[0001] Die Erfindung betrifft ein Steiggerät, insbesondere einen Klapptritt oder eine Aufstellleiter,
mit zumindest einem vorzugsweise zwei gelenkig verbundenen Holmpaaren umfassend je
zwei Holme, mit Stufen oder Sprossen, die zwischen den Holmen zumindest eines Holmpaares
angebracht sind, und mit zumindest einem ersten, höhenverstellbaren Bügel.
[0002] Ein Steiggerät mit diesen Merkmalen ist aus der Druckschrift mit der Veröffentlichungsnummer
DE 603 03 093 T2 bekannt. An dem ersten höhenverstellbaren Bügel des in dieser Druckschrift offenbarten
Klapptritts ist eine schwenkbar angebrachte Ablage beziehungsweise Arbeitsschale vorgesehen.
In dieser Arbeitsschale können Werkzeuge oder Arbeitsmaterialien abgelegt werden.
[0003] Die Konstruktion dieses Klapptritts hat mehrere Nachteile. Zum einen ist die Anbringung
des ersten Bügels an dem übrigen Klapptritt nicht besonders vorteilhaft. Der Bügel
ist auf der Außenseite der beiden Holme geführt. Die Führung ist insbesondere wegen
der nicht parallel zueinander verlaufenden Holme des vorderen Holmpaares nicht spielfrei.
Das Spiel in der Führung führt dazu, dass der Bügel keine feste Haltemöglichkeit für
einen auf dem Klapptritt sehenden Benutzer bietet. Zum anderen ist der Klapptritt
in sich nicht besonders stabil. Die Holmpaare der rechten und linken Seite sind im
Wesentlichen nur durch die Stufe beziehungsweise entsprechende Verstrebungen miteinander
verbunden. Insbesondere im oberen Bereich, an welchem die Holme der beiden Holmpaare
gelenkig miteinander verbunden sind, ist kein stabilisierendes Element vorgesehen.
[0004] Hier setzt die vorliegende Erfindung an.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Steiggerät der eingangs
genannten Art so zu verbessern, dass eine in sich stabilere Haltemöglichkeit vorliegt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Steiggerät einen zweiten
Bügel aufweist, der die beiden in der Gebrauchslage des Steigmittels oberen Enden
der Holme zumindest eines Holmpaares miteinander verbindet. Die Holme können dabei
mit ihren oberen Enden deutlich über das Gelenk, mit welchem sie mit den Holmen des
anderen Holmpaars verbunden sind, überragen. Der zweite Bügel ist dann jeweils fest
mit den Holmen verbunden.
[0007] Durch den zusätzlichen Bügel wird eine größere Stabilität des Steiggeräts erreicht.
Da bei dem aus dem Stand der Technik bekannten Klapptritt keine feste Verbindung zwischen
den oberen Enden der Holme besteht, erhält man eine zusätzliche Querverstrebung, welche
Drehmomente und andere Kräfte besser ableiten kann. Der zusätzliche Bügel bietet außerdem
einem Benutzer eine zusätzliche und komfortable Möglichkeit sich festzuhalten.
[0008] Um einem Benutzer das Arbeiten auf einem Klapptritt oder einer Aufstelleiter zu erleichtern,
kann an dem zweiten Bügel eine Arbeitsbeziehungsweise Ablageschale angebracht sein.
Es ist ebenso möglich, dass diese Arbeits- beziehungsweise Ablageschale Teil des zweiten
Bügels ist.
[0009] Der erste Bügel kann U-förmig ausgebildet sein. Die Schenkel des ersten Bügels sind
somit vorzugsweise verschiebbar in den Holmen angeordnet. Die Holme umgreifen also
im eingeschobenen Zustand die Schenkel vollständig. Dadurch ist eine besonders spielfreie
Führung der Schenkel und somit des ersten Bügels an beziehungsweise in den Holmen
möglich. Auch im ausgezogenen Zustand des ersten Bügels bildet der erste Bügel eine
stabile Stütze für einen Benutzer.
[0010] Die Schenkel können aus Rohren oder Stäben, insbesondere aus Metall gebildet sein.
Dagegen ist ein die Schenkel verbindender Steg des ersten Bügels vorteilhaft aus Kunststoff
hergestellt und kann einen Haltegriff bilden.
[0011] Die Schenkel können in den Steg eingesteckt sein. Die Verbindung zwischen den Schenkeln
und dem Steg kann durch Stoffschluss, Kraftschluss und/oder Formschluss hergestellt
sein.
