(19)
(11) EP 1 955 952 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.08.2008  Patentblatt  2008/33

(21) Anmeldenummer: 08001880.7

(22) Anmeldetag:  01.02.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65C 9/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA MK RS

(30) Priorität: 06.02.2007 DE 202007001950 U

(71) Anmelder: KRONES Aktiengesellschaft
93073 Neutraubling (DE)

(72) Erfinder:
  • Leykamm, Dieter
    93073 Neutraubling (DE)

   


(54) Vorrichtung zum Ausstatten von Gegenständen mit einem Rundumetikett


(57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausstatten von Gegenständen, insbesondere Behältern wie Flaschen, Dosen oder dgl. mit einem Rundumetikett (R), dessen Endkante (H) die Anfangskante (V) überlappt und an dieser anhaftend befestigt ist, mit einer Transfereinrichtung zum Aufbringen des Rundumetiketts (R) auf einen Gegenstand, wobei die Transfereinrichtung das Rundumetikett (R) mit seiner Rückseite nach außen weisend an einer Adhäsionseinrichtung vorbeführt, um dem Rundumetikett wenigstens im Bereich seiner Endkante (H) adhäsive Eigenschaften zu verleihen, wobei die Transfereinrichtung und/oder die Adhäsionseinrichtung so ausgebildet ist/sind, dass die Endkante (H) des Rundumetiketts (R) im Bereich ihrer oberen und/oder unteren Ecke (O) keine adhäsiven Eigenschaften erhält.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausstatten von Gegenständen mit einem Rundumetikett, gemäß dem Kennzeichen des Anspruchs 1.

[0002] Es ist seit geraumer Zeit Stand der Technik, Gegenstände, insbesondere Behälter wie Flaschen, Dosen oder dgl. an ihrer Mantelfläche mit einem aus einem rechteckigen Zuschnitt gebildeten Rundumetikett zu versehen, das durch Aufwickeln auf die Mantelfläche eines Gegenstandes gebracht wird, wobei die Etikettenendkante die Etikettenanfangskante überlappt und mit dieser dauerhaft verbunden wird, z.B. durch Klebstoff oder Lösungsmittel. Üblicherweise wird ein Etikettenzuschnitt vor dem Aufwickeln auf einen Gegenstand durch Abtrennen von einer Etikettenrolle erzeugt und mit einer rotierenden Transfereinrichtung, insbesondere Vakuumtrommel, auf den Gegenstand aufgerollt. Für diese Art von Etikettierung gibt es zahlreiche sehr wirtschaftlich und leistungsfähig arbeitende Etikettiervorrichtungen auf dem Markt (US 4 758 300, US 5 116 452, US 5 160 570, US 4 923 557, EP 1 270 426 A1, DE 10 2004 047 595 A1, DE 20 2004 013 947 U1, DE 91 02 676 U1).

[0003] Des weiteren ist die Verwendung von beidseitig bedruckten Etiketten bekannt, die also auch auf der zum Gegenstand weisenden Innenseite Informationen für den Verbraucher aufweisen und demzufolge zunächst vom etikettierten Gegenstand abgelöst werden müssen, um die Rückseite betrachten zu können. Hierfür kann ein Etikett eine Aufreißlinie bzw. einen Aufreißfaden besitzen, der ein einfaches Ablösen des Etiketts ermöglichen soll. Nachteiligerweise sind derart präparierte Etiketten teuerer als konventionelle Etiketten und können zudem im Falle von elastischen Gegenständen, die sich beispielsweise bei Erwärmung oder bei einem Innendruckanstieg ausdehnen, unbeabsichtigt aufreißen bzw. abplatzen.

[0004] Der Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung zum Ausstatten von Gegenständen mit einem Rundumetikett anzugeben, das kostengünstig verarbeitet werden kann, leicht von einem Gegenstand entfernbar ist und trotzdem bei unterschiedlichsten Bedingungen zuverlässig an einem Gegenstand haftet.

[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1.

