[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verbund-Bauteil mit einem optischen Element.
[0002] In der Druckschrift
US 2005/0107118 A1 ist ein Mobiltelefon mit einer Kamera angegeben.
[0003] Die Druckschrift
EP 1 408 087 B1 betrifft eine Harzkomposition und ein Festkörperbauteil, das damit eingekapselt ist,
sowie eine Herstellungsmethode hierfür.
[0004] Eine Herstellungsmethode für eine dielektrische Linse ist in der Druckschrift
US 6,165,393 A offenbart.
[0005] Weiterhin ist in der Druckschrift
JP 57-072108 A eine gegossene Linse beschrieben.
[0006] In der Druckschrift
US 2005/0179805 A1 ist ein optisches System sowie eine Justagemethode hierfür offenbart.
[0007] Die Druckschrift
WO 2004/068447 A1 bezieht sich auf ein Optikelement für ein Wechselverkehrszeichen.
[0008] Ein optoelektronisches Modul sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung finden sich
in der Druckschrift
WO 2005/064626 A2.
[0009] Ein optoelektronisches Bauelement ist in der Druckschrift
DE 102 14 119 A1 angegeben.
[0010] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein mechanisch stabilisiertes und
zuverlässig strahlformendes optisches Element, insbesondere ein miniaturisiertes optisches
Element anzugeben. Weiterhin sollen ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen
optischen Elements und ein Verbund-Bauteil mit dem optischen Element angegeben werden.
[0011] Diese Aufgabe wird durch ein Verbund-Bauteil mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen
Patentansprüche.
[0012] Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist ein optische Element für ein optoelektronisches
Bauelement geeignet. Insbesondere ist das optische Element bevorzugt zur Befestigung
an einem optoelektronischen Bauelement ausgebildet. Optoelektronische Bauelemente
weisen in der Regel vergleichsweise kleine Abmessungen auf, so dass ein an einem optoelektronischen
Bauelement zu befestigendes optisches Element auf das Bauelement abgestimmt und insbesondere
bevorzugt miniaturisiert zu fertigen ist. Das optoelektronische Bauelement weist bevorzugt
einen optoelektronischen Halbleiterchip auf, der besonders bevorzugt zur Strahlungserzeugung
und/oder zum Strahlungsempfang ausgebildet ist.
[0013] Das Strahlformungsteil ist zweckmäßigerweise auf die gewünschten Strahlformungseigenschaften
des optischen Elements abgestimmt. Insbesondere kann die Abstrahlcharakteristik eines
Verbund-Bauteils mit dem optoelektronischen Bauelement und dem optischen Element mittels
des Strahlformungsteils gemäß einer vorgegebenen Abstrahlcharakteristik geformt sein.
[0014] Mittels des Trägerteils wird das Strahlformungsteil bevorzugt mechanisch stabilisiert
und/oder das Trägerteil ist zur Befestigung des optischen Elements mittels des Trägerteils
am optoelektronischen Bauelement ausgebildet. Insbesondere ist das optische Element
bevorzugt mittels des Trägerteils am optoelektronischen Bauelement befestigbar oder
befestigt. Das Trägerteil dient bevorzugt nicht der Strahlformung sondern ist auf
mechanische Eigenschaften und nicht auf optische Eigenschaften hin optimiert.
[0015] Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist das Strahlformungsteil an das Trägerteil
angeformt . Das Trägerteil und das Strahlformungsteil sind demnach bevorzugt nacheinander
geformt. Diese Teile können daher vereinfacht auf verschiedene Funktionen hin optimiert
ausgebildet sein. Das Trägerteil ist bevorzugt auf mechanische Stabilität, insbesondere
Temperaturstabilität und/oder Festigkeit, hin optimiert. Das Strahlformungsteil ist
bevorzugt hinsichtlich der Strahlungsformungseigenschaften und/oder Strahlungsstabilität,
insbesondere gegenüber kurzwelliger, etwa ultravioletter oder blauer, hochenergetischer
Strahlung ausgebildet. Ein strahlungsstabiles Strahlformungsteil ändert mit vorteil
die optischen Eigenschaften - selbst bei Bestrahlung mit hochenergetischer Strahlung
über einen maßgeblichen Zeitraum - nicht wesentlich. Strahlungsbedingte Trübungen
oder Verformungen des Strahlformungsteils können so gemindert werden.
[0016] Gemäß zumindest einer Ausführungsform enthalten das Strahlformungsteil und das Trägerteil
voneinander verschiedene Materialien. Zweckmäßigerweise werden hierbei für die jeweilige
Funktion des Trägerteils beziehungsweise des Strahlformungsteils optimierte Materialien
eingesetzt. Da das Trägerteil und das Strahlformungsteil aneinander angeformt sein
können, sind die Freiheitsgrade bei der Auswahl der Materialien mit Vorteil erhöht.
So kann zum Beispiel das Trägerteil strahlungsundurchlässig, zum Beispiel aus einem
Material, das für eine vom optoelektronischen Bauelement zu empfangende und/oder zu
emittierende Strahlung strahlungsundurchlässig ist, ausgebildet sein.
[0017] Auf diese Weise kann ein miniaturisiertes optisches Element für ein optoelektronisches
Bauelement vereinfacht zugleich mechanisch stabil und zuverlässig beständig strahlformend
ausgebildet werden. Ferner kann das Trägerteil das Strahlformungsteil mechanisch stabilisieren.
Dies ist von besonderem Vorteil, falls das Strahlformungsteil aus einem flexiblen,
leicht bieg- oder dehnbarem Material gebildet ist. Das Trägerteil ist zweckmäßigerweise
gegenüber dem Strahlformungsteil in diesem Falle mit größerem Kraftaufwand verformbar,
insbesondere bieg- oder dehnbar, ausgebildet.
[0018] Gemäß zumindest einer Ausführungsform sind das Trägerteil und das Strahlformungsteil
mechanisch stabil miteinander verbünden. Insbesondere kann zwischen diesen Teilen
eine innige mechanische Verbindung ausgebildet sein. Auf zusätzliche Haftvermittler,
etwa einen Kleber, zur Befestigung des Trägerteils und des Strahlformungsteils aneinander,
kann verzichtet werden. Vielmehr können das Strahlformungsteil und das Trägerteil
derart aneinander angeformt sein, dass sich während des Anformens eine mechanisch
stabile Verbindung ausbildet.
[0019] Gemäß zumindest einer Ausführungsform sind das Strahlformungsteil und das Trägerteil
aus voneinander verschiedenen Grundmaterialien, insbesondere Grundformmassen, ausgebildet.
Die Grundmaterialien können gegebenenfalls in geringen Mengen gleiche Zusatzstoffe
enthalten. Bevorzugt weisen die Grundmaterialien jedoch unterschiedliche Hauptbestandteile
auf, die die zweckmäßigerweise verschiedenen physikalischen Eigenschaften des Trägerteils
beziehungsweise des Strahlformungsteils bestimmen.
[0020] Gemäß zumindest einer Ausführungsform enthalten das Trägerteil und das Strahlformungsteil
verschiedene Kunststoffe. Kunststoffe sind gegenüber einem optischen Element, das
beispielsweise Glas enthält, vergleichsweise kostengünstig und vereinfacht verarbeitbar.
[0021] Gemäß zumindest einer Ausführungsform enthält das Trägerteil einen Thermoplasten
oder einen Duroplasten. Derartige Materialien zeichnen sich durch eine vorteilhaft
hohe mechanische Stabilität aus. Für ein temperaturstabiles Trägerteil verfügbare
Thermoplasten beziehungsweise Duroplasten sind aber in der Regel strahlungsundurchlässig,
insbesondere vom infraroten über den sichtbaren bis in den ultravioletten Spektralbereich,
so dass sie zur Strahlformung daher im Wesentlichen ungeeignet sind. Als temperaturstabil
ist im Zweifel ein Material anzusehen, das bei Temperaturen größer oder gleich 250
°C, bevorzugt über einen Zeitraum von 10 s oder mehr, etwa bis zu 20 s, im Wesentlichen
formstabil ist. Bevorzugt ist das Material gegenüber einer Temperaturrampe, die bis
zu 250 °C oder bis zu 260 °C in einem Zeitraum von 100s oder mehr, insbesondere bis
zu 120s, gefahren wird, im Wesentlichen formstabil. Besonders bevorzugt ist das Material
bei Temperaturen größer oder gleich 250 °C über einen Zeitraum von 100 s oder mehr,
etwa bis zu 120 s, im Wesentlichen formstabil.
[0022] Gemäß zumindest einer Ausführungsform enthält das Strahlformungsteil ein Silikon-Hybridmaterial.
Derartige Materialien sind zur Strahlformung besonders geeignet und sind insbesondere
hinsichtlich der optischen Eigenschaften beständig gegenüber dauerhafter Einwirkung
kurzwelliger, etwa ultravioletter oder blauer Strahlung. Derartige Materialen enthaltende
Teile zur Strahlformung sind jedoch vergleichsweise leicht biegbar und flexibel, so
dass sie zur, insbesondere lagestabilen, Befestigung des optischen Elements an einem
optoelektronischen Bauteil nur bedingt geeignet sind. Bei Hybrid-Materialien, das
heißt Materialien, die voneinander verschiedene Komponenten aufweisen, können durch
die Wahl der Komponenten die mechanischen Eigenschaften bedingt beeinflusst werden.
[0023] Silikon-Hybridmaterialien, etwa ein Silikon und ein Reaktionsharz, zum Beispiel ein
Epoxidharz, enthaltend, weisen gegenüber einem ein nicht-hybridisiertes .Silikon enthaltenden
Formteil in der Regel ein höheres Haftvermögen auf. Ein Silikon-Hybridmaterial ist
aufgrund der erhöhten Haftung vereinfacht an ein anderes Element, z. B. das Trägerteil,
unter Ausbildung einer mechanisch besonders stabilen Anbindung anformbar. Die chemischen
Hafteigenschaften eines Hybrides können insbesondere denen eines Epoxidmaterials,
z. B. eines Epoxidharzes ähneln. Ein Silikonmaterial ist gegenüber einem Hybridmaterial,
auch einem Silikon-Hybridmaterial, jedoch in der Regel kostengünstiger.
[0024] In wenigstens einer Ausführungsform des Verfahrens zur Herstellung eines optischen
Elements, das ein Trägerteil und ein Strahlformungsteil aufweist, wird zunächst ein
Formkörper für das Trägerteil oder das Strahlformungsteil geformt und/oder hergestellt.
Der Formkörper wird bevorzugt mittels Gießen, insbesondere Spritzgießen, hergestellt.
Hierzu kann eine Formmasse für den Formkörper in eine geeignete Form, insbesondere
eine Spritzgießform, eingefüllt, insbesondere eingespritzt, werden. Vorzugsweise wird
eine Kunststoff-Formmasse eingesetzt. Weiterhin wird die Formmasse bevorzugt nachfolgend
an- oder ausgehärtet oder anderweitig verfestigt und so ein Formkörper hergestellt.
[0025] Daraufhin wird ein weiterer Formkörper für das Strahlformungsteil beziehungsweise
das Trägerteil an den zuerst hergestellten Formkörper angeformt. Bevorzugt wird eine
Formmasse für den weiteren Formkörper an den zuerst hergestellten Formkörper angegossen,
insbesondere angespritzt. Eine von der zuvor verwendeten Formmasse verschiedene Formmasse,
insbesondere eine Kunststoff-Formmasse ist hierfür besonders geeignet.
[0026] Demnach wird das optische Element bevorzugt mittels eines Mehrkomponenten-Gussverfahrens,
in dem, gegebenenfalls verschiedenen Formmassen zeitlich voneinander getrennt für
einen Verbund-Formkörper verarbeitet werden, hergestellt. Das Anformen verschiedener
Formmassen aneinander, wird so erleichtert. Bevorzugt ist das Gussverfahren ein Zweikomponenten-Spritzgussverfahren
(2K-Spritzguss).
[0027] Ein derartiges Gussverfahren, insbesondere ein Spritzgussverfahren, ist zur industriellen
Fertigung von miniaturisierten optischen Elementen, deren jeweilige Trägerteile und
Strahlformungsteile auf verschiedene Funktionen hin optimiert sind, in hohen Stückzahlen
besonders geeignet.
[0028] Gemäß wenigstens einer Ausführungsform des Verfahrens werden die beiden Formkörper
in einer gemeinsamen Form, insbesondere einer Gussform, zum Beispiel einer Spritzgießform,
hergestellt. Eine entsprechende Form kann hierzu zunächst mit einer Formmasse für
den einen Formkörper teilbefüllt werden. Eine weitere Formmasse für den anderen Formkörper
kann nachfolgend unter Anformung an die zuerst eingefüllte Formmasse in die gemeinsame
Form eingefüllt werden. Bevorzugt wird die zuerst eingefüllte Formmasse vor dem Einfüllen
der weiteren Formmasse an- oder ausgehärtet, so dass ein Anformen der weiteren Formmasse
an den mittels der zuerst eingefüllten Formmasse ausgebildeten oder auszubildenden
Formkörper erleichtert wird.
[0029] Gemäß wenigstens einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird der zuerst hergestellte
Formkörper für das Anformen des weiteren Formkörpers aus der entsprechenden Form entformt
und in eine weitere Form, insbesondere eine Gussform, zum Beispiel eine Spritzgießform,
für den weiteren Formkörper umgelegt. Hierzu wird der zuerst hergestellte Formkörper,
vorzugsweise in der ersten Form, zweckmäßigerweise zunächst an- oder ausgehärtet,
so dass die Gefahr einer Verformung dieses Formkörpers beim Umlegen verringert wird.
[0030] Der weitere Formkörper kann auf den zuerst hergestellten Formkörper aufgeformt, insbesondere
aufgegossen und/oder aufgespritzt, werden.
[0031] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird das Strahlformungsteil
an das Trägerteil angeformt und nicht umgekehrt. Das Ausbilden einer mechanisch stabilen
Verbindung zwischen dem Strahlformungsteil und dem Trägerteil wird so erleichtert,
da das, vorzugsweise ausgehärtete, Trägerteil hierbei vereinfacht eine Festigkeit
aufweisenkann, die eine mechanisch stabil ausgebildete mechanische Verbindung fördert.
[0032] Gemäß zumindest einer Ausführungsform des Verfahrens wird eine an das, vorzugsweise
ausgehärtete, Trägerteil angeformte Formmasse für das Strahlförmungsteil nach dem
Anformen an- oder ausgehärtet, wobei die Formmasse beim Härten derart auf das Trägerteil
aufschrumpft, dass sich nach dem Härten eine mechanisch stabile Verbindung zwischen
dem Trägerteil und dem Strahlformungsteil ausbildet. Das Strahlformungsteil kann nach
dem Härten insbesondere unter Zugspannung stehen. Die mechanische Stabilität des Strahlformungsteils
gegenüber einer Verformung bei mechanischer Belastung des Strahlformungsteils wird
so erhöht.
[0033] Nach dem Anformen des weiteren Formkörpers an den zuerst geformten Formkörper und
gegebenenfalls anschließendem An- oder Aushärten kann das optische Element entformt
werden.
[0034] Das beschriebene Verfahren eignet sich-besonders zur Herstellung optischer Elemente
für optoelektronische Bauteile, da mittels des Verfahrens speziell auf optoelektronische
Bauteile abgestimmte optische Elemente in hohen Stückzahlen und geringer Baugröße
zuverlässig gefertigt werden können. Die weiter oben und im Folgenden für das optische
Element bzw. das optoelektronische Bauelement beschriebenen Merkmale können demnach
auch für das Verfahren herangezogen werden und umgekehrt.
[0035] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform weist das optische Element ein Verbindungselement
oder eine Mehrzahl von Verbindungselementen auf, die am oder im Trägerteil ausgebildet
sind, wobei das Strahlformungsteil das Verbindungselement beziehungsweise die Verbindungselemente
zumindest teilweise umformt, in das Verbindungselement beziehungsweise die Verbindungselemente
eingeformt ist und/oder durch das Verbindungselement beziehungsweise die Verbindungselemente
durchgeformt ist.
[0036] Bevorzugt ist das Verbindungselement beziehungsweise sind die Verbindungselemente
als Erhebung, Vertiefung oder Aussparung ausgebildet.
[0037] Eine Erhebung ist zum Umformen besonders geeignet. Durch das Umformen einer Erhebung
vergrößert sich die Kontaktfläche zwischen dem Strahlformungsteil und dem Trägerteil,
wodurch die Stabilität der mechanischen Verbindung gefördert wird. Eine Vertiefung
eignet sich besonders für das Einformen. Hierdurch wird ebenfalls die Kontaktfläche
zwischen dem Strahlformungsteil und dem Trägerteil vergrößert. Eine Aussparung ist
für das Durchformen besonders geeignet. Besonders bevorzugt erstreckt sich das durch
die Aussparung geformte Material des Strahlformungsteils, insbesondere vollständig,
durch die Aussparung und das Trägerteil hindurch und weist auf zwei Seiten der Aussparung
bevorzugt eine laterale Ausdehnung auf, die größer als die der Aussparung ist. Hierdurch
kann sich, insbesondere auf einer einer strahlformenden Oberfläche des Strahlformungsteils
abgewandten Seite des Trägerteils, eine nietenartige, mechanisch besonders stabile
Verbindung zwischen dem Trägerteil und dem Strahlformungsteil ausbilden. Die Erhebung,
die Vertiefung und/oder die Aussparung können gegebenenfalls hinterschnitten sein.
Die Stabilität der Verbindung kann so weitergehend erhöht werden.
[0038] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform ist das Trägerteil rahmenartig ausgeführt.
Im Trägerteil ist dann insbesondere eine, vorzugsweise zentral angeordnete, Apertur,
in der der Trägerrahmen ausgespart ist, für den Strahlungsdurchtritt ausgebildet.
Das Einsetzen eines strahlungsundurchlässigen Materials für das Trägerteil wird so
erleichtert, ohne die Strahlformung am Strahlformungsteil oder den Strahlungsein-
oder -austritt für das optoelektronische Bauelement zu beeinträchtigen. Das Strahlformungsteil
überdeckt die Apertur des Trägerrahmens bevorzugt, insbesondere vollständig, in lateraler
Richtung.
[0039] Das Strahlformungsteil kann die Apertur insbesondere überspannen. Hierdurch wird
der Strahlungsdurchtritt durch das Trägerteil und eine effiziente, großflächige Strahlformung
am optischen Element vereinfacht erreicht.
[0040] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das Strahlformungsteil linsenartig
ausgeführt.
[0041] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist eine Oberfläche des Strahlformungsteils
einen konkav gekrümmten Teilbereich und einen konvex gekrümmten Teilbereich auf. Bevorzugt
umgibt der konvex gekrümmte Teilbereich den konkav gekrümmten Teilbereich in lateraler
Richtung. Besonders.bevorzugt umläuft der konvex gekrümmte Teilbereich den konkav
gekrümmten Teilbereich lateral, insbesondere vollständig. Das optische Element kann
insbesondere derart ausgeführt sein, dass eine Strahlformung, insbesondere mittels
Brechung, im Wesentlichen nur an der Oberfläche des Strahlungsformungsteils mit den
gekrümmten Teilbereichen erfolgt. Die Strahlformung kann so besonders zuverlässig
erfolgen. Besonders bevorzugt ist die Oberfläche mit den gekrümmten Teilbereichen
auf einer dem optoelektronischen Bauelement abgewandten Seite des Strahlformungsteils
ausgebildet. Ferner verläuft eine optische Achse des an dem optoelektronischen Bauelement
befestigten optischen Elements bevorzugt durch den konkav gekrümmten Teilbereich und/oder
den optoelektronischen Halbleiterchip der optoelektronischen Bauelements. Die optische
Achse kann insbesondere im Wesentlichen senkrecht zu einer dem Strahlformungsteil
zugewandten Oberfläche des optoelektronischen Halbleiterchips verlaufen. Die Oberfläche
mit den gekrümmten Teilbereichen ist bevorzugt rotationssymmetrisch zur optischen
Achse ausgeführt.
[0042] Für ein optoelektronisches Bauelement kann mittels einer derartigen Formgebung vereinfacht
eine homogene, breitwinklige Abstrahl- oder Empfangscharakteristik des Bauelements
schräg zur optischen Achse erreicht werden. Ein Maximum der abgestrahlten Strahlungsleistung
kann z.B. bei einem vergleichsweise großen Winkel zur optischen Achse, insbesondere
größer als 60°, liegen. Hierdurch wird eine homogene Ausleuchtung einer, insbesondere
senkrecht zur optischen Achse verlaufenden, zu beleuchtenden Fläche bei geringem Abstand
zum Halbleiterchip erleichtert. Ferner kann mittels einer derartigen Formgebung des
Strahlformungsteils eine besonders homogene örtliche Bestrahlungsstärkeverteilung
- Watt der auf die Fläche treffenden.Strahlungsleistung bezogen auf den inhalt der
beleuchteten Fläche in m
2 - auf der zu beleuchtenden Fläche erzielt werden. Mittels des konkav und des konvex
gekrümmten Teilbereichs kann die Strahlung im Wesentlichen von der optischen Achse
weggebrochen werden, wodurch der auf der zu beleuchtenden Fläche beleuchtete Bereich
vergrößert werden kann. Das optoelektronische Bauelement mit dem befestigten optischen
Element kann so als Verbund-Bauteil bei einer zu beleuchtenden Teilfläche einer vorgegebenen
Größe vereinfacht näher an der zu beleuchtenden, vorzugsweise ebenen, Fläche angeordnet
werden und ist somit für das Ausbilden einer kompakten Beleuchtungsvorrichtung besonders
geeignet.
[0043] Das optoelektronische Bauelement mit dem befestigen optischen Element eignet sich
damit besonders zur Hinterleuchtung für eine kompakt auszubildende Anzeigevorrichtung,
insbesondere eine Flüssigkristallanzeigevorrichtung (LCD: Liquid Crystal Display).
Zweckmäßigerweise ist das optoelektronische Bauelement in diesem Falle zur Erzeugung
sichtbaren Lichts ausgeführt.
