[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Brandschutzvorhang mit mindestens zwei voneinander
beabstandeten und im Brandfall einen Raumbereich abtrennenden temperaturbeständigen
äußeren Bahnen, mit Poren, Löchern oder Öffnungen im Bereich dieser Bahnen, wobei
die Bahnen auf wenigstens eine Wickelwelle aufwickelbar sind. Gegebenenfalls ist zwischen
den äußeren Bahnen, zweckmäßig in deren vollen Höhe und Breite, mindestens eine, insbesondere
textile, Zwischenlage vorgesehen.
[0002] Ein derartiger Brandschutzvorhang ist beispielsweise aus der
DE 196 10 532 bekannt geworden. Dabei sind zahlreiche Ausführungsformen geoffenbart, u.a. auch
eine Ausführung mit im wesentlichen porösen äußeren Bahnen, welche für ein Fluid durchlässig
sind. Die äußeren Bahnen schmiegen sich dabei relativ eng an eine, einen Abstand zwischen
den äußeren Bahnen sichernde Zwischenlage an.
[0003] Äußere Bahnen eines Brandschutzvorhanges, welche durch Abstandhalter voneinander
in einem Abstand gehalten werden um nämlich einen Brandschutzschaum dazwischen eindringen
zu lassen, sind aus der
DE-A-26 05 598 bekannt geworden, wobei ein Ansammeln des Schaumes im unteren Bereich des Brandschutzvorhanges
in diesem Falle nicht verhindert wird, wohl aber im Falle der oben genannten
DE 196 10 532, bei dem eben die Zwischenlage sowohl die Abstandhaltefunktion als auch eine gewisse
Verteilfunktion für ein Kühlfluid ausübt.
[0004] Die vorliegende Erfindung geht zwar von der
DE 196 10 532 aus, doch ist sie keineswegs auf die genannte Verteilfunktion für ein aus der Zwischenlage
stammendes Kühlfluid beschränkt. Vielmehr hat, wie noch ersichtlich wird, bei der
vorliegenden Erfindung die Zwischenlage (gegebenenfalls zusätzlich) eine andere Funktion.
[0005] Dabei liegt der Erfindung in einem ersten Gedankenschritt die Erkenntnis zugrunde,
dass sich im Brandfall ja über die Fläche des Brandschutzvorhanges ein nicht unbeträchtlicher
Temperaturunterschied ergibt, der für eine kühlende Konvektion ausgenützt werden kann.
[0006] In einem zweiten Gedankenschritt ist eine Abstandhalteanordnung vorgesehen, durch
welche die äußeren Bahnen mindestens im Brandfall einem eine Konvektion über die Poren,
Löcher oder Öffnungen gestattenden Abstand haltbar sind. Anders als beim genannten
Stand der Technik, bei dem die Poren oder Öffnungen dem Austritt von Wasserdampf (oder
eines anderen kühlenden Fluids) dienen, kann beim Gegenstand der Erfindung Umgebungsluft
über diese Poren in den durch die Abstandhalteanordnung geschaffenen Kanal eindringen
und wird auf Grund der Konvektionsströmung entlang der Bahn oder der Zwischenlage
dort eine Kühlwirkung ausüben. Dies wird zweifellos besonders an der dem Brand abgewandten
Seite in besonderem Maße der Fall sein.
[0007] Die äußeren Bahnen werden im Regelfall textile Bahnen sein, können aber auch von
Kunststoffbahnen gebildet sein. Falls vorgesehen, wird auch die Zwischenlage im Regelfall
mindestens eine Textilbahn umfassen, kann aber gewünschtenfalls auch von einem Blech
gebildet oder mit einer Blechverkleidung versehen sein, welche die Hitzestrahlung
eines Brandes reflektiert. Auch Konstruktionen mit abschmelzenden Substanzen, z.B.
als Beschichtung der Zwischenlage, sind möglich.
[0008] Besonders vorteilhaft ist es, wenn als Zwischenschicht oder als Beschichtung derselben
oder mindestens einer der äußeren Bahnen eine im Brandfalle aufschäumende (intumeszierende)
Substanz gewählt wird. "Im Brandfall" soll bedeuten, dass diese Substanz entweder
durch die Berührung mit Löschwasser oder (bevorzugt) durch Hitzeeinwirkung aufschäumt.
