweist.
11. Druckverfahren, insbesondere mit einer Karusselldruckmaschine (10) nach einem der
Ansprüche 1 bis 10, bei dem
- ein zu bedruckendes Druckgut auf einen Druckgutträger (16) aufgegeben wird, welcher
an einem Drehgestell (14) angeordnet ist,
- der Druckgutträger (16) durch Drehen des Drehgestells (14) um eine Drehachse (6)
zu einer ersten Druckstation bewegt wird,
- das Druckgut bedruckt wird und
- der Druckgutträger (16) zu einer weiteren Station bewegt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Drehen des Drehgestells (14) eine etwa lineare Schubbewegung eines Schubantriebes
eingesetzt wird, welche beabstandet zur Drehachse (6) auf das Drehgestell (14) übertragen
wird.