[0044] Das am optoelektronischen Bauelement montierte optische Element ist bevorzugt derart
ausgebildet, dass der Verbund mit dem optoelektronischen Bauelement und dem optischen
Element als Verbund-Bauteil mittels Lötmontage, zum Beispiel auf einer Leiterplatte,
montierbar ist. Beim Löten werden die optischen Eigenschaften des Strahlformungsteils,
zum Beispiel die Transmission oder die Strahlformungseigenschaften, und die mechanische
Stabilität des Trägerteils und hierüber insbesondere die Stabilität der Befestigung
am optoelektronischen Bauteil nicht maßgeblich beeinträchtigt. Durch den Einsatz verschiedener
Materialien für das Trägerteil und das Strahlformungsteil des optischen Elements ist
eine zuverlässige Lötbarkeit des Verbund-Bauteils ohne wesentliche Beschädigung vereinfacht
erzielbar
[0045] Das Verbund-Bauteil kann insbesondere in bleifreier Lötmontage unter Verwendung eines
bleifreien Lots montiert werden. Bei den hierfür in der Regel erforderlichen Löttemperaturen
von 250 °C oder größer und insbesondere bis zu 260 °C, bei einer Lötdauer von 100
s oder mehr, insbesondere bis zu 120 s ist das optische Element mit Vorteil stabil.
Die maximale Löttemperatur, z.B. 250 °C bis 260 °C, wird hierbei in der Regel über
eine Temperaturrampe, z.B. mit einer Dauer zwischen 100 s und 120 s, erreicht, wobei
die Maximaltemperatur bevorzugt 10 s oder mehr, insbesondere bis zu 20 s gehalten
wird.
[0046] Bei der Lötmontage ist das Trägerteil bevorzugt stabil gegenüber Verformungen und
das Strahlformungsteil ist bevorzugt stabil gegenüber Verformungen und insbesondere
gegenüber einer Degradierung der optischen Eigenschaften. Hierbei ist ein Thermoplast
oder ein Duroplast für das Trägerteil und ein Silikon oder ein Silikon-Hybridmaterial
für das Strahlformungsteil besonders geeignet. Ein optisches Element, bei dem verschiedene
Materialien für das Trägerteil und das Strahlformungsteil eingesetzt werden, erleichtert
das Ausbilden eines zuverlässig bleifrei lötbaren Verbund-Bauteils mit dem optischen
Element und dem optoelektronischen Bauelement.
[0047] Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist das optoelektronische Bauelement als oberflächenmontierbares
Bauelement ausgebildet. Die Oberflächenmontagetechnik erleichtert die Montage des
optoelektronischen Bauelements und insbesondere die Montage einer Mehrzahl dicht gepackter
optoelektronischer Bauelemente auf einem Trägerelement, z.B. einer Leiterplatte. Bevorzugt
ist das optoelektronische Bauelement.als LED-Bauelement ausgeführt.
[0048] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform ist das optische Element als Aufsatzoptik,
insbesondere als Überstülpoptik oder Aufsteckoptik, zum Aufsetzen, insbesondere Überstülpen
oder Aufstecken, auf ein optoelektronisches Bauelement ausgebildet.
[0049] Unter einer Aufsteckoptik ist hierbei ein optisches Element zu verstehen, das in
Montagevorrichtungen des optoelektronischen Bauteils eingreift und hierzu vorzugsweise
geeignete Befestigungselemente aufweist:
[0050] Eine Überstülpoptik kann eingriffsfrei und/oder rastverbindungsfrei am optoelektronischen
Bauelement befestigt werden. Insbesondere sind bei einer Überstülpoptik spezielle
Elemente zur Befestigung, etwa das Ausbilden von Montagevorrichtungen im optoelektronischen
Bauelement, nicht erforderlich.
[0051] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform weist das optoelektronische Bauelement
einen Gehäusekörper mit einer Strahlungsdurchtrittsfläche auf, wobei das optische
Element bevorzugt am Gehäusekörper befestigbar oder befestigt ist. Vorzugsweise ist
das optische Element mittels des Trägerteils am Gehäusekörper befestigt.
[0052] Der Gehäusekörper schützt den Halbleiterchip des Bauelements mit Vorteil vor schädlichen
äußeren Einflüssen und vor mechanischen Belastungen. Der Halbleiterchip kann beispielsweise
in einer Kavität des Gehäusekörpers angeordnet und gegebenenfalls mit elektrischen
Anschlussleitern des Bauelements elektrisch leitend verbunden sein. Der Gehäusekörper
ist bevorzugt als vorgeformter Gehäusekörper ausgeführt, auf den der Halbleiterchip
montiert und mit den Anschlussleitern elektrisch leitend verbunden wird. Ferner ist
der Halbleiterchip bevorzugt in eine, vorzugsweise in der Kavität angeordnete Umhüllung,
zum Beispiel ein Silikon oder ein Silikon-Hybridmaterial enthaltend, eingebettet.
Die Umhüllung schützt den Halbleiterchip mit Vorteil vor äußeren schädlichen Einflüssen,
etwa Feuchtigkeit.
[0053] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform enthalten das Trägerteil und der Gehäusekörper
Materialien, die hinsichtlich der thermischen Ausdehnungskoeffizienten aneinander
angepasst sind. Hierzu weichen die thermischen Ausdehnungskoeffizienten des Trägerteils
und des Gehäusekörpers bevorzugt um 10 % oder weniger, besonders bevorzugt 5 % oder
weniger, voneinander ab. Die Gefahr einer Verringerung der Stabilität der Befestigung
des optischen Elements am Gehäusekörper bei hohen Temperaturen, wie etwa beim Löten,
wird durch die Anpassung der thermischen Ausdehnungskoeffizienten erheblich verringert.
Über derartige Anpassung der Ausdehnungskoeffizienten werden mechanische Spannungen
zwischen dem optischen Element und dem optoelektronischen Bauelement bei Temperaturschwankungen
verringert bzw. weitgehend vermieden. Daher wird eine erhöhte Gesamtstabilität eines
Verbund-Bauteils erzielt. Bevorzugt enthalten das Trägerteil und der Gehäusekörper
ein gleiches Material, insbesondere eine gleiche Grundformmasse, oder eine entsprechende
oder eine gleiche Materialzusammensetzung.
[0054] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist am oder im Trägerteil ein oder eine Mehrzahl
von Befestigungselementen ausgebildet, wobei das optoelektronische Bauelement, insbesondere
der Gehäusekörper, eine oder eine Mehrzahl von zu den Befestigungselementen korrespondierenden
Montagevorrichtungen aufweist, in die die Befestigungselemente für die Befestigung
des optischen Elements am optoelektronischen Bauelement eingreifen. Die Befestigungselemente
sind bevorzugt am Trägerteil ausgeformt. Insbesondere kann das Trägerteil als einstückiges
Formteil ausgeführt sein. Die Montagevorrichtungen des optoelektronisches Bauelements
können beispielsweise als Ausnehmungen oder Aussparungen im Gehäusekörper, in die,
etwa stiftartige, Befestigungselemente des optischen Elements eingreifen können, ausgeführt
sein. Über die Befestigungselemente kann das auf das Bauelement aufgesteckte optische
Element beispielsweise mittels einer Klebeverbindung, Presspassung, Heißpresspassung,
thermischem Nieten, Verstemmen oder Heißverstemmen am optoelektronischen Bauteil befestigt
werden. Für eine derartige Befestigung sind jedoch eigens ausgebildete Montagevorrichtungen
am Bauelement in der Regel erforderlich.
[0055] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform übergreift das Trägerteil den Gehäusekörper.
Das optische Element kann demnach insbesondere über den Gehäusekörper überstülpbar
sein oder über diesen gestülpt sein. Das Trägerteil kann den Gehäusekörper, weiterhin,
insbesondere vollständig, lateral umlaufen. Eine Befestigung des optischen Elements
am Bauelement mittels des Trägerteils kann so vorteilhaft großflächig ausgeführt werden.
Insbesondere kann der Gehäusekörper innerhalb des Trägerrahmens angeordnet sein. Weiterhin
ist das optische Element bevorzugt derart ausgeführt, dass der Gehäusekörper in das
optische Element einlegbar ist. Mittels derartiger Ausführungen des optischen Elements
kann eine besonders einfache, insbesondere rasterfreie und/oder eingriffsfreie, Befestigung
des optischen Elements, insbesondere direkt am optoelektronischen Bauelement ausgebildet
werden. Auf vergleichsweise aufwendige Montagevorrichtungen, etwa für eine Steckverbindung,
am optoelektronischen Bauelement kann so verzichtet werden.
[0056] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform ist das Trägerteil auf der dem optoelektronischen
Bauelement zugewandten Seite des optischen Elements angeordnet oder ausgebildet.
[0057] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform ist das optische Element an dem optoelektronischen
Bauelement, insbesondere ausschließlich, mittels eines Haftvermittlers befestigt.
Auf im optischen Element extra ausgeformte Befestigungselemente im obigen Sinne kann
so verzichtet werden.
[0058] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform ist das optische Element von außerhalb
des Gehäusekörpers an einer den Gehäusekörper lateral begrenzenden, insbesondere äußersten,
Seitenfläche des Gehäusekörpers befestigbar oder befestigt. Der Haftvermittler ist
hierbei bevorzugt zwischen dem Trägerteil und der Seitenfläche des Gehäusekörpers
angeordnet und besonders bevorzugt mit dem Trägerteil und der Seitenfläche in direktem
Kontakt. Insbesondere kann der Haftvermittler auf gegenüberliegenden Seitenflächen
des Gehäusekörpers zwischen dem Trägerteil und dem Gehäusekörper angeordnet sein.
Der Haftvermittler kann ferner an allen Seitenflächen des Gehäusekörpers angeordnet
sein oder den Gehäusekörper umlaufen.
[0059] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform ist der Haftvermittler zwischen dem
Strahlformungsteil und dem optoelektronischen Bauelement angeordnet. Die zur Befestigung
des optischen Elements zur Verfügung stehende Fläche kann so vorteilhaft vergrößert
werden Hierdurch wird die mechanische Stabilität der Befestigung erhöht.
[0060] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform erstreckt sich der Haftvermittler,
insbesondere schichtartig, entlang einer dem Strahlformungsteil zugewandten Oberfläche
des Gehäusekörpers und von dieser Oberfläche ausgehend bis zur und entlang einer Seitenfläche
des Gehäusekörpers. Durch eine derartige Haftvermittlungsschicht kann auch in einem
Randbereich der dem Strahlformungsteil zugewandten Oberfläche des Gehäusekörpers und
im Bereich der Seitenfläche durch Umformung des Randes eine mechanisch stabile Verbindung
ausgebildet werden.
[0061] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform erstreckt sich der Haftvermittler
von der Strahlungsdurchtrittsfläche des Gehäusekörpers ausgehend, insbesondere durchgehend
bis zur und entlang der Seitenfläche. Die haftvermittelnde Fläche kann so vergrößert
werden.
[0062] Insbesondere kann sich der Haftvermittler von einer ersten Seitenfläche ausgehend
bis zur dem Strählformungsteil zugewandten Oberfläche des optoelektronischen Bauteils,
entlang dieser Oberfläche über die Strahlungsdurchtrittsfläche des Gehäusekörpers
bis zu der der ersten Seitenfläche gegenüberliegenden Seitenfläche und entlang dieser
Seitenfläche erstrecken. Der Haftvermittler kann den Gehäusekörper insbesondere übergreifen.
Die Stabilität der Befestigung wird so erhöht.