In jedem Falle hat eine solche Substanz den Vorteil, dass damit die Poren, Löcher
oder Öffnungen an der Seite, wo der Brandherd vorliegt dann verschlossen werden und
sich ein deutlicher Isolationseffekt ergibt, wogegen an der Rückseite, wo also die
Brandhitze nicht wirksam ist, eine effektvolle Luftkühlung ergibt.
[0009] Die Abstandhalteanordnung kann auf verschiedene Weise verwirklicht werden. Beispielsweise
wäre es denkbar, eine seitliche Führungsschiene für den Vorhang vorzusehen, die -
im Unterschied zur Führungsschiene nach der
DE 196 10 532 - die beiden äußeren Bahnen jeweils in einem Abstand voneinander oder von der Zwischenlage
hält, wobei es denkbar wäre, jede Bahn, sowie gegebenenfalls die Zwischenlage, jeweils
auf eine gesonderte Wickelwelle aufzuwickeln. Bevorzugt ist jedoch eine Ausführung
mit Spreizelementen als Abstandhalter.
[0010] Besonders günstig ist es auch, wenn die Zwischenlage aus einem Schmalzustand, z.B.
zum erleichterten Aufwickeln, in einen expandierten Zustand bringbar ist. Auch dies
kann auf verschiedene Weise erfolgen, beispielsweise indem die Zwischenlage eine durch
Temperatur- und/oder Wassereinwirkung blähfähige Substanz mindestens enthält. Einfacher
aber ist es , wenn die Zwischenlage eine elastische Textilstruktur besitzt, wie eine
Schlingenstruktur oder eine Maschenstruktur.
[0011] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich an Hand der nachfolgenden Beschreibung
von in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
Fig. 1 den prinzipiellen erfindungsgemäßen Aufbau des Brandschutzvorhanges;
Fig. 2 eine erste Ausführung der an Hand der Fig. 1 am Brandschutzvorhang gezeigten
Spreizelemente;
Fig. 3 eine andere Ausführung von Spreizelementen;
Fig. 4 die Wickelwelle in einem nach einer besonderen Ausführungsform gestalteten
Gehäuse;
Fig. 5 einen Längsschnitt durch eine bevorzugte Ausführungsform eines Gehäuses mit
Wickelwelle und Brandschutzvorhang;
Fig. 6 eine vereinfachte Ausführung mit nur zwei Bahnen mit im Abstand gehaltenen
jeweils gesonderten (aber zweckmäßig gemeinsam angetriebenen) Wickelwellen und Öffnungen
in von den Bahnen gesonderten Bauteilen, wobei die
Fig. 7a), 7b) den unteren Bauteil der Fig. 6 in einer Perspektivdarstellung mit offenen
und verschlossenen Öffnungen zeigen; und
Fig. 8 eine andere vereinfachte Ausführungsform mit einer im Brandfall aufschäumenden
Beschichtung des Textilmaterials.
[0012] Fig. 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines Brandschutzvorhanges 1 aus drei Lagen.
Davon sind zwei äußere Bahnen 2 porös, beispielsweise als Gittergewebe, ausgeführt.
Dies ist aber im Rahmen der Erfindung nicht unbedingt erforderlich, vielmehr könnten
sie auch von anderen Textilmaterialien, wie Maschenware, Gewebe mit Ajour-Bindung
od.dgl. gebildet sein, und ebenso ist es möglich, einen hitzebeständigen Kunststoff
mit wenigstens an der Unterseite und der Oberseite, vorzugsweise aber über die ganze
Fläche verteilten Löchern oder Öffnungen, entsprechend den Gitteröffnungen 3, als
Bahn 2 zu verwenden oder solche Poren oder Öffnungen nur oben und unten an einem Gewebe
vorzusehen. In jedem Falle wird der Brandschutzvorhang 1 in bekannter Weise im Brandfall
von seiner Wickelwelle (8 in Fig. 4) abgewickelt, um zwei Raumbereiche voneinander
abzuschotten.
