[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausstatten von Gegenständen mit einem
Rundumetikett, gemäß dem Kennzeichen des Anspruchs 1.
[0002] Es ist seit geraumer Zeit Stand der Technik, Gegenstände, insbesondere Behälter wie
Flaschen, Dosen oder dgl. an ihrer Mantelfläche mit einem aus einem rechteckigen Zuschnitt
gebildeten Rundumetikett zu versehen, das durch Aufwickeln auf die Mantelfläche eines
Gegenstandes gebracht wird, wobei die Etikettenendkante die Etikettenanfangskante
überlappt und mit dieser dauerhaft verbunden wird, z.B. durch Klebstoff oder Lösungsmittel.
Üblicherweise wird ein Etikettenzuschnitt vor dem Aufwickeln auf einen Gegenstand
durch Abtrennen von einer Etikettenrolle erzeugt und mit einer rotierenden Transfereinrichtung,
insbesondere Vakuumtrommel, auf den Gegenstand aufgerollt. Für diese Art von Etikettierung
gibt es zahlreiche sehr wirtschaftlich und leistungsfähig arbeitende Etikettiervorrichtungen
auf dem Markt (
US 4 758 300,
US 5 116 452,
US 5 160 570,
US 4 923 557,
EP 1 270 426 A1,
DE 10 2004 047 595 A1,
DE 20 2004 013 947 U1,
DE 91 02 676 U1).
[0003] Des weiteren ist die Verwendung von beidseitig bedruckten Etiketten bekannt, die
also auch auf der zum Gegenstand weisenden Innenseite Informationen für den Verbraucher
aufweisen und demzufolge zunächst vom etikettierten Gegenstand abgelöst werden müssen,
um die Rückseite betrachten zu können. Hierfür kann ein Etikett eine Aufreißlinie
bzw. einen Aufreißfaden besitzen, der ein einfaches Ablösen des Etiketts ermöglichen
soll. Nachteiligerweise sind derart präparierte Etiketten teuerer als konventionelle
Etiketten und können zudem im Falle von elastischen Gegenständen, die sich beispielsweise
bei Erwärmung oder bei einem Innendruckanstieg ausdehnen, unbeabsichtigt aufreißen
bzw. abplatzen.
[0004] Der Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung zum Ausstatten
von Gegenständen mit einem Rundumetikett anzugeben, das kostengünstig verarbeitet
werden kann, leicht von einem Gegenstand entfernbar ist und trotzdem bei unterschiedlichsten
Bedingungen zuverlässig an einem Gegenstand haftet.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1.
[0006] Durch die Maßnahme, einen Eckbereich der Etikettenendkante nicht adhäsiv mit der
darunter liegenden Etikettenanfangskante zu verbinden, kann einerseits ein schnelles
Aufreißen der Überlappungsverbindung - ausgehend von dieser unbefestigten Etikettenecke
- erfolgen, ohne zusätzlichen Aufwand für spezielle Etiketten oder Sondereinrichtungen
zum Erzeugen von Perforationslinien in Kauf nehmen zu müssen. Der Etikettiervorgang
läuft im Grundsatz unverändert gleich ab, mit Ausnahme der Befestigung der Etikettenendkante,
die nicht mehr über ihre gesamte Höhe durchgehend flächig angeheftet wird.
[0007] Vorrichtungsseitig wird dies dadurch bewerkstelligt, dass der obere und/oder untere
Eckbereich der Endkante des Rundumetiketts beim Passieren der Adhäsionseinrichtung,
z.B. einer Leimwalze, nicht in einen klebenden Zustand gebracht wird.
[0008] Besonders bevorzugt geschieht dies durch eine rotierende Transfereinrichtung, z.B.
einen Vakuumzylinder, deren Tragfläche für die Etikettenendkante in den besagten Eckbereichen
der Endkante in Richtung der Rotationsachse radial einwärts verlaufend geformt ist,
wodurch die vorgesehenen Etikettenecken einen Abstand zur Adhäsionseinrichtung, beispielsweise
der Oberfläche einer Leimwalze, aufweist und keine haftenden Eigenschaften erlangt.
Der überwiegende Bereich der Etikettenendkante wird aber nach wie vor in einen adhäsiven
Zustand versetzt, indem beispielsweise ein vertikaler Leimstreifen aus Heißleim oder
dgl. aufgetragen, oder bei einem Kunststoffetikett ggf. ein kurzzeitiger Kontakt zu
einer beheizten Fläche hergestellt wird.
[0009] Alternativ kann im Falle einer Leimwalze deren Oberfläche nur in den für eine Leimübertragung
vorgesehenen Bereichen eine leimaufnehmende Strukturierung aufweisen, während alle
übrigen Abschnitte der Walze eine glatte, leimfreie Beschaffenheit besitzen, d.h.
die den Eckbereichen zugeordneten Oberflächenzonen wären glatt auszubilden. Durch
einen an der glatten Oberfläche spaltfrei anliegenden Schaber erfolgt nur in den strukturierten
Oberflächenbereichen ein Leimübertrag auf das Etikett. Auf diese Weise kann auch in
Verbindung mit einem völlig konventionell ausgebildeten Transfer- bzw. Vakuumzylinder
ein vergleichbares Etikettierergebnis erreicht werden.
[0010] Im Nachfolgenden wird ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel anhand der Figuren
erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Mantelabwicklung eines einteiligen Vakuumzylinders zum Vorbeiführen eines Rundumetiketts
an einer Leimwalze und Übertragen auf einen Gegenstand,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Tragfläche des Vakuumzylinders für die Etikettenendkante eines
Rundumetiketts und
- Fig. 3
- ein Rundumetikett nach dem Aufbringen von Leimzonen und beim Aufwickeln auf einen
Gegenstand in jeweils perspektivischer Darstellung.