[0063] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform ist zwischen dem Strahlformungsteil,
insbesondere einer Strahlungsein- bzw. -austrittsfläche des Strahlformungsteils, und
der Strahlungsdurchtrittsfläche des Gehäusekörpers eine Brechungsindexanpassungsschicht
angeordnet. Zweckmäßigerweise überdeckt die Brechungsindexanpassungsschicht die Strahlungsdurchtrittsfläche
des Gehäusekörpers, insbesondere vollständig. Ferner grenzt die Brechungsindexanpassungsschicht
bevorzugt an das Strahlformungsteil und/oder die Strahlungsdurchtrittsfläche des Gehäusekörpers
an. Ein Brechungsindexsprung zwischen dem Strahlformungsteil und dem seitens der Strahlungsdurchtrittsfläche
im optoelektronischen Bauelement angeordneten Material wird mittels der Brechungsindexanpassungsschicht
zweckmäßigerweise gemindert.
[0064] Mit besonderem Vorteil bildet der Haftvermittler die Brechungsindexanpassungsschicht.
Eine Strahlformung erfolgt im Strahlformungsteil bevorzugt im Wesentlichen mittels
der dem optoelektronischen Bauelement abgewandten Oberfläche des Strahlformungsteils.
Über die Brechungsindexanpassung kann im optoelektronischen Bauelement erzeugte oder
zu empfangende Strahlung vereinfacht im Wesentlichen ohne optische Einflussnahme,
zum Beispiel über Reflexion oder Brechung, auf den Strahlengang außerhalb des Strahlformungsteils
geformt werden oder diese Einflussnahme kann gemindert werden. Das Ausbilden einer
vorgegebenen Abstrahl- oder Empfangscharakteristik für das Verbund-Bauteil mittels
des Strahlformungsteils wird so erleichtert.
[0065] Gemäß zumindest einer weiteren Ausführungsform enthält der Haftvermittler ein Silikon,
insbesondere ein Silikongel, oder ein Silikon-Hybridmaterial. Derartige Materialien
eignen sich besonders für den Haftvermittler mit gleichzeitiger brechungsindexanpassender
Wirkung. Insbesondere gilt dies, falls das Strahlformungsteil ein Silikon oder ein
Silikon-Hybridmaterial enthält und das seitens der Strahlungsdurchtrittsfläche des
optoelektronischen Bauelements angeordnete Material, etwa die Chipumhüllung, ebenfalls
ein Silikon oder Silikon-Hybridmaterial enthält.
[0066] Weiterhin grenzt der Haftvermittler bevorzugt unmittelbar an das optoelektronische
Bauelement, das Trägerteil und/oder das Strahlformungsteil an.
[0067] Weitere Vorteile, vorteilhafte Ausgestaltungen und Zweckmäßigkeiten der Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele in Verbindung
mit den Figuren.
Figur 1 zeigt in den Figuren 1A bis 1D verschiedene schematische Ansichten eines Ausführungsbeispiels
eines Trägerteils für ein optisches Element,
Figur 2 zeigt in den Figuren 2A und 2B verschiedene schematische Ansichten eines weiteren
Ausführungsbeispiels eines Trägerteils für ein optisches Element,
Figur 3 zeigt eine schematische Schnittansicht eines Ausführungsbeispiels einer Anordnung
mit einem Strahlformungsteils für ein optisches Element und einem Halbleiterchip,
Figur 4 zeigt eine Abstrahlcharakteristik der in Figur 3 gezeigten Anordnung,
Figur 5 zeigt in den Figuren 5A bis 5C verschiedene schematische Ansichten eines Ausführungsbeispiels
eines optischen Elements, das ein Trägerteil und ein Strahlformungsteil umfasst,
Figur 6 zeigt in den Figuren 6A bis 6C verschiedene schematische Ansichten eines weiteren
Ausführungsbeispiels eines optischen Elements, das ein Trägerteil und ein Strahlformungsteil
umfasst,
Figur 7 zeigt in den Figuren 7A und 7B schematische Ansichten eines Ausführungsbeispiels
eines Verbund-Bauteils mit einem optische Element, das an einem optoelektronischen
Bauelement befestigt ist und
Figur 8 zeigt eine schematische Schnittansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels
eines Verbund-Bauteils mit einem optischen Element, das an einem optoelektronischen
Bauelement befestigt ist.
[0068] Gleiche, gleichartige und gleich wirkende Elemente sind in den Figuren mit gleichen
Bezugszeichen versehen.
[0069] Figuren 1 und 2 zeigen in den Figuren 1A bis 1D beziehungsweise 2A und 2B verschiedene
Ansichten jeweils eines Ausführungsbeispiels eines Trägerteils 1 für ein optisches
Element.
[0070] Figur 1A zeigt eine schematische Aufsicht auf das Trägerteil 1 von oben, Figur 1B
zeigt eine schematische Schnittansicht entlang der Linie A-A aus Figur 1A, Figur 1C
zeigt eine Variante des Trägerteils anhand einer Teilschnittansicht und Figur 1D zeigt
eine Aufsicht auf das Trägerteil von unten.
[0071] Figur 2A zeigt eine Aufsicht auf das Trägerteil 1 von oben und Figur 2B zeigt eine
schematische Schnittansicht entlang der Linie A-A aus Figur 2A durch das Trägerteil
1.
[0072] Das Trägerteil 1 ist bevorzugt jeweils als, insbesondere einstückiges, Formteil ausgeführt.
Das Trägerteil 1 enthält ferner bevorzugt einen Kunststoff, zum Beispiel einen Thermoplasten
oder einen Duroplasten.
[0073] Das Trägerteil 1 kann mittels Gießen, insbesondere mittels Spritzgießen, in einer
geeigneten Gussform 2, zum Beispiel einer Spritzgießform, hergestellt werden, die
vorliegend lediglich in den schematischen Schnittansichten in den Figuren 1B beziehungsweise
2B gestrichelt angedeutet ist.
[0074] Die Gussform 2 weist bevorzugt zwei Teilformen 3 und 4 auf, zwischen denen eine Kavität
zum Einfüllen, insbesondere Einspritzen, einer Formmasse für das Trägerteil gebildet
ist. Die Kavität der Gussform 2 ist zweckmäßigerweise gemäß der gewünschten Form des
Trägerteils 1 geformt. Nach dem Einfüllen der Formmasse in die Gussform wird die Formmasse
vorzugsweise an- oder ausgehärtet, woraufhin das Trägerteil 1 aus der Gussform entformt
werden kann. Die jeweiligen Teilformen 3 und 4 sind bevorzugt hinterscheidungsfrei
ausgeführt, so dass auf kostenintensive Schieber in der Gussform für das Trägerteil
1 verzichtet werden kann und das Entformen des Trägerteils aus der Gussform erleichtert
wird.
[0075] Das Trägerteil 1 ist jeweils derart ausgebildet, dass mittels des Trägerteils ein
optisches Element, das das Trägerteil 1 und ein an das Trägerteil 1 anzuformendes
Strahlformungsteil aufweist, an einem optoelektronischen Bauelement, insbesondere
einen Gehäusekörper eines optoelektronischen Bauelements, befestigbar ist (vergleiche
die im Zusammenhang mit den folgenden Figuren beschriebenen Ausführungsbeispiele)
.
[0076] Das Material für das Trägerteil ist bevorzugt hinsichtlich hoher mechanischer Stabilität
ausgewählt. Bevorzugt ist das Trägerteil 1 aus dem Material oder einer entsprechenden
Materialzusammensetzung gefertigt, aus dem der Gehäusekörper des optoelektronischen
Bauelements, an dem das optische Element befestigt werden soll, hergestellt ist. Die
Gefahr von Beeinträchtigungen der mechanischen Stabilität der Befestigung des optischen
Elements am optoelektronischen Bauelement wird aufgrund der dann optimal angepassten
thermischen Ausdehnungskoeffizienten des Trägerteils und des Gehäusekörpers maßgeblich
verringert. Ein Thermoplast, z.B. ein Polyamid, insbesondere Polyphthalamid (PPA),
wird häufig bei Gehäusekörpern eingesetzt und ist hinsichtlich mechanischer Stabilität
und thermischer Anpassung daher auch für das Trägerteil 1 besonders geeignet. Zudem
kann das Trägerteil 1 aus einem für eine vom optoelektronischen Bauelement zu erzeugende
oder zu empfangende Strahlung strahlungsundurchlässigen Material oder einer entsprechenden
Materialzusammensetzung, z.B. PPA enthaltend, gebildet sein.
[0077] Ein Kunststoff für das Trägerteil kann mit einem oder einer Mehrzahl verschiedener
Zusatzstoffe, z.B. Partikeln, wie TiO
2-Partikeln, und/oder Glasfasern, versetzt sein. Ein Kunststoff (z.B. ein Kunststoff
mit dem Handelsnamen Grivory HT), wie PPA, das mit TiO
2-Partikeln und Glasfasern versetzt ist, zeichnet sich durch besonders geringe Strahlungsdurchlässigkeit,
insbesondere für blaues oder weißes Licht, aus und ist gegenüber hohen Temperaturen,
die z.B. beim Löten auftreten können, besonders stabil und daher für das Trägerteil,
wie oben und im folgenden näher erläutert, besonders geeignet.
[0078] Das jeweilige Trägerteil 1 weist ein Anformteil 6 auf, das für das Anformen eines
Strahlformungsteils für das optische Element an das Trägerteil 1 vorgesehen ist. Im
Anformteil 6, das bevorzugt einstückig und/oder rahmenartig ausgeführt ist, ist eine
Apertur 5 ausgebildet. Das Anformteil 6 umläuft die Apertur 5 bevorzugt lateral, insbesondere
vollständig. Durch die Apertur kann Strahlung durch das gegebenenfalls strahlungsundurchlässig
ausgeführte Trägerteil 1 hindurch treten.
[0079] In dem Anformteil 6 des jeweiligen Trägerteils sind Verbindungselemente 7a, 7b oder
7c ausgebildet. Die jeweiligen Verbindungselemente 7a, 7b beziehungsweise 7c sind
bevorzugt derart ausgebildet, dass die direkte Kontaktfläche zwischen dem Trägerteil
und dem an dieses anzuformenden Strahlformungsteil erhöht ist. Die mechanische Stabilität
der Verbindung zwischen dem Trägerteil 1 und dem Strahlformungsteil kann hierdurch
erhöht werden. Das Verbindungselement 7c ist lediglich in einer Teilschnittansicht
des Trägerteils dargestellt.
[0080] Zweckmäßigerweise sind die Verbindungselemente an einer dem anzuformenden Strahlformungsteil
zugewandten Oberfläche des Anformteils ausgebildet. Die Verbindungselemente 7a sind
als Erhebungen, zum Beispiel stegartig, ausgeführt. Die Verbindungselemente 7b sind
als Vertiefungen, zum Beispiel punktuelle Vertiefungen oder gegebenenfalls als umlaufende
Nut (nicht dargestellt), ausgeführt. Die Verbindungselemente 7c sind als, insbesondere
punktuelle, Aussparungen ausgeführt. Die Verbindungselemente sind.jeweils im Anformteil
6 ausgebildet. Erhebungen als Verbindungselemente sind in Figur 2 nicht explizit dargestellt,
können jedoch selbstverständlich auch bei dem dort gezeigten Trägerteil 1 vorgesehen
sein.