[0013] Durch diese Öffnungen 3 hindurch entsteht ein Luftstrom in einem Kanal 4, der jeweils
zwischen einer Zwischenlage 5 zwischen den beiden Bahnen 2 und der jeweiligen Bahn
2 gebildet ist. Kühlende Luft vermag daher im Brandfall durch die Öffnungen in den
jeweiligen Kanal 4 einzudringen und wird - auf Grund des Temperaturgefälles (im oberen
Bereich wird stets die größere Hitze sein) - von unten nach oben strömen, wobei die
an sich rauchdichte Zwischenlage 5, welche hauptsächlich die Temperaturbelastung zu
tragen hat, gekühlt wird. Dies wird vor allem für die brandferne Seite des Brandschutzvorhanges
1 zutreffen.
[0014] Die Zwischenlage 5 kann über ihre Fläche (oder wenigstens eine davon) mit einem Reflektor,
also etwa einem Aluminiumblech 5', abgedeckt sein, um Strahlungswärme möglichst vom
Bereich des Vorhanges 1 weg zu reflektieren. Die Zwischenlage 5 könnte aber auch selbst
von einem Blech gebildet sein, obwohl dies weniger bevorzugt ist. Im allgemeinen wird
es sich auch bei der Zwischenlage 5 um eine Textilbahn handeln, beispielsweise ein
Vlies, ein Filz od.dgl. oder - bevorzugt - eine Schlingenstruktur 6 (Frottee-Gewebe)
oder eine Maschenstruktur aufweisen, um so einerseits eine breitere Barriere zu bilden,
anderseits die Oberfläche für die Konvektionskühlung zu vergrößern. In jedem Falle
wird die Zwischenlage 5 relativ dicht sein, um den Übertritt von Rauchgasen in den
Nachbarraum zu verhindern. Bevorzugt ist sie im wesentlichen total unporös bzw. rauch-undurchlässig.
[0015] Vorzugsweise aber weist die Zwischenlage 5 an mindestens einer Seite eine im Brandfalle
aufschäumende Substanz auf. Dies kann eine an sich bekannte Substanz sein, welche
durch Löschwasser zum Aufschäumen gebracht wird, bevorzugt ist es aber eine sogenannte
intumeszierende, durch Hitzeeinwirkung aufschäumende Substanz, die durch das Aufschäumen
die Poren der Bahnen 2 verschließt. Es ergibt sich sodann der Effekt, dass im Brandfall
über die Poren der Rückseite (der dem Brand abgewandten Seite) eine Luftkühlung entsteht,
wogegen an der Brandseite die genannte Substanz aufzuschäumen beginnt und die Poren
verschließt, d.h. die Isolierwirkung des Brandschutzvorhanges wird erhöht. Die aufschäumende
Substanz könnte an sich die Zwischenlage 5 selbst bilden, doch ist es bevorzugt, wenn
die Zwischenlage 5 aus Textilmaterial besteht und an mindestens einer Seite, bevorzugt
an beiden, eine Schicht mit einer solchen Substanz trägt.
[0016] Die erwähnte und in Fig. 1 gezeigte Schlingenstruktur 6 kann dazu führen, dass der
Brandschutzvorhang einen relativ voluminösen Wickel bildet bzw. schwer zu wickeln
ist. In diesem Falle sind verschiedene Abhilfen denkbar. Beispielsweise könnte das
Schlingen- (oder Maschengewebe) mit einem schmelzenden Material getränkt sein, welches
im kalten Zustand die Schlingen schmal zusammengepresst hält und erst im Brandfalle
die Schlingen wieder frei gibt. Dies hätte den zusätzlichen Vorteil, das die für das
Schmelzen erforderliche Schmelzenergie oder -wärme noch einen zusätzlichen Kühleffekt
erbringt. Es kann aber auch - wie an Hand der Fig. 4 gezeigt - mindestens eine Presswalze
7 vor der Wickelwelle 8 im Gehäuse 9 vorgesehen und ihr so zugeordnet sein, die das
Material vor dem Aufwickeln aus dem expandierten Zustand in den Faltzustand zusammenpresst.
An Stelle des in Fig. 4 gezeigten Presswalzenpaares könnte eine einzige Presswalze
auch mit einer starren Fläche zusammenwirken, der entlang der Vorhang 1 geführt ist.
