[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten eines Druckmaschinenzylinders.
Des Weiteren betrifft die Erfindung einen Druckmaschinenzylinder.
[0002] Aus der
DE 103 49 446 B4 ist ein Verfahren zum Beschichten eines Druckmaschinenzylinders bekannt, wobei ein
Zylindergrundkörper des Druckmaschinenzylinders eine äußere Mantelfläche und mindestens
einen Spannkanal aufweist. Nach der
DE 103 49 446 B4 wird die Innenfläche des oder jedes Spannkanals durch eine chemische Abscheidung
mit Nickel und Phosphor beschichtet. Die Mantelfläche des Zylindergrundkörpers wird
hingegen durch thermisches Spritzen beschichtet.
[0003] Bei dem Beschichtungsverfahren nach der
DE 103 49 446 B4 bildet sich im Bereich der äußeren Mantelfläche des Zylindergrundkörpers eine Beschichtung
mit einer Dicke zwischen 0,2 mm und 0,5 mm aus. Derart dicke Beschichtungen können
nicht konturgetreu und gleichmäßig erfolgen, so dass nach der Beschichtung eine Nachbearbeitung
des Druckmaschinenzylinders erfolgen muss. Dies ist von Nachteil.
[0004] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein neuartiges
Verfahren zum Beschichten eines Druckmaschinenzylinders sowie einen neuartigen Druckmaschinenzylinder
zu schaffen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Beschichten eines Druckmaschinenzylinders
gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst zumindest die folgenden Schritte: a) Bereitstellen
eines Druckmaschinenzylinders mit einem metallischen Zylindergrundkörper, der eine
äußere Mantelfläche und mindestens einen Spannkanal aufweist; b) Auftragen einer nickelhaltigen
Beschichtung auf den Zylindergrundkörper im Bereich der äußeren Mantelfläche sowie
des oder jedes Spannkanals durch autokatalytische bzw. chemische Abscheidung.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt die Ausbildung einer relativ dünnen, konturgetreuen
und gleichmäßigen Beschichtung eines Druckmaschinenzylinders, so dass keine Nachbearbeitung
desselben nach erfolgter Beschichtung erforderlich ist.
[0008] Vorzugsweise wird anschließend eine chromhaltige Beschichtung auf die nickelhaltige
Beschichtung zumindest im Bereich der äußeren Mantelfläche des Zylindergrundkörpers
durch galvanische Abscheidung aufgetragen.
[0009] Der erfindungsgemäße Druckmaschinenzylinder ist in Anspruch 13 definiert.
[0010] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung.
[0011] Die hier vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten eines Druckmaschinenzylinders,
nämlich eines Formzylinders oder eines Übertragungszylinders, wobei hierzu in einem
ersten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens ein metallischer Zylindergrundkörper
bereitgestellt wird, der eine äußere Mantelfläche sowie mindestens einen Spannkanal
aufweist.
[0012] Nach dem Bereitstellen des metallischen Zylindergrundkörpers wird derselbe im Bereich
seiner äußeren Mantelfläche sowie des oder jedes Spannkanals durch autokatalytische
Abscheidung mit einer nickelhaltigen Beschichtung beschichtet.
[0013] Bei der autokatalytischen bzw. chemischen Abscheidung wird eine Legierung auf den
Zylindergrundkörper im Bereich seiner äußeren Mantelfläche sowie des oder jedes Spannkanals
aufgetragen, die zumindest Nickel und Phosphor enthält. Die autokatalytische bzw.
chemische Abscheidung erfolgt derart, dass die aufgetragene, nickelhaltige Beschichtung
eine Dicke von mindestens 15
µm aufweist. Vorzugsweise beträgt die Dicke der durch autokatalytische bzw. chemische
Abscheidung aufgetragenen, nickelhaltigen Beschichtung mindestens 25
µm, insbesondere mindestens 30
µm. Die Maximaldicke dieser durch autokatalytische bzw. chemische Abscheidung aufgetragenen,
nickelhaltigen Beschichtung liegt bei 50
µm.
[0014] Nach dem vollständigen Beschichten des Zylindergrundkörpers im Bereich der äußeren
Mantelfläche sowie des oder jedes Spannkanals mit der nickelhaltigen Beschichtung
wird vorzugsweise auf die nickelhaltige Beschichtung zumindest im Bereich der äußeren
Mantelfläche des Zylindergrundkörpers, vorzugsweise ausschließlich im Bereich der
äußeren Mantelfläche desselben, eine chromhaltige Beschichtung durch galvanische Abscheidung
aufgetragen. Die galvanische Abscheidung erfolgt derart, dass die durch galvanische
Abscheidung aufgetragene, chromhaltige Beschichtung eine Dicke von mindestens 15
µm, insbesondere eine Dicke von mindestens 30
µm, aufweist. Die Maximaldicke dieser durch galvanische Abscheidung aufgetragenen,
chromhaltigen Beschichtung liegt bei 100
µm.
