[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Kühlen von Fluiden, insbesondere von
Gasen. Als Kühlmedium wird dabei vorzugsweise Siedewasser und/oder Wasserdampf eingesetzt.
[0002] Eine Vorrichtung zum Kühlen von Gasen ist aus der Praxis in Form eines so genannten
Rauchrohrwärmetauschers bekannt. In dieser Vorrichtung wird eine Mehrzahl von linearen
horizontal angeordneten Rohrleitungen durch einen zylinderförmigen wasserbefüllten
Kühlraum geführt. Durch die linearen Rohrleitungen wird das zu kühlende Gas geleitet.
Bei diesem Kühlvorgang findet eine Verdampfung des in dem zylindrischen Kühlraum vorhandenen
Kühlwassers statt. Die beiden Stirnenden des zylindrischen Kühlraums werden von relativ
dicken Metallplatten bzw. Rohrböden begrenzt, die von den Rohrleitungen durchsetzt
sind. Die Rohrleitungen sind an ihren Enden mit den Metallplatten jeweils verschweißt.
Bei dieser Vorrichtung führen Wärmedehnungen zu Zwängen bzw. Spannungen, die die funktionssichere
Fixierung der Rohrleitungen an den Metallplatten beeinträchtigen können. Im Übrigen
kann es in den Spalten zwischen den Rohrleitungen und den Metallplatten zu störenden
Korrosionen kommen. Bei anderen bekannten Anlagen ist es üblich zur pH-Werteinstellung
des Kühlwassers u. a. Natronlauge zu verwenden. Bei dieser bekannten Vorrichtung kann
jedoch Natronlauge aufgrund der Korrosionsanfälligkeit (Laugenrisskorrosion in den
Spalten) nicht eingesetzt werden. Von daher ist der Betreiber der Vorrichtung in der
Wahl des Dosiermittels zur Einstellung des pH-Wertes in nachteilhafter Weise eingeschränkt.
[0003] Aus der Praxis sind weitere Vorrichtungen zum Kühlen von Fluiden bekannt, bei denen
ein Behälter von dem Fluid durchströmt wird und bei denen Wärmeaustauschflächen in
dem Behälter installiert sind. Diese aus dem Stand der Technik bekannten Wärmetauscher
werden in der Regel in vertikaler Richtung als stehende Zylinder durchströmt. Die
Anlagenteile, in denen die Wärmetauscher integriert werden sollen, müssen auf den
Raumbedarf dieser Wärmetauscher ausgerichtet sein. Dies ist insbesondere dann nachteilig,
wenn die Höhe der vorhandenen Anlagenteile geringer als die Bauhöhe des zylinderförmigen
Wärmetauschers ist. Dieses Problem kann gelöst werden, indem mehrere kleinere Wärmetauscher
hintereinander geschaltet werden. Hierbei müssen allerdings aufwendig und kostenintensiv
Rohrleitungen verlegt werden, um das Fluid durch die einzelnen Wärmetauscher zu leiten
und auf die gewünschte Temperatur zu kühlen. Diese bekannten Vorrichtungen haben aber
noch weitere Nachteile. Eine von der vertikalen Orientierung abweichende Ausrichtung
des Wärmetauschers kann zu Verschiebungen oder sogar zu Deformationen der Wärmeaustauschelemente
führen. Das wiederum kann zur Folge haben, dass Spannungen aufgrund von Wärmedehnungen
im Betrieb der Vorrichtung nur unkontrolliert abgebaut werden können, so dass Komponenten
der Vorrichtung beschädigt werden können.
[0004] Demgegenüber liegt der Erfindung das technische Problem zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art anzugeben, mit der die vorstehend beschriebenen Nachteile
auf einfache Weise vermieden werden können und die nichtsdestoweniger eine sehr funktionssichere,
effektive und energetisch günstige Kühlung ermöglicht. Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
soll insbesondere erreicht werden, dass die im Zusammenhang mit dem eingangs erwähnten
Rauchrohrwärmetauscher auftretenden Nachteile völlig eliminiert werden können.