Anderseits wäre es auch möglich, mehr als zwei Presswalzen 7 zu haben, insbesondere
um die Breite des Vorhanges 1 zu bearbeiten bzw. pressen zu können, ohne dass die
Presswalzen (weil kürzer) sich über ihre Länge stark durchbiegen. So könnten Presswalzenpaare
in Axialrichtung (Richtung der Vorhangbreite) und/oder in Aufwickelrichtung nacheinander
bzw. versetzt vorgesehen sein.
[0017] Um die Kanäle 4 offen zu halten, wurde schon erwähnt, dass die drei Lagen (allenfalls
können es auch mehr sein, wie schon an Hand der Blechlage 5' angedeutet) einzeln in
Führungen einer seitlichen Führungsschiene gehalten sind. Bevorzugt ist es allerdings,
wenn Spreizelemente 10 zwischen der jeweiligen äußeren Bahn 2 und der Zwischenlage
5 vorgesehen sind. Diese Spreizelemente können an sich starre Leisten od.dgl sein,
welche dann allerdings das Wickeln erschweren. Bevorzugt ist es, wenn die Spreizelemente
10 mindestens im Brandfall aus einem Faltzustand in einen Spreizzustand (wie dargestellt)
bringbar sind. "Im Brandfall" bedeutet, dass etwa die Spreizelemente mit Hilfe eines
hitze- oder wasserempfindlichen Fixiermittels im Faltzustand "zusammengeklebt" sind,
wobei sich das Fixiermittel (z.B. ein Wachs) dann eben im Brandfall auflöst und die
Spreizelemente ausdehnen lässt.
[0018] Das "Ausdehnen" der Spreizelemente in den Spreizzustand kann aber entweder durch
die Eigenelastizität dieser Elemente 10 erfolgen, die dann federartig ausgebildet
sind, oder das Material dieser Elemente 10 besitzt eine Art von hitze- und/oder wasserabhängig
auszulösendem Gedächtnis, so dass die Spreizelemente im Brandfall in die gezeigte
Spreizstellung übergeführt werden, um den jeweiligen Kanal 4 zu bilden und offen zu
halten. Dabei ist der zusammengefaltete Faltzustand ja wiederum besonders für das
störungsfreie Aufwickeln auf möglichst kleinem Raum von besonderer Bedeutung. Der
Kanal 4 kann natürlich auch dann von besonderer Bedeutung sein, wenn als Zwischenlage
5 eine solche verwendet wird, wie sie in der
DE-A-196 10 532 geschildert ist, welche z.B. Wasser über ihre Dimension verteilt enthält. Wegen der
diesbezüglichen Ausführungen sei auf diese DE-A- verwiesen, deren Inhalt hier im Rahmen
dieser Beschreibung als durch Bezugnahme geoffenbart gelten soll. Dies gilt besonders
auch für die dort beschriebenen Vorhangmaterialien.
[0019] Wie Fig. 1 veranschaulicht, ist es vorteilhaft, wenn die Spreizelemente 10 über die
Fläche des Brandschutzvorhanges 1 verteilt sind, um die Kanäle 4 mit Sicherheit über
die ganze Vorhangbreite offen zu halten. In den Fig. 2 und 3 sind zwei Ausführungsformen
möglicher, und vorzugsweise elastischer, Spreizelemente 10, 10' dargestellt. Diese
Spreizelemente 10 werden entweder an den äußeren Bahnen 2 und/oder an der Zwischenlage
befestigt, um sie jeweils am Ort zu halten. Die Art der Befestigung spielt an sich
keine Rolle. Es ist ebenso möglich, die Spreizelemente an wenigstens einer der Bahnen
oder Lagen festzukleben, anzunähen, anzunieten oder mittels Drahtklammern zu befestigen,
wobei auch andere Befestigungsarten denkbar sind. Im Falle des Spreizelementes 10
(Fig. 2) ist ersichtlich, dass sie ein doppeltes Federelement 11 an einer Basis 12
aufweist. Die Basis, wie angedeutet, kann mit einem Radius R leicht gekrümmt sein,
so dass das Wickeln rund um die Wickelwelle 8 (Fig. 4) erleichtert wird.
[0020] Besonders bevorzugt sind aber auch Schraubenfedern, wie in Fig. 3 gezeigt, welche
aber nicht unbedingt als Konus-Schraubenfedern ausgebildet sein müssen, sondern auch
zylindrisch sein können. Allerdings bringt die Konusform die Möglichkeit, die einzelnen
Federwindungen ganz eng zusammenzufalten, was wiederum das Wickeln erleichtert.