[0006] Durch die Maßnahme, einen Eckbereich der Etikettenendkante nicht adhäsiv mit der darunter liegenden Etikettenanfangskante zu verbinden, kann einerseits ein schnelles Aufreißen der Überlappungsverbindung - ausgehend von dieser unbefestigten Etikettenecke - erfolgen, ohne zusätzlichen Aufwand für spezielle Etiketten oder Sondereinrichtungen zum Erzeugen von Perforationslinien in Kauf nehmen zu müssen. Der Etikettiervorgang läuft im Grundsatz unverändert gleich ab, mit Ausnahme der Befestigung der Etikettenendkante, die nicht mehr über ihre gesamte Höhe durchgehend flächig angeheftet wird.

[0007] Vorrichtungsseitig wird dies dadurch bewerkstelligt, dass der obere und/oder untere Eckbereich der Endkante des Rundumetiketts beim Passieren der Adhäsionseinrichtung, z.B. einer Leimwalze, nicht in einen klebenden Zustand gebracht wird.

[0008] Besonders bevorzugt geschieht dies durch eine rotierende Transfereinrichtung, z.B. einen Vakuumzylinder, deren Tragfläche für die Etikettenendkante in den besagten Eckbereichen der Endkante in Richtung der Rotationsachse radial einwärts verlaufend geformt ist, wodurch die vorgesehenen Etikettenecken einen Abstand zur Adhäsionseinrichtung, beispielsweise der Oberfläche einer Leimwalze, aufweist und keine haftenden Eigenschaften erlangt. Der überwiegende Bereich der Etikettenendkante wird aber nach wie vor in einen adhäsiven Zustand versetzt, indem beispielsweise ein vertikaler Leimstreifen aus Heißleim oder dgl. aufgetragen, oder bei einem Kunststoffetikett ggf. ein kurzzeitiger Kontakt zu einer beheizten Fläche hergestellt wird.

[0009] Alternativ kann im Falle einer Leimwalze deren Oberfläche nur in den für eine Leimübertragung vorgesehenen Bereichen eine leimaufnehmende Strukturierung aufweisen, während alle übrigen Abschnitte der Walze eine glatte, leimfreie Beschaffenheit besitzen, d.h. die den Eckbereichen zugeordneten Oberflächenzonen wären glatt auszubilden. Durch einen an der glatten Oberfläche spaltfrei anliegenden Schaber erfolgt nur in den strukturierten Oberflächenbereichen ein Leimübertrag auf das Etikett. Auf diese Weise kann auch in Verbindung mit einem völlig konventionell ausgebildeten Transfer- bzw. Vakuumzylinder ein vergleichbares Etikettierergebnis erreicht werden.

[0010] Im Nachfolgenden wird ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel anhand der Figuren erläutert. Es zeigt:
Fig. 1
eine Mantelabwicklung eines einteiligen Vakuumzylinders zum Vorbeiführen eines Rundumetiketts an einer Leimwalze und Übertragen auf einen Gegenstand,
Fig. 2
eine Draufsicht auf die Tragfläche des Vakuumzylinders für die Etikettenendkante eines Rundumetiketts und
Fig. 3
ein Rundumetikett nach dem Aufbringen von Leimzonen und beim Aufwickeln auf einen Gegenstand in jeweils perspektivischer Darstellung.


[0011] Die Fig. 1 zeigt die Mantelabwicklung eines einteiligen Vakuumzylinders, der einen prinzipiell gleichen Aufbau aufweist wie der aus EP 1 270 426 A1 bekannte Vakuumzylinder, der allerdings drei Teilungsabstände besitzt.

[0012] In die Mantelfläche M eingebettet sind zwei entsprechend der Etikettenlänge beabstandete, elastische Saugleisten S1 und S2, deren äußere Oberfläche gegenüber der übrigen Mantelfläche geringfügig radial nach außen überstehend ausgebildet ist, oder die im Falle von radial beweglich als Schieber ausgeführten Saugleisten zur Leimaufnahme an einer Leimwalze aus der Mantelfläche radial nach außen vorsteuerbar ist.

[0013] Die mit S1 bezeichnete Saugleiste dient zur Aufnahme der in Drehrichtung des Vakuumzylinders voraus laufenden Etikettenvorderkante V und die Saugleiste S2 bildet eine Tragfläche für die nachlaufende Etikettenendkante H eines nach dem Aufbringen auf einen Gegenstand F überlappenden Rundumetiketts R.