[0005] Zur Lösung des technischen Problems lehrt die Erfindung eine Vorrichtung zum Kühlen
von Fluiden, wobei die Vorrichtung ein Gehäuse und zumindest ein in dem Gehäuse angeordnetes
und von einem Kühlmedium durchströmbares Wärmeaustauschelement aufweist,
wobei das Gehäuse fernerhin zumindest eine Einlassöffnung und zumindest eine Auslassöffnung
für das Fluid mit der Maßgabe aufweist, dass das Fluid zumindest teilweise von der
Einlassöffnung in Gehäuselängsrichtung zur Auslassöffnung strömt,
wobei das Wärmeaustauschelement rohrförmig ausgebildet ist und wobei sich das rohrförmige
Wärmeaustauschelement zumindest bereichsweise quer zur Gehäuselängsrichtung erstreckt,
und wobei das Gehäuse im Betrieb der Vorrichtung mit der Maßgabe angeordnet ist, dass
die Gehäuselängsrichtung horizontal bzw. im Wesentlichen horizontal orientiert ist.
[0006] Vorzugsweise besteht das Gehäuse aus metallischen Werkstoffen in Reinform und/oder
in Form von Legierungen. Zweckmäßigerweise ist das zumindest eine Wärmeaustauschelement
senkrecht bzw. im Wesentlichen senkrecht zur Gehäuselängsrichtung orientiert. In einer
bevorzugten Ausführungsform weist das Gehäuse eine Mehrzahl von Wärmeaustauschelementen
auf, die parallel oder im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind. Gemäß
einer bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung weist das Gehäuse lediglich eine
Einlassöffnung und lediglich eine Auslassöffnung auf. Es liegt im Rahmen der Erfindung,
dass der größte Teil des Fluids von der Einlassöffnung in Gehäuselängsrichtung zur
Auslassöffnung des Gehäuses strömt. Nach dem Eintritt in das Gehäuse umströmt das
Fluid das Wärmeaustauschelement bzw. die Wärmeaustauschelemente und verlässt danach
über die Auslassöffnung das Gehäuse. Zur Kühlung des Fluids nimmt ein durch die rohrförmigen
Wärmeaustauschelemente fließendes Kühlmedium die Wärme des Fluids auf und transportiert
diese Wärme aus dem Gehäuse. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Gehäuselängsrichtung
des Gehäuses im Betrieb der Vorrichtung horizontal bzw. im Wesentlichen horizontal
orientiert ist.
[0007] Gehäuselängsrichtung meint insbesondere die Richtung der Längsachse des Gehäuses.
Gehäuselängsrichtung bzw. Längsachse bezieht sich dabei insbesondere auf die längste
Erstreckung des Gehäuses. Vorzugsweise bezieht sich Gehäuselängsrichtung bzw. Längsachse
auf die Hauptströmungsrichtung des zu kühlenden Fluids. Mit anderen Worten ist dann
die Gehäuselängsrichtung bzw. die Längsrichtung parallel oder im Wesentlichen parallel
zur Hauptströmungsrichtung des zu kühlenden Fluids orientiert.
[0008] Nach ganz besonders bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist das Gehäuse der
Vorrichtung zumindest teilweise zylinderförmig ausgestaltet. Zweckmäßigerweise ist
die Vorrichtung bzw. ist das Gehäuse der Vorrichtung im Wesentlichen zylinderförmig
ausgestaltet. Die zylinderförmige Ausgestaltung des Wärmetauschers erlaubt einen Betriebsdruck
von insbesondere 1 bis 40 bar, bevorzugt 1 bis 25 und besonders bevorzugt 1 bis 15
bar. Vorzugsweise erstreckt sich der Boden des im Betrieb liegenden Zylinders horizontal
bzw. im Wesentlichen horizontal entlang der Längsachse des zylinderförmigen Gehäuses.
Mit anderen Worten ist die Längsachse des Zylinders im Betrieb der Vorrichtung horizontal
oder im Wesentlichen horizontal orientiert. Die Längsachse des Zylinders entspricht
bei dieser Ausführungsform der Gehäuselängsrichtung. Die Form der Stirnseiten des
Gehäuses ist bevorzugt kreisförmig, kann aber auch davon abweichend ovale oder mehreckige
Formen annehmen. Die Einlassöffnung und Auslassöffnung sind bevorzugt an den Stirnseiten
des liegenden Zylinders angeordnet. Vorzugsweise sind die Einlassöffnung und Auslassöffnung
zentriert in den Stirnseiten des Zylinders angeordnet. Es liegt im Rahmen der Erfindung,
dass das zumindest abschnittsweise zylinderförmige Gehäuse von als Kegelstumpfen ausgebildeten
Stirnseiten abgeschlossen wird.
[0009] Ein erfindungsgemäß rohrförmig ausgestaltetes Wärmeaustauschelement ist nach sehr
bevorzugter Ausführungsform zumindest teilweise bzw. abschnittsweise als Spiralrohr
ausgestaltet. Zweckmäßigerweise ist ein rohrförmiges Wärmeaustauschelement über den
größten Teil seiner Länge bzw. im Wesentlichen als Spiralrohr ausgeführt. Empfohlenermaßen
ist ein solches Spiralrohr aus einem metallischen, schweißbaren Werkstoff gefertigt.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass der Durchmesser der Windungen eines Spiralrohres
von den gehäusewandungsnahen äußeren Windungen in radialer Richtung zur Mitte des
Gehäuses hin abnimmt. Vorzugsweise sind die Windungen eines erfindungsgemäßen Spiralrohres
in einer Ebene bzw. im Wesentlichen in einer Ebene angeordnet. Gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform sind in einer solchen Ebene zumindest zwei Spiralrohre angeordnet
bzw. ineinander gesetzt, deren Windungen empfohlenermaßen parallel zueinander und
beabstandet voneinander verlaufen/angeordnet sind. Bei dieser Ausführungsform wird
in vorteilhafter Weise eine relativ große Wärmeaustauschfläche zur Verfügung gestellt.
Besonders bevorzugt besteht ein Spiralrohr aus zwei spiralförmigen Segmenten, von
denen sich ein erstes Segment von außen nach innen windet. An die Windung mit dem
kleinsten Durchmesser schließt sich zweckmäßigerweise ein U-förmiges Übergangsstück
an, das das erste Segment bevorzugt mit einem zweiten spiralförmigen Segment verbindet,
das sich von innen nach außen windet. In einer anderen Ausführungsform weicht das
Spiralrohr von einer im Wesentlichen ebenen Ausgestaltung ab und ist beispielsweise
als pyramidales Spiralrohr ausgestaltet.
[0010] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass ein Wärmeaustauschelement zumindest einen
Einlassstutzen und zumindest einen Auslassstutzen aufweist, wobei sowohl der Einlassstutzen
als auch der Auslassstutzen die Wandung des Gehäuses durchgreift. Vorzugsweise ist
das erste Segment eines Spiralrohres mit einem Einlassstutzen und das zweite Segment
eines Spiralrohres mit einem Auslassstutzen verbunden.
[0011] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass eine Mehrzahl bzw. eine Vielzahl von Wärmeaustauschelementen
in Längsrichtung des Gehäuses hintereinander angeordnet sind. Vorzugsweise ist also
eine Mehrzahl von Spiralrohren in Längsrichtung des Gehäuses hintereinander angeordnet.
Die Ebenen der Spiralrohre sind dabei zweckmäßigerweise senkrecht bzw. im Wesentlichen
senkrecht zur Gehäuselängsachse bzw. Gehäuselängsrichtung angeordnet. Nach einer Ausführungsform
der Erfindung wird bezüglich der Durchströmung der Wärmeaustauschelemente mit dem
Kühlmedium eine Parallelschaltung der Wärmeaustauschelemente vorgesehen. Bei dieser
Ausführungsform werden die Wärmeaustauschelemente bzw. Spiralrohre empfohlenermaßen
einzeln von dem Kühlmedium durchströmt. Gemäß einer alternativen Ausführungsvariante
können aber auch zumindest zwei Wärmeaustauschelemente/Spiralrohre in Reihenschaltung
von dem Kühlmedium durchströmt werden. Dann werden also zumindest zwei Wärmeaustauschelemente/Spiralrohre
nacheinander von dem Kühlmedium durchströmt. Es können auch beide Ausführungsformen
(Parallelschaltung und Reihenschaltung) in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung verwirklicht
sein.
[0012] Nach sehr bevorzugter Ausführungsform der Erfindung wird Siedewasser und/oder Wasserdampf
als Kühlmedium für die Wärmeaustauschelemente eingesetzt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung
funktioniert insoweit als Verdampfer, wobei im Zuge der Kühlung aus dem Siedewasser
Wasserdampf entsteht und aus dem Wasserdampf überhitzter Dampf. - Grundsätzlich können
aber auch andere Kühlmedien wie beispielsweise Luft oder weitere fluide Kühlmedien
verwendet werden.
[0013] Nach einer bevorzugten Ausführungsform, der im Rahmen der Erfindung ganz besondere
Bedeutung zukommt wird ein Wärmeaustauschelement/Spiralrohr durch zumindest ein Bandagenelement
in dem Gehäuse gehalten. Vorzugsweise sind für ein Wärmeaustauschelement/Spiralrohr
mehrere solcher Bandagenelemente vorgesehen, die zweckmäßigerweise beabstandet voneinander
angeordnet sind. Die Bandagenelemente sind bevorzugt als Bandagenbleche ausgebildet.
Ein Bandagenelement erstreckt sich zweckmäßigerweise linear in radialer Richtung von
der Gehäusemitte zur Gehäusewandung hin. Ein Bandagenelement kann sich auch nur über
einen Teil des Spiralrohres bzw. über einen Teil der Windungen eines Spiralrohres
in der besagten radialen Richtung erstrecken. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass
ein Bandagenelement eine Mehrzahl von Öffnungen aufweist, wobei das zugeordnete Spiralrohr
bzw. Rohrabschnitte dieses Spiralrohres diese Öffnungen durchgreifen. Vorzugsweise
sind einem Spiralrohr zumindest zwei, bevorzugt zumindest drei und sehr bevorzugt
zumindest vier solcher Bandagenelemente zugeordnet. Nach einer besonderen Ausführungsvariante
sind einem Spiralrohr 6 Bandagenelemente zugeordnet. In einer bevorzugten Ausgestaltung
sind die einem Spiralrohr zugeordneten Bandagenelemente in gleichen Abständen über
den Umfang des Spiralrohres verteilt angeordnet. Es liegt im Rahmen der Erfindung,
dass jedem Spiralrohr derartige Bandagenelemente zugeordnet sind. Nach einer Ausführungsform
der Erfindung sind die Bandagenelemente von in Längsrichtung des Gehäuses benachbarten
Spiralrohren nicht miteinander verbunden. Die Bandagenelemente sichern die Position
der Spiralrohre in dem Gehäuse. Es liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung, dass ein
Spiralrohr bzw. dessen Spiralrohrabschnitte relativ zu den Bandagenelementen bewegbar
bzw. verschiebbar sind. Ein eine Öffnung eines Bandagenelementes durchgreifender Rohrabschnitt
ist also in Längsrichtung der Öffnung bzw. in Erstreckungsrichtung des Spiralrohres
verschiebbar. Von daher ist eine freie Beweglichkeit bzw. eine freie Ausdehnung des
Spiralrohres gleichsam wie bei einer Uhrfeder gewährleistet. Diese freie Beweglichkeit
der Spiralrohre bewährt sich vor allem relativ zu den Bandagenelementen bei wärmebedingten
Dehnungen. Aufgrund dieser Möglichkeit der freien Ausdehnung der Spiralrohre werden
durch Wärmedehnungen hervorgerufene Zwänge quasi vollständig eliminiert. Die freie
Beweglichkeit der Rohrabschnitte relativ zu den Bandagenelementen ist insbesondere
auch dann von großem Vorteil, wenn ein Wärmeaustauschelement/Spiralrohr defekt ist.
Dann kann dieses Wärmeaustauschelement/Spiralrohr einfach abgeschaltet werden bzw.
von der Kühlmediumzufuhr getrennt werden. Die danach stattfindende Erhitzung des Wärmeaustauschelementes/Spiralrohres
und die daraus resultierenden Wärmedehnungen haben aber wegen der freien Beweglichkeit
der Rohrabschnitte keine negativen Auswirkungen auf die Vorrichtung bzw. deren Funktionssicherheit.
Die in den Bandagenelementen für ein Spiralrohr vorgesehenen Öffnungen gewährleisten
weiterhin die Einhaltung eines bestimmten Abstandes zwischen den Windungen des Spiralrohres.
Zweckmäßigerweise weist ein Bandagenelement in Längsrichtung des Bandagenelementes
hintereinander angeordnete Distanzierungselemente bzw. -bleche auf, die Verschiebungen
der Rohrabschnitte bzw. des Spiralrohres in Längsrichtung des Bandagenelementes im
Wesentlichen verhindern und die genannten Abstände zwischen den Windungen des Spiralrohres
gewährleisten.
[0014] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird ein Spiralrohr an zwei
gegenüberliegenden Lagerstellen an der Innenseite der Gehäusewandung abgestützt. Vorzugsweise
werden hier zwei gegenüberliegende Bandagenelemente bzw. bevorzugt die linearen wandungsseitigen
Verlängerungen dieser Bandagenelemente abgestützt. Die Abstützung erfolgt hier jeweils
mit Spiel zur Innenseite der Gehäusewandung hin.
[0015] Nach einer sehr bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erstreckt sich in der Mitte
des Gehäuses ein innen hohles Zentralrohr in Längsrichtung bzw. in Richtung der Gehäuselängsachse.
Mit diesem Zentralrohr kann vermieden werden, dass das zu kühlende Gas in der Mitte
des Gehäuses in Gehäuselängsrichtung strömt. Mit anderen Worten dient das Zentralrohr
als Verdrängungskörper zur Vermeidung von unerwünschten Gasbypässen. Gemäß einer Ausführungsvariante
der Erfindung kann das innen hohle Zentralrohr aber auch zur Einstellung der Temperatur
des die Vorrichtung verlassenden Fluids/Gases eingesetzt werden. Bei dieser Ausführungsvariante
kann eine einstellbare Teilmenge des Fluids durch das Zentralrohr geleitet werden
und diese Teilmenge des Fluids wird dann nicht bzw. nur wenig abgekühlt. Diese Teilmenge
des Fluids mit der nach wie vor hohen Temperatur kann dann im Bereich der Auslassöffnung
des Gehäuses mit der mittels der Wärmeaustauschelemente abgekühlten Teilmenge des
Fluids vermischt werden und durch Auswahl der entsprechenden Teilmengen des Fluids
kann die gewünschte Temperatur der Fluidmischung gezielt eingestellt werden.
[0016] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
eine Kühlung von Fluiden auf einfache, effektive und funktionssichere Weise möglich
ist. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass aufgrund der erfindungsgemäßen Ausgestaltungsmöglichkeiten
Zwänge aufgrund von Wärmedehnungen minimiert bzw. eliminiert werden können und somit
nachteilhafte Beeinträchtigungen der Vorrichtungskomponenten durch Wärmedehnungen
ausgeschlossen werden können. Im Vergleich zu dem eingangs erläuterten aus dem Stand
der Technik bekannten Rauchrohrwärmetauscher kann fernerhin die Korrosionsanfälligkeit
effektiv reduziert bzw. minimiert werden. Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist
der Betreiber insoweit auch frei in der Wahl des Dosiermittels zur Einstellung des
pH-Wertes des Kühlmedium. Durch die im Betrieb liegende Anordnung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung kann sehr raumsparend gearbeitet werden und die erfindungsgemäße Vorrichtung
zeichnet sich insoweit durch eine relativ geringe Bauhöhe aus. Fernerhin können mehrere
der erfindungsgemäßen Vorrichtungen in wenig aufwändiger und raumsparender Weise hintereinander
geschaltet werden. Ein aufwändiges bzw. raumaufwändiges Verlegen von Rohrleitungen,
wie es bei den aus dem Stand der Technik bekannten Aggregaten aus vertikal orientierten
Vorrichtungen erforderlich ist, entfällt bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Hervorzuheben
ist weiterhin, dass die erfindungsgemäße Vorrichtung mit relativ geringem Kostenaufwand
verwirklicht werden kann. Die einzelnen Wärmeaustauschelemente - vorzugsweise Spiralrohre
- der erfindungsgemäßen Vorrichtung können auf einfache und funktionssichere Weise
in ihrer Position gehalten werden. Beim Versagen eines Wärmeaustauschelementes/Spiralrohres
ermöglicht die erfindungsgemäße Ausgestaltung das gezielte Abschalten dieses Wärmeaustauschelementes/Spiralrohres,
ohne dass damit nachteilhafte Zwänge aufgrund von Wärmedehnungen auftreten.
[0017] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung im Schnitt,
- Fig. 2
- einen Schnitt A-A durch den Gegenstand nach Fig. 1,
- Fig. 3
- ein vergrößerter Ausschnitt aus Fig. 2 im Bereich eines Bandagenelementes und
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf ein Bandagenelement im Schnitt.
[0018] Die Figuren zeigen eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Kühlen von Fluiden. Die
Vorrichtung wird hier auch als Wärmetauscher bezeichnet. Die erfindungsgemäße Vorrichtung
weist ein Gehäuse 1 auf, dass vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel zylinderförmig
ausgebildet ist (siehe Fig. 1). Das Gehäuse 1 ist im Betrieb der Vorrichtung mit der
Maßgabe angeordnet, dass die Gehäuselängsrichtung bzw. die Mittellängsachse L horizontal
bzw. im Wesentlichen horizontal orientiert ist. Gemäß dieser bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist die Mittellängsachse L zweckmäßigerweise parallel bzw. im Wesentlichen
parallel zum Erdboden orientiert. Im Ausführungsbeispiel ist das Gehäuse 1 als liegender
Zylinder angeordnet. Die Mittellängsachse L entspricht also hier der Zylinderachse.
[0019] Das Gehäuse 1 weist an einer Stirnseite eine Einlassöffnung 2 und an der anderen
gegenüberliegenden Stirnseite eine Auslassöffnung 3 auf. Das zu kühlende Fluid tritt
durch die Einlassöffnung 2 in das Gehäuse 1 ein, strömt in Gehäuselängsrichtung bzw.
in Richtung der Mittellängsachse L durch das Gehäuse und tritt durch die Auslassöffnung
3 wieder aus dem Gehäuse 1 aus. In das Gehäuse tritt insbesondere ein zu kühlendes
Gas mit einem Druck von 1 bis 15 bar, vorzugsweise 1,5 bis 10 bar, bevorzugt 2 bis
8 bar, beispielsweise etwa 4 bar ein. In dem Gehäuse 1 befindet sich im Ausführungsbeispiel
eine Mehrzahl von Wärmeaustauschelementen, die als Spiralrohre 4 ausgebildet sind
und jeweils von einem Kühlmedium durchströmt werden. Bei dem Kühlmedium mag es sich
im Ausführungsbeispiel um Siedewasser handeln. Die mit dem Kühlmedium durchströmten
Spiralrohre 4 werden von dem zu kühlenden Fluid umströmt und das abgekühlte Fluid
tritt aus der Auslassöffnung 3 des Gehäuses 1 aus. Die Spiralrohre 4 weisen zweckmäßigerweise
jeweils einen Einlassstutzen 5 auf, über den das Kühlmedium in die Spiralrohre 4 eintritt.
Fernerhin weisen die Spiralrohre 4 zweckmäßigerweise jeweils einen Auslassstutzen
6 auf, aus dem das Kühlmedium wieder austritt. Die Einlassstutzen 5 und Auslassstutzen
6 durchgreifen dabei die Wandung des Gehäuses 1. Außerhalb des Gehäuses 1 sind sie
an nicht näher dargestellte Versorgungsleitungen und Abführungsleitungen angeschlossen.
Im Ausführungsbeispiel wird jedes Spiralrohr 4 aus zwei Segmenten gebildet. Das erste
Segment windet sich vom Einlassstutzen 5 bzw. von der Gehäusewandung spiralförmig
in Richtung der Mittellängsachse L des Gehäuses 1 und das zweite Segment dieses Spiralrohres
4 windet sich in entgegengesetzter Richtung von innen nach außen und endet am Auslassstutzen
6. Vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel verlaufen die beiden Segmente eines Spiralrohres
4 parallel bzw. im Wesentlichen parallel zueinander und beabstandet voneinander. Im
Bereich der Gehäusemitte bzw. im Bereich des noch zu erläuternden Zentralrohres 8
sind das erste und zweite Segment im Ausführungsbeispiel über ein U-förmiges Übergangsstück
7 miteinander verbunden.
[0020] Ein Spiralrohr 4 liegt vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel in einer Ebene bzw.
im Wesentlichen in einer Ebene. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform können zwei
oder mehr Spiralrohre 4 in einer solchen Ebene angeordnet sein. Es liegt dabei im
Rahmen der Erfindung, dass die Windungen der Spiralrohre 4 beabstandet voneinander
angeordnet sind. Zwischen den Windungen eines in einer Ebene liegenden Spiralrohres
4 bzw. zwischen den Windungen der zwei oder mehr in einer Ebene liegenden Spiralrohre
4 sind vorzugsweise in den Figuren nicht näher dargestellte Abstandselemente zur Einhaltung
des Abstandes zwischen den Windungen eingebracht. Bei den Abstandselementen mag es
sich beispielsweise um Pappelemente handeln. In der Fig. 1 ist erkennbar, dass in
Längsrichtung des Gehäuses 1 eine Mehrzahl von jeweils in einer Ebene liegenden Spiralrohren
4 hintereinander angeordnet ist. Die hintereinander angeordneten Spiralrohre 4 sind
dabei parallel bzw. im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet und senkrecht bzw.
im Wesentlichen senkrecht zur Mittellängsachse L angeordnet. Nach einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung werden die hintereinander angeordneten Spiralrohre 4
in einer Parallelschaltung betrieben. Mit anderen Worten erfolgt die Versorgung der
hintereinander angeordneten Spiralrohre 4 separat bzw. unabhängig voneinander mit
einem Kühlmedium jeweils über die Einlassstutzen 5 der Spiralrohre 4.
[0021] Um die Spiralrohre 4 bzw. deren Windungen in ihrer Position zu halten sind im Ausführungsbeispiel
für jedes Spiralrohr 4 lineare Bandagenelemente 9, 10 vorgesehen, wobei in jedem Bandagenelement
9, 10 eine Mehrzahl von Öffnungen 11 nebeneinander angeordnet ist und diese Öffnungen
11 werden von den benachbarten Windungen bzw. Rohrabschnitten der Spiralrohre 4 durchsetzt.
Im Ausführungsbeispiel sind für ein Spiralrohr 4 sechs Bandagenelemente 9, 10 vorgesehen,
die in gleichen Winkelabständen von 45° über den Umfang des Spiralrohres 4 verteilt
angeordnet sind. Im Betrieb der Vorrichtung sind vorzugsweise zwei gegenüberliegende
Bandagenelemente 9 eines Spiralrohres 4 horizontal bzw. im Wesentlichen horizontal
angeordnet und sind jeweils mit ihrem gehäusewandungsseitigen Ende bzw. mit einer
gehäusewandungsseitigen Verlängerung auf einem an der Innenseite der Gehäusewandung
angeordneten Lager 12 abgestützt. Die Abstützung erfolgt dabei vorzugsweise und im
Ausführungsbeispiel mit Spiel zur Gehäusewandung hin, so dass wärmebedingte Dehnungen
keine Zwänge hervorrufen können. Im Bereich der innenseitigen Lager 12 ist auch das
gesamte zylinderförmige Gehäuse 1 an seiner Außenseite horizontal abgestützt (siehe
Fig. 2).
[0022] Von besonderer Bedeutung ist im Rahmen der Erfindung, dass die Windungen bzw. Rohrabschnitte
der Spiralrohre 4 in den Öffnungen 11 der Bandagenelemente 9, 10 in Erstreckungsrichtung
der Rohrabschnitte bzw. in Richtung der Längsachse der Öffnungen 11 beweglich verschiebbar
sind. Das ist in der Fig. 3 durch Doppelpfeile angedeutet. Mit anderen Worten durchgreifen
die Rohrabschnitte der Spiralrohre 4 die Öffnungen 11 der Bandagenelemente 9, 10 mit
Spiel, so dass diese Bewegung in Längsrichtung möglich ist. Hierzu wird auch auf Fig.
4 verwiesen. In Fig. 4 ist auch erkennbar, dass quer zur Längsrichtung der linearen
Bandagenelemente 9, 10 als Distanzierungsbleche ausgebildete Distanzierungselemente
13 vorgesehen sind, die eine Oberseite 14 und eine Unterseite 15 eines Bandagenelementes
9, 10 miteinander verbinden. Diese Distanzierungselemente 13 sorgen dafür, dass die
Rohrabschnitte bzw. die einzelnen Windungen eines Spiralrohres 4 in Position bzw.
auf Abstand gehalten werden. Zweckmäßigerweise sind die Windungen eines Spiralrohres
4 in gleichen Abständen voneinander bzw. im Wesentlichen in gleichen Abständen voneinander
angeordnet. Dementsprechend sind in Fig. 4 die Distanzierungselemente 13 verteilt.
Die Beweglichkeit bzw. Verschiebbarkeit der Spiralrohre 4 in den Öffnungen 11 der
Bandagenelemente 9, 10 hat im Rahmen der Erfindung besondere Bedeutung. Auf diese
Weise wird erreicht, dass bei wärmebedingten Dehnungen keine unerwünschten Zwänge
auftreten. Insbesondere kann ein separat betriebenes Spiralrohr 4 bei einer Störung
bzw. bei einem Defekt abgeschaltet werden bzw. von der Kühlmediumzufuhr getrennt werden,
ohne dass sich Zwänge ergeben. Das abgeschaltete Spiralrohr 4 wird sich zwangsläufig
erwärmen bzw. erhitzen und dadurch entstehen wärmebedingte Dehnungen. Aufgrund der
Verschiebbarkeit der Rohrabschnitte der Spiralrohre 4 in den Öffnungen 11 werden diese
Dehnungen aber kompensiert bzw. abgefangen, weil das Spiralrohr 4 sich wärmebedingt
gleichsam uhrfederartig bewegen kann.
[0023] In den Fig. 1 und 2 ist erkennbar, dass sich entlang der Mittellängsachse L des Gehäuses
1 ein zylinderförmiges innen hohles Zentralrohr 8 erstreckt. Dieses Zentralrohr 8
wirkt in erster Linie als Verdrängungskörper zur Vermeidung einer Gasströmung durch
die Gehäusemitte bzw. zur Vermeidung von unerwünschten Gasbypässen. Das Zentralrohr
8 ist aber gemäß einer Ausführungsvariante auch noch auf andere Weise einsetzbar.
So kann im Bereich der Einlassöffnung 2 des Gehäuses 1 eine Teilmenge des zu kühlenden
Fluids in das Zentralrohr 8 umgeleitet werden. Das hat zur Folge, dass diese Teilmenge
nicht bzw. kaum abgekühlt wird und mit im Wesentlichen unveränderter Temperatur im
Bereich der Auslassöffnung 3 aus dem Zentralrohr 8 austritt. Diese noch "heiße" Teilmenge
des Fluids Gases kann dann mit der übrigen im Bereich der Auslassöffnung 3 austretenden
gekühlten Teilmenge des Fluids/Gases gemischt werden. Durch gezielte Wahl der durch
das Zentralrohr 8 geleiteten Teilmenge kann auf diese Weise die Austrittstemperatur
des aus der Auslassöffnung 3 austretenden Fluids/Gases gezielt eingestellt werden.
Fig. 1 zeigt drei Vertikalstützen 16 zur Abstützung des Zentralrohres 8. Vorzugsweise
ist das Zentralrohr 8 lediglich an eine dieser Vertikalstützen 16 - im Ausführungsbeispiel
an die mittlere Vertikalstütze 16 - fest angeschlossen. Das Zentralrohr 8 kann sich
aber relativ zu den beiden anderen Vertikalstützen 16 in seiner Längsrichtung ausdehnen
bzw. verschieben. Auch auf diese Weise werden durch Wärmedehnungen bedingte Zwänge
vermieden.
1. Vorrichtung zum Kühlen von Fluiden, wobei die Vorrichtung ein Gehäuse (1) und zumindest
ein in dem Gehäuse (1) angeordnetes und von einem Kühlmedium durchströmbares Wärmeaustauschelement
aufweist,
wobei das Gehäuse (1) fernerhin zumindest eine Einlassöffnung (2) und zumindest eine
Auslassöffnung (3) für das Fluid mit der Maßgabe aufweist, dass das Fluid zumindest
teilweise von der Einlassöffnung (2) in Gehäuselängsrichtung zur Auslassöffnung (3)
strömt,
wobei das Wärmeaustauschelement rohrförmig ausgebildet ist und wobei sich das rohrförmige
Wärmeaustauschelement zumindest bereichsweise quer zur Gehäuselängsrichtung erstreckt,
und wobei das Gehäuse (1) im Betrieb der Vorrichtung mit der Maßgabe angeordnet ist,
dass die Gehäuselängsrichtung horizontal bzw. im Wesentlichen horizontal orientiert
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei das Gehäuse (1) zumindest teilweise zylinderförmig
ausgestaltet ist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei das rohrförmig ausgestaltete
Wärmeaustauschelement zumindest teilweise bzw. bereichsweise als Spiralrohr (4) ausgestaltet
ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Windungen des Spiralrohrs
(4) in einer Ebene bzw. im Wesentlichen in einer Ebene angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Wärmeaustauschelement zumindest
einen Einlassstutzen (5) und zumindest einen Auslassstutzen (6) aufweist und wobei
sowohl der Einlassstutzen (5) als auch der Auslassstutzen (6) die Wandung des Gehäuses
(1) durchgreifen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei ein Wärmeaustauschelement durch
zumindest ein Bandagenelement (9, 10) in dem Gehäuse (1) gehalten ist, wobei ein Bandagenelement
(9, 10) Öffnungen (11) aufweist und
wobei rohrförmige Abschnitte des Wärmeaustauschelementes diese Öffnungen (11) durchgreifen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei ein Bandagenelement (9, 10) linear ausgebildet
ist und die Öffnungen (11) in Längsrichtung des linearen Bandagenelementes (9, 10)
verteilt angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei sich ein Bandagenelement (9,
10) linear von der Mitte des Gehäuses (1) zur Wandung des Gehäuses (1) erstreckt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei die rohrförmigen Abschnitte eines
Wärmeaustauschelementes die Öffnungen (11) des Bandagenelementes (9, 10) mit der Maßgabe
mit Spiel durchgreifen, dass sie in Längsrichtung der Öffnungen (11) verschiebbar
sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, wobei zumindest ein Bandagenelement
(9, 10) eines Wärmeaustauschelementes an der Innenseite der Wandung des Gehäuses (1)
abgestützt ist.