Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft einen Injektor zum Einspritzen von Kraftstoff in einem Brennraum
einer Brennkraftmaschine, insbesondere Common-Rail-Injektor, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Ein derartiger, als Common-Rail-Injektor ausgebildeter Injektor zum Einspritzen von
Kraftstoff in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine ist in der
DE 102 18 904 A1 beschrieben. Der bekannte Injektor umfasst eine Druckübersetzungseinrichtung mit
einem als zweiteiliger Stufenkolben ausgebildeten Vollmaterial-Druckübersetzungskolben.
Bei einem Kompressionshub des Druckübersetzungskolbens steigt der Druck in einem von
dem Druckübersetzungskolben beaufschlagten Kompressionsraum derart an, dass sich das
Radialspiel zwischen dem Druckübersetzungskolben und der inneren Umfangsfläche eines
von dem Kompressionsraum gebildeten Führungsraum signifikant vergrößert, so dass es
zu einem erheblichen Kraftstoffleckagestrom von dem Kompressionsraum in einen während
des Kompressionshubs auf Niederdruck liegenden Differenzdruckraum unterhalb einer
Umfangsschulter des Druckübersetzungskolbens kommt, was sich negativ auf den Wirkungsgrad
des Injektors auswirkt, da die Leckagemenge zusätzlich von einer einen Kraftstoff-Hochdruckspeicher
versorgenden Hochdruckpumpe gefördert werden muss und die hierzu aufgewandte Leistung
nicht zur Erhöhung des Einspritzdruckes zur Verfügung steht.
[0003] Weiterhin steigt aufgrund der Spielerweiterung während eines Kompressionshubs zusätzlich
die Druckkolbenfresserneigung, da es aufgrund der ungenaueren Führung zu einer erhöhten
Schrägstellung des Druckübersetzungskolbens kommen kann.
Offenbarung der Erfindung
Technische Aufgabe
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, den Wirkungsgrad eines eine Druckübersetzungseinrichtung
aufweisenden Injektors zu erhöhen.
Technische Lösung
[0005] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. In den Rahmen der Erfindung fallen
auch sämtliche Kombinationen aus zumindest zwei von in der Beschreibung, den Ansprüchen
und/oder den Figuren angegebenen Merkmalen.
[0006] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, den einteilig oder mehrteilig, insbesondere
als Stufenkolben ausgebildeten Druckübersetzungskolben der Druckübersetzungseinrichtung
(Druckverstärker) im Bereich seines mindestens einen Führungsabschnitts mit einer
Schwächungsausnehmung zu versehen, die derart ausgebildet, insbesondere dimensioniert
ist, dass es durch den Druckanstieg im Kompressionsraum bei einem Kompressionshub
des Druckübersetzungskolbens zu einer Durchmesseraufweitung des Druckübersetzungskolbens
in seinem Führungsabschnitt kommt, wodurch einer Vergrößerung des Radialspiels zwischen
dem Führungsabschnitt und einem Umfangswandabschnitt eines Führungsraums, der bevorzugt
von dem Kompressionsraum gebildet ist, entgegengewirkt wird. Anders ausgedrückt ermöglicht
die Schwächungsausnehmung den Eintritt von stark komprimiertem Kraftstoff in das Innere
des somit zumindest bereichsweise als Hohlkolben ausgebildeten Druckübersetzungskolbens
und schwächt dabei gleichzeitig eine die Schwingungsausnehmung radial außen umgebende
Druckkolbenumfangswand derart, dass der Druckübersetzungskolben aufgrund einer von
dem komprimierten Kraftstoff radial nach außen wirkende Druckkraft in radialer Richtung
aufgeweitet wird. Die Aufweitung des Durchmessers des Druckübersetzungskolbens in
seinem Führungsabschnitt sorgt dafür, dass die auf einer Druckbeaufschlagung und einer