[0021] Bei der Ausführung nach Fig. 5, in der gleiche Bezugszeichen dieselbe Bedeutung wie
in den vorigen Figuren haben, Bezugszeichen mit einem Zusatz eine ähnliche Bedeutung,
ist die Wickelwelle 8 mit einem Wellenstummel 13 entlang einer Schiene 14 verfahrbar
gelagert und entweder durch das Eigengewicht (dazu dient die nach links in Fig. 5
geneigte Lage der Schiene 14) oder durch eine Belastungseinrichtung, wie eine entlang
der Schiene 14 wirkende Feder, gegen mindestens eine, vorzugsweise (wie dargestellt)
zwei, allenfalls aber auch mehrere, Stützrollen 15 gedrückt. Dadurch ist gesichert,
dass der Vorhang 1 stets oberhalb einer Gehäuseöffnung 16 gewickelt wird. Anderseits
hilft dies auch beim Aufwickeln, weil der Vorhang 1 so schonend auf den Umfang der
Wickelwelle bzw. des auf ihr aufgewickelten Vohangwickels aufläuft. Damit sich die
Lage der Schiene 14 an verschiedene Wickeldurchmesser beim Ab- bzw. Aufwickeln anpassen
kann, ist es vorteilhaft, wenn die Schiene 14 selbst beweglich, insbesondere drehbar
um ein Drehlager 17, gelagert ist.
[0022] Sobald der auf der Wickelwelle 8 in seinem Schmalzustand aufgewickelte Vorhang 1
den Wickel verlässt, kommen die Spreizelemente 10" zur Wirkung und spreizen die Bahnen
2 von der Zwischenlage 5 ab. Wie ersichtlich, sind die Spreizelemente 10" etwas gekrümmt
und passen sich somit beim Aufwickeln besser der Krümmung des Wickels rund um die
Wickelwelle 8 an. Es ist dabei auch ersichtlich, dass hier die Spreizelemente 10"
nicht etwa nur an einer äußeren Bahn 2 oder nur an der Zwischenlage 5 befestigt sind,
sondern, dass ihre beiden in Wickelrichtung ausgerichteten äußeren Enden 10a jeweils
an einer der Bahnen 2 befestigt sind, wogegen ihre inneren Enden 10b jeweils an der
Zwischenlage 5 mindestens anliegen oder dort derart beweglich befestigt sind, dass
sie beim Aufwickeln in den Faltzustand entlang der Zwischenlage 5 gelangen, beim Abwickeln
dagegen in den gezeigten Spreizzustand. Natürlich kann die Beweglichkeit der Enden
der Spreizelemente 10" auch (nur oder zusätzlich) an der Seite der äußeren Bahnen
2 gegeben sein. Die so gestalteten Spreizelemente 10" brauchen aber, besonders bei
entsprechend gewählter Krümmung, gar nicht elastisch zu sein oder sonst eine Vorspannung
besitzen. Der Spreizeffekt kommt infolge der Krümmung der Spreizelemente 10", wie
sich in der Praxis gezeigt hat, beim Abwickeln automatisch zustande.
[0023] Es wird hier auch deutlich, dass es möglich wäre, die beiden Bahnen 2 und die Zwischenlage
5 jeweils auf eine gesonderte Wickelwelle aufzuwickeln, doch ist auch ersichtlich,
dass das gemeinsame Wickeln auf einer einzigen Wickelwelle 8 platzsparender und kostengünstiger
ist.
[0024] Im Rahmen der Erfindung sind zahlreiche Modifikationen denkbar; beispielsweise können
die Spreizelemente die verschiedenste Form annehmen. Ferner können zur Abstandssicherung
an Stelle von mehr oder minder elastischen Spreizelementen auch einfach an den Bahnen
2 und/oder an der Zwischenlage 5 angebrachte Schuppen vorgesehen werden, die beispielsweise
nach Art von Dachziegeln Konvektionskanäle bilden. Auch wäre es denkbar, den, beispielsweise
heizbaren, Presswalzen 7 eine Sprüheinrichtung zuzuordnen, um den Vorhang beim Aufwickeln
mit einer den Schmalzustand verfestigenden Beschichtung zu versehen, die sich beispielsweise
im Brandfall, etwa durch Löschwasser oder durch die Brandhitze wieder auflöst. Die
Spreizelemente 10, 10' oder 10" können mittels eines thermisch oder durch Wasser lösbaren
Fixiermittels im Faltzustand gehalten sein, in dem sie flach am Vorhang anliegen.
Auch können sie etwa nach Art der Lamellen einer Jalousie zwischen einem Faltzustand
und einem Spreizzustand (ähnlich dem Öffnen und Schließen von Jalousie-Lamellen) mechanisch,
beispielsweise mittels eines elektrischen Antriebs, verstellbar sein, indem sie beispielsweise
untereinander über ein Zugkabel verbunden sind. Schuppen und/oder Spreizelemente könnten
auch nach Art von Bimetall-Elementen ausgebildet sein, die unter Hitze und/oder durch
ein elektrisches Signal aus einem Faltzustand in einen Spreizzustand gelangen.
[0025] Wie oben bereits vorgeschlagen wurde, könnte die Zwischenlage ein bei Brand durch
Hitze und/oder Wasser aufschäumendes Material beinhalten. Dabei sei aber darauf hingewiesen,
dass die Ausbildung der Zwischenlage als aus einem Schmalzustand, z.B. zum erleichterten
Aufwickeln, in einen expandierten Zustand bringbaren Textil- oder (in weiterem Sinne
und auch ein Frotteematerial umfassenden) Schlingenmaterial auch unabhängig von den
Spreizelementen eine schutzfähige Erfindung darstellt.
[0026] Im Falle der Fig. 6 sind in einem gemeinsamen Vorhanggehäuse 9a zwei Wickelwellen
8a, 8b jeweils an einem schwenkbaren Hebel 18 gelagert. Jeder der Hebeln 18 ist zweck-mäßig
um eine etwa im oberen Eckbereich des Gehäuses 9a sich erstreckende Achse 19 schwenkbar,
so dass sich die jeweilige Bahn 2a an eine Ablaufkante 20 des Gehäuses 9a anlegt und
so das Gehäuse 9a abdichtet. Während die Bahnen 2 der vorherigen Figuren die, besonders
aus Fig. 1 ersichtliche Gitterstruktur aufwiesen, sind die Bahnen 2a im wesentlichen
rauchdicht, können aber beispielsweise auch mit einer intumeszierenden Substanz beschichtet
sein, um erst bei Brandausbruch rauchdicht zu werden. Um dennoch eine Luftzirkulation
bzw. -kühlung erhalten zu können, sind Zirkulationsöffnungen jeweils in von den Bahnen
2a gesonderten Bauteilen untergebracht, wie nachstehend erläutert wird.
[0027] Im Fußbereich der beiden Bahnen 2a befindet sich ein mit Öffnungen 3a (vgl. Fig.
6, und 7a)) versehener Bauteil 21, der beispielsweise wenigstens annähernd die aus
Fig. 7 ersichtliche Form haben kann. Dieser Bauteil 7 kann in der Öffnung einer Mauer
22 als eine Art Schwelle eingesetzt sein, bis zu der der Brandschutzvorhang 1 mit
den Bahnen 2a herabgelassen werden kann. Der Bauteil 21 kann aber auch als eine Art
Fallschiene am unteren Ende des Vorhanges 1 befestigt sein und so als Gewicht zur
Straffhaltung der jeweiligen Bahn 2a wirken. Natürlich wäre es auch möglich, die Bahn
2a selbst am unteren Ende mit Poren oder Öffnungen zu versehen.
[0028] Wie die Pfeile in Fig. 6 andeuten, wird der Zwischenraum zwischen den Bahnen 2a als
Kanal 4 wirken, wobei sich eine Konvektionsströmung durch die Öffnungen 3a hindurch
nach oben ergibt, besonders wenn die linke Seite (wie dargestellt) durch einen Brandherd
23 erhitzt wird. Damit aber die aufwärts strömende Luft sich nicht im Kanal 4 staut,
sind im Gehäuse 9a, an dessen Oberseite Öffnungen 3b angebracht. Kühle Luft strömt
also von unten ein, nimmt einen Teil der vom Brandherd 23 her übertragenen Wärme auf
und tritt als Warmluft an der Oberseite des Gehäuses 9a über die Öffnungen 3b wieder
aus.
[0029] Es macht natürlich keinen Sinn, wenn die durch den Brandherd 23 erhitzte Luft über
die Öffnungen des Bauteiles 21 in den Kanal 4 eindringt. Deshalb ist eine Art Ventilanordnung
vorgesehen, die die Öffnungen 3a im Brandfall und nur an der dem Brand zugewandten
Seite verschließt. Dies kann dadurch geschehen, dass, wie besonders Fig. 7 a) veranschaulicht,
die die Öffnungen 3a berandenden Wände des Bauteiles 21 mit einer durch Hitze aufschäumenden,
an sich bekannten Substanz beschichtet sind, wie mit den Schichten 24 angedeutet ist.
Diese Schichten 24 schäumen also unter der Hitze des Brandherdes 23 auf, so dass der
Bauteil 21 in den Zustand nach Fig. 7 b) gelangt, in welchem alle Öffnungen 3a verschlossen
sind. Dieser Zustand ist in Fig. 6 an der linken Seite angedeutet. An der rechten
Seite jedoch, wo kühle Luft durch die Öffnungen 3a streicht, bleiben diese Öffnungen
3a offen, so dass weiterhin eine Luftkühlung stattfindet. Da aber an der linken Seite
von unten keine Luft mehr eindringen kann, schließt sich dort ein Klappenventil und
deckt die oberen Öffnungen 3b ab, wogegen an der rechten Seite, wo weiterhin eine
Luftkonvektion herrscht, das Klappenventil 25 offen bleibt.
[0030] Der Aufbau nach Fig. 8 ist dem der Fig. 6 ähnlich, so dass die dort schon beschriebenen
Details nicht nochmals behandelt werden. Unterschiedlich ist, dass hier wieder äußere
Bahnen 2 mit Gitterstruktur wie in Fig. 1 verwendet werden, diese aber eine Beschichtung
mit intumeszierendem Material aufweisen. Die Gitterporen sind dementsprechend groß,
um dies zu gestatten. Daher wird an der Seite des Brandherdes 23 das Schaummaterial
unter Einwirkung der Hitze aufschäumen und - wie dargestellt - die Gitterstruktur
verschließen, was auch wieder das Schließen des Klappenventiles 25 zur Folge hat.
An der kühlen (rechten) Seite dagegen bleibt die Luftströmung weiterhin aufrecht,
wobei besonders mit den Bahnen 2 und ihren über die ganze Fläche verteilten Öffnungen
3 die oberen Öffnungen 3b des Gehäuses 9a nicht unbedingt verwirklicht sein müssen.
[0031] Es versteht sich, dass der Aufbau des Brandschutzvorhanges 1 im allgemeinen symmetrisch
sein wird, d.h. dass beide äußeren Bahnen 2 oder 2a wenigstens annähernd gleich ausgebildet
sein werden, weil man ja für gewöhnlich nicht weiß, auf welcher Seite ein Brand ausbrechen
könnte. Es mag aber Anwendungsfälle geben, etwa zum Abschluss eines Raumes gegen das
Freie hin, z.B. gegen eine Straße, wo mit einem Brandausbruch auf der Straße kaum
zu rechnen ist, so dass also nur eine Seite des Brandschutzvorhanges, etwa die dem
Raum zugewandte Seite, in der geschilderten Weise auszubilden ist.
[0032] Ferner ist klar, dass im Rahmen der Erfindung Merkmale der einzelnen Ausführungsformen
untereinander ausgetauscht, teilweise auch durch Merkmale des Standes der Technik
ersetzt werden können, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Auch könnte an
Stelle einer intumeszierenden Schicht 24 zum Verschließen der im Falle der Fig. 7
als Schlitze ausgebildeten Öffnungen 3a ein, z.B. von oben nach unten gleitender,
Schieber als Ventil vorgesehen sein, der durch eine abschmelzende Substanz in der
Offenstellung gehalten wird und im Brandfall durch das Abschmelzen einer solchen Fixiersubstanz
in eine Geschlossenstellung gelangt.
1. Brandschutzvorhang mit mindestens zwei voneinander beabstandeten und im Brandfall
einen Raumbereich abtrennenden temperaturbeständigen äußeren Bahnen (2), Poren, Löcher
oder Öffnungen (3) im Bereich dieser Bahnen (2), wobei die Bahnen (2) auf wenigstens
eine Wickelwelle (8) aufwickelbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass eine Abstandhalteanordnung (10, 10') vorgesehen ist, durch welche die äußeren Bahnen
(2) mindestens im Brandfall in einem eine Konvektion über die Poren, Löcher oder Öffnungen
(3) gestattenden Abstand (Kanäle 4) haltbar sind.
2. Brandschutzvorhang nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den äußeren Bahnen (2), zweckmäßig in deren vollen Höhe und Breite, mindestens
eine, insbesondere textile, Zwischenlage (5) vorgesehen ist, dass vorzugsweise zwischen
den äußeren Bahnen (2) und der Zwischenlage (5) jeweils Spreizelemente (10 bzw. 10'
bzw. 10") als Abstandhalteanordnung vorgesehen sind, und dass insbesondere die Spreizelemente
(10 bzw. 10' bzw. 10") aus einem Faltzustand in einen Spreizzustand bringbar sind
und den Faltzustand in auf die Wickelwelle (8) gewickelten Zustand des Brandschutzvorhanges
(1) einnehmen, hingegen den Spreizzustand mindestens im Brandfall und im von der Wickelwelle
(8) abgewickelten Zustand, und dass bevorzugt die Spreizelemente (10 bzw. 10' bzw.
10") elastisch aus dem Faltzustand in den Spreizzu-stand bringbar sind.
3. Brandschutzvorhang nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spreizelemente (10 bzw. 10' bzw. 10") unter Temperatur- und/oder Wassereinwirkung
aus dem Faltzustand in den Spreizzustand bringbar sind und vorzugsweise mittels eines
thermisch oder durch Wasser lösbaren Fixiermittels im Faltzustand gehalten sind.
4. Brandschutzvorhang nach Anspruche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Spreizelemente (10 bzw. 10' bzw. 10") wenigstens eines der folgenden Merkmale
aufweisen: a) sie sind an einer Bahn (2) und/oder an der Zwischenlage (5) befestigt;
b) sie sind in Wickelrichtung etwa mit der Krümmung (R) des Wickels gekrümmt; c) sie
sind über die Fläche des Brandschutzvorhanges (1) verteilt angeordnet.
5. Brandschutzvorhang nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenlage (5) mindestens eine Blechlage (5'), wie etwa aus Aluminiumblech,
aufweist.
6. Brandschutzvorhang nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die äußeren Bahnen (2) und/oder die Zwischenlage (5) an mindestens einer Seite und
wenigstens in einem Teilflächenbereich eine im Brandfalle aufschäumende Substanz aufweist.
7. Brandschutzvorhang nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenlage (5) aus einem Schmalzustand, z.B. zum erleichterten Aufwickeln,
in einen expandierten Zustand bringbar ist, dass vorzugsweise die Zwischenlage (5)
eine elastische bzw. biegsame Textilstruktur besitzt, wie eine Schlingenstruktur oder
eine Maschenstruktur, und dass insbesondere der Wickelwelle (8) mindestens eine den
Schmalzustand erzeugende Presswalze (7) zugeordnet ist.
8. Brandschutzvorhang nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenlage (5) im wesentlichen unporös bzw. rauchundurchlässig ist.
9. Brandschutzvorhang nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Poren, Öffnungen od.dgl. wenigstens einer der folgenden Bedingungen genügen:
(a) sie sind, im wesentlichen gleichmäßig über die Fläche wenigstens einer der äußeren
Bahnen (2) verteilt, beispielsweise in Form einer Gitterstruktur dieser Bahnen (2);
(b) sie sind im unteren Bereich des Brandschutzvorhanges (1) und im oberen Bereich
vorgesehen; (c) sie sind, wenigstens zum Teil, an einem vom Brandschutzvorhang (1)
gesonderten Bauteil, beispielsweise in einem Vorhanggehäuse (9a), vorgesehen, wobei
vorzugsweise eine ventilartige Verschließeinrichtung für die Poren, Öffnungen od.dgl.
vorgesehen ist, beispielsweise eine Klappe (25) oder eine Verschließeinrichtung mittels
einer aufschäumenden Substanz (24).