[0001] Der Gegenstand der Erfindung betrifft einen Nahfeld-Reader und/oder Nahfeld-Transponder,
welcher mit einer Antenne ausgerüstet ist bzw. mit einem Antennensystem versehen ist,
welches insbesondere für den Fall geeignet ist, dass der Nahfeld-Transponder in oder
auf einem metallischen Objekt angebracht ist.
[0002] Induktiv gekoppelte Nahfeld-Reader und Nahfeld-Transpondersysteme im Frequenzbereich
bis 30 MHz arbeiten nach dem Prinzip eines Transformators in welchem je eine Sendespule
im Reader und eine Empfangsspule im Transponder über ein Magnetfeld miteinander induktiv
gekoppelt sind und diese Spulen die Antennen des Nahfeld-Readers oder Nahfeld-Transponders
bilden. Hierbei wird vom Reader Energie zum Transponder übertragen. Je nach Dimension
und Abstand des Nahfeld-Readers vom Nahfeld-Transponder ändert sich der Kopplungsfaktor
zwischen den Spulen und es wird mehr oder weniger Energie zum Transponder übertragen.
Zusätzlich zur Energieübertragung oder mit Hilfe der Energieübertragung können auch
Daten jeweils vom Nahfeld-Reader zum Nahfeld-Transponder oder vom Transponder zum
Reader übertragen werden.
[0003] Passive Transponder besitzen keine Batterie und versorgen sich ausschließlich aus
dem Feld des Readers. Eine Datenkommunikation ist somit nur möglich, wenn ausreichend
Energie aus dem Sendefeld zur Verfügung steht, d.h. der Kopplungsfaktor des Nahfeldsystems
hoch ist. In herkömmlich induktiv gekoppelten Nahfeld-Readern und/oder -Transpondern
sind die Spulen üblicherweise so ausgebildet, dass sie ein weitgehend homogenes Feld
erzeugen. Insbesondere sind die Antennen eines Nahfeld-Transponders so ausgestattet,
dass sie nur in einem weitestgehend homogenen Feld arbeiten. Dies erhöht in den meisten
Fällen die Reichweite des Systems.
[0004] Bei der Aufbringung eines Nahfeld-Transponders auf einer metallischen Oberfläche
oder in einem Metallgegenstand, tritt eine drastische Verschlechterung des Kopplungsfaktors
zwischen den Antennen auf. Diese Verschlechterung ist darauf zurückzuführen, dass
ein zum Metall senkrecht stehendes Magnetfeld Wirbelströme hervorruft, welche gemäß
der Lenz'schen Regel so verlaufen, dass sie dem Magnetfeld, welches sie hervorruft,
entgegenwirken. Aufgrund dieser Wirbelströme können Antennen, welche eine homogene
Feldstruktur erzeugen, kein Magnetfeld erzeugen, welches weit genug in ein Metallstück
eindringen kann, um einen Transponder anzusprechen. Abhilfe kann ein ausreichend großer
Abstand zwischen der Antenne und dem Metallstück oder der Metalloberfläche bringen.
Je weiter die Antenne vom Metallstück entfernt ist, um so geringer ist der Effekt
der Wirbelströme und umso höher der Koppelfaktor. Diese Anbringungsart besitzt den
Nachteil, dass die Antenne leichter durch Fremdeinwirkung beschädigt werden kann.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin einen Nahfeld-Reader und/oder
Nahfeld-Transponder mit einer Antenne auszustatten, welche den Kopplungsfaktor zwischen
einem Nahfeld-Reader und einem Nahfeld-Transponder erhöht, wobei eines der beiden
Nahfeldelemente auf einer metallischen Oberfläche mit geringem Abstand zur Oberfläche
oder innerhalb eines metallischen Volumen, welches nur durch einen Spalt zugänglich
ist und ebenfalls einen geringen Abstand zur metallischen Umgebung aufweist, angebracht
ist.
[0006] Die Aufgabe wird durch die erfindungsgemäße Antenne zur Verwendung in einem System,
welches einen Nahfeld-Reader und/oder Nahfeld-Transponder aufweist, nach dem Hauptanspruch
gelöst.
[0007] Die Antenne weist eine Hauptdetektionsrichtung und mindestens zwei Windungen auf.
Eine Windung wird als erste und eine weitere Windung wird als zweite Windung gekennzeichnet.
Des Weiteren sind die erste und die zweite Windung aus der Hauptdetektionsrichtung
betrachtet nebeneinander angeordnet und gegeneinander gepolt, d.h. aus der Hauptdetektionsrichtung
betrachtet, fließen die Elektronen in der ersten Windung im oder gegen den Uhrzeigersinn
und in der zweiten Windung in der dazu entgegengesetzten Richtung, so dass die Magnetfelder
der ersten und der zweiten Windung ein geschlossenes, ringförmiges Magnetfeld ausbilden.
[0008] Bei der Herstellung von Spulenanordnungen spielt auch der Begriff der wicklung eine
Rolle. Eine Wicklung besteht dabei aus mindestens einer oder mehreren Windungen. Eine
Spule besteht aus mindestens einer oder mehreren Wicklungen. D.h. insbesondere, dass
eine sowohl eine Spule als auch eine Wicklung immer eine Windung umfassen. Ebenso
können zwischen der ersten und der zweiten Windung weitere Windungen angeordnet sein.
[0009] Die oben beschriebene Antennengeometrie unterscheidet sich von den herkömmlichen
Antennengeometrien dadurch, dass sie im Gegensatz zu den eher homogenen Feldern von
Längsspulen ein möglichst stark gekrümmtes Magnetfeld erzeugt. Dadurch ergibt sich
der Vorteil, dass bei Anbringung der Antenne in einem Metallvolumen der Spalt, welcher
den Zugang zum Metallinneren ermöglicht, sehr klein gehalten werden kann.
[0010] Die Erfindung besteht darin, die Antenne einen Nahfeld-Reader oder einem Nahfeld-Transponder
zuzuordnen bzw. zu verbinden, wobei der Nahfeld-Reader und/oder der Nahfeld-Transponder
auf einer metallischen Oberfläche befestigt oder eingelassen ist/sind oder innerhalb
eines Gegenstands mit einer metallischen Umhüllung, wobei der Gegenstand einen dielektrischen
oder permeablen Spalt aufweist oder in einem dielektrischen oder permeablen Spalt
selbst anzubringen.
[0011] Die Verwendung der Antenne auf einem Metallgegenstand bzw. in einem durch einen permeablen
oder dielektrischen Spalt zugänglichen Metallgegenstand ermöglicht eine starke Verbesserung
der Kommunikation zwischen einem Nahfeld-Reader und einem Nahfeld-Transponder, da
die Antennengeometrie den Kopplungsfaktor erhöht.
[0012] Zwar bildet jede geschlossene, stromdurchflossene Windung geschlossene ringförmige
Magnetfeldlinien aus. Bei einer einfachen Windung oder einer Längsspule schließen
sich die Magnetfeldlinien jedoch außerhalb der Leiterschleife. In der Erfindung erfolgt
ein "Zwangsschluss" der ringförmigen Magnetfeldlinien in der zweiten, gegenpolarisierten
Windung. Dadurch erfolgt eine "Führung" der Magnetfeldlinien und damit einhergehend
eine engerer Radius der ringförmigen Magnetfeldlinien. Durch die Führung der Magnetfeldlinien
ist es möglich, dass diese durch einen Spalt in der Metalloberfläche eines Metallstückes
besser eindringen können und einen Nahfeld-Transponder mit gleicher Antenne, der in
einem hinter dem Spalt liegenden metallfreien Volumen angebracht ist, mit Energie
versorgen.
[0013] Das Grundprinzip der erfindungsgemäßen Nahfeld-Reader oder Nahfeld-Transponder beruht
darauf, dass aufgrund der Anordnung der Windungen ein inhomogenes Magnetfeld mit einem
gekrümmten Magnetfeldlinienverlauf erzeugt wird, so dass das Magnetfeld weniger Wirbelströme
auf einer Metalloberfläche erzeugt. Damit erhöht sich der Kopplungsfaktor der Übertragung
zwischen den Nahfeldelementen.
[0014] Vorteilhafte Weiterbildungen der Vorrichtung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0015] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist es, zwischen der ersten und zweiten
Windung weitere Windungen anzuordnen, welche so gepolt sind, dass sie unter Stromfluss
das Magnetfeld H, welches als ringförmiges Magnetfeld die erste und zweite Windung
durchdringt, verstärkt und die Magnetfeldlinien innerhalb der Windungen führt. Dadurch
werden zudem weniger Streufelder außerhalb der Windungen erzeugt.
[0016] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist es, dass die Windungsachsen
der einzelnen Windungen im Wesentlichen in einer Ebene liegen. Die Ebene ist dadurch
festgelegt, dass sie senkrecht zur effektiven Windungsebene der ersten Windung steht
und die Windungsachse der ersten Windung beinhaltet.
[0017] Um die Begriffe Windungsachse und die effektive Windungsebene zu definieren, muss
der Begriff des magnetischen Schwerpunktes geklärt werden. Der magnetische Schwerpunkt
ist analog zum Massenschwerpunkt eines Objektes definiert, in dem Sinne, dass er den
Punkt im Raum repräsentiert, an welchem die Strom durchflossene Windung das stärkste
Magnetfeld ausbildet. Dieser Punkt kann selbst für beliebig komplizierte Windungsgeometrien,
z.B. eine Windung, welche nicht komplett innerhalb einer einzigen Ebene liegt mit
Hilfe von Rechner gestützten Methoden ermittelt werden. Die effektive Windungsebene
wird so definiert, dass der Vektor des Magnetfeldes der stromdurchflossenen Windung
im magnetischen Schwerpunkt die Normale dieser Ebene bildet und die Ebene den Schwerpunkt
umfasst. Analog dazu ist die Windungsachse so definiert, dass sie durch den magnetischen
Schwerpunkt führt und senkrecht auf der effektiven Windungsebene steht.
[0018] Der Vorteil, dass alle Windungsachsen in einer Ebene liegen, liegt darin, dass so
die maximale magnetische Energie in einer Ebene, nämlich der Ebene der Windungsachsen
konzentriert wird und somit die Inhomogenität des Magnetfeldes innerhalb dieser Ebene
maximiert werden kann. Dadurch kann beim Auslesen oder Senden von Informationen mittels
eines Nahfeld-Readers oder Nahfeld-Transponders ein hoher Kopplungsfaktor zumindest
innerhalb der Ebene der Windungsachsen geschaffen werden.
[0019] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung wird dadurch realisiert, dass
die Windungen in Form einer nicht geschlossenen Toroid-Spule angeordnet sind, wobei
der Anfang der Toroid-Spule (erste Windung) der ersten Wicklung einer planaren Spulenanordnung
und das Ende der Toroid-Spule (zweite Windung) der zweiten Wicklung einer planaren
Spulenanordnung entspricht. Durch die Antennengeometrie einer nicht geschlossenen
Toroid-Spule kann aufgrund der nahezu kreisrunden Symmetrie des durch die Windungen
erzeugten Magnetfeldes der Toroid-Spule eine weitere Steigerung der Inhomogenität
des Magnetfeldes außerhalb der nicht geschlossenen Toroid-Spule erreicht werden, und
zwar in dem Sektor zwischen der ersten und der zweiten Windung in welchem die Magnetfeldlinien
sich nicht innerhalb der Spule befinden, sondern durch den windungsfreien Raum erstrecken.
Die Öffnung der Toroid-Spule sollte dabei in einer ersten Ausführung einen Winkel
zwischen 90° und 270° umfassen, in einer weiteren Ausführung einen Winkel zwischen
170° und 190°, in Form eines Halbtoroids, aufweisen. Mit den unterschiedlichen Winkelbereichen
kann der Halbtoroid in eine Vertiefung des Metallgegenstands eingelassen werden oder
beispielsweise auch ein in eine Ecke eines eine metallische Umhüllung aufweisenden
Gegenstandes eingelassene Antenne angesprochen werden, beziehungsweise die Antenne
in der Ecke konstruiert werden.
[0020] Anhand der vorgehenden Weiterbildung der Erfindung lässt sich die Hauptdetektionsrichtung
sehr bildlich beschreiben. Unter der Annahme, dass der Öffnungswinkel des nicht geschlossenen
Toroids 90° beträgt, ist die Hauptdetektionsrichtung durch die Winkelhalbierende des
offenen Segmentes gegeben. Die Spulenanordnung in der Hauptdetektionsrichtung sollte
dabei so angeordnet sein, dass die Windungsfläche einer auslesenden Spule senkrecht
zum gekrümmten Magnetfeld der Toroid-Spule steht.
[0021] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Toroid-Spule umfasst mindestens drei Windungen,
wobei eine Windung symmetrisch zwischen der ersten und der zweiten Windung angeordnet
ist. Der Vorteil liegt hierbei darin, dass mit einer geringen Anzahl von Windungen
und einer einfach zu realisierenden Geometrie ein Magnetfeld in kreisförmiger Form
ausgebildet wird. Die weitere Windung dient zur Führung der Magnetfeldlinien und reduziert
dadurch die Streufelder außerhalb der Spule. Dadurch wird der Kopplungsfaktor erhöht.
[0022] Für niedrige Frequenzen (125kHz) kann es sinnvoll sein die Toroid-Spule mit einem
permeablen Kern zu füllen, um die magnetische Flussdichte in der Spule zu erhöhen.
[0023] Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gegeben, dass
mindestens die erste und die zweite Windung aus der Hauptdetektionsrichtung betrachtet
achtförmig zueinander angeordnet sind. Bei diesem Ausführungsbeispiel können die Windungen
sowohl durch einzelne Leiterbahnen als auch durch eine einzelne Leiterbahn, welche
achtförmig geformt ist, ausgebildet werden. Der Vorteil liegt darin, dass unter minimalem
Materialaufwand und durch einfache Konstruktionsweise eine Antenne zur Ausbildung
eines "geführten" ringförmigen Magnetfeldes geschaffen wird.
[0024] Weiterhin vorteilhaft ist die Ausbildung der Windungen als zwei S-Formen, wobei diese
zu einer achtförmigen Struktur verbunden werden und beide Hälften z.B. auf zwei verschiedenen
Ebenen einer Leiterplatte ausgeführt sind.
[0025] Auch ist die vorteilhafte Weiterbildung sinnvoll, dass die erste Windung als Teil
einer Spirale ausgebildet ist und auch die zweite Windung als Teil einer weiteren
Spirale ausgebildet ist. Aus der Hauptdetektionsrichtung betrachtet sind nunmehr nicht
nur die erste und die zweite Windung nebeneinander angeordnet, sondern auch die erste
Spirale, welche die erste Windung umfasst, und die zweite Spirale, welche die zweite
Windung umfasst, wobei die beiden Spiralen gegeneinander gepolt sind. Diese Anordnung
ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn die Antennenvorrichtung möglichst flach sein
soll (wie es bei Nahfeldsystemen häufig der Fall ist), so dass eine Verstärkung des
Magnetfeldes nicht durch die Anordnung weiterer Windungen in der Tiefe, sondern nur
innerhalb im Wesentlichen einer Ebene erfolgen kann. Dabei wird durch den zunehmenden
Radius innerhalb der Windungen der Spirale der magnetische Schwerpunkt der Spirale
im günstigsten Fall in der Mitte der ersten Windung, welche die innerste Windung der
Spirale darstellt, ausgebildet.
[0026] Auch für die weiteren vorhergehenden vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung
ist es von Vorteil, wenn zumindest die erste und die zweite Windung in derselben Ebene
liegen.
[0027] Für eine besonders einfache Anordnung ist es sinnvoll die Antenne aus genau zwei
Windungen aufzubauen.
[0028] Bei der geometrischen Form der Windungen selber ist es besonders vorteilhaft, wenn
diese kreisförmig geschieht. Da mit einer solchen Symmetrie der magnetische Schwerpunkt
im Kreismittelpunkt der Windung liegt, gesetzt dem Falle, dass der Kreis innerhalb
einer Ebene liegt. Auch die Ausbildung der Windung als ein Polygon, insbesondere eines
Rechteckes kann, abhängig von der Aufgabe oder dem Einsatz des Nahfeld-Readers vorteilhaft
sein.
[0029] Durch mindestens die erste und die zweite Windung kann die Antenne selbstragend ausgebildet
sein, so dass die Antenne direkt an einem anderen Gegenstand befestigbar ist. Alternativ
hierzu werden mindestens die erste und zweite Windung auf einem gesonderten Träger
angebracht.
[0030] Eine weitere vorteilhafte Ausführung der Antenne ist dadurch gegeben, dass durch
mindestens die erste und die zweite Windung ein Träger gebildet wird, und die erste
und zweite Windung durch z.B. Verkleben oder Verschmelzen an einer Oberfläche befestigt
sind, so dass die Antenne ihren eigenen Träger bildet.
[0031] Eine in der Praxis sinnvolle Ausführung ist es, mindestens die erste und zweite Windung
auf einem gesonderten Träger anzubringen, wobei der Träger entweder durch eine Leiterplatte
oder durch eine biegsame Folie gebildet wird.
[0032] Besonders vorteilhaft wird die Antenne dort eingesetzt, wo ein Nahfeld-Transponder
durch einen Nahfeld-Reader angesprochen wird und zumindest eines der beiden Systeme
mit einer Antenne gemäß der vorhergehenden Weiterbildungen ausgestattet ist, welche
unter Stromfluss ein inhomogenes ringförmiges Magnetfeld generiert, wobei der Transponder
auf einer metallischen Oberfläche oder in einem dielektrischen oder permeablen Spalt
angebracht ist oder derart in einem Metallkörper angebracht ist, dass er von außen
durch einen dielektrischen oder permeablen Spalt der wesentlich kleiner ist als die
Abmessungen des Transponders selbst, zugänglich ist und nach dem Aufbau einer induktiven
Kopplung eine vordefinierte Abarbeitung von Befehlen durch den Transponder erfolgt.
Der Vorteil innerhalb dieses Verfahrens besteht darin, dass durch die Antennengeometrie
ein höherer Kopplungsfaktor auf Metallflächen im Vergleich zu den bislang eingesetzten
Antennengeometrien in Nahfeld-Readern und/oder Nahfeld-Transpondern geschaffen wird.
[0033] Die Antenne kommt insbesondere in einem erfindungsgemäßen System zum Einsatz. Dieses
weist zumindest einen Nahfeld-Reader, einen Nahfeld-Transponder und einen Metallgegenstand
auf. Sowohl Nahfeld-Reader als auch Nahfeld-Transponder umfassen jeweils eine Antenne,
wobei mindestens eine Antenne die vorgenannten Merkmale aufweist und der Nahfeld-Reader
oder Nahfeld-Transponder auf einer metallischen Oberfläche angeordnet oder in eine
Vertiefung der metallischen Umhüllung eingelassen oder in einem Gegenstand mit metallischer
Umhüllung (bzw. auch einem Metallgegenstand) angeordnet ist. Die Antennengeometrie
ermöglicht einen hohen Kopplungsfaktor zwischen dem Nahfeld-Reader und dem Nahfeld-Transponder,
obwohl die Antenne auf dem Metallgegenstand, oder im Falle dass der Metallgegenstand
einen permeablen oder dielektrischen Spalt aufweist, auf einen im Metallgegenstand
befindlichen Inhalt angeordnet ist. Im Gegensatz zu einer auf oder in einem Gegenstand
angeordneten Antenne, welcher aus einer einfachen Leiterschleife, Wicklung oder Spule
aufgebaut ist, werden bei der vorgeschlagenen Antennengeometrie die Magnetfeldlinien
-wie in den vorhergehenden Abschnitten beschrieben- einem Zwangsschluss unterworfen,
und erzeugen so weniger Wirbelströme.
[0034] Vorteilhafterweise ist die erfindungsgemäße Antenne dem Nahfeld-Transponder zugeordnet,
wobei der Nahfeld-Transponder auf der metallischen Oberfläche oder im Gegenstand angeordnet
ist. Die Antenne ist dabei vorzugsweise auf dem Träger des Nahfeld-Transponders angeordnet.
Auf dem Nahfeld-Transponder sind beispielsweise Informationen hinsichtlich des Inhalt
oder der Art und Beschaffenheit des Gegenstands gespeichert. Über eine mit Hilfe der
Antenne hergestellte Verbindung zwischen dem Nahfeld-Transponder und dem Nahfeld-Reader
wird diese Information mit einem sich außerhalb des Gegenstands befindenden Nahfeld-Reader
abgerufen.
[0035] Der Nahfeld-Reader kann in der Variante, in welcher die erfindungsgemäße Antenne
dem Nahfeld-Transponder zugeordnet ist, mit einer einfachen Antenne oder mit einer
Antenne mit mindestens einer ersten und einer zweiten Windung im Wesentlichen "8"-förmig
zueinander liegend ausgebildet sein. Bei letztgenannter erhöht sich der Kopplungsfaktor
zwischen Nahfeld-Reader und Nahfeld-Transponder nochmals.
[0036] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den weiteren abhängigen
Ansprüchen beschrieben.
[0037] Im folgenden soll anhand von Ausführungsbeispielen und erläuternden Figuren die Erfindung
näher beschrieben werden. In den Figuren ist zu sehen:
- Fig. 1
- Nahfeldantenne nach dem Stand der Technik,
- Fig. 2
- Ausführung einer erfindungsgemäßen Antenne und deren Wirkung,
- Fig. 3a,b,c,d
- Verschiedene Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Antenne,
- Fig. 4a,b
- Ausführung der erfindungsgemäßen Antenne als Toroid-Spule,
- Fig. 5a,b,c
- Funktionsweise im Stand der Technik und einer erfindungsgemäßen Antenne;
- Fig. 6a,b,c
- Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Systems.
[0038] In Fig. 1 wird der Stand der Technik für Antennen oder Antennensysteme bei Nahfeldsystemen
beschrieben. Zu sehen ist eine Spule 1, welche unter dem Stromfluss in Pfeilrichtung,
ein Magnetfeld 2 ausbildet, welches insbesondere in der Spulenmitte 201 homogen, d.h.
gleichförmig und gleichgerichtet, verläuft. Eine wesentliche Krümmung des Magnetfeldes
2 entlang der Magnetfeldlinien 201 findet erst in größerer Entfernung von der Spule
1 statt. Beim Eindringen des Magnetfeldes in einen metallischen Körper 3 durch einen
dielektrischen oder permeablen Spalt 4, dringt das Magnetfeld 2 tief in den Spalt
ein, krümmt sich an der Stelle 202 am stärksten, kann aber aufgrund der insgesamt
geringen Krümmung des Magnetfeldes nicht wieder durch den Spalt entweichen, sondern
trifft auf die metallische Oberfläche 3 und erzeugt dort Wirbelströme 301, welche
ein Magnetfeld erzeugen, welches dem Magnetfeld 2 entgegenwirkt (Lenz'sche Regel).
Aus Fig. 1 wird verständlich, warum die hier dargestellte Spule 1 oder eine andere
Ausführung in Form einer Längsspule keine Verbesserung des Kopplungsfaktors in der
Nähe metallischer Oberflächen bewirkt, sondern nur eine Verstärkung der Homogenität
des Magnetfeldes 201 und der daraus resultierenden Reichweite des Magnetfeldes hervorruft,
wodurch die generierten Wirbelströme 301 noch stärker werden.
[0039] Des Weiteren ist die Hauptdetektionsrichtung HDR gekennzeichnet. Bei einer Spule
1 oder einer Längsspule ist die Hauptdetektionsrichtung durch die Spulenachse definiert.
[0040] Mit Hilfe des Ausführungsbeispiels in Fig. 2 soll anhand einer einfachen Antennengeometrie
demonstriert werden, wie die schematische erfindungsgemäße Antennengeometrie eine
Verbesserung des Kopplungsfaktors zwischen einem Nahfeld-Reader und einem, auf einer
Metalloberfläche oder in einem dielektrischen oder permeablen Spalt angebrachten,
Nahfeld-Transponder bewirkt. Zu sehen ist die erste Windung 11 und die zweite Windung
12 (in diesem Falle als Antenne eines Nahfeld-Readers oder aktiven Nahfeld-Transponders
dargestellt), welche gegeneinander gepolt sind, was durch die, in den Windungen 11
und 12 eingezeichneten, Pfeile dargestellt ist. Unter Stromfluss bilden die Windungen
ein Magnetfeld 2 aus, welches eine ringförmige Form aufweist und sowohl die erste
Windung 11 und die zweite Windung 12 durchsetzt. Dabei ist zu beachten, dass aufgrund
des starken Gradienten und der starken Krümmung des Magnetfeldes 2, ein inhomogenes
Magnetfeld ausgebildet wird. Dies ist durch die zwei eingezeichneten exemplarischen
Magnetfeldlinien 211 und 212 angedeutet: Die Magnetfeldlinie 211 durchstößt die Windungen
11 und 12 nahezu mittig und weist eine Stärke auf, welche größer ist als die Stärke
der Magnetfeldlinie 212 in den Windungsebenen. Hierbei durchstößt die Magnetfeldlinie
212 auch die erste Windung 11 und zweite Windung 12, allerdings liegen die Durchstoßungspunkte
durch die Windungsebenen der ersten und zweiten Windung 11 und 12 nicht mittig, sondern
näher am Windungsrand A,A'.
[0041] In Fig. 2 sind die Windungen 11 und 12, jeweils für sich betrachtet, in einer Ebene
ausgeführt, d.h. die effektiven Windungsebenen der Windungen 11 und 12 umfassen die
Windungen jeweils komplett. Die Windungsachsen der Windungen 11 und 12 liegen in Fig.
2 in derselben Ebene, wobei die Ebene der Windungsachsen senkrecht zur effektiven
Windungsebene der Windungen 11 und 12 steht. In Fig. 2 ist die Ebene der Windungsachsen
die Blattebene.
[0042] Die Hauptdetektionsrichtung HDR ist in Fig. 2 eingezeichnet. Allerdings ist die Hauptdetektionsrichtung
bei der dargestellten Ausführungsform der Antenne in Fig. 2 nicht eindeutig definiert.
Die Hauptdetektionsrichtung liegt entweder in der eingezeichneten Richtung oder in
der dazu entgegengesetzten Richtung. Verallgemeinert kann man sagen, dass die Hauptdetektionsrichtung
bei jeder rotationssymmetrischen Anordnung der Windungen nicht eindeutig festgelegt
ist. Das bedeutet im Falle von 2 Windungen eine Rotationssymmetrie von 180°, im Falle
von 3 Windungen eine Rotationssymmetrie von 120°, usw. In Antennengeometrien ohne
Rotationssymmetrie kann die Hauptdetektionsrichtung eindeutig festgelegt werden. Die
Hauptdetektionsrichtung liegt hierbei auf der Winkelhalbierenden zwischen der ersten
Windung 11 und der zweiten Windung 12.
[0043] Im folgenden soll darauf eingegangen werden wie es die Antennengeometrie der Windungen
11 und 12 erlaubt einfache Gesetzmäßigkeiten der Physik zur Hilfe zu nehmen, um einen
besseren Kopplungsfaktor zwischen einem Nahfeld-Reader und Nahfeld-Transponder, wobei
sich der Nahfeld-Transponder auf einer Metalloberfläche 3 oder in einem dielektrischen
oder permeablen Spalt 4 befindet, zu erzeugen. Aufgrund der starken Krümmung der Magnetfeldlinien
211 und 212 können diese sowohl in den Spalt eindringen als auch wieder austreten,
so dass das Integral des Magnetfeldes über die Spaltfläche gleich null ist. Das bedeutet,
dass es energetisch oftmals günstiger ist, durch eine geringe Anpassung der Krümmung
der Magnetfeldlinie den Spalt wieder zu verlassen, als durch eine weitere Aufkrümmung
des Magnetfeldes eine Magnetfeldlinie zu haben, welche senkrecht auf der metallischen
Oberfläche steht und daher Wirbelströme hervorruft. Selbst wenn einige der Magnetfeldlinien,
in diesem beispielhaften Falle die Magnetfeldlinie 212, aufgebogen werden und senkrecht
auf der Metalloberfläche stehen, so ist es immer noch möglich das die Magnetfeldlinie
211 in den Spalt eindringt, da der Radius der Magnetfeldlinie 211 kleiner als der
der Magnetfeldlinie 212 ist. Dies ist also nur aufgrund der starken Inhomogenität
des ringförmigen Magnetfeldes möglich. Hierbei sei noch darauf hingewiesen, dass ringförmig
keineswegs eine Beschränkung auf ein kreisrundes Magnetfeld bedeuten muss, sondern
auch ellipsenförmige Magnetfeldlinien einschließt.
[0044] Aufgrund der stärkeren Krümmung kann eine Erhöhung des Kopplungsfaktors hervorgerufen
werden, da bei geeignetem Abstand der Windungen 11 und 12 zueinander und geeignetem
Spalt 4 die Magnetfeldlinien 211 und 212 wie oben beschrieben, eine Kopplung zwischen
einem Nahfeld-Reader und einem Nahfeld-Transponder ohne Wirbelstromverluste geschaffen
wird.
[0045] In den Fig. 3a, 3b, 3c und 3d sind verschiedene Ausführungsformen für einen Nahfeld-Reader
oder Nahfeld-Transponder gegeben.
[0046] In der Fig. 3a wird eine Antenne gezeigt, welche aus der Hauptdetektionsrichtung
betrachtet achtförmig ausgebildet ist und durch die zwei Windungen 11 und 12 gebildet
wird. Die beiden Windungen können entweder durch eine gemeinsame oder durch zwei getrennte
Leiterbahnen realisiert werden. Wichtig hierbei ist nur, dass die Windungen 11 und
12 aus der Hauptdetektionsrichtung betracht gegeneinander gepolt sind, wie es in Fig.
3a durch die Pfeile angedeutet ist. Hierbei ist klar zu erkennen, dass die Windungen
11 und 12 jeweils kreisförmig ausgebildet sind. Des Weiteren ist auch eine polygone
und insbesondere rechteckige Ausführung der Windungen möglich.
[0047] In Fig. 3b wird eine vorteilhafte Weiterbildung der Anntennenform der Fig. 3a dargestellt.
Hierbei sind zwei Wicklungen 110 und 120, welche aus mehreren Windungen aufgebaut
sind dargestellt, wobei die erste Windung 11 und die zweite Windung 12 die innerste
Windung der jeweiligen Wicklung sind und in die äu-ßerste Windung der jeweils anderen
Wicklung übergehen. Es ist zu erkennen, dass die Wicklungen aus zwei S-förmigen Elementen
111 und 121 aufgebaut sind, welche über die Verbindungselemente 1100 und 1200 zu einer
Achtform verbunden werden. Dabei können beispielsweise die beiden Elemente 111 und
121 auf unterschiedlichen Lagen, die beispielsweise als Folien ausgebildet sind, einer
Leiterplatte befestigt werden und mit Kontaktierungen 1100 und 1200 verbunden werden,
damit Strom durch die Windungen geleitet werden kann und ein ringförmiges Magnetfeld
ausgebildet wird.
[0048] In der Fig. 3c ist eine andere Antennengeometrie dargestellt. Die Antenne besteht
aus zwei Spiralen 110 und 120, welche aus einer einzigen Leiterbahn ausgebildet sind.
Die beiden Spiralen 110 und 120 sind dabei über die Stelle 130 miteinander verbunden.
Des Weiteren ist die erste Windung 11 und die zweite Windung 12 sichtbar, welche jeweils
die innerste Windung der jeweiligen Spiralen 110 und 120 bilden. Bei Anschluss einer
Stromquelle fliesst Strom entlang der Windung 11 entlang der Spule 110 und über die
Verbindung 130 in die Spirale 120 und letztendlich in die Windung 12. Dabei werden
die Spiralen 110 und 120 von den Stromträgern in entgegengesetzter Richtung durchlaufen.
[0049] Die in Fig. 3c dargestellte Antennenform kann mit Hilfe einer sehr flachen Anordnung
der Windungen realisiert werden. Das ringförmige Magnetfeld der Windungen 11 und 12
wird hierbei durch die zusätzlichen Windungen der Spiralen 110 und 120 verstärkt,
wobei der magnetische Schwerpunkt einer jeden Spirale im angestrebten günstigen Fall
innerhalb der Windungsmitten der Windungen 11 und 12 liegt. Durch die zusätzlichen
Windungen der Spiralen 110 und 120 verstärkt sich der ringförmige Charakter des ausgebildeten
Magnetfeldes mit zunehmender Krümmung und Inhomogenität.
[0050] In Fig. 3d ist eine weitere einfache Antennengeometrie dargestellt. Hierbei ist eine
zusätzlich zur ersten Windung 11 und zur zweiten Windung 12, weitere Windung 13 angebracht,
welche sich symmetrisch zwischen der ersten und zweiten Windung befindet. Die drei
Windungen 11,12,13 werden in den mit Pfeilen gekennzeichneten Richtungen von Strom
durchflossen, derart, dass die zusätzliche Windung 13 das ringförmige Magnetfeld der
ersten Windung 11 und zweiten Windung 12 verstärkt. Dies bedeutet insbesondere, dass
es ringförmige Magnetfeldlinien gibt, welche alle drei Windungsebenen durchstossen.
[0051] In Fig. 4a wird eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Antennengeometrie dargestellt.
Die Antenne bzw. Spule 200 ist in Form eines nicht-geschlossenen Toroids ausgebildet,
wobei die erste Windung 11 den Anfang und die zweite Windung 12 das Ende der nicht-geschlossenen
Toroid-Spule bildet. Geschlossene Toroid-Spulen bilden in ihrem Inneren ein Magnetfeld,
welches im Außenbereich der Spule nahezu null ist, da die Magnetfeldlinien nicht aus
der Spule entweichen können. Sie werden insbesondere in solchen Fällen eingesetzt,
in welchen zwar ein Magnetfeld erzeugt werden soll, dieses jedoch von seiner Umwelt
stark abgeschirmt ist.
[0052] Eine nicht-geschlossene Toroid-Spule bildet im Außenraum ein stark gekrümmtes Feld
aus, welches aus der ersten oder zweiten Windung austritt und, um die Magnetfeldlinien
wieder zu schliessen, am anderen Ende der Spule wieder eintritt. Das Magnetfeld im
Außenraum ist stark inhomogen und gekrümmt und ist daher als Antennenstruktur gemäß
der eingangs formulierten Aufgabe der Erfindung eines Nahfeld-Readers oder Nahfeld-Transponders
geeignet. Insbesondere durch die Verwendung einer zweiten nicht-geschlossenen Toroid-Spule
auf der entgegengesetzten Nahfeld-Transponderseite oder Nahfeld-Readerseite kann eine
geschlossene Toroid-Spule mit einem Spalt erzeugt werden.
[0053] Abhängig von der Anwendung der Spule können verschiedene Öffnungswinkel des nicht-geschlossenen
Sektors der Toroid-Spule verwendet werden. Die Öffnungswinkel können zwischen 90°
bis 270° betragen, vorteilhafter Weise wird jedoch ein Öffnungswinkel von 170° bis
190° angestrebt, d.h. ein Halbtoroid.
[0054] Die halbtoroidförmige Antennenstruktur wird insbesondere dann vorteilhaft eingesetzt,
wenn sowohl der Nahfeld-Reader als auch der auf einer Metalloberfläche oder in einem
durch einen dielektrischen oder permeablen Spalt geschlossenen Metallkörper oder in
einem dielektrischen oder permeablen Spalt einer Metalloberfläche aufgebrachten Nahfeld-Transponder
eine solche Antennenstruktur aufweisen. Dies erhöht den Kopplungsfaktor in hohem Maße.
[0055] In Fig. 4b wird eine Anordnung einer Toroid-Spule 200 und einer einfachen Spule 21
gezeigt. Um einen magnetischen Fluß durch die Spule 21 zu erhalten, müssen die Magnetfeldlinien
2 der Toroid-Spule 200 die Windungsfläche 22 der Spule 21 durchsetzen. Der maximale
magnetische Fluß ergibt sich, wenn das Magnetfeld 2 die Windungsfläche 22 senkrecht
durchsetzt. Durch die Verwendung einer Toroid-Spule statt der einfachen Spule 21,
deren sämtliche Windungen aufgrund der geometrischen Form bei geeigneter Ausrichtung
immer senkrecht zum Magnetfeld stehen, lässt sich aufgrund der höheren Windungszahl
eine größere Spannung in der Spule induzieren.
[0056] Auch für die anderen in den Ansprüchen beschriebenen Antennengeometrien für Nahfeldsysteme
ist es vorteilhaft, wenn sie sowohl im Nahfeld-Reader als auch im Nahfeld-Transponder
eingesetzt werden.
[0057] In den Fig. 5 wird auf die Funktionsweise einer Antenne eingegangen, welche in einem
Metallkörper, welcher über einen Spalt 4 zugänglich ist, angeordnet ist. In Fign.
5 erzeugt eine nicht dargestellte Antenne, vorzugsweise eine erfindungsgemäße Antenne,
ein Magnetfeld 2. Die Richtung des Magnetfeldes 2 in die Zeichenebene ist gemäß Lehrbuchkonvention
durch einen Kreis mit einem Punkt markiert, die Richtung aus der Zeichenebene heraus
durch einen Kreis mit Kreuz markiert. Die abgebildete Antenne in den Fign. 5 zeigt
eine Wechselwirkung mit der nichtdargestellten Antenne über das Magnetfeld 2 auf.
[0058] In Fig. 5a ist die Spule 21 vom durch den Spalt 4 ragenden Magnetfeld 2 zweimal durchsetzt.
Da die Polarisation jedoch in unterschiedliche Richtungen zeigt, ist der magnetische
Fluß durch die Spule gleich Null und es wird keine Spannung in der Spule 21 induziert.
[0059] In Fig. 5b ist die Spule 21 vom durch den Spalt 4 ragenden Magnetfeld 2 nur einmal
durchsetzt. Dadurch wird in der Spule 21 eine Spannung induziert. Dabei ist die induzierte
Spannung maximal, wenn das Magnetfeld 2 die Spule 21 senkrecht durchsetzt.
[0060] In Fig. 5c wird eine erfindungsgemäße Antenne mit zwei Windungen 11 und 12 eingesetzt.
Beide Windungen werden vom durch den Spalt 4 ragenden Magnetfeld 2 mit jeweils unterschiedlicher
magnetischer Polarisation durchsetzt und es wird, im Vergleich zur Darstellung in
Fig. 5b, eine höhere Spannung induziert, was mit einem besseren Koppelfaktor gleichzusetzen
ist. Eine erfindungsgemäße Antenne kann diese Aufgabe effizienter erfüllen als gewöhnliche
Spulenantennen. Dies liegt unter anderem daran, dass das Magnetfeld einer Nahfeld-Readerantenne
in der Nahfeld-Transponderantenne geschlossen wird. Die starke Krümmung lässt sich
am besten durch eine Kombination zweier erfindungsgemäßer Antennen realisieren.
[0061] In den Fig. 6 a bis c werden verschiedene Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Systems schematisch dargestellt. Die Fig. 6a zeigt einen Querschnitt durch einen Metallgegenstand
30, welcher eine metallische Oberfläche 3,3' besitzt, wobei die Oberfläche die Elemente
4,4' aufweist. Der Spalt 4 ist durchgängig, d.h. er verbindet die aussenliegende metallische
Oberfläche 3,3' mit dem im Inneren des Metallgegenstands 30 befindlichen Volumen 31.
In dem Volumen 31 befindet sich ein nicht näher bestimmter Inhalt 32 des Metallgegenstands
30. Der Metallgegenstand 30 kann beispielsweise eine geschlossene Metallkiste mit
oder ohne einem Deckel sein. Auch ein Gegenstand, welcher lediglich eine metallische
Umhüllung aufweist könnte anstelle des Metallgegenstands 30 verwendet werden.
[0062] Die Vertiefung 4' stellt keine direkte Verbindung zwischen dem Volumen 31 und der
Oberfläche 3' her, sondern ist lediglich eine Aussparung in der metallischen Oberfläche
3'. Außerhalb des Metallgegenstands 30 befindet sich ein Nahfeld-Reader 40, mit einer
Antenne in Form einer achtförmigen Wicklungsschleife.
[0063] Zur Illustration der verschiedenen Ausführungsformen des Systems sind mehrere Nahfeld-Transponder
eingezeichnet. Die Nahfeld-Transponder weisen dabei jeweils mindestens eine Antenne
auf, welche auf dem Träger des jeweiligen Nahfeld-Transponders angeordnet ist und
sich auf oder im Metallgegenstand 30 befinden.
[0064] Der Nahfeld-Transponder 50 ist in der Vertiefung 4' angeordnet. Die dem Nahfeld-Transponder
zugeordnete Antenne 500 ist ebenfalls in der Vertiefung 4' angeordnet. Der Nahfeld-Transponder
51 ist auf dem Inhalt 32 im Volumen 31 des Metallgegenstands 30 angeordnet. Aufgrund
der abschirmenden Wirkung des Metalls des Metallgegenstands 30 ist eine Verbindung
zwischen dem Nahfeld-Reader 40 und dem Nahfeld-Transponder 51, welcher eine Antenne
501 umfasst, lediglich durch den Spalt 4 herstellbar. Der Nahfeld-Transponder 52 ist
direkt auf der metallischen Oberfläche 3 aufgebracht. Die Antenne 502 befindet sich
auf einem Träger des Nahfeld-Transponders 52, welcher die metallische Oberfläche 3
kontaktiert. Durch den Träger des Nahfeld-Transponders 52 befindet sich zwischen der
Antenne 502 und der metallischen Oberfläche ein geringer Spalt.
[0065] Die Antenne 500 weist die in den Fign. 4a, 4b gezeigte halbtoroidiale Antennengeometrie
auf, wobei diese so angeordnet ist, dass das Magnetfeld 2 der Fig. 4a sich außerhalb
des Metallgegenstands 30 erstreckt. Die Antennen 501,502 weisen jeweils zwei Wicklungen
auf, welche achtförmig -wie in den Fig. 2,3a,3b,5c schematisch dargestellt- ausgebildet
sind.
[0066] In der Fig. 6b ist eine Verbindung zwischen dem Nahfeld-Reader 40 und dem Nahfeld-Transponder
50 illustriert. Das Magnetfeld 2 wird durch die eingezeichnete Magnetfeldlinie 213
angedeutet. Die Magnetfeldlinie wird in der Antenne 501 und der Antenne 400 stark
gekrümmt, und kann aufgrund der starken Krümmung durch den Spalt 4 hindurchtreten.
Im Gegensatz zu einfachen Antennen, welche lediglich eine Leiterschleife aufweisen
und somit ein sehr homogenes Magnetfeld ausbilden, ist die Dichte des magnetischen
Flusses -hier durch die Magnetfeldlinie 213 illustriert - innerhalb des Spaltes 4
stark erhöht, was sich in einem höheren Kopplungsfaktor zwischen dem Nahfeld-Reader
40 und dem Nahfeld-Transponder 50 niederschlägt.
[0067] In der Fig. 6c ist eine weitere Verbindung gezeigt. Der Nahfeld-Reader 41 ist mit
dem Nahfeld-Transponder 50 über das Magnetfeld 2, illustriert durch die Magnetfeldlinie
214, verbunden. Die Antenne des Nahfeld-Readers 41 ist eine einfache Wicklungsschleife,
wie sie beispielsweise in den Fign. 1, 5a, 5b dargestellt ist. Aufgrund der halbtoroidialen
Ausführung der Antenne 500 des Nahfeld-Transponders 50 wird der magnetische Fluss
in dem Torus geführt, so dass die aufgrund von Wirbelströmen auftretenden Verluste
minimiert werden.
1. Antenne zur Verwendung in einem System, welches einen Nahfeld-Reader und/oder einen
Nahfeld-Transponder aufweist und der Nahfeld-Reader und/oder der Nahfeld-Transponder
auf einer metallischen Oberfläche oder in einer metallischen Umhüllung, welche einen
dielektrischen oder permeablen Spalt aufweist, angeordnet ist, und die Antenne eine
Hauptdetektionsrichtung besitzt und mindestens zwei Windungen aufweist, wobei eine
erste und eine zweite Windung aus der Hauptdetektionsrichtung betrachtet nebeneinander
angeordnet und gegeneinander gepolt sind, derart dass die Magnetfelder der ersten
und der zweiten Windung zumindest teilweise ein gemeinsames ringförmiges Magnetfeld
ausbilden.
2. Antenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten und zweiten Windung mindestens eine weitere Windung angeordnet
ist und diese unter Stromfluss durch die Windungen ein Magnetfeld ausbildet, welche
das ringförmige Magnetfeld der ersten und zweiten Windung verstärkt.
3. Antenne nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Windungen in der Form einer nicht geschlossenen Toroid-Spule angeordnet sind,
wobei die erste Windung dem Anfang und die zweite Windung dem Ende der Toroid-Spule
entspricht.
4. Antenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Windungen aus metallischen Leiterbahnen gebildet werden.
5. Antenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Windung auf einem Träger angeordnet sind, wobei der Träger vorzugsweise
eine Leiterplatte ist.
6. Nahfeld-Reader oder Nahfeld-Transponder, welcher eine Antenne zum Datenaustausch aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Antenne einem der Ansprüche 1-5 entspricht.
7. Verwendung einer Antenne nach einem der Ansprüche 1-5 beim Datenaustausch zwischen
einem Nahfeld-Reader und einem Nahfeld-Transponder.
8. System, welches einen Nahfeld-Reader und einen Nahfeld-Transponder mit jeweils einer
Antenne und einen Gegenstand aufweist, wobei der Gegenstand eine metallische Oberfläche
und/oder eine metallische Umhüllung aufweist und mindestens eine Antenne nach einem
der Ansprüche 1 bis 5 ausgebildet ist.
9. System nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Nahfeld-Transponder die mindestens eine Antenne nach einem der Ansprüche 1 bis
5 aufweist.
10. Verwendung eines Systems nach Anspruch 9 zur Identifizierung des Gegenstands oder
eines Inhalts des Gegenstands anhand einer auf dem Nahfeld-Transponder enthaltenen
Information.