damit verbundenen Durchmesseraufweitung des Führungsraums beruhenden Spielaufweitung
zwischen dem Druckübersetzungskolben und einer inneren Umfangswand eines den Führungsabschnitt
des Druckübersetzungskolbens umschließenden Führungsraums reduziert wird. Der Druckübersetzungskolben
wird also aufgrund der entsprechend dimensionierten Schwächungsausnehmung und aufgrund
des während des Kompressionshubs steigenden Drucks im Kompressionsraum in dieselbe
Radialrichtung aufgeweitet, wie der den Führungsabschnitt des Druckübersetzungskolbens
umschließende Führungsraum (insbesondere Kompressionsraum). Das Maß bzw. der Betrag
der Aufweitung des Durchmessers des Druckübersetzungskolbens hängt dabei in erster
Linie von der Auslegung der Schwächungsausnehmung, d.h. von der radialen Dicke der
die Schwächungsausnehmung umschließenden Druckkolbenumfangswand bzw. des Dickenverlaufes
der Druckkolbenumfangswand in axialer Richtung ab. Durch die Reduzierung der Spielaufweitung
während des Kompressionshubs wird der Leckagestrom aus dem Kompressionsraum in einen
Differenzdruckraum des Druckübersetzungskolbens minimiert, wodurch wiederum der Wirkungsgrad
des Injektors bzw. des gesamten Einspritzsystems erhöht wird. Insbesondere steht die
auf die reduzierte Leckagemenge entfallende Hochdruckpumpenleistung zur Erhöhung des
Einspritzdrucks zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht in der geringeren
Neigung des Druckübersetzungskolbens zu einem Kolbenfresser des Druckübersetzungskolbens,
da sich die Führung bei einem Kompressionshub nicht oder nur geringfügig verschlechtert,
oder gegebenenfalls sogar verbessert.
[0007] Die Erfindung ist sowohl bei Injektoren mit zwei Steuerventilen realisierbar, bei
denen ein erstes Steuerventil dem Steuerraum des Druckübersetzungskolbens und ein
zweites Steuerventil dem eigentlichen Einspritzventil zugeordnet ist, als auch bei
Injektoren, bei denen das Einspritzventil und der Druckübersetzungskolben von einem
einzigen, insbesondere als 3/2-Wegeventil ausgebildeten Steuerventil angesteuert werden.
[0008] In Weiterbildung der Erfindung ist mit Vorteil vorgesehen, dass die Schwächungsausnehmung
und damit die Wandstärke der sie radial außen begrenzenden Druckkolbenumfangswand
derart dimensioniert ist, dass das Radialspiel zwischen dem Führungsabschnitt des
Druckübersetzungskolbens und der inneren Umfangswand einer ihn radial außen umschließenden
Innenwand eines Führungsraums bei einem Kompressionshub zumindest näherungsweise gleich
bleibt, so dass sich die Leckagemenge von dem Hochdruckraum in Richtung des Niederdruckbereichs
des Injektors während des Betriebs lediglich minimal erhöht. Es ist sogar denkbar,
die Schwächungsausnehmung derart auszubilden, dass sich das Radialspiel während eines
Kolbenhubs reduziert.
[0009] Von Vorteil ist eine Ausgestaltungsform, bei der die Schwächungsausnehmung zentrisch
in Bezug auf eine Längsmittelachse des Übersetzungskolbens angeordnet ist, die Schwächungsausnehmung
also symmetrisch zur Längsmittelachse angeordnet ist. Hierdurch wird eine gleichmäßige
Durchmesseraufweitung des Druckübersetzungskolbens in seinem Führungsabschnitt gewährleistet.
[0010] Die hydraulische Verbindung zwischen dem Kompressionsraum und der Schwächungsausnehmung
kann auf einfache Weise dadurch realisiert werden, dass die Schwächungsausnehmung
axial in Richtung des Kompressionsraums offen ausgebildet ist. Bevorzugt ist die Schwächungsausnehmung
als stirnseitige Schwächungsausnehmungsbohrung ausgebildet.
[0011] Um eine Aufweitung des Durchmessers des Druckübersetzungskolbens über einen möglichst
großen Axialabschnitt zu realisieren, ist es von Vorteil, wenn sich die Schwächungsausnehmung
in axialer Richtung bis in den Bereich radial innerhalb eines Differenzdruckraums
erstreckt, welcher bevorzugt axial zwischen dem Kompressionsraum und einem den Druckübersetzungskolben
beaufschlagenden Steuerraum, der bevorzugt mit Rail-Druck beaufschlagt ist, zu erstrecken.
[0012] Um in axialer Richtung einen geeigneten Druckabfallverlauf in dem Radialspiel zwischen
dem Druckübersetzungskolben und einer Innenwand des Führungsraums zu realisieren,
ist es von Vorteil, wenn sich die Schwächungsausnehmung in axialer Richtung von dem
Kompressionsraum weg verjüngend ausgebildet ist. Bevorzugt verjüngt sich die Schwächungsausnehmung
zumindest entlang eines Axialabschnitts konisch. Mit Vorteil wird in axialer Richtung
innerhalb des Radialspiels ein linearer Druckabfall in Richtung des Differenzdruckraums
realisiert.
[0013] Mit Vorteil ist eine Ausführungsform, bei der eine der kompressionsraumsseitigen
Schwächungsausnehmung gegenüberliegend eine zweite Schwächungsausnehmung in einem
zweiten Führungsabschnitt des Druckübersetzungskolbens vorgesehen ist, die derart
ausgebildet ist, dass der Durchmesser des Druckübersetzungskolbens im Bereich seines
zweiten Führungsabschnitts durch den im Steuerraum anliegenden Rail-Druck aufgeweitet
wird und somit ein Radialspiel zwischen dem zweiten Führungsabschnitt des Druckübersetzungskolbens
und einer Innenwand eines entsprechenden Führungsraums minimiert wird. Bevorzugt ist
die zweite Schwächungsausnehmung als zylindrische, insbesondere zentrale Bohrung ausgeführt.
[0014] Von Vorteil ist eine Ausführungsform, bei der die beiden gegenüberliegenden Schwächungsausnehmungen
in axialer Richtung durch einen Vollmaterialabschnitt des einteilig oder mehrteilig
ausgebildeten Druckübersetzungskolbens voneinander getrennt sind. Bevorzugt ist die
zweite Schwächungsausnehmung ebenfalls koaxial zur Längsmittelachse des Druckübersetzungskolbens
angeordnet.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0015] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiel sowie anhand der Zeichnung. Diese zeigt
in der einzigen Figur den schematischen Aufbau eines Common-Rail-Injektors mit einer
Druckübersetzungseinrichtung und zwei Steuerventilen, wobei ein erstes Steuerventil
einem Steuerraum des Druckübersetzungskolbens und ein zweites Steuerventil dem eigentlichen
Einspritzventil zugeordnet ist.
Ausführungsform der Erfindung
[0016] Aus einem Kraftstoffvorratsbehälter 1 wird Kraftstoff über eine Hochdruckpumpe 2
in einen Hochdruckspeicher 3 (Rail) gefördert. Aus dem Hochdruckspeicher 3 wird unter
Hochdruck von in diesem Ausführungsbeispiel etwa 1350 bar stehender Kraftstoff über
eine Kraftstoffzuleitung 4 einem Injektor 5 zugeführt. Hierzu mündet die Kraftstoffzuleitung
4 in einen Steuerraum 6 einer Druckübersetzungseinrichtung 7. Der Steuerraum 6 umschließt
einen oberen Abschnitt 8 eines Druckübersetzungskolbens 9. Begrenzt wird der Steuerraum
6 einerseits durch ein Injektorgehäuse 10 und andererseits durch eine erste Schulter
11 eines mittleren Abschnitts 12 des Druckübersetzungskolbens 9.
[0017] Weiterhin ist im Steuerraum 6 ein Federelement 13 aufgenommen, welches den oberen
Abschnitt 8 des Druckübersetzungskolbens 9 umschließt. Das Federelement 13 stützt
sich mit einer Seite gegen einen Federteller 14 im oberen Abschnitt 8 des Druckübersetzungskolbens
9 und mit der anderen Seite gegen einen Ring 15 ab. Der Ring 15 wird hierbei vom Injektorgehäuse
10 gehalten. Das Federelement 13 ist vorzugsweise eine als Druckfeder ausgebildete
Schraubenfeder.
[0018] Über eine Zuleitung 16 ist der Steuerraum 6 mit einem ersten Steuerventil 17 verbunden.
Das erste Steuerventil 17 ist ein 3/2-Wege-Ventil. Betätigt wird das erste Steuerventil
17 über einen elektrisch ansteuerbaren Aktuator. Dieser kann z.B. ein Elektromagnet
oder ein Piezoaktuator sein.
[0019] In einer ersten Schallstellung des ersten Steuerventils 17 ist der Steuerraum 6 über
die Zuleitung 16 und einen Kanal 18 mit einem Differenzdruckraum 19 verbunden. Der
Differenzdruckraum 19 wird von einer zweiten Schulter 20 des mittleren Abschnitts
12 des Druckübersetzungskolbens 9 begrenzt. Hierbei liegt die zweite Schulter 20 der
ersten Schulter 11 gegenüber. Weiterhin umschließt der Differenzdruckraum 19 einen
unteren Abschnitt 21 des Druckübersetzungskolbens 9, wobei der Durchmesser des unteren
Abschnitts 21 geringer ist als der Durchmesser des mittleren Abschnitts 12. Von dem
unteren Abschnitt 21 wird ein erster Führungsabschnitt 37 des Druckübersetzungskolbens
9 und von dem mittleren Abschnitt 12 ein zweiter Führungsabschnitt 38 gebildet.
[0020] In einer zweiten Schallstellung des ersten Steuerventils 17 ist der Differenzdruckraum
19 über den Kanal 18 mit einem Kraftstoffrücklauf 22 (Niederdruckbereich) verbunden.
Der Kraftstoffrücklauf 22 mündet vorzugsweise in den Kraftstoffvorratsbehälter 1.
[0021] Durch den unteren Abschnitt 21 des Druckübersetzungskolbens 9 wird ein Kompressionsraum
23 begrenzt. Über einen Kanal 24 wird der Kompressionsraum 23 mit Kraftstoff befüllt.
Um zu vermeiden, dass Kraftstoff aus dem Kompressionsraum 23 über den Kanal 24 zurück
in den Steuerraum 6 strömt, ist im Kanal 24 ein Rückschlagventil 25 aufgenommen.
[0022] Aus dem Kompressionsraum 23 wird unter Einspritzdruck (in diesem Ausführungsbeispiel
etwa 2500 bar) stehender Kraftstoff über eine Hochdruckleitung 26 in einen Düsenraum
27 und einen zweiten Steuerraum 28 gefördert. Aus dem zweiten Steuerraum 28 gelangt
der Kraftstoff über eine Ablaufleitung 29, in dem eine Ablaufdrossel 30 aufgenommen
ist, zu einem zweiten Steuerventil 31. Das zweite Steuerventil 31 ist ein 3/2-Wege-Ventil,
mit welchem eine Verbindung von der Ablaufleitung 29 in einen Kraftstoffrücklauf 32
freigegeben oder verschlossen werden kann. Der zweite Kraftstoffrücklauf 32 ist z.B.
mit dem Kraftstoffrücklauf 22 oder direkt mit dem Kraftstoffvorratsbehälter 1 verbunden.
Das zweite Steuerventil 31 wird im allgemeinen mit einem elektrisch betätigten Aktuator
angesteuert. Der Aktuator kann z.B. ein Magnetventil oder ein Piezoaktuator sein.
[0023] In den zweiten Steuerraum 28 ragt ein Einspritzventilelement 33 (Düsennadel). Mit
dem Einspritzventilelement 33 ist mindestens eine Einspritzöffnung 34 verschließbar
oder freigebbar. Bei freigegebener Einspritzöffnung 34 strömt Kraftstoff aus dem Düsenraum
27 über die Einspritzöffnung 34 in einen Brennraum 35 einer Brennkraftmaschine.
[0024] Um den Einspritzvorgang zu starten wird zunächst das erste Steuerventil 17 so geschaltet,
dass die Verbindung vom Differenzdruckraum 19 über den Kanal 18 in den Kraftstoffrücklauf
22 freigegeben ist. Hierdurch nimmt der Druck im Differenzdruckraum 19 ab. Im Steuerraum
6 herrscht weiterhin Systemdruck (Rail-Druck). Aus diesem Grund ist die Druckkraft,
die auf die erste Schulter 11 am mittleren Abschnitt 12 des Druckübersetzungskolbens
wirkt größer als die Kraft, die auf die zweite Schulter 20 und den unteren abschnitt
21 des Druckübersetzungskolbens wirkt. Der Druckübersetzungskolben 9 wird hierdurch
in den Kompressionsraum 23 hinein verschoben (Kompressionshub). Hierdurch wird der
im Kompressionsraum 23 enthaltende Kraftstoff auf einen Einspritzdruck komprimiert.
Der komprimierte Kraftstoff strömt über die Hochdruckleitung 26 in den Düsenraum 27
und den zweiten Steuerraum 28. Damit sich das Einspritzventilelement 33 aus ihrem
Sitz heben kann und so die mindestens eine Einspritzöffnung 34 freigibt, wird das
zweite Steuerventil 31 so geschaltet, dass die Verbindung von der Ablaufleitung 29
in den Kraftstoffrücklauf 22 freigegeben ist. Hierdurch strömt der Kraftstoff aus
dem zweiten Steuerraum 28 ab. Der Druck im zweiten Steuerraum 28 fällt hierdurch und
der unter Einspritzdruck stehende Kraftstoff wirkt derart auf das Einspritzventilelement
33, dass diese aus ihrem Sitz gehoben wird. Kraftstoff wird in dem Brennraum 35 der
Brennkraftmaschine eingespritzt.
[0025] Zum Beenden des Einspritzvorgangs wird zunächst das zweite Steuerventil 31 so geschaltet,
dass die Verbindung von der Ablaufleitung 29 in den Kraftstoffrücklauf 32 verschlossen
wird. Hierdurch steigt der Druck im zweiten Steuerraum 28 auf Einspritzdruck an. Das
Einspritzventilelement 33 wird in axialer Richtung in ihren Sitz gestellt und verschließt
so die mindestens eine Einspritzöffnung 34. Unterstützt wird die Bewegung des Einspritzventilelements
33 durch ein zweites Federelement 36. Das zweite Federelement 36 ist vorzugsweise
als eine als Druckfeder ausgebildet Schraubenfeder, welche einerseits auf einer Schulter
des Einspritzventilelements 33 und andererseits am Injektorgehäuse 10 abgestützt ist.
Das zweite Federelement 36 ist dabei so ausgebildet, dass die Bewegung der Düsennadel
33 in ihrem Sitz unterstützt wird. Als nächstes wird das erste Steuerventil 17 so
geschaltet, dass die Verbindung vom Steuerraum 6 über die Zuleitung 16 und den Kanal
18 in den Differenzdruckraum 19 freigegeben ist. Hierdurch strömt unter Systemdruck
stehender Kraftstoff aus dem Steuerraum 6 in den Differenzdruckraum 19. Im Differenzdruckraum
19 baut sich hierdurch Systemdruck auf. Unterstützt von dem Federelement 13 wird der
Druckübersetzungskolben 9 in seine Ausgangsposition bewegt. Das heißt, dass der Druckübersetzungskolben
9 in den ersten Steuerraum 6 bewegt wird. Gleichzeitig vergrößert sich das Volumen
des Kompressionsraums 23. Der Druck im Kompressionsraum 23 nimmt dadurch ab. Sobald
der Druck im Kompressionsraum 23 unter den Systemdruck gefallen ist, öffnet das Rückschlagventil
25 und Kraftstoff strömt über den Kanal 24 aus dem Steuerraum 6 in den Kompressionsraum
23. Sobald der Druckübersetzungskolben 9 seine Ausgangsposition erreicht hat, das
heißt, dass die Position des Druckübersetzungskolbens 9 so ist, dass das Volumen im
Kompressionsraum 23 maximal geworden ist, kann der nächst Einspritzvorgang starten.
[0026] In den ersten Führungsabschnitt 37 des Druckübersetzungskolbens 9, der radial außen
von einer inneren Umfangswand 39 eines den ersten Führungsabschnitt 37 aufnehmenden
Führungsraums 40, welcher von dem Kompressionsraum 23 gebildet wird, bzw. axial unmittelbar
an diesen anschließt, umschlossen ist, ist eine sich in axialer Richtung in den Druckübersetzungskolben
9 hinein erstreckende Schwächungsausnehmung 41 eingebracht. Die Schwächungsausnehmung
41 ist in Richtung des Kompressionsraums 23 offen und verjüngt sich konisch in axialer
Richtung von dem Kompressionsraum 23 weg, so dass die Radialerstreckung einer die
Schwächungsausnehmung 41 radial außen umschließenden Druckübersetzungskolbenumfangswand
42 in axialer Richtung von dem Kompressionsraum 23 weg zunimmt. Dabei ist die Schwächungsausnehmung
41 bzw. die Radialerstreckung der Druckübersetzungskolbenumfangswand derart ausgebildet
bzw. dimensioniert, dass die Druckübersetzungskolbenumfangswand 42 so geschwächt ist,
dass bei einem Kompressionshub des Druckübersetzungskolbens 9 in den Kompressionsraum
23 hinein, also bei auf Einspritzdruck ansteigendem Druck im Kompressionsraum 23 der
Druckübersetzungskolben 9 im Bereich seines ersten Führungsabschnitts 37 in radialer
Richtung nach außen aufgeweitet wird. Diese radiale Aufweitung wirkt einer Aufweitung
eines Radialspiels zwischen dem ersten Führungsabschnitt 37 und der inneren Umfangswand
39 entgegen, die durch die Aufweitung des Führungsraums 40 in radialer Richtung nach
außen, bei ansteigendem Druck im Kompressionsraum 23 verursacht wird. Über die Auslegung
der Schwächungsausnehmung 41, also über die Wandstärke bzw. den Wandstärkenverlauf
der Druckübersetzungskolbenumfangswand 42 kann dabei das Maß des Spielausgleichs angepasst
werden.
[0027] Die Schwächungsausnehmung 41 ist symmetrisch zu einer Längsmittelachse L des Druckübersetzungskolbens
9 angeordnet und in eine untere Stirnseite 43 des Druckübersetzungskolbens 9 eingebracht.
[0028] Der kompressionsraumseitigen Schwächungsausnehmung 41 liegt axial eine zweite Schwächungsausnehmung
44 gegenüber, die sich axial bis in den zweiten Führungsabschnitt 38 des Druckübersetzungskolbens
9 hinein erstreckt, und die hydraulisch in radialer Richtung durch den Federteller
14 hindurch mit dem Steuerraum 6 verbunden ist. In diesem Ausführungsbeispiel ist
der Durchmesser der zentrischen, als Zylinderbohrung ausgeführten zweiten Schwächungsausnehmung
44 so gering ausgeführt, dass nur eine minimale Aufweitung des zweiten Führungsabschnitts
38 durch den unter Systemdruck stehenden Kraftstoff in der zweiten Schwächungsausnehmung
44 resultiert. Wird eine weitergehende Aufweitung gewünscht, so muss die zweite Schwächungsausnehmung
44 verbreitert werden, das heißt eine sie umgebende zweite Druckkolbenübersetzungsumfangswand
45 in radialer Richtung schmaler ausgebildet werden.
[0029] Die Erfindung kann auch neben dem beschriebenen Injektorkonzept bei einem Injektor
mit lediglich einem einzigen Steuerventil realisiert werden. Bezüglich des Aufbaus
eines derartigen Injektors wird auf die
DE 102 18 904 A1 verwiesen, die bezüglich des Aufbaus eines derartigen Injektors zum Gegenstand der
Offenbarung gemacht wird. Insbesondere wird auf die Abschnitte 0011 bis 0013 der Figurenbeschreibung
verwiesen.
1. Injektor zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum (35) einer Brennkraftmaschine,
insbesondere Common-Rail-Injektor, welcher ein Einspritzventilelement (33) zum Öffnen
und Schließen mindestens einer Einspritzöffnung (34) und eine Druckübersetzungseinrichtung
(7) mit einem einen Steuerraum (6), einen Differenzdruckraum (19) und einen Kompressionsraum
(23) begrenzenden Druckübersetzungskolben (9) umfasst, mit welchem unter Systemdruck
stehender Kraftstoff im Kompressionsraum (23) auf Einspritzdruck komprimierbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Druckübersetzungskolben (9) in einem Führungsabschnitt (37) eine sich in axialer
Richtung in den Druckübersetzungskolben (9) hinein erstreckende, hydraulisch mit dem
Kompressionsraum (23) verbundene Schwächungsausnehmung (41) aufweist, die bei einem
Kompressionshub des Druckübersetzungskolbens (9) eine Durchmesseraufweitung des Druckübersetzungskolben
(9) verursachend ausgebildet ist.
2. Injektor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wandstärke einer die Schwächungsausnehmung (41) radial begrenzenden Druckübersetzungskolbenumfangswand
(42) derart dimensioniert ist, dass der Betrag der Durchmesseraufweitung des Druckübersetzungskolbens
(9) bei einem Kompressionshub in etwa dem Betrag der Innendurchmesseraufweitung eines
den Druckübersetzungskolben (9) aufnehmenden Führungsraums (40) entspricht.
3. Injektor nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
die Schwächungsausnehmung (41) koaxial zu einer Längsmittelachse (L) des Druckübersetzungskolbens
(9) angeordnet ist.
4. Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
Schwächungsausnehmung (41) in Richtung des Kompressionsraums (23) offen ist.
5. Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Schwächungsausnehmung (41) in axialer Richtung bis in den Bereich des axial
zwischen dem Kompressionsraum (23) und dem Steuerraum (6) angeordneten Differenzdruckraum
(19) erstreckt.
6. Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Schwächungsausnehmung (41) in axialer Richtung von dem Kompressionsraum
(23) weg verjüngend ausgebildet ist.
7. Injektor nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Schwächungsausnehmung (41) konisch verjüngt.
8. Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwächungsausnehmung (41) gegenüberliegend eine hydraulisch mit dem Steuerraum
(6) verbundene zweite, insbesondere als Bohrung ausgebildete Schwächungsausnehmung
(44) in den Druckübersetzungskolben (9) eingebracht ist.
9. Injektor nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Vollmaterialabschnitt axial zwischen der zweiten Schwächungsausnehmung (44) und
der kompressionsraumseitigen Schwächungsausnehmung (41) vorgesehen ist.
10. Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Schwächungsausnehmung (44) koaxial zur Längsmittelachse (L) des Druckübersetzungskolbens
angeordnet ist.