[0081] Ferner kann entgegen der Darstellung auch eine Vielzahl, insbesondere ausschließlich,
gleichartiger Verbindungselemente 7a, 7b beziehungsweise 7c vorgesehen sein. Die Darstellung
verschiedener Verbindungselemente am Trägerteil in den Figuren 1 und 2 ist diesbezüglich
lediglich exemplarisch zu verstehen. Die Verbindungselemente sind ferner bevorzugt
- entgegen der exemplarischen Darstellung in Figur 1 - gleichmäßig, insbesondere äquidistant,
über das Trägerteil 1, insbesondere das Anformteil 6, verteilt. Hierdurch wird die
Stabilität einer Verbindung zwischen dem Trägerteil und dem anzuformenden Strahlformungsteil
lateral umlaufend erhöht.
[0082] Die in den Figuren 1 und 2 dargestellten Trägerteile 1 unterscheiden sich in der
Art der Befestigung am optoelektronischen Bauelement für die das Trägerteil vorgesehen
ist.
[0083] Das in Figur 1 dargestellte Ausführungsbeispiel des Trägerteils 1 ist für ein optisches
Element, das über den Gehäusekörper eines optoelektronischen Bauelements stülpbar
oder in das das optoelektronische Bauelement einlegbar ist, besonders geeignet. Hierzu
weist das Trägerteil ein Befestigungsteil 8 auf, das bevorzugt an die laterale Abmessungen
des Bauelements, insbesondere eines Gehäusekörpers des Bauelements, angepasst ist.
Das Befestigungsteil 8 ist vorzugsweise rahmenartig ausgeführt. Ein Freiraum 9, den
das Befestigungsteil bevorzugt zumindest zum Teil lateral begrenzt oder vorzugsweise
insbesondere vollständig umläuft, kann für das Überstülpen oder Einlegen eine einhüllende
Grundform aufweisen, die derjenigen des jeweiligen Gehäusekörpers des optoelektronischen
Bauelements entspricht.
[0084] Bevorzugt weist der Freiraum 9 eine laterale Ausdehnung auf, die größer ist als diejenige
der Apertur 5 im Anformteil 6. Die Apertur 5 und der Freiraum 9 können voneinander
verschiedene einhüllende Grundformen aufweisen. Der Freiraum 9 ist bevorzugt für das
Einlegen oder Überstülpen ausgebildet, wobei die Apertur 5 für den Strahlungsdurchtritt
vorgesehen ist. Beispielsweise weist der Freiraum 9 eine in Aufsicht rechteckige,
das heißt insbesondere nicht quadratische, einhüllende Grundform mit verschieden langen
Seiten auf. Die Apertur 5 kann eine quadratische einhüllende Grundform aufweisen.
[0085] Der Querschnitt des Anformteils 6 verjüngt sich bevorzugt in Richtung der Apertur
5, besonders bevorzugt derart, dass sich die Apertur in Richtung der Oberfläche, an
die das Strahlformungsteil anzuformen ist, d.h. insbesondere der dem Befestigungsteil
8 abgewandten Oberfläche, verbreitert. Ein großflächiger Strahlungsdurchtritt eines
breiten Strahlenbündels durch die Apertur wird so bei gleichzeitig vergrößerter zur
Anformung zur Verfügung stehenden Oberfläche erleichtert.
[0086] In dem Befestigungsteil 8 sind bevorzugt Ausnehmungen 10, insbesondere an gegenüberliegenden
Seiten, ausgebildet. Durch diese Ausnehmungen 10 können Anschlussleiter des optoelektronischen
Bauelements für die externe elektrische Kontaktierung des eingelegten Bauelements
nach außen geführt werden.
[0087] Alternativ oder zusätzlich können die Ausnehmungen 10 als Justage- beziehungsweise
Orientierungshilfen beim orientierten Aufsetzen des optischen Elements auf das optoelektronische
Bauelement dienen. Dies ist von besonderem Vorteil, falls das Bauelement, insbesondere
dessen Gehäusekörper, in Aufsicht eine Grundform aufweist, auf die das Trägerteil
abgestimmt ist, und die, wie etwa eine echt rechteckige Grundform, ein orientiertes
Aufsetzen erfordert.
[0088] Das in Figur 2 dargestellte Ausführungsbeispiel des Trägerteils 1 ist für ein Aufstecken
des optischen Elements auf das optoelektronische Bauelement besonders geeignet. Hierzu
sind bevorzugt stiftartige Befestigungselemente 11 am Trägerteil 1, die zum Eingreifen
in korrespondierenden Montagevorrichtungen des optoelektronischen Bauelements, insbesondere
dessen Gehäusekörper, geeignet sind, ausgebildet. Die Befestigungselemente 11 sind
weiterhin bevorzugt an der dem anzuformenden Strahlformungsteil abgewandten Seite
angeschrägt ausgeführt. Bei einem bezüglich der Montagevorrichtung leicht dejustierten
Aufsetzen des optischen Elements auf das Bauelement können die Befestigungselemente
so vereinfacht der jeweils korrespondierenden Montagevorrichtung zugeführt werden
und insbesondere in die Montagevorrichtung "einrutschen".
[0089] Figur 3 zeigt schematisch eine Schnittansicht einer besonderen Ausführungsform eines
Strahlformungsteils 12 für ein optisches Element. Weiterhin sind die Strahlformungseigenschaften
des Strahlformungsteils anhand des Strahlengangs schematisch dargestellt. Hierbei
dient bevorzugt ein optoelektronischer Halbleiterchip 13 als Strahlungsquelle.
[0090] Das Strahlformungsteil enthält ein Silikon-Hybridmaterial. Diese Materialien sind
selbst bei hochenergetischer kurzwelliger Strahlung, etwa ultravioletter oder blauer
Strahlung, die mittels des Halbleiterchips erzeugbar sein kann über eine maßgebliche
Dauer im Wesentlichen form- und transmissionsbeständig.
[0091] Silikone sind in der Regel sehr flexibel und leicht biegbar. Weiterhin kann bereits
eine kleine Beschädigung, z.B. ein Riss, in einem Silikon-Formteil die Gesamtstabilität
des Formteils derart beeinträchtigen, dass das Formteil bei geringer Krafteinwirkung
zerstört wird.
[0092] Silikon-Hybride, etwa ein Silikon und ein Epoxidharz enthaltend, sind gegenüber einem
Epoxidharz strahlungsstabiler und zeigen ein ähnliches chemisches Haftungsverhalten.
Insbesondere haften Hybride in der Regel besser als reine Silikone. Die Degradationsgeschwindigkeit
der optischen Eigenschaften eines Hybrids kann maßgeblich über derjenigen ähnlicher
Materialien, z.B. eines Epoxidharzes, liegen. Die Degradation von Hybriden kann gegenüber
der Degradation optisch vergleichbarer Materialien um das 5-Fache oder mehr, insbesondere
bis zum 1000-Fachen oder darüber hinaus verlangsamt sein.
[0093] Die Strahlformung wird lediglich exemplarisch für einen strahlungsemittierenden Halbleiterchip
dargestellt. Der Strahlengang ist selbstverständlich umkehrbar. In diesem Falle ist
der Halbleiterchip zweckmäßigerweise als Strahlungsdetektorchip ausgeführt.
[0094] Eine Strahlungsaustrittsfläche 20 des Strahlformungsteils 12 weist einen konkav gekrümmten
Teilbereich 121 und einen den konkav gekrümmten Teilbereich in einem Abstand zur optischen
Achse. 21 umgebenden, insbesondere vollständig umlaufenden, konvex gekrümmten Teilbereich
122 auf.
[0095] In einer aktiven Zone 130 des optoelektronischen Halbleiterchips 13 erzeugte Strahlung
tritt über eine Strahlungseintrittsfläche 22, die vorzugsweise eben ausgeführt ist,
in das Strahlformungsteil 12 ein. Die vom Halbleiterchip erzeugte Strahlung, insbesondere
sichtbare Strahlung, wird in Figur 3 durch die mit Pfeilen gekennzeichneten Linien,
welche den Strahlengang anhand einzelner Strahlen andeuten, verdeutlicht. Die optische
Achse 21 verläuft durch den Halbleiterchip 13 und den konkav gekrümmten Teilbereich..
[0096] Der Halbleiterchip 13 umfasst einen auf einem Träger 131 angeordneten Halbleiterkörper
132, der wiederum die zur Strahlungserzeugung geeignete aktive Zone 130 umfasst. Auf
der dem Strahlformungsteil abgewandten Seite der aktiven Zone kann eine Spiegelschicht,
z.B. zwischen dem Träger und dem Halbleiterkörper, angeordnet sein, die durch Reflexion
Strahlung in Richtung der dem Strahlformungsteil zugewandten Oberfläche des Halbleiterchips
richtet. Bevorzugt ist die Spiegelschicht elektrisch leitend, etwa metallhaltig, z.B.
ein Metall oder eine Legierung enthaltend, ausgeführt. Vorzugsweise ist die Spiegelschicht
metallisch oder legierungsbasiert ausgeführt. Die Spiegelschicht ist weiterhin bevorzugt
elektrisch leitend mit der aktiven Zone verbunden und kann so vereinfacht zusätzlich
zur Reflexion an der elektrischen Kontaktierung des Chips beteiligt sein. In diesem
Falle ist der Träger bevorzugt von einem Aufwachssubstrat, auf dem eine Halbleiterschichtenfolge
für den Halbleiterkörper epitaktisch gewachsen ist, verschieden.
[0097] Die Anordnung mit dem Strahlformungsteil 12 und dem Halbleiterchip 13 ist zur homogenen
Beleuchtung, insbesondere zur Hinterleuchtung einer Fläche 23, etwa einer Diffusorfolie
oder einer Anzeigevorrichtung, wie einem LCD, besonders geeignet. Die optische Achse
21 verläuft bevorzugt durch die Fläche 23. Besonders bevorzugt verläuft die Fläche
23 im Wesentlichen senkrecht zur optischen Achse 21.
[0098] Über geeignete Ausbildung der Krümmungen des konvex und des konkav gekrümmten Teilbereichs
kann die vom Halbleiterchip erzeugte Strahlung strahlungsaustrittsseitig derart verteilt
werden, dass die Fläche gleichmäßig und homogen ausgeleuchtet wird. Auf verschiedene,
gleichgroße und beleuchtete Bereiche der Fläche trifft mit Vorzug jeweils im Wesentlichen
die gleiche Strahlungsleistung.
[0099] Über den konkaven Teilbereich 121 austretende Strahlung wird ähnlich wie bei einer
Zerstreuungslinse gestreut. Insbesondere wird unter einem von 90° verschiedenen Winkel
zur optischen Achse auf die Strahlungsaustrittsfläche 20 auftreffende Strahlung dort
von der optischen Achse weg gebrochen. Die über den konkaven Teilbereich austretende
Strahlung dient der homogenen Ausleuchtung eines die optische Achse 21 umgebenden
Bereichs der Fläche 23.
[0100] Vergleichsweise weit von der optischen Achse beabstandete Bereiche der Fläche 23
werden mittels über den konvex gekrümmten Teilbereich 122 - unter einem von 90° verschiedenen
Winkel zur optischen Achse 21 - aus dem Strahlformungsteil austretender Strahlung
beleuchtet.
[0101] Der Übergangsbereich zwischen dem konkaven und dem konvexen Teilbereich ist mit Vorzug
glatt, insbesondere kantenfrei, ausgebildet ist. Insbesondere kann die Strahlungsaustrittsfläche,
bevorzugt vollflächig, differenzierbar ausgeführt sein. Eine homogene Ausleuchtung
der Fläche 23 wird so erleichtert. Nicht differenzierbare Knicke würden die Gefahr
des Entstehens unerwünschter Inhomogenitäten in der Strahlungsleistungsverteilung
auf der zu beleuchtenden Fläche 23 erhöhen.
[0102] Der konvex gekrümmte Teilbereich 122 der Strahlungsaustrittsfläche 20 weist bevorzugt
einen größeren Flächeninhalt auf als der konkav gekrümmte Teilbereich 121. In der
Folge tritt gegenüber dem konkav gekrümmten Teilbereich ein erhöhter Anteil an Strahlung
über den konvex gekrümmten Teilbereich seitlich und schräg zu optischen Achse aus
dem Strahlformungsteil aus.
[0103] Weiterhin weist der konvex gekrümmte Teilbereich 122 bevorzugt einen ersten Bereich
24 einer ersten Krümmung und einen zweiten Bereich 25 einer von der ersten Krümmung
verschiedenen zweiten Krümmung auf.
[0104] Die erste Krümmung ist hierbei bevorzugt kleiner als die zweite Krümmung. Aufgrund
der im zweiten Bereich 25 größeren Krümmung weist in diesem Bereich aus dem Strahlformungsteil
austretende Strahlung mit Vorteil einen größeren Winkel zur optischen Achse 21 auf
als im ersten Bereich 24 oder im konkaven Teilbereich 121 aus dem Strahlformungsteil
austretende Strahlung. Die homogene Ausleuchtung vergleichsweise weit von der optischen
Achse entfernter Bereiche der Fläche 23 wird so erleichtert.
[0105] Bevorzugt tritt Strahlung aus dem Strahlformungsteil 12 im wesentlichen lediglich
unter einem Winkel kleiner 90 Grad zur optischen Achse aus dem optischen Element aus.
Die Abstrahlung verläuft somit hauptsächlich insbesondere seitlich oder quer zur optischen
Achse und nach vorne in Richtung der optischen Achse. Das Strahlformungsteil 12 ist
mit Vorzug derart ausgeführt, dass ein Großteil der Strahlungsleistung, vorzugsweise
60% oder mehr, unter einem Winkel zur optischen Achse, insbesondere größer als 60°
und/oder über den.konvex gekrümmten Teilbereich 122, aus dem Strahlformungsteil austritt.
[0106] Die Krümmung des konvexen Teilbereichs 122 kann mit wachsendem Abstand vom konkav
gekrümmten Teilbereich, insbesondere im zweiten Bereich 25 in Richtung der Strahlungseintrittsfläche
22 zunehmen, wodurch eine vermehrte Auskopplung von Strahlung unter großen Winkeln
zur optischen Achse und damit das Beleuchten vergleichsweise weit von der optischen
Achse entfernten Bereichen der Fläche 23 gefördert wird.
[0107] Das Strahlformungsteil 12 kann derart ausgeführt sein, dass sich aus dem Strahlformungsteil
austretende Strahlen nicht überschneiden, sodass die örtliche Strahlungsleistungsverteilung
auf der zu beleuchtenden Fläche im wesentlichen unabhängig vom Abstand der Fläche
zum Strahlformungsteil ist.
[0108] Würde das Strahlformungsteil bei der Strahlformung eine Überkreuzung von Strahlen
hervorrufen, so könnte sich ein Fokalbereich ausbilden, so dass die örtliche Strahlungsleistungsverteilung
auf der Fläche 23 abhängig vom Abstand der Fläche zum Strahlformungsteil wäre. Bei
einer Variation des Abstandes der Fläche 23 zum Strahlformungsteil würden sich insbesondere
Inhomogenitäten, etwa Ringe höherer Intensität, der örtlichen Strahlungsleistungsverteilung
ausbilden. Diese Inhomogenitäten werden durch Überkreuzung von Strahlen hervorgerufen.
Bei dem dargestellten Strahlformungsteil 12 ist jedoch, aufgrund der schnittfrei verlaufenden
Strahlung, die örtliche Verteilung der Strahlungsleistung auf der Fläche 23 unabhängig
vom Abstand der Fläche zur Strahlungsaustrittsfläche. Weiterhin erfolgt die Strahlformung
oder die Strahlführung im Strahlformungsteil mit Vorzug totalreflexionsfrei.
[0109] Die Abstrahlcharakteristik des Halbleiterchips kann mittels des Strahlformungsteils
verbreitert werden, so dass der mit dem Halbleiterchip zu beleuchtende Teilbereich
der Fläche gegenüber einer unmittelbaren Beleuchtung mit dem Halbleiterchip bei einem
vorgegeben Abstand des Halbleiterchips von der Fläche vergrößert ist. Alternativ kann
der Halbleiterchip bei einer zu beleuchtenden Fläche einer vorgegebenen Größe mit
Vorteil aufgrund der Strahlformung im Strahlformungsteil näher an der zu beleuchtenden
Fläche angeordnet werden.
[0110] Für eine azimutal um die optische Achse 21 umlaufend gleichförmige Abstrahlcharakteristik
der Beleuchtungsvorrichtung ist die Strahlungsaustrittsfläche 20, insbesondere das
gesamte Strahlformungsteil, mit Vorzug rotationssymmetrisch zur optischen Achse ausgeführt.
In nicht zur Strahlformung vorgesehenen Bereichen kann gegebenenfalls von der rotationssymmetrischen
Ausführung abgewichen werden.
[0111] Figur 4 zeigt ein Beispiel für eine Abstrahlcharakteristik der in Figur 3 gezeigten
Anordnung nach der Strahlformung am Strahlformungsteil. Aufgetragen ist die relative
Intensität in Prozent in Abhängigkeit vom Winkel ϑ in ° zur optischen Achse.
[0112] Die hier gezeigte Abstrahlcharakteristik wurde für ein Strahlformungsteil gemäß Figur
3, das rotationssymmetrisch zur optischen Achse ausgeführt ist, und einen Halbleiterchip
ermittelt, der im Abstand von 0,6 mm von der Strahlungseintrittsfläche 22 angeordnet
war.
[0113] Die Anordnung emittiert einen Großteil der Strahlungsleistung seitlich zur optischen
Achse, insbesondere unter vergleichsweise großen Winkeln. Bevorzugt liegt ein lokales
Minimum der Charakteristik im Bereich des konkav gekrümmten Teilbereichs, insbesondere
innerhalb des konkav gekrümmten Teilbereichs und/oder im Winkelbereich zwischen 0°
und 10°.
[0114] Weiterhin emittiert die Anordnung bevorzugt mehr als 50 %, besonders bevorzugt mehr
als 60% der vom Halbleiterchip erzeugten Strahlungsleistung in einen Winkelbereich
zwischen 80° und 40° zur optischen Achse.
[0115] Das. Maximum der Intensität liegt bei einem Winkel größer 60°, insbesondere bei ungefähr
70°. Von dem konkaven Teilbereich, der dem Bereich um 0° entspricht, ausgehend wächst
die Intensität mit steigendem Winkel, d.h. in Richtung des konvex gekrümmten Teilbereichs,
in etwa gemäß einer Potenzfunktion, insbesondere gemäß einer Parabel, und fällt nach
dem Erreichen des Maximums steil ab.
[0116] Die Figuren 5 und 6 zeigen in den Figuren 5A bis 5C und 6A bis 6C verschiedene schematische
Ansichten eines optischen Elements 14, das ein Trägerteil 1 und ein Strahlformungsteil
12 umfasst.
[0117] Das Trägerteil 1 gemäß Figur 5 entspricht dem in Zusammenhang mit Figur 1 beschriebenen
Trägerteil und das Trägerteil 1 gemäß Figur 6 dem in Zusammenhang mit Figur 2 beschriebenen
Trägerteil. Das Strahlformungsteil 12 entspricht jeweils im Wesentlichen der im Zusammenhang
mit den Figuren 3 und 4 beschriebenen Grundstruktur des Strahlformungsteils 12.
[0118] Figur 5A zeigt eine schematische Aufsicht auf das optische Element 14 von oben, Figur
5B zeigt eine schematische Schnittansicht entlang der Linie A-A aus Figur 5A und Figur
5C zeigt eine schematische Teilschnittansicht des optischen Elements 14.
[0119] Figur 6A zeigt eine schematische Aufsicht auf das optische Element 14 von oben, Figur
6B zeigt eine schematische Schnittansicht entlang der Linie B-B aus Figur 6A und Figur
6C zeigt eine schematische Schnittansicht entlang der Linie A-A aus Figur 6A.
[0120] Die optischen Elemente 14 gemäß den Figuren 5 und 6 weisen jeweils ein Trägerteil
1 und ein Strahlformungsteil 12 auf, wobei das Strahlformungsteil 12 an das Trägerteil
angeformt ist. Das Strahlformungsteil 12 enthält ein Silikon-Hybridmaterial, oder
besteht hieraus. Dieser Kunststoff ist von der Grundformmasse für das Trägerteil 1
verschieden.
[0121] Das Anformen erfolgt bevorzugt mittels eines Gussverfahrens, zum Beispiel eines Spritzgussverfahrens.
Das zuerst hergestellte, vorzugsweise ausgehärtete, Trägerteil 1 wird hierzu in eine
für das Strahlformungsteil 12 geformte Gussform 15 eingelegt, woraufhin eine von der
für das Trägerteil 1 eingesetzten Formmasse verschiedene Formmasse, etwa eine Silikon-Hybrid-Formmasse,
für das Strahlformungsteil an das Trägerteil angegossen, insbesondere angespritzt,
wird. Bevorzugt wird die Formmasse auf das Trägerteil 1 aufgespritzt. Die Gussform
15 mit den Teilformen 16 und 17, die eine Kavität für das Strahlformungsteil bilden,
ist in den Figuren 5B und 6B gestrichelt und lediglich schematisch dargestellt.
[0122] Die in die Form gefüllte fließfähige Formmasse für das Strahlformungsteils formt
sich an das Trägerteil und insbesondere an die am Anformteil 6 ausgebildeten Verbindungselemente
7a, 7b und 7c an. Nachfolgend wird die Formmasse, insbesondere temperaturgestützt,
etwa durch Abkühlen, und/oder durch Vernetzen, ausgehärtet. Die Formmasse zieht sich
bevorzugt beim Härten zusammen, so dass sich eine mechanisch stabile Verbindung zwischen
dem Trägerteil 1 und dem Strahlformungsteil 12 ausbildet, ohne dass zusätzlich ein
Haftvermittler eingesetzt wird. Das Strahlformungsteil liegt bevorzugt unter Zugspannung.
Die Flexibilität eines eigentlich flexiblen Materials, wie einem Silikon oder einem
Silikon-Hybridmaterial, für das Strahlformungsteil kann so vermindert werden. Das
Strahlformungsteil kann dann mit Vorteil nur mit einem gegenüber einem optischen Element,
das lediglich das Material des Strahlformungsteils aufweist, höheren Kraftaufwand
gebogen werden und weist eine erhöhte Stabilität auf.
[0123] Mittels eines 2K-Spritzgussverfahrens mit zwei verschiedenen Formen und Formmassen
können das Trägerteil 1 und das Strahlformungsteil 12 vereinfacht auf die jeweilige
Hauptfunktion hin - mechanische Stabilität für das Trägerteil und optische Eigenschaften
für das Strahlformungsteil - optimiert werden.
[0124] Nach dem Härten wird das optische Element aus der Gussform 15 entformt.
[0125] Gegebenenfalls kann auch ein Trägerteil 1 an ein entsprechendes vorgeformtes Strahlformungsteil
12 angeformt werden. Da das Trägerteil 1 jedoch mit Vorzug die mechanische Stabilität
des Strahlformungsteils gewährleistet, ist ein umgekehrtes Vorgehen bevorzugt.
[0126] Das Ausbilden einer mechanisch stabilen, insbesondere innigen Verbindung, zwischen
dem Trägerteil 1 und dem Strahlformungsteil 12 wird durch die Verbindungselemente
7a, 7b beziehungsweise 7c gefördert. Diese sind lediglich in Figur 5 detailliert und
schematisch dargestellt, können jedoch auch bei dem in Figur 6 gezeigten optischen
Element 14 in entsprechender Weise vorgesehen sein.
[0127] Die Verbindungselemente 7a, die als Erhebung ausgeführt sind, sind mit dem Strahlformungsteil
12 umformt. Bevorzugt verringert sich die laterale Ausdehnung eines mittels zweier
benachbarter Verbindungselemente 7a lateral begrenzten Zwischenraums 18 zwischen den
Verbindungselementen in Richtung der Apertur 5. Beim Härten des Strahlformungsteils
12 kann so die Zugspannung und hierüber die Stabilität des Strahlformungsteils sowie
dessen mechanische Anbindung an das Trägerteil 1 vereinfacht erhöht werden.
[0128] In das Verbindungselement 7b, das als Vertiefung ausgeführt ist, ist das Strahlformungsteil
12 eingeformt. Das Strahlformungsteil 12 greift insbesondere in das Trägerteil 1 ein.
Die mechanische Stabilität der Verbindung kann ebenso wie die Zugspannung auf das
Strahlformungsteil auch mittels des Verbindungselements 7b erhöht werden.
[0129] Das Verbindungselement 7c, das als durchgehende Aussparung im Anformteil 6 ausgebildet
ist, wird beim Anformen durchformt, wobei sich auf der dem Strahlformungsteil 12 abgewandten
Oberfläche des Trägerteils 1 eine nietenartige Ausbuchtung oder Auswölbung 19 ausbildet.
Die mechanische Stabilität der Verbindung von Trägerteil und Strahlformungsteil 12
kann auch mittels eines derartigen Verbindungselements 7c erhöht werden.
[0130] Die Apertur 5 des Trägerteils 1 wird jeweils vollständig vom Strahlformungsteil 12
überdeckt. Die dem Trägerteil 1 abgewandte, strahlformende Oberfläche des Strahlformungsteils
12 mit dem konkav gekrümmten Teilbereich 121 und dem konvex gekrümmten Teilbereich
122 kann so vorteilhaft großflächig ausgebildet werden. Eine großflächige Ausleuchtung
einer Fläche wird so vereinfacht.
[0131] Der konkav gekrümmte Teilbereich 121 ist bevorzugt oberhalb eines Zentralbereichs
der Apertur 5 angeordnet. Eine Projektion des konkav gekrümmten Teilbereichs 121 in
die Apertur 5 liegt vorzugsweise vollständig innerhalb der Apertur.
[0132] Das Strahlformungsteil 12 kann lateral über das Trägerteil 1 hinaus ragen. Hierdurch
wird die dem Trägerteil abgewandte Oberfläche des Strahlformungsteils erhöht, wodurch
die Strahlungsdurchtrittsfläche vergrößert werden kann. Zur Erhöhung der mechanischen
Unterstützung des Strahlformungsteils kann das Strahlformungsteil jedoch gegebenenfalls
lateral bündig mit dem Trägerteil abschließen oder das Trägerteil kann lateral über
das Strahlformungsteil hinaus ragen.
[0133] In den Figuren 7 und 8 sind optische Elemente 14 dargestellt, die an einem optoelektronischen
Bauelement 25 befestigt sind. Figur 7A zeigt diesbezüglich eine schematische Schnittansicht,
Figur 7B eine schematische Aufsicht von unten und Figur 8 eine schematische Schnittansicht
jeweils eines derartigen Verbund-Bauteils.
[0134] Das optische Element 14 gemäß Figur 7 entspricht dem im Zusammenhang mit Figur 5
beschriebenen optischen Element und dasjenige gemäß Figur 8 dem im Zusammenhang mit
Figur 6 beschriebenen optischen Element.
[0135] Das optoelektronische Bauelement 26 weist jeweils einen Gehäusekörper 27 und einen
optoelektronischen Halbleiterchip 13, insbesondere zur Strahlungserzeugung, auf. Das
optoelektronische Bauelement 26 weist weiterhin einen ersten elektrischen Anschlussleiter
28 und einen zweiten elektrischen Anschlussleiter 29 auf. Diese ragen bevorzugt an
verschiedenen Seitenflächen, insbesondere gegenüberliegenden Seitenflächen, des Gehäusekörpers
27 aus diesem heraus. Die Anschlussleiter dienen der elektrischen Kontaktierung des
Halbleiterchips 13 und sind hierzu zweckmäßigerweise elektrisch leitend mit diesem
verbunden. Der Halbleiterchip 13 kann mit dem ersten Anschlussleiter 28 über eine
Anschlussschicht 30, etwa eine elektrisch leitende Klebstoff- oder eine Lotschicht,
elektrisch leitend verbunden und/oder auf diesem befestigt sein. Mit dem zweiten Anschlussleiter
29 ist der Halbleiterchip bevorzugt über einen Bonddraht 31 elektrisch leitend verbunden.
[0136] Das optoelektronische Bauelement 26, insbesondere der Gehäusekörper 27, kann mittels
Umgießen, etwa mittels eines Spritzguss-, Spritzpressguss- oder Pressgussverfahrens,
eines die beiden Anschlussleiter 28 und 29 umfassenden Leiterrahmens mit einer geeigneten
Formmasse, etwa einem Kunststoffmaterial, insbesondere einem Thermoplasten, z.B. PPA,
hergestellt werden. Nachfolgend kann der Halbleiterchip 13 mit den Anschlussleitern
elektrisch leitend verbunden werden. Das optoelektronische Bauelement kann demnach
ein vorgeformtes Gehäuse, ein sogenanntes prernolded-package aufweisen.
[0137] Bevorzugt weist der Gehäusekörper 27 eine Kavität 32 auf, in der der Halbleiterchip
13 besonders bevorzugt angeordnet ist. Weiterhin kann in der Kavität 32 eine Umhüllungsmasse
33 angeordnet sein, in die der Halbleiterchip 13 und vorzugsweise auch der Bonddraht
eingebettet ist. Diese Umhüllung schützt den Halbleiterchip 13 und den Bonddraht 13
mit Vorteil vor schädlichen äußeren Einflüssen. Zweckmäßigerweise ist die Umhüllung
strahlungsdurchlässig für eine im Halbleiterchip.13 zu erzeugende oder zu empfangende
Strahlung ausgebildet.
[0138] Beispielsweise enthält die Umhüllung ein Silikon oder ein Silikon-Hybridmaterial.
Diese Materialien zeichnen sich gegenüber hochenergetischer kurzwelliger, z.B. blauer
oder ultravioletter Strahlung, die der Halbleiterchip bevorzugt erzeugen kann, durch
hohe Beständigkeit in den optischen Eigenschaften, etwa der Transmission, über eine
maßgebliche Bestrahlungsdauer aus.
[0139] Das optoelektronische Bauelement kann ferner zur Erzeugung mischfarbigen, insbesondere
weißen Lichts, ausgebildet sein. Hierzu ist dem Halbleiterchip, etwa in der Umhüllungsmasse,
ein Wellenlängenkonversionsmaterial nachgeordnet. Ein Teil der vom Halbleiterchip
erzeugten Strahlung kann das Wellenlängenkonversionsmaterial, etwa einen Leuchtstoff,
insbesondere in Partikelform, zur Emission längerwelliger Strahlung anregen. Aus der
Mischung der vom Halbleiterchip erzeugten und der vom Wellenlängenkönversionsmaterial
reemittierten Strahlung kann in der Folge mischfarbiges, insbesondere weißes, Licht
entstehen. Zur Weißlichterzeugung sind eine vom Halbleiterchip 13 erzeugte Primärstrahlung
im blauen Spektralbereich und eine vom Wellenlängenkonversionsmaterial reemittierte
Strahlung im gelben Spektralbereich besonders geeignet.
[0140] Der Gehäusekörper 26 ist bevorzugt aus einem gut reflektierenden Material, etwa einem
weißem Kunststoff, z.B. PPA, gefertigt. Die Wände der Kavität 32 können alternativ
oder ergänzend zur Steigerung der Reflexion einer vom Halbleiterchip erzeugten Strahlung
an der Wand der Kavität mit einem reflexionssteigernden Material, etwa einem Metall,
beschichtet sein. Über Reflexion an der Wand der Kavität kann der Anteil der dem optischen
Element 14 zur Strahlformung zugeführten Strahlung verglichen mit einem Gehäuse oder
einem Gehäusekörper ohne Kavität 32 mit Vorteil erhöht werden.
[0141] Das optoelektronische Bauelement ist weiterhin bevorzugt oberflächenmontierbar (SMD:
Surface Mountable Device) ausgebildet. Bei der Oberflächenmontage werden beispielsweise
die Anschlussleiter 28 und 29 seitens von Lötflächen 34 bzw. 35 der Anschlussleiter
auf externe elektrische Anschlussmittel (nicht dargestellt) eines-Anschlussträgers
36, z.B. den Leiterbahnen einer Leiterplatte, gelötet. Hierbei wird das optoelektronische
Bauelement auf dem Anschlussträger angeordnet, wobei die Anschlussleiter mittels eines
Lots 37 bei hohen Temperaturen von beispielsweise 250 °C oder höher, insbesondere
unter Schmelzen des Lots, mit den externen elektrischen Anschlussmitteln verlötet
werden.
[0142] Es sei angemerkt, dass das Gehäuse auch als sogenanntes Overmold-Gehäuse oder als
Gehäuse einer Radial-LED, bei dem der Chip und die Anschlussleiter nach der Montage
des Chips auf den Anschlussleitern durchgehend mit dem Gehäusematerial umformt wird,
ausgeführt sein kann. Zweckmäßigerweise ist das Material des Gehäusekörpers für den
Strahlungsdurchtritt dann strahlungsdurchlässig gewählt. Im Gegensatz zu Overmold-Bauformen
sind Radial-Bauformen nicht für die Oberflächenmontagetechnik (SMT: Surface Mounting
Technology) geeignet. Premolded-Gehäuse-Bauformen sind weiterhin für Hochleistungs-Bauelemente
zur Erzeugung hoher Strahlungsleistungen besonders geeignet, da auf ein transparente
Gehäusekörpermaterial verzichtet werden kann. Die Freiheitsgrade für die Auswahl des
Materials sind so erhöht.
[0143] Bei herkömmlichen an einem Bauelement befestigten optischen Elementen besteht die
erhöhte Gefahr, dass sich die optischen Elemente beim Lötvorgang temperaturbedingt
verformen oder gar zerschmelzen oder sich die Befestigung des optischen Elements am
Bauelement löst. Die Abstrahlcharakteristik eines derartigen herkömmlichen Verbund-Bauteils
kann so maßgeblich beeinträchtigt werden. Reine Thermoplastlinsen aus einem strahlungsdurchlässigen
Thermoplast sind beispielsweise bei Löttemperaturen über 250 °C nicht formbeständig
und schmelzen an oder zerschmelzen sogar. Bei Linsen aus Silikon besteht eine erhebliche
Gefahr, dass sich beim Lötvorgang die Befestigung am Bauelement löst.
[0144] Das Verbund-Bauteil mit dem optoelektronischen Bauelement 26, und dem an diesem befestigten
optischen Element 14 ist aufgrund der vereinfachten Optimierung des Trägerteils 1
und des Strahlformungsteils 12 auf verschiedene Funktionen mit Vorteil zuverlässig
mittels eines bleifreien Lötprozesses, bei dem zweckmäßigerweise ein bleifreies Lot
eingesetzt wird, lötbar ausgeführt.
[0145] Für das Trägerteil 1 kommt bevorzugt ein Kunststoff zum Einsatz, der sich durch hohe
mechanische Stabilität, gute Befestigungseigenschaften und/oder Anpassung des thermischen
Ausdehnungskoeffizienten an denjenigen des Gehäuses auszeichnet. Ein strahlungsundurchlässiger
Thermoplast oder ein gegebenenfalls strahlungsundurchlässiger Duroplast ist, für das
Trägerteil besonders geeignet. Mit besonderem Vorteil weist das Trägerteil die gleiche
Materialzusammensetzung wie der Gehäusekörper 27 auf und enthält oder besteht aus
beispielsweise PPA.
[0146] Das Strahlformungsteil 12 enthält ein Silikon-Hybridmaterial. Diese Materialien zeichnen
sich zwar durch gute Strahlungs- und Temperaturstabilität aus, sind aber, auch wegen
der leichten Biegbarkeit, dieser Materialien nicht oder nur schwer dauerhaft mechanisch
stabil am Bauelement befestigbar.
[0147] Das aneinander Anformen des Trägerteils 1 und des Strahlformungsteils 12 erleichtert
das Ausbilden einer haftvermittlungsfreien, innigen und mechanisch stabilen Anbindung
des Strahlformungsteils an das Trägerteil, wobei die Teile voneinander grundsätzlich
verschiedene Materialien enthalten können. Das optische Element kann trotz Einzelteilen
aus verschiedenen Materialien in diesem Sinne einstückig ausgeführt sein.
[0148] Bei einem typischen bleifreien Lötprozess mit einer Löttemperatur von ca. 260 °C
ist ein Verbund-Bauteil mit einem derart optimierten optischen Element aus verschiedenen
Materialien über die Lötdauer von beispielsweise 120 s sowohl hinsichtlich der Befestigung
des optischen Elements am Bauelement als auch hinsichtlich der Form des Strahlformungsteils
und der Strahlformungseigenschaften stabil.
[0149] Die in den Figuren 7 und 8 gezeigten Verbund-Bauteile unterscheiden sich in der Art
und Weise, in der das optische Element 14 am optoelektronischen Bauelement 26 befestigt
ist.
[0150] Das optische Element 14 des in Figur 7 gezeigten Verbund-Bauteils ist über das optoelektronische
Bauelement 26 gestülpt bzw. ist das optoelektronische Bauelement in das optische Element
eingelegt. das optische Element und das Bauelement sind dabei derart relativ zueinander
orientiert, dass die Anschlussleiter 28 und 29 über den Bereich der Ausnehmungen 10
im Befestigungsteil 8 des Trägerteils nach außerhalb des vom optischen Element überdeckten
Bereichs des Bauelements 26 verlaufen oder entsprechend durch diese Ausnehmungen geführt
sind.
[0151] Die Befestigung erfolgt im wesentlichen über eine haftvermittelnde Schicht 38, die
zwischen dem optischen Element und dem Bauelement angeordnet ist und, vorzugsweise
vollflächig, insbesondere über ihre gesamte Ausdehnung an das optoelektronische Bauelement
und das optische Element, insbesondere das Strahlformungsteil 12 und das Trägerteil
1, angrenzt.
[0152] Die haftvermittelnde Schicht 38 erstreckt sich bevorzugt von einer das optoelektronische
Bauelement lateral begrenzenden Seitenfläche 39, insbesondere einer äußersten Seitenfläche
des Gehäusekörpers 27, ausgehend entlang des Befestigungsteils 8 bis zu und entlang
der dem Strahlformungsteil 12 zugewandten Oberfläche des Bauelements, insbesondere
des Gehäusekörpers. Im weiteren Verlauf erstreckt sich die Schicht 38 durchgehend
entlang der Umhüllung 33, deren dem Halbleiterchip abgewandte Oberfläche vorliegend
die Strahlungsdurchtrittsfläche des Bauelements bildet, und bis zu und entlang der
der Ausgangsseitenfläche gegenüberliegenden Seitenfläche 41 des optoelektronischen
Bauelements. Bevorzugt ist die Schicht 38 an zwei weiteren, insbesondere gegenüberliegenden,
Seitenflächen 42 und 43 des optoelektronischen Bauelements angeordnet, wobei der Verlauf
der Schicht bevorzugt dem oben beschriebenen entspricht.
[0153] Bevorzugt enthält die Schicht 38 ein Silikon, insbesondere ein Silikongel, oder ein
Silikon-Hybridmaterial oder besteht hieraus. Diese Materialien, insbesondere ein Silikongel,
zeichnen durch gute Haftvermittlung, insbesondere zwischen den weiter oben angeführten,
für den Gehäusekörper und das Trägerteil einsetzbaren Materialien, aus. Ferner sind
diese Materialien auch zur Brechungsindexanpassung des Strahlformungsteils 12 an das
strahlungsdurchlässige Umhüllungsmaterial 33 geeignet. Eine Brechungsindexanpassung
kann besonders effizient erfolgen, falls das Umhüllungsmaterial, das Strahlformungsteil
und die haftvermittelnde Schicht 38 jeweils ein Silikon bzw. gegebenenfalls ein Silikon-Hybridmaterial
enthalten.
[0154] Mittels der haftvermittelnden Schicht 38 kann weiterhin die Flexibilität des Strahlformungsteils
verringert bzw. die Festigkeit erhöht werden.
[0155] Das Trägerteil 1, insbesondere dessen Befestigungsteil 8, und/oder die haftvermittelnde
Schicht 38 umgreifen bevorzugt den Gehäusekörper 27 und umlaufen diesen besonders
bevorzugt lateral, insbesondere vollständig. Weiterhin kann das Befestigungsteil vom
Gehäusekörper großflächig, insbesondere vollständig, lateral beabstandet sein. Das.Befestigungsteil
kann eine äußerste Seitenfläche des Gehäusekörpers lateral beabstandet umgreifen oder,
insbesondere vollständig, umlaufend.
[0156] Die Umhüllung 33 ist weiterhin bevorzugt vollständig mit der Schicht 38 bedeckt.
Eine zuverlässige optische Anbindung des optischen Elements, sowohl in optischer Hinsicht
mit geringem Brechungsindexsprung, als auch in mechanischer Hinsicht mit einer großen
haftvermittelnden Fläche kann so auf vorteilhaft einfache Weise erzielt werden. Insbesondere
kann auf zusätzliche Montagevorrichtungen, etwa Rastvorrichtungen oder ähnliches,
die im optoelektronischen Bauelement ausgebildet sind, verzichtet werden.
[0157] Das optische Element kann insbesondere ausschließlich an der (den) Seitenfläche(n)
des Gehäusekörpers und/oder der dem Strahlformungsteil zugewandten Oberfläche des
Bauelements und insbesondere des Gehäusekörpers befestigt sein.
[0158] Das Trägerteil 1 und insbesondere das Befestigungsteil 8 begrenzt und/oder berandet
bevorzugt eine wannen- oder trogartige Ausnehmung im optischen Element, in die das
Bauelement eingelegt werden kann. Diese Ausnehmung kann vor dem Einlegen mit einer
vorgegebenen Menge an Material für die Schicht 38 befüllt werden. Nachfolgend kann
das Bauelement eingelegt und das Material, etwa mittels Vernetzen, an- oder ausgehärtet
werden. Die Menge an Material ist bevorzugt so gewählt, dass die sich ausbildende
Schicht 38 vom optischen Element innerhalb des optischen Elements verbleibt und insbesondere
vom optischen Element ausgehend nicht über das Trägerteil 1 hinaus verläuft.
[0159] Bei dem in Figur 8 schematisch gezeigten Verbund-Bauteil ist das optische Element
14 auf das optoelektronische Bauelement aufgesteckt und mittels einer Mehrzahl von
Befestigungselementen 11 am Bauelement befestigt. Die Befestigungselemente 11 greifen
hierzu in, insbesondere als Ausnehmungen oder Aussparungen im Gehäusekörper 27 ausgebildete,
Montagevorrichtungen 46 des optoelektronischen Bauelements 26 ein. Die Montagevorrichtungen
verlaufen bevorzugt von der dem Strahlformungsteil 12 zugewandten Oberfläche 40 ausgehend
in den Gehäusekörper hinein und sind insbesondere lateral umlaufend vom Gehäusekörper
begrenzt. Besonders bevorzugt verlaufen die Montagevorrichtungen durchgehend bis zu
einer der Oberfläche 40 gegenüberliegenden, dem Strahlformungsteil 12 abgewandten
Oberfläche 44 des Gehäusekörpers 27.
[0160] Über am oder im Trägerteil 1, insbesondere den Befestigungselementen 11, ausgebildete
Abstandhalter 45, die etwa jeweils als Vorsprung des entsprechenden Befestigungselements
11 ausgeführt sind, kann eine vorgegebener Abstand zwischen dem Strahlformungsteil
12 und dem Halbleiterchip 13 vereinfacht eingehalten werden. Die Abstandhalter 45
sitzen hierfür bevorzugt auf dem optoelektronischen Bauelement 26, insbesondere dem
Gehäusekörper, auf.
[0161] Die Befestigung des optischen Elements 14 am optoelektronischen Bauelement 26 kann
mittels der Befestigungselemente beispielsweise über einen innerhalb der Montagevorrichtung
angeordneten Klebstoff, eine Presspassung, eine Heisspresspassung, thermisches Nieten,
Verstemmen oder Heißverstemmen erfolgen.
[0162] Zwischen dem Strahlformungsteil 12 und der Umhüllung 33 und insbesondere dem Halbleiterchip
13 ist eine Brechungsindexanpassungsschicht 47 angeordnet, die etwa ein Silikongel
enthalt, vorliegend jedoch nicht oder nicht maßgeblich an der Befestigung beteiligt
ist.
[0163] Ein für ein Verbund-Bauteil, etwa gemäß den Figuren 7 oder 8, insbesondere zur Erzeugung
hoher Strahlungsleistung, besonders geeignetes optoelektronisches Bauelement, ist
in der
WO 02/084749 näher beschrieben. Dieses Bauelement weist zur Abfuhr der gegebenenfalls erheblichen
Verlustwärme neben den elektrischen Anschlussleitern einen thermischen Anschlussleiter
auf. Dieser kann separat verlötet werden und ist zur Wärmeabfuhr bevorzugt großflächig,
insbesondere gegenüber den Lötflächen der Anschlussleiter betrachtet, ausgeführt.
Ein wie oben beschriebenes, besonders lötstabiles optisches Element ist aufgrund der
vergrößerten Lötfläche daher für ein Verbund-Bauteil mit diesem Bauelement von besonderem
Vorteil.
[0164] Die Erfindung ist nicht durch die Beschreibung anhand der Ausführungsbeispiele beschränkt.