[0011] Die Fig. 1 zeigt die Mantelabwicklung eines einteiligen Vakuumzylinders, der einen
prinzipiell gleichen Aufbau aufweist wie der aus
EP 1 270 426 A1 bekannte Vakuumzylinder, der allerdings drei Teilungsabstände besitzt.
[0012] In die Mantelfläche M eingebettet sind zwei entsprechend der Etikettenlänge beabstandete,
elastische Saugleisten S1 und S2, deren äußere Oberfläche gegenüber der übrigen Mantelfläche
geringfügig radial nach außen überstehend ausgebildet ist, oder die im Falle von radial
beweglich als Schieber ausgeführten Saugleisten zur Leimaufnahme an einer Leimwalze
aus der Mantelfläche radial nach außen vorsteuerbar ist.
[0013] Die mit S1 bezeichnete Saugleiste dient zur Aufnahme der in Drehrichtung des Vakuumzylinders
voraus laufenden Etikettenvorderkante V und die Saugleiste S2 bildet eine Tragfläche
für die nachlaufende Etikettenendkante H eines nach dem Aufbringen auf einen Gegenstand
F überlappenden Rundumetiketts R.
[0014] Gegenüber der Gestaltung der bisher aus dem Stand der Technik bekannten Saugleisten
weist die vorliegende Saugleiste S2 in ihrem oberen Eckbereich, der die Tragfläche
für die obere Etikettenecke O an der Etikettenendkante H des Rundumetiketts R bildet,
einen radial von der Peripherie schräg einwärts in Richtung zur Rotationsachse des
Vakuumzylinders geformten, schräg abgeflachten Eckabschnitt E auf, der wenigstens
eine Vakuumbohrung B besitzt, um die besagte obere Etikettenecke O an der nachlaufenden
Endkante H radial nach innen halten zu können, derart, dass diese Etikettenecke O
nicht mehr in der die Leimwalzenoberfläche L tangierenden Peripherie der übrigen Saugleistenoberfläche
liegt. Aus diesem Grund weist die nach innen gezogene Etikettenecke O einen Abstand
zur Leimwalzenoberfläche L und erhält keinen Leimauftrag.
[0015] Nach dem vollständigen Aufwickeln des Rundumetiketts R auf einen Gegenstand F, z.B.
eine Getränkeflasche, weist die unbeleimte Ecke der Etikettenendkante H keine Klebeverbindung
zu der innen liegenden, überlappten Etikettenvorderkante V auf und kann an dieser
Stelle leicht manuell erfasst und zum späteren Aufreißen des Etiketts genutzt werden.
[0016] Zum Anheften und Aufwickeln des Rundumetiketts R auf den Gegenstand F kann die Etikettenvorderkante
V in herkömmlicher Art mit einer vertikal vom oberen bis zum unteren Etikettenrand
durchgehenden Leimzone Z1 versehen werden. Die Leimzone Z2 an der Etikettenendkante
H weist dagegen im oberen Eckbereich O des Etiketts eine in etwa dreieckförmige, leimfreie
Ausnehmung auf (siehe Fig. 3).
[0017] Die vorstehend beschriebene Vorrichtung ist zur Verarbeitung von Etiketten aus Papier
oder Kunststoff gleichermaßen geeignet.
[0018] Die zu etikettierenden Gegenstände können aus einem starren Material wie Glas, Metall
oder dgl. oder einem elastischen Werkstoff wie z.B. Kunststoff bestehen.
1. Vorrichtung zum Ausstatten von Gegenständen, insbesondere Behältern wie Flaschen,
Dosen oder dgl. mit einem Rundumetikett, dessen Endkante die Anfangskante überlappt
und an dieser anhaftend befestigt ist, mit einer Transfereinrichtung zum Aufbringen
des Rundumetiketts auf einen Gegenstand, wobei die Transfereinrichtung das Rundumetikett
mit seiner Rückseite nach außen weisend an einer Adhäsionseinrichtung vorbeführt,
um dem Rundumetikett wenigstens im Bereich seiner Endkante adhäsive Eigenschaften
zu verleihen, dadurch gekennzeichnet, dass die Transfereinrichtung und/oder die Adhäsionseinrichtung so ausgebildet ist/sind,
dass die Endkante des Rundumetiketts im Bereich ihrer oberen und/oder unteren Ecke
keine adhäsiven Eigenschaften erhält.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Transfereinrichtung als ein drehbarer Rotor mit Haltemitteln für ein Rundumetikett
ausgebildet ist, insbesondere Vakuumhaltemitteln.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Adhäsionseinrichtung als eine an der Peripherie der Transfereinrichtung angeordnete
Haftmittelauftragseinrichtung, insbesondere Leimwalze ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Kontaktbereich zwischen dem die obere und/oder untere Ecke der Endkante des Rundumetiketts
präsentierenden Bereich der Transfereinrichtung und der Adhäsionseinrichtung ein geometrischer
Abstand des wenigstens einen Eckbereiches der Endkante besteht.
5. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die um eine Rotationsachse drehbare Transfereinrichtung eine Tragfläche für die Endkante
des Rundumetiketts aufweist, wobei die dem wenigstens einen Eckbereich der Endkante
zugeordneten Flächenanteile der Tragfläche näher zur Rotationsachse beabstandet ausgebildet
sind, als die verbleibende Tragfläche.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragfläche als eine vorzugsweise elastische Vakuumsaugleiste mit wenigstens einem
abgeschrägten Eckbereich ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der dem oberen und/oder unteren Eckbereich der Endkante des Rundumetiketts zugeordnete
Bereich der Adhäsionseinrichtung kein Haftmittel auf das Rundumetikett überträgt.