[0014] Gegenüber der Gestaltung der bisher aus dem Stand der Technik bekannten Saugleisten weist die vorliegende Saugleiste S2 in ihrem oberen Eckbereich, der die Tragfläche für die obere Etikettenecke O an der Etikettenendkante H des Rundumetiketts R bildet, einen radial von der Peripherie schräg einwärts in Richtung zur Rotationsachse des Vakuumzylinders geformten, schräg abgeflachten Eckabschnitt E auf, der wenigstens eine Vakuumbohrung B besitzt, um die besagte obere Etikettenecke O an der nachlaufenden Endkante H radial nach innen halten zu können, derart, dass diese Etikettenecke O nicht mehr in der die Leimwalzenoberfläche L tangierenden Peripherie der übrigen Saugleistenoberfläche liegt. Aus diesem Grund weist die nach innen gezogene Etikettenecke O einen Abstand zur Leimwalzenoberfläche L und erhält keinen Leimauftrag.

[0015] Nach dem vollständigen Aufwickeln des Rundumetiketts R auf einen Gegenstand F, z.B. eine Getränkeflasche, weist die unbeleimte Ecke der Etikettenendkante H keine Klebeverbindung zu der innen liegenden, überlappten Etikettenvorderkante V auf und kann an dieser Stelle leicht manuell erfasst und zum späteren Aufreißen des Etiketts genutzt werden.

[0016] Zum Anheften und Aufwickeln des Rundumetiketts R auf den Gegenstand F kann die Etikettenvorderkante V in herkömmlicher Art mit einer vertikal vom oberen bis zum unteren Etikettenrand durchgehenden Leimzone Z1 versehen werden. Die Leimzone Z2 an der Etikettenendkante H weist dagegen im oberen Eckbereich O des Etiketts eine in etwa dreieckförmige, leimfreie Ausnehmung auf (siehe Fig. 3).

[0017] Die vorstehend beschriebene Vorrichtung ist zur Verarbeitung von Etiketten aus Papier oder Kunststoff gleichermaßen geeignet.

[0018] Die zu etikettierenden Gegenstände können aus einem starren Material wie Glas, Metall oder dgl. oder einem elastischen Werkstoff wie z.B. Kunststoff bestehen.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Ausstatten von Gegenständen, insbesondere Behältern wie Flaschen, Dosen oder dgl. mit einem Rundumetikett, dessen Endkante die Anfangskante überlappt und an dieser anhaftend befestigt ist, mit einer Transfereinrichtung zum Aufbringen des Rundumetiketts auf einen Gegenstand, wobei die Transfereinrichtung das Rundumetikett mit seiner Rückseite nach außen weisend an einer Adhäsionseinrichtung vorbeführt, um dem Rundumetikett wenigstens im Bereich seiner Endkante adhäsive Eigenschaften zu verleihen, dadurch gekennzeichnet, dass die Transfereinrichtung und/oder die Adhäsionseinrichtung so ausgebildet ist/sind, dass die Endkante des Rundumetiketts im Bereich ihrer oberen und/oder unteren Ecke keine adhäsiven Eigenschaften erhält.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Transfereinrichtung als ein drehbarer Rotor mit Haltemitteln für ein Rundumetikett ausgebildet ist, insbesondere Vakuumhaltemitteln.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Adhäsionseinrichtung als eine an der Peripherie der Transfereinrichtung angeordnete Haftmittelauftragseinrichtung, insbesondere Leimwalze ausgebildet ist.
 
4. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Kontaktbereich zwischen dem die obere und/oder untere Ecke der Endkante des Rundumetiketts präsentierenden Bereich der Transfereinrichtung und der Adhäsionseinrichtung ein geometrischer Abstand des wenigstens einen Eckbereiches der Endkante besteht.
 
5. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die um eine Rotationsachse drehbare Transfereinrichtung eine Tragfläche für die Endkante des Rundumetiketts aufweist, wobei die dem wenigstens einen Eckbereich der Endkante zugeordneten Flächenanteile der Tragfläche näher zur Rotationsachse beabstandet ausgebildet sind, als die verbleibende Tragfläche.
 
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragfläche als eine vorzugsweise elastische Vakuumsaugleiste mit wenigstens einem abgeschrägten Eckbereich ausgebildet ist.
 
7. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der dem oberen und/oder unteren Eckbereich der Endkante des Rundumetiketts zugeordnete Bereich der Adhäsionseinrichtung kein Haftmittel auf das Rundumetikett überträgt.
 




Zeichnung










Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente