[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Verarbeitungsmaschine, insbesondere
eine Bogenmaterial verarbeitende Druckmaschine bzw. Lackiermaschine, nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Bogenmaterial verarbeitende Druckmaschinen sowie Lackiermaschinen verfügen über eine
Vielzahl von Einrichtungen, die im Druck-/Lackierbetrieb, Einrichtbetrieb oder Wartungsbetrieb
der jeweiligen Maschine angetrieben werden müssen. Bei klassischen Konstellationen
werden alle anzutreibenden Einrichtungen einer derartigen Druck- bzw. Lackiermaschine
von einem sogenannten Hauptantrieb angetrieben. Alle anzutreibenden Einrichtungen
sind dann üblicherweise mechanisch über eine getriebetechnische Kopplung, insbesondere
einen geschlossenen Räderzug, mit dem Hauptantrieb verbunden.
[0003] Bei modernen Konzepten für Bogenmaterial verarbeitenden Druckmaschinen sind zumindest
einige der anzutreibenden Einrichtungen einer Druckmaschine eigenmotorisch angetrieben.
So ist es aus dem Stand der Technik bereits bekannt, Formzylinder bzw. Plattenzylinder
von Druckwerken der Druckmaschine eigenmotorisch dadurch anzutreiben, dass jedem der
Formzylinder ein separater Antrieb zugeordnet ist, so dass die Formzylinder unabhängig
vom Hauptantrieb angetrieben werden können.
[0004] Eine Bogenmaterial verarbeitende Druckmaschine, deren Druckwerke eigenmotorisch angetriebene
Formzylinder (Plattenzylinder) aufweisen, ist aus der
EP 0 834 398 B1 bekannt, wobei nach diesem Stand der Technik vom Hauptantrieb angetriebene Gummizylinder
der Druckwerke und der jeweilige eigenmotorisch angetriebene Formzylinder (Plattenzylinder)
jedes Druckwerks über jeweils eine schaltbare Kupplung koppelbar bzw. entkoppelbar
sind.
[0005] Um einen sicheren Betrieb einer Druckmaschine zu gewährleisten, müssen steuerungsseitig
für alle Gefährdungen, die durch Antriebe der Druckmaschine verursacht werden, Schutzmaßnahmen
implementiert werden. Dies gilt sowohl für den Hauptantrieb als auch für jeden unabhängig
vom Hauptantrieb antreibbaren Antrieb einer eigenmotorisch angetriebenen Einrichtung.
So ist üblicherweise nur dann ein sicherer Betrieb eines Antriebs zu gewährleisten,
wenn für denselben grundlegende Schutzmaßnahmen bzw. Sicherheitsvorgaben implementiert
sind, insbesondere Maßnahmen für ein sicheres Stillsetzen des Antriebs, Maßnahmen
gegen ein unerwartetes Anlaufen des Antriebs, Maßnahmen zur Einhaltung maximaler Geschwindigkeiten
des Antriebs, Maßnahmen zur Einhaltung maximaler Wege des Antriebs sowie Maßnahmen
zur Einhaltung einer korrekten Drehrichtung desselben. Die Implementierung all dieser
Schutzmaßnahmen für den Hauptantrieb sowie jeden vom Hauptantrieb unabhängig antreibbaren
Antrieb der eigenmotorisch angetriebenen Einrichtungen der Druckmaschine erfordert
steuerungsseitig einen hohen Aufwand. Dies ist insgesamt von Nachteil.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Betreiben der Verarbeitungsmaschine
der eingangs genannten Art mit wenigstens einem einzeln angetriebenen, eine Druckform
tragenden Zylinder zu schaffen, welches die Betriebssicherheit verbessert.
[0007] Die Aufgabe wird durch die Ausbildungsmerkmale von Anspruch 1 gelöst. Weiterbildungen
ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0008] Die erfindungsgemäße Verarbeitungsmaschine weist eine Steuerungseinrichtung auf,
die unmittelbar bei Vorliegen eines sicherheitsrelevanten Ereignisses einen eine Bremskraft
auf den jeweils eigenmotorisch mittels Einzelantrieb angetriebenen Plattenzylinder
oder Formzylinder vorgibt.
[0009] Dabei wird mittels je einer gestellfesten Bremseinrichtung der Plattenzylinder des
jeweiligen Druckwerks oder der Formzylinder des jeweiligen Lackwerks unter Kraftschluss
gebremst und der Einzelantrieb des Plattenzylinders oder des Formzylinders wird momentenlos
geschaltet.
[0010] Dabei schließt die Angabe "Einzelantrieb des Formzylinders im Lackwerk" auch einen
eigenmotorisch angetriebenen (Einzelantrieb) Antrieb eines Formzylinders in einem
Flexodruckwerk ein. Ebenso schließt der Begriff "Druckform" eine Lackform bzw. eine
Flexodruckform ein. Der Begriff der Betriebssicherheit schließt den Notbetrieb eines
einzelmotorisch angetriebenen Plattenzylinders / Formzylinders bei Ausfall dessen
Einzelantriebes sowie die Betriebssicherheit unterstützende Diagnosemöglichkeiten
ein.
[0011] Mit dieser Betriebsweise kann ein unkontrolliertes Drehen (Austrudeln) eines Zylinders
nach Ausfall des Antriebsmomentes des dem Zylinder zugeordneten Einzelantriebes unterbunden
werden.
[0012] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
Dabei zeigen:
- Fig. 1:
- eine Bogenrotationsdruckmaschine mit mehreren Druckwerken und einem Lackwerk,
- Fig. 2:
- eine erste Antriebseinrichtung für einen Plattenzylinder in einem Offsetdruckwerk,
- Fig. 3
- eine zweite Antriebseinrichtung für einen Formzylinder in einem Lackwerk, alternativ
in einem Flexodruckwerk.
[0013] Die Bogenrotationsdruckmaschine ist beispielsweise mit einem Anleger 4, fünf Offsetdruckwerken
1, einem Lackwerk 2 sowie einem Ausleger 5 dargestellt. Jedes Offsetdruckwerk 1 weist
in bekannter Weise ein Farbwerk 12 mit Farbwerkwalzen, einen eine Druckform tragenden
Zylinder 10, hier als Plattenzylinder 10, und einen Gummituchzylinder 8 auf. Bei Bedarf
ist jedem Plattenzylinder 10 ein Feuchtwerk zugeordnet.
[0014] Das Lackwerk 2 weist in bekannter Weise eine Dosiereinrichtung 11 für das zu verarbeitende
Medium (Lack, Farbe), bevorzugt ein Kammerrakel mit zugeordneter, gerasterter Auftragwalze,
sowie einen eine Druckform (Lackform, Flexodruckform) tragenden Zylinder 9, hier als
Formzylinder 9, auf.
[0015] Plattenzylinder 10 und Formzylinder 9 tragen jeweils zumindest eine Druckform und
sind mit den Farbauftragwalzen des Farbwerkes 12 bzw. der Auftragwalze der Dosiereinrichtung
11 in Kontakt. Für den Bogentransport in Förderrichtung 3 sind mehrere Bogenführungszylinder
6 vorgesehen. In jedem Offsetdruck- bzw. Lackwerk 1, 2 ist ein als Druckzylinder ausgebildeter
Bogenführungszylinder 6 mit dem jeweiligen Gummituchzylinder 8 bzw. Formzylinder 9
in Funktionsverbindung, wobei im ersten Offsetdruckwerk 1 dem als Druckzylinder ausgebildeten
Bogenführungszylinder 6 eine Anlagetrommel als Bogenführungszylinder 6 vorgeordnet
ist. Für den Bogentransport sind zwischen den als Druckzylinder ausgebildeten Bogenführungszylindern
6 der Druck- bzw. Lackwerke 1, 2 weitere Bogenführungszylinder 6 als Transferzylinder
angeordnet. Den als Druckzylinder ausgebildeten Bogenführungszylindern 6 sowie den
Gummituchzylindern 8 und dem Formzylinder 9 sind bevorzugt Waschvorrichtungen 7 zugeordnet.
[0016] Zumindest sämtliche Bogenführungszylinder 6 sind über einen nicht näher aufgezeigten
Hauptantrieb (zumindest ein einspeisender Antriebsmotor) und einen geschlossenen Räderzug
antriebsseitig miteinander gekoppelt. In diesen Räderzug sind ebenfalls die Gummituchzylinder
8 der Offsetdruckwerke 1 mit je einem Gummituchzylinder-Zahnrad 13 integriert. Bei
den Lackwerken 2 ist der dem Formzylinder 9 benachbarte Bogenführungszylinder 6 mit
je einem Bogenführungszylinder-Zahnrad 17 in diesen Räderzug integriert.
[0017] Jeder Plattenzylinder 10 und bevorzugt jeder Formzylinder 9 ist - von Hauptantrieb
und Räderzug mechanisch entkoppelt - durch je einen Einzelantrieb M (auch Direktantrieb
genannt), d.h. einen separaten Antriebsmotor, antreibbar. Diese Einzelantriebe M sind
mit einer Maschinensteuerung gekoppelt und werden in vorgebbärer Weise gegenüber dem
Hauptantrieb und Räderzug mit den Bogenführungszylindern 6 bei den Lackwerken 2 sowie
den zusätzlich mit Hauptantrieb und Räderzug gekoppelten Gummituchzylindern 8 bei
den Offsetdruckwerken 1 einzeln angetrieben. Beim Formzylinder 9.und Plattenzylinder
10 handelt es sich demnach um eine mittels Einzelantrieb M eigenmotorisch angetriebene
Einrichtung der Bogenrotationsdruckmaschine.
[0018] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Bogenrotationsdruckmaschine mehrere
Hauptantriebe umfassen kann, die in den geschlossenen Räderzug einspeisen. Bei den
Offsetdruckwerken 1 wird jeder mit dem benachbarten Bogenführungszylinder 6 antriebsseitig
gekoppelte Gummituchzylinder 8 vom Hauptantrieb mit Räderzug angetrieben und in den
Offsetdruckwerken 1 wird bevorzugt jeder Plattenzylinder 10 eigenmotorisch mittels
Einzelantrieb M angetrieben. Der dem Formzylinder 9 im Lackwerk 2 benachbarte Bogenführungszylinder
6 wird vom Hauptantrieb mit Räderzug angetrieben und bevorzugt jeder der Formzylinder
9 der Lackwerke 2 wird eigenmotorisch mittels Einzelantrieb M angetrieben. Alternativ
kann eine Bogenrotationsdruckmaschine mit mehreren Offsetdruckwerken 1 bzw. Lackwerken
2 auch einzelne Offsetdruckwerke 1 und/oder Lackwerke 2 aufweisen, deren Platten-
bzw. Formzylinder 10, 9 keinen Einzelantrieb M aufweisen. Derartige konventionelle
Werke 1, 2 werden insgesamt mittels Hauptantrieb und Räderzug innerhalb der Verarbeitungsmaschine
angetrieben. Die entsprechenden Platten- bzw. Formzylinder 10, 9 sind somit in den
Räderzug integriert.
[0019] Bei Druckwerken 1 ist die Schaltkupplung 15 zwischen den von Hauptantrieb und Räderzug
angetriebenen Zylindern und dem jeweiligen mittels Einzelantrieb eigenmotorisch angetriebenen
Plattenzylinder 10 angeordnet.
Wie in Fig. 2 gezeigt, ist zwischen dem Gummituchzylinder 8 und dem Plattenzylinder
10 eines Offsetdruckwerkes 1 eine kraftschlüssig wirkende Schaltkupplung 15 angeordnet.
Alternativ ist die Schaltkupplung 15 auch zwischen einem Bogenführungszylinder 6 und
dem Plattenzylinder 10 anordenbar.
[0020] Im vorliegenden Beispiel ist die Schaltkupplung 15 am Plattenzylinder 10 angeordnet
und am Plattenzylinder 10 ist ferner ein frei drehbares Zahnrad 14 der Schaltkupplung
15 benachbart angeordnet. Das frei drehbare Zahnrad 14 ist mit dem Gummituchzylinder-Zahnrad
13 des vom Hauptantrieb angetriebenen Räderzuges im ständigen Eingriff. Von Hauptantrieb
und Räderzug wird somit auf das Gummituchzylinder-Zahnrad 13 ein Eintrieb 16 (vom
Hauptantrieb mit Räderzug) eingespeist.
In einer weiteren Ausbildung kann das frei drehbare Zahnrad 14 mittels einer getriebetechnischen
Verbindung direkt oder mittels einer weiteren Kupplung mit dem nachgeordneten Farbwerk
12 antriebsseitig gekoppelt sein.
[0021] Im Normaldruckbetrieb, in welchem der Plattenzylinder 10 eigenmotorisch vom Einzelantrieb
M angetrieben wird, ist die Schaltkupplung 15 geöffnet, um so den Plattenzylinder
10, speziell das Zahnrad 14, vom Hauptantrieb bzw. vom Gummituchzylinder-Zahnrad 13
zu entkoppeln.
[0022] Zur Implementierung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für den eigenmotorisch angetriebenen
Plattenzylinder 10 wird im Sinne der hier vorliegenden Erfindung vorgeschlagen, die
Sicherheitsmaßnahmen des Hauptantriebs (mit Räderzug) steuerungsseitig auf den eigenmotorisch
angetriebenen Plattenzylinder 10 des jeweiligen Offsetdruckwerks 1 dadurch zu vererben,
dass überwacht wird, ob ein sicherheitsrelevantes Ereignis vorliegt, wobei unmittelbar
bei Vorliegen eines sicherheitsrelevanten Ereignisses eine Steuerungseinrichtung 18
eine Bremskraft auf den jeweils eigenmotorisch mittels Einzelantrieb M angetriebenen
Plattenzylinder 10 oder Formzylinder 9 vorgibt. Dass je eine gestellfeste Bremseinrichtung
den Plattenzylinder 10 des jeweiligen Druckwerks 1 oder den Formzylinder 9 des jeweiligen
Lackwerks 2 unter Kraftschluss bremst und der Einzelantrieb M des Plattenzylinders
10 oder des Formzylinders 9 momentenlos geschaltet wird.
[0023] Hierzu dient im Sinne der vorliegenden Erfindung die Steuerungseinrichtung 18, der
als Eingangssignal ein Signal zugeführt wird, welches Daten darüber enthält, ob ein
sicherheitsrelevantes Ereignis vorliegt oder nicht. Die Steuerungseinrichtung 18 ist
bzw. mehrere Steuereinrichtungen 18 sind bevorzugt mit einem Leitstand gekoppelt.
[0024] In Fig. 3 ist gezeigt, dass zwischen dem Formzylinder 9 und dem benachbarten Bogenführungszylinder
6 (Druckzylinder) eines Lackwerkes 2 eine kraftschlüssig wirkende Schaltkupplung 15
angeordnet ist.
Im vorliegenden Beispiel ist die Schaltkupplung 15 am Formzylinder 9 angeordnet und
am Formzylinder 9 ist ferner ein frei drehbares Zahnrad 14 der Schaltkupplung 15 benachbart
angeordnet. Das frei drehbare Zahnrad 14 ist mit dem Bogenführungszylinder-Zahnrad
17 des vom Hauptantrieb angetriebenen Räderzuges im ständigen Eingriff. Von Hauptantrieb
und Räderzug wird auf das Bogenführungszylinder-Zahnrad 17 ein Eintrieb 16 (vom Hauptantrieb
mit Räderzug) eingespeist. In einer weiteren Ausbildung kann das frei drehbare Zahnrad
14 mit der nachgeordneten Auftragwalze der Dosiereinrichtung 11 mittels einer getriebetechnischen
Verbindung direkt oder mittels einer weiteren Kupplung antriebsseitig gekoppelt sein.
Im Normallackbetrieb bzw. Normaldruckbetrieb, in welchem der Formzylinder 9 eigenmotorisch
vom Einzelantrieb M angetrieben wird, ist die Schaltkupplung 15 geöffnet, um so den
Formzylinder 9 vom Hauptantrieb bzw. vom Bogenführungszahnrad 17 zu entkoppeln.
[0025] Hierzu dient im Sinne der vorliegenden Erfindung wenigstens eine Steuerungseinrichtung
18, der als Eingangssignal ein Signal zugeführt wird, welches Daten darüber enthält,
ob ein sicherheitsrelevantes Ereignis vorliegt oder nicht. Jeder mit einem Einzelantrieb
M gekoppelte Plattenzylinder 10 sowie Formzylinder 9 ist schaltungstechnisch bevorzugt
mit je einer eigenen Steuereinrichtung 18 gekoppelt. Die Steuerungseinrichtung 18
ist bevorzugt mit einem Leitstand gekoppelt.
[0026] Um eine Relativbewegung der Zylinder, insbesondere in der Kontaktstelle (Druckzone,
Lackierzone) des Gummituchzylinders 8 oder des Formzylinders 9 mit dem zugeordneten
Bogenführungszylinder 6 (Druckzylinder) zu verhindern, wird in einer weiteren Ausbildung
der Gummituchzylinder 8 oder der Formzylinder 9, vorzugsweise vorgegeben durch die
Steuereinrichtung 18, in Druck ab - Position bewegt.
[0027] Als sicherheitsrelevantes Ereignis wird vorzugsweise überwacht, ob eine Schutzeinrichtung
an der Bogendruckmaschine offen und damit ein Gefahrbereich an derselben zugänglich
ist. Als sicherheitsrelevantes Ereignis kann jedoch auch jedes andere Signal ausgewertet
werden. So kann insbesondere bei Ausfall einer Hilfsenergiequelle bzw. eines Einzelantriebes
M, ein Synchronbetrieb, wie oben beschrieben, erzwungen werden. Ein unkontrolliertes
Bewegen (Austrudeln) eines Zylinders nach Ausfall des Antriebsdrehmomentes des Einzelantriebs
M an diesem Zylinder ist damit ebenso unterbunden.
[0028] Eine weitere Verfahrensausgestaltung erlaubt, beispielsweise zu Diagnosezwecken,
den wahlweisen Antrieb des Plattenzylinders 10 bzw. Formzylinders 9 über den Hauptantrieb
mit Räderzug oder über den Einzelantrieb M. Damit können die Ursachen von Änderungen
der Druck- bzw. Lackierqualität im Produktionsprozess dem Bereich des Einzelantriebes
M oder dem Hauptantrieb mit Räderzug, alternativ der sonstigen Maschinenperipherie
- nach Analyse- zugeordnet und verändert bzw. abgestellt werden.
Bei mehreren Offsetdruckwerken 1 verfügt bevorzugt jedes Werk 1 über einen eigenmotorisch
antreibbaren Plattenzylinder 10, dem jeweils ein Einzelantrieb M zugeordnet ist. Bei
mehreren Lackwerken 2 verfügt bevorzugt jedes Werk 2 über einen eigenmotorisch antreibbaren
Formzylinder 9, dem jeweils ein Einzelantrieb M zugeordnet ist. Es liegt dabei im
Sinne der hier vorliegenden Erfindung, dass für jeden eigenmotorisch angetriebenen
Plattenzylinder 10 bzw. Formzylinder 9 für jedes Offsetdruckwerk 1 sowie Lackwerk
2 separat bzw. individuell das Vorliegen mindestens eines sicherheitsrelevanten Ereignisses
überwacht wird.
[0029] Das Verfahren zum Betreiben einer Verarbeitungsmaschine, insbesondere Bogenmaterial
verarbeitende Druck- oder Lackiermaschine, mit wenigstens einem Druck-/Lackwerk 1,
2, wobei jedes Druck-/Lackwerk 1, 2 je einen eine Druckform tragenden, mit einem Einzelantrieb
M gekoppelten Plattenzylinder 10 bzw. Formzylinder 9 aufweist, die Platten-/ Formzylinder
10, 9 von einem auf einen Räderzug der Zylinder und Trommeln (Bogenführungszylinder
6) für den Bogentransport sowie bei Druckwerken 1 auf die Gummituchzylinder 8 wirkenden
Hauptantrieb mechanisch entkoppelt und in vorgebbarer Weise gegenüber den Bogenführungszylindern
6 und Gummituchzylindern 8 antreibbar sind, ist
dadurch gekennzeichnet,
dass überwacht wird, ob ein sicherheitsrelevantes Ereignis vorliegt, wobei unmittelbar
bei Vorliegen eines sicherheitsrelevanten Ereignisses eine Steuerungseinrichtung 18
eine Bremskraft auf den jeweils eigenmotorisch mittels Einzelantrieb M angetriebenen
Plattenzylinder 10 oder Formzylinder 9 dadurch vorgibt, dass je eine gestellfeste
Bremseinrichtung den Plattenzylinder 10 des jeweiligen Druckwerks 1 oder den Formzylinder
9 des jeweiligen Lackwerks 2 unter Kraftschluss bremst und der Einzelantrieb M des
Plattenzylinders 10 oder des Formzylinders 9 momentenlos geschaltet wird. Das Drehmoment
der bevorzugt mechanischen Bremseinrichtung ist so groß, dass der Plattenzylinder
10 in seiner Bremsposition fixiert sein kann.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Offsetdruckwerk
- 2
- Lackwerk
- 3
- Förderrichtung
- 4
- Anleger
- 5
- Ausleger
- 6
- Bogenführungszylinder
- 7
- Waschvorrichtung
- 8
- Gummituchzylinder
- 9
- Druckform tragender Zylinder/Formzylinder
- 10
- Druckform tragender Zylinder/Plattenzylinder
- 11
- Dosiereinrichtung
- 12
- Farbwerk
- 13
- Gummituchzylinder-Zahnrad
- 14
- frei drehbares Zahnrad
- 15
- Schaltkupplung
- 16
- Eintrieb
- 17
- Bogenführungszylinder-Zahnrad
- 18
- Steuerungseinrichtung
- M
- Einzelantrieb