[0015] Die durch galvanische Abscheidung aufgetragene, chromhaltige Beschichtung kann einlagig
ausgebildet sein. Vorzugsweise ist jedoch die durch galvanische Abscheidung aufgetragene,
chromhaltige Beschichtung mehrlagig ausgeführt, wobei jede der aufgetragenen Lagen
eine Dicke von mindestens 10
µm, vorzugsweise eine Dicke von mindestens 15
µm, aufweist.
[0016] Dann, wenn die durch galvanische Abscheidung aufgetragene, chromhaltige Beschichtung
mehrlagig ausgebildet ist, wird vorzugsweise unmittelbar auf die nickelhaltige Beschichtung
eine Lage aus Heißchrom und auf die Lage aus Heißchrom mindestens eine Lage aus Hartchrom
aufgetragen. Im Unterschied hierzu ist es auch möglich, unmittelbar auf die nickelhaltige
Beschichtung mehrere Lagen aus Hartchrom aufzutragen.
[0017] Es liegt demnach im Sinne der hier vorliegenden Erfindung, einen metallischen Zylindergrundkörper
eines Druckmaschinenzylinders zuerst vollständig im Bereich seiner äußeren Mantelfläche
sowie des oder jedes Spannkanals durch autokatalytische bzw. chemische Abscheidung
mit einer nickelhaltigen Beschichtung zu beschichten. Die Dicke dieser nickelhaltigen
Beschichtung beträgt vorzugsweise mindestens 15
µm. Auf diese nickelhaltige Beschichtung wird durch galvanische Abscheidung eine chromhaltige
Beschichtung aufgetragen, die über eine Dicke von vorzugsweise mindestens 30
µm verfügt.
[0018] Mit der Erfindung ist es möglich, Druckmaschinenzylinder konturgenau und gleichmäßig
mit relativ geringen Schichtdicken zu beschichten, so dass nach dem Beschichten keine
Nachbearbeitung des Druckmaschinenzylinders erforderlich ist.
1. Verfahren zum Beschichten eines Druckmaschinenzylinders, nämlich eines Formzylinders
oder eines Übertragungszylinder, mit zumindest folgenden Schritten:
a) Bereitstellen eines Druckmaschinenzylinders mit einem metallischen Zylindergrundkörper,
der eine äußere Mantelfläche und mindestens einen Spannkanal aufweist;
b) Auftragen einer nickelhaltigen Beschichtung auf den Zylindergrundkörper im Bereich
der äußeren Mantelfläche sowie des oder jedes Spannkanals durch autokatalytische bzw.
chemische Abscheidung.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch autokatalytische bzw. chemische Abscheidung eine Nickel und Phosphor enthaltende
Legierung auf den Zylindergrundkörper aufgetragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die autokatalytische bzw. chemische Abscheidung derart erfolgt, dass die aufgetragene,
nickelhaltige Beschichtung eine Dicke von mindestens 15 µm aufweist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die aufgetragene, nickelhaltige Beschichtung eine Dicke von mindestens 25 µm, insbesondere von mindestens 30 µm, aufweist.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an Schritt b) eine chromhaltige Beschichtung auf die nickelhaltige Beschichtung
zumindest im Bereich der äußeren Mantelfläche des Zylindergrundkörpers aufgetragen
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die chromhaltige Beschichtung durch galvanische Abscheidung in mindestens einer Lage
auf den Zylindergrundkörper aufgetragen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die chromhaltige Beschichtung ausschließlich im Bereich der äußeren Mantelfläche
des Zylindergrundkörpers aufgetragen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die galvanische Abscheidung derart erfolgt, dass die durch galvanische Abscheidung
aufgetragene, chromhaltige Beschichtung eine Dicke von mindestens 15 µm aufweist.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die durch galvanische Abscheidung aufgetragene, chromhaltige Beschichtung eine Dicke
von mindestens 30 µm aufweist.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass durch galvanische Abscheidung Chrom in mehreren Lagen auf den Zylindergrundkörper
aufgetragen wird, derart, dass jede Lage eine Dicke von mindestens 10 µm, vorzugsweise von mindestens 15 µm, aufweist.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass durch galvanische Abscheidung eine Lage aus Heißchrom und mindestens eine Lage aus
Hartchrom aufgetragen werden.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass durch galvanische Abscheidung mehrere Lagen aus Hartchrom aufgetragen werden.
13. Druckmaschinenzylinder, nämlich Formzylinder oder Übertragungszylinder, mit einem
metallischen Zylindergrundkörper, der eine äußere Mantelfläche und mindestens einen
Spannkanal aufweist, wobei der Zylindergrundkörper im Bereich der äußeren Mantelfläche
sowie des oder jedes Spannkanals durch autokatalytische bzw. chemische Abscheidung
mit einer nickelhaltigen Beschichtung beschichtet ist, und wobei auf die nickelhaltige
Beschichtung zumindest im Bereich der äußeren Mantelfläche des Zylindergrundkörpers
durch galvanische Abscheidung eine chromhaltigen Beschichtung aufgebracht ist.
14. Druckmaschinenzylinder nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch Merkmale nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 12.