[0012] In einer besonderen Ausführung des erfindungsgemäßen Steiggerätes kann diese eine
zweite Ablage beziehungsweise Arbeitsschale aufweisen, die am ersten Bügel angebracht
ist oder Teil des ersten Bügels ist.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Steiggerät in Form einer Stufenstehleiter
ist anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigt
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht der Stufenstehleiter,
- Fig. 2
- eine Ansicht von vorn eines Teils der erfindungsgemäßen Stufenstehleiter mit ausgezogenem
ersten Bügel,
- Fig. 3
- eine Ansicht von hinten des Teils nach Fig. 2 mit eingeschobenem ersten Bügel,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht eines Teils der Stufenstehleiter mit ausgezogenem erstem Bügel
und
- Fig. 5
- eine Ansicht entsprechend der Perspektive der Ansicht nach Fig. 4 mit eingeschobenem
ersten Bügel.
[0014] Die in den Figuren dargestellte Stufenstehleiter weist ein vorderes Holmpaar aus
Holmen 2 und ein hinteres Holmpaar auf. Zwischen den Holmen 2 des vorderen Holmpaars
sind Stufen 3 angebracht. Eine Auftrittsfläche (Plattform) 3a bildet eine Aufstandsfläche,
welche für beide Füße eines Benutzers eine ausreichend große Aufstandsfläche bietet.
[0015] Die oberste Auftrittsfläche 3a ist sowohl zwischen den Holmen 2 des vorderen Holmpaars
als auch an den Holmen des hinteren Holmpaars auf bekannte Art und Weise gelenkig
angebracht.
[0016] Die Holmpaare selbst sind ebenfalls auf bekannte Art und Weise gelenkig miteinander
verbunden.
[0017] Die Holme 2 des vorderen Holmpaars sind jedoch nicht nur über die Stufen 3, 3a miteinander
verbunden, sondern auch über einen ersten höhenverstellbaren Bügel 4. Dieser erste
Bügel 4 ist im Wesentlichen U-förmig ausgebildet und weist zwei Schenkel 7 und einen
die beiden Schenkel verbindenden Steg 8 auf. Die Schenkel 7 des ersten Bügels 4 sind
aus Metallrohren hergestellt, die in dem oberen Bereich der Holme 2 verschiebbar und
spielfrei gelagert sind. Dazu sind die Schenkel 7 durch Öffnungen an der oberen Stirnseite
der Holme 2 durchgeführt. In den Holmen 7 sind Führungselemente vorgesehen, die die
Schenkel 7 aufnehmen.
[0018] Die Schenkel 7 sind in den Steg 8, der als Kunststoffteil ausgebildet ist, eingesteckt
und dort auf bekannte Art und Weise zum Beispiel durch Stoffschluss, Kraftschluss
oder Formschluss befestigt.
[0019] Zusätzlich zu dem ersten Bügel 4 weist die erfindungsgemäße Stufenstehleiter einen
zweiten Bügel 5 auf, der unmittelbar mit den oberen Enden der beiden Holmen 2 des
vorderen Holmpaares verbunden ist. Dieser zweite Bügel 5, der ebenfalls wie der Steg
8 des ersten Bügels als Kunststoffteil ausgeführt ist, weist eine integrierte Ablage
beziehungsweise Arbeitsschale 6 auf. In dieser Arbeits- beziehungsweise Ablageschale
6 ist beispielsweise eine Aufnahme zum Einstecken einer Bohrmaschine vorgesehen.
1. Steiggerät (1), insbesondere Klapptritt, Stufenstehleiter oder Aufstellleiter, mit
zumindest einem vorzugsweise zwei gelenkig verbundenen Holmpaaren umfassend je zwei
Holme (2), mit Stufen (3) oder Sprossen, die zwischen den Holmen (2) zumindest eines
Holmpaares angebracht sind, und mit zumindest einem ersten, höhenverstellbaren Bügel
(4),
dadurch gekennzeichnet, dass
das Steiggerät (1) einen zweiten Bügel (5) aufweist, der die beiden in der Gebrauchslage
des Steigmittels oberen Enden der Holme (2) zumindest eines Holmpaares miteinander
verbindet.
2. Steiggerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steiggerät (1) eine Ablage- bzw. Arbeitsschale (6) umfasst, die an dem zweite
Bügel angebracht oder Teil des zweiten Bügels (5) ist.
3. Steiggerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bügel (4) U-förmig ausgebildet ist.
4. Steiggerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Schenkel (7) des ersten Bügels (4) verschiebbar in die Holme (2) eingreifen.
5. Steiggerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkel (7) aus Rohren oder Stäben gebildet sind.
6. Steiggerät nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein die Schenkel (7) verbindender Steg (8) des ersten Bügels (4) aus Kunststoff hergestellt
ist.
7. Steiggerät nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkel (7) in den Steg (8) eingesteckt sind.
8. Steiggerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Steiggerät (1) eine zweite Ablage- bzw. Arbeitschale aufweist, die am ersten
Bügel (4) angebracht ist oder Teil des ersten Bügels (